Verehrung dem Erhabenen, Heiligen, völlig Erleuchteten!
Weil aber diese Erklärung des Jataka, wenn sie nach Erläuterung der drei
Einleitungen, nämlich
dargelegt wird, von denen, die sie hören, gut verstanden wird, weil sie dieselbe von Anfang an verstehen, darum wollen wir sie erst beginnen, nachdem wir diese drei Einleitungen erläutert haben. Darum muss von Anfang an die Begrenzung dieser Einleitungen festgestellt werden. Von der Zeit an, wo das Große Wesen zu den Füßen des Dipamkara [3] seinen Vorsatz fasste, bis dahin, wo es seine Existenz als Vessantara [Jataka 547] verließ und im Tusita-Himmel [5] wiedergeboren ward, die soweit gehende Erzählung heißt „die ferne Einleitung“. Von seinem Scheiden aus dem Tusita-Himmel aber bis zur Erreichung der Allwissenheit an dem Platze der Erleuchtung heißt die Erzählung „die nicht ferne Einleitung“. „Die nahe Einleitung“ aber sagt, wie er an den und jenen Orten sich aufhielt, und da und dort Aufnahme fand.
Im Folgenden kommt das Durenidana (die ferne Einleitung).
Vor vier Asamkheyyas [6] und hunderttausend Weltaltern von jetzt an war eine
Stadt namens Amaravati. Dort lebte ein Brahmane namens Sumedha, wohlgeboren von
beiden Seiten, von mütterlicher wie von väterlicher; von der siebenten
Generation her war er rein empfangen, untadelig und unangreifbar in Bezug auf
seine Abstammung. Dabei war er schön, sehenswert, lieblich und mit höchster
Schönheitsfülle ausgestattet. Ohne ein anderes Geschäft zu betreiben, erlernte
er nur das Brahmanenwissen. Als er noch jung war, starben seine Eltern. Da
brachte ihm der Minister, der seine Schätze verwaltete [7],
eine eherne Tafel
herbei, öffnete die mit Gold, Silber, Edelsteinen, Perlen u. dgl. gefüllten
Schatzkammern und sagte ihm: „Soviel, Jüngling, ist das Eigentum deiner Mutter,
soviel das Eigentum deines Vaters, soviel das deines Großvaters und
Urgroßvaters.“ Nachdem er ihm so bis zur siebenten Generation das Vermögen
bezeichnet hatte, sprach er: „Bewahre du dies!“ Da dachte der weise Sumedha:
„Nachdem sie dieses Geld zusammengetragen hatten, sind der Großvater meines
Vaters und die übrigen in die andere Welt gegangen, ohne auch nur ein Kahapana
mitzunehmen. Mir aber ziemt es, mit diesen Schätzen mir einen Grund zum
Fortgehen zu verschaffen.“ Nachdem er es dem Könige gemeldet, ließ er es in der
Stadt durch Trommelschlag bekannt machen und spendete einer großen Volksmenge
Almosen. Dann betätigte er die Asketenweltflucht.
Um aber dies zu erklären, ist hier die Erzählung von Sumedha wiederzugeben. Diese ist zwar im Buddhavamsa [8] ununterbrochen dargestellt; weil sie aber dort in gebundener Rede dargestellt ist, ist sie nicht ganz deutlich ausgeführt. Darum wollen wir sie zusammen mit Erklärungen, die von Zeit zu Zeit die gebundene Rede erläutern, hier wiedergeben. —
Vor vier Asamkheyyas also und hunderttausend Weltaltern bestand eine von den zehn Arten der Laute erfüllte Stadt, die den Namen Amaravati und Amara erhalten hatte. In Bezug hierauf heißt es im Buddhavamsa [8a]:
Von diesen Lauten aber sind einige im folgenden zusammengefasst:
Nachdem so die Strophe im Buddhavamsa gesagt ist, heißt es weiter:
Als nun eines Tages dieser weise Sumedha auf dem Söller seines Palastes in Einsamkeit war und mit untergeschlagenen Beinen dasaß, da dachte er bei sich: „In einem neuen Dasein, du Weiser, ist das Nehmen der Wiedergeburt doch ein Unglück; wo immer man dann seine Wiedergeburt nimmt, gibt es ein Aufhören des Körpers. Ich aber bin der Geburt unterworfen, dem Altern, der Krankheit und dem Tode. Da ich so beschaffen bin, ziemt es sich für mich, nach dem unsterblichen großen Nirvana zu suchen, das ohne Geburt, ohne Alter, ohne Krankheit, ohne Leid, ohne Freude, das kühl ist. Sicherlich muss es einen Weg geben, der vom Dasein befreit und nach dem Nirvana hinführt.“ Darum heißt es:
Darauf dachte er noch weiter bei sich: „Wie es nämlich in der Welt ein Glück
gibt, das das Gegenteil des Unglücks ist, so muss es, wenn es ein Dasein gibt,
auch ein Nichtdasein geben, das davon das Gegenteil ist. Und wie es, da es die
Hitze gibt, auch eine diese aufhebende Kühle gibt, so muss auch ein Nirvana (=
„Erlöschen“) existieren, das die Lüste u. dgl. aufhebt. Wie es ferner von einer
schlechten und niedrigen Sache als Gegenteil das Gute und Tadellose gibt, so
muss auch, da es eine so böse Wiedergeburt gibt, ein Nirvana existieren, das,
weil es alle Wiedergeburten beseitigt, als Nichtwiedergeburt bezeichnet ist.“
Darum heißt es:
Noch anderes dachte er: „So wie es für einen Mann, der in einen Unrathaufen
versunken ist, wenn er von ferne einen mit fünffarbigen Lotosblumen bedeckten
großen Teich sieht, passend ist, diesen Teich aufzusuchen und zu denken: ‘Auf
welchem Wege kann man dorthin gelangen?’, und wie, wenn er ihn nicht aufsucht,
dies nicht die Schuld des Teiches ist, so ist, da das unsterbliche große Nirvana
als ein Teich vorhanden ist, der die Befleckung der Lüste abwäscht, dessen
Nichtaufsuchen nicht die Schuld des unsterblichen großen Nirvana. Und wie bei
einem Mann, der von Räubern umringt ist, wenn es einen Weg zum Entkommen gibt
und er doch nicht fortläuft, dies nicht die Schuld des Weges, sondern nur die
Schuld des Mannes ist, geradeso ist auch bei einem Manne, der von den Lüsten
umringt ist, wo es doch einen edlen Weg gibt, der zum Erlöschen führt, das
Nichtaufsuchen dieses Weges nicht die Schuld des Weges, sondern nur die Schuld
des Mannes. Und wie endlich bei einem Manne, der von Krankheit gequält ist, wenn
ein Arzt vorhanden ist, der diese Krankheit heilen kann, und er nicht nach dem
Arzte sucht und seine Krankheit nicht heilen lässt, dies nicht die Schuld des
Arztes ist, ebenso ist es auch, wenn einer, der durch die Krankheit der Lüste
gequält wird, einen vorhandenen Lehrer, der des Weges zur Beruhigung der Lüste
kundig ist, nicht aufsucht, nur dessen Schuld, nicht aber die Schuld des
Lehrers, der die Lüste zerstören kann.“ Darum heißt es:
Weiter dachte er: „Wie ein Mann von feiner Herkunft, nachdem er einen an seinem
Halse befestigten Leichnam beseitigt hat, fröhlich weitergeht, so muss auch ich
diesen faulen Körper von mir werfen und, ohne zurückzuschauen, in die Stadt des
Nirvana hineingehen. Und wie Männer und Frauen, nachdem sie an der Unratstätte
Kot und Urin von sich gegeben, diesen nicht im Bausche ihres Gewandes mitnehmen
oder mit einem Zipfel ihres Kleides umhüllen und so weiter gehen, sondern voll
Ekel, ohne zurückzuschauen, es wegwerfen und fortgehen, so muss auch ich, ohne
zurückzuschauen, diesen faulen Körper wegwerfen und in die Stadt des Nirvana
eingehen. Und wie Schiffer ein unbrauchbar gewordenes Schiff ohne Rücksicht im
Stiche lassen und weiter fahren, so werde auch ich diesen aus neun
Wundenöffnungen [11] rinnenden Körper aufgeben und, ohne zurückzuschauen, in die
Stadt des Nirvana eintreten. Und wie ein Mann, der mancherlei Kostbarkeiten bei
sich hat und mit Dieben zusammen einen Weg geht, aus Furcht, die Kostbarkeiten
zu verlieren, sie wegwirft und dann sicher diesen Weg geht, so ist auch dieser
gebrechliche Körper einem Räuber ähnlich, der Kostbarkeiten raubt; wenn ich
danach Lust betätigen werde, so wird das kostbare Tugendkleinod des edlen Weges
mir verloren gehen. Darum ziemt es mir, diesen einem Räuber ähnlichen Körper zu
verlassen und in die Stadt des Nirvana einzugehen.“ Darum heißt es:
Nachdem so der weise Sumedha durch mancherlei Gleichnisse diese mit der
Weltflucht zusammenhängende Angelegenheit bedacht hatte, verschenkte er seine
unermessliche Schätzemenge auf die oben angegebene Art an Arme, Wanderer u.
dgl., spendete so ein großes Almosen, gab die Freude am Besitz und die Freude an
den Lüsten auf und verließ die Stadt Amara. Ganz allein machte er sich im
Himalaya-Gebirge bei einem Berge namens Dhammaka (= „Wahrheitsberg“) eine
Einsiedelei. Er errichtete eine Blätterhütte und einen Wandelgang, der frei war
von den fünf hindernden Fehlern. Um sich die für die Erwerbung der
übernatürlichen Erkenntnisse notwendige Kraft, die auf den acht in den Worten
„Mit so beruhigtem Gemüt“ usw. [12] geschilderten Arten der Tatkraft beruht, zu
verschaffen, verzichtete er in dieser Einsiedelei auf seine mit den neun Fehlern
versehene Kleidung und zog sich ein mit den zwölf Vorzügen ausgestattetes
Bastgewand an: so betätigte er der Weisen Weltflucht. Nachdem er aber diese
Weltflucht betätigt, verließ er diese mit den acht Fehlern erfüllte Blätterhütte
und begab sich an den mit den zehn Vorzügen ausgestatteten Fuß eines Baumes; er
verzichtete auf jede Art von Getreide und nährte sich nur mehr von den von
selbst wachsenden Früchten. Indem er beim Sitzen, beim Stehen und beim
Umherwandeln ernstes Streben betätigte, wurde er schon innerhalb von sieben
Tagen der acht Vollkommenheiten und der fünf Erkenntnisse teilhaftig. So
erlangte er die Kraft der übernatürlichen Erkenntnis, wie er sie erstrebt hatte.
Als so der Asket Sumedha, nachdem er der Erkenntnisse Kraft erlangt, im Glück
der Erreichung seines Zieles lebte, erstand in der Welt ein Lehrer mit Namen
Dipamkara. Auch bei dessen Empfängnis, Geburt, Erlangung der Erkenntnis, und als
er das Rad der Lehre in Bewegung setzte, erzitterten die zehntausend Welten; sie
wankten, sie erbebten und ertönten laut. Die zwölf Vorzeichen wurden sichtbar
[siehe §92]. Der Asket Sumedha aber, der im Glück der Erreichung seines Zieles lebte,
hörte weder diesen Laut noch sah er diese Zeichen. Darum heißt es:
Zu dieser Zeit kam der mit den zehn Kräften ausgestattete
[22] Dipamkara,
umgeben von vierhunderttausend, die die Lüste aufgegeben hatten, während er der
Reihe nach umherwandelte, nach der Stadt Rammaka und weilte dort im großen
Kloster Sudassana. Als die Bewohner der Stadt Rammaka hörten: „Dipamkara, der
Herrscher der Asketen, hat, nachdem er die höchste vollständige Erleuchtung
erlangt und das Rad der herrlichen Lehre in Bewegung gesetzt hat, bei seinem
allmählichen Umherwandeln die Stadt Rammaka erreicht und wohnt in dem großen
Kloster Sudassana“, ließen sie zerlassene Butter, Butter und andere Heilmittel,
sowie Kleider und Decken mitnehmen und begaben sich mit wohlriechenden
Substanzen und Kränzen in der Hand dorthin, wo der Buddha, wo die Lehre, wo die
Gemeinde war [23], strebend, verlangend und begehrend zu dem Meister. — Nachdem
sie ihm gehuldigt und mit wohlriechenden Substanzen u. dgl. ihre Verehrung
bezeugt, setzten sie sich ihm zur Seite. Als sie dann seine Unterweisung
angehört, luden sie ihn für den morgigen Tag ein; dann erhoben sie sich von
ihrem Sitze und gingen wieder fort. Nachdem sie am nächsten Tage ein großes
Almosen zurechtgemacht und die Stadt geziert hatten, schmückten sie auch den
Weg, den der mit den zehn Kräften Ausgestattete kommen sollte. Auf die vom
Wasser zerrissenen Stellen warfen sie Erde, den Boden machten sie eben und
bestreuten ihn mit Sand, der die Farbe einer silbernen Schale hatte; geröstete
Getreidekörner und Blumen streuten sie aus, sie entfalteten Fahnen und Flaggen
aus mannigfach gefärbten Tüchern und stellten Bananen und Reihen von vollen
Wassertöpfen auf.
Zu dieser Zeit war der Asket Sumedha von seiner Einsiedelei aufgeflogen [24] und wandelte gerade über diesen Leuten her. Als er die Menschen so hocherfreut sah, dachte er: „Was ist wohl die Ursache davon?“; er stieg aus der Luft herab und fragte zu ihnen hinzutretend die Leute: „Holla, für wen schmückt ihr diesen Weg?“ Darum heißt es:
Die Leute erwiderten: „Ehrwürdiger Sumedha, weißt du nicht: Der mit den zehn
Kräften ausgestattete Dipamkara ist, nachdem er die völlige Erleuchtung erlangt
und das Rad der Lehre in Bewegung gesetzt hat, bei seinem Umherwandeln nach
unserer Stadt gelangt und wohnt im großen Kloster Sudassana. Wir luden diesen
Erhabenen ein; den Weg, den dieser Buddha, der Erhabene, kommen wird, schmücken
wir.“ Da dachte der Asket Sumedha: „Selbst das Wort ‘Buddha’ ist schwer zu
erlangen in der Welt; wie viel mehr erst das Auftreten eines Buddha? Auch mir
kommt es zu, mit diesen Leuten zusammen den Weg des mit den zehn Kräften
Ausgestatteten zu schmücken.“ Und er sprach zu den Leuten: „He, wenn ihr diesen
Weg für den Buddha schmückt, so gebt auch mir eine Gelegenheit dazu; auch ich
will mit euch zusammen den Weg schmücken.“ Sie gaben ihre Einwilligung. Da sie
wussten: „Der Asket Sumedha ist wunderkräftig“, dachten sie an die Stelle, die
vom Wasser zerrissen war, und gaben sie ihm mit den Worten: „Besorge du diese
Stelle.“ Voll Freude, die den Buddha zum Ausgangspunkt hatte, dachte jetzt
Sumedha: „Ich bin im Stande, diese Stelle durch meine Wunderkraft zu schmücken.
Wenn sie aber so geschmückt ist, wird sie mich dadurch nicht befriedigen; heute
kommt es mir zu, eine knechtische Arbeit zu verrichten.“ Er holte Sand herbei
und warf ihn auf diese Stelle.
Als er aber diese Stelle noch nicht instand gesetzt hatte, kam Dipamkara, der mit den zehn Kräften Ausgestattete, umgeben von vierhunderttausend, die die sechs Erkenntnisse besaßen und die Lüste aufgegeben hatten und die große Wunderkraft hatten, während Gottheiten ihm mit göttlichen Kränzen und Wohlgerüchen ihre Verehrung darbrachten und göttliche Lieder erschallten, während ihn auch die Menschen mit menschlichen Wohlgerüchen, Kränzen u. dgl. verehrten, mit unvergleichlicher Buddha-Anmut, einem in der Manosila-Ebene springenden Löwen gleichend, auf den geschmückten und hergerichteten Weg. Der Asket Sumedha öffnete seine Augen und betrachtete die Person des mit den zehn Kräften Ausgestatteten, die mit den zweiunddreißig Abzeichen eines großen Mannes geschmückt, mit den achtzig kleineren Auszeichnungen versehen in Klafter weit von Glanz umgeben war, die gleich mannigfachen Blitzen an der edelsteinfarbigen Fläche des Himmels, die alle außer der gewöhnlichen Zeit erscheinen, paarweise sechsfarbige Buddhastrahlen entsandte und die höchste Schönheit zeigte. Da dachte er: „Heute kommt es mir zu, für den mit den zehn Kräften Ausgestatteten mein Leben zu opfern.“ Weiter bedachte er: „Der Erhabene soll nicht in den Schmutz treten; wie wenn er über eine Edelsteinplatte dahinschreiten würde, soll er mit den vierhunderttausend, die die Lüste aufgegeben haben, dahingehen, indem er auf meinen Rücken tritt. Dies wird mir lange Zeit zu Glück und Heil gereichen.“ Er löste seine Haare, breitete sein Ziegenfell, seine Flechten und sein Bastgewand in dem schwarzfarbigen Schmutze aus und legte sich wie eine Edelsteinplatte auf den Schmutz. Darum heißt es:
Während er so im Schmutze lag, öffnete er abermals die Augen und gewahrte die
Buddha-Majestät des mit den zehn Kräften ausgestatteten Dipamkara. Da dachte er
folgendermaßen: „Wenn ich wünschte, nach Tilgung aller Lüste ein neues Mitglied
der Mönchsgemeinde zu werden, würde ich in die Stadt Ramma hineingehen. Ich habe
aber nicht nötig, in unkenntlich machendem Aussehen die Lüste zu tilgen und zum
Nirvana zu gelangen. Wie, wenn ich gleich dem mit den zehn Kräften
ausgestatteten Dipamkara, nachdem ich zur höchsten Erleuchtung gelangt, das
Wahrheitsschiff bestiege, dadurch viel Volks aus dem Ozean der Existenzen
[28]
rettete und dann erst zum völligen Nirvana einginge? Dies wäre für mich
passend.“ Nachdem er sodann die acht Tugenden [29] vereinigt, fasste er den
Entschluss, ein Buddha zu werden, und legte sich so nieder; darum heißt es:
Wodurch er aber nach der Buddhawürde strebte:
Als aber Dipamkara, der Erhabene, herbeikam und auf das Haupt des Asketen
Sumedha trat, da schlug er, als öffnete er ein Edelsteinfenster, seine mit den
fünf Arten der Anmut ausgestatteten Augen auf und sah den Asketen Sumedha auf
dem Schmutze liegen. Da dachte er: „Dieser Asket hat sich niedergelegt mit dem
Entschlusse, ein Buddha zu werden; wird nun sein Wunsch in Erfüllung gehen oder
nicht?“ Indem er seine Gedanken nach der Zukunft richtete und überlegte,
erkannte er: „Von jetzt an nach Ablauf von vier Asamkheyyas und dazu
hunderttausend Weltaltern wird er ein Buddha mit Namen Gotama werden.“ Und
während er noch so dastand, sprach er inmitten der Versammlung: „Seht ihr diesen
Asketen voll hohen Bußeifers auf dem Schmutze liegen?“ „Ja, ehrwürdiger Herr“,
antworteten sie. Darauf fuhr jener fort: „Dieser hat sich niedergelegt, weil er
den Entschluss zur Buddhawürde gefasst hat. Von jetzt an nach vier Asamkheyyas
und hunderttausend Weltaltern wird er ein Buddha mit Namen Gotama werden. In
dieser Existenz wird die Stadt Kapilavatthu sein Aufenthalt sein, die Fürstin
Maya seine Mutter, der König Suddhodana sein Vater, sein erster Schüler wird der
Thera Upatissa [34] sein, sein zweiter Schüler Kolita, der Diener des Buddha
Ananda, seine erste Schülerin die ehrwürdige Khema, seine zweite Schülerin die
ehrwürdige Uppalavanna. Wenn er zur Erkenntnisreife gekommen ist, wird er die
große Weltentsagung betätigen und ernstes Streben üben. Nachdem er dann Reisbrei
entgegengenommen und am Ufer der Neranjara verzehrt hat, wird er in den
Erleuchtungskreis [35] hinaufsteigen und am Fuße eines Assattha-Baumes die
völlige Erleuchtung erhalten.“ Darum heißt es:
Der Asket Sumedha dachte: „Mein Wunsch wird also in Erfüllung gehen“, und war
voll Freude. Als aber die Volksmenge das Wort des mit den zehn Kräften
ausgestatteten Dipamkara vernahm, dachte sie voll Entzücken: „Der Asket Sumedha
ist also ein Buddhakeim, ein Buddhasame.“ Folgendes war ihr Gedanke: „Wie ein
Mann, der einen Fluss überschreitet, wenn er an der gegenüber liegenden
Uferstelle nicht herauskommen kann, an einer weiter unterhalb gelegenen
Landestelle heraussteigt, ebenso wollen wir, wenn wir in der Lehre des mit den
zehn Kräften ausgestatteten Dipamkara die Frucht der Wege nicht erreichen
können, in der Zukunft, wenn du der Buddha bist, dann vor deinem Angesicht die
Frucht des Weges zu betätigen im Stande sein.“ Diesen Wunsch setzten sie fest.
Nachdem aber der mit den zehn Kräften ausgestattete Dipamkara den Bodhisattva
gepriesen hatte, brachte er ihm mit acht Handvoll Blumen seine Verehrung dar,
umwandelte ihn von rechts und ging fort. Auch die vierhunderttausend zählenden
Männer, die die Lüste aufgegeben hatten, verehrten den Bodhisattva mit
wohlriechenden Substanzen und Kränzen, umwandelten ihn von rechts und gingen
dann fort. Nachdem aber die Götter und die Menschen ihm gehuldigt und ihre
Verehrung bezeugt hatten, entfernten sie sich.
Als alle fortgegangen waren, erhob sich der Bodhisattva aus seiner liegenden Stellung; indem er dachte: „Ich will über die Vollkommenheiten nachdenken“, setzte er sich auf einen Blumenhaufen mit verschränkten Beinen nieder. Als so der Bodhisattva dasaß, versammelten sich die Gottheiten aller zehntausend Weltsysteme, bewillkommneten ihn und sagten: „Edler Büßer Sumedha, die Vorzeichen, welche bei den früheren Bodhisattvas sichtbar wurden, wenn sie sich mit untergeschlagenen Beinen niedersetzten, um über die Vollkommenheiten nachzudenken, diese sind alle auch heute offenbar geworden. Unzweifelhaft wirst du ein Buddha werden. Wir wissen dies: ‘Wem diese Vorzeichen erscheinen, der wird gewisslich ein Buddha.’ Mache deine Bemühung fest und beobachte sie!“ So priesen sie den Bodhisattva mit mancherlei Lobsprüchen. Darum heißt es:
Als der Bodhisattva das Wort des mit den zehn Kräften ausgestatteten Dipamkara
und das der Gottheiten aus den zehntausend Weltsystemen vernommen hatte, da
befestigte er noch mehr seinen Entschluss und er dachte: „Die Buddhas reden doch
nichts Unwahres; es gibt keine Änderung in der Rede der Buddhas. So fest und
bestimmt wie ein in die Luft geworfener Erdklumpen herab fällt, wie ein Geborenes
stirbt, wie nach dem Erscheinen der Morgenröte die Sonne aufgeht, wie ein seine
Höhle verlassender Löwe seinen Löwenschrei ausstößt, wie eine hochschwangere
Frau von ihrer Bürde befreit wird, ebenso gewiss und unfehlbar ist das Wort der
Buddhas. Gewiss werde ich ein Buddha werden.“ Darum heißt es:
Nachdem er so den Entschluss gefasst: „Gewiss werde ich ein Buddha werden“,
wollte er über die Tugenden, die einen Buddha bewirken, nachdenken und überlegte
daher: „Wo sind jetzt die Tugenden, die einen Buddha bewirken? Sind sie oben
oder unten, in den Haupthimmelsgegenden oder in den Nebenhimmelsgegenden?“
Während er so der Reihe nach den ganzen Umfang der Tugenden durchdachte, merkte
er, dass die früheren Buddhas als erstes die Vollendung im Spenden mit Eifer
betrieben hätten, und er ermahnte sich selbst folgendermaßen: „Du weiser Sumedha,
von jetzt an erfülle als erstes die Vollkommenheit im Spenden! Denn wie ein
umgedrehter Wassertopf restlos sein Wasser ausschüttet und es nicht wieder
aufnimmt, ebenso musst du, ohne auf Geld oder Ruhm oder Weib und Kinder oder
große und kleine Vorzüge zu achten, den Bittenden, die dir in den Weg kommen,
alles, um was sie nur bitten, restlos schenken. Dann setze dich an den Fuß des
Bodhi-Baumes und du wirst ein Buddha werden.“ So entschloss er sich zuerst fest
zu der Vollendung im Spenden. Darum heißt es:
Doch er dachte: „Dies können allein noch nicht die Buddhatugenden sein.“ Während
er weiter überlegte, erkannte er als zweites die Vollendung in der Tugend und es
kam ihm folgender Gedanke: „Du weiser Sumedha, erfülle von jetzt an die
Vollendung in der Tugend. Wie nämlich ein Yak-Ochse, ohne an sein Leben zu
denken, nur seinen Schweif behütet, so behüte du von jetzt an, ohne dein Leben
zu berücksichtigen, nur die Tugend und du wirst ein Buddha werden.“ So fasste er
den zweiten festen Entschluss zur Vollendung in der Tugend. Darum heißt es:
Während er aber dann noch weiter überlegte: „So wenige können nicht die Tugenden
sein, die einen Buddha bewirken“, erkannte er als drittes die Vollendung in der
Entsagung und er dachte: „Weiser Sumedha, erfülle du von jetzt ab die Vollendung
in der Entsagung! Denn wie ein Mann, der lange im Gefängnis weilt, nicht dazu
Liebe betätigt, sondern damit unzufrieden ist und nur wünscht, nicht dort zu
bleiben, ebenso richte du, indem du alle Existenzen Gefängnissen für gleich
erachtest, indem du unzufrieden bist mit jeder Existenz und dich davon befreien
willst, deinen Blick nur auf die Entsagung; so wirst du ein Buddha werden.“ So
fasste er den dritten festen Entschluss zur Vollendung in der Entsagung. Darum
heißt es:
Während er aber weiter überlegte: „Nicht so wenige nur können die Tugenden sein,
die einen Buddha bewirken“, erkannte er als viertes die Vollendung in der
Weisheit und er dachte: „Weiser Sumedha, von jetzt ab erfülle die Vollendung in
der Weisheit! Gehe zu niedrigen, zu mittleren, zu hohen Leuten, ohne jemand
auszuschließen, zu allen Weisen hin und richte Fragen an sie. Denn wie ein
Almosen erbettelnder Mönch zu niedrigen und hohen Familien, ohne jemand
auszunehmen, der Reihe nach hingeht und so rasch seine Nahrung erhält, ebenso
gehe du zu allen Weisen hin, richte Fragen an sie und du wirst ein Buddha
werden.“ So fasste er den vierten festen Entschluss zur Vollendung in der
Weisheit. Darum heißt es:
Während er aber weiter überlegte: „Nicht so wenige nur können die Tugenden sein,
die einen Buddha bewirken“, erkannte er als fünftes die Vollendung im
kraftvollen Streben und er dachte: „Weiser Sumedha, erfülle von jetzt ab die
Vollendung im kraftvollen Streben! Ebenso wie der Löwe, der König der Tiere, in
allen seinen Handlungen [44] stark an Kraft ist, so sei auch du in allen
Existenzen, in allen Handlungen stark an Kraft, nicht nachlassend in Kraft, und
du wirst ein Buddha werden.“ So fasste er den fünften Entschluss zur Vollendung
im kraftvollen Streben. Darum heißt es:
Während er aber weiter überlegte: „Nicht so wenige nur können die Tugenden sein,
die einen Buddha bewirken“, erkannte er als sechstes die Vollendung in der
Geduld und er dachte: „Weiser Sumedha, erfülle von jetzt ab die Vollendung in
der Geduld. Sei geduldig bei Ehrung und bei Missachtung! Gleichwie man auf die
Erde etwas Reines oder auch etwas Unreines wirft und die Erde dabei weder Liebe
noch Widerwillen verspürt, sondern es erträgt und aushält, ebenso sei .auch du
geduldig bei Ehrung und bei Missachtung, und du wirst ein Buddha werden.“ So
fasste er den sechsten Entschluss zur Vollendung in der Geduld. Darum heißt es:
Während er aber weiter überlegte: „Nicht so wenige nur können die Tugenden sein,
die einen Buddha bewirken“, erkannte er als siebentes die Vollendung in der
Wahrheit und er dachte: „Weiser Sumedha, erfülle von jetzt ab auch die
Vollendung in der Wahrheit! Auch wenn ein Blitz auf dein Haupt fällt, so sprich
doch nicht um des Geldes u. dgl. willen, aus Bevorzugung oder dgl. ein unwahres
Wort. Denn wie der Morgenstern in allen Jahreszeiten nicht seine Bahn verlässt
und nicht auf einer andern Bahn läuft, sondern immer nur der eigenen Bahn folgt,
ebenso verlasse auch du die Wahrheit nicht und sage keine Lüge; dann wirst du
ein Buddha werden.“ So fasste er den siebenten festen Entschluss zur Vollendung
in der Wahrheit. Darum heißt es:
Während er aber weiter überlegte: „Nicht so wenige nur können die Tugenden sein,
die einen Buddha bewirken“, erkannte er als achtes die Vollendung in der
Festigkeit und er dachte: „Weiser Sumedha, erfülle von jetzt an auch die
Vollendung in der Festigkeit. Wozu du dich entschlossen hast, bei diesem
Entschlüsse beharre unerschütterlich! Wie nämlich ein Berg, auch wenn ihn in
allen Himmelsrichtungen der Wind trifft, nicht zittert und nicht wankt, sondern
an seinem Platze stehen bleibt, so beharre auch du unerschütterlich bei deinem
Entschlüsse und du wirst ein Buddha werden.“ So fasste er den achten festen
Entschluss zur Vollendung in der Festigkeit. Darum heißt es:
Während er aber weiter überlegte: „Nicht so wenige nur können die Tugenden sein,
die einen Buddha bewirken“, erkannte er als neuntes die Vollendung in der Liebe
und er dachte: „Weiser Sumedha, erfülle von jetzt ab auch die Vollendung in der
Liebe! Zeige bei günstig Gesinnten und ungünstig Gesinnten immer dasselbe
Gefühl. Gleichwie das Wasser für schlechte Leute wie für gute seine Kühle in
ganz gleicher Weise spendet, ebenso sei auch du zu allen Wesen in Liebe einer
Gesinnung und du wirst ein Buddha werden.“ So fasste er den neunten festen
Entschluss zur Vollendung in der Liebe. Darum heißt es:
Während er aber weiter überlegte: „Nicht so wenige nur können die Tugenden sein,
die einen Buddha bewirken“, erkannte er als zehntes die Vollendung im Gleichmut
und er dachte: „Weiser Sumedha, erfülle von jetzt an auch die Vollendung in dem
Gleichmut! Sei im Glücke und auch im Unglück gleichmütig! Denn wie die Erde,
wenn etwas Reines oder auch Unreines auf sie geworfen wird, gleichmütig bleibt,
so sei auch du in Glück und Unglück gleichmütig und du wirst ein Buddha werden.“
So fasste er den zehnten festen Entschluss zur Vollendung im Gleichmut. Darum
heißt es:
Darauf dachte er: „In dieser Welt sind die Tugenden, die einen Buddha bewirken,
die von den Bodhisattvas erfüllt werden müssen und durch welche die Erleuchtung
zur Reife kommt, nur so viele. Außer den zehn Vollendungen gibt es keine
anderen. Auch diese zehn Vollendungen gibt es oben im Himmel nicht, unten auf
der Erde im Osten und in den anderen Himmelsgegenden gibt es sie auch nicht; nur
im Innern meines Herzens aber sind sie fest begründet.“ Als er so merkte, dass
sie im Innern seines Herzens fest begründet seien, fasste er zu ihnen allen den
festen Entschluss, sie zu betätigen, und ergriff sie immer wieder; vorwärts und
rückwärts ergriff er sie. Er fasste sie am Ende und gelangte so an den Anfang;
am Anfang fasste er sie und stellte sie so an das Ende [45]. In der Mitte fasste
er sie und beendigte sie nach beiden Seiten; auf beiden Seiten fasste er sie und
beendigte sie in der Mitte. „Das Aufgeben der Glieder, darin bestehen die
Vollendungen: das Aufgeben äußeren Besitzes, darin bestehen die kleineren
Vollendungen; das Aufgeben des Lebens, darin bestehen die höchsten
Vollendungen“; „zehn Vollendungen gibt es, zehn Nebenvollendungen, zehn höchste
Vollendungen“, so dachte er und ergriff sie, als wolle er doppeltes Öl
zusammengießen, als wolle er den großen Meru-Berg zu seinem Butterstößel machen
und damit den großen Ozean des Weltsystems umrühren. Während er aber die zehn
Vollendungen immer wieder erfasste, erzitterte in Folge seines Tugendglanzes
diese vier Nahutas [46] und hunderttausend Yojanas dicke große Erde gleich einem
Rohrbündel, auf das ein Elefant getreten, oder gleich einer in Bewegung
gesetzten Zuckermühle unter lautem Geräusch; sie wankte und erbebte; wie das Rad
eines Töpfers oder wie das Rad einer Ölmühle drehte sie sich um. Darum heißt es:
Als aber die große Erde erzitterte, vermochten die Bewohner der Stadt Ramma
nicht mehr, stehen zu bleiben, sondern sie fielen wie hohe Sala-Bäume, die von
dem Weltzerstörungswind getroffen wurden, alle ohnmächtig nieder. Die
Töpfergefäße von den Schüsseln angefangen drehten sich um, stießen aneinander
und wurden zu Staub zermalmt. Da ging die Volksmenge furchterfüllt zu dem
Meister [Buddha Dipamkara] hin und sprach: „Wie, Erhabener, ist diese Drehung von Nagas
verursacht oder ist es eine Umdrehung von irgendeinem der Geister, Dämonen oder
der Gottheiten? Wir wissen dies nämlich nicht; dazu ist auch diese ganze
Volksmenge bedrängt. Wird dies für diese Welt ein Übel sein oder ein Gut?
Erzählt uns dies!“ Als der Meister ihre Worte hörte, antwortete er: „Ihr
fürchtet euch nicht und bekümmert euch nicht! Von da aus entsteht für euch keine
Gefahr. Dieser weise Sumedha, zu dem ich sagte: ‘In Zukunft wirst du ein Buddha
namens Gotama sein’, dieser erfasst die Vollendungen. Da er die Vollendungen
erfasst und bewegt, erzittert und erdröhnt durch seinen Tugendglanz das ganze
System der zehntausend Welten mit einem Schlage.“ Darum heißt es:
Als die Volksmenge diese Worte des Vollendeten vernommen, war sie hocherfreut.
Mit Kränzen, wohlriechenden Substanzen und Salben verließ sie die Stadt Ramma
und ging zu dem Bodhisattva hin. Diesen verehrte sie mit den Kränzen usw.,
begrüßte ihn ehrfurchtsvoll, umwandelte ihn von rechts und kehrte dann wieder in
die Stadt Ramma zurück. Nachdem aber der Bodhisattva die zehn Vollendungen
erfasst und seinen Entschluss dazu festgesetzt hatte, erhob er sich von seinem
Sitze, den er eingenommen hatte. Darum heißt es:
Während aber der Bodhisattva sich von seinem Sitze erhob, verehrten ihn vereint
die Götter von allen zehntausend Weltsystemen mit göttlichen Kränzen und
Wohlgerüchen und sagten zu ihm: „Edler Büßer Sumedha, du hast heute zu den Füßen
des mit den zehn Kräften ausgestatteten Dipamkara einen großen Wunsch
ausgesprochen; dieser soll dir ununterbrochen in Erfüllung gehen. Habe keine
Furcht oder Bestürzung; deinen Körper soll auch keine noch so geringe Krankheit
befallen. Nachdem du rasch die Vollendungen erfüllt hast, erlange die völlige
Erleuchtung! Gleichwie die blütentragenden und die fruchttragenden Bäume zur
rechten Zeit blühen und Früchte bringen, ebenso erreiche auch du, ohne die Zeit
zu überschreiten, rasch die höchste Erleuchtung!“ Solche und ähnliche feierliche
Lobsprüche äußerten sie; nachdem sie aber diese geäußert hatten, gingen sie
wieder ein jeder an seinen Götterort. — Als der Bodhisattva so von den
Gottheiten gepriesen war, dachte er: „Ich werde die Vollendungen erfüllen und
dadurch am Ende von vier Asamkheyyas und hunderttausend Weltaltern der Buddha
werden.“ Nachdem er so seinen Entschluss fest beschlossen hatte, stieg er in die
Luft empor und begab sich in den Himalaya. Darum heißt es:
Nachdem aber die Bewohner der Stadt Ramma in ihre Stadt zurückgekehrt waren, spendeten sie der Mönchsgemeinde mit ihrem Haupte, dem Buddha, ein großes Almosen. Der Meister verkündigte ihnen die Lehre, befestigte eine große Menge in den drei Zuflüchten u. ä. und verließ dann wieder die Stadt Ramma. Solange er noch weiter am Leben blieb, betätigte er die Buddhapflichten und gelangte dann allmählich zu dem alle Lebensbedingungen restlos aufhebenden Nirvana. — Was da zu sagen ist, ist alles nach der Art, wie im Buddhavamsa ausgeführt, zu erfahren. Dort heißt es nämlich:
In der Zeit nach dem erhabenen Dipamkara aber erschien nach Ablauf eines
Asamkheyya ein Meister namens Kondanna. Auch dieser hatte drei Versammlungen von
Schülern; bei der ersten Versammlung waren hunderttausend Kotis [ein Koti sind
zehn Millionen], bei der
zweiten tausend Kotis, bei der dritten neunzig Kotis.
Damals war der Bodhisattva ein Weltherrscher namens Vijitavi; er spendete der hunderttausend Kotis zählenden Mönchsgemeinde, die den Buddha zu ihrem Haupte hatte, ein großes Almosen. Der Meister gab dem Bodhisattva den Bescheid: „Du wirst ein Buddha werden“, und unterwies ihn in der Wahrheit. Als dieser die Wahrheitsunterweisung des Meisters vernommen, legte er seine Herrschaft nieder und betätigte die Weltflucht. Er erlernte die drei Pitakas [61], erreichte die acht Vollendungen und die fünf Erkenntnisse und wurde, unablässig in Ekstase versunken, in der Brahma-Welt wiedergeboren.
Die Stadt des Buddha Kondanna aber hieß Rammavati, der Fürst Sunanda war sein Vater, die Fürstin Sujata seine Mutter, Bhadda und Subhadda waren seine ersten Schüler, Anuruddha hieß sein Aufwärter, Tissa und Upatissa waren seine ersten Schülerinnen, ein Salakalyani-Baum war sein Bodhi-Baum, achtundachtzig Ellen hoch war sein Körper, hunderttausend Jahre waren das Maß seines Lebens.
Nach dieser Zeit nach Ablauf eines Asamkheyya erstanden in einem Weltalter vier Buddhas: Mangala, Sumana, Revata und Sobhita. Der erhabene Mangala hatte drei Versammlungen von Schülern: bei der ersten von diesen Versammlungen waren hunderttausend Kotis Mönche, bei der zweiten tausend Kotis, bei der dritten neunzig Kotis. Sein Stiefbruder aber, der Prinz Ananda, ging mit einer neunzig Kotis zählenden Versammlung fort, um bei dem Meister die Wahrheit zu hören. Der Meister verkündete ihm der Reihe nach die Lehre; er aber erlangte mit seinem Gefolge die Heiligkeit nebst der Kenntnis der Unterscheidungen. Als der Meister den früheren Wandel dieser Söhne aus edler Familie betrachtete und bemerkte, dass ihnen eine durch Wunderkraft hergestellte Almosenschale und Gewandung eine Hilfe seien, streckte er die rechte Hand aus sprach: „Geht, ihr Mönche!“ In demselben Augenblick trugen sie alle die durch Wunderkraft hergestellte Almosenschale und Gewandung und waren voll edlen Anstandes wie Theras von sechzig Jahren; sie bezeigten dem Meister ihre Verehrung und stellten sich um ihn. Dies war die dritte Versammlung seiner Schüler. —
Während aber bei den übrigen Buddhas der Glanz ihres Körpers überall achtzig Ellen misst, war es bei diesem nicht so; der Körperglanz von diesem Erhabenen durchdrang beständig die zehntausend Welten. Die Bäume, die Erde, die Berge, das Meer u. dgl. waren ganz und gar mit Einschluss der Kochtöpfe usw. wie mit einer goldenen Schale bedeckt. Das Maß seines Alters aber waren neunzigtausend Jahre. So lange Zeit konnten Mond, Sonne und die anderen Gestirne durch ihren eigenen Glanz nicht leuchten; ein Unterschied von Nacht und Tag wurde nicht bemerkt. Bei Tage wandelten alle Wesen in dem Lichte des Buddha wie in dem Sonnenlichte; am Abend merkte die Welt nur am Aufblühen der Lotosblumen und am Morgen nur an dem Geschrei der Vögel usw. den Unterschied von Nacht und Tag. —
„Warum aber haben die anderen Buddhas diese Macht nicht?“, könnte man fragen. Diese fehlt ihnen nicht; wenn sie danach begehrten, könnten auch sie die zehntausend Welten und noch mehr als dies mit ihrem Glanz durchdringen. Bei dem erhabenen Mangala aber durchdrang infolge eines früheren Wunsches, wie bei den anderen ein Klafter weit der Glanz seines Körpers beständig die ganzen zehntausend Welten. Als dieser nämlich noch als Bodhisattva wandelte, wohnte er, während er eine dem Vessantara [Jataka 547] ähnliche Existenz durchlebte, mit Weib und Kind auf einem dem Vamka-Berge ähnlichen Berg. Als nun ein Dämon namens Kharadathika von dem Wunsche des großen Mannes, Almosen zu spenden, hörte, ging er wie ein Brahmane aussehend zu dem großen Wesen hin und bat ihn um seine zwei Kinder. Das große Wesen antwortete: „Ich schenke dem Brahmanen die beiden Kinder“, und gab ihm erfreut und entzückt die beiden Kinder, wobei er die vom Wasser begrenzte Erde zum Erzittern brachte. Der Dämon stellte sich am Ende des Wandelganges neben die Lehnbank und fraß vor den Augen des großen Wesens die Kinder auf wie ein Bündel Wurzeln. Als das große Wesen den Dämon betrachtete und sah, wie sein Mund, als er ihn kaum geöffnet hatte, einen Blutstrom wie Feuerflammen von sich gab, stieg doch in ihm nicht so viel wie eine Haaresspitze Kummer auf; sondern er bedachte: „Gut gespendet fürwahr ist die Gabe“, und dabei erwuchs in ihm große Freude und Befriedigung. Er sprach folgenden Wunsch aus: „Durch die Frucht dieses Almosens sollen in Zukunft auf diese Weise Strahlen hervorkommen.“ Infolge dieses Wunsches kamen aus dem Körper von ihm, als er Buddha geworden war, Strahlen hervor und durchdrangen einen solchen Raum. —
Noch ein anderes gutes Werk hatte er in einer früheren Existenz geübt. Zur Zeit nämlich, da er Bodhisattva war, sah er den Reliquienschrein eines Buddha und dachte: „Es kommt mir zu, für diesen Buddha mein Leben zu opfern“; er umkleidete seinen ganzen Körper derart, wie man einen Lampenstab umkleidet, füllte eine mit Edelsteinknöpfen besetzte Goldschale, die hunderttausend wert war, mit zerlassener Butter, entzündete in ihr tausend Dochte und nahm sie auf sein Haupt, so dass sie seinen ganzen Körper entzündete. So verbrachte er die ganze Nacht, indem er dabei den Reliquienschrein von rechts umwandelte. Während er sich aber so bis Sonnenaufgang anstrengte, erfasste die Hitze nicht einmal die Spitze seines Haares; es war, als sei er in das Innere einer Lotospflanze hineingegangen. Die Tugend nämlich beschützt den, der sie bewahrt; darum sprach der Erhabene:
Durch die Frucht dieser Tat durchdrang der Körperglanz dieses Erhabenen
beständig die zehntausend Welten. —
Damals war unser Bodhisattva ein Brahmane namens Suruci. Dieser ging zu dem Meister hin, um ihn einzuladen. Als er seine Predigt angehört, sagte er: „Morgen, Herr, nehmt mein Almosen in Empfang!“ Der Meister entgegnete: „Brahmane, wie viel Mönche verlangst du?“ Jener versetzte: „Herr, wie viel sind die Mönche, die Euch umgeben?“ Damals war dies die erste Versammlung des Meisters; darum antwortete er: „Hunderttausend Kotis.“ Darauf erwiderte Suruci: „Herr, nehmt mit all diesen Mönchen in meinem Hause das Almosen an!“ Der Meister gewährte dies. Nachdem ihn der Brahmane für morgen eingeladen, dachte er, während er nach Hause ging, bei sich folgendes: „Ich kann sehr wohl so vielen Mönchen Reisschleim, Brei, Kleider u. dgl. geben; wie wird aber ein Ort zustande kommen, wo sie sitzen können?“ Dieser sein Gedanke machte den mit gelben Tüchern bedeckten Sitz des Götterfürsten heiß, der vierundachtzigtausend Yojanas von ihm entfernt war. Als nun Sakka mit seinem göttlichen Auge schaute, wer ihn wohl von dieser Stelle vertreiben wolle [64], sah er den großen Mann und dachte: „Der Brahmane Suruci hat die Mönchsgemeinde mit Buddha, ihrem Haupte, eingeladen und sinnt nach über die Möglichkeit, sie zu setzen. Mir ziemt es, auch dorthin zu gehen und einen Teil dieses guten Werkes zu gewinnen.“
Er gab sich das Aussehen eines Zimmermannes und wurde mit Axt und Beil in der Hand vor dem großen Wesen sichtbar; dieses fragte er: „Gibt es etwas für Lohn zu tun?“ Als ihn der große Mann sah, sagte er: „Welche Arbeit willst du verrichten?“ Der Gott antwortete: „Es gibt ja keine Kunst, die ich nicht verstehe; wer sich ein Haus oder einen Pavillon machen lässt, dem verstehe ich es zu machen.“ „Danach habe ich gerade Bedarf.“ „Wie, Edler?“ „Für morgen sind von mir hunderttausend Kotis Mönche eingeladen; kannst du für diese eine Sitzgelegenheit machen?“ „Ich würde es machen, wenn Ihr mir Lohn dafür geben könnt.“ „Ich werde es können, Lieber.“ „Gut, ich werde es machen“, versetzte der Gott und schaute sich nach einem Platze um. Ein zwölf oder dreizehn Yojanas großer Platz war ganz eben wie ein Ekstasekreis. Da dachte jener: „An einem so großen Platze soll sich ein aus den sieben Arten der Kostbarkeiten bestehender Pavillon erheben“, und blickte hin; sogleich öffnete sich die Erde und es erstand ein Pavillon. An dessen goldenen Säulen waren silberne Knäufe, an den silbernen Säulen waren goldene Knäufe, an den Edelsteinsäulen waren Korallenknäufe, an den Korallensäulen waren Edelsteinknäufe, an den aus den sieben Arten der Kostbarkeiten gemachten Säulen waren auch Knäufe aus den sieben Arten der Kostbarkeiten. Darauf dachte er: „Im Innern des Pavillons soll ein Glöckchennetz herabhängen“, und schaute hin. Sobald er hinschaute, hing auch schon das Netz herab, von dem, wenn es von sanftem Winde bewegt wurde, ein süßer Klang ausging wie von fünffachen Instrumenten. Es war, als erschöllen himmlische Harmonien. Dann dachte Sakka weiter: „Im Innern sollen Girlanden von wohlriechenden Stoffen und Girlanden von Kränzen herabhängen“; da hingen die Girlanden herunter. Er dachte: „Für die hunderttausend Kotis zählenden Mönche sollen Sitze und Stützen die Erde durchbrechen und sich erheben“; sogleich erhoben sie sich. „In jeder Ecke sollen Wassergefäße hervorkommen“; da kamen die Wassergefäße hervor.
Nachdem er dies Ganze erschaffen hatte, ging er zu dem Brahmanen hin und sagte zu ihm: „Gehe, Brahmane, betrachte deinen Pavillon und gib mir meinen Lohn!“ Der große Mann ging hin und betrachtete den Pavillon; während er aber den Pavillon betrachtete, wurde sein ganzer Körper ununterbrochen mit fünffacher Freude durchdrungen. Während er nun den Pavillon betrachtete, dachte er: „Dieser Pavillon ist nicht von einem menschlichen Wesen gemacht. Infolge meines Wunsches und meiner Tugend wurde sicherlich Sakkas Palast heiß; darauf wird der Götterkönig Sakka diesen Pavillon angefertigt haben. Es ist aber für mich nicht geziemend, in einem solchen Pavillon nur einen einzigen Tag Almosen zu spenden; sieben Tage lang will ich spenden.“ —
Eine äußere Gabe aber, wie groß sie auch sei, kann den Bodhisattvas keine Befriedigung gewähren; sondern wenn sie ihr geschmücktes Haupt abschlagen oder ihre gesalbten Augen herausreißen oder ihr Herzfleisch heraus graben und herschenken, dann gibt es für die Bodhisattvas eine Befriedigung wegen ihrer Aufopferung. Auch für unsern Bodhisattva konnte, als er im Sivi-Jataka [Jataka 499] täglich fünf Scheffel Kahapanas herschenkte und an den vier Toren und in der Mitte der Stadt seine Almosen spendete, diese Gabe ihm nicht die Befriedigung der Aufopferung verschaffen. Als aber der Götterkönig Sakka im Aussehen eines Brahmanen zu ihm kam und ihn um seine Augen bat, da riss er sie sich aus und schenkte sie her und daraus erstand ihm Heiterkeit; um kein Haar breit war sein Herz dadurch anders gesinnt. So besteht im Almosen Spenden für die Bodhisattvas keine Ersättigung. —
Darum dachte der große Mann: „Es ziemt sich für mich, sieben Tage lang den hunderttausend Kotis zählenden Mönchen Almosen zu spenden“; er ließ sie in diesem Pavillon sich niedersetzen und spendete ihnen sieben Tage lang das sogenannte Kuhtrank-Almosen [66]. Menschen allein aber waren nicht im Stande, sie zu bedienen, sondern Götter kamen auch dazu und bedienten jene. Es konnte aber selbst der zwölf oder dreizehn Yojanas messende Platz die Mönche nicht fassen; die Mönche aber setzten sich doch infolge ihrer Wunderkraft nieder. Am letzten Tage ließ er für alle Mönche die Almosenschalen waschen und sie zu Heilzwecken mit zerlassener Butter, frischer Butter, Honig, Zucker u. dgl. anfüllen; diese gab er ihnen zugleich mit den drei Gewändern [67]. Die von einem Mönche oder einem Novizen der Mönchsgemeinde erhaltenen Gewänder und Kleider waren hunderttausend wert. Als der Meister seine Danksagung machte, überlegte er: „Dieser Mann hat eine solche Gabe gespendet; was wird er wohl werden?“ Da merkte er: „In Zukunft, am Ende von zwei Asamkheyyas und hunderttausend Weltaltern wird er ein Buddha namens Gotama werden“, und sprach zu dem großen Manne: „Du wirst nach Ablauf von so viel Zeit ein Buddha namens Gotama werden.“ Als der große Mann diesen Bescheid vernommen, dachte er: „Ich werde also ein Buddha werden! Was brauche ich das Leben im Hause? Ich werde die Weltflucht betätigen.“ Er gab eine solche Glücksfülle wie einen Speichelklumpen auf und betätigte bei dem Meister die Weltflucht. Nachdem er aber die Welt verlassen, erlernte er das Buddhawort, erlangte die Erkenntnisse und die Vollendungen und wurde am Ende seines Lebens in der Brahma-Welt wiedergeboren. —
Die Stadt des Buddha Mangala aber hieß Uttara; auch sein Vater hieß der Fürst Uttara, seine Mutter hieß die Fürstin Uttarā, Sudeva und Dhammasena waren seine beiden ersten Schüler, Palita war sein Aufwärter, Sivali und Asoka waren seine ersten Schülerinnen, ein Naga-Baum [der Eisenholzbaum, Mesua roxburghii] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundachtzig Ellen hoch. Als er nach einem Leben von neunzigtausend Jahren zum völligen Nirvana einging, wurden auf einen Schlag alle zehntausend Weltsysteme finster; in allen Weltsystemen entstand bei den Menschen großes Weinen und Klagen.
Nachdem so der Erhabene unter Verfinsterung der zehntausend Welten zum völligen Nirvana eingegangen war, erstand ein Meister namens Sumana. Auch dieser hatte drei Versammlungen von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren hunderttausend Kotis Mönche, bei der zweiten auf dem Kancana-Berge waren es neunzigmal hunderttausend Kotis, bei der dritten achtzigmal hunderttausend Kotis.
Damals war das große Wesen ein Naga-König namens Atula, von großer Wunderkraft und Macht. Als dieser hörte: „Ein Buddha ist erstanden“, verließ er, von der Schar seiner Verwandten umgeben; sein Naga-Reich und bereitete diesem von hunderttausend Kotis umgebenen Erhabenen mit himmlischen Instrumenten Ehrung. Nachdem er ein großes Almosen gespendet und jedem ein Gewänderpaar geschenkt hatte, befestigte er sich in den Zufluchten [69]. Auch ihm erwiderte der Meister: „In der Zukunft wirst du ein Buddha werden.“
Von diesem Erhabenen hieß die Stadt Khema, der König Sudatta war sein Vater, Sirima hieß seine Mutter, Sarana und Bhavitatta waren seine ersten Schüler, Udana hieß sein Aufwärter, Sona und Upasona waren seine ersten Schülerinnen, ein Naga-Baum war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war neunzig Ellen hoch, neunzigtausend Jahre dauerte sein Leben.
Nach dessen Zeit entstand ein Meister namens Revata. Auch dieser hatte drei Versammlungen: bei der ersten Versammlung konnte man die Leute nicht zählen, bei der zweiten waren es hunderttausend Kotis Mönche, ebenso viele bei der dritten.
Damals war der Bodhisattva ein Brahmane namens Atideva. Als er die Predigt des Meisters vernommen und sich in den Zuflüchten befestigt hatte, legte er die gefalteten Hände auf sein Haupt, pries die Lustentsagung dieses Meisters und verehrte ihn durch Schenkung eines Obergewandes. Auch dieser antwortete ihm: „Du wirst ein Buddha werden.“
Von diesem Erhabenen aber hieß die Stadt Sudhannavati, sein Vater war der Fürst Vipula, seine Mutter hieß Vipula, Varuna und Brahmadeva waren seine ersten Schüler, Sambhava hieß sein Aufwärter, Bhadda und Subhadda waren seine ersten Schülerinnen, ein Naga-Baum war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtzig Ellen hoch, sein Alter war sechzigtausend Jahre.
Nach dessen Zeit erstand ein Meister namens Sobhita. Auch dieser hatte drei Versammlungen von Schülern: bei der ersten Versammlung waren tausend Millionen Mönche, bei der zweiten neunhundert Millionen, bei der dritten achthundert Millionen.
Damals war der Bodhisattva ein Brahmane namens Ajita. Als er des Meisters Predigt vernommen und sich in den Zuflüchten befestigt hatte, gab er der Mönchsgemeinde, die den Buddha zum Haupte hatte, ein großes Almosen. Auch dieser antwortete ihm: „Du wirst ein Buddha werden.“
Von diesem Erhabenen aber hieß die Stadt Sudhamma, sein Vater war der König Sudhamma, auch seine Mutter hieß Sudhamma, Asama und Sunetta waren seine ersten Schüler, Anoma hieß sein Aufwärter, Nakula und Sujata waren seine ersten Schülerinnen, ein Naga-Baum war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundfünfzig Ellen hoch, neunzigtausend Jahre das Maß seines Alters.
Nach dessen Zeit wurden nach Ablauf eines Asamkheyya in einem Weltalter drei Buddhas wiedergeboren: Anomadassi, Paduma und Narada. Der Buddha Anomadassi hatte drei Versammlungen von Schülern: bei der ersten waren achthunderttausend Mönche, bei der zweiten siebenhunderttausend, bei der dritten sechshunderttausend.
Damals war der Bodhisattva ein Dämonen-Heerführer von großer Wunderkraft und Macht, der Anführer vieler hunderttausend Kotis von Dämonen. Als dieser hörte: „Ein Buddha ist gekommen“, kam er herbei und spendete der Gemeinde mit Buddha, ihrem Haupte, ein großes Almosen. Auch ihm antwortete der Meister: „Du wirst ein Buddha werden.“
Die Stadt des Buddha Anomadassi aber hieß Candavati, der König Yasava war sein Vater, Yasodhara hieß seine Mutter, Nisabha und Anoma waren seine ersten Schüler, Varuna hieß sein Aufwärter, Sundari und Sumana waren seine ersten Schülerinnen, ein Ajjuna-Baum [der Baum Terminalia arjuna] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundfünfzig Ellen hoch, hunderttausend Jahre betrug sein Alter.
Nach dessen Zeit kam ein Meister namens Paduma. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren es hunderttausend Kotis von Mönchen, bei der zweiten dreihunderttausend, bei der dritten waren es in einem dorflosen Walde von Mönchen, die in einem großen Gehölz wohnten, zweihunderttausend.
Während damals der Vollendete in diesem Walde wohnte, war der Bodhisattva ein Löwe. Als er dort den Meister in höchster Ekstase versunken sah, bezeigte er ihm mit gläubigem Herzen seine Verehrung und umwandelte ihn von rechts. Von Freude und Entzücken erfüllt stieß er dreimal den Löwenruf aus; sieben Tage lang gab er die auf dem Buddha beruhende Freude nicht auf. Im Glücke dieser Freude ging er nicht fort, um sich Nahrung zu suchen, sondern indem er sein Leben zum Opfer brachte, blieb er dort stehen und diente ihm. Als der Meister nach sieben Tagen sich aus der Ekstase erhob und den Löwen erblickte, dachte er: „Sein Herz wird auch an der Mönchsgemeinde Gefallen finden, er wird auch der Mönchsgemeinde seine Verehrung bezeigen.“ Und er dachte: „Die Mönchsgemeinde soll kommen!“
Sogleich kamen die Mönche; der Löwe befriedigte sein Herz auch an der Mönchsgemeinde. Als der Meister dessen Gesinnung erkannte, gab er ihm den Bescheid: „In Zukunft wird er ein Buddha werden.“
Die Stadt des Buddha Paduma aber hieß Campaka, der König Paduma war sein Vater, seine Mutter hieß Asama, Sala und Upasala waren seine ersten Diener, Varuna hieß sein Aufwärter, Rama und Uparama waren seine ersten Dienerinnen, ein Sona-Baum [Sona ist wohl dasselbe wie Sonaka (skr. sonaka), der Baum Calosanthes indica] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundfünfzig Ellen hoch, sein Alter betrug hunderttausend Jahre.
Nach dessen Zeit kam der Meister Narada. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern; bei der ersten Zusammenkunft waren hunderttausend Kotis von Mönchen, bei der zweiten neun Millionen Kotis, bei der dritten acht Millionen Kotis.
Damals hatte der Bodhisattva der Weisen Weltflucht betätigt und war der fünf Erkenntnisse und der acht Vollendungen teilhaftig geworden. Der Gemeinde, die den Buddha zum Haupte hatte, spendete er ein großes Almosen und brachte mit rotem Sandelpulver seine Verehrung dar. Auch jener antwortete ihm: „In Zukunft wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Dhannavati, der Fürst Sumedha war sein Vater, Anoma hieß seine Mutter, Bhaddasala und Jitamitta waren seine ersten Schüler, Vasettha hieß sein Aufwärter, Uttara und Phagguni waren seine ersten Schülerinnen, ein großer Sona-Baum war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundachtzig Ellen hoch, sein Alter betrug neunzigtausend Jahre.
Nach der Zeit des Buddha Narada, von jetzt an vor hunderttausend Weltaltern, erschien in einem Weltalter nur ein einziger Buddha mit Namen Padumuttara. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten waren hunderttausend Kotis Mönche, bei der zweiten auf dem Berge Vebhara neunzigtausend Kotis, bei der dritten achtzigtausend Kotis.
Damals war der Bodhisattva ein Maharatthiya [73] namens Jatila und spendete der Gemeinde, die den Buddha zum Haupte hatte, ein Gewand als Geschenk. Auch jener antwortete ihm: „In Zukunft wirst du ein Buddha werden.“
Zur Zeit des Buddha Padumuttara aber gab es Irrlehrer; alle Götter und Menschen jedoch nahmen nur ihre Zuflucht zu dem Buddha. Dessen Stadt hieß Hamsavati, sein Vater war der Fürst Ananda, seine Mutter hieß Sujata, Devala und Sujata waren seine ersten Schüler, Sumana hieß sein Aufwärter, Amita und Asama waren seine ersten Schülerinnen, ein Sala-Baum [der Baum Shorea robusta] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundachtzig Ellen hoch, der Glanz seines Körpers umfasste nach allen Seiten zwölf Yojanas, sein Alter betrug hunderttausend Jahre.
Nach dessen Zeit wurden nach Ablauf von dreißigtausend Weltaltern in einem Weltalter zwei Buddhas wiedergeboren, Sumedha und Sujata. Auch Sumedha hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft in der Stadt Sudassana waren tausend Millionen, die die Lüste abgelegt hatten, bei der zweiten neunhundert Millionen, bei der dritten achthundert Millionen.
Damals war der Bodhisattva ein junger Brahmane namens Uttara. Dieser gab das Geld, das er aufgehoben hatte, achthundert Millionen aus und spendete damit der Gemeinde, die den Buddha zum Haupte hatte, ein großes Almosen. Nachdem er die Predigt angehört und sich in den Zuflüchten befestigt hatte, ging er fort und betätigte die Weltflucht. Auch jener antwortete ihm: „In Zukunft wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt des Buddha Sumedha hieß Sudassana, der König Sudatta war sein Vater, auch seine Mutter hieß Sudatta, Sarana und Sabbakama waren seine ersten Schüler, Sagara hieß sein Aufwärter, Rama und Surama waren seine ersten Schülerinnen, ein großer Nipa-Baum [der Baum Nauclea cadamb] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundachtzig Ellen hoch, sein Alter betrug neunzigtausend Jahre.
Nach dessen Zeit erschien ein Meister namens Sujata. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren sechzigtausend Mönche, bei der zweiten fünfzigtausend, bei der dritten vierzigtausend.
Damals war der Bodhisattva ein weltbeherrschender König. Als er hörte, ein Buddha sei erstanden, suchte er ihn auf, hörte seine Predigt an und schenkte der Gemeinde mit dem Buddha, ihrem Haupte, neben den sieben Arten der Kostbarkeiten die Herrschaft über die vier Erdteile; darauf betätigte er bei dem Meister die Weltflucht. Alle Bewohner des Landes ergriffen die Gelegenheit, dass der Buddha in ihr Land gekommen war; sie besorgten die Arbeiten für die Einsiedelei und spendeten der Gemeinde mit dem Buddha, ihrem Haupte, beständig große Almosen. Auch ihm gab der Meister diese Auskunft [nämlich, dass er ein Buddha werden würde].
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Sumangala, der König Uggata war sein Vater, Pabhavati hieß seine Mutter, Sudassana und Deva waren seine ersten Schüler, Narada hieß sein Aufwärter, Naga und Nagasamala waren seine ersten Schülerinnen, ein großer Bambusbaum war sein Erkenntnisbaum. Dieser hatte nur kleine Löcher und einen festen Stamm; mit seinen oberen großen Zweigen erglänzte er wie ein Bündel Pfauenfedern. Der Körper dieses Erhabenen war fünfzig Ellen hoch, sein Alter betrug neunzigtausend Jahre.
Nach dessen Zeit, vor achtzehnhundert Weltaltern von jetzt aus [78] wurden in einem Weltalter drei Buddhas wiedergeboren, Piyadassi [der das Liebe Zeigende], Atthadassi [der den Nutzen Zeigende] und Dhammadassi [der die Wahrheit Zeigende]. Auch Piyadassi hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten waren hunderttausend Kotis Mönche, bei der zweiten neunzig Kotis, bei der dritten achtzig Kotis.
Damals war der Bodhisattva ein junger Brahmane, der die Vollendung in den drei Veden erreicht hatte. Als er die Predigt des Meisters angehört, ließ er unter Aufwendung von hunderttausend Kotis Gold eine Einsiedelei für die Mönchsgemeinde herstellen und befestigte sich in den Zuflüchten und in den Geboten. Ihm gab der Meister den Bescheid: „Nach Ablauf von achtzehnhundert Weltaltern wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Anoma, sein Vater war der König Sudinna, seine Mutter hieß Canda, Palita und Sabbadassi waren seine ersten Schüler, Sobhita hieß sein Aufwärter, Sujata und Dhammadinna waren seine ersten Schülerinnen, ein Piyangu-Baum [die Pflanze Panicum italicum] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtzig Ellen hoch, sein Alter betrug neunzigtausend Jahre.
Nach dessen Zeit erschien ein Meister namens Atthadassi. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten waren achtundneunzigmal hunderttausend Mönche, bei der zweiten achtundachtzigmal hunderttausend, ebenso viele bei der dritten.
Damals war der Bodhisattva ein Asket von großer Wunderkraft namens Susima; dieser brachte aus der Götterwelt einen Sonnenschirm aus Mandarava-Blumen [die Blume Erythrina fulgens] herbei und verehrte damit den Meister. Auch dieser gab ihm diesen Bescheid.
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Sobhita, der König Sagara war sein Vater, Sudassana hieß seine Mutter, Santa und Upasanta waren seine ersten Schüler, Abhaya hieß sein Aufwärter, Dhamma und Sudhamma waren seine ersten Schülerinnen, ein Campaka-Baum [der Baum Michelia champaca] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtzig Ellen hoch, der Glanz seines Körpers war beständig nach allen Seiten hin auf die Entfernung eines Yojana verbreitet, sein Alter betrug hunderttausend Jahre.
Nach dessen Zeit trat ein Meister namens Dhammadassi auf. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten waren es tausend Millionen Mönche, bei der zweiten siebenhundert Millionen, bei der dritten achthundert Millionen.
Damals war der Bodhisattva der Götterkönig Sakka und brachte jenem mit göttlichen wohlriechenden Blumen und mit göttlichen Instrumenten seine Verehrung dar. Auch dieser gab ihm diesen Bescheid.
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Sarana; sein Vater war der König Sarana, seine Mutter hieß Sunanda, Paduma und Phussadeva waren seine ersten Schüler, Sunetta hieß sein Aufwärter, Khema und Sabbanama waren seine ersten Schülerinnen, ein roter Kuravaka-Baum war sein Erkenntnisbaum; man nennt ihn auch Bimbijala [der Baum Momordica monadelpha]. Sein Körper war achtzig Ellen hoch, sein Alter betrug hunderttausend Jahre.
Nach dessen Zeit, vor vierundneunzig Weltaltern von jetzt aus erschien in einem Weltalter ein einziger Buddha namens Siddhattha [der Vorname Buddhas in seinem weltlichen Leben]. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren es hunderttausend Kotis von Mönchen, bei der zweiten neunzig Kotis, bei der dritten achtzig Kotis.
Damals war der Bodhisattva ein Asket von hohem Glanze mit Namen Mangala, der mit der Kraft der Erkenntnis ausgestattet war. Er brachte eine große Jambu-Frucht herbei [Jambu ist der Rosenapfelbaum, Eugenia jambu] und schenkte sie dem Vollendeten. Nachdem der Meister diese Frucht verzehrt hatte, antwortete er dem Bodhisattva: „Nach Ablauf von vierundneunzig Weltaltern wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Vebhara, sein Vater war der König Jayasena, seine Mutter hieß Suphassa, Sambala und Sumitta waren seine ersten Schüler, Revata hieß sein Aufwärter, Sivali und Surama waren seine ersten Schülerinnen, ein Kanikara-Baum [der Baum Pterospermum acerifolium] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war sechzig Ellen hoch, hunderttausend Jahre betrug sein Alter.
Nach dessen Zeit, vor zweiundneunzig Weltaltern von jetzt an, wurden in einem Weltalter zwei Buddhas wiedergeboren, Tissa und Phussa. Der Buddha Tissa hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren es hundert Kotis Mönche, bei der zweiten neunzig Kotis, bei der dritten achtzig Kotis.
Damals war der Bodhisattva ein sehr reicher, hochberühmter Edler namens Sujata; dieser betätigte der Weisen Weltflucht und gelangte zu großer Wunderkraft. Als er hörte, ein Buddha sei erschienen, nahm er eine Mandarava-Lotosblume und Paricchattaka-Blumen [der Korallenbaum, Erythmia indica] und brachte damit dem inmitten der vierfachen Versammlung [Mönchen, Nonnen, Laienbrüdern und Laienschwestern] gehenden Vollendeten seine Verehrung dar; in der Luft machte er ein Blumendach. Auch ihm antwortete der Meister: „Im zweiundneunzigsten Weltalter von jetzt an wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Khema, sein Vater war der Fürst Janasandha, seine Mutter hieß Paduma, Brahmadeva und Udaya waren seine ersten Schüler, ein Asana-Baum [der Baum Terminalia atata tomentosa] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war sechzig Ellen hoch, sein Alter betrug hunderttausend Jahre.
Nach dessen Zeit erschien ein Meister namens Phussa. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren sechs Millionen Mönche, bei der zweiten fünf Millionen, bei der dritten drei Millionen zweihunderttausend.
Damals war der Bodhisattva ein Fürst namens Vijitavi; dieser ließ sein großes Reich im Stich und betätigte bei dem Meister die Weltflucht. Nachdem er die drei Pitakas erlernt hatte, predigte er einer großen Volksmenge die Lehre und erreichte die Vollendung in der Tugend. Auch dieser Buddha gab ihm dieselbe Antwort.
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Kasi, der König Jayasena war sein Vater, Sirima hieß seine Mutter, Surakkhita und Dhammasena waren seine ersten Schüler, Sabhiya hieß sein Aufwärter, Cala und Upacala waren seine ersten Schülerinnen, ein Amalaka-Baum [eine Myrobolanen-Art, Phyllanthus emblica] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war achtundfünfzig Ellen hoch, sein Alter betrug neunzigtausend Jahre.
Nach dessen Zeit, im einundneunzigsten Weltalter von jetzt an, erschien ein Buddha namens Vipassi. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern; bei der ersten Zusammenkunft waren sechs Millionen achthunderttausend Mönche, bei der zweiten einhunderttausend, bei der dritten achtzigtausend.
Damals war der Bodhisattva ein Naga-König namens Atula, groß von Wunderkraft und Macht; dieser schenkte dem Erhabenen einen aus Gold gemachten Sessel, welcher mit den sieben Arten der Kostbarkeiten verziert war. Auch dieser gab ihm den Bescheid: „Im einundneunzigsten Weltalter von jetzt an wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Bandhumati, der König Bandhuma war sein Vater, Bandhumati hieß seine Mutter, Khanda und Tissa waren seine ersten Schüler, Asoka hieß sein Aufwärter, Canda und Candamitta waren seine ersten Schülerinnen, ein Patali-Baum [der Trompetenbaum, Bignonia suaveodens] war sein Erkenntnisbaum , sein Körper war achtzig Ellen hoch, der Glanz von seinem Körper durchdrang beständig sieben Yojanas, sein Alter betrug achtzigtausend Jahre.
§241. „Nach Phussa als der Sambuddha,
als höchster unter allen Menschen
ein Mann mit Namen Vipassi
kam auf die Welt, der Einsichtsvolle.“ —
Nach dessen Zeit, im einunddreißigsten Weltalter von jetzt aus, waren zwei Buddhas, Sikhi und Vessabhu. Auch Sikhi hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren hunderttausend Mönche, bei der zweiten achtzigtausend, bei der dritten siebzigtausend.
Damals war der Bodhisattva ein König namens Arindama. Er spendete der Gemeinde, die den Buddha zu ihrem Haupte hatte, ein großes Almosen samt Gewändern; auch schenkte er einen mit den sieben Arten der Kostbarkeiten geschmückten kostbaren Elefanten und gab dazu eine Menge Zaumzeug nach dem Maße des Elefanten. Auch dieser gab ihm den Bescheid: „Von jetzt an in einunddreißig Weltaltern wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt dieses Erhabenen aber hieß Arunavati, der Fürst Aruna war sein Vater, Pabhavati hieß seine Mutter, Abhibhu und Sambhava waren seine ersten Schüler, Khemamkara war sein Aufwärter, Makhila und Paduma waren seine ersten Schülerinnen, ein Pundarika-Baum [der weiße Lotos] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war siebenunddreißig Ellen hoch, der Glanz seines Körpers durchdrang beständig drei Yojanas, sein Alter betrug siebenunddreißigtausend Jahre.
In der Zeit nach diesem kam ein Meister namens Vessabhu. Auch dieser hatte drei Zusammenkünfte von Schülern: bei der ersten Zusammenkunft waren achthunderttausend Mönche, bei der zweiten siebenhunderttausend, bei der dritten sechshunderttausend.
Damals war der Bodhisattva ein König namens Sudassana. Er spendete der Gemeinde, die den Buddha zu ihrem Haupte hatte, ein großes Almosen samt Gewändern; dann betätigte er bei ihm die Weltflucht. Er war ausgestattet mit der Tugend guten Wandels und hatte oft seine Freude an der Betrachtung über das Buddhakleinod. Auch zu ihm sprach der Erhabene: „Im einunddreißigsten Weltalter von jetzt an wirst du ein Buddha werden.“
Die Stadt dieses Erhabenen aber hieß Anopama, sein Vater war der König Suppatita, Yasavati hieß seine Mutter, Sona und Uttara waren seine ersten Schüler, Upasanta hieß sein Aufwärter, Dama und Samala waren seine ersten Schülerinnen, ein Sala-Baum war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war sechzig Ellen hoch, sechzigtausend Jahre betrug sein Alter.
Nach dessen Zeit aber wurden in diesem unserem Weltalter vier Buddhas wiedergeboren: Kakusandha, Konagamana, Kassapa und unser Erhabener. Der Buddha Kakusandha hielt eine Zusammenkunft seiner Schüler: dort waren vierzigtausend Mönche.
Damals war der Bodhisattva ein König namens Khema. Er spendete der Gemeinde, die den Buddha zu ihrem Haupte hatte, ein großes Almosen samt Almosenschalen und Gewändern und schenkte ihnen auch Salben und Heilmittel; nachdem er dann die Predigt des Meisters angehört, betätigte er bei ihm die Weltflucht. Auch dieser Meister gab ihm diesen Bescheid.
Die Stadt des Buddha Kakusandha aber hieß Khema, der Brahmane Aggidatta war sein Vater, die Brahmanin Visakha war seine Mutter, Vidhura und Sanjiva waren seine ersten Schüler, Buddhija hieß sein Aufwärter, Sama und Campaka waren seine ersten Dienerinnen, ein großer Sirisa-Baum [Acacia sirisa] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war vierzig Ellen hoch, vierzigtausend Jahre betrug sein Alter.
Nach dieser Zeit trat ein Meister namens Konagamana auf. Auch dieser hatte nur eine Zusammenkunft seiner Schüler: dort waren dreißigtausend Mönche.
Damals war der Bodhisattva ein König namens Pabbata; umgeben von der Schar seiner Minister ging er zu dem Meister hin, und nachdem er die Predigt angehört, lud er die Mönchsgemeinde mit Buddha, ihrem Haupte, ein. Er spendete ein großes Almosen; auch schenkte er feine Gewänder, ein Kleid aus Seide gewebt und eine Decke aus feinster Baumwolle sowie ein goldenes Tuch. Sodann betätigte er bei dem Meister die Weltflucht. Auch dieser gab ihm diesen Bescheid.
Die Stadt dieses Erhabenen hieß Sobhavati, sein Vater war der Brahmane Yannadatta, die Brahmanin Uttara war seine Mutter, Bhiyyosa und Uttara waren seine ersten Schüler, Sotthija war sein Aufwärter, Samudda und Uttara waren seine ersten Schülerinnen, ein Udumbara-Baum [Ficus glomerata] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war zwanzig Ellen hoch, dreißigtausend Jahre betrug sein Alter.
Nach dieser Zeit erstand in der Welt ein Meister namens Kassapa. Auch dieser hielt nur eine Zusammenkunft seiner Schüler: dort waren zwanzigtausend Mönche.
Damals war der Bodhisattva ein junger Brahmane namens Jotipala, der zur Vollendung in den drei Veden vorgedrungen war. Auf Erden und im Himmel war er bekannt und er war der Freund des Töpfers Ghatikara. Er suchte mit diesem den Meister auf und betätigte, nachdem er dessen Predigt gehört, bei ihm die Weltflucht. Mit angestrengter Kraft erlernte er die drei Pitakas und erleuchtete die Buddhadisziplin durch seine Vollendung in den großen und kleinen Pflichten. Auch dieser Meister gab ihm diesen Bescheid.
Die Geburtsstadt dieses Erhabenen war Benares, der Brahmane Brahmadatta war sein Vater, die Brahmahin Dhanavati war seine Mutter, Tissa und Bharadvaja waren seine ersten Schüler, Sabbamitta hieß sein Aufwärter, Anuja und Uruveja waren seine ersten Schülerinnen, ein Nigrodha-Baum [Bananenbaum, Ficus indica] war sein Erkenntnisbaum, sein Körper war zwanzig Ellen hoch, sein Alter betrug zwanzigtausend Jahre.
In dem Weltalter aber, in welchem der mit den zehn Kräften ausgestattete Dipamkara auftrat, gab es noch drei andere Buddhas. Von diesen erhielt der Bodhisattva keinen Bescheid; darum sind sie hier nicht erwähnt. In dem Kommentar aber ist, um von diesem Weltalter an alle Buddhas anzuführen, folgendes gesagt
Dann kam unser Bodhisattva, nachdem er bei den vierundzwanzig Buddhas, die mit
Dipamkara beginnen, seinen Entschluss gefasst hatte, während vier Asamkheyyas
und hunderttausend Weltaltern. In der Zeit nach dem Buddha Kassapa aber gab es
außer diesem Sambuddha keinen anderen Buddha. So hatte bei den mit Dipamkara
beginnenden vierundzwanzig Buddhas der Bodhisattva diesen Bescheid erhalten.
Wie er aber
diese acht Bedingungen verbunden hatte, strengte er sich bei dem zu den Füßen des Dipamkara gefassten Entschluss an:
Nachdem er die mit der Vollendung im Spenden beginnenden Tugenden, die einen
Buddha bewirken, eingesehen hatte, kam er in ihrer Erfüllung bis zu seiner
Existenz als Vessantara [97]; und während er dorthin gelangte, pries er die
Vorteile der Bodhisattvas, die ihren festen Entschluss gefasst haben:
Nachdem er dieser Vorteile teilhaftig geworden war, gelangte er dorthin. Während
er aber die Vollendungen erfüllte in der Zeit, da er
gab es kein Maß seiner Existenzen, in denen er die Vollendungen erfüllte. Besonders aber im Jataka von dem weisen Hasen, wo es heißt [104]:
während er so die Selbstaufopferung betätigte, wurde aus seiner Vollendung im Spenden die höchste Vollendung.
Dann zur Zeit, da er der Schlangenkönig Silava (= „der Tugendhafte“) war, der Schlangenkönig Campeyya, der Schlangenkönig Bhuridatta, der Elefantenkönig Chaddanta, der Sohn des Königs Jayaddisa, Prinz Alinasattu [105], gab es kein Maß seiner Existenzen, in denen er die Vollendung in der Tugend erfüllte. Besonders aber im Samkhapala-Jataka [Jataka 524], wo es heißt:
während er so die Selbstaufopferung betätigte, wurde seine Vollendung in der Tugend zur höchsten Vollendung. —
Dann zur Zeit, da er der Prinz Somanassa war, der Prinz Hatthipala, der Weise Ayoghara [Jataka 505, 509, 510] usw., gab es kein Maß seiner Existenzen, in denen er ein großes Reich aufgab und dadurch die Vollendung in der Selbstverleugnung erfüllte. Besonders aber im Culasutasoma-Jataka [Jataka 525], wo es heißt:
während er so im Freisein von Anhänglichkeit seine Herrschaft aufgab und fortzog, wurde seine Vollendung in der Selbstverleugnung zur höchsten Vollendung. —
Dann zur Zeit, da er
* Mahagovinda-Jataka existiert nicht, Jataka 70, Jataka 169, Jataka 528 (Mahabodhi-Jataka), Jataka 546.
war usw., gab es kein Maß seiner Existenzen, in denen er die Vollendung in der Weisheit erfüllte. Besonders aber im Sattubhatta-Jataka [Jataka 402, gewöhnlich Sattubhasta-Jataka genannt], da er der weise Senaka war, wo es heißt:
während er da nachwies, dass eine Schlange sich in dem Ranzen befand, wurde seine Vollendung in der Weisheit zur höchsten Vollendung. —
Dann gibt es auch kein Maß seiner Existenzen, in denen er die Vollendung im
kraftvollen Streben betätigte. Besond