Peṭakopadesapāḷi – Leitfaden des Körbchens

Khuddaka-Nikāya · Peṭakopadesapāḷi

Dem Mahākaccāyana zugeschrieben

Aus dem Pali neu übersetzt von Jean-Michel Munderich


# Ariyasaccappakāsana – Erste Bhūmi

Verehrung den vollkommen Erleuchteten, den Schauern des höchsten Sinnes,

die die Vollkommenheit der Tugenden von Sīla und anderen erlangt haben.

1. Zwei Ursachen und zwei Bedingungen gibt es für das Entstehen der rechten Ansicht eines Hörers: der Ton von außen in Übereinstimmung mit den Wahrheiten und das innere yoniso-Geisteswirken. Was ist darin der Ton von außen? Was da von außen Desanā, Ermahnung, Unterweisung, Wahres Reden, das den Wahrheiten Entsprechende ist. Die vier Wahrheiten: Dukkha, Samudaya, Nirodha, Magga. Die Desanā, das Aufzeigen, Entfalten, Darlegen, Klarstellen, Erhellen dieser vier Wahrheiten – dies wird der den Wahrheiten entsprechende Ton genannt.

2. Was ist darin das innere yoniso-Geisteswirken?

Das innere yoniso-Geisteswirken ist jenes yoniso-Geisteswirken, das, ohne den Geist nach außen zu einem Objekt zu tragen, beim so gelehrten Dhamma [verweilt] – dies wird yoniso-Geisteswirken genannt.

Dieses Verfahren ist yoniso: die Pforte, die Methode, das Mittel. So wie ein Mensch, der trockene, saftlose Hölzer auf einem ebenen Boden durch ein trockenes oberes Reibholz reibt, fähig ist, Feuer zu erlangen – aus welchem Grund? Weil er das Feuer yoniso erlangt. Ebenso: wenn er das unverzerrte Lehren des Dhamma von Dukkha, Samudaya, Nirodha und Magga geistig bedenkt – dies wird yoniso-Geisteswirken genannt.

So wie drei Gleichnisse, die zuvor nicht gehört worden sind und nicht zuvor gehört worden waren, einleuchten. Wer auch immer von Sinnesfreuden nicht losgelassen hat … usw. … zwei Gleichnisse sind als ayoniso zu betrachten; das Spätere ist gesagt. Darin: der Ton von außen und das innere yoniso-Geisteswirken – das sind die zwei Bedingungen. Die Paññā, die durch den Ton von außen entsteht – diese wird sutamayī Paññā genannt. Die Paññā, die durch das innere yoniso-Geisteswirken entsteht – diese wird cintāmayī Paññā genannt. Diese zwei Paññā sind zu erkennen. Und die zwei früheren Bedingungen. Diese zwei Ursachen und zwei Bedingungen gibt es für das Entstehen der rechten Ansicht eines Hörers.

3. Wer dabei den Sinn des von außen tönenden, den Wahrheiten entsprechenden Gelehrten nicht versteht, wird ein Empfinder des Sinnes werden – dies ist unmöglich. Und: wer ein Empfinder des Sinnes ist, wird nicht yoniso geistig wirken – dies ist unmöglich. Wer den Sinn des von außen tönenden, den Wahrheiten entsprechenden Gelehrten versteht, wird ein Empfinder des Sinnes werden – dies ist möglich. Und: wer ein Empfinder des Sinnes ist, wird yoniso geistig wirken – dies ist möglich. Dies ist die Ursache, dies das Objekt, dies das Mittel für das Herausführen des Hörers – kein anderes gibt es. So verhält es sich: wer weder mit dem Verstehen des Sinnes des Sutta verbunden ist noch dem Ton nachfolgt, wer den Sinn des Tons von außen nicht versteht, vermag die übermenschlichen Dinge, das des Würdigen würdige Erkennen und Sehen nicht zu erlangen. Daher sollen vom Nibbāna-Begehrenden die Bedeutungen sutamayā erforscht werden. Darin ist die Reihenfolge dieser Erforschung folgende: die sechzehn Hārā, die fünf Nayā, die achtzehn Mūlapadāni.

Dazu diese Zusammenfassungsstrophe:

Die sechzehn Hārā sind die Netti, die fünf Nayā das Suchen des Sāsana;

die achtzehn Mūlapadā sind dargelegt vom Sproß des Kaccāyana-Geschlechts.

4. Was sind darin die sechzehn Hārā?

Desanā, Vicaya, Yutti, Padaṭṭhāna, Lakkhaṇa, Catubyūha, Āvaṭṭa, Vibhatti, Parivattana, Vevacana, Paññatti, Otaraṇa, Sodhana, Adhiṭṭhāna, Parikkhāra, Samāropana – das sind die sechzehn Hārā.

Dazu die Zusammenfassungsstrophe:

Desanā, Vicaya, Yutti, Padaṭṭhāna und Lakkhaṇa;

Catubyūha und Āvaṭṭa, Vibhatti, Parivattana.

Vevacana und Paññatti, Otaraṇa und Sodhana;

Adhiṭṭhāna, Parikkhāra, Samāropana als sechzehnter –

5. Was sind darin die fünf Nayā?

Nandiyāvaṭṭa, Tipukkhala, Sīhavikkīḷita, Disālocana, Aṅkusa.

Dazu die Zusammenfassungsstrophe:

Der erste ist Nandiyāvaṭṭa, der zweite ist Tipukkhala;

Sīhavikkīḷita mit Namen – das ist der dritte Naya.

Disālocana nennen sie den vierten, den Träger des Naya;

der fünfte heißt Aṅkusa – alle fünf Nayā sind durchgegangen.

6. Was sind darin die achtzehn Mūlapadāni?

Avijjā, Taṇhā, Lobha, Dosa, Moha, Subhasaññā, Sukhasaññā, Niccasaññā, Attasaññā, Samatho, Vipassanā, Alobha, Adosa, Amoha, Asubhasaññā, Dukkhasaññā, Aniccasaññā, Anattasaññā – das sind die achtzehn Mūlapadāni. Darin sind neun Begriffe unheilsam, in welchen alles Unheilsame zusammenkommt. Neun Begriffe sind heilsam, in welchen alles Heilsame zusammenkommt.

Welche neun Begriffe sind die unheilsamen, in welchen alles Unheilsame zusammenkommt?

Avijjā bis Attasaññā – diese neun Begriffe sind die unheilsamen, in welchen alles Unheilsame zusammenkommt.

Welche neun Begriffe sind die heilsamen, in welchen alles Heilsame zusammenkommt?

Samatho bis Anattasaññā – diese neun Begriffe sind die heilsamen, in welchen alles Heilsame zusammenkommt. Das sind die achtzehn Mūlapadāni.

Dazu diese Zusammenfassungsstrophen:

Taṇhā und Avijjā, Lobha, Dosa und ebenso Moha;

und vier Verkehrtheiten – Grundbereich der Kilesā: neun Begriffe.

Die Satipaṭṭhānā und Samatho, Vipassanā, die heilsame Wurzel –

das alles ist heilsam, Grundbereich der Indriyā: neun Begriffe.

Alles Heilsame fügt sich in neun Begriffe, und ebenso das Unheilsame in neun;

je einzeln neun Mūlapadāni – von beiden zusammen achtzehn Mūlapadāni.

Von diesen achtzehn Mūlapadāni sind die neun unheilsamen Begriffe der Dukkha-Samudaya; die neun heilsamen Begriffe sind der Dukkhanirodhagāminī Paṭipadā. So ist Dukkha die Frucht des Samudaya, und Nirodha die Frucht der Dukkhanirodhagāminī Paṭipadā. Diese vier Ariyasaccāni wurden vom Erhabenen in Bārāṇasī gelehrt.

7. Dabei wurden für das Ariyasacca des Dukkha unzählige Silben, Ausdrücke, Wortlaute, Merkmale, Wendungen, Darlegungen gelehrt – zum Aufzeigen, Klarmachen, Entfalten, Darlegen, Klarstellen, Bekanntmachen eben dieses Sinnes; und so für alle Wahrheiten. So ist jede einzelne Wahrheit durch unzählige Silben, Ausdrücke, Wortlaute, Merkmale, Wendungen und Darlegungen zu erforschen; und zwar jener Wortlaut durch die Vielfalt des Sinnes, der Sinn aber durch die Vielfalt der Wortlaute.

Wenn auch immer ein Samaṇa oder Brāhmaṇa so sagen würde: „Ich werde, dieses Dukkha hinter mir lassend, ein anderes Dukkha aufstellen" – wenn er so befragt wird, wird das für ihn nur als leere Rede verbleiben. So verhält es sich mit den Wahrheiten. Was auch immer der Erhabene in der Nacht seiner Erleuchtung und der Nacht seines vollständigen Nibbāna ohne Rest gelehrt hat – dazwischen alles, was der Erhabene gesprochen hat: Sutta, Geyya, Veyyākaraṇa, Gāthā, Udāna, Itivuttaka, Jātaka, Abbhutadhamma, Vedalla – das alles ist das in Bewegung gesetzte Dhammacakka. Nichts in der Dhamma-Desanā der erwachten Erhabenen liegt außerhalb des Dhammacakka; alles Sutta darin ist in den Ariyadhammā zu erforschen. Zum Erfassen dort sind die vier Ariyasaccāni lichtgleich, beständig, diese hier.

Was ist darin Dukkha? Geburt, Alter, Krankheit, Tod; kurz gesagt: die fünf upādānakkhandhā sind dukkha. Dazu diese Lakkhaṇa-Darlegung: Jāti hat das Lakkhaṇa des Erscheinens; Jarā das Lakkhaṇa des Reifens; Byādhi das Lakkhaṇa des Dukkha-Dukkha; Maraṇa das Lakkhaṇa des Entschwindens; Soka das Lakkhaṇa der Qual des Getrenntsein von Geliebten und des Wandels; Parideva das Lakkhaṇa des Klagens; Dukkha das Lakkhaṇa der körperlichen Bedrückung; Domanassa das Lakkhaṇa der geistigen Bedrückung; Upāyāsa das Lakkhaṇa des Verbrennens durch Kilesā; Appiyasampayoga das Lakkhaṇa des Zusammentreffens mit dem Unangenehmen; Piyavippayoga das Lakkhaṇa des Getrenntseins vom Angenehmen; Alābha das Lakkhaṇa des Scheiterns des Beabsichtigten; die fünf upādānakkhandhā das Lakkhaṇa des Nichtdurchschauens; Jarāmaraṇa das Lakkhaṇa des Reifens und Entschwindens; Cutopapatti das Lakkhaṇa des Erscheinens und Entschwindens; Samudaya das Lakkhaṇa des Entstehens der Wiederverbindung; Nirodha das Lakkhaṇa des Verlassens des Samudaya; Magga das Lakkhaṇa der Abschneidung des Anusaya. Dukkha hat das Lakkhaṇa der Krankheit; Samudaya das Lakkhaṇa des (ärztlichen) Erkennens; Magga das Lakkhaṇa des Herausführens; Nirodha das Lakkhaṇa der Stille. Die nirupādisesā Nibbānadhātu hat das Lakkhaṇa des Nirodha ohne Wiederverbindung. Und: Dukkha und Samudaya; Dukkha und Nirodha; Dukkha und Magga; Samudaya und Dukkha; Samudaya und Nirodha; Samudaya und Magga; Nirodha und Samudaya; Nirodha und Dukkha; Nirodha und Magga; Magga und Nirodha; Magga und Samudaya; Magga und Dukkha.


8. Dazu diese Suttas.

„In jener einen Nacht zuerst weilt das junge Wesen im Mutterleib; Aufgestanden geht es fort – wer gegangen ist, kehrt nicht zurück."

Diese acht Dānupapattiyo (Wiedergeburtsfolgen der Gaben) im Ekuttarika-Sutta – dies ist die Geburt (jāti).

Was ist dort das Altern (jarā)?

Ohne das heilige Leben (brahmacariya) geführt, ohne in der Jugend Reichtum erlangt zu haben, Liegen sie da wie alte Reiher, wie Fische im ausgetrockneten Tümpel.

Die fünf Vorzeichen bei den Göttern – dies ist das Altern (jarā).

Was ist dort die Krankheit (byādhi)?

„Davon wird er selbst nicht verschont, o König – auch du empfindest das Altern; Der Lohn des Kamma, o Kṣatriya – die Welt hebt das Kamma nicht auf."

Die drei Kranken – dies ist die Krankheit (byādhi).

Was ist dort der Tod (maraṇa)?

Wie des Töpfers Werk, das aus Ton gefertigte Gefäß – Das kleine wie das große, das gebrannte wie das rohe – Alles endet im Zerbrechen; so ist das Leben der Sterblichen.

Sehet die Geliebten zucken, wie Fische in seichtem Wasser mit versiegendem Strom; Auch dies erkennend, soll man ohne Anhaftung wandeln, keine Bindung an die Daseinsformen schaffend.

Das Udakappana-Sutta – dies ist der Tod (maraṇa).

Was ist dort die Trauer (soka)?

Hier trauert er, nach dem Tod trauert er – der Übeltäter trauert an beiden Orten; Er trauert, er wird gequält, da er die durch Kamma befleckte eigene Verfassung erkennt.

Die drei Fehlverhaltensweisen – dies ist die Trauer (soka).

Was ist dort die Klage (parideva)?

An Sinnenlüsten haftend, verfallen, verblendet, unfreigebig, in Gefahren festgesetzt – Von Schmerz befallen klagen sie: Was wird aus uns, wenn wir von hier verschieden sind?

Die drei Missstände – dies ist die Klage (parideva).

Was ist dort das Schmerz-Leiden (dukkha)?

Hundert Eisenstacheln waren es – alles je für sich empfundene Schmerzen, Lodernd wie loderndes Feuer, erfüllt von Flammenscharen.

Groß wahrlich ist dieser Gluthitze-Schmerz – ein Sutta in den Saccasaṃyuttas des Saṃyuttaka – dies ist das Schmerz-Leiden (dukkha).

Was ist dort das Geistesbeschwernis-Leiden (domanassa)?

Von Gedanken überwältigt grübelt er, gleich einem Elenden; Hörend den Lärm der anderen, wird er so verwirrt.

Diese zwei verbrennenden Dhammas – dies ist das Geistesbeschwernis-Leiden (domanassa).

Was ist dort die Verzweiflung (upāyāsa)?

Wie des Schmieds Esse – innen brennt es, nicht außen; So brennt mein Herz, als ich höre, dass Leid neu entfacht ist.

Die drei Feuer – dies ist die Verzweiflung (upāyāsa).

Was ist dort die Verbindung mit dem Ungeliebten (appiyasampayoga)?

Wie aus Eisen der Rost entsteht und von eben dort jenes selbst frisst – So führen die eigenen Kamma denjenigen, der das Erlaubte überschreitet, zu schlechten Zuständen.

Diese zwei verleumden den Tathāgata – ein Sutta im Ekuttarika in den Dukas – dies ist die Verbindung mit dem Ungeliebten (appiyasampayoga).

Was ist dort die Trennung vom Geliebten (piyavippayoga)?

Wie ein Mensch, der im Traum zusammengekommen ist, beim Erwachen nicht sieht – So sieht er den geliebten Menschen nicht, der gestorben ist.

Die Götter, das Vergehen erkennend, ermahnen mit drei Worten. Dies ist die Trennung vom Geliebten (piyavippayoga).

Was man wünscht und nicht erlangt – die drei Töchter Māras – Für jenes begehrende, von Wunsch erfüllte Lebewesen: Jene Begierden schwinden dahin – wie einer, von einem Pfeil getroffen, leidet er.

In Kurzfassung: Die fünf Aufgreif-Aggregate (pañcupādānakkhandhā) sind Leiden (dukkhā).

Auge, Ohr und Nase, Zunge, Körper und dann der Geist – Diese sind die schrecklichen Weltköder, woran die gewöhnlichen Wesen haften.

Diese fünf Aggregate, ihr Bhikkhus – dies ist das Leiden (dukkha).

Was ist dort das Altern und der Tod (jarā ca maraṇañca)?

Kurz wahrlich ist dieses Leben – diesseits der hundert Jahre stirbt man; Und wer auch länger lebt – auch er stirbt durch das Altern.

Ein Sutta im Pasenadisaṃyutta des Saṃyuttaka: „Meine Großmutter ist gestorben" – dies ist das Altern und der Tod (jarā ca maraṇañca).

Was ist dort das Vergehen und Wiederentstehen (cuti ca upapatti ca)?

„Alle Wesen werden sterben – Leben hat den Tod zur Grenze; Gemäß ihrem Kamma werden sie gehen, die Früchte des eigenen Kamma erntend."

Dies ist das Vergehen und Wiederentstehen (cuti ca upapatti ca).

Mit diesen Suttas und anderen gleichartigen: durch die neunfache Sutta-Struktur mit eingedrungenen Merkmalen das Leiden erkennend, ist sowohl das gemeinsame als auch das besondere Leiden als edle Wahrheit (ariyasacca) darzulegen. Durch Verse sind Verse zu erschließen, durch Prosaerklärungen Prosaerklärungen – dies ist das Leiden (dukkha).

9. Was ist dort das Entstehen des Leidens (dukkhasamudayo)?

An Sinnenlüsten verhaftet, durch Sinnenanhaftung gebunden, die Fesseln nicht sehend – Wahrlich, die durch Fesselanhaftung Gebundenen können nicht die breite, große Flut überqueren.

Die vier Āsavas – Sutta – dies ist das Entstehen des Leidens (dukkhasamudayo).

Was ist dort das Erlöschen des Leidens (dukkhanirodha)?

In dem kein Trug, kein Hochmut wohnt, Der frei von Gier, ohne Aneignung, ohne Erwartung, Dessen Zorn aufgegeben, dessen Selbst völlig erloschen ist – Der ist ein Brāhmaṇa, der ist ein Samaṇa, der ist ein Bhikkhu.

Diese zwei Befreiungen: Befreiung des Herzens (cetovimutti) durch Lossagung von Begierde; und Befreiung durch Einsicht (paññāvimutti) durch Lossagung von Unwissenheit – dies ist das Erlöschen (nirodha).

Was ist dort der Weg (maggo)?

Eben dieser Weg – kein anderer – zur Reinheit des Sehens; Der edle achtgliedrige Weg – das ist Māras Verblendung.

Diese sieben Bojjhaṅgas, ihr Bhikkhus – dies ist der Weg (maggo).

Was sind dort die vier edlen Wahrheiten (cattāri ariyasaccāni)?

„Die Dhammas, die aus einer Ursache entstanden sind – deren Ursache hat der Tathāgata gelehrt; Und das Erlöschen von diesen – so spricht der große Samaṇa."

Die aus einer Ursache entstandenen Dhammas sind das Leiden (dukkha); die Ursache ist das Entstehen (samudaya) – gemäß dem Wort des Erhabenen. Dieser Dhamma – das Erlöschen – ist das: was auch immer bei denen vorkommt, die bei den an Fesseln gebundenen Dhammas als Wohlgefallen-Betrachter verweilen. Durch Befleckungen wächst Begehren (taṇhā), durch Begehren als Bedingung entsteht Festhalten (upādāna) … und so weiter … so entsteht dieser gesamte Leidenshaufen. Was dort das Fesseln ist – das ist das Entstehen (samudaya). Was an Fesseln gebundene Dhammas sind und die Trauer, Klage, Schmerz-Leiden, Geistesbeschwernis-Leiden und Verzweiflung, die entstehen – das ist das Leiden (dukkha). Das Erkennen der Gefahren bei den an Fesseln gebundenen Dhammas – das ist der Weg (maggo). Man wird befreit von Geburt, Alter, Krankheiten, Tod, Trauern, Klagen bis hin zur Verzweiflung – das ist Nibbāna. Dies sind die vier Wahrheiten (saccāni).

Was ist dort die Nibbāna-Dhātu ohne Rückstand (anupādisesā nibbānadhātu)?

Für den Erloschenen gibt es kein Maß – es gibt jenes nicht, womit man ihn bezeichnen könnte; Da alle Bindungen vollständig entfernt sind, übertreffen die Weisen alle hundert Erörterungen.

Das Godhika-Saṃyutta im Saṃyuttaka.

Dies sind die nicht-gemeinsamen (asādhāraṇa) Suttas. Wo auch immer die Wahrheiten dargelegt sind, dort ist, nachdem man durch das Merkmal der Wahrheiten eingestiegen ist, jener Sinn durch unbegrenzte Ausdrucksweisen zu suchen. Dabei folgt der Sinn den Ausdrucksweisen, und wiederum folgen die Ausdrucksweisen dem Sinn; für jeden einzelnen davon sind unbegrenzte Ausdrucksweisen durch diese so niedergelegten Suttas die vier edlen Wahrheiten darzulegen. Durch in den fünf Nikāyas eingedrungene Verse sind Verse zu erschließen, durch Prosaerklärungen Prosaerklärungen. Dies sind die nicht-gemeinsamen (asādhāraṇa) Suttas.

Deren Zusammenfassungsverse (uddānagāthā):

In jener einen Nacht zuerst – acht Dānupapattiyo; Fünf Vorzeichen – wie Fische im ausgetrockneten Tümpel.

„Davon selbst wird er nicht verschont, o König" – drei kranke Götter; Wie des Töpfers Werk – wie das Flusswasserbeispiel.

Hier trauert er, nach dem Tod trauert er – die drei Fehlverhaltensweisen; An Sinnenlüsten haftend, verfallen – bis zu den drei Missständen.

Hundert Eisenstacheln – der überaus große Gluthitze-Schmerz; Von Gedanken überwältigt er – und die dort verbrennenden.

Wie des Schmieds Esse – die drei Feuer sind dargelegt; Das aus Eisen Entstandene – die Verleumdung des Tathāgata.

Auf dreierlei Weise ermahnen die Götter – wie die Begegnung im Traum; Die drei Töchter Māras – wie einer, von einem Pfeil getroffen, leidet er.

Auge, Ohr und Nase – die fünf Aggregate dargelegt; Kurz wahrlich ist dieses Leben – meine Großmutter, die Betagte.

Alle Wesen werden sterben – Wiederentstehen und Vergehen; An Sinnenlüsten verhaftet, verfallen – mit den vier Āsavas.

In dem kein Trug wohnt – diese zwei Herzensbefreiungen; Eben dieser Weg – kein anderer – und die wohl dargelegten Bojjhaṅgas.

Für den Erloschenen gibt es kein Maß – Godhika ist vollständig erloschen; Die Dhammas, die aus einer Ursache entstanden sind – die Fesselbetrachtenden.

Dies sind die zehn Zusammenfassungsverse für jene.


10. Hierbei sind dies die gemeinsamen Sutta, in denen gemeinsam die Sacca gelehrt werden – vorwärts wie rückwärts wie gemischt. Hierbei ist dies der Anfang.

Von Avijjā verhüllt ist die Welt, [so Bhagavā auf Ajitas Frage,]

durch Vivicchā [Begehren] und Pamāda leuchtet sie nicht hervor;

Was ich Jappābhilepanaṃ [das Benetzen durch Verlangen] nenne – das ist ihr großes Dukkha.

Hierbei: was Avijjā und was Vivicchā ist – das ist Samudaya. Was das große Dukkha ist – das ist Dukkha. Dies sind die zwei Sacca: Dukkha und Samudaya. „Saṃyojanaṃ und die saṃyojaniyā Dhammā" – so die Erklärung im Saṃyuttaka, in den Citta-Saṃyuttaka. Hierbei: was Saṃyojanaṃ ist – das ist Samudaya. Was die saṃyojaniyā Dhammā sind – das ist Dukkha. Dies sind die zwei Sacca: Dukkha und Samudaya.

Hierbei: was ist Dukkha und Nirodha?

Dem der Bhavataṇhā Entrissenen, dem Bhikkhu, dessen Netti [Leitschnur des Werdens] abgeschnitten ist,

ist der Jātisaṃsāra erschöpft – keine Wiedergeburt gibt es mehr.

Was das Citta ist – das ist Dukkha. Was das Abschneiden der Bhavataṇhā ist – das ist Dukkhanirodha. „Der Jātisaṃsāra ist erschöpft, es gibt keine Wiedergeburt mehr" – das ist der Niddesa. Dies sind die zwei Sacca: Dukkha und Nirodha. „Diese zwei Vimuttis, Bhikkhave: durch Rāgavirāga die Cetovimutti, durch Avijjāvirāga die Paññāvimutti." Was das Citta ist – das ist Dukkha. Was die Vimutti ist – das ist Nirodha. Dies sind die zwei Sacca: Dukkha und Nirodha.

Hierbei: was ist Dukkha und Magga?

Diesen Körper als einem Krug gleich erkennend, dieses Citta wie eine Stadt aufstellend,

soll man gegen Māra mit der Waffe der Paññā kämpfen, das Gewonnene bewachen und ohne Anhaftung sein.

Hierbei: was der kumbhūpama-Körper und was das nagarūpama-Citta ist – das ist Dukkha. Was „mit der Waffe der Paññā gegen Māra kämpfe" bedeutet – das ist Magga. Dies sind die zwei Sacca. „Bhikkhave, was nicht euer ist, das soll aufgegeben werden." Was die Saṃyojanā sind – das ist Magga. Was jene Dhammā sind, die als Anattā aufzugeben sind – Rūpa bis Viññāṇa –, das ist Dukkha und Magga.

Hierbei: was ist Dukkha und Samudaya und Nirodha?

Welche Trauer und Wehklagen auch immer, welche vielgestaltigen Leiden in der Welt –

diese entstehen in Abhängigkeit von dem Geliebten; wenn kein Geliebtes ist, entstehen sie nicht.

Was Sokaparidevā und was das vielgestaltige Dukkha sind, was aus Zuneigung entsteht – das ist Dukkha. Was Zuneigung ist – das ist Samudaya. Was hierbei das Beseitigen von Chandarāga, das Unterlassen des Geliebten ist – das ist Nirodha. Dies sind die drei Sacca. Der Paribbājaka Timbaruka gelangt zu der Ansicht: „selbst-gemacht und fremd-gemacht." Wie diese Untersuchung – das ist Dukkha. Was jene Mittlere Paṭipadā ist, die jene zwei Extreme meidend, mit Avijjā als Bedingung die Saṅkhārā bis mit Jāti als Bedingung Jarāmaraṇa – auch das ist Dukkha und Samudaya. Viññāṇa, Nāmarūpa, Saḷāyatana, Phassa, Vedanā, Bhava, Jāti, Jarāmaraṇa – das ist Dukkha. Avijjā, Saṅkhārā, Taṇhā, Upādāna – das ist Samudaya. So: „man möge prüfen, ob dies selbst-gemacht ist" – was auch immer im Paṭiccasamuppāda Dukkha ist, das ist jener bezeichnete Samudaya. Avijjānirodhā Saṅkhāranirodha und bis hin zu Jarāmaraṇanirodha – das ist Nirodha. Dies sind die drei Sacca: Dukkha und Samudaya und Nirodha.

11. Hierbei: was ist Dukkha und Samudaya und Magga?

„Wer Dukkha sah, woher es seinen Ursprung hat – wie sollte jener Mensch sich zu Kāmā hinneigen?

Die Kāmā in der Welt als Bindung erkennend, soll man mit Achtsamkeit die Übung zu ihrer Überwindung üben."

„Wer Dukkha sah" – das ist Dukkha. „Woher es entsteht" – das ist Samudaya. Das Erkannte, woher es entsteht, bis zur Übung zu seiner Überwindung – das ist Magga. Dies sind die drei Sacca.

Im Ekādasaṅguttara das Gopālakopamasutta.

Hierbei: soweit was mit Rūpa-Saññā verbunden ist und was das Saḷāyatana ist, wie man eine Wunde verdeckt und was die Furt ist und wie man den Dhamma-gemäßen erhabenen Pīti-Pāmojja erlangt und der vierfache Attabhāva als Vatthu – das ist Dukkha. Soweit man den Āsāṭika [Hirtenstock] trägt – das ist Samudaya. Was mit Rūpa-Saññā verbunden ist: das Tragen des Āsāṭika, das Verdecken der Wunde, das Wissen des Weges und das Gocarakusala – das ist Magga. Die übrigen Dhammā: es gibt Hetu, es gibt Paccaya, es gibt Nissaya; die Ernährung mit Rückständen in vielfacher Weise und die Dhammā, die durch Kalyāṇamittatā als Paccaya bedingt sind, und das Wissen des Weges als Hetu – das sind die drei Sacca.

Hierbei: was ist Dukkha und Magga und Nirodha?

Wenn Kāyagatā-Sati gegenwärtig ist, in den sechs Phassāyatana eingebunden,

mag der beständig gesammelte Bhikkhu Nibbāna für sich erkennen.

Hierbei: was die Kāyagatā-Sati ist und was das Saḷāyatana ist – darunter fällt all dieses Dukkha. Was die Kāyagatā-Sati ist und was der Sīlasaṃvara ist und was der Samādhi ist, worin die Sati ist – das ist der Paññākkhandha. Überhaupt der Sīlakkhandha und der Samādhikkhandha – das ist Magga. Von dem, der so weilt, soll Nibbāna erkannt werden. Das ist Nirodha. Dies sind die drei Sacca. Im Sīla gefestigt sind zwei Dhammā zu entfalten: Samatha und Vipassanā. Hierbei: was die dem Citta zugehörigen Dhammā sind – das ist Dukkha. Was Samatha und was Vipassanā sind – das ist Magga. Durch Rāgavirāga die Cetovimutti, durch Avijjāvirāga die Paññāvimutti – das ist Nirodha. Dies sind die drei Sacca.

Hierbei: was ist Samudaya und Nirodha?

Hoffnung, Sehnsucht und Entzücken, in vielen Dhātu als Erinnerungen verankert,

entstammend der Wurzel des Aññāṇa, geplapperte Dinge – alle von mir von der Wurzel her vernichtet.

„Entstammend der Wurzel des Aññāṇa" – das ist gemäß dem Früheren Samudaya. „Alle von mir von der Wurzel her vernichtet" – das ist Nirodha. Dies sind die zwei Sacca. Wegen des Nicht-Erkennens und Nicht-Durchdringens der vier Dhammā ist ausführlich vorzugehen: des Ariya-Sīla, des Samādhi, der Paññā, der Vimutti. Hierbei: das Nicht-Erkennen und Nicht-Durchdringen dieser vier Dhammā – das ist Samudaya. Das Durchdringen der Bhavanetti – das ist Nirodha. Das ist Samudaya und Nirodha.

Hierbei: was ist Samudaya und Magga?

Welche Ströme in der Welt gibt es, [so Bhagavā auf Ajitas Frage,]

Sati ist ihre Eindämmung;

das Einschränken der Ströme nenne ich, durch Paññā werden sie verschlossen.

„Welche Ströme es gibt" – das ist Samudaya. Was Paññā und was Sati als Eindämmung und Verschließung ist – das ist Magga. Dies sind die zwei Sacca. Das Sañcetaniya-Sutta: in der Art des festen Radkranzes [daḷhanemi, d. h. in kontinuierlicher Wiederholung wie ein gefestigter Radreif] ist das in sechs Monaten dargelegt. Hierbei: was den Körper und das Kāyakamma betrifft – was saṅka, sadosa, sakasāva ist und was die Eigenschaft des Saṅka, des Sadosa, des Sakasāva ist – das ist Samudaya. Ebenso Vacīkamma und Manokamma – was avaṅka, adosa, akasāva ist und was die Eigenschaft des Avaṅka, des Adosa, des Akasāva ist – das ist Magga. Ebenso Vacīkamma und Manokamma. Dies sind die zwei Sacca: Samudaya und Magga.

Hierbei: was ist Samudaya und Nirodha und Magga?

„Bei dem, der haftet, gibt es Bewegung; bei dem, der nicht haftet, gibt es keine Bewegung. Wenn keine Bewegung ist, gibt es Passaddhi; wenn Passaddhi ist, gibt es keine Neigung; wenn keine Neigung ist, gibt es kein Kommen und Gehen; wenn kein Kommen und Gehen ist, gibt es kein Sterben und Wiederentstehen; wenn kein Sterben und Wiederentstehen ist, gibt es weder hier noch dort noch zwischen beiden. Dies eben ist das Ende des Dukkha."

Hierbei: die zwei Nissayā – das ist Samudaya. Was Anissaya ist und was das Fehlen der Neigung ist – das ist Magga. Was „kein Kommen und Gehen gibt es" und das Sterben-und-Wiederentstehen und was „dies eben ist das Ende des Dukkha" – das ist Nirodha. Dies sind die drei Sacca. Nicht gegenwärtige Kāyagatā-Sati … usw. … was Vimuttiñāṇadassana ist – das ist Samudaya. Die elf Upanissaya-Vimuttis bis zur Upanissaya-Upasampadā – für den, der mit gegenwärtiger Kāyagatā-Sati weilt. Der Sīlasaṃvara ist zum Auflösen von Anhaftung geeignet [sosāniyo]; und was Vimuttiñāṇadassana ist – das ist Magga. Was Vimutti ist – das ist Nirodha. Dies sind die drei Sacca: Samudaya und Nirodha und Magga.


12. Was ist dort Nirodho und was ist Maggo?

Durch die Wahrheit, die er selbst verwirklicht hat, ist er durch eben sich selbst zum Nibbāna gelangt, hat den Zweifel überwunden;

Und das Nichtsein in der Welt erkennend – jener Bhikkhu, dessen Wiedergeburt vollständig erloschen ist.

Was da mit „Wahrheit" gemeint ist – das ist der Maggo. Was da mit „dessen Wiedergeburt vollständig erloschen ist" gemeint ist – das ist der Nirodho. Dies sind zwei Saccāni. Die fünf Vimuttāyatanāni – der Lehrer hat den Dhamma gelehrt, oder irgendein verständiger Mitbrahmacarī – sind ausführlich darzulegen. Demjenigen, der die Bedeutung versteht, entsteht Freude; dem Frohen entsteht Pīti; bis hin zum Loslassen wendet er sich ab – das ist der Maggo. Was da Vimutti ist – das ist der Nirodho. So sind die fünf Vimuttāyatanāni ausführlich darzulegen. Dies sind die zwei Saccāni: Nirodho und Maggo.

Dies sind die allgemeinen Suttas. Durch diese allgemeinen Suttas, so wie sie niedergelegt wurden, sollen andere Suttas, durch Paṭivedha und durch Lakkhaṇa herabgeführt, ohne Verfall dargelegt werden. Durch Gāthās sind Gāthās zu erschließen, durch Byākaraṇas das Byākaraṇa. Diese allgemeinen zehn Parivaḍḍhakās und ein Catukka-Niddeso sind allgemein. Und dies ist der Pakiṇṇaka-Niddeso. Eins, fünf, sechs und ein Teilbereich – alles zusammen. Diese zwei Parivajjanās und die zehn vorausgehenden: Dies sind die zwölf Parivaḍḍhakā-Saccāni. Insofern gibt es kein Sutta, das dem nicht entspricht – sei es Byākaraṇa oder Gāthā. Durch diese zwölf Parivaḍḍhakās sind sie nicht ohne Herabführung darzulegen; mit Sorgfalt suchend sind sie darzulegen.

Hier nun die Zusammenfassung. Alles Dukkha gelangt zur Samosaraṇa in sieben Begriffen. In welchen sieben? Appiyasampayogo und Piyavippayogo – durch diese zwei Begriffe ist alles Dukkha darzulegen. Davon gibt es zwei Nissayā: Kāyo und Cittaṃ. Deshalb heißt es: „Kāyikaṃ Dukkhaṃ und Cetasikaṃ" – es gibt kein Dukkha, das weder kāyikaṃ noch cetasikaṃ ist; alles Dukkha ist durch zwei Dukkhas darzulegen: durch das kāyikaṃ und das cetasikaṃ. Durch drei Dukkhatās ist es erfasst: durch Dukkhadukkhatā, Saṅkhāradukkhatā und Vipariṇāmadukkhatā. So ist alles Dukkha durch drei Dukkhatās erfasst. So ist dieses Dukkha dreifach. Zweifach ist das Dukkha: kāyikaṃ und cetasikaṃ. Zweifach: Appiyasampayogo und Piyavippayogo. Dies ist das siebenfaltige Dukkha.

Dort ist der Samudayo dreifach, nicht vierfach, nicht fünffach. Was ist das Dreifache? Taṇhā, Diṭṭhi und Kammaṃ. Davon sind Taṇhā und Kammaṃ der Bhava-Samudayo. Ebenso die Hīnapaṇītatā dessen, der dort wiedergeboren wird – das ist der Samudayo. So ist auch, was immer an Hīnatā und Paṇītatā in den Bhavagatīs besteht, durch drei Dukkhatās erfasst; und auch der saviññāṇako Kāyo, der durch zwei Wurzeln heraufgebracht wurde, des durch Avijjā Verhüllten, des mit Bhavataṇhā Verbundenen, ist durch drei Dukkhatās erfasst.

Ebenso ist der Diṭṭhi-Bhava durch Vipallāsa zu erschließen. Dieser ist auf siebenfaltige Weise darzulegen. Ein Vipallāso wird durch drei dargelegt, vier sind Vipallāsa-Vatthūni. Was ist dort der eine Vipallāso? Das ist der verkehrte Ergriff durch Bestreitung als Otaraṇa, so wie man das Vergängliche als beständig erfasst: „Im Unbeständigen das Beständige." So die vier Vipallāsā. Dieser eine wird verkehrt in Saññā, Cittaṃ und Diṭṭhi. Was sind die vier Vipallāsa-Vatthūni? Kāyo, Vedanā, Cittaṃ, Dhammā. So lässt das Akusala bei einem vom Vipallāsa Befallenen wachsen. Dabei lässt der Saññā-Vipallāso Dosa, die Akusalamūla, wachsen. Der Citta-Vipallāso lässt Lobha, die Akusalamūla, wachsen. Der Diṭṭhi-Vipallāso lässt Moha, die Akusalamūla, wachsen. Dabei sind für die Akusalamūla Dosa drei Micchattāni die Frucht: Micchāvācā, Micchākammanto, Micchāājīvo; für die Akusalamūla Lobha drei Micchattāni die Frucht: Micchāsaṅkappo, Micchāvāyāmo, Micchāsamādhi; für die Akusalamūla Moha zwei Micchattāni die Frucht: Micchādiṭṭhi und Micchāsati. So sind das Akusala mit seiner Ursache und seinen Bedingungen sowie die Vipallāsā als Paccayo, und die Akusalamūlas mit ihrer Ursache – eben diese in ihrem Gegenteil, weder gemindert noch vermehrt – durch zwei Paccayā darzulegen. Im Nirodho und im Maggo sind, von den Vipallāsās ausgehend, in umgekehrter Richtung als Gegenteil vier.

Dort die Uddāna-Gāthās:

Durch Avijjā ist die Welt verhüllt, das Cittaṃ und auch das Saṃyojanaṃ; Jene abgeschnittene Bhavataṇhā – und diese zwei Vimuttiyo.

Kumbhūpamaṃ ist dieser Kāya – was nicht euer ist, das gebt auf; Was immer an Sokaparidevās besteht, und der Timbaruko, den man selbst gemacht hat.

Das Dukkhaṃ und die Diṭṭhi, die entstanden sind, und was dem Gopālakopama gleicht; Kāyagatā-Sati sei vorhanden, und Samatho und Vipassanā.

Āsā, Pihā und Abhinandanā, das Nicht-Erwachen der vier; Welche Ströme es in der Welt gibt – fest wie die Felge, die die Speichen hält.

Was da dem Gebundenen als Schwanken erscheint, dem, bei dem Kāyagatā-Sati nicht präsent ist; Durch die Wahrheit, die man selbst verwirklicht hat, und durch die Vimuttāyatanās.

Im Peṭakopadesa, gelehrt von Mahākaccāyana: Die erste Bhūmi, die Ariyasaccappakāsanā – diese ist von einem wie mir, der zu Lebzeiten des Bhagavā war, durch den Tathāgata, der [an dieser Stelle ist der Pāli-Text „samuddanena tathāgatena" überlieferungskritisch unsicher], nicht erkannt worden.

2. Sāsanapaṭṭhāna – Zweite Bhūmi

13. Was ist dort das Sāsanapaṭṭhānaṃ? Ein Saṃkilesabhāgiyaṃ Suttaṃ, ein Vāsanābhāgiyaṃ Suttaṃ, ein Nibbedhabhāgiyaṃ Suttaṃ, ein Asekkhabhāgiyaṃ Suttaṃ; ein Saṃkilesabhāgiyaṃ und ein Vāsanābhāgiyaṃ; ein Saṃkilesabhāgiyaṃ und ein Nibbedhabhāgiyaṃ; ein Saṃkilesabhāgiyaṃ und ein Nibbedhabhāgiyaṃ und ein Asekkhabhāgiyaṃ; ein Vāsanābhāgiyaṃ und ein Nibbedhabhāgiyaṃ. Āṇatti, Phalaṃ, Upāyo; Āṇatti und Phalaṃ; Phalaṃ und Upāyo; Āṇatti und Phalaṃ und Upāyo. Assādo, Ādīnavo, Nissaraṇaṃ; Assādo und Ādīnavo; Assādo und Nissaraṇaṃ; Ādīnavo und Nissaraṇaṃ; Assādo und Ādīnavo und Nissaraṇaṃ. Lokikaṃ, Lokuttaraṃ, Lokikaṃ und Lokuttaraṃ. Kammaṃ, Vipāko, Kammaṃ und Vipāko. Niddiṭṭhaṃ, Aniddiṭṭhaṃ, Niddiṭṭhaṃ und Aniddiṭṭhaṃ. Ñāṇaṃ, Ñeyyaṃ, Ñāṇaṃ und Ñeyyaṃ. Dassanaṃ, Bhāvanā, Dassanaṃ und Bhāvanā. Vipākakammaṃ, Na-Vipākakammaṃ, Nevavipākanavipākakammaṃ. Sakavacanaṃ, Paravacanaṃ, Sakavacanaṃ und Paravacanaṃ. Sattādhiṭṭhānaṃ, Dhammādhiṭṭhānaṃ, Sattādhiṭṭhānaṃ und Dhammādhiṭṭhānaṃ. Thavo, Sakavacanādhiṭṭhānaṃ, Paravacanādhiṭṭhānaṃ, Sakavacanādhiṭṭhānaṃ und Paravacanādhiṭṭhānaṃ. Kiriyaṃ, Phalaṃ, Kiriyaṃ und Phalaṃ. Anuññātaṃ, Paṭikkhittaṃ, Anuññātaṃ und Paṭikkhittaṃ. Dies sind die sechs Paṭikkhittāni.

14. Was ist dort das Saṃkilesabhāgiyaṃ Suttaṃ?

Von Kāma geblendet, vom Netz umgeben, bedeckt von der Decke der Taṇhā; Gebunden von dem, was Pamatta verbindet, wie Fische am Eingang der Reuse; Sie folgen Jarā und Maraṇa nach, wie das Kalb der Mutter folgt, die Milch gibt.

„Fünf, o Bhikkhus, sind diese Nīvaraṇās."

Was ist dort das Vāsanābhāgiyaṃ Suttaṃ?

Manopubbaṅgamā sind die Dhammās, Manoseṭṭhā, Manomayā; Spricht oder handelt man mit heiterem Manas, So folgt einem das Sukha nach, wie ein Schatten, der nicht weicht.

Ein Sutta aus dem Saṃyuttaka.

Dieses Sutta, das der Bhagavā dem Mahānāma, dem Sakka, in der Stadt Kapilavatthu der Sakyas durch die ausführliche Dargelegung des Naya gelehrt hat, das durch Saddhā und Sīla durchdrungen ist, das durch Bhāvanā Durchdrungene – dieses, mit jenem Namen, in der letzten Zeit.

Was ist dort das Nibbedhabhāgiyaṃ Suttaṃ?

Nach oben, nach unten, in alle Richtungen vollständig befreit, ohne das Betrachten von „Ich bin"; So befreit, überschritt er die Flut – die früher unüberschrittene – zum Nicht-Wiederwerden.

„Wozu dienen wohl die Sīlāni?" – so fragt Ānanda den Lehrer.

Was ist dort das Asekkhabhāgiyaṃ Suttaṃ?

„Dessen Cittaṃ dem Felsen gleicht, fest steht und nicht schwankt, Ohne Leidenschaft für das Begehrenswerte, durch das Reizbare nicht gereizt – Dessen Cittaṃ so entwickelt ist: Woher sollte ihn Dukkha treffen?"

Sāriputta – so heißt es – der Bhagavā, oder irgendeiner der Theras: jener trifft mich und geht auf Wanderschaft, ohne es aufzugeben; das Byākaraṇa des Sāriputta ist darzulegen. Für denjenigen, bei dem freilich der Bhagavā die Kāyagatā-Sati nicht entwickelt und nicht vielfach geübt hätte, ist es ausführlich darzulegen.


15. Was ist dabei das zur Vāsanā gehörige und das zur Befleckung gehörige?

Das Bedeckte regnet zuviel [Udāna 45], das Offene regnet nicht zuviel; Daher öffne das Bedeckte – so regnet es nicht zuviel darüber.

„Das Bedeckte regnet zuviel" – das ist Saṃkileso. „Das Offene regnet nicht zuviel" – das ist Vāsanā. „Dunkel, zum Dunkel hingewandt" – das im Einzelnen. Was dort Dunkel ist und was zum Dunkel hingewandt ist – das ist Saṃkileso. Was Licht ist und was zum Licht hingewandt ist – das ist Vāsanā.

Was ist dabei das zum Saṃkileso gehörige und das zur Durchdringung gehörige Sutta?

Nicht jene Fessel nennen die Weisen fest, die aus Eisen ist, aus Holz und Bastgeflecht [Dhp 345; Saṃ. Ni. 1.121]; Die Sehnsucht nach Juwelen und Ohrringen, nach Söhnen und Frauen, voller Verlangen.

„Nicht jene Fessel nennen die Weisen fest" – und was dort Verlangen nach Söhnen und Frauen ist – das ist Saṃkileso. „Diese haben die Weisen durchschnitten und gehen in die Hauslosigkeit, ohne Anhangen, alle Sinnengenüsse aufgegeben" – das ist Nibbedho. Was beabsichtigt und geplant ist, und was das Eintreten in Nāmarūpa ist – durch diese vier Glieder ist Saṃkileso. Durch die letzten vier ist Nibbedho.

Was ist dabei das zum Saṃkileso gehörige, das zur Durchdringung gehörige und das zum Asekkhabhāgiya gehörige Sutta?

Diese Welt ist leidgepeinigt, von Berührung befallen, nennt die Krankheit das Selbst [Udāna 30]; Wonach auch immer sie wähnen, davon wird jenes anders.

Die Welt, die sich verändert, verstrickt ins Werden, dem Werden verfallen, ergötzt sich am Werden allein; Woran sie sich ergötzt – das ist Schrecken, wovor sie erschrickt – das ist Dukkha; Um der Aufgabe des Werdens willen nun wird dieses Brahmacariya gelebt.

Welche auch immer von Samaṇas oder Brāhmaṇas durch Werden die Befreiung vom Werden verkündeten – sie alle, sage ich, sind „nicht befreit vom Werden". Welche auch immer von Samaṇas oder Brāhmaṇas durch Nicht-Werden den Ausweg aus dem Werden verkündeten – sie alle, sage ich, sind „nicht entkommen aus dem Werden". Durch Upadhi entsteht dieses Dukkha; durch völliges Erlöschen aller Upadhi gibt es kein Entstehen von Dukkha; schau auf diese Welt – viele, von Avijjā befallen, als Gewordene dem Gewordenen zugetan, vom Werden nicht befreit. Welche Werden auch immer es gibt – allüberall, in jeder Hinsicht – sie alle sind Werden, unbeständig, Dukkha, dem Wandel unterworfen.

„So sehend, wie es wirklich ist, mit rechter Paññā, wer da schaut: Bhavataṇhā wird aufgegeben, am Nicht-Werden ergötzt er sich nicht; Durch völliges Erlöschen aller Taṇhā, restlose Leidenschaftslosigkeit, Erlöschen – Nibbāna.

„Jenem erloschenen Bhikkhu, der nicht wieder am Greifen festhält, gibt es kein Wiederwerden; Māra besiegt, den Kampf gewonnen, hat jener Tādī alle Werden überstiegen."

„Diese Welt ist leidgepeinigt" bis „Dukkha" – was Taṇhā ist, ist Saṃkileso.

Was sodann die Wiederaufnahme des Textes betrifft: Welche auch immer von Samaṇas oder Brāhmaṇas durch Werden die Befreiung vom Werden verkündeten, sie alle, sage ich, sind „nicht befreit vom Werden"; welche auch immer von Samaṇas oder Brāhmaṇas durch Nicht-Werden den Ausweg aus dem Werden verkündeten, sage ich: „nicht entkommen aus dem Werden" – das ist Diṭṭhisaṃkileso; jener Diṭṭhisaṃkileso und jener Taṇhāsaṃkileso – beides zusammen ist Saṃkileso. Was sodann die Wiederaufnahme des Textes betrifft: „Um der Aufgabe des Werdens willen wird das Brahmacariya gelebt" bis „durch völliges Erlöschen aller Upadhi entsteht" – das ist Nibbedhabhāgiya. „Jenem erloschenen Bhikkhu" bis „hat jener Tādī alle Werden überstiegen" – das ist Asekkhabhāgiya. Vier Puggalā: der Stromabwärtsfließende ist Saṃkileso; der Feststehende und der Stromaufwärtsfließende sind Nibbedho. „Er steht auf dem Festland" – das ist Asekkhabhūmi.

16. Was ist dabei das zur Vāsanā gehörige und das zur Durchdringung gehörige Sutta?

„Wer gibt, dem wächst das Verdienst [Udāna 75; Dī. Ni. 2.197], wer sich zügelt, häuft keine Feindschaft an; Der Kundige gibt das Schlechte auf, durch Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er nibbuta."

„Wer gibt, dem wächst das Verdienst; wer sich zügelt, häuft keine Feindschaft an" – das ist Vāsanā. „Der Kundige gibt das Schlechte auf, durch Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er nibbuta" – das ist Nibbedho.

Bei Dhammā, die durch Gehör aufgenommen, mit der Stimme vertraut, mit dem Geist bedacht, mit Diṭṭhi gut durchdrungen sind, sind fünf Vorteile zu erwarten. Wenn bei jemandem hier Dhammā vielgehört sind, behalten, nicht vergessen, mit der Stimme vertraut, mit dem Geist bedacht, mit Diṭṭhi gut durchdrungen, und er übt sich, bemüht sich, strengt sich an – so erlangt er noch in diesem Leben das Besondere. Erlangt er nicht noch in diesem Leben das Besondere, so erlangt er es im Krankheitszustand. Erlangt er es nicht im Krankheitszustand, so erlangt er es im Sterbeaugenblick. Erlangt er es nicht im Sterbeaugenblick, so erlangt er es, nachdem er ein göttliches Wesen geworden ist. Erlangt er es nicht, nachdem er ein göttliches Wesen geworden ist, so erlangt er durch jene Dhammarāga und jene Dhammanandī die Paccekabodhī.

Was dort in diesem Leben erlangt wird – das ist Nibbedho. Was in der Zukunft als Paccekabodhī erlangt wird – das ist Vāsanā. Diese sechzehn Suttas stehen und übersteigen das gesamte Sāsana. Durch diese sechzehn Suttas wird der Suttanta auf neunfache Weise aufgegliedert. Dieser aber gehört dem Paññavato und nicht dem Duppaññassa, dem Yuttassa und nicht dem Ayuttassa; der Träge, der Verweilende, bewegt sich von Natur aus in der Welt im Saṃkileso. Jener Saṃkileso ist dreifach: Taṇhāsaṃkileso, Diṭṭhisaṃkileso, Duccaritasaṃkileso. Wer sich von jenem Saṃkileso erhebt – der Saṃkileso wurzelt in den Dhammā, er wurzelt in den weltlichen Dhammā, so heißt es. Was dort ein Unkundiger durch Anschauung erkennt: wenn er an jenem Sīla und jener Diṭṭhi festhält, ist das für ihn Taṇhāsaṃkileso. Wenn ihm aber folgendes aufgeht: „Durch dieses Sīla, dieses Gelübde, dieses Brahmacariya werde ich ein göttliches Wesen oder ein anderes göttliches Wesen" – wer Micchādiṭṭhi hat, dem entsteht Micchādiṭṭhisaṃkileso. Wenn er aber im Sīla fest verankert und ohne Festhalten – für den hat das Sīlavata sich ergeben; dessen jenes Sīlavata, richtig ergriffen, erzeugt Reuelosigkeit bis hin zum Vimuttiñāṇadassana, und zwar für ihn noch in diesem Leben, oder wenn er gestorben ist, oder aber auf anderem Weg, in anderen Khandhas – so wurde gelehrt: „Gutes Handeln reift zur Vāsanā heran" – so wird es Vāsanābhāgiya-Sutta genannt. Was dort den im Sīla Verankerten betrifft – sein von Nīvaraṇa befreiter Geist: dafür lehrt der Bhagavā den Dhamma zur Aufgabe der Sakkāyadiṭṭhi. Er erlangt das absolute Ende, Nibbāna; sei es in einem anderen Sāsana, erlangt er absolutes Nibbāna; sei es in einer einzigen Sitzung – die sechs Abhiññā. Dabei erlangen zwei Puggalā den Ariya-Dhamma: der Saddhānusārī und der Dhammānusārī. Dort ist der Dhammānusārī ein Ugghaṭitaññū, der Saddhānusārī ein Neyyo. Dort ist der Ugghaṭitaññū zweifach: einer mit scharfen Indriya, einer mit stumpfen Indriya. Dort ist auch der Neyyo zweifach: einer mit scharfen Indriya, einer mit stumpfen Indriya. Was dort den Ugghaṭitaññū mit stumpfen Indriya und den Neyyo mit scharfen Indriya betrifft – diese Puggalā haben ungleiche Indriya. Was dort diese Puggalā mit gleichen Indriya betrifft – sie vermindern sich vom Ugghaṭitaññū her; der Vipañcitaññū geht aus dem Neyyo hervor – diese mittleren, die zu einer Bhūmi gelangt sind, sind der Vipañcitaññū. Das sind drei Puggalā.

17. Was aber dort den Vierten und den Fünften betrifft – Ugghaṭitaññū, Vipañcitaññū und Neyyo: Der Puggalo Ugghaṭitaññū, der Indriya erlangt hat und in der Dassanabhūmi steht, erlangt auch die Sotāpattifrucht und ist Ekabījī – das ist der erste Sotāpanno. Der Puggalo Vipañcitaññū, der Indriya erlangt hat und in der Dassanabhūmi steht, erlangt auch die Sotāpattifrucht und ist Kolaṃkolo – das ist der zweite Sotāpanno. Der Puggalo Neyyo, der Indriya erlangt hat und in der Dassanabhūmi steht, erlangt auch die Sotāpattifrucht und ist Sattakkhattuparamo – das ist der dritte Sotāpanno. Diese drei Puggalā, verschieden hinsichtlich der Indriya, stehen in der Sotāpattifrucht.

Der Ugghaṭitaññū ist Ekabījī, der Vipañcitaññū ist Kolaṃkolo, der Neyyo ist Sattakkhattuparamo. Das ist das Nibbedhabhāgiya-Sutta. Wenn er aber darüber hinaus sich bemüht, erlangt er das absolute Ende, Nibbāna. Was dort den Puggalo Ugghaṭitaññū mit scharfen Indriya betrifft, der die Anāgāmifrucht erlangt – das sind zwei Puggalā: der Antarāparinibbāyī und der Upahaccaparinibbāyī. Was dort den Puggalo Vipañcitaññū mit scharfen Indriya betrifft, der die Anāgāmifrucht erlangt – das sind zwei Puggalā: der Asaṅkhāraparinibbāyī und der Sasaṅkhāraparinibbāyī. Was dort den Neyyo betrifft, der die Anāgāmifrucht erlangt – er ist Uddhaṃsoto Akaniṭṭhagāmī. Und der Ugghaṭitaññū sowie der Vipañcitaññū: durch Verschiedenheit der Indriya ist der Puggalo Ugghaṭitaññū mit scharfen Indriya Antarāparinibbāyī, der Ugghaṭitaññū mit stumpfen Indriya ist Uddhaṃsoto Akaniṭṭhagāmī. Und der Ugghaṭitaññū sowie der Vipañcitaññū: durch Verschiedenheit der Indriya ist der Puggalo Ugghaṭitaññū mit scharfen Indriya Sasaṅkhāraparinibbāyī, der Scharfindriya ist Antarāparinibbāyī, der Ugghaṭitaññū mit stumpfen Indriya ist Upahaccaparinibbāyī. Der Vipañcitaññū mit scharfen Indriya ist Asaṅkhāraparinibbāyī, der Vipañcitaññū mit stumpfen Indriya ist Sasaṅkhāraparinibbāyī, der Neyyo ist Upahaccaparinibbāyī, der Vipañcitaññū mit scharfen Indriya ist Asaṅkhāraparinibbāyī. Der Vipañcitaññū mit stumpfen Indriya ist Sasaṅkhāraparinibbāyī, der Neyyo ist Uddhaṃsoto Akaniṭṭhagāmī. So fünf Anāgāmino, der sechste Sakadāgāmī und drei Sotāpannā – das sind diese neun Sekkhā.

Was dort den Puggalo Ugghaṭitaññū mit scharfen Indriya betrifft, der Arahattschaft erlangt – das sind zwei Puggalā: der Ubhatobhāgavimutto und der Paññāvimutto. Was dort den Puggalo Ugghaṭitaññū mit stumpfen Indriya betrifft, der Arahattschaft erlangt – das sind zwei Puggalā: der Ṭhitakappī und der Puggalo der Paṭivedhanabhāva; und der Scharfindriya, der Arahattschaft erlangt – das sind zwei Puggalā: der Cetanābhabbo und der Rakkhaṇābhabbo. Was dort den Vipañcitaññū mit stumpfen Indriya betrifft, der Arahattschaft erlangt – das sind zwei Puggalā: beabsichtigt er es, so erlangt er kein Parinibbāna; beabsichtigt er es nicht, so erlangt er Parinibbāna. Beschützt er es, so erlangt er kein Parinibbāna; beschützt er es nicht, so erlangt er Parinibbāna. Was dort den Puggalo Neyyo betrifft, der dem Bhāvanānuyoga hingegeben ist – er ist Parihānadhammo oder Kammaniyato oder Samasīsī. Diese neun Arahanto – dieses vierfache Sutta ist Saṃkilesabhāgiya und Asekkhabhāgiya. Bei diesen Puggalā entfaltet sich die zehnfache Kraft des Tathāgata.


18. Was ist das Zehnfache? Hier, wenn das Dhammacakka der erhabenen Buddhas noch nicht in Bewegung gesetzt ist, kommen hochrangige Devaputtā zur Bitte heran: „Der Sugata möge Dhamma lehren." Jener, der mit dem unvergleichlichen Buddhaauge schauend blickt, erblickte unter den Wesen drei Rāsi: den im Sammatta festgesetzten, den im Micchatta festgesetzten, den Unbestimmten. Darunter ist dieser Fall nicht anzutreffen: dass der im Sammatta festgesetzte Rāsi in Micchāsati verfallen würde; dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass er als Paccekbuddha ohne Lehrer Parinibbāna erlangen würde; dieser Fall ist anzutreffen: dass er in Samāpatti eintreten würde. Darunter ist dieser Fall nicht anzutreffen: dass der im Micchatta festgesetzte Rāsi den ariya Samāpatti beschreiten würde; dieser Fall ist anzutreffen: dass er den nicht-ariya, falschen Weg beschreiten würde. Darunter ist dieser Fall anzutreffen: dass der unbestimmte Rāsi, wenn er die rechte Praxis beschreitet, zum Rāsi der im Sammatta Festgesetzten gelangen würde; dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass er, wenn er die falsche Praxis beschreitet, zum Rāsi der im Sammatta Festgesetzten gelangen würde. Dieser Fall ist anzutreffen: dass er, wenn er die rechte Praxis beschreitet, zum Rāsi der im Sammatta Festgesetzten gelangen würde; dieser Fall ist anzutreffen: dass er, wenn er die falsche Praxis beschreitet, zum Rāsi der im Micchatta Festgesetzten gelangen würde. Diese drei – während ich als Sammāsambuddha mit dem unvergleichlichen Buddhaauge schauend blicke –: dieser Fall ist nicht anzutreffen, dass mich einer mit rechtem Dhamma tadeln könnte mit den Worten „diese Dhammā sind von mir nicht vollständig durchdrungen"; dieser Fall ist nicht anzutreffen, dass jemand dem Tathāgata, der als Vītarāga bekennt, mit Recht das Nichtversiegtsein der Āsavā vorwerfen könnte. Da aber von diesem unbestimmten Rāsi eine Dhammadesanā gehalten wird, ist dieser Fall nicht anzutreffen: dass sie demjenigen, der sie empfängt, nicht zur rechten Vernichtung des Leidens führt; ebenso ist dieser Fall nicht anzutreffen: dass ein von mir auf diese Weise unterwiesener Schüler des unbestimmten Rāsi nicht nach und nach einen höheren Fortschritt verwirklichen würde.

19. Dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass ein Muni, der für Götter, Nāgas und Yakkhas von verschiedenartiger Art in verschiedenen Sprachweisen spricht, nachdem er durch Feststellung im Dhamma etwas gesagt hat, aus einem anderen Grund zum anderen Ufer gelangt. Dhammapaṭisambhidā. Dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass von jenen Sprachweisen je sieben und sieben Sprachweisen nicht vollständig erfasst werden. Niruttipaṭisambhidā. Dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass die Sprachweise für Schüler, die in der Harmonie des Erlangens begeistert sind, jene Bedeutung nicht vermitteln könnte. Atthapaṭisambhidā. Hochrangige Devaputtā traten heran und stellten Fragen. Dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass jemandem, der körperlich oder geistig bedrängt ist, mit verkrüppelter Hand oder an den Füßen lahm oder träge, jene Bedeutung nicht deutlich gemacht werden könnte. Paṭibhānapaṭisambhidā. Dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass bei dem, was jenen vorhanden ist, das Nichtvorhandensein einträte. Dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass bei dem, was jenen nicht vorhanden ist, das Vorhandensein bei jenen einträte. So für das Entstehen und das Aufhören: die zehn akusalen Kammapathā. Dieser Fall ist nicht anzutreffen: dass Māra oder Indra oder Brahmā oder der Tathāgata oder ein Cakkavattī – dass jene Person eine Frau sein würde; dieser Fall ist anzutreffen: dass eine Person ein Rājā Cakkavattī oder Sakka Devānaminda sein würde. So ein Bala, so ein Ñāṇa – dies wird Ṭhānāṭṭhānañāṇa genannt, das erste Tathāgatabala, das darzulegen ist. Mit den drei Rāsi, den vier Vesārajja, den vier Paṭisambhidā: im Entstehen und Aufhören des Paṭiccasamuppāda sowie dem dazugehörigen Teil. Das Kusala entsteht in den Früchten des Kusala sowie in dem, was Frauen und Männern zukommt. Dieses erste Bala erkennt der Tathāgata auf diese Weise.

Von denen aber, die dem im Sammatta festgesetzten Rāsi angehören: diese Praxis führt nicht überallhin; diese Praxis führt nur zum Nibbāna. Darunter mag der im Micchatta festgesetzte Rāsi sein – auch diese Praxis führt nicht überallhin; diese Praxis führt nur zum Entstehen des Sakkāya. Was aber den unbestimmten Rāsi betrifft: jener, der hier an diesem und jenem Ort des Beschreitens steht, geht zum Nibbāna, geht in die Apāya, geht zu Göttern und Menschen. Welche Praxis auch immer er beschreiten würde – wohin auch immer er gehen würde –, dies ist die überallhin führende Praxis. Das Ñāṇa, das hier dem Wirklichkeitsgemäßen entspricht, wird Sabbatthagāminīpaṭipadāñāṇa genannt, das zweite Tathāgatabala.

Jene überallhin führende Praxis aber – die Wesen haben verschiedene Neigungen: einige gerichtet auf Kāma, einige auf Askese, einige hängen der Selbstpeinigung an, einige erwarten Reinheit durch Saṃsāra, einige sehen in der Nichtübung eine Entfaltung. Das Ñāṇa, das die verschiedenartigen und vielgestaltigen Neigungen der so durch ihr jeweiliges Wesen gebundenen Wesen wirklichkeitsgemäß erkennt – dies ist das dritte Tathāgatabala.

Darunter haben die Wesen ihre Neigungen, pflegen sie, entfalten sie, machen sie zahlreich. Jene mit solchen Kamma-Anlagen und solcher Ausrichtung – und eben jene Dhātu trägt sie fort. Was aber sind diese Dhātu – Nekkhammadhātu, Baladhātu, irgendeine Gedeihen bringende, irgendeine in Micchatta führende Dhātu –, zu denen sie sich hingeneigt haben? Einen weiteren Bereich darüber hinaus sehen sie nicht. Jene, daran an diesem Ort festhaltend, sprechen über Geburt und Tod: „Nur dies ist Wahrheit, alles andere ist leer." So wie der Erhabene das Gesprochene des Sakka Devānaminda erklärte. Das Ñāṇa, das dort dem Wirklichkeitsgemäßen entspricht – dies wird das vierte Tathāgatabala genannt.

Darunter erkennt der Tathāgata folgendes: Was auch immer Dhātu sie als das Höchste betrachten, damit beginnen sie körperlich und verbal sowie geistig. Der Beginn ist Cetanā, Kamma; das körperliche und verbale Beginnen ist durch seine Geistigkeit Kamma. Der Tathāgata erkennt: „Durch dieses Wesen mit solcher Dhātu wurde solches Kamma vollbracht; das liegt in der vergangenen Zeit – durch diese Ursache reift für jenes Wesen ein solches Vipāka, entweder reift es jetzt oder wird in zukünftiger Zeit reifen." Ebenso erkennt er die gegenwärtige Zeit: „Dieser Puggala mit solcher Dhātu vollbringt dieses Kamma." Und durch Taṇhā und Diṭṭhi: durch diese Ursache wird sein Vipāka nicht im sichtbaren Dhamma entstehen, oder im nächsten Leben – und in einem weiteren Kreislauf erkennt er: „Dieser Puggala wird in zukünftiger Zeit solches Kamma vollbringen; durch diese Ursache wird für jenen ein solches Vipāka entstehen; durch diese Ursache gilt von den vier Kammabezugspunkten: dieser Kammabezugspunkt bringt gegenwärtiges Glück und zukünftiges glückliches Vipāka" … pe … So erkennt er von den vergangenen, zukünftigen und gegenwärtigen Kamma-Übernahmen ursächlich und bedingt die Vielgestaltigkeit des Vipāka, das Hohe und Niedrige, das Grobe und Feine – dies wird Kammavipākañāṇa genannt, das fünfte Tathāgatabala.

Ebenso erkennt der Tathāgata von Wesen, die welches Kamma-Übernehmen auch immer übernehmen, folgendes: Dieser Puggala mit solcher Kamma-Ausrichtung, der eine Rāgacarita hat, gelangt zur Fülle der Nekkhammadhātu; sein Geist, von Rāga geleitet und sich leerend, befleckt das erste Jhāna. Wenn er aber von dort aus durch weiteres Streben, bei einem zur Klärung des Jhāna gelangten Geist, die zur Sonderheit gehörende Praxis übt – dann geht eben das zum ersten Jhāna gehörende das zweite Jhāna zur Klärung; und für den, der das dritte Jhāna eintreten möchte, überwältigt das Somanassa-Indriya den Geist und bleibt bestehen; jene Pīti bleibt, ohne zum Sonderheitsbereich gehörend, beim dritten Jhāna stehend. Wenn er aber das Herausgehen daraus wirklichkeitsgemäß erkennt – so geht das vierte Jhāna des Tathāgata zur Klärung; die zum Verfall des vierten Jhāna gehörenden Dhammā – und jene Dhammā entstehen dort, durch die das vierte Jhāna zur Klärung erscheint. So gemäß der Ajjhāsayasamāpatti: die vier Samāpattiyo, die drei Vimokkhamukhāni und acht Vimokkhajhānāni, sowie vier Jhānāni als Vimokkhā. Und acht Vimokkhā und drei Vimokkhamukhāni. Samādhi: vier Samādhi – Chandasamādhi, Vīriyasamādhi, Cittasamādhi, Vīmaṃsāsamādhi. Samāpattiyo: vier Ajjhāsayasamāpattiyo. So für diese Jhānāni die Vimokkhasamāpattiyo – solche Befleckung eines Puggala mit Rāgacarita. Ebenso für einen Dosacarita. Für einen Mohacarita. Solche Klärung für einen Puggala mit Rāgacarita. So: das Ñāṇa, das hier dem Wirklichkeitsgemäßen entspricht und allen Wesen nicht gemeinsam ist – dies wird das sechste Tathāgatabala genannt.

Darunter erkennt der Tathāgata folgendes: Weltliche Dhammā und überweltliche Dhammā erhalten den Namen Indriya als das zur Entfaltung gehörende. Sie erhalten den Namen Bala, von der Grundlage der Vorherrschaft ausgehend, als zum Feststand gebrachter Geist – Manindriya, darauf gestützt. Sie erhalten den Namen Vīriya, von der Ārambhadhātu ausgehend. So ein Ñāṇa hat der Erhabene – und er hielt auch eine Dhammadesanā: „Diese Puggalā sind mit diesen Dhammā ausgestattet." Nach Zeichen und Beschaffenheit: für die mit Āsaya, Ajjhāsaya und Adhimutti Ausgestatteten. Dies wird Parasattānaṃ Parapuggalānaṃ Indriyabalavīriyavemattataṃ Ñāṇa genannt, das siebte Tathāgatabala.

Darunter erkennt der Tathāgata auch in den Welten und Bhūmi sowie bei den Saṃyojanas der Sekkhā mit zwei Balā die Gati; durch die Erinnerung an frühere Daseinsformen in der vergangenen Saṃsāra und in der gegenwärtigen Zeit mit dem Dibbacakkhu das Cuta-Uppāta – so sind diese zwei Balā aus dem Dibbacakkhu entwickelt. Jener vergangene Zeitraum ist Bereich des Dibbacakkhu; der gegenwärtige ist Bereich des Sati – so eigene und fremde Pubbenivāsañāṇa, vielfältig und vielgestaltig; in der gegenwärtigen Zeit mit dem Dibbacakkhu – diese zwei Tathāgatabalā: das achte ist Pubbenivāsa, das neunte Dibbacakkhu.

Wiederum darüber hinaus erkennt der Tathāgata das zum Nibbedha-Bereich gehörende geklärte Jhāna edler Puggalā: „Dieser Puggala, durch diesen Weg und diese Praxis beschreitend, verwirklicht durch das Versiegen der Āsavā die āsavafreie Cetovimuttī und Paññāvimuttī im sichtbaren Dhamma selbst und verweilt darin." So auch hinsichtlich des eigenen: das Ñāṇa vom Versiegen der Āsavā, das auf der einen und selben Grundlage der vier Bhūmi beruht – bis hin zum Āsavakkhaya aller Arahantā, begrenzt bei den Sekkhā, unbegrenzt bei den Arahantā. Darunter ist die Cetovimuttī frei von zwei Āsavā: von Kāmāsava und Bhavāsava; die Paññāvimuttī ist frei von zwei Āsavā: von Diṭṭhāsava und Avijjāsava. Das Ñāṇa, das diesen zwei Vimuttī wirklichkeitsgemäß entspricht – dies wird Āsavakkhaye Ñāṇa genannt. Das zehnte Tathāgatabala.


20. In diesen zehn Bala gegründet, lehrt der Tathāgata fünffach das Sāsana: das Saṃkilesabhāgiya, das Vāsanābhāgiya, das Dassanabhāgiya, das Bhāvanābhāgiya und das Asekkhabhāgiya. Dabei ist der Ausweg aus dem Taṇhā-Saṃkilesa der Alobha. Der Ausweg aus dem Diṭṭhi-Saṃkilesa ist der Amoha. Der Ausweg aus dem Duccarita-Saṃkilesa sind die drei Kusalāni. Was ist der Grund? Diese drei sind die Manoduccaritāni: Abhijjhā, Byāpāda, Micchādiṭṭhi. Dabei richtet Abhijjhā als Manoduccarita das Kāyakamma auf, richtet Adinnādāna und alles daran Gebundene als Vācākamma auf, und Musāvāda und alles Falsche, alles Nichtsein der Rede, alle Heuchelei und Feindseligkeit – Abhijjhā ist Akusalamūla; durch rechtes Handeln ein rechtes Handeln, durch Musāvāda, Adinnādāna, die Cetanā der Abhijjhā. Dabei richtet Byāpāda als Manoduccarita das Kāyakamma auf, Pāṇātipāta und all dieses Anziehen, Hinziehen, beständige Gutheißen richtet das Vācākamma auf, Pisuṇavācā, Pharusavācā; Micchādiṭṭhi betreibt Manoduccarita sowie Abhijjhā, Byāpāda, Micchādiṭṭhi. Jedes beliebige Aufgeben der Micchādiṭṭhi, sei es aus Rāga oder aus Dosa entstanden, jede in jeder Hinsicht entstandene Micchādiṭṭhi – aus diesem Grunde richtet sie Micchādiṭṭhi auf, richtet Kāmesumicchācāra und als Vacīkamma Samphappalāpa auf. Diese drei Duccaritāni sind Akusalamūlāni.

Was Abhijjhā ist, das ist Lobha. Was Byāpāda ist, das ist Dosa. Was Micchādiṭṭhi ist, das ist Moha. Diese richten die acht Micchattāni auf. Wenn jene drei Akusalamūlāni ergriffen werden, gelangt das zehnfache Akusalamūla zur Vollständigkeit. Das Sutta des Vāsanābhāgiya ist der Ausweg aus jenem dreiartigen Duccarita-Saṃkilesa. Dabei ist das, was häufig gelehrt wird als Niddesa – wie Lobha, Dosa und auch Moha –, das Verweilen darin; Lobha ist dabei der Überschuss, und aus diesem Grunde wird in jenen Dhammā Lobha benannt. Dabei ist dieser Moha das Akusala, dieser Moha ist Avijjā; diese ist vierfach im Rūpa verankert: er betrachtet Rūpa als Selbst, ein von Avijjā geführtes Selbst als rūpabehaftet, oder Rūpa im Selbst, oder das Selbst im Rūpa. Welches dabei das Wort ist, das in Bezug auf Sakkāyadiṭṭhi Vernichtung behauptet: „Jenes Leben, jener Leib" – das ist die Natthikadiṭṭhi, die Adhiccasamuppannadiṭṭhi, sowie: Ein anderer tut, ein anderer erfährt. Die drei Worte der letzten sechzig Kappa begünstigen in Bezug auf Sakkāyadiṭṭhi das Ewige: „Anderes Leben, anderer Leib" – und Akiriyā, und jenes Leiden, das irrig betrachtet wird, und die Ahetukā fallen darunter, auch die Nichtanhaftung an Kamma, und alles wird für ehrenhaft gehalten. Dabei halten die Ājīvakā durch Saṃsāra für Reinheit und benennen vierundachtzig gemäß den Ājīvakā. So wie die Sakkāyadiṭṭhi vierfach gegründet ist, so hat in Bezug auf die fünf Khandha die zwanzigfach gegründete Sakkāyadiṭṭhi Anteil am Ewigen. Auch die Ājīvakā und die Sassatavādikā begünstigen Sīlabbata, hängen daran an: „Dadurch werde ich ein Deva oder ein anderer unter den Devā sein" – das ist Sīlabbataparāmāsa. Dabei betrachtet er durch Sakkāyadiṭṭhi Rūpa als Selbst; bei „Jenes Leben, jener Leib" zweifelt er, schwankt er, hat keine Gewissheit, keine Heiterkeit darüber, bezüglich Vergangenheit, Zukunft, Vergangenheit und Zukunft … und so weiter … so ist dies die Verunreinigung dessen, der in den Vāsanābhāgiya gegründet steht.

21. Dabei lässt er durch das Saddhindriya alles Schwanken fahren, durch das Paññindriya sieht er Entstehen und Vergehen, durch das Samādhindriya sammelt er den Geist in Einheit, durch das Vīriyindriya setzt er an. Mit diesen fünf Indriyā, als Saddhānusārī dem unerschütterlichen Vertrauen hingegeben, erweckt er unmittelbar Samādhi. Mit geläuterten Indriyā erweckt er als Dhammānusārī ohne Stütze unmittelbar Samādhi. Er versteht gemäß der Wirklichkeit: „Dies ist Dukkha." Die Saccāni – das ist das Dassanabhāgiya-Sutta. Von den fünf Orambhāgiya-Saṃyojanā sind drei Saṃyojanā durch Dassana zu überwinden, in jeder Hinsicht aufgegeben; zwei sind durch einzelne Personen zu bewältigen. Dabei sind die drei Akusalamūlāni durch Bhāvanā zu überwinden; die darüber hinaus noch vorhandenen bringen Entstehen in sechs Existenzen hervor. Wenn dabei Abhijjhā und Byāpāda abgeschwächt sind, gehen jene sechs Existenzen ihrem Erschöpfen entgegen und gelangen zur Grenze, zwei Existenzen bleiben übrig. Dann sind Abhijjhā und Byāpāda für ihn in jeder Hinsicht vollständig erschöpft. Eine Existenz bleibt übrig. Und diese bringt er durch Māna hervor. Obwohl hier auch vier andere Kleśa – Rūparāga, Bhavarāga, Avijjā, Uddhacca –, die das Asmimāna als Kennzeichen tragen, nicht imstande sind, Asmimāna zurückzuwenden, so strebt doch alles von ihnen nach der Überwindung des Asmimāna. Wenn diese erschöpft sind und nicht weiter das Dassanabhāgiya ist, so ist in Bezug auf die fünf Sekkhapuggalā – die drei Paṭippannakā und die zwei Phalaṭṭhā – das Bhāvanābhāgiya-Sutta. Darüber hinaus ist das Asekkhabhāgiya-Sutta; an mancher Stelle wird eine Bhūmi eingedrängt. Und dieses ist das fünfte Sutta. Für drei Personen gelehrt – für den Puthujjana, den Sekkha, den Asekkha –: das Saṃkilesabhāgiya und das Vāsanābhāgiya. Das Dassanabhāgiya für den Puthujjana. Das Bhāvanābhāgiya für die fünf Sekkhā. Was zunächst als Asekkhabhāgiya bezeichnet wurde, gilt für alle Arahantā. Dieses nun ist fünffach in siebenundzwanzig Ākārā zu untersuchen. In diesen ist für ihn das Über-die-Schicksale-Hinausgehen. Und zwar fällt es im Überblick in fünfzig Ākārā zusammen, jene fünfzig Ākārā, die im Sāsana bezeichnet sind; wenn diese zusammengefasst werden, fallen sie in zehn Ākārā. Die in der Zusammenfassung der Ariyasacca Stehenden fallen, wenn zusammengefasst, in acht Ākārā. In den vier gemeinsamen Suttā fällt die Bhūmi des Hārasampāta, wenn zusammengefasst, in fünf Suttā: das Saṃkilesabhāgiya, das Vāsanābhāgiya, das Bhāvanābhāgiya, das Nibbedhabhāgiya und das Asekkhabhāgiya. Wenn diese zusammengefasst werden, fallen sie in vier Suttā: das Saṃkilesabhāgiya, das Vāsanābhāgiya, das Nibbedhabhāgiya und das Asekkhabhāgiya. Wenn diese zusammengefasst werden, fallen sie in drei Suttā: das Puthujjanabhāgiya, das Sekkhabhāgiya und das Asekkhabhāgiya. Wenn diese zusammengefasst werden, fallen sie in zwei Suttā: das Nibbedhabhāgiya und das Pubbayogabhāgiya. Wie vom Bhagavā gesagt: „Im Sehen von zwei Zwecken lehren die Tathāgatā, die Arahantā, die Sammāsambuddhā den Dhamma: Sutta, Geyya … und so weiter … der Meister, die glauben, es sei ein geringer Aufwand, üben Meisterschaft; und es wird Pubbayogā geben für die Ruhigen, die im Fortströmen für gering Achtenden." Dabei soll, wer in sich die Paññāvemattatā erblickt, im achtfachen Sutta-Überblick dort, wo immer er es vermag, die Anwendung vornehmen. Dort, wo die Anwendung vorgenommen wurde, soll die Bedeutung des Sutta aufgewiesen werden. Denn ohne Sati, Vedanā und Mano zu halten, ist es niemandem möglich, die Bedeutung eines Sutta gemäß der Wirklichkeit aufzuweisen.

Dabei sind die Uddānagāthā der früheren Suttā diese:

Kāmandhā, von Netzen bedeckt, und die fünf Nīvaraṇāni; Manopubbaṅgamā Dhammā, und Mahānāma der Sākiya.

Oben, unten, völlig befreit, und was des Sīla Zweck; Dessen Geist dem Felsen gleicht, Upattissas Fragen u. a.

Wessen Kāyagatāsati, der Sechs Ziel ist die Finsternis; Nicht das Feste im Cetasika, und dieser Welt Anfang und mehr.

Vier Personen sodann auch, dem Gebenden wächst Verdienst; In den dem Hören folgenden Dhammā – dies sind ihre Uddānagāthā.

22. Was dabei ist die Āṇatti?

Wenn ihr Dukkha fürchtet, wenn euch Dukkha zuwider ist, So tuet keine böse Tat, weder offen noch im Verborgenen.

„In Bezug auf vergangenes Rūpa, Rādha, sei ohne Rückblick" – so ist es im Einzelnen auszuführen. „Ein tugendhafter Mensch, Ānanda, soll stets erwägen: Was möge mir keine Reue entstehen lassen?" Dies wird Āṇatti genannt.

Was dabei ist das Phala?

Dhamma schützt wahrlich den Dhamma-Wandelnden, wie ein großer Schirm zur Regenzeit; Dies ist der Vorteil wohlgeübten Dhamma – in schlechte Zustände gelangt der Dhamma-Wandelnde nicht.

Das ist das Phala.

Was dabei ist der Upāya?

„Alle Dhammā sind Anattā" – wenn man das mit Paññā sieht, Dann wendet man sich ab von Dukkha – das ist der Weg zur Reinheit.

„Wer, Bhikkhu, mit sieben Eigenschaften ausgestattet, auch den König der Berge Himavant erschüttern könnte – wie viel mehr dann den leblosen, unwissenden Siebenstängel" – das Veyyākaraṇa ist auszuführen. Das ist der Upāya.

Was dabei ist Āṇatti und Phala zusammen?

Wenn ihr Dukkha fürchtet, wenn euch Dukkha zuwider ist, So tuet keine böse Tat, weder offen noch im Verborgenen.

Denn wenn ihr böse Tat getan habt oder tun werdet, Gibt es keine Befreiung von Dukkha, auch nicht durch Fliehen.

Im ersten Vers ist die Āṇatti, im zweiten das Phala. Im Sīla gegründet sind zwei Dhammā zu entfalten: die Cittabhāvanā und die Paññābhāvanā; und die Āṇatti ist Rāgavirāga, und das Phala.

Was dabei ist Phala und Upāya zusammen?

Im Sīla gegründet, der weise Mann, Citta und Paññā entfaltend, Eifrig, besonnen der Bhikkhu – er entwirre dieses Geflecht.

In der ersten Halbstrophe ist der Upāya, in der zweiten Halbstrophe das Phala. Das Sutta des Nandiya, des Sakka, des Isivutta – von Anbeginn bis zu den sechs Dhammā. Darüber hinaus ist bei den fünf Dhammā der Yoga zu vollziehen – das ist der Upāya. „Auch das Citta dessen, der vom Kāmāsava unbegleitet ist, wird befreit" – in allen sechs, in dreien. Das ist Upāya und Phala zusammen.

Was dabei ist Āṇatti, Phala und Upāya zusammen?

Leer erblicke die Welt, Mogharāja, stets achtsam; Die Selbstansicht herausgerissen – so überschreite man den Tod.

„Leer erblicke die Welt, Mogharāja" – das ist die Āṇatti. „Stets achtsam" – das ist der Upāya. „Die Selbstansicht herausgerissen, so überschreite man den Tod" – das ist das Phala. „Entfaltet, Bhikkhū, Samādhi; der Sammāhita, Bhikkhū, versteht Rūpa als Anicca." So sehend ist der Ariyasāvaka befreit von Jāti und so weiter … bis … auch von Upāyāsa – hier sind alle drei."


23. Was ist dabei der Genuss (assāda)?

Wenn einer nach Sinneslust begehrt und diese ihm gelingt – das ist der Genuss.

„Durch rechtmäßige Lebensführung, gleichmäßige Lebensführung, heilsame Lebensführung, durch Ursachen, o Brahmane, gelangen eben hier manche Wesen nach dem Zerfall des Körpers in einen guten Bereich, in die himmlische Welt." – Das ist der Genuss.

Was ist dabei der Schaden (ādīnava)?

„In Sinnenlust wahrhaftig wird jeder gequält und befreit sich nicht" – das ist der Schaden. Im Saṃyutta zum Passenadi-Abschnitt das Gleichnis vom Berg – das ist der Schaden.

Was ist dabei das Entrinnen (nissaraṇa)?

Wer die Sinnenlüste meidet, wie man dem Kopf einer Schlange ausweicht, der überwindet im Wachsein diese Verhaftung in der Welt.

Im Saṃyutta das Sutta vom Pāricchattaka-Baum mit dem gelben, welken Laub – das ist das Entrinnen.

Was ist dabei Genuss und Schaden zugleich?

Was immer ein Mensch tut, das erfährt er an sich selbst: Wer Gutes wirkt, erntet Gutes; wer Böses wirkt, erntet Böses.

Was dabei der Übelwirkende erfährt – das ist der Genuss. Die Erklärung in den Achtgruppensuttas zu Gewinn und Nichtgewinn: dort sind Nichtgewinn, Unehre, Tadel und Schmerz der Schaden; Gewinn, Ehre, Glück und Lob sind der Genuss.

Was ist dabei Genuss und Entrinnen zugleich?

„Glücklich ist die Frucht der Verdienste; der Wunsch gelangt zur Erfüllung; und schnell erreicht er den höchsten Frieden, das Nibbāna."

Was die Frucht der Verdienste ist und was die Erfüllung des Wunsches – das ist der Genuss. Was bedeutet, dass er schnell den höchsten Frieden, das Nibbāna, erreicht – das ist das Entrinnen.

Für den Großen Menschen, der mit den zweiunddreißig Merkmalen des Großen Menschen ausgestattet ist, gibt es nur zwei Wege: Wenn er im Hause verweilt, wird er König, ein Weltherrscher, solange er herrscht, nachdem er die Welt besiegt hat – das ist der Genuss. Wenn er aus dem Haus in die Hauslosigkeit auszieht, ist das vollständige Entrinnen – das ist Genuss und Entrinnen zugleich.

Was ist dabei Schaden und Entrinnen zugleich?

Die Gefahr des Ergreifens erkennend, die Entstehung von Geburt und Tod, wendet er sich davon ab, nicht mehr zu ergreifen, durch das Verschwinden von Geburt und Tod.

Im ersten Teil des Halbverses: die Entstehung von Geburt und Tod – das ist der Schaden. „Er wendet sich davon ab, nicht mehr zu ergreifen, durch das Verschwinden von Geburt und Tod" – das ist das Entrinnen.

„Fürwahr, in Not geraten ist diese Welt, indem sie geboren wird und stirbt. Wann wird das Ende dieses Leidens sein, diesseits oder jenseits?" – Die Betrachtung dabei ist der Schaden. Wer, nachdem er das Begehren erkannt hat, aufbricht wie von der alten Königsstadt – das ist das Entrinnen. Das ist Schaden und Entrinnen zugleich.

Was ist dabei Genuss, Schaden und Entrinnen zugleich?

Die Sinnenlüste sind bunt, vielfältig, entzückend; in vielerlei Gestalten verwirren sie den Geist. Darum, o König, bin ich ausgezogen; das Mönchtum ohne Fehl ist das Bessere.

Was „die Sinnenlüste sind bunt, vielfältig, entzückend" bedeutet – das ist der Genuss. Was „in vielerlei Gestalten verwirren sie den Geist" bedeutet – das ist der Schaden. Was bedeutet „darum, o König, bin ich aus dem Haus ausgezogen; das Mönchtum ohne Fehl ist das Bessere" – das ist das Entrinnen.

Das kraftvolle Sutta vom Gleichnis mit dem Toren: Was er aus Verlangen als zu erlebendes Kamma auf sich nimmt, und ebenso welches böse Kamma auch immer er erlebt – dort zeigt er durch schmerzhaft zu erlebendes Kamma und durch ungeübten Körper sowie durch engen Geist den Schaden; durch angenehm zu erlebendes Kamma kostet er den Genuss. Was bedeutet, dass er früher seinesgleichen war: ein geübter Geist, ein geübter Körper, geübte Paññā, der edle Mahānāma mit weitem Geist – das ist das Entrinnen.

24. Was ist dabei ein weltliches Sutta (lokika)?

Eine böse Tat, einmal vollbracht, gerinnt nicht sofort wie frische Milch; sie folgt dem Toren brennend nach wie Feuer, das unter Asche verborgen ist.

Die vier Arten des Gehens auf unrechte Wege – das ist ein weltliches Sutta.

Was ist dabei ein überweltliches Sutta (lokuttara)?

„Wessen Indriya zur Ruhe gelangt sind, gezähmt wie Pferde von einem tüchtigen Wagenlenker, wer den Stolz aufgegeben hat, āsavalos – nach einem solchen sehnen sich sogar die Götter."

„Ich werde euch, ihr Bhikkhu, den edlen Sammāsamādhi darlegen" – das ist ein überweltliches Sutta.

Was ist dabei ein weltliches und überweltliches Sutta zugleich?

Wie von einem Speer durchbohrt, wie einer, dem der Kopf brennt, soll der Bhikkhu, achtsam, zur Überwindung der Sinnesleidenschaft wandern.

„Wie von einem Speer durchbohrt, wie einer, dem der Kopf brennt" – das ist weltlich; „soll der Bhikkhu, achtsam, zur Überwindung der Sinnesleidenschaft wandern" – das ist überweltlich.

„Beim materiellen Nahrungsmittel besteht Verlangen" – das ist weltlich. „Es besteht kein Verlangen" – das ist ein überweltliches Sutta.

Was ist dabei Kamma?

Wer Lebewesen tötet und Unwahres spricht, wer in der Welt Nichtgegebenes nimmt und zur Frau eines anderen geht, wer sich dem Genuss von Rauschtränken und Gärgetränken hingibt – ein solcher Mensch, der die fünf Feindschaften nicht aufgegeben hat, wird sittenlos genannt.

„Diese drei, ihr Bhikkhu, sind Schlechttaten." – Das ist Kamma.

Was ist dabei Vipāka?

Sechzigtausend Jahre lang reifte die Strafe so aus, wie es seiner Art entsprach.

„Ich habe gesehen, ihr Bhikkhu, Höllen namens ‚mit sechs Kontaktbereichen'. Ich habe gesehen, ihr Bhikkhu, Himmel namens ‚mit sechs Kontaktbereichen'." – Das ist Vipāka.

Was ist dabei Kamma und Vipāka zugleich?

Wie aus Eisen selbst der Rost entsteht und, von dort entstanden, das Eisen frisst, so führen die eigenen Taten den, der maßlos lebt, in schlechte Zustände.

„Wie aus Eisen selbst der Rost entsteht" bis „die eigenen Taten" – das ist Kamma. „Führen in schlechte Zustände" – das ist Vipāka.

Wer in den vier Fällen rechtes Verhalten übt – gegenüber Mutter, Vater, dem Tathāgata, den Schülern des Tathāgata – das rechte Verhalten dabei ist Kamma. Dass er unter den Göttern wiedergeboren wird – das ist Vipāka. Das ist Kamma und Vipāka zugleich.

25. Was ist dabei ein erklärtes Sutta (niddiṭṭha)?

Fleckenlos, weißgedeckt, einrädrig rollt der Wagen; schau, wie er kommt, frei von Leid, mit durchschnittener Strömung, ohne Fessel – oder wer auch immer dem Geist bei den Asketen gleicht, dem Geist eines Hausherrn, der gesehen wird.

So ist der Sinn in diesem Vers dargelegt.

Im Sutta vom Gleichnis mit dem Kuhhirten: elf Begriffe. „So, ihr Bhikkhu, ist ein Bhikkhu einer, der die Form kennt." Und: „Wer mit übermäßiger Ehrerbietung verehrt wird." Diese elf Begriffe, so wie sie ausgesprochen wurden – der Sinn ist dargelegt.

Was ist dabei ein nicht erklärter Sinn (aniddiṭṭha)?

Glücklich ist die Abgeschiedenheit des Zufriedenen, der die Dhamma gehört hat und sieht; glücklich ist die Gewaltlosigkeit in der Welt, die Zurückhaltung gegenüber Lebewesen.

Glücklich ist in der Welt die Leidenschaftslosigkeit, das Überwinden der Sinnenlüste; die Überwindung des Ich-Dünkels – das wahrlich ist das höchste Glück.

Das ist nicht erklärt. Die acht Gedanken des Großen Menschen – das ist nicht erklärt.

Was ist dabei ein erklärter und nicht erklärter Sinn zugleich?

Mit klaren Augen, schönem Antlitz, groß, gerade, strahlend – inmitten der Mönchsgemeinde leuchtest du wie die Sonne.

„Mit klaren Augen" bis „leuchtest du wie die Sonne" – das ist erklärt. „Mit klaren Augen" – er ist der Erhabene: Wie aber ist die Klarheit der Augen, wie die Schönheit des Antlitzes, wie die Größe des Körpers, wie die Geradheit, wie die Strahlkraft, wie das Leuchten – das ist nicht erklärt.

Die Erklärung vom Gleichnis mit dem Schaumballen: Wie ein Schaumballen, so ist die Form; wie eine Blase, so ist die Vedanā; wie ein Gaukelspiel ist das Viññāṇa; die fünf Khandha sind mit fünf Gleichnissen dargelegt. Aus welchem Grund ist die Form einem Schaumballen gleich? Alles, was durch das Auge erkennbar ist, oder was durch die vier Āyatana? Wie ist die Vedanā einer Blase gleich? Welches ist jene Vedanā – angenehm, schmerzhaft, weder schmerzhaft noch angenehm? So ist dies nicht erklärt. So ist das Erklärte und Nichterklärte.

26. Was ist dabei das Wissen (ñāṇa)?

Paññā ist das Höchste in der Welt – jene, die zum Durchdringen führt, durch die man in rechter Weise erkennt: das Verschwinden von Geburt und Tod.

Diese drei Indriya: das Indriya „Ich werde das Unbekannte erkennen" (anaññātaññassāmītindriya), das Indriya des Erkennens (aññindriya), das Indriya des Haberkannthabens (aññātāvindriya) – das ist das Wissen.

Was ist dabei das zu Erkennende (neyya)?

Die Wesen, verhaftet in Sinnenlust, in der Fessel der Sinnenlust verhaftet, die Fessel und Haft nicht sehend – wahrlich werden die in Fessel und Haft Verhafteten niemals die weite, große Flut überqueren.

Wer mit vier Faktoren ausgestattet ist, wird nach dem Zerfall des Körpers unter den Göttern wiedergeboren. Im Udāna das Sutta über den Kāpiya, das zur zweifelsfreien Vertrauenserweckung dient – das ist das zu Erkennende.

Was ist dabei Wissen und zu Erkennendes zugleich?

„Alle Dhammas sind ohne Selbst" – wenn man das mit Paññā sieht, dann wendet man sich vom Leid ab. Das ist der Weg zur Reinheit.

„Wenn man sieht" – das ist das Wissen. Was alle Dhammas in der Erscheinungsweise des Nicht-Selbst zur Darstellung bringt – das ist das zu Erkennende.

Die vier edlen Wahrheiten: dabei sind drei das zu Erkennende; das Wahrheitspfad, der Sīla-Khandha und der Paññā-Khandha – das ist Wissen und zu Erkennendes zugleich.

27. Was ist dabei das Sehen (dassana)?

Dies allein ist der Weg, kein anderer, zur Reinheit des Sehens; diesen sollt ihr beschreiten – das bringt Māra in Verwirrung.

Wer mit vier Faktoren ausgestattet ist, ein edler Schüler, kann von sich selbst über sich selbst erklären: „Ich bin frei von den Höllen; ich bin mindestens ein Sotāpanna; ich bin jemand, der nicht in schlechte Zustände fallen kann, der auf die Erleuchtung zusteuert." – Das ist das Sehen.

Was ist dabei die Entwicklung (bhāvanā)?

Wessen Indriya wohlentwickelt sind, innen und außen in der gesamten Welt – jener Mensch, klug und Formen wahrnehmend, vermag nicht einzuschätzen, wer tief in Verblendung versenkt ist.

Die vier Dhammapadāni: Nichtbegehren, Nicht-Übelwollen, Sammāsati, Sammāsamādhi – das ist die Entwicklung.

Was ist dabei Sehen und Entwicklung zugleich?

Mit Wort, Geist und Tat unverstrickt, nachdem er den Dhamma recht erkannt hat, nach dem Ziel des Nibbāna strebend, soll er in der Welt in rechter Weise wandern.

Wer die Frucht des Sotāpatti verwirklichen möchte – welche Dhammas sind da zu beachten? Der Erhabene sagte: die fünf Khandha des Ergreifens. Das ist Sehen und Entwicklung zugleich.


28. Was sind darin die Vipākadhammadhammā?

„Was ein Mann tut" – in Ausführung. „Diese drei, ihr Bhikkhus, sind wohltuende Verhaltensweisen." Dies sind die Vipākadhammadhammā.

Was sind darin die Navipākadhammadhammā?

Rūpa, Vedayita, Saññā, Viññāṇa und Cetanā –

„Das bin nicht ich, das ist nicht mein Attā" – wer so erblickt, wird leidenschaftslos.

„Diese fünf, ihr Bhikkhus, sind die Khandhā." – Dies sind die Navipākadhammadhammā.

Was ist darin der Nevavipāko navipākadhammadhammo?

„Die so praktizieren, wie der Buddha es gelehrt hat,

die werden dem Leiden ein Ende setzen, die Lehre des Lehrers befolgen."

So ist sowohl die rechte Praxis als auch das Erlöschen – beides zusammen ist der Nevavipāko navipākadhammadhammo. „Das Brahmacariya werde ich euch darlegen, ihr Bhikkhus, und die Früchte des Brahmacariya: Das Brahmacariya ist der ariya achtgliedrige Weg, die Früchte des Brahmacariya sind das Sotāpattiphala bis hin zum Arahatta."

29. Was ist darin das Sakavacana?

Jede böse Tat unterlassen, das Heilsame vollbringen,

den eigenen Geist läutern – das ist die Weisung der Buddhas.

„Diese drei, ihr Bhikkhus, sind die Tore der Befreiung." Dies ist das Sakavacana.

Was ist darin das Paravacana?

Keine Liebe gleicht der Liebe zum Sohn, kein Reichtum gleicht dem Reichtum an Rindern,

kein Glanz gleicht dem Glanz der Sonne, die Seen reichen nicht an den Ozean heran.

„Durch Ursache, o Verehrter, o Kosiya, durch das wohlgesprochene Wort – selbst der Sieg in der Schlacht: so auch, ihr Bhikkhus, genießt Sakka, der Herr der Götter, seine eigene Frucht" – dies ist ausführlich darzulegen. Dies ist das Paravacana.

Was ist darin das Sakavacana und das Paravacana zugleich?

„Was erlangt wurde und was noch zu erlangen ist – beides ist mit Staub bestreut;

die, die so reden, haben keinen Fehler in den Sinnesfreuden."

Dies ist das Paravacana. Jene aber, die beide Extreme meiden und dem Kreislauf nicht verfallen – für sie gibt es keine Bezeichnung. Dies ist das Sakavacana.

„Wer einen Sohn hat, freut sich über Söhne; wer Rinder hat, freut sich ebenso über Rinder;

denn Besitzobjekte sind des Menschen Freude – wer keine Besitzobjekte hat, der freut sich nicht." – Paravacana.

„Wer einen Sohn hat, trauert um Söhne; wer Rinder hat, trauert ebenso um Rinder;

denn Besitzobjekte sind des Menschen Trauer – wer keine Besitzobjekte hat, der trauert nicht." – Sakavacana.

Dies ist das Sakavacana und das Paravacana.

30. Was ist darin das Sattādhiṭṭhāna?

Welche Wesen auch immer gewesen sein werden oder sein werden – alle werden den Körper hinter sich lassen;

der Weise, der diesen allgemeinen Verlust erkannt hat, soll im Dhamma verankert das Brahmacariya üben.

„Diese drei, ihr Bhikkhus, sind die Lehrer: der Tathāgata Arahaṃ, der Lernende auf dem Pfad." Dies ist das Sattādhiṭṭhāna.

Was ist darin das Dhammādhiṭṭhāna?

Welche Sinnesfreude es in der Welt gibt und welche himmlische Freude –

diese reichen nicht einmal zu einem Sechzehntel der Freude des Taṇhā-Erlöschens.

„Diese sieben, ihr Bhikkhus, sind die Bojjhaṅgā." Dies ist das Dhammādhiṭṭhāna.

Was ist darin das Sattādhiṭṭhāna und das Dhammādhiṭṭhāna zugleich? „Schwer zu sehen ist die Wahrheit in ihrer Gesamtheit, schwer zu durchdringen für Toren – dem Wissenden und Sehenden sage ich: Es gibt kein Entzücken." – „Schwer zu sehen ist die Wahrheit in ihrer Gesamtheit, schwer zu durchdringen für Toren" – das ist Dhammādhiṭṭhāna. „Dem Wissenden und Sehenden sage ich: Es gibt kein Entzücken" – das ist Sattādhiṭṭhāna. Das Gleichnis vom Holzklotz: das diesseitige Ufer und das jenseitige Ufer des Ganges quer herüber, oder auf dem Festland – kein Festsitzen an dem einen, kein Versinken in der Mitte, kein Festhalten durch Menschen, kein Festhalten durch Nichtmenschen, kein inneres Verfaultsein – das ist Dhammādhiṭṭhāna. „So wird der Bhikkhu nibbānaneigend sein, nibbānazugewandt" – das ist Sattādhiṭṭhāna. Dies ist das Sattādhiṭṭhāna und das Dhammādhiṭṭhāna.

Was ist darin der Thavo?

Von den Wegen ist der achtgliedrige der höchste, von den Wahrheiten die vier Bestandteile,

von den Dhammas ist Virāga der höchste, von den Zweibeinklern der Seher.

„Diese drei, ihr Bhikkhus, sind die Vorzüglichsten: der Buddha unter den Wesen, Virāga unter den Dhammas, der Saṅgha unter den Gemeinschaften." Dies ist der Thavo.

31. Was ist darin das Anuññāta?

Zurückhaltung durch den Körper ist gut, gut ist Zurückhaltung durch die Sprache,

Zurückhaltung durch den Geist ist gut, gut ist Zurückhaltung überall;

der Bhikkhu, der überall zurückgehalten ist, wird von allem Leiden befreit.

Dies ist vom Erhabenen als Anuññāta angewiesen.

„Diese drei, ihr Bhikkhus, sind zu tun: gute Körperhandlung, gute Sprachhandlung, gute Geisthandlung." Dies ist das Anuññāta.

Was ist darin das Paṭikkhitta?

„Keine Liebe gleicht der Liebe zum Sohn." – In Ausführung: Dies ist das Paṭikkhitta.

„Diese drei, ihr Bhikkhus, sind durch eigenes Höherwissen als nicht zu tun dargelegt. Welche drei? Schlechte Körperhandlung, schlechte Sprachhandlung, schlechte Geisthandlung." Dies ist das Paṭikkhitta.

Was ist darin das Anuññāta und das Paṭikkhitta zugleich?

Heilsames tue man durch den Körper, es sei einer durch den Körper zurückgehalten;

schlechte Körperhandlung aufgebend, übe man gute Körperhandlung.

Durch die ersten beiden Verse und den vierten Vers wird das Anuññāta angewiesen. „Schlechte Körperhandlung aufgebend" – durch den dritten Vers ist das Paṭikkhitta angewiesen. Die Mahāvibhaṅga, die mit Aciratapāna beginnt.

Hierzu diese Uddānagāthā:

Wenn du Leiden fürchtest, ergötze dich nicht am Zukünftigen; wie im Regens ein Schirm – tue Heilsames, wenn es dich angeht.

„Alle Dhammas sind ohne Selbst" – wer so Versammeltes erschüttert, für den gibt es keine Befreiung vom Leiden – Samatha und Vipassanā.

Wer am Kāmacchanda festhaltend von Vitakkas zernagt wird, der soll mit wohl entwickelten Bojjhaṅgas dieses Geflecht entwirren.

Blicke auf die Welt als leer; wer Samādhi entwickelt, möge entwickeln; wer Sinnesgenuss begehrt – durch Dhammawandel zu glücklichem Geschick.

Alle werden geschlagen und befreit – in alle Richtungen schüttelnd; wer Sinnesfreuden meidet, gleicht dem Pāricchatta.

Was ein Mann tut – die Weltdhammas werden dargelegt; glücklich ist die Frucht der Verdienste – ein drittes anderes ist nicht zu finden.

Die Gefahr des Ergreifens kennend – man wird geboren, man altert auch; die Sinnesgenüsse sind bunt und vielfältig, dann gleich einem Stückchen Salz.

Nicht geht eine böse getane Tat mit denen, die üble Wege gehen; wessen Indriyā zur Ruhe gelangt sind – ebenso der Fünffachkundige.

Wie von einem Speer getroffen, und Viññāṇa ist verankert; wer ein Lebewesen tötet – drei schlechte Verhaltensweisen.

Sechzigtausend Jahre – den schwer erlangten Augenblick erlangt habend; wie Rost aus Eisen entstanden – in den vier Praktiken.

Nelaṅga, weißumhüllt, dann gleich dem Hirten; glücklich ist die Abgeschiedenheit des Zufriedenen, und die Vitakkas sind wohl dargelegt.

Rūpa gleicht einem Schaumklumpen; erhaben, gerade, strahlend; Paññā ist die höchste in der Welt – keine anderen drei Indriyā.

An Sinnesfreuden haftend, behaftet mit Sinnesfreudenhaftung, dann Gestalt, das Verborgene; „alle Dhammas sind ohne Selbst" – und das Ariyasacca ist dargelegt.

„Dies ist der Weg, kein anderer" – wer erklärt: „Sotāpanna"; wessen Indriyā wohl entwickelt sind – und durch die Dhammaverse.

Durch Sprache und durch Geist – die fünf Khandhā als vergänglich; was ein Mann tut – und die drei guten Verhaltensweisen.

Rūpa, Vedayita, Saññā – die fünf Khandhā sind dargelegt; wer so praktiziert – Brahmā und auch die Früchte.

Jede böse Tat unterlassen – die Befreiungen sind dargelegt; keine Liebe gleicht der Liebe zum Sohn – der Götter und der Asuras.

Was erlangt wurde und was noch zu erlangen ist – man freut und trauert beständig; welche Wesen auch immer sein werden – und die Lehrer sind dargelegt.

Welche Sinnesfreude in der Welt – und die Bojjhaṅgā sind wohl dargelegt; von den Wegen ist der achtgliedrige der höchste – und die drei Erlangungen der Vorzüglichsten.

Zurückhaltung durch den Körper ist gut – und das zu Tuende ist dargelegt; keine Liebe gleicht der Liebe zum Selbst – und die drei Ariya sind dargelegt.

Wer am Heilsamen durch den Körper ergötzt ist, und durch Vinaya und Sinnesfreude in der Welt, und die Bojjhaṅgā sind wohl dargelegt, das schwer zu Sehende und das Ungebeugte sowie das Wechselseitige –

Im Peṭakopadesa ist die zweite Bhūmi, genannt Sāsanapaṭṭhāna, beendet.

3. Suttādhiṭṭhāna – Dritte Bhūmi

32. Was ist darin das Suttādhiṭṭhāna?

Lobhādhiṭṭhāna, Dosādhiṭṭhāna, Mohādhiṭṭhāna, Alobhādhiṭṭhāna, Adosādhiṭṭhāna, Amohādhiṭṭhāna, Kāyakammādhiṭṭhāna, Vācākammādhiṭṭhāna, Manokammādhiṭṭhāna, Saddhindriyādhiṭṭhāna, Vīriyindriyādhiṭṭhāna, Satindriyādhiṭṭhāna, Samādhindriyādhiṭṭhāna, Paññindriyādhiṭṭhāna.

Was ist darin das Lobhādhiṭṭhāna?

Dem Wesen, das von Vitakkas zermahlen wird, das heftige Begierde hat, das das Schöne immer wieder betrachtet,

wächst Taṇhā noch mehr – das macht das Band fest.

„Das von Vitakkas Zermahlen" – das ist Kāmarāga. „Das Schöne immer wieder Betrachtende" – das ist das Objekt des Kāmarāga. „Taṇhā wächst noch mehr" – das ist Kāmataṇhā. „Das macht das Band fest" – das ist Rāga. So ist, welcher Dhamma auch als Grundlage gesetzt ist, eben dieser Dhamma darin herauszuheben. Der Erhabene lehrt nicht einen Dhamma, indem er sich auf einen anderen Dhamma bezieht. Jener Vitakka ist Kāmavitakka – eben jener Vitakka wird durch Kāmavitakka bezeichnet. „Heftige Begierde habend" – damit bezeichnet er eben das Objekt jenes Vitakka. „Das Schöne immer wieder betrachtend, wächst Taṇhā noch mehr" – damit bezeichnet er eben jenen Rāga als Kāmataṇhā. „Das macht das Band fest" – damit bezeichnet er eben jenes Taṇhāsaṃyojana. So ist es in den Gāthā zu erschließen. So auch in allen Sāveyyākaraṇa.

Darin legt der Erhabene einen Dhamma auf dreifache Weise dar: durch die Konsequenz, durch den Grund, durch die Frucht.

Wer gibt, wird geliebt, viele gesellen sich ihm zu, Ruhm und Ansehen wachsen ihm;

unbedrückt tritt er in die Versammlung, der freigebige Mensch ist selbstsicher.

„Was auch immer man gibt" – das ist die Kammhandlung, die aus Gabe besteht. Darin ist der Grund. Was die Konsequenz betrifft: „Viele gesellen sich ihm zu, Ruhm" – welch guter Ruf in der Welt aufsteigt, und dass man dem vielen Volk lieb und angenehm wird; und dass man ohne Reue stirbt – das ist die Konsequenz. „Dass man nach dem Zerfall des Körpers unter den Göttern wiedergeboren wird" – das ist die Frucht. Dies ist das Lobhādhiṭṭhāna.


33. Was ist nun dasjenige Adhiṭṭhāna, das auf Dosa gegründet ist?

Wer Lebewesen tötet und Lüge spricht,

In der Welt Nichtgegebenes nimmt, zu fremder Gattin geht,

Und jener Mensch, der sich dem Trinken von Surā und Meraya hingibt –

Ohne die fünf Feindschaften aufzugeben, heißt er Zuchtloser;

Nach dem Zerfall des Körpers, töricht, fällt er in die Hölle.

„Wer Lebewesen tötet" – aus Dosa tötet er Lebewesen. „Und Lüge spricht" – um zu schaden, durch Dosa, spricht er Lüge. „Und jener Mensch, der sich dem Trinken von Surā und Meraya hingibt" – Dosa ist die Wurzel. Wer sich dem Trinken von Surā und Meraya hingibt, der lebt wie einer, der zu fremden Gattinnen geht; Feinde werden erzeugt.

„Ohne die fünf Feindschaften aufzugeben" – das Überschreiten der fünf Übungsregeln, das ist die Paññatti für alle Arten von Dosa; durch eben jenes durch Dosa erzeugte Kamma heißt er Zuchtloser. Auch dieser Dhamma ist durch Hetu und durch Nissanda-Phala zu erklären.

Drei Merkmale des Toren sind die Merkmale des Toren: Er spricht schlecht Gesprochenes, er denkt schlecht Gedachtes, und er handelt mit schlechten Taten. Was er dabei mit Körper und Rede unternimmt – das ist sein Handeln mit schlechten Taten. Was er an Lüge spricht, wie zuvor dargelegt – das ist sein schlecht Gesprochenes. Was er als bösen Gedanken, als Übelwollen im Sinne hegt – das ist sein schlecht Gedachtes. Wer mit diesen drei Merkmalen des Toren ausgestattet ist, der erlebt drei zugehörige Leiden und Kümmernisse; und wenn er in einer Versammlung oder einer Gesellschaft ist, sprechen die anderen die ihm entsprechende Rede. Sobald er nämlich auf den zehnfachen Pfad unheilvollen Kamma – Töten von Lebewesen und anderes – getreten ist, erlebt er daraus entstehend Dukkha und Domanassa. Weiterhin: Wenn er einen Dieb sieht, der gegen den König gefehlt hat, vom König ergriffen und des Lebens beraubt wird, entsteht ihm der Gedanke: „Wenn auch der König mich erkennte, könnte auch der König mich ergreifen lassen und meines Lebens berauben" – er erlebt daraus entstehend Dukkha und Domanassa. Weiterhin: Wenn der Tor auf dem Sitz sitzt und denkt: „Was wird meine Bestimmung sein, wenn ich von hier hinüber zum Tode gehe?" – er erlebt daraus entstehend Dukkha und Domanassa. So sind die Merkmale des Toren der Hetu. Die drei zugehörigen Leiden sind der Nissanda. „Nach dem Zerfall des Körpers fällt er in die Hölle" – das ist das Phala. Dies ist das Dosādhiṭṭhāna.

34. Was ist nun dasjenige Adhiṭṭhāna, das auf Moha gegründet ist?

Hunderte und Tausende von Kappa wird er wandern,

Oder noch mehr als das – von Mutterschoß zu Mutterschoß werdet ihr gehen.

Ohne das Buddhavacana zu ergreifen, die Saṅkhārā als Selbst ergreifend,

Werden sie dem Dukkha kein Ende bereiten – das ist keine Möglichkeit, die es gibt.

Wer in diesen anfangslosen Saṃsāra eingetreten ist und geboren wird und stirbt – dies hat Avijjā als Ursache. Auch was an Zwecken der Saṅkhārā besteht, das hat Avijjā als Bedingung; was das Nicht-Sehen des Buddhavacana ist, das ist eben in der Avijjā-Sutta dargelegt. Wer die Saṅkhārā als Selbst nimmt, trifft auf die fünf Ansichten zu den fünf Khandha: „Dies ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst" – dieser Sutta ist durch Avijjā niedergelegt, durch Avijjā hinterlegt. So zeigt der Meister im Sutta durch Naya und Dhamma. Durch das Nicht-Allgemeine ist eben jenes dort zu erklären – nicht anderes.

„Welche auch immer, Bhikkhus, Samaṇas oder Brāhmaṇas sind, die ‚dies ist Dukkha' nicht im Einzelnen kennen" – die vier Saccas im Einzelnen: was da das Nicht-Kennen ist, das ist Dukkha, das ist der Hetu. Nicht-Kennend häuft er mannigfaltige Saṅkhārā auf – das ist der Nissanda. Was an Diṭṭhigatāni er ergreift: „Nur dies ist Wahrheit, alles andere ist leer" – das ist der Nissanda. Was er an Punabbhava hervorbringt – das ist das Phala. Auch dieser Dhamma ist mit Hetu, Phala und Nissanda erklärt.

Hierbei nun sind manche Dhammā allgemein. Den Hetu werden sie freilich schon von Anfang an im Sutta hinlegen. Wie etwa – wie es sich verhält: „Vier solche Dinge gibt es, Bhikkhus, der Agati-Gänge." Was da zum Chandā-Gang und zum Bhayā-Gang geht – das ist Lobha, die unheilsame Wurzel. Was durch Dosa – das ist eben Dosa. Was durch Moha – das ist eben Moha. So sind diese drei unheilsamen Wurzeln schon von Anfang an zu untersuchen. Wo eines zu erklären ist, da wird eines erklärt. Ebenso zwei, wie drei – denn ohne dass Hetu, Nissanda oder Phala von Anfang an hingelegt worden ist, ist es nicht zu erklären.

Und dazu diese Strophe:

Wer durch Chanda, Dosa, Bhaya, Moha den Dhamma überschreitet –

Sein Ansehen schwindet dahin wie der Mond in der dunklen Hälfte.

Wo Chanda ist, das ist Lobha, wie zuvor dargelegt. Dies ist das Mohādhiṭṭhāna.

35. Was ist nun dasjenige Adhiṭṭhāna, das auf Alobha gegründet ist?

„Den in der Betrachtung des Unreinen Verweilenden, in den Indriya gut Gezügelten,

Der im Essen das Maß kennt, vertrauensvoll, mit angestrengter Energie –

Den überwältigt Māra wahrlich nicht, wie der Wind nicht den felsigen Berg."

Was da das Untersuchen des Unreinen ist – das ist die Loslösung durch Sehen der Gefährlichkeit in den Sinnlichen. „In den Indriya gut Gezügelt" – die Vollendung eben dieses Alobha, durch Nicht-Ergreifen des mir Zugehörigen in den Āyatana. „Der im Essen das Maß kennt" – das Aufgeben des Rasendurstes. So trägt dieser Alobha durch die Betrachtung des Unreinen dem Gegenstand nach; dieser Alobha ist der Hetu. Er trägt durch das Bewachen der Tore in den Indriya in Bezug auf den Bereich, durch das Maßkennen bei Speise in Bezug auf das Äußere – das ist der Nissanda. „Den überwältigt Māra wahrlich nicht, wie der Wind nicht den felsigen Berg" – das ist das Phala. So ist eben jener Dhamma, der am Anfang hingelegt wurde, auch in der Mitte und am Ende.

„Ich sehe, Bhikkhus, keinen einzigen anderen Dhamma, der so wie das Asubhanimitta dem Nicht-Entstehen des noch nicht entstandenen Kāmacchanda und dem Aufgeben des entstandenen Kāmacchanda dient. Wer das Asubhanimitta aufmerksam betrachtet: der noch nicht entstandene Kāmacchanda entsteht nicht, und der entstandene Kāmacchanda wird aufgegeben." Das ist der Gegenstand des Alobha. Was der noch nicht entstandene Kāmarāga dann den Rūparāga und Arūparāga überwältigt – das ist das Phala. So ist auch dieser Dhamma erklärt durch Hetu, Nissanda und Phala. Dies ist das Alobhādhiṭṭhāna.

Was ist nun dasjenige Adhiṭṭhāna, das auf Adosa gegründet ist?

Wenn er auch nur einem Lebewesen gegenüber mit unfeindlichem Herzen Mettā entfaltet, ist er dadurch heilsam;

Allen Lebewesen gegenüber im Herzen Mitgefühl übend, schafft der Edle reichlich Verdienst.

„Wenn er auch nur einem Lebewesen gegenüber mit unfeindlichem Herzen Mettā entfaltet" – das ist Adosa. Der Reiz durch Beseitigung von Bedrängnis: „Er ist dadurch heilsam" – verbunden mit jenem heilsamen Dhamma, gelangt er zur Dhammapaññatti. „Heilsam" – so wie Weise durch Paññā, Gelehrter durch Gelehrsamkeit. „Der Edle schafft reichlich Verdienst" – das ist der Vipāka eben jenes, des Weltlichen, nicht des Überweltlichen. Was da das Entfalten von Mettā ist – das ist der Hetu. Was das Heilsam-Sein ist – das ist der Nissanda. Bis hin zu dem, was an großem Verdienst auf dem Boden des Nicht-Übelwollens hervorgebracht wird – das ist das Phala. So ist Adosa erklärt durch Hetu, Nissanda und Phala.

Elf Vorteile der Mettā-Cetovimutti. Was da die Mettā-Cetovimutti ist – das ist die Cetovimutti durch Leidenschaftslosigkeit in den Ariyadhammā, auf der weltlichen Ebene der Hetu; was das Wohlbefinden ist, das dem Menschen künftig angenehm ist – diese elf Dhammā sind der Nissanda. Und was darin das Wiedergeboren-Werden im Brahmā-Körper ist, ohne sie [die Cetovimutti] vollständig vollbracht zu haben – das ist das Phala. Dies ist das Adosādhiṭṭhāna.


36. Was ist dort das Amohādhiṭṭhāna?

Paññā fürwahr ist die Höchste in der Welt, jene, die zum Durchdringen führt;

Durch die man recht erkennt das völlige Aufhören von Geburt und Tod.

„Paññā fürwahr ist die Höchste" – dies ist das Vatthu. „Die zum Durchdringen führt" – in der Nibbāna-gerichteten durchdringt man gemäß der Wirklichkeit. „Man erkennt recht das völlige Aufhören von Geburt und Tod" – dies ist Amoho. „Paññā" – dies ist der Hetu. Was man erkennt, das ist der Nissanda. Das völlige Aufhören von Geburt und Tod, das ist das Phala. So ist Amoho dargelegt durch Hetu, Nissanda und Phala.

Diese drei, Bhikkhus, sind Indriyāni: das Anaññātaññassāmītindriya, das Aññindriya, das Aññātāvindriya. Was ist dort das Anaññātaññassāmītindriya? Hier, Bhikkhus, erzeugt ein Bhikkhu Chanda zur Durchdringung des Dukkha-Ariyasacca, das noch nicht durchdrungen wurde; er bemüht sich, er ergreift Vīriya, er sammelt den Geist, er strebt an. So ist bei den vier Ariyasaccāni das Zu-Tuende. Was ist dort das Aññindriya? Hier, Bhikkhus, erkennt ein Bhikkhu „dies ist das Dukkha-Ariyasacca" gemäß der Wirklichkeit, und was der Magga ist – dies ist das Aññindriya. Durch das Aufhören der Āsavā wird er frei von Āsavā – dies wird Aññātāvindriya genannt. Ebenso: diese Paññā – das ist der Hetu. Was er als Chanda erzeugt, worin er sich bemüht, was er erkennt – das ist der Nissanda. Weil durch das vollständige Aufhören der Āsavā der Hetu gegeben ist, was da als Ñāṇa beim Aufhören entsteht, und das Ñāṇa beim Nicht-Entstehen – das ist der Nissanda. Was das Arahattaṃ ist – das ist das Phala. Dort: „Vernichtet ist meine Geburt, gelebt ist das Brahmacariya, getan ist das Zu-Tuende" – das ist das Ñāṇa beim Aufhören. „Ich erkenne: es gibt kein Weiteres mehr in diesem Dasein" – das ist das Ñāṇa beim Nicht-Entstehen. So sind diese Indriyāni als Amoho dargelegt durch Hetu, Nissanda und Phala. Diese sind als asādhāraṇa dargelegt.

Was sind dort die sādhāraṇa Kusalamūlāni? „Das Kusala und die Kusalamūlāni, Bhikkhus, will ich euch darlegen." Was ist dort das Kusalamūla? Alobho, Adoso, Amoho. Was ist dort das Kusala? Die acht Sammattāni: Sammādiṭṭhi bis Sammāsamādhi. Was dort die Kusalamūlāni sind – das ist der Hetu. Und was Alobho an drei Kammāni hervorbringt: Sammāsaṅkappa, Sammāvāyāma und Sammāsamādhi – das ist der Nissanda des Alobho. Was dort Adoso ist – das ist der Hetu. Was er als drei Dhammā begründet: Sammāvācā, Sammākammanta und Sammāājīva – das ist der Nissanda. Was dort Amoho als Hetu ist – was er als zwei Dhammā hervorbringt: das unverzerrte Sehen und das Nicht-Ausformulieren – das ist der Nissanda. Was das Phala dieses Brahmacariya ist – das sind die zwei Vimuttiyo: die Cetovimutti durch das Erlöschen von Rāga und die Paññāvimutti durch das Erlöschen von Avijjā – das ist das Phala. So sind diese drei Kusalamūlāni dargelegt: durch Hetu, durch Nissanda und durch Phala. So sind die sādhāraṇa Kusalāni zu durchdringen.

Wo zwei, wo drei – dazu gibt es hier eine Gāthā:

„Das Wägbare und das Unwägbare im Entstehen ließ der Muni los, die Saṅkhārā des Daseins;

Im Inneren ruhend, gesammelt, durchbrach er die Hülle wie das Ei des Eigenwesens aus Avijjā."

„Das Wägbare und das Unwägbare im Entstehen" – das Zusammengesetzte-Wägbare und das Unwägbare. Was dort als zusammengesetzt wägbar ist: diese zwei Dhammā, Assāda und Ādīnava, werden abgewogen. So viel Assāda bei den Kāmā. So viel Ādīnava daran; „dies ist das Nissaraṇa" – so erkennt er Nibbāna. Aus zwei Gründen ist es atula, kann nicht abgewogen werden: „So viel ist dies, nicht mehr, nicht weniger in höchstem Sinne" – deshalb ist es atula. Sodann, weil man es als Kleinod erlangt hat, ist es in seiner Wunderhaftigkeit atula. Was dort das Entstehen-aus-Kusalem, das Kennen und Sehen ist – das ist Amoho. Was das Loslassen der Saṅkhārā des Daseins, das als erkannt gilt, ist – das ist Alobho. Was „im Inneren ruhend, gesammelt" bedeutet, das Zurückziehen der Zerstreuung – das ist Adoso. So sind diese drei Kusalamūlāni. „Das Wägbare-und-Unwägbare im Entstehen" – das ist Amoho. Was das Zusammenfließen der Saṅkhārā des Daseins ist, der Assāda als Lobho der rechten Samādhī – das ist der Hetu. Was das Durchbrechen der Avijjā-Eierschale im Inneren ist – das ist der Nissanda. Diese Pavatti – diese drei dargelegten Kusalamūlāni durch Hetu, Nissanda und Phala.

In diesem Umfang: diese Pavatti und Nivatti – durch die Akusalamūlāni kommt es zur Pavatti, durch die Kusalamūlāni zur Nivatti – durch diese drei geht alles Akusulamūlaṃ in das Zusammenfließen. Jener Dhamma nun, der durch Benennung dargelegt wird als Taṇhā, oder Kodho, oder Asampajaññaṃ, oder Anusayo, oder Makkho, oder Paḷāso, oder Assatī, oder Issā, oder Macchariyaṃ, oder Aññāṇaṃ – durch diese sind die Vatthūni darzulegen, durch die dargelegt werden soll. Wessen diese zwei Benennungen, diese Dhammā-Padāni, dargelegt sind – bei dem gibt es keine Kilesā; wer bei diesen neun Padāni in das Zusammenfassen und Zusammenfließen gelangt: das ist ein Kileso, aber weder Lobho noch Doso noch Moho.

So wie die Akusalamūlāni, so sind die Kusalāni durch Umkehrung darzulegen.

Dies ist das Amohādhiṭṭhāna.

37. Was ist dort das Kāyakammādhiṭṭhāna?

Durch den Kāya soll man Kusalaṃ tun, durch den Kāya soll man gesammelt sein;

Kāyaduccarita aufgebend, soll man durch den Kāya Sucaritaṃ üben.

Diese drei, Bhikkhus, sind Sucaritāni: das Sich-Enthalten vom Töten lebender Wesen, das Sich-Enthalten vom Nehmen, was nicht gegeben wurde, das Sich-Enthalten vom falschen Verhalten in Kāmā. Dies ist das Kāyakammādhiṭṭhāna.

Was ist dort das Vācākammādhiṭṭhāna?

Wohlgesprochen nennen es die Edlen als das Höchste; Dhamma sprechen und nicht Adhamma – das ist das Zweite;

Das Liebe sprechen und nicht das Unliebe – das ist das Dritte; die Wahrheit sprechen und nicht die Lüge – das ist das Vierte.

Diese vier Vacīsucaritāni – dies ist das Vācākammādhiṭṭhāna.

Was ist dort das Manokammādhiṭṭhāna?

Durch den Mano soll man heilsames Kamma tun, durch den Mano soll man gesammelt sein;

Manoduccarita aufgebend, soll man durch den Mano Sucaritaṃ üben.

Diese drei Manosucaritāni: Anabhijjhā, Abyāpādo, Sammādiṭṭhi – dies ist das Manokammādhiṭṭhāna. Diese sind asādhāraṇa Suttāni.

Was sind dort die sādhāraṇa Suttāni?

Die Vācā hütend, im Mano wohlgesammelt, durch den Kāya soll man kein Akusalaṃ tun;

Diese drei Kammapathā soll man reinigen, soll man vollenden den Magga, wie von den Weisen verkündet.

Diese drei, Bhikkhus, sind Pārisuddhiyo: Kāyakammapārisuddhi, Vācākammapārisuddhi, Manokammapārisuddhi.

Was ist dort die Kāyakammapārisuddhi? Das Sich-Enthalten vom Töten lebender Wesen, das Sich-Enthalten vom Nehmen, was nicht gegeben wurde, das Sich-Enthalten vom falschen Verhalten in Kāmā. Was ist dort die Vācākammapārisuddhi? Das Sich-Enthalten von Musāvāda … bis … das Sich-Enthalten von Samphappalāpa. Was ist dort die Manokammapārisuddhi? Anabhijjhā, Abyāpādo, Sammādiṭṭhi. Dies ist das Sādhāraṇasutta.

So sind die sādhāraṇa Suttāni und die asādhāraṇa Suttāni zu durchdringen. Nachdem man sie durchdrungen hat, ist der Attha des Sutta durch Vācā und Kāya darzulegen.

38. Was ist dort das Saddhindriyādhiṭṭhāna?

Wessen Saddhā in den Tathāgata unerschütterlich und fest gegründet ist;

Und wessen Sīla heilsam ist, von den Ariya geliebt und gelobt;

Wessen Pasādo im Saṅgha vorhanden ist und wessen Dassana gerade ist –

Den nennt man „nicht arm"; nicht vergeblich ist sein Leben.

Saddhā fürwahr ist Freude-Weckerin, Erweckerin von Hingabe; nicht hält jener Saddhā zurück –

„Alles möge sein" – so wendet er sich dem Bhagavant zu: solche Dhamma-Sampasādo.

Dies ist das Saddhindriyādhiṭṭhāna.

Was ist dort das Vīriyādhiṭṭhāna?

Beginnt, tritt vor, setzt euch ein im Buddhasāsana;

Schüttelt das Heer des Maccū ab, wie ein Elephant ein Schilfrohrhäuschen.

Diese vier, Bhikkhus, sind Sammappadhānā – dies ist das Vīriyādhiṭṭhāna.

Was ist dort das Satindriyādhiṭṭhāna?

Dem Satimant ist stets Glück beschieden, Glück sei dem Satimant;

Dem Satimant ist stets das Bessere, der Satimant gedeiht in Glück.

Die vier Satipaṭṭhānā sind ausführlich darzulegen – dies ist das Satindriyādhiṭṭhāna.

Was ist dort das Samādhindriyādhiṭṭhāna?

Dich, der du Lenker der zu Zähmenden bist, denken Devā und Menschen im Geiste herbei;

Alle Atmenden würden vollständig erkennen, den Stillen, den Samādhi, das Friedvolle, das du pflegst.

Diese drei, Bhikkhus, sind Samādhī: Savitakko Savicāro, Avitakko Vicāramatto, Avitakko Avicāro. Dies ist das Samādhindriyādhiṭṭhāna.

Was ist dort das Paññindriyādhiṭṭhāna?

„Paññā fürwahr ist die Höchste in der Welt" – ausführlich.

Diese drei, Bhikkhus, sind Paññā: Sutamayī, Cintāmayī, Bhāvanāmayī. Dies ist das Paññindriyādhiṭṭhāna-Sutta. Dies sind die Indriyādhiṭṭhānāni als asādhāraṇa Suttāni.


39. Was sind dort die gemeinsamen Sutta-Texte zu den Indriya-Adhiṭṭhānāni?

„Wer bei Sinnesfreuden nicht frei von Begierde ist, dessen fünf Indriyā sind schwach;

Saddhā, Sati und Vīriya, Samatho und Vipassanā –

Wer einem solchen Bhikkhu nahetritt, der wird schon vorher zugrunde gerichtet."

Die fünf Indriyā. Das Indriya beginnend mit dem Saddhindriya ist zu betrachten. Das Sutta ist ausführlich anhand der drei Arten unerschütterlichen Vertrauens auszuarbeiten. Dies sind die gemeinsamen Sutta-Texte zu den Indriya-Adhiṭṭhānāni. Was zu einem heilsamen oder unheilsamen Sutta in einem entsprechenden Bezug steht, das ist durch eben dieses Adhiṭṭhāna zu weisen – kein anderer Dhamma ist zu weisen. Das dort Gemeinsame: weder heilsam noch unheilsam ist das Gemeinsame, wie die gemeinsamen heilsamen Wurzeln und die gemeinsamen unheilsamen Wurzeln – ein aufgestiegener Kāmavitakka wird aufgegeben … (usw.) … die vier Sammappadhānā: Heilsames und Unheilsames.

Dazu die folgenden Zusammenfassungsverse:

Der Vitakka dient dem Eigennutz; „wer gibt, ist beliebt" – so heißt es; Wer ein Lebewesen tötet – drei sind seine Merkmale des Toren.

Unter Hunderten von Weisen und jenen Samaṇas und Brāhmaṇas; Durch Chandā, Dosā, Bhayā, Mohā – durch die vier Abwege.

Der im Betrachten des Unreinen verweilt; und das Unreine bei den Nimitta; Auch wenn es ein einziges geliebtes Wesen ist – Freunde, wenn sie gut gesprochen haben.

Paññā ist die Höchste in der Welt; Anuññā, drei Indriyā; Die heilsamen und unheilsamen Wurzeln, das Wägbare und Unwägbare und ihr Entstehen.

Heilsames möge man durch den Kāya tun, und die drei Arten tugendhaften Handelns; Das trefflich Gesagte nennen die Heiligen die Sprachwerke des Tugendhaften.

Heilsames möge man durch den Kāya tun; und die Misstaten des Mano; Stets den Kāya beschützend – und die drei Arten der Reinheit.

Wessen Saddhā gegenüber dem Tathāgata und im Samuppāda, wie gelehrt – „Macht euch auf, tretet vor" – und das Wesen der Sammappadhānā.

Dem Achtsamen ist stets Heil; das Kultivieren der Satipaṭṭhānabhāvanā; Und dem, der ohne rechtes Wissen begehrt, und die drei Samādhis.

Paññā ist die Höchste in der Welt; die drei Arten der Paññā wurden dargelegt; Wer bei Sinnesfreuden nicht frei von Begierde ist – und ebenso die fünf Indriyā.

So lautet im Peṭakopadesa des Thera Mahākaccāyana, des Bewohners des Jambuvana-Waldes, die Dritte Bhūmi namens Suttādhiṭṭhāna.

4. Suttavicaya – Vierte Bhūmi

40. Was ist dort das Suttavicaya?

Dort wird von Anfang bis Ende gründlich geprüft mit Hilfe heilsamer Dhammas und unheilsamer Dhammas. „Was hat dieses Sutta zum Ausgangspunkt genommen? … (usw.) … Stimmt es mit jenen Suttas zusammen, die in dichterer Bedeutung verbunden sind, oder stimmt es nicht überein?"

So wie der Erhabene am Anfang die Kilesas darlegt – was wurde dort gelehrt? Es ist zu prüfen: Wurde die Aufgabe jener Kilesas gelehrt, oder nicht? Falls die Aufgabe jener Kilesas vom Erhabenen nicht gelehrt wurde, sind die heilsamen Dhammas zu suchen, bei denen jene unheilsamen aufgegeben werden. Falls man beim Suchen nicht fündig wird, sind die unheilsamen Dhammas dort herauszuziehen und zu untersuchen – ein Saṃkilesabhāgiyasutta –, wenn die Kilesas tatsächlich herausgezogen werden. Oder jene, die keinen Anhalt geben: dort ist zu untersuchen, ob die Dhammas des Ariyamagga in jenen Bhūmis die Kilesas zur Aufgabe bringen oder nicht. So viele Kilesas auch gelehrt wurden – nicht in demselben Ausmaß wurden die Ariya-Dhammas gelehrt. Wo die Kilesas aufgegeben werden, dort sind jene Kilesas, die nicht mit den Ariya-Dhammas in ihrer Entgegensetzung übereinstimmen, herauszuziehen; wenn sie beim Herausziehen einen Anschlusspunkt ergeben. Dort ist so zu untersuchen: „Zwei oder drei oder mehr Kilesas werden durch einen einzigen Ariyamagga aufgegeben." Falls beim Untersuchen in dieser Weise ein Anschlusspunkt entsteht, ist dort weiter zu prüfen: durch Überlieferung oder durch Sammlung des Piṭaka – ob eine Bedeutung des Suttas vorhanden ist oder nicht vorhanden. Was auch immer nicht möglich ist, im Sutta aufzuzeigen, daran ist im Sutta nicht zu zweifeln. So sind am Anfang die heilsamen Dhammas zu betrachten. Welche Kilesas aufzugeben sind – diese sind zu untersuchen. Ob die vorausgehende heilsame Entgegensetzung oder die vorausgehende Desanā – vollständig, ohne Mangel und ohne Überschuss, ist sie aufzunehmen. Wie der erste Uttila:¹ „Von den Kilesas, die jetzt vorhanden sind, und den Ariya-Dhammas, die gelehrt wurden – werden diese Kilesas durch jene Ariya-Dhammas aufgegeben oder nicht aufgegeben?" – das ist zu untersuchen. Wenn sie beim Prüfen übereinstimmen, ist es aufzunehmen. Wenn sie nicht übereinstimmen: die Kilesas, die keine Entgegensetzung haben, sind nicht herauszuziehen; und die Ariya-Dhammas, die in Entgegensetzung stehen, sind herauszuziehen. Denn Ariya-Dhammas führen nicht zur Aufgabe von Kilesas des Anāgāmi-Stadiums, und auch Ariya-Dhammas führen nicht zur Aufgabe aller Kilesas. Wie die heilsame Mettā und der unheilsame Rāga – nicht indem man die heilsame Mettā als solche behandelt, geschieht durch sie die Aufgabe des unheilsamen Rāga; Byāpāda geht durch Mettā zur Aufgabe. Daher sind beide Kilesas zu untersuchen. Welcher Dhamma auch immer als heilsam oder unheilsam aufgezeigt wird, der ist herauszuziehen. Falls sie beim Herausziehen übereinstimmen, gibt es kein weiteres Untersuchen. „Zwei Kilesas mögen durch einen Ariya-Dhamma aufgegeben werden, oder durch zwei Ariya-Dhammas mag eine Kilesa aufgegeben werden."

Oder auch wenn es beim Untersuchen auf diese Weise einen Anschlusspunkt ergibt: dort ist zu untersuchen; oder, wie es einen Anschlusspunkt ergibt, so ist zu untersuchen; oder, wie man nicht imstande ist, das Sutta aufzuzeigen – im Sutta ist nicht zu zweifeln. Diese Kilesas, die gelehrt wurden, und jene Ariya-Dhammas, die gelehrt wurden – sei es in Versen oder in Erklärungen –, sind von beiden Seiten zu prüfen: „Werden diese Kilesas durch jene Ariya-Dhammas aufgegeben oder nicht aufgegeben? Oder führen jene Ariya-Dhammas zur Aufgabe dieser Kilesas?" – so ist zu prüfen. Und obgleich unheilsame Dhammas durch heilsame Dhammas zur Aufgabe gelangen – nicht durch alle Ariya-Dhammas gelangen alle Unheilsamen zur Aufgabe. Wie Mettā heilsam ist und Rāga unheilsam – nicht indem man die heilsame Mettā als Rāga behandelt: Rāga geht durch Mettā zur Aufgabe, Byāpāda geht durch Mettā zur Aufgabe. So: indem man es als Kilesa behandelt, geht es durch das Sutta zur Aufgabe. Nicht indem man den Dhamma des Suttas als solchen behandelt, führt alles zur Aufgabe der Kilesa. Was aber der Ariya-Dhamma des Suttas ist, der der Befleckung entgegensteht, der geht durch jenen zur Aufgabe.

41. Dort gilt: Wenn in einem Sutta oder einer Erklärung über heilsame Dhammas die Befleckungen nicht übereinstimmen oder die Ariya-Dhammas nicht übereinstimmen, so sind diese durch den Mahāpadesa anzuweisen und gliedweise herauszuziehen. Dort gilt: Obwohl in Bezug auf die gelehrten Kilesas und die Ariya-Dhammas jene Kilesas durch jenen Ariya-Dhamma zur Aufgabe gelangen – auch dort ist weiter zu prüfen: „Aus welchem Grund sollen diese Kilesas aufgegeben werden, aus welchem Grund wurden die Ariya-Dhammas gelehrt?" In welcher Weise auch immer die Ariya-Dhammas gelehrt wurden, auf eben jene Weise ist diese Kilesa etabliert. Es gibt eine Kilesa, die durch jene Ariya-Dhammas nicht auf andere Weise aufzugeben ist – so wie Diṭṭhi, Rāga und Avijjā durch Dassana aufzugeben sind. Wenn nun diese Avijjā und die Dhammas der Bhāvanā durch Bhāvanā aufzugeben sind – eben diese wird durch das des Höheren Bereichs,² durch das Erblicken des Ungestalteten, durch die Befreiung, durch den Animitta-Cetosamādhi, durch Nichtbeachtung aufgegeben. So ist mit Bedeutung und mit Wortlaut zu prüfen. Die Kilesas, die durch Dassana aufzugeben sind – für sie wurde der Ariya-Dhamma in der Weise des Dassana gelehrt; die durch Bhāvanā aufzugeben sind – für sie in der Weise der Bhāvanā; die durch Gebrauch aufzugeben sind – für sie in der Weise des Gebrauchs; so ist in dieser Weise durch Beseitigung aufzugeben, bis hin zu den sieben Āsavas, und darüber hinaus auf mancherlei Weise.³ Denn dieser Dhamma ist auf die eine Weise aufzugeben, und der Ariya-Dhamma wurde auf eine andere Weise gelehrt; jener Ariya-Dhamma ist auf andere Weise zu suchen. Wenn man diesen Dhamma sucht – welcher auch immer ihn lehrt und auf welche Weise auch immer, jener Ariya-Dhamma ist auf jene Weise zu suchen; auf jene Weise wird die Kilesa aufgegeben. Das ist dort zu untersuchen. Wenn es nicht übereinstimmt – wenn durch jenes Sutta ein Sutta nahegelegt wird, ist es zu untersuchen. Wie es übereinstimmt, so ist es aufzunehmen. Wie es nicht übereinstimmt, so ist es nicht aufzunehmen – mit Sicherheit wurde dies vom Erhabenen nicht gesprochen, oder es wurde von einem Ehrwürdigen falsch aufgenommen; wie im Mahāpadesa anzuweisen ist: was vom Erhabenen so, wie es ist, gelehrt wurde – des Dhammas, der gelehrt wurde, sei er heilsam oder unheilsam, ist die Bedingung zu suchen. Denn ohne Bedingungen entsteht kein Dhamma bedingungslos. Was ist dort die Weise des Suchens?

Dort ist dies zu untersuchen: „Dieser Dhamma wurde als mit Ursache und mit Bedingung versehen, so beschaffen, gesagt." Und jene Bedingung ist dreigestaltig: schwach, mittel und stark. Dort ist bei einer schwachen Bedingung ein schwacher Dhamma aufzunehmen; ist es so, ist diese Bedingung zweifach: eine Fernbedingung und eine unmittelbar angrenzende Bedingung. Jene Bedingung ist von der Schwäche her bis hin zur Stärke zu suchen. Aus welchem Grund? Auch eine einzelne Bedingung gelangt durch andere Bedingungen zur Vollständigkeit oder Erfüllung. Dort ist des Dhammas, der gelehrt wurde, durch diese oder jene Ursache die Hetu zu suchen. Wie durch Bedingung der Hetu-Paccaya, so ist von jenem Dhamma das Nissanda zu suchen. Wie der im Adhiṭṭhāna Genannte die Vorrangigkeit sucht – so ist die Bedingung zu suchen. Denn das starke Nissanda eines schwachen Dhammas oder der schwache Dhamma eines starken Nissanda ist nicht zutreffend; vielmehr gilt: Schwaches passt zu Schwachem, Mittleres zu Mittlerem, Starkes zu Starkem – das ist aufzunehmen; wenn es nicht passt, ist es nicht aufzunehmen. Was auch immer der Erhabene als Dhamma zu lehren begonnen hat, eben jenen Dhamma lehrt er mit Mitte und Ende, wie er die Dhammas im Suttādhiṭṭhāna am Anfang aufzeigt – eben jenes ist vielfältig das Ende jenes Suttas. Denn kraft jenes Dhammas ist jenes Sutta – sei es ein Vers oder eine Erklärung, klein oder groß. Wie nun zweierlei ist: die Angleichung – Einpassung und Lehr-Einpassung. Auch die Gestalt ist beim Dhamma zu suchen. So wie vom Erhabenen die Zügelung der fünf Indriyā um der Niederhaltung der Taṇhā willen gelehrt wurde – so ist der Wille vorhanden. Er lehrt es, wie im Gopālaka-Gleichnissutta; auch durch andere Suttas spricht der Erhabene – der Wille ist vorhanden – im Majjhima-Nikāya: „Dieser Vitakka entspricht der Desanā des Erhabenen" – so ist jener Dhamma auch in anderen Erklärungen zu suchen. Denn er ist nicht allein in einem Sutta zu betrachten. Was übereinstimmt, das ist aufzunehmen.

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¹ „Uttila" ist ein Eigenname mit unsicherem Referenten; möglicherweise handelt es sich um eine im Kanon nicht weiter belegte Lehrerfigur oder einen Textüberlieferungskontext. Der Ausdruck „paṭhamo uttilo" bleibt philologisch ungeklärt.

² Pāli: „uddhaṃbhāgiyaṃ" – terminus technicus für das „Höhere-Bereich-[Joch]" (uddhaṃbhāgiya-saṃyojana), d. h. die fünf höheren Fesseln, deren Überwindung zum Arahant führt.

³ Pāli: „yāva satta āsavā kātabbā, yāvaññathā" – der genaue Bezug dieser Wendung bleibt im Kontext der Handschriftenüberlieferung textkritisch unsicher.


42. Was ist darin das Gebilligte? Was auch immer an Sutta vom Bhagavā nicht gesprochen wurde – und das findet sich in den Suttas nicht –, so ist dies zu bewahren. Wie von dem und dem gesprochen wurde – dieses Sutta ist zu prüfen: Ist dieses Sutta nun gebilligt-angemessen für den Bhagavā, oder ist es nicht gebilligt-angemessen? Ist eine bestimmte Gestalt eines Sutta dem Bhagavā gebilligt-angemessen, eine andere Gestalt nicht gebilligt-angemessen? Was der Zehnmächtige lehrt, ohne es vollständig auf das jeweilige Gebiet zu entfalten – dieses Sutta insgesamt ist dem Bhagavā nicht gebilligt-angemessen. Es gibt auch den Fall, daß ein Śrāvaka das Lehrfeld des Zehnmächtigen im besonderen und im allgemeinen kennt, die Kraft jedoch nicht vollständig kennt – anders nämlich durch bloßes Hören –, wie der Ehrwürdige Sāriputta einen Brahmanen unterwiesen hat: Jenem Ehrwürdigen fehlte das Wissen um die Verschiedenheit der Fähigkeiten und Kräfte von Person zu Person; da er jene Person und die darüber hinaus nicht kannte, erweckte er, obwohl eine höhere Aufgabe vorhanden war, [Zuversicht], und er wurde vom Bhagavā getadelt. Wie der Ehrwürdige Mahākassapa seinen Neffen unterweist – mit einem Anantariya ausgestattet, durch das Iddhi-Wunder die Finger zum Leuchten bringend –: das Wissen der Ursachen und Gründe aller Dhammas, aller Kamma-Übernahmen, wie sie wirklich sind, ist jenem Ehrwürdigen zugänglich; deshalb unterweist er ihn, und der Bhagavā billigt dies:

„Auch wenn du, Kassapa, zehn Fackeln trägst – er wird die Formen doch nicht sehen, denn das Auge ist bei ihm nicht vorhanden."

Doch wie ein Bote im Auftrag des Königs die Wesen belehrt, so lehrt ein Nachfolgender anderen eine Botschaft, die nicht die seine ist. Ein gebilligt-angemessenes Sutta ist zu nehmen. Ein nicht-gebilligt-angemessenes ist nicht zu nehmen.

Was ist darin der Suttasaṅkara? Das Sutta ist fünffach: dem Saṃkilesa zugehörig, der Vāsanā zugehörig, dem Dassana zugehörig, der Bhāvanā zugehörig, dem Asekha zugehörig. Man erfreut einen, lehrt aber einen anderen; den Sinn eines anderen Sutta weist man in einem anderen Sutta auf. Oder man weist den Sinn eines Sutta in mannigfacher Weise auf. Man erläutert den Sinn in der Verwirklichung des Ariya-Dhamma. Den Sinn des der Vāsanā zugehörigen weist man in den dem Dassana zugehörigen auf. Den Sinn der unteren Fesseln weist man in den oberen auf. Die Fähigkeiten der Schwachen und Mittleren weist man in den Suttas der Starken auf. So ist dies die Vermischung des Sutta – durch Ursache, Ausfluß, Frucht und Aufweisung sowie durch Schwache, Mittlere und Starke, durch Sinn und durch Wortlaut –, welche Vermischung Suttasaṅkara genannt wird. Was Nicht-Vermischung ist, das wird Suttavicaya genannt.

Dazu die Zusammenfassungsgāthā:

Unversehrtheit des Früheren, Bedingung des Wahrhaftigen; Ausfluß zusammen mit Vāsanā, Billigung, Suttasaṅkara.

Des Thera Mahākaccāyana

Suttavicaya – die vierte Bhūmi.

5. Die fünfte Bhūmi

43. Was ist darin der Hāravibhaṅga? Dort, wo die sechzehn Hāras buchstabenweise zur Unterscheidung gelangen. Darin zuerst der Desanāhāra. Dazu diese Gāthā: heilsam oder unheilsam, oder Wahrheiten, oder ein Teil der Wahrheiten. Was ist gelehrt? Die Prüfung im Sutta – das ist der Desanāhāra. Wie die Ariyasaccas: die Darlegung, die vier Saccas, gemeinsame und nicht-gemeinsame. Und die achtzehn Begriffe: aus Dukkha sieben Glieder in Kurzfassung – durch körperliches und geistiges Dukkha, durch Verbindung mit dem Unlieben und Trennung vom Lieben sowie durch die drei Bedingten. Darin die drei Lakkhaṇas des Bedingten und die drei Dukkhatās: Entstehen ist Lakkhaṇa des Bedingten; die Dukkhatā der Saṅkhāradukkhatā ist Dukkha und Lakkhaṇa des Bedingten; die Dukkhatā der Vipariṇāmadukkhatā ist das Anders-Werden und Lakkhaṇa des Bedingten; die Dukkhatā der Dukkhadukkhatā ist Dukkha. Auf den drei Ebenen der Vedanā: bei der weder-leidvollen-noch-freudvollen Vedanā ist Entstehen Lakkhaṇa des Bedingten; die Dukkhatā der Saṅkhāradukkhatā ist das dritte Lakkhaṇa des Bedingten; bei der freudvollen Vedanā ist die Dukkhatā der Vipariṇāmadukkhatā das Anders-Werden und Lakkhaṇa des Bedingten; bei der leidvollen Vedanā ist die Dukkhadukkhatā Dukkha. In diesen neun Gliedern, in den ersten sieben Gliedern, in den sechzehn Gliedern ist Dukkha zu suchen; elf Lakkhaṇas der Dukkhatā sind im Niddesa ausgewiesen. Das Lakkhaṇa des Erscheinens durch das Erscheinen der Geburt und das Lakkhaṇa des Schwindens ist das Schwinden – in Ausführlichkeit sind fünfzehn Glieder zu entfalten. So sind in sieben und zehn Gliedern gemeinsame und nicht-gemeinsame, in der dreifachen Sāsanapaṭṭhāna, in den achtzehn Suttādhiṭṭhānas, in den zehn Suttavidheyas, in den sechzehn Hāras, in der einundzwanzigfachen Pavicayavīmaṃsā dies gelehrt – und wie es wirklich ist, wurde gelehrt: das nennt man Desanāhāra.

44. Was ist darin der Vicayahāra?

Glied, Frage und Befragung, was ist früher, was ist später; die Antwortfolge – das ist der Vicaya: der Hāra wird als Vicaya bezeichnet.

„Glied" – das ist das erste Glied. Was ist sein Sinn? Was der Bhagavā, befragt vom Ehrwürdigen Ajita, [geantwortet hat] – das ist zu nehmen. Wie viele Glieder wurden befragt in der Gāthā „womit ist die Welt verhüllt" usw.? Diese Glieder – wie viele sind es? Vier – so die Befragung zur Antwort. Mit wie vielen Gliedern hat der Bhagavā geantwortet? Die Antwort auf die Glieder – die Darlegung der Glieder in der Befragung: das nennt man „Glied".

„Frage" – das sind jene vier Glieder. Wie viele Fragen? Eine, oder zwei, oder mehrere – jene vier Glieder sind eine Frage; der Wortlaut folgt dem Sinn, es werden auch mehrere Glieder zu einer einzigen Bedeutung befragt. Jene vier dem Sinn folgenden Glieder sind durch den Wortlaut eine einzige Frage. „Womit ist die Welt verhüllt" – er fragt im Blick auf die Welt; „womit erleuchtet sie sich nicht, was ist ihre Bedeckung, sagst du" – eben dasselbe befragt er; „was ist ihre große Gefahr" – eben dasselbe befragt er. So ist ein dem Sinn folgender Wortlaut eine einzige Frage. Diese Frage ist vierfach: als bestimmt zu Beantwortende, als zu unterscheidend Beantwortende, als durch Gegenfrage zu Beantwortende, als Beiseitezulegende. Darin: „Das Auge ist unbeständig" – bestimmt zu beantworten; „was unbeständig ist, das ist Dukkha" – unterscheidend zu beantworten; „es könnte Unbeständiges geben, das nicht das Auge ist, auch Āyatanas, die nicht das Auge sind, und auch diese sind unbeständig, nicht nur das Auge" – das ist unterscheidend zu beantworten; „was das Auge ist – ist das das Sehindriya?" – durch Gegenfrage zu beantworten; „das Auge ist der Tathāgata" – beiseitezulegen; „abgesehen vom Auge" – eine beiseitezulegende Frage. Womit wurde der Bhagavā mit dieser Frage befragt? Nach der Befleckung der Welt wurde er befragt. Warum? Denn dreifach ist die Befleckung: Taṇhāsaṃkilesa, Diṭṭhisaṃkilesa und Duccaritasaṃkilesa. Darin: „Durch Unwissenheit verhüllt" – er zeigt Unwissenheit; „Begehren" – er zeigt Taṇhā; „große Gefahr" – er zeigt die Frucht des unheilsamen Kamma; „daß der Strom des leidvoll empfundenen Vipāka eines freudig empfundenen Kamma entstehen werde – diese Möglichkeit besteht nicht" – so antwortet der Bhagavā. Mit vier Gliedern: „Durch Unwissenheit ist die Welt verhüllt" … usw. … so wird es gesagt.


45. Dann fragt er weiter – die Strophe „Sotāni sabbadhi savanti" –, er fragt vier Pāda, und der Bhagavā beantwortet sie mit zwei Pāda:

„Was in der Welt die Sotāni sind – die Sati ist ihr Verschluss; Die Eindämmung der Sotāni nenne ich dies; durch Paññā werden sie verschlossen."

Diese vier Pāda beantwortet er mit zwei Pāda. „Dieses Pāda" – gefragt nach der Reinigung jener befleckten Welt – bedeutet: Die Sotāni, die sechs Gruppen von Taṇhā, sind durch den Ausdruck „viele" mit allen Āyatana bezeichnet. „Womit werden jene Sotāni aufgehalten?" – er fragt nach der Aufhebung des pariyuṭṭhāna; „womit werden die Sotāni verschlossen?" – er fragt nach der vollständigen Ausrottung der anusaya. Dabei lehrt der Bhagavā durch Sati an den sechs Türen: Denn wer klar verstehend an der Sati-Türe verweilt, dem entstehen behütete Indriya. Dort, wo die Indriya behütet sind, trägt jede Vipassanā bezüglich dieser und jener Sotāni sowie bezüglich jener Avijjā, durch die die Welt verhüllt ist, zur vollständigen Beseitigung bei. So sind die Sotāni auch verschlossen – danach fragt er weiter:

„Paññā und Sati und Nāmarūpa – zu dem Bhagavā gelangt, um zu fragen: Wo kommt dies zur Ruhe?" – diese vier Pāda beantwortet der Bhagavā mit einem Pāda:

„Diese Frage, die du fragst, Ajita, dies sage ich dir … usw. …; Durch das Aufhören des Viññāṇa – hierin kommt dies zur Ruhe."

Was wird mit dieser Frage gefragt? Die Anupādisesa-Nibbānadhātu wird gefragt; der Bhagavā beantwortet sie mit der Anupādisesa-Nibbānadhātu. Dabei fragt er mit der ersten Frage nach dem Saṃkilesa. Mit der zweiten Frage fragt er nach der Reinigung. Mit der dritten Frage fragt er nach der Sopādisesa-Nibbānadhātu. Mit der vierten Frage fragt er weiter nach der Anupādisesa-Nibbānadhātu – danach fragt er weiter:

„Jene, die als Saṅkhātadhammā gelten, und jene Sekhā, die hier viele sind – deren besonnenen Wandel, gefragt, verkünde mir, Verehrter."

Er fragt diese vier Pāda. Und wie viele Fragen gibt es denn dort – die Saṅkhātadhammā, das sind die Arahantā, und die Sekhā? Was ist das Frühere und was das Spätere – das ist der Inhalt. Welches fragt er zuerst, welches danach? Den Arahanta fragt er zuerst. Die Sekhā-Dhammā – womit wird dort „Saṅkhātadhammā" erfasst? Die Arahantā werden damit erfasst; mit „Puthū" werden die Sekhā erfasst. „Tesaṃ me nipako" – ein gemeinsames Pāda fragt den Bhagavā. Dabei sind unter den Fragen sowohl gemeinsame als auch nicht gemeinsame zu fragen. Der Bhagavā beantwortet sie. Nicht so, wie gefragt wurde – was zuerst gefragt wurde, beantwortet er zuletzt; was zuletzt gefragt wurde, beantwortet er zuerst. Was wurde dabei gefragt? „Was ist der Wandel jener, die gereinigt sind, und jener, die sich reinigen?" – dies wurde gefragt. Das: „Er soll in Sinnesfreuden nicht begehren; im Geiste ungetrübt sei er" – mit diesen Worten hält der Bhagavā durch vitakka die pariyuṭṭhāna auf; doch die zwei: Getrübtsein durch vitakka und pariyuṭṭhāna – so wie es bei den Nīvaraṇa dargelegt ist. „Kundig in allen Dhammā" – damit beantwortet er den Arahanta.

Die Strophe „Kenassu tarati oghaṃ" – diese vier Pāda; vier Fragen genau. Warum? Weil dort die Formulierung nicht dem Sinn folgend ist wie bei den ersten Ajita-Fragen; daher sind es nicht ausschließlich viele Antworten auf eine, sondern viele Fragen – und doch nicht bloß eine –, und er fragt nicht alle auf einmal, der zuvor Beantwortete, wie bei der vierten Ajita-Frage. Was dabei gemäß der Wirklichkeit durch die Verknüpfung der Suchbewegung mit dem Antwortpāda gesucht wird – so sucht er gemäß der Wirklichkeit. Wer aber hier so fragt, für den ist, was die Art des Fragens betrifft, die Strophe „Antojaṭā bahijaṭā" in der Frage-Antwort zu suchen. Wie beantwortet sie der Bhagavā? Die Strophe: „Sīle patiṭṭhāya naro sapaññā." Dort: zur Entwicklung des citta gehört samatha, zur Entwicklung der paññā gehört vipassanā. Daraus wird geschlossen: Die Dhammā, die durch samatha und durch vipassanā aufgegeben werden, das sind diese antojaṭā und bahijaṭā. Dabei die Beantwortung: Durch samatha wird rāga aufgegeben, durch vipassanā avijjā. Der rāga, der innere Gegenstände hat, ist antojaṭā; der rāga, der äußere Gegenstände hat, ist bahijaṭā. Die sakkāyadiṭṭhi, die innere Gegenstände hat – das ist antojaṭā. Die einundsechzig diṭṭhigatāni, die äußere Gegenstände haben, sind bahijaṭā; denn was innere Gegenstände hat und auf den Bereich der diṭṭhi gehört, das ist jaṭā. Ebenso kurz gesagt: Jede taṇhā und jede diṭṭhi mit inneren Gegenständen – das ist antojaṭā; jede taṇhā und jede diṭṭhi mit äußeren Gegenständen – das ist bahijaṭā.

So wie die Devatā den Bhagavā fragt mit der Strophe „Catucakkaṃ navadvāraṃ" im Saṃyuttanikāya. Dort beantwortet der Bhagavā mit der Strophe „Chetvā naddhiṃ varattaṃ ca" – der Bhagavā beantwortet damit den Weg, der zur Aufhebung des Dukkha führt. Aus dieser Antwort schließt man auf die Kleśa, die in der vorausgehenden Strophe zu bezeichnen sind. Denn „catucakka" – das sind die vier Hände und Füße. „Navadvāra" – das sind die neun Körperöffnungen. Gemäß dem Typ „catucakka": die vier upādāna; durch upādāna als Bedingung entsteht bhava; durch die Aufhebung von upādāna die Aufhebung von bhava. „Navadvāra" – das sind die neun Arten von māna; denn das Dukkha der māna-Gattung besteht in drei vollständigen Triaden: „überlegen jenem" (seyyaṃ), „gleich ihm" (samaṃ), „geringer" (hīnaṃ). Verbunden mit dieser Triade ist der rāga der fünf Sinnesqualitäten. Dabei wird „naddhī" mit taṇhā beantwortet; „varattā" beantwortet er mit māna. „Icchā, lobho ca pāpako" – das ist der rāga der fünf Sinnesfreuden. Dabei wird „visamalobho pāpako" bezeichnet als „saṃūlataṇhā". „Die in Unwissenheit verwurzelte Taṇhā" – das ist die in Unwissenheit verwurzelte taṇhā, und die Aufgabe von taṇhā und diṭṭhi. Wer aber sonst noch aus irgendeinem Grund durch die Verbindung mit catucakka und aus demselben Grund damit verknüpft ist – alle saṃsāragāmino dhammā sind dort zu bezeichnen. Dabei stimmt diese Strophen-Beantwortung mit der Frage und der Antwort überein. Was nämlich mit der Melodie, dann zusammen mit der Erklärung, in dem anugīti – das ist vicayo. Der Bhagavā singt nach, mit so vielen Pāda, wie er niederlegt, mit so vielen singt er nach.

46. „Mit acht Gliedern ausgestattet, ihr Bhikkhū, ist ein Bhikkhu würdig, als Gesandter zu gehen." Diese acht Pāda sind niedergelegt. Mit sechs Pāda singt der Bhagavā nach:

„Wer nicht erschrickt, wenn er eine lautstarke Versammlung betritt, und die Botschaft nicht verfehlt und den Auftrag nicht verbirgt;

Wer unzweideutig spricht, und wenn befragt, nicht in Zorn gerät – wahrlich, ein solcher Bhikkhu ist würdig, als Gesandter zu gehen."

Dabei singt der Bhagavā nach, mit so vielen Pāda, wie er niederlegt. „Mit sieben Gliedern ausgestattet, ihr Bhikkhū, ist ein kalyāṇamitta piyo garubhāvanīyo" – im Detail –; das singt der Bhagavā mit sieben Pāda nach. So singt der Vielgelehrte nach: weniger Pāda in der Niederlegung, der Vielgelehrte mit neun Pāda in der Niederlegung – bei weniger Pāda in der anugīti singt er mit mehr nach. Dies wird genannt: anugīti und vicayo – dieser heißt Hāra des Vicaya.

Was dort ist der Yuttihāra?

„Aller Hārā Boden und ihr Weidegebiet – die Prüfung von Yutti und Ayutti: dies wird als Hāra Yutti bezeichnet."

Der sechzehn Hārā gemäß – wie die Desanā, wie der Vicayo und was dort dargelegt wird, das ist die Darlegung. „Diese Frage passt in den Suttas nicht" – die Untersuchung, die dabei vorgenommen wird, das ist Yutti.

So wie Sattā mit Ursache und Bedingung ausgestattet Saṃkilesa erfahren: Es gibt Hetu, es gibt Paccayo für das Saṃkilesa der Sattā; Sattā mit Ursache und Bedingung ausgestattet reinigen sich: Es gibt Hetu, es gibt Paccayo für die Visuddhi der Sattā. „Wer mit Sīla ausgestattet ist, Ānanda, von dem braucht nicht erklärt zu werden, damit mir keine Reue entstehe … usw. …; das differenzierte Antworten ist zu üben" – das ist der Weg der Visuddhi. Sein Hetu, sein Paccayo – der Sīlakkhandha hat je vier Hetu und Paccayo. Der Umgang mit guten Menschen und das Wohnen am geeigneten Ort – das ist die Bedingtheit durch upādāna, ist sappaccaya. Das vergangene Kamma, dessen Vipāka Paccayo ist – durch diesen Paccayo die rechte Selbstausrichtung – das ist Hetu. So ist der Sīlakkhandha mit Hetu und Paccayo ausgestattet – das ist das weltliche Sīla.

Was aber das lokuttara Sīla betrifft: Drei Indriya sind sein Paccayo – saddhindriya, vīriyindriya, samādhindriya –, das ist der Paccayo. Satindriya und paññindriya sind Hetu. Durch die zum Durchbruch führende Paññā entsteht das Sīla. Das Sīla des Sotāpanna – dafür ist dies Hetu, dies Paccayo. Was aber dem Samādhi passaddhi, pīti und pāmojja als Paccayo sind – das Sukha ist Hetu –, damit ist der Samādhi-Khandha mit Hetu und Paccayo ausgestattet. Was der im Samādhi Verweilende der Wirklichkeit gemäß erkennt – das ist Paññā. Für diese sind paratoghosa und inneres yoniso manasikāra sowohl Hetu als auch Paccayo – so sind diese drei Khandha mit Hetu und Paccayo ausgestattet, und so die sieben Paññā. Und in den sieben Byākaraṇī-Suttas passt dies nicht. Das ist der Yuttihāra. Er ist an den vier Mahāpadesa zu betrachten.


47. Was ist dort der Hāra Padaṭṭhāna?

Der Jina lehrt den Dhamma, und was das Padaṭṭhāna jenes Dhamma ist –

So weit alle Dhammā reichen: Dies ist der Hāra namens Padaṭṭhāna.

Dort sind die fünf Kāmaguṇā das Padaṭṭhāna des Kāmarāga. Von welchen auch immer Kāmarāga entsteht, entstanden ist oder entstehen wird – bei diesen fünf Āyatanā der Rūpā, nicht anderswo als bei diesen, liegt das Padaṭṭhāna des Kāmarāga. So wird gesagt: Daher sind die fünf Kāmaguṇā das Padaṭṭhāna des Kāmarāga. Die fünf Indriyā sind das Padaṭṭhāna des Rūparāga. Das Manindriya ist das Padaṭṭhāna des Bhavarāga. Die fünf Khandhā sind das Padaṭṭhāna der Sakkāyadiṭṭhi. Die einundsechzig Diṭṭhigatā sind das Padaṭṭhāna des Diṭṭhirāga. Die Kāmadhātu ist das Padaṭṭhāna des Kāmarāga. Die Arūpadhātu ist das Padaṭṭhāna des Arūparāga. Die Sukhasaññā ist das Padaṭṭhāna des Kāmarāga. Die Byāpādasaññā ist das Padaṭṭhāna des Byāpāda. Die Asampajaññatā ist das Padaṭṭhāna des Sammoha. Die neun Āghātavatthū sind das Padaṭṭhāna des Byāpāda. Der neunfache Māna ist das Padaṭṭhāna des Māna. Die angenehme Vedanā ist das Padaṭṭhāna des Rāgānusaya. Die schmerzhafte Vedanā ist das Padaṭṭhāna des Paṭighānusaya. Die weder-schmerzhafte-noch-angenehme Vedanā ist das Padaṭṭhāna des Avijjānusaya. Das Attavādupādāna und das Musāvāda sind das Padaṭṭhāna des Lobha. Das Pāṇātipāta, die Pisuṇavācā und die Pharusavācā sind das Padaṭṭhāna des Byāpāda. Das Micchatta und der Samphappalāpa sind das Padaṭṭhāna des Moha. Bhava, Bhoga und Vokāra sind das Padaṭṭhāna des Ahaṃkāra. Das Ergreifen des Äußeren ist das Padaṭṭhāna des Mamaṃkāra. Die Verhaftung des Kāya ist das Padaṭṭhāna der Diṭṭhi. Der körperliche Dosa ist das Padaṭṭhāna des Dosa. Der körperliche Kāsāva ist das Padaṭṭhāna des Lobha. Welcher Dhamma auch immer durch welches Ārammaṇa auch immer entsteht – durch Saccādhiṭṭhāna oder Dhammādhiṭṭhāna oder Anusayana –, jener Dhamma ist dessen Padaṭṭhāna. Mit jenem Ārammaṇa entsteht jener Dhamma.

Gleichwie ein Mensch, der das Padaṭṭhāna des vorhergehenden Schrittes nicht erlangt, den zweiten Schritt hebt und ihn als Stütze einsetzt – und wenn er auch das Padaṭṭhāna des zweiten Schrittes nicht erlangt, hebt er einen weiteren Schritt, und was dessen Bedingung ist –: ebenso kommt ein Dhamma, sei er kusala, akusala oder abyākata, ohne das Padaṭṭhāna zu erlangen, nicht in Gang. Wie der Quell des Entspringens eines angewandten Dhamma beschaffen ist – dies wird Hāra Padaṭṭhāna genannt.

48. Was ist dort der Hāra Lakkhaṇa?

Wenn ein Dhamma ausgesprochen ist, sind alle Dhammā, die mit ihm dasselbe Lakkhaṇa teilen, damit alle ausgesprochen: dieser Hāra heißt Lakkhaṇa.

Wenn die Strophe gesprochen ist: „Wessen Kāyagatāsati wohl begonnen ist, beständig" – durch die genannte Kāyagatāsati sind die Vedanāgatā-Sati, die Cittagatā-Sati und die Dhammagatā-Sati genannt, durch eines der vier Satipaṭṭhānā. Denn das Citta entfaltet sich nicht bei einer einzigen Viññāṇaṭṭhiti, sondern entfaltet sich in verschiedenen Gängen; wenn die Kāyagatāsati genannt ist, sind auch die auf Vedanā, Citta und Dhammā gerichtete Sati genannt. Denn wenn die Kāyagatāsati entfaltet ist, gehen die vier Satipaṭṭhānā nicht ohne Erfüllung der Bhāvanā. So gilt: Wenn solcherart beschaffene Dhammā genannt sind, sind alle Dhammā genannt.

Die Strophe „Sacittapariyodāpanaṃ – das ist die Sāsana der Buddhas" nennt cetasikā Dhammā, und im Citta ist Rūpa genannt. Dies, Nāmarūpa, ist das Dukkha-Ariyasacca. Von da an: die Sacittapariyodāpanā – was auch immer sie läutert, das ist Dukkha; womit sie läutert, das ist der Magga; wovon das Läutern ausgeht, das ist Nirodha. In Abhängigkeit vom Cakkhu und von Rūpā entsteht Cakkhuviññāṇa; die dabei gleichzeitig entstandenen Vedanā, Saññā, Cetanā, Phassa, Manasikāra – diese Dhammā teilen dasselbe Lakkhaṇa durch das Lakkhaṇa des Entstehens. Wer bei Rūpa Nibbindati, der Nibbindati bei Vedanā; er Nibbindati auch bei Saññā, Saṅkhārā und Viññāṇa. So gilt: welche Dhammā dasselbe Lakkhaṇa teilen – wenn bei einem einzigen von ihnen gezeigt wird, sind alle Dhammā gezeigt. Dies wird Hāra Lakkhaṇa genannt.

Was ist dort der Hāra Catubyūha?

Nirutti und Adhippāya, Byañjanā und Desanā; der Suttattho und der Pubbāparasandhi – dies ist der Hāra Catubyūha.

Was ist dort die Nirutti, und wie ist sie zu untersuchen? Wie vom Bhagavant gesagt: Ein Bhikkhu, der mit elf Gliedern ausgestattet ist, gelangt schnell zu Größe in den Dhammā: Er ist Atthakusala, er ist Dhammakusala, er ist Niruttikusala, er ist Itthādhivacanakusala, er ist Purisādhivacanakusala, er ist Vipurisādhivacanakusala, er ist Atītādhivacanakusala, er ist Anāgatādhivacanakusala, er ist Paccuppannādhivacanakusala; er ist kundig im Einen Adhippāya, er ist kundig in verschiedenen Adhippāyā. Worin wurde gelehrt: Vergangenes, Zukünftiges und Gegenwärtiges. Mit Itthādhivacana, Purisādhivacana und Vipurisādhivacana ist alles gemäß dem Sutta gezeigt. Wer die Suniruttitā und Dunniruttitā eines Sutta nach Byañjanā und Niruttikosalla prüft – dies ist so einzufügen, dies aber ist nicht einzufügen. Dies wird Niruttikosalla genannt.

49. Was ist dort das Adhippāyakosalla? Von dem so gelehrten Sutta gelangt das Ganze an die Reihe: „Dies soll so vom Bhagavant gelehrt werden." Wie: die Strophe „Appamādo amataṃ padaṃ, pamādo maccuno padaṃ" – was ist dort die Absicht des Bhagavant? Diejenigen, die allein das Todeslose anstreben, werden unermüdlich verweilen – dies ist der Adhippāya.

Wer nicht von der Zeit des Yoga zurückkehrt, der wird dort nicht zum Schlimmen gelangen; Der Weg des Schmerzes wurde vom Weisen verkündet: Wessen Āsavā abgeschüttelt sind, werden vom Dukkha befreit werden.

Was ist dort die Absicht des Bhagavant? Diejenigen, die beim Dukkha keine Befriedigung finden, werden die Energie anwenden zur Erschöpfung des Dukkha – dies ist dort die Absicht des Bhagavant. So gilt: Wenn durch eine Strophe oder eine Erklärung gelehrt wurde, und durch dieses Sutta die Vollbringenden – wer so Dhammānudhamma-paṭipajjati, das ist der Adhippāya. Dies wird Desanādhippāya genannt.

Was ist dort der Pubbāparasandhi? Was in einer Strophe oder in Suttā an Padā achtzig ist, so oder so – die früheren Padā jener Strophe oder jenes Sutta und die späteren sind zusammenzuführen. So wird der Sandhi durch Vorderes und Hinteres erkannt. Wenn eine einzige begonnene Strophe, zwei oder drei oder ein Teil davon gesprochen sind, ist der Sinn, der durch die nicht gesprochenen Strophen ungezeigt bleibt, daraus zu erschließen. Was auch immer bei der Untersuchung des Iti Unsicherheit in der Suche ist, die Paññattiā jenes Individuums sind anderweitig zu untersuchen. Dies wird Sandhi durch Vorderes und Hinteres genannt. Das Kosalla in vierfacher Weise: das Nidānakosalla in Bezug auf das Objekt; das Niruttikosalla in Bezug auf Byañjanā; das Desanādhippāyakosalla; das Sandhikosalla durch Vorderes und Hinteres. Wenn dort die Strophe oder das Nidāna untersucht ist – was zu erlangen ist: der Sinn, der nach dem Objekt zu zeigen ist, ist nicht das Nidānakosalla – mit diesen vier Padā wird der Sinn, der untersucht wird, wie er wirklich ist, vollständig untersucht. Und doch ist alles – nach Objekt oder Nidāna, Adhippāya, Byañjana, Nirutti und Sandhi – unübertroffen; so ist es durch Vorderes und Hinteres als Suttattho zu lehren. Dies ist der Hāra Catubyūha.

50. Was ist dort der Hāra Āvaṭṭa?

An einem einzigen Padaṭṭhāna untersucht man das übrige Padaṭṭhāna; es dreht sich zum Gegenglied hin um – Āvaṭṭa ist der Name jenes Hāra.

Wie: die Strophen „Was von den Hochmütigen und Unachtsamen …" Was der Pamāda ist – was ist dessen Padaṭṭhāna? Des Loslassens der kusalā Dhammā. Das Loslassen der kusalā Dhammā aber – was ist dessen Padaṭṭhāna? Des Begehens der akusalā Dhammā. Was ist das Padaṭṭhāna des Begehens der kusalā Dhammā [Pali: kusaladhammapaṭisevanāya – die Fragekette meint hier die akusala-Seite; vgl. den unmittelbaren Kontext]? Was ist das Padaṭṭhāna des Begehens der Kilesavatthū? So gehört durch Pamāda die Diṭṭhi des Mohapakkha zur Avijjā, die des Chandarāgapakkha. Dort gehören Taṇhā und Diṭṭhi zu den vier Āsavā: Taṇhā als Kāmāsava, Bhavāsava, Diṭṭhāsava und Avijjāsava. Dort: die Diṭṭhi „es gibt im Citta" bei den cetasikā Dhammā als „beständig" – durch Einsenken in die fünf Kāmaguṇā der Kāmāsava; das Verhaftetsein an Wiedergeburten der Bhavāsava. Dort ist der Rūpakāya das Padaṭṭhāna des Kāmāsava und des Bhavāsava. Der Nāmakāya ist das Padaṭṭhāna des Diṭṭhāsava und des Avijjāsava.

Dort: das Hineinziehen nach innen durch Anlehnen ist das Lakkhaṇa des Kāmāsava. Das Wünschen, Verstricken, Ansammeln, die Formung des Kāya ist das Lakkhaṇa des Bhavāsava; das Abhinivesa und das Parāmāsa sind das Lakkhaṇa des Diṭṭhāsava. Das Nichtdurchdringen der Dhammā und die Asampajaññā sind das Lakkhaṇa des Avijjāsava. Diese vier Āsavā sind die vier Upādānā: der Kāmāsava ist das Kāmupādāna, der Bhavāsava ist das Bhavupādāna, der Diṭṭhāsava ist das Diṭṭhupādāna, der Avijjāsava ist das Attavādupādāna; durch diese vier Upādānā die fünf Khandhā. Dort ist der Avijjāsava im Citta aufzugeben – er wird im Citta von dem aufgegeben, der Cittānupassanā ausübt. Der Diṭṭhāsava ist in den Dhammā aufzugeben – er wird in den Dhammā von dem aufgegeben, der Dhammānupassanā ausübt. Der Bhavāsava ist durch Loslösung von Verhaftung aufzugeben – er wird in den Vedanā von dem aufgegeben, der Vedanānupassanā ausübt. Der Kāmāsava ist in den fünf Kāmaguṇā aufzugeben – er wird im Kāya von dem aufgegeben, der Kāyānupassanā ausübt. Dort führt die Kāyānupassanā zum Dukkha-Ariyasacca. Die Vedanānupassanā ist die Bedingung der fünf Indriyā – des Sukhindriya, Dukkhindriya, Somanassindriya, Domanassindriya und Upekkhindriya; die siebenfache Kilesaupacāra – damit führt sie zum Samudaya. Die Cittānupassanā beim Citta führt zum Nirodha. Die Dhammānupassanā bei den Dhammā führt zum Magga. Damit werden durch die Schau dieser vier alle aufgegeben, die zuvor gezeigt wurden: „Der Hochmütigen und Unachtsamen – jenen wachsen die Āsavā." Denn für den Wissenden und Sehenden ist die Erschöpfung der Āsavā durch: Dukkha, Samudaya, Nirodha, Magga – denn dies sind die akusalā Dhammā. So sind sie zu untersuchen. So weit wie das Gati jenes Akusala reicht, untersucht man von dort aus durch das Gegenglied die akusalā Dhammā; durch den Hāra jener Kilesā dreht er sich um. Dies wird Hāra Āvaṭṭa genannt. So sind auch die kusalā Dhammā zu untersuchen. Man soll an die akusalā Dhammā herantreten.

Dort ist die Bhūmi des Hāra Āvaṭṭa: Satiupaṭṭhānā und Vipallāsā, die vier Ñāṇā, die Paṭipadā, die zum Entstehen des Sakkāya führt, und die Paṭipadā, die zum Erlöschen des Sakkāya führt.


51. Was ist darin der Vibhatti-Hāra? Was auch immer als unterscheidend zu Erklärendes bezeichnet wird, das wird Vibhatti-Hāra genannt. Wie zum Beispiel: Wenn ein Mensch herankommt und den, der nicht (heran)gekommen ist, nicht tadelt, und bei einer zu befragenden Frage das Überschreiten irgendeines Einzelnen nicht tadelt – dies wird Vibhatti-Hāra genannt.

Was ist darin der Parivattana-Hāra? Was auch immer eine Darlegung des Gegenteils ist, das wird Parivattana-Hāra genannt. Wie es vom Erhabenen gesagt wurde: „Für den Menschen mit rechter Ansicht wird falsche Ansicht aufgezehrt" – in dieser Ausführlichkeit alle Glieder des Pfades. Dies wird Parivattana-Hāra genannt.

Was ist darin der Vevacana-Hāra?

Durch viele Vevacana wird ein Dhamma erhellt; Wer im Sutta das kennt, der Sutta-Kundige – dieser Hāra wird Vevacana genannt.

Wie zum Beispiel der ehrwürdige Sāriputta in einer einzigen Sache durch Vevacana mit verschiedenen Ausdrücken vom Erhabenen gepriesen wurde: „Sāriputta ist einer mit großer Paññā, mit heiterer Paññā, mit schneller Paññā" – dies ist ein Vevacana für Paññā. Und wie in der Maggavibhaṅga der Sinn der Herausführung für jedes einzelne Maggaṅga durch Vevacana dargelegt wurde. Ebenso die Vevacana für Unwissenheit. Eine einzige ungeschickte Wurzel, eben diese, die vorhanden ist, erkennt man in diesen und jenen Gegenden durch diesen und jenen (Ausdruck). Denn damit wird nicht eben dasselbe angesprochen und dann etwas anderes gemeint. „Eines Bhikkhu, der alle Kāma aufgegeben hat" – Kāma wird angesprochen. „Dessen saṅka überwunden ist" – eben diese Kāma spricht er als saṅka (Bedenken) an. „Die Hörenden werden zuvor leidenschaftlich" – eben diese Kāma spricht er als Leidenschaft an. So ist bei einem Dhamma, der in einem Sutta gelehrt wird, danach zu suchen: „Für welchen Dhamma ist dies der Name, für welchen ist dies das Vevacana?" Denn der Allwissende lehrt mit dem jeweiligen Ausdruck, der den jeweiligen (Menschen) angemessen ist, und so ist das Vevacana dafür zu suchen. Dies ist der Vevacana-Hāra.

52. Was ist darin der Paññatti-Hāra? „Die vier Ariyasacca" – das Sutta zeigt dies auf als Nikkhepa-Paññatti. Was hier die Samudaya-Paññatti ist: Bei materieller Nahrung gibt es Verlangen, gibt es Leidenschaft, soweit sie verankert ist. Dort stellt das Viññāṇa die Pabhava-Paññatti dar. Bei materieller Nahrung ist kein Verlangen … (und so weiter) … die Samugghāti-Paññatti.

Dessen Bewusstsein wird auch von den Kāmāsava befreit, wird auch von den Bhavāsava befreit, wird auch von den Avijjāsava befreit – dies stellt die Pahāna-Paññatti dar. Der Vers „Dessen Paññā sich (dem Dhamma) zuwendet, der Taṇhā vorangestellt hat" stellt die Manāpa-Paññatti dar. So jedoch stellt der Erhabene die Manāpa-Paññatti als einen einzigen Dhamma dar. Denn nicht ist, indem Taṇhā als Dukkha-Samudaya genommen wird, überall der Taṇhā-Samudaya darzulegen. Wie: „Er duldet nicht den aufgestiegenen Kāma-Vitakka, vertreibt ihn, lässt ihn fahren" – Paṭikkhepa-Paññatti. So gibt es für alle Dhamma, sowohl der geschickten als auch der ungeschickten, ein Dhamma-Feld; eben dieser Dhamma entfaltet sich dort. Die übrigen Dhamma folgen diesem nach. Diese (Paññatti) ist zweifach – Parādhīna-Paññatti und Sādhīna-Paññatti. Was ist die Sādhīna-Paññatti? „Bhikkhu, entwickelt Samādhi; ein gesammelter Bhikkhu erkennt der Wirklichkeit gemäß." „Form ist unbeständig" – er erkennt der Wirklichkeit gemäß: dies ist die Sādhīna-Paññatti. Und die Parādhīna-Paññatti: dies ist die Paññatti von Paññā und Sīla, wie: „Entwickelt die vier Jhāna." Für diesen gibt es das Samādhindriya; die vier biegsamen Indriya sind jene vier von Parādhīna abhängigen; die drei (anderen) bestätigt er durch unerschüttertes Vertrauen: das Parādhīna-Samādhindriya, die vier Parādhīna-Indriya – in den vier Ariyasacca das nicht-von-Parādhīna-abhängige Paññindriya, in den Satipaṭṭhāna und Sammappadhāna das Vīriyindriya. So ist in seinem eigenen Padaṭṭhāna, in seinem eigenen Feld, dieser Dhamma sādhīna; und er soll dort dargestellt werden. Sein Gegenteil, der Widerstand, ist darzulegen. Hierbei ist bei dieser Paññatti in vielfacher Gestalt (zu fragen): Aus welchem Grund wird dieser Dhamma dargestellt? Dies wird Paññatti genannt.

53. Was ist darin der Otaraṇa-Hāra? In sechs Dhamma ist einzutauchen. In welchen sechs? In Khandha, Dhātu, Āyatana, Indriya, Sacca, Paṭiccasamuppāda. Es gibt kein Sutta, keine Gāthā, keine Erklärung, die sich nicht in einem dieser sechs Dhamma aufzeigen ließe. Soweit umfasst diese gesamte Desanā all jene – seien es Khandha, Dhātu, Āyatana, Sacca oder Paṭiccasamuppāda. Dabei ist von den fünf Khandha der Vedanākkhandha das Padaṭṭhāna für Begierde, Hass und Verblendung. Dabei sind die drei Vedanā: bei angenehmer Vedanā – Freude mit Vicāra, bei schmerzhafter Vedanā – Trübsal mit Vicāra, bei weder-schmerzhafter-noch-angenehmer Vedanā – Gleichmut mit Vicāra. Was dort aber erfahren wird, das ist das Dukkha-Ariyasacca. Von den Khandha ist der Saṅkhārakkhandha (so zu verstehen): dort verfährt der Körper nachlässig weitergehend; und jenes im Saṅkhāra verankerte (Bewusstsein) taucht zweifach in den Bhavaṅga ein; und die drei Saṅkhāra – Puññābhisaṅkhāra oder Apuñña oder Āneñja – sind die Grundursache aller Begierde bei dem, der nicht frei von Begierde ist. Für Hass gelten die Abhisaṅkhāra so: wer nicht frei von Begierde ist, der absichtigt und plant; wer aber frei von Begierde ist, der absichtigt, häuft aber nicht an. Wie ein heißer Blitzkeil, der auf Holz, Baum oder anderswo fällt, zerspaltet und verbrennt – so absichtigt begierige Cetanā und häuft an. Wie ein kühler Blitzkeil weder zerspaltet noch verbrennt – so absichtigt begierefreie Cetanā, häuft aber nicht an. Dabei ist von den fünf Khandha einer der Khandha körperlos (ohne sinnliches Organ): der Saññākkhandha.

Dabei die achtzehn Dhātu. Dabei: wenn die zehn körperlichen Dhātu dargelegt werden, so ist der Rūpakkhandha aufzuzeigen – das Dukkha-Ariyasacca. Und auch die sechs Viññāṇakāya mit Manodhātu als siebtem – dort ist auch der Viññāṇakkhandha aufzuzeigen – das Dukkha-Ariyasacca. Die Dhammadhātu aber ist eine Zusammenfassung aller Dhamma; dieser Dhamma ist durch Ursache, Ausfluss, Frucht, Funktion und Vevacana – durch welches auch immer er erfasst wird – durch eben dieses darzulegen: ob geschickt oder ungeschickt oder unbestimmt oder unbedingt. Von den zwölf Āyatana sind die zehn Āyatana körperlich – dies ist als Dukkha-Ariyasacca darzulegen. Rūpakkhandha und Manāyatana sind durch den Viññāṇakkhandha darzulegen – das Dukkha-Ariyasacca. Das Dhammāyatana ist eine Zusammenfassung vieler Dhamma. Dabei sind die Dhamma, die zu den Indriya gehören, in den Indriya darzulegen; die Dhamma, die nicht zu den Indriya gehören, in den Nicht-Indriya darzulegen. Und sie sind im übertragenen Sinne einzutauchen. Wie jene Dhammadhātu, so ist das Dhammāyatana zu suchen. Denn eben diese Dhammadhātu ist eben dieses Dhammāyatana – weder weniger noch mehr.

Dabei ist der Paṭiccasamuppāda dreifach, vierfach und zweifach. Dabei ist der dreifache Paṭiccasamuppāda: Ursache, Frucht und Ausfluss. Avijjā, Saṅkhāra, Taṇhā und Upādāna – dies ist die Ursache; Viññāṇa, Nāmarūpa, Saḷāyatana, Phassa und Vedanā – dies ist die Bedingung; was Bhava ist – dies ist das Resultat; was Jāti und Maraṇa ist – dies ist der Ausfluss.

Wie ist der vierfache (Paṭiccasamuppāda) in Ursache, Bedingung, Resultat und Ausfluss? Avijjā, Taṇhā, Saṅkhāra und Upādāna – dies ist die Ursache. Viññāṇa ist Bedingung für Nāmarūpa. Nāmarūpa entsteht; ebenso für den so Entstandenen Saḷāyatana, Phassa und Vedanā – dies ist die Bedingung. Was Bhava ist – dies ist das Resultat. Was Jāti und was Jarāmaraṇa ist – dies ist der Ausfluss.

Wie ist der zweifache Paṭiccasamuppāda? Avijjā, Saṅkhāra, Taṇhā und Upādāna – dies ist das Entstehen. Viññāṇa, Nāmarūpa, Saḷāyatana, Phassa, Vedanā, Bhava, Jāti und Maraṇa – dies ist Dukkha. Was aber durch das Erlöschen der Avijjā die Auflösung der Saṅkhāra bewirkt – dies (ergibt) die dem Gegenteil entsprechenden zwei Sacca. Daher ist der Paṭiccasamuppāda, durch welche Weise er auch dargelegt wird, durch eben diese darzulegen.

Ebenso die zweiundzwanzig Indriya. Zwölf Indriya – vom Cakkhundriya bis zum Domanassindriya – dies ist Dukkha. Das Purisindriya und Diṭṭhi sind das Padaṭṭhāna für Taṇhā. Weil der Mann zu dem, was Männer (zu tun) pflegen, (neigt) – so kommt er innerlich in Erregung. Dieser Ahaṃkāra, der leidenschaftlich auf jenes äußerlich sucht – dies ist der Mamaṃkāra; ebenso (bei der) Frau. Dabei sind Sukhindriya und Somanassindriya dem Purisindriya nachfolgend. Dessen mit vollem Vorsatz (ausgestattete) Lobha-Dhamma wachsen in der geschickten Wurzel. Wenn aber dieser Vorsatz seine Erfüllung nicht erlangt, dann entfalten sich für ihn Dukkhīndriya und Domanassindriya. Und Dosa als ungeschickte Wurzel wächst. Wenn er aber Upekkhā entwickelt, werden (andere) dem Upekkhindriya nachfolgend. Und Amoha als geschickte Wurzel wächst. So sind die sieben Indriya, die die Kilesa als Grundlage nehmen – jene (Indriya), die (in dieser Hinsicht) nicht maßgeblich und untergeordnet sind: alle Vedanā, Itthindriya und Purisindriya. Dabei: acht Indriya – vom Saddhindriya bis zum Aññātāvindriya – dies ist die Dukkhanirodhagāminī-Paṭipadā. Von den zehn Paññindriya ist das Manindriya das Padaṭṭhāna für Kāmarāga. Das Manindriya ist das Padaṭṭhāna für Bhavarāga. Die Paññindriya sind das Padaṭṭhāna für Rūparāga. Itthindriya und Purisindriya sind das Padaṭṭhāna der sieben Paññatti. Dabei ist durch welches auch immer Indriya jemand verbunden ist und in eine Gāthā einzutauchen vermag, durch eben dieses darzulegen. So (gilt) in Khandha, Dhātu, Āyatana, Sacca und Paṭiccasamuppāda: dies ist der Otaraṇa-Hāra.


54. Was ist dort der Sodhana-Hāra? Wenn eine Anzahl von Versen mit einem einzigen Anfang vorgetragen wird, so soll nach dem Vortrag eines einzigen Verses der Sinn nicht anhand der verbliebenen Verse dargelegt werden. Aus welchem Grund? Dieser Sinn ist eben noch nicht vorgetragen worden; was nicht vorgetragen ist, kann nicht dargelegt werden. Wie etwa der Vers „Appamādo amataṃ padaṃ" – dieser eine Vers ist darzulegen. Aus welchem Grund? Der Anfang dieses Vortrags gilt als erforderlich; das Nicht-Vorgetragene aber:

So erkenne es in seiner Besonderheit; die Weisen in Bezug auf den Appamāda – an Appamāda erfreuen sie sich, ergötzt am Bereich der Edlen.

Dies ist das Nicht-Vorgetragene. Auch nach dem Vortrag dieses Verses ist der Sinn darzulegen. Aus welchem Grund? Es gibt dort noch Verbliebenes: der Vers „Te jhāyino sātatikā, niccaṃ daḷhaparakkamā". Wenn diese Verse auf solche Weise aufgefasst worden sind, dann ist der Sinn darzulegen. So ist in früher nie gehörten Suttas oder in Erklärungen ein einziger Abschnitt vorgetragen worden. Welches Prüfen und Abwägen vorliegt – ob dieses Erforderliche vorhanden ist, ob dieses Sutta vorgetragen worden ist, ob sein Vevacana dargelegt wurde oder nicht –: das Prüfen, das dabei vorliegt, das wird Sodhana-Hāra genannt.

55. Was ist dort der Adhiṭṭhāna-Hāra? Ekattatā und Vemattatā. Dabei Kitapaññatti und Kiccapaññatti. Diese Ekattatā und Vemattatā: wie eine Paññatti durch ein einziges Vevacana die Vemattatā erkennt – das ist Paññā –, und jene wird im Sinne des Ādhipateyyattha als Paññatti bezeichnet. Was im Sinne des Anomattiyattha als Paññatti bezeichnet wird – das ist im Sinne des Anomattiyattha Paññābala. Als im Objektbereich verdünnte wendet man sich den drei Juwelen zu: Buddhānussati, Dhammānussati, Saṅghānussati durch unverzerrtes Erinnern. Sammādiṭṭhi durch Erforschung der Dhammas – Dhammavicayasambojjhaṅga – aus dem Hervorstreben heraus als Abhiññā. In gedrängter Form: Was ist das Objekt der Pfade zum Zweck der Unerschütterlichkeit in der Ekattatā? Wie Wasser, das mit Warmem vermischt ist, warmes Wasser ist; Wasser, das mit Kaltem vermischt ist, kaltes Wasser ist; Salzwasser, Zuckerwasser – das ist Ekattatā und Vemattatā.

Es gibt ferner einen Dhamma, der aus verschiedenen Dhammas zusammengesetzt und als Einheit entsprechend dem Rūpa bezeichnet wird – was als Vierfaches abzuweisen ist, und jenes Rūpa –: das ist Ekattatā. Pathavīdhātu, Āpo, Tejo, Vāyodhātu – das ist Vemattatā. So ist „alle vier Dhātu sind Rūpa" Ekattatā; „Pathavīdhātu, Āpo, Tejo, Vāyodhātu" ist Vemattatā. „Pathavīdhātu" ist vom Lakkhaṇa her Ekattatā; vom Gesichtspunkt der gemischten Objekte her Vemattatā. Was auch immer das Lakkhaṇa des Harten hat – das alles ist Pathavīdhātu: das ist Ekattatā. Kesā, Lomā, Nakhā, Dantā, Chavi, Camma – das ist Vemattatā. So ist „alle vier Dhātu sind Rūpa" Ekatta. Saddā, Gandhā, Rasā, Phoṭṭhabbā – das ist Vemattatā.

Es gibt ferner einen Dhamma, der durch Vemattatā einen anderen Namen erhält. Wie bei der Kāyānupassanā die Navasaññā: Vinīlakasaññā, Uddhumātakasaññā – das ist Asubhasaññā; die Ekattatā vom Objekt her, die Vemattatā davon – jene, die so beim Wahrnehmen des Ādīnava in Saññā und Vedanā eine entsprechende Adhiṭṭhāna-Beschaffenheit aufweist, ist Samādhindriya; und ebenjene bei den Dhammas: dort ist Saññābhāvanā Vīriyindriya; und Dhammānupassanā bei den Dhammas: für denjenigen, der Attasaññā im Citta aufgibt, ist Paññindriya; und Cittānupassanā beim Citta. Was auch immer an Ñāṇapacāra es gibt – durchgängig ist Paññā der Bereich der Paññā: das ist Vemattatā. Wie Kāmarāga, Bhavarāga, Diṭṭhirāga Vemattatā der Taṇhā ist. So ist das Ñāṇa, das Prüfen und Abwägen der Ekattatā und Vemattatā: das ist der Adhiṭṭhāna-Hāra.

56. Was ist dort der Parikkhāra-Hāra? Sahetu, Sappaccaya sowie Vodāna und Saṃkilesa – wer beide jene durchsucht, das ist der Parikkhāra-Hāra. So ist bei Dhammas, die einen Hetu haben, der Hetu zu suchen; bei solchen, die einen Paccaya haben, ist der Paccaya zu suchen.

Was ist dabei der Unterschied zwischen Hetu und Paccaya? Sabhāva ist Hetu, Parabhāva ist Paccaya. Der Paccaya des Parabhāva ist auch Hetu; für den Parabhāva ist von einem bestimmten Paccaya des Sabhāva, der hinsichtlich des Hetu nicht genannt ist, der Paccaya genannt. Inneres ist Hetu, Äußeres ist Paccaya. Sabhāva ist Hetu, Parabhāva ist Paccaya. Der Erzeuger ist Hetu, der Aufnehmende ist Paccaya. Der Einwohnende ist Hetu, der Hinzukommende ist Paccaya. Der Nicht-Gemeinsame ist Hetu, der Gemeinsame ist Paccaya. Nur einer ist Hetu, der eine nach dem anderen ist Paccaya.

Das Hilfsmittel des Hetu ist zu sammeln; Samudāna ist dabei Hetu. Der Hetu ist zweifach, ebenso der Paccaya: Samanantarapaccaya und Paramparapaccaya. Auch der Hetu ist zweifach: Samanantarahetu und Paramparahetu. Was ist dort der Paramparapaccaya? Avijjā ist Paramparapaccaya des Nāmarūpa; Viññāṇa ist Paccaya als Samanantarapaccaya. Wenn am Anfang Avijjānirodha eintritt, tritt auch Nirodha des Nāmarūpa ein. Was ist dabei der Grund, weshalb Paramparapaccaya und Samanantarapaccaya zusammen aufgeführt sind? Das ist vom Paccaya her. Was ist dort der Paramparahetu? Für den Erkennenden ist Hetu als Paramparahetutā; der Aññākāra ist Hetu als Samanantarahetutā. Denn was auch immer für jemanden unmittelbar nacheinander entsteht – das ist auch sein Hetu: durch das Vergehen der Jāti ein äußeres Vergehen des Ākāra, durch das Vergehen des Ākāra ein Vergehen des Daṇḍa, durch das Vergehen des Daṇḍa ein Vergehen des Khaṇḍa. So ist auch der Hetu zweifach; er ist von jenen her zu betrachten.

Im Paṭiccasamuppāda: wie Avijjā als Paccaya – was ist wiederum dessen Paccaya? Ayonisomanasikāra. Was ist dessen Paccaya? Die Saṅkhārā. So ist bei Paccaya und Entstandenem: was ist dessen Hetu? Eben Avijjā. Denn so ist kein früheres Ende erkennbar. Dabei ist der Avijjānusaya Hetu des Avijjāpariyuṭṭhāna: früher der Hetu, später der Paccaya; auch jener ist Paccaya der Avijjā für die Saṅkhārā aus vier Gründen: als Sahajātapaccaya, als Samanantarapaccaya, als Abhisandanapaccaya, als Patiṭṭhānapaccaya.

57. Wie ist Avijjā als Sahajātapaccaya Paccaya der Saṅkhārā? Welches Citta von Rāga durchdrungen ist – dort vernichtet Avijjāpariyuṭṭhāna alles, was in den Bereich der Paññā fällt. Dabei sind die Saṅkhārā, die drei Paccayā besitzen und zur Zeitebene gehören, durch das gemeinsam mit Avijjā Entstandene zu Wachstum, Entfaltung und Fülle gelangt – [so wird] Paññā aus vier Gründen aufgegeben. Aus welchen vier? Anusaya, Pariyuṭṭhāna, Saṃyojana, Upādāna. Dabei: Anusaya und Pariyuṭṭhāna – was durch Jāti durchdrungen ist, wird verbunden; das Verbundene ergreift; durch Upādāna als Paccaya Bhava. So sind jene Saṅkhārā, die in dreifacher Weise entstanden sind und in den Bereichen ihren Sitz gefunden haben, nicht durch den Pfad aufgelöst, nicht zurückgeführt – jene gefestigten und nicht zurückgeführten werden Saṅkhārā genannt. So ist im Sinne des mit Hetu-versehen-Entstandenseins: es sind eben diese Paccayā – der Paccaya der Saṅkhārā – dargelegt; nachdem man das Heilsame entfernt hat, ist das Unheilsame einzusetzen; nachdem man sowohl das Heilsame als auch das Unheilsame entfernt hat, sind beide einzusetzen; nachdem man die Vipākadhammas entfernt hat, ist das Sagbare einzusetzen, und das Sagbare zusammen mit dem Unsagbaren ist einzusetzen; ohne Bhava als Rest ist das gesamte Sutta zu umfassen.

Die zehn Tathāgatabalāni, die vier Vesārajjāni, die Puññāni, das Anaññākata – [diese werden nun in Beziehung gesetzt:] Avijjā ist Paccaya der Saṅkhārā als Samanantarapaccaya: mit welchem Citta zusammen Avijjā entsteht, dessen unmittelbar nachfolgendes Citta entsteht; für jenes spätere Citta ist das frühere Citta Paccaya als Hetupaccaya; dadurch ist Avijjā der Hetu, und durch jenes Citta wird Ñāṇa durch Upādāna blockiert und entsteht nicht. Welche Dhātu des Appamāda davon von Abhijjhā durchdrungen ist – dort entstehen Vipallāsā: „im Unreinen das Reine", „im Dukkha das Sukha"; dort entstehen Saṅkhārā, durchdrungen von Rāga und Dosa – die Cetanā der Wurzel durch Rāgapariyuṭṭhāna, Byāpādapariyuṭṭhāna, Avijjāpariyuṭṭhāna. Diṭṭhivipallāsa ist im Vatthuniddesa darzulegen: was der im Geist Verkehrte erkennt – das ist Cittavipallāsa; was die verkehrte Saññā erfasst – das ist Saññāvipallāsa; was die verkehrte Diṭṭhi festhält – das ist Diṭṭhivipallāsa. Die acht Micchattāni wachsen; die drei Unheilsamen lassen durch Ayonisomanasikāra das entstandene Viññāṇa entstehen und verdrängen Vijjā. So wachsen die Saṅkhārā ohne Unterbrechung von früher und später, die unheilsamen, zu Wachstum und Fülle. Und jene großen, nicht durchschauten Saṅkhārā werden zu Ponobhavika-Saṅkhārā. So ist auf diese Weise Avijjā als Sahajātapaccaya und als Samanantarapaccaya Paccaya der Saṅkhārā.


58. Wie ist Unwissenheit auf die Weise des Durchdringens Bedingung für die Saṅkhārā? Jene Unwissenheit durchdringt und erfüllt diese Saṅkhārā. Gleichwie etwa ein Utpala-Lotus oder ein Paduma-Lotus, der im Wasser gewachsen wäre, von kühlem Wasser durchdrungen wird und Wachstum, Entfaltung, Gedeihen und Fülle erlangt – so ist Unwissenheit im Sinne des Durchdringens Bedingung für die Saṅkhārā.

Wie ist Unwissenheit auf die Weise des Stützens Bedingung für die Saṅkhārā? Diese Saṅkhārā erlangen, indem sie sich auf die Unwissenheit stützen und in ihr Halt finden, Wachstum, Entfaltung, Gedeihen und Fülle. Gleichwie etwa ein Utpala-Lotus oder ein Paduma-Lotus, der sich auf die Erde stützt und in der Erde Halt findet, Wachstum, Entfaltung, Gedeihen und Fülle erlangt – so finden diese Saṅkhārā, in der Unwissenheit gegründet, indem sie sich auf die Unwissenheit stützen, Wachstum, Entfaltung, Gedeihen und Fülle. So ist Unwissenheit im Sinne des Stützens Bedingung für die Saṅkhārā.

Ferner: Durch die Vipāka des Kamma, das von Begehren begleitet ist, entsteht die Existenz bei der Wiederverknüpfung; all das ist durch jenes Kamma fest anhaftend verwurzelt, und kraft des Nichtwissens werden sie ponobhavikā Saṅkhārā genannt – auch so gilt: avijjāpaccayā saṅkhārā. Ferner: Unter den Fünfen – welche sekkhā-Personen auch immer es gibt, welche in die asaññisamāpatti eingetreten sind, welche in den Bhava-Zustand gelangt sind, welche als Feuchtigkeitsgeborene nach innen gewendet verweilen, und welche zu Anāgāmī geworden sind und weder beabsichtigen noch erstreben – durch welche Bedingung gibt es Saṅkhārā für diese? Ferner: Durch Begehren gibt es für sie Saṅkhārā; als Festhaltungen hängen sie dem Bewusstsein immer wieder nach, und da die Früchte noch nicht gereift sind und die Bedingungen nicht unterbrochen sind, kehren sie wieder in die Existenz zurück. Auch so gilt: avijjāpaccayā saṅkhārā. Ferner: Jene sind weder Festhaltungen noch gibt es Saṅkhārā; gleichwohl sind bei ihnen die sieben Anusayā unausgerottet und nicht unterbrochen – das wird zum Ālambana. Durch die Stützung des Viññāṇa gilt: viññāṇapaccayā nāmarūpaṃ bis zum Jarāmaraṇa. Auch so gilt: avijjāpaccayā saṅkhārā. Ferner: Was auch immer an Kamma ansammelnd ist – all das wird kraft der Unwissenheit zusammengestaltet, haftet kraft des Durstes an, und kraft des Nichtwissens erkennt man auch dort die Gefahr nicht. Eben das wird zum Samen des Viññāṇa; eben der Durst wird zur klebenden Feuchtigkeit; eben die Unwissenheit wird zur Verblendung. Auch so ist zu sagen: avijjāpaccayā saṅkhārā. So ist Unwissenheit durch diese Weisen Bedingung für die Saṅkhārā.

Darin ist für die Unwissenheit unangemessene Aufmerksamkeit Bedingung als Ursache. Darin ist das Abschneiden jene dritte Kraft, welche Hemmung bewirkt – das ist die Wiederverknüpfung. Darin ist die erneute Existenz, im Sinne des Nicht-Abschneidens und Nicht-Ausrottens – das ist der Anusaya. Gleichwie wenn zwei Personen ein Tuch oder ein Gewand in Pressen halten oder eine Kraft in den Rinnen wäre, würde es in den Pressen nicht trocknen. Darin ist die Āpodhātu-Feuchtigkeit, die als Saft angesammelt ist, auszutrocknen. Wenn man es nun, wenn das Feuerelement kommt, in den Raum hinauslegt, würde es durch Tau abermals Feuchtigkeit erlangen; ohne das Tejo-Element zu erreichen, würde es nicht zum Rest gelangen. Ebenso führt selbst die Sammlung auf der höchsten Stufe der Existenz nicht zur Ausrottung des Entsprechenden. Denn jene hangen an und beruhigen sich, doch gehen sie nicht durch Durst zur Aufhebung des Durstes. Darin ist jene Nicht-Ausrottung. Der Anusaya der Unwissenheit und die Umschlingung des Geistes – das ist das Pariyuṭṭhāna. Die Nicht-Durchdringung des Viññāṇa so wie es wirklich ist – das ist der Āsava der Unwissenheit, das wird zum Viññāṇa-Samen der Unwissenheit. Jener Same, dessen Ursache nicht abgeschnitten wird – da er nicht abgeschnitten wird, verknüpft er sich wieder. Indem er sich wieder verknüpft, gelangt er nicht zur Ausrottung. Der nicht ausgerottete Geist wird umschlungen; der umschlungene Geist erkennt nicht so wie es wirklich ist. So gilt: der Sinn des Merkmals, der Sinn der Unwissenheit, der Sinn der Ursache, der Sinn des Nicht-Abschneidens, der Sinn des Nicht-Zurückwendens, der Sinn der Frucht, der Sinn der Wiederverknüpfung, der Sinn der erneuten Existenz, der Sinn der Nicht-Ausrottung, der Sinn des Anusaya, der Sinn des Pariyuṭṭhāna, der Sinn der Nicht-Durchdringung. In diesem Umfang ist das Feld der Unwissenheit dargelegt. Dieser wird Parikkhāra-Hāra genannt.

59. Was darin ist der Samāropana-Hāra? Was auch immer knapp ausgesprochen worden ist, das ist zwar kurz zusammengefasst, doch ist es ausführlich darzulegen. Wer das ausführliche Verfahren kennt – das ist der Samāropana-Hāra. Darin gilt: die Namensangabe ist die einleitende Nennung; die Sachangabe ist das Vevacana; das Sachliche ist die ausführliche Darlegung. Wie zum Beispiel: Was von Bhikkhus, die sich verhalten, aufzugeben ist – das ist die einleitende Nennung.

Was darin ist die Samāropanā? Nichts darf übergangen werden; der Rūparāga ist namentlich als aufzugeben darzulegen. Bis zum Viññāṇa hin sind die Ausführlichen zu erstellen. Die Unwissenheit ist durch Gleichnis zu veranschaulichen – das ist die Samāropanā. Das Stützobjekt des gebundenen Geistes und seine Grundlage sind Durst und Ansicht. Darin sind Ansicht Unwissenheit, Durst Saṅkhārā. Darin: durch Ansicht bedingt Durst – das sind die avijjāpaccayā saṅkhārā. Darin: das gebundene Viññāṇa – das ist das saṅkhārapaccayā viññāṇa bis zum Jarāmaraṇa. Das ist das im kurzen Ausgesagte, das das Übrige dem Gegenüber hinreicht.

„Für den Nicht-Gebundenen gibt es keine Bewegung" – so gilt: das Aufgeben von Ansicht und Durst für ihn. Darin: das Viññāṇa, das zur Vernichtung von Ansicht und Unwissenheit gelangt ist, eilt in Dhammas, die als Stätten des Begehrens gelten, von einem Dhamma zum anderen, nach Art eines Affen; aber für ihn in den geringen Dhammas, die als Stätten des Begehrens gelten, gibt es keinen Chandarāga – woher sollte von dort eine Bewegung kommen? Er wendet den Geist hin zu den Wesen in höchstem Maße; jenes unstützte, ungenährte Viññāṇa verlischt; durch das Verlöschen des Viññāṇa das Verlöschen des Nāmarūpa bis zum Verlöschen des Jarāmaraṇa. Das ist die Samāropanā.

Darin ist das Bewegen des Viññāṇa kraft Begehrens mit Ergreifung verbunden; wenn dieses Bewegen nicht vorhanden ist, wird das dreifache Feuer der Befleckungsannäherung zur Ruhe gebracht. Daher heißt es: Wenn das Bewegen aufgehört hat, tritt Beruhigung ein. Darin: wer durch die Samāropanā den Körper beruhigt hat, empfindet Glück; wessen Geist glücklich ist, der kommt zur Sammlung. Bis hin zur Befreiung entsteht Wissens-und-Schau. Er wird durch die Vernichtung der Āsavā von Wiedergeburt nicht mehr berührt. Da für ihn ein Kommen und Gehen bei der Wiedergeburt nicht besteht, gibt es weder hier noch dort noch zwischen beiden. „Dies ist das Ende des Leidens" – das ist die Nibbānadhātu ohne Rest. Das ist mitten in diesem Sutta hineingestellt: in der Paṭiccasamuppāda und in der Befreiung die Verbindung – und sie legen nicht den Sinn des knapp Ausgesprochenen ausführlich dar. Das wird Samāropana-Hāra genannt. Und ein Sutta, das auf Befleckung ausgerichtet ist, ist nicht durch ein auf Befleckung ausgerichtetes Sutta mit anderen Dhammas zu verbinden, die zu verbinden wären. Ebenso beim Vāsanābhāgiya und Nibbedhabhāgiya – das ist der Samāropana-Hāra. Das sind die sechzehn Hārā.

Im Peṭakopadesa des edlen Mahākaccāyana, des Bewohners des Jambuvana.

Fünfte Bhūmi. 6. Suttatthasamuccaya-Bhūmi

60. Die Sāsanā der Erhabenen Buddhas wird durch dreifache Zusammenfassung erfasst: durch die Khandhā, die Dhātus und die Āyatanās. Darin sind die fünf Khandhā: der Rūpakkhandha bis zum Viññāṇakkhandha. Die zehn Rūpa-Āyatanās – Auge und Formen bis zu Körper und Tastbares – das ist der Rūpakkhandha. Darin sind die sechs Vedanā-Gruppen der Vedanākkhandha: die aus Augenkontakt geborene Vedanā bis zur aus Geistkontakt geborenen Vedanā – das ist der Vedanākkhandha. Darin sind die sechs Saññā-Gruppen der Saññākkhandha: Saññā von Formen bis zur Saññā von Dhammas – das sind die sechs Saññā-Gruppen; das ist der Saññākkhandha. Darin sind die sechs Cetanā-Gruppen der Saṅkhārakkhandha: Absicht bezüglich Formen bis zur Absicht bezüglich Dhammas – das sind die sechs Cetanā-Gruppen; das ist der Saṅkhārakkhandha. Darin sind die sechs Viññāṇa-Gruppen der Viññāṇakkhandha: Augen-Viññāṇa bis zum Geist-Viññāṇa – das sind die sechs Viññāṇa-Gruppen; das ist der Viññāṇakkhandha. Das sind die fünf Khandhā.

Was ist ihre vollständige Erkenntnis? Aniccaṃ dukkhaṃ saññā anattā – das ist ihre vollständige Erkenntnis. Was darin ist der Sinn von Khandha? Der Sinn von Khandha ist der Sinn der Anhäufung, der Sinn des Haufens, der Sinn der Ansammlung. Wie zum Beispiel: ein Holzstamm-Khandha, ein Wald-Khandha, ein Holz-Khandha, ein Feuer-Khandha, ein Wasser-Khandha, ein Wind-Khandha – so gilt, dass in den Khandhā alles vollständig zusammengefasst ist; so der Sinn von Khandha.

Darin sind die achtzehn Dhātus: Cakkhudhātu, Rūpadhātu, Cakkhuviññāṇadhātu … bis … Manodhātu, Dhammadhātu, Manoviññāṇadhātu. Das sind die achtzehn Dhātus. Ihre vollständige Erkenntnis: aniccaṃ dukkhaṃ saññā anattā – das ist ihre vollständige Erkenntnis. Was darin ist der Sinn von Dhātu? Es heißt: der Sinn von Dhātu ist der Sinn des Bestandteils. Bestandteil bedeutet: das Auge, nicht jedoch das Klare – das ist die Cakkhudhātu. So bei den fünf Dhātus. Ferner ist der Sinn von Dhātu der Sinn der Abgrenzung durch Begehren. Denn die Cakkhudhātu ist abgegrenzt. So bei den fünf. Ferner heißt es: der Sinn von Dhātu wird im Sinne der durchgängigen Natürlichkeit ausgesagt. Gleichwie: „Von Natur aus ist dieser Mensch gallig, schleimig, windig, von gemischter Konstitution" – so die natürliche Cakkhudhātu der zehn Geliebten in allen Sinnesfähigkeiten [crux] … bis … der Sinn von Dhātu ist der Sinn des Ungleichartigen.

Darin: welches sind die zwölf Āyatanās? Sechs innere und sechs äußere. Cakkhāyatana bis Manāyatana sind die inneren; Rūpāyatana bis Dhammāyatana sind die äußeren. Das sind die zwölf Āyatanās. Was ist ihre vollständige Erkenntnis? Aniccaṃ dukkhaṃ saññā anattā – das ist ihre vollständige Erkenntnis. Und außerdem ist die vollständige Erkenntnis zweifach: Ñātapariññā und Pahānapariññā. Darin ist Ñātapariññā: aniccaṃ dukkhaṃ saññā anattā – das ist die Ñātapariññā. Die Pahānapariññā aber ist die Aufgabe von Chandarāga – das ist die Pahānapariññā. Was darin ist der Sinn von Āyatana? Es heißt: der Sinn von Āyatana ist der Sinn des Erscheinungsbildes. Gleichwie ein guter Goldarbeiter oder ein minderwertiger Goldarbeiter: durch diese oder jene Erscheinungsbilder entstehen die jeweiligen Rinder. So entstehen durch diese die Rinder des Geistes und der Geistesfaktoren, die Kamma-Befleckungen und die leidhaften Dhammas. Ferner heißt es: der Sinn von Āyatana ist der Sinn der Einnahmequelle. Gleichwie durch die Einnahmequellen eines Königs Einkommen entsteht – so ist der Sinn von Āyatana der Sinn der Einnahmequelle.


61. Die vier edlen Wahrheiten: Dukkha, Samudayo, Nirodho und Maggo. Dukkha in Kürze: die Praxis des Dhamma und der Geist; Samudayo in Kürze: Avijjā und Taṇhā; Nirodho in Kürze: Vijjā und Vimutti; Maggo in Kürze: Samatho und Vipassanā.

Was sind dabei die siebenunddreißig bodhipakkhikā Dhammas? Die vier Satipaṭṭhānā bis hin zum edlen achtgliedrigen Maggo – so sind diese siebenunddreißig bodhipakkhikā Dhammas. „Die Dhammas vergangener, zukünftiger und gegenwärtiger Buddhas, Bhagavantās, Paccekabuddhas und Sāvakas, die zum Nibbāna hinführen" – das ist dieser Maggo, die vier Satipaṭṭhānā. Welche vier? Hier verweilt ein Bhikkhu beim Körper den Körper betrachtend; Sammappadhānaṃ … usw. … Iddhipādaṃ … usw. … Indriyāni … usw. … Balāni … usw. … Was ist dabei die Bedeutung von Indriya? Die Bedeutung von Herrschaft ist die Bedeutung von Indriya; die Bedeutung von Vorherrschaft ist die Bedeutung von Indriya; die Bedeutung von Klärung ist die Bedeutung von Indriya; die Bedeutung der Wirksamkeit des je Eigentümlichen ist die Bedeutung von Indriya. [Die folgende Reihe betrifft Bala:] Die Bedeutung von Unerschütterlichkeit ist die Bedeutung von Bala; die Bedeutung von Stärke ist die Bedeutung von Bala; die Bedeutung von Stütze ist die Bedeutung von Bala; die Bedeutung von Aufrechterhaltung ist die Bedeutung von Bala.

Was sind dabei die sieben Bojjhaṅgā? Satisambojjhaṅgo bis hin zu Upekkhāsambojjhaṅgo. Was ist dabei der achtgliedrige Maggo? Sammādiṭṭhi bis hin zu Sammāsamādhi. Dabei gilt: der achtgliedrige Maggo ist ein Aggregat – Sīlakkhandho, Samādhikkhandho und Paññākkhandho. Dabei ist Sammāvācā, Sammākammanto und Sammāājīvo der Sīlakkhandho. Sammāsati, Sammāvāyāmo und Sammāsamādhi ist der Samādhikkhandho. Sammāsaṅkappo und Sammādiṭṭhi ist der Paññākkhandho. So [ergeben sich] die drei Sikkhās. So [sind] mit drei Aspekten zehn Ausdrücke … usw. …

Dabei: der Yogāvacaro, der im Sīlakkhandho gefestigt ist, nimmt unheilsames Dosa nicht auf, rottet den Anusaya des Dosa aus, zieht den Pfeil des Dosa heraus, kennt die schmerzhafte Vedanā vollständig, überschreitet die Kāmadhātu. Der im Samādhikkhandho Gefestigte nimmt unheilsames Lobha nicht auf, rottet den Anusaya des Rāga aus, zieht den Pfeil des Lobha heraus, kennt die angenehme Vedanā vollständig, überschreitet die Rūpadhātu. Der im Paññākkhandho Gefestigte nimmt unheilsames Moha nicht auf, rottet den Anusaya der Avijjā aus, zieht den Pfeil des Moha und den Pfeil der Diṭṭhi heraus, kennt die weder schmerzliche noch angenehme Vedanā vollständig, überschreitet die Arūpadhātu. So nimmt er durch die drei Aggregate die drei unheilsamen Wurzeln nicht auf, zieht die vier Pfeile heraus, kennt die drei Vedanās vollständig und überschreitet die dreigliedrige Dhātu-Welt.

62. Was ist dabei Avijjā? Das Nichtwissen bezüglich der vier edlen Wahrheiten so wie es ist – dies ist ausführlich so darzulegen wie das Zweifeln bei Lebewesen. Was ist dabei Viññāṇa? Die sechs Viññāṇakāyās; Vedanā, Saññā, Cetanā, Phasso und Manasikāro – dies ist Nāma. Was ist dabei Rūpa? Das aus den vier großen Elementen Bestehende sowie die begriffliche Bestimmung des abgeleiteten Rūpa der vier Mahābhūtas. So werden dieses frühere Nāma und dieses Rūpa, beide zusammen, Nāmarūpa genannt. Dabei: Chaḷāyatana sind die sechs inneren Āyatanas – Cakkhu als inneres Āyatana bis hin zu Mano als inneres Āyatana. Phasso: die sechs Phassakāyās – Cakkhusamphasso bis hin zu Manosamphasso ist Phasso. Die sechs Vedanākāyās sind Vedanā. Taṇhā: die sechs Taṇhākāyās sind Taṇhā. Upādānaṃ: die vier Upādānas – Kāmupādānaṃ, Diṭṭhupādānaṃ, Sīlabbatupādānaṃ, Attavādupādānaṃ – das ist Upādānaṃ. Bhavo: die drei Bhavas – Kāmabhavo, Rūpabhavo, Arūpabhavo. Was ist dabei Jāti? Was zuerst das erste Auftreten der Khandhās, das erste Auftreten der Dhātus, das erste Auftreten der Āyatanas ist – Jāti, Sañjāti, Okkanti, Abhinibbatti, das Erscheinen der Khandhās –, das ist Jāti. Was ist dabei Jarā? Jarā ist: das Gebrochensein, das Ergrauen, die Faltigkeit der Haut, das Kraftlossein, das Verfärben der vier Mahābhūtas, der Verfall – das ist Jarā; das Schwinden, das Dahinschwinden, die Abnahme der Lebensdauer, der Verfall, das Zerbrechen der Indriyas, der Niedergang, das Reifen – das ist Jarā. Was ist dabei Maraṇaṃ? Maraṇaṃ ist: in den verschiedenen Wesen-Gruppen das Dahinscheiden, das Fortgehen, das Sterben, das Ableben der verschiedenen Wesen, das Zerbrechen des aufgeblähten Leichnams, das Aufbrechen des Körpers, der Abbruch des Jīvitindriya – das ist Maraṇaṃ. So werden das frühere Jarā und dieses Maraṇaṃ, beide zusammen, Jarāmaraṇaṃ genannt.

Dabei: Avijjā, die das Lakkhaṇa des Nichterkennens im Dunkel des Unwissens so wie es ist trägt, ist das Padaṭṭhāna der Saṅkhārās. Die Saṅkhārās, die das Lakkhaṇa des Gestaltens tragen – ihr Paccupaṭṭhāna in Form von Ansammlung, Einpflanzen des Wiedergeburtskeims und erneutem Werden –, sind das Padaṭṭhāna des Viññāṇa. Viññāṇa, das das Lakkhaṇa des Trägers mit erkennender Grundlage trägt, ist das Padaṭṭhāna von Nāmarūpa. Nāmarūpa, das das Lakkhaṇa vieler Stützpunkte trägt, ist das Padaṭṭhāna von Saḷāyatana. Saḷāyatana, das das Lakkhaṇa der Bestimmung der Indriyas trägt, ist das Padaṭṭhāna von Phassa. Phassa, der das Lakkhaṇa des Zusammentreffens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Vedanā. Vedanā, die das Lakkhaṇa des Erfahrens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Taṇhā. Taṇhā, die das Lakkhaṇa des Festhaftens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Upādāna. Upādāna, das das Lakkhaṇa des Ergreifens und Abwehrens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Bhava. Bhava, der das Lakkhaṇa des Zerstreutseins in verschiedene Daseinsbereiche trägt, ist das Padaṭṭhāna von Jāti. Jāti, die das Lakkhaṇa des Erscheinens der Khandhās trägt, ist das Padaṭṭhāna von Jarā. Jarā, die das Lakkhaṇa des Heranführens zum Reifen trägt, ist das Padaṭṭhāna von Maraṇa. Maraṇa, das das Lakkhaṇa des Erschöpfens der Lebenszeit und des Aufhörens des Lebens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Dukkha. Dukkha, das das Lakkhaṇa des körperlichen Drückens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Domanassa. Domanassa, das das Lakkhaṇa des geistigen Drückens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Soka. Soka, der das Lakkhaṇa des Betrauerns trägt, ist das Padaṭṭhāna von Parideva. Parideva, der das Lakkhaṇa des Klagesprechens trägt, ist das Padaṭṭhāna von Upāyāsa. Was Āyāsas sind, das sind Upāyāsas.

Neun Ausdrücke, in denen die gesamte unheilsame Seite zur Sammlung und zum Zusammentreffen gelangt. Welche neun Ausdrücke? Zwei Mūlakilesās, drei unheilsame Wurzeln, vier Vipallāsās. Dabei sind die zwei Mūlakilesās: Avijjā und Bhavataṇhā; die drei unheilsamen Wurzeln: Lobho, Doso und Moho. Die vier Vipallāsās: „Beim Unbeständigen: beständig" – Saññāvipallāso, Cittavipallāso, Diṭṭhivipallāso; „beim Dukkha: Glück" – Saññāvipallāso, Cittavipallāso, Diṭṭhivipallāso; „beim Nicht-Selbst: Selbst" – Saññāvipallāso, Cittavipallāso, Diṭṭhivipallāso; „beim Unreinen: rein" – Saññāvipallāso, Cittavipallāso, Diṭṭhivipallāso.

63. Dabei ist Avijjā: das Nichtwissen so wie es ist bezüglich der vier edlen Wahrheiten – das ist Avijjā. Bhavataṇhā ist: die Leidenschaft, das Begehren, der Wunsch, die Verblendung, das Verlangen, die Freude, das Festhalten, das Nichtloslassen bezüglich der Existenzen – das ist Bhavataṇhā.

Was ist dabei Lobho als unheilsame Wurzel?

Lobho ist: bezüglich der verschiedenen Dinge anderer, der Güter anderer, der Orte anderer, des Besitzes anderer, des Eigentums anderer – Lobha, das Begehren, der Wunsch, die Verblendung, das Verlangen, die Freude, das Festhalten, das Nichtloslassen – das ist Lobho als unheilsame Wurzel. Wessen Wurzel ist dies? Es ist die Wurzel des aus Lobha entstandenen unheilsamen Kāyakamma, Vacīkamma und Manokamma sowie gleichermaßen der damit verbundenen Citta- und Cetasikadhammās.

Was ist dabei Doso als unheilsame Wurzel?

Bezüglich der Wesen: Verdruss, Ungeduld, Unwillen, Feindseligkeit, Abneigung, das Wünschen von Unheil, der geistige Widerstand – das ist Doso als unheilsame Wurzel.

Wessen Wurzel ist dies?

Es ist die Wurzel des aus Dosa entstandenen Kāyakamma, Vacīkamma und Manokamma sowie der damit verbundenen Citta- und Cetasikadhammās.

Was ist dabei Moho als unheilsame Wurzel?

Das Nicht-Durchdringen, das Nicht-Erfassen, das Nicht-Durchschauen bezüglich der vier edlen Wahrheiten, Moha, das Verwirrtwerden, die Verblendung, das Verwirrtsein, Avijjā, Dunkel, Finsternis, Verhüllung, Hindernis, Bedeckung, vollständige Bedeckung, das Abwenden von den heilsamen Dhammas – das ist Moho als unheilsame Wurzel.

Wessen Wurzel ist dies?

Es ist die Wurzel des aus Moha entstandenen unheilsamen Kāyakamma, Vacīkamma und Manokamma sowie der damit verbundenen Citta- und Cetasikadhammās.

Dabei sind die Vipallāsās zu erkennen, das Vatthu der Vipallāsās ist zu erkennen. Was ein Vipallāsa sein mag, das ist zu erkennen. Dabei: ein Vipallāsa, drei Vipallāsas, vier Vipallāsavatthus. Was ist der eine Vipallāsa, durch dessen Gegenteil man das Verdrehte ergreift?

„Beim Unbeständigen: beständig", „beim Dukkha: Glück", „beim Nicht-Selbst: Selbst", „beim Unreinen: rein" – das ist der eine Vipallāsa.

Was sind die vier Vipallāsavatthus?

Kāyo, Vedanā, Citta und Dhammā – das sind die vier Vipallāsavatthus.

Was sind die drei Vipallāsas?

Saññā, Citta und Diṭṭhi – das sind die drei Vipallāsas.

Dabei: bezüglich eines angenehmen Vatthu, eines Indriyagegenstandes oder eines Farbāyatanas die Ergreifung des Merkmals – das ist Saññāvipallāso. Dabei: beim Vorhandensein eines Vatthu die Manifestation eines verkehrten Geistes – das ist Cittavipallāso. Dabei: des verkehrten Geistes bezüglich jener Rūpa das „beim Unreinen: rein" als Duldung, Wohlgefallen, Gleichmut, Entscheid, Diṭṭhi, Darlegung, Beurteilung – das ist Diṭṭhivipallāso. Dabei ergeben sich entsprechend der Unterscheidung der Vatthus zwölf Vipallāsas bezüglich der Körper: drei beim Kāya, drei bei Vedanā, drei beim Citta, drei bei Dhammā – vier Saññāvipallāsas, vier Cittavipallāsas, vier Diṭṭhivipallāsas. Vom Āyatana-Ansammeln her: für denjenigen, der mit Cakkhu-Viññāṇa und Saññā ausgestattet ist, zwölf Vipallāsas bezüglich der Rūpas, bis hin zum Mano-Saññā-Ausgestatteten – zwölf Vipallāsas bezüglich der Dhammas; sechs Zwölfergruppen, vier Vipallāsas entstehen. Denn von der Verschiedenheit der Ārammaṇas her entstehen für unzählbar viele Wesen unzählbar viele Vipallāsas entsprechend dem Niederen, Hohen und Mittleren.


64. Darin sind die fünf Khandhas vier Grundlagen der personalen Existenz (attabhāvavatthu). Der Rūpakkhandha ist der Körper als Grundlage der personalen Existenz. Der Vedanākkhandha ist die Vedanā als Grundlage der personalen Existenz. Der Saññākkhandha und der Saṅkhārakkhandha sind die Dhammas als Grundlage der personalen Existenz. Der Viññāṇakkhandha ist der Geist als Grundlage der personalen Existenz. So sind die fünf Khandhas vier Grundlagen der personalen Existenz. Darin entsteht bezüglich des Körpers die Verkehrung: „im Unreinen das Reine". Ebenso entsteht in den Vedanās … (usw.) … im Geist … (usw.) … und in den Dhammas die Selbst-Verkehrung. Darin, um die vier Verkehrungen zu entwurzeln, lehrt und bestimmt der Bhagavā die vier Satipaṭṭhānas: Dem, der beim Körper den Körper beobachtend verweilt, entwurzelt er die Verkehrung „im Unreinen das Reine"; ebenso ist es bei den Vedanās, beim Geist und bei den Dhammas zu vollziehen.

Darin ist Avijjā von der Eigenart der finsteren Dunkelheit, des Nicht-Durchdringens; ihr Padaṭṭhāna ist die Verkehrung. Taṇhā ist von der Eigenart des Festhaltens; ihr Padaṭṭhāna ist das Liebliche und Angenehme. Lobha ist von der Eigenart der Täuschung durch das Ich-Streben; sein Padaṭṭhāna ist das Nehmen des Nicht-Gegebenen. Dosa ist hier von der Eigenart des Streites; sein Padaṭṭhāna ist das Töten lebender Wesen. Moha ist von der Eigenart des Verkehrten im Bereich der Objekte; sein Padaṭṭhāna ist die falsche Praxis. Niccasaññā ist von der Eigenart des Erfassens des Unvergehens der bedingten Dhammas; ihr Padaṭṭhāna sind alle Saṅkhāras. Sukhasaññā ist von der Eigenart des Hingehens zu einem Kontakt, der mit Āsavas behaftet ist; ihr Padaṭṭhāna ist das Meinige-Machen. Attasaññā ist von der Eigenart des Hingehens zu den Dhammas; ihr Padaṭṭhāna ist das Ich-Machen. Subhasaññā ist von der Eigenart des Festhaltens an Gestalt und Farbe; ihr Padaṭṭhāna ist die Nicht-Zurückhaltung der Indriyās. Mit diesen neun dargelegten Begriffen ist die gesamte Seite des Unheilsamen dargestellt; und diese kann nur von einem Vielgelernten erkannt werden, nicht von einem Wenigelernten, von einem mit Weisheit Ausgestatteten, nicht von einem an Weisheit Armen, von einem Tauglichen, nicht von einem Untauglichen.

Neun Begriffe des Heilsamen, zu denen die gesamte Seite des Heilsamen als Zusammenfassung hinströmt. Was sind die neun Begriffe? Samatho, Vipassanā, Alobha, Adosa, Amoha, Aniccasaññā, Dukkhasaññā, Anattasaññā und Asubhasaññā.

Was darin ist Samatho? Das Stehen, Feststehen, Verankert-Sein, das Halten, das Gegründet-Sein, die Präsenz, Samādhi, das In-Samādhi-Versammelt-Sein, die Nicht-Zerstreutheit, die Ungestörtheit, die Stille, die Einspitzigkeit des Geistes – das ist Samatho.

Was darin ist Vipassanā? In Bezug auf die Khandhas oder die Dhātus oder die Āyatanas oder auf Nāmarūpa oder auf die Paṭiccasamuppādas oder auf die durch Paṭiccasamuppāda entstandenen Dhammas, auf die leidvollen oder die Entstehungs- oder die Erlöschungs- oder die Weg-Dhammas, auf die heilsamen und unheilsamen Dhammas, auf die tadelnswerten und nicht-tadelnswerten, auf die dunklen und hellen, auf die zu pflegenden und nicht zu pflegenden – die genaue Untersuchung, das gründliche Untersuchen, die Prüfung, das Weiterprüfen, das Ergreifen, das feste Ergreifen, das Umfassen, das geistige Durchdringen, das Abwägen, die Nachprüfung, das Ñāṇa, Vijjā, das Auge, das Verstehen, der Scharfblick, Paññā, der Glanz, das Licht, der Schein, der Leuchtschein, das Schwert, der Pfeil, der Dhammavicaya-Bojjhaṅga, Sammādiṭṭhi als Maggaṅga – das ist Vipassanā. Und deshalb heißt sie Vipassanā: weil sie vielfältig schaut, oder: weil sie so schaut; daher wird sie Vipassanā genannt. Und diese Vipassanā wird in zweifacher Hinsicht Dhammavipassanā genannt, weil sie in zweifacher Weise sieht: das Schöne und das Unschöne, das Dunkle und das Helle, das zu Pflegende und das nicht zu Pflegende, Kamma und Vipāka, Gebundenheit und Befreiung, Anhäufung und Verringerung, Fortgang und Rückgang, Befleckung und Reinigung – so wird sie Vipassanā genannt. Oder: „vi" ist ein Präfix, „passanā" bedeutet Schauen, daher wird sie Vipassanā genannt – das ist Vipassanā.

65. Darin sind zwei Erkrankungen der Wesen: Avijjā und Bhavataṇhā. Zur Vernichtung dieser zwei Erkrankungen hat der Bhagavā zwei Heilmittel gelehrt: Samatho und Vipassanā. Wer diese zwei Heilmittel anwendet, verwirklicht zwei Gesundheitszustände: Rāgavirāga als Cetovimutti und Avijjāvirāga als Paññāvimutti. Darin ist für die Erkrankung durch Taṇhā Samatho das Heilmittel; Rāgavirāga, die Cetovimutti, ist der Gesundheitszustand. Für die Erkrankung durch Avijjā ist Vipassanā das Heilmittel; Avijjāvirāga, die Paññāvimutti, ist der Gesundheitszustand. Denn so hat der Bhagavā gesagt: „Zwei Dhammas sind vollständig zu durchschauen: Nāma und Rūpa. Zwei Dhammas sind aufzugeben: Avijjā und Bhavataṇhā. Zwei Dhammas sind zu entfalten: Samatho und Vipassanā. Zwei Dhammas sind zu verwirklichen: Vijjā und Vimutti." Darin: Wer Samatho entfaltet, durchschaut Rūpa vollständig; wer Rūpa vollständig durchschaut, gibt Taṇhā auf; wer Taṇhā aufgibt, verwirklicht durch Rāgavirāga die Cetovimutti. Wer Vipassanā entfaltet, durchschaut Nāma vollständig; wer Nāma vollständig durchschaut, gibt Avijjā auf; wer Avijjā aufgibt, verwirklicht durch Avijjāvirāga die Paññāvimutti. Wenn für einen Bhikkhu zwei Dhammas vollständig durchschaut worden sind – Nāma und Rūpa –, dann sind für ihn auch zwei Dhammas aufgegeben worden: Avijjā und Bhavataṇhā; zwei Dhammas sind entfaltet worden: Samatho und Vipassanā; zwei Dhammas sind verwirklicht worden: Vijjā und Vimutti. In diesem Maße hat der Bhikkhu seine Aufgabe erfüllt. Dies ist die Nibbānadhātu mit Resten. Durch das Versiegen seiner Lebensspanne, durch das Aufhören des Jīvitindriya erlischt dieses Leiden, und kein anderes Leiden entsteht. Darin ist das Erlöschen, das Zur-Ruhe-Kommen dieser Khandhas, Dhātus und Āyatanas sowie das Nicht-Wiederentstehen und Nicht-Erscheinen anderer Khandhas, Dhātus und Āyatanas – das ist die Nibbānadhātu ohne Reste.

Was darin ist Alobha als Kusalamūla? Was auch immer dem Alobha von Natur zugehört: das Nicht-Begehren, der Zustand des Nicht-Begehrens, das Nicht-Verlangen, das Nicht-Ersehnen, das Nicht-Begehrliche, das Nicht-Festhalten – das ist Alobha als Kusalamūla. Wessen Wurzel ist das? Es ist die Wurzel des aus Alobha entstandenen heilsamen Kāyakamma, Vacīkamma, Manokamma sowie der damit verbundenen Geist- und Geistfaktoren-Dhammas. Oder: Es ist die Wurzel dreier Maggaṅgas. Welcher drei? Es ist die Wurzel von Sammāsaṅkappa, Sammāvāyāma und Sammāsamādhi – daher wird es Kusalamūla genannt.

Was darin ist Adosa als Kusalamūla? Was gegenüber Wesen oder Saṅkhāras ist: das Nicht-Schlagen, das Nicht-Entgegenwirken, das Nicht-Übelwollen, der Nicht-Hass, Adosa, Mettā, das Mettā-Üben, das Wünschen des Wohles, das Wünschen des Nutzens, die Heiterkeit des Geistes – das ist Adosa als Kusalamūla. Wessen Wurzel ist das? Es ist die Wurzel des aus Adosa entstandenen heilsamen Kāyakamma, Vacīkamma, Manokamma sowie der damit verbundenen Geist- und Geistfaktoren-Dhammas. Oder: Es ist die Wurzel dreier Maggaṅgas. Welcher drei? Es ist die Wurzel von Sammāvācā, Sammākammanta und Sammāājīva – dieser drei Maggaṅgas; daher wird es Kusalamūla genannt.

Was darin ist Amoha als Kusalamūla? Was bezüglich der vier Ariyasaccas das der Wirklichkeit gemäße Ñāṇadassana ist, das Durchdringen, das rechte Einmünden, das Durchbrechen, Amoha, das Nicht-Verwirrt-Sein, das Nicht-in-Verwirrung-Befangen-Sein, das Aufleuchten der Vijjā, das Licht, das Nicht-Verschleiert-Sein bezüglich der heilsamen Dhammas der Sekkhās – das ist Amoha als Kusalamūla. Wessen Wurzel ist das? Es ist die Wurzel des aus Amoha entstandenen heilsamen Kāyakamma, Vacīkamma, Manokamma sowie der damit verbundenen Geist- und Geistfaktoren-Dhammas. Oder: Es ist die Wurzel zweier Maggaṅgas. Welcher zwei? Es ist die Wurzel von Sammādiṭṭhi und Sammāsati – dieser zwei Maggaṅgas; daher wird es Kusalamūla genannt. So ist der achtgliedrige Weg mit diesen drei Kusalamūlas zu verbinden.


66. Was ist darin die Aniccasaññā? „Alle Saṅkhārā sind von der Natur des Entstehens und Vergehens" — welche Saññā, welches Erkennen, Feststellen und Erfassen dies ist, das ist die Aniccasaññā. Was ist deren Nissanda? Wenn die Aniccasaññā entwickelt und vielfach geübt worden ist, folgt der Geist den acht Loka-Dhammas nicht nach, heftet sich nicht an sie, verweilt nicht bei ihnen; Upekkhā oder Paṭikkūlatā verweilt — das ist ihr Nissanda.

Was ist darin die Dukkhasaññā? „Alle Saṅkhārā sind Dukkha" — welche Saññā, welches Erkennen, Feststellen und Erfassen dies ist, das ist die Dukkhasaññā. Was ist deren Nissanda? Wenn die Dukkhasaññā entwickelt und vielfach geübt worden ist, folgt der Geist Trägheit, Nachlässigkeit und Verwirrung nicht nach, heftet sich nicht an sie, verweilt nicht bei ihnen; Upekkhā oder Paṭikkūlatā verweilt — das ist ihr Nissanda.

Was ist darin die Anattasaññā? „In allen Dhammas ist Anattā" — welche Saññā, welches Erkennen, Feststellen und Erfassen dies ist, das ist die Anattasaññā. Was ist deren Nissanda? Wenn die Anattasaññā entwickelt und vielfach geübt worden ist, folgt der Geist dem Ahaṅkāra nicht nach, heftet sich nicht daran; der Mamaṅkāra verweilt nicht; Upekkhā oder Paṭikkūlatā verweilt — das ist ihr Nissanda.

Was ist darin die Asubhasaññā? „Die sieben Saṅkhārā sind unrein" — welche Saññā, welches Erkennen, Feststellen und Erfassen dies ist, das ist die Asubhasaññā. Was ist deren Nissanda? Wenn die Asubhasaññā entwickelt und vielfach geübt worden ist, folgt der Geist dem Subha-Nimitta nicht nach, heftet sich nicht daran, verweilt nicht dabei; Upekkhā oder Paṭikkūlatā verweilt — das ist ihr Nissanda.

Darin ist vom Bhagavā die vollständige Durchdringung der fünf Khandhā gelehrt worden: was daran die Asubhasaññā ist, ist das Merkmal der vollständigen Durchdringung des Rūpakkhandha; die Dukkhasaññā ist das Merkmal der vollständigen Durchdringung des Vedanākkhandha; die Anattasaññā ist das Merkmal der vollständigen Durchdringung des Saññākkhandha und des Saṅkhārakkhandha; die Aniccasaññā ist das Merkmal der vollständigen Durchdringung des Viññāṇakkhandha. Darin tilgt Samatha die Taṇhā vollständig aus, Vipassanā tilgt Avijjā vollständig aus, Adosa tilgt Dosa vollständig aus, Amoha tilgt Moha vollständig aus, Aniccasaññā tilgt Niccasaññā vollständig aus, Dukkhasaññā tilgt Sukhasaññā vollständig aus, Anattasaññā tilgt Attasaññā vollständig aus, Asubhasaññā tilgt Subhasaññā vollständig aus.

Samatha hat das Lakkhaṇa des Zurückholens des zerstreuten Geistes; seine Padaṭṭhāna sind die Jhānā. Vipassanā hat das Lakkhaṇa des Durchdringens aller Dhammas so wie sie wirklich sind; ihre Padaṭṭhāna sind alle zu Erkennenden. Alobha hat das Lakkhaṇa des Zurückhaltens von Begehren; seine Padaṭṭhāna ist die Enthaltung vom Nehmen des Nichtgegebenen. Adosa hat das Lakkhaṇa der Nicht-Feindseligkeit; seine Padaṭṭhāna ist die Enthaltung vom Töten von Lebewesen. Amoha hat das Lakkhaṇa des ungehinderten Erfassens des Sachverhalts; seine Padaṭṭhāna ist die rechte Praxis. Aniccasaññā hat das Lakkhaṇa des Erfassens des Untergangs der zusammengesetzten Dhammas; ihre Padaṭṭhāna ist das Aufsteigen und Vergehen. Dukkhasaññā hat das Lakkhaṇa des Erkennens von sāsava-Berührung; ihre Padaṭṭhāna ist Vedanā. Anattasaññā hat das Lakkhaṇa des Nichtfesthaltens an allen Dhammas; ihre Padaṭṭhāna ist Dhammasaññā. Asubhasaññā hat das Lakkhaṇa des Erfassens des Blauangelaufenen, des Eitertriefenden, des Aufgeblähten; ihre Padaṭṭhāna ist Nibbidā. Wenn diese neun Punkte aufgezeigt worden sind, ist die gesamte heilsame Seite aufgezeigt; und diese kann von einem Vielgelernten erkannt werden, nicht von einem Weniggelernten; von einem mit Paññā Ausgestatteten, nicht von einem ohne Paññā; von einem Geübten, nicht von einem Ungeübten.

67. Darin erscheint dem in Niccasaññā Versunkenen, der den Geist immer wieder anleitet, ohne die Achtsamkeit zurückzuwenden, die Aniccasaññā nicht; dem in der Süße der Freude an den fünf Kāmaguṇā Versunkenen, der den Stillstand der Körperhaltung nicht zurückwendend betrachtet, erscheint die Dukkhasaññā nicht; dem in Khandhā, Dhātū und Āyatanā nach einem Selbst Suchenden, der das Auseinanderfalten der verschiedenen und vielfältigen Dhātū nicht zurückwendend betrachtet, erscheint die Anattasaññā nicht; dem an Farbe und Form Erfreuenden, dem in Bezug auf den Körper in Subha Versunkenen, erscheint die verborgene Asubhasaññā nicht.

Saddhā hat das Lakkhaṇa der Reuelosigkeit; Glaube und Vertrauen ist ihre Paccupaṭṭhāna. Ihre Padaṭṭhāna sind die vier Sotāpattiyaṅga. So hat es nämlich der Bhagavā gesagt [vgl. Saṃyuttanikāya]: „Das Saddhindriya, ihr Bhikkhū — wo ist es zu sehen? Bei den vier Sotāpattiyaṅga, bei den heilsamen Dhammas."

Das Vīriyindriya hat das Lakkhaṇa des Festhaltens an Tatkraft; der Antritt des Vīriya ist seine Paccupaṭṭhāna. Seine Padaṭṭhāna sind die vier Sammappadhānā. Wie es vom Bhagavā gesagt worden ist [vgl. Saṃyuttanikāya]: „Das Vīriyindriya, ihr Bhikkhū — wo ist es zu sehen? Bei den vier Sammappadhānā."

Sati hat das Lakkhaṇa des Erinnerns; ihr Paccupaṭṭhāna ist Nichtverwirrung. Ihre Padaṭṭhāna sind die vier Satipaṭṭhānā. Wie es vom Bhagavā gesagt worden ist: „Das Satindriya, ihr Bhikkhū — wo ist es zu sehen? Bei den vier Satipaṭṭhānā."

Samādhi hat das Lakkhaṇa der Einspitzigkeit; sein Paccupaṭṭhāna ist Nichtzerstreutheit; seine Padaṭṭhāna sind die vier Ñāṇā. Wie es vom Bhagavā gesagt worden ist: „Das Samādhindriya, ihr Bhikkhū — wo ist es zu sehen? Bei den vier Jhānā."

Paññā hat das Lakkhaṇa des Erkennens; ihr Paccupaṭṭhāna ist das Prüfen der tatsächlichen Beschaffenheit der Dinge; ihre Padaṭṭhāna sind die vier Ariyasaccā. Wie es vom Bhagavā gesagt worden ist [vgl. Saṃyuttanikāya]: „Das Paññindriya, ihr Bhikkhū — wo ist es zu sehen? Bei den vier Ariyasaccā."

Die vier Cakkā [vgl. Aṅguttaranikāya 4.31]: Der Aufenthalt an einem geeigneten Ort ist ein Cakka; die Anlehnung an einen guten Menschen ist ein Cakka; die rechte Ausrichtung auf sich selbst ist ein Cakka; früher vollbrachtes Verdienst ist ein Cakka. Darin hat der Aufenthalt am geeigneten Ort das Lakkhaṇa der Anlehnung an Edle; er ist die Padaṭṭhāna der Anlehnung an den guten Menschen. Die Anlehnung an den guten Menschen hat das Lakkhaṇa der Anlehnung an Edle; sie ist die Padaṭṭhāna der rechten Ausrichtung auf sich selbst. Die rechte Ausrichtung auf sich selbst hat das Lakkhaṇa der rechten Praxis; sie ist die Padaṭṭhāna der Verdienste. Das Verdienst hat das Lakkhaṇa der Anhäufung heilsamer Dhammas; es ist die Padaṭṭhāna aller Gedeihlichkeit.

Die elf auf Sīla gegründeten Dhammas: Dem mit Sīla Ausgestatteten entsteht Avippaṭisāra … bis … er erkennt das Vimuttiñāṇadassana: „Nicht mehr zu diesem Zustand." Darin hat Sīla das Lakkhaṇa der Enthaltung; es ist die Padaṭṭhāna der Avippaṭisāra. Avippaṭisāra hat das Lakkhaṇa des Nichtvorwerfens gegenüber sich selbst; sie ist die Padaṭṭhāna von Pāmojja. Pāmojja hat das Lakkhaṇa der Freude; es ist die Padaṭṭhāna von Pīti. Pīti hat das Lakkhaṇa der Befriedigung; sie ist die Padaṭṭhāna von Passaddhi. Passaddhi hat das Lakkhaṇa der Geschmeidigkeit; sie ist die Padaṭṭhāna von Sukha. Sukha hat das Lakkhaṇa der Nicht-Feindseligkeit; es ist die Padaṭṭhāna von Samādhi. Samādhi hat das Lakkhaṇa der Nichtzerstreutheit; er ist die Padaṭṭhāna des Yathābhūtañāṇadassana. Paññā hat das Lakkhaṇa des unverzerrten Prüfens; sie ist die Padaṭṭhāna von Nibbidā. Nibbidā hat das Lakkhaṇa des Nichtverlangens; sie ist die Padaṭṭhāna von Virāga. Virāga hat das Lakkhaṇa der Nichtbefleckung; er ist die Padaṭṭhāna von Vimutti. Vimutti hat das Lakkhaṇa der Absonderung von unheilsamen Dhammas; sie ist die Padaṭṭhāna der Läuterung der Vimutti.


68. Die vier Ariya-Bhūmis sind die vier Früchte des Samaṇa-Daseins. Wer darin die Dinge erkennt, wie sie wirklich sind – das ist die Dassana-Bhūmi. Die Sotāpatti-Frucht: Wer, nachdem er die Dinge erkannt hat, wie sie wirklich sind, Abkehr erlangt – das ist das Padaṭṭhāna für das Geschwächtsein von Kāmarāga und Byāpāda. Die Sakadāgāmi-Frucht: Wer sich mit feinem, subtilen Loslösen von Leidenschaft löst – das ist die Cetovimutti durch Virāga von Rāga. Die Anāgāmi-Frucht: Wer durch Virāga von Avijjā befreit wird – das ist die Katā-Bhūmi. Die Arahatta-Frucht: Was ist die wörtliche Bedeutung der Bezeichnung „Früchte des Samaṇa-Daseins"? Der Ariya Aṭṭhaṅgika Magga ist das Samaṇa-Dasein, und diese hier sind dessen Früchte; daher werden sie „Früchte des Samaṇa-Daseins" genannt. Warum aber werden sie „Früchte des Brahmaṇa-Daseins" genannt? Der Ariya Aṭṭhaṅgika Magga ist das Brahmaṇa-Dasein, und jene sind dessen Früchte; daher werden sie „Früchte des Brahmaṇa-Daseins" genannt.

Wie ist dabei einer ein Sotāpanna? Mit dem Durchschauen der Wahrheiten werden für den Ariya-Sāvaka drei Saṃyojanāni aufgegeben: Sakkāyadiṭṭhi, Vicikicchā und Sīlabbataparāmāso. Durch das Aufgeben und vollständige Auflösen dieser drei Saṃyojanāni ist der Ariya-Sāvaka ein Sotāpanna, der nicht dem Verfall anheimfällt, bis er das Ende des Dukkha herbeigeführt hat.

Was ist dabei Sakkāyadiṭṭhi? Der ungelehrte, törichte Puthujjana, der in den Ariya-Dhammas unbewandert ist, betrachtet Form als Selbst, bis hin zum Viññāṇa als Selbst; er haftet in diesen fünf Khandhas entweder an einem Selbst oder an dem, was dem Selbst zugehört, mit dem Gedanken „Das bin ich" – als einer, der einem Einzigen unterworfen ist, hineingeworfen, ergriffen, latent anhaftend, Glied für Glied sich hinwendend. Was dabei – dem so Beschaffenen – die Billigung, das Gefallen, die Betrachtung, das gedankliche Umkreisen der Beschaffenheit, die von Zuversicht durchdrungene Betrachtung der Ansicht ist – das wird Sakkāyadiṭṭhi genannt.

Dabei neigen fünf Ansichten dem Vernichten zu. Welche fünf? Wer Form als Selbst betrachtet, bis hin zu: wer Viññāṇa als Selbst betrachtet – diese fünf neigen dem Vernichten zu. Die verbleibenden fünfzehn hingegen neigen dem Ewigen zu. So werden durch das Aufgeben der Sakkāyadiṭṭhi die zweiundsechzig Diṭṭhigatāni aufgegeben. Durch das Aufgeben neigt man weder dem Vernichten noch dem Ewigen zu. So entsteht dem Ariya-Sāvaka durch das Aufgeben von Vernichten und Ewigem keinerlei Diṭṭhigata mehr, außer der überweltlichen Sammādiṭṭhi. Wie aber entsteht Sakkāyadiṭṭhi nicht? Hier ist der Ariya-Sāvaka gelehrt; der gesamte helle Bereich ist zu vollziehen; insoweit er in den Ariya-Dhammas bewandert ist, betrachtet er Form als Nicht-Selbst, bis hin zum Viññāṇa ... usw. ... Wenn er so betrachtet, entsteht Sakkāyadiṭṭhi nicht.

Wie entsteht Vicikicchā nicht? Hier zweifelt der Ariya-Sāvaka nicht am Buddha, hegt keine Vicikicchā, er gewinnt Vertrauen: „So ist jener Bhagavā" – vollständig. Er zweifelt nicht am Dhamma, hegt keine Vicikicchā – vollständig. Bis zu: „Taṇhakkayo, Virāga, Nirodha, Nibbāna" – mit diesem zweiten erstrebenswerten Dhamma ist er ausgestattet. Am Saṅgha zweifelt er nicht ... usw. ... bis zu „der Verehrung der Götter und Menschen würdig" – mit diesem dritten erstrebenswerten Dhamma ist er ausgestattet.

„Alle Saṅkhāras sind Dukkha" – daran zweifelt er nicht, hegt keine Vicikicchā, er ist entschlossen, gewinnt Vertrauen. „Taṇhā ist die Entstehung des Dukkha" – daran zweifelt er nicht, hegt keine Vicikicchā. „Durch das Aufhören von Taṇhā ist Aufhören von Dukkha" – daran zweifelt er nicht, hegt keine Vicikicchā. „Der Ariya Aṭṭhaṅgika Magga ist der zur Auflösung des Dukkha führende Weg" – daran zweifelt er nicht, hegt keine Vicikicchā, er ist entschlossen, gewinnt Vertrauen. Was dabei – sei es bezüglich des Buddha, des Dhamma, des Saṅgha, des Dukkha, der Entstehung, der Auflösung oder des Weges – Zweifeln, Ungewissheit, Vicikicchā, Zweiweghaftigkeit, Anstreben, Herumstreifen, Unbeständigkeit, Nicht-Festgelegt-Sein, Vielgliedrigkeit, Vielgliedrigsein ist – all das ist für ihn aufgegeben, abgewehrt, an der Wurzel abgeschnitten, dem Palmstumpf gleichgemacht, zum Nicht-Sein gebracht, künftig nicht mehr aufzukommen bestimmt.

69. Dabei ist Sīlabbataparāmāso zweifach: hinsichtlich der Sīla oder hinsichtlich der Reinheit. Dabei ist Sīlabbataparāmāso hinsichtlich der Sīla folgendermaßen: „Durch diese Sīla, durch dieses Gelübde, durch diese Askese, durch dieses Brahmacariya werde ich ein Gott oder ein anderer unter den Göttern, und dort werde ich mit taubenfüßigen Apsarās spielen, mich erfreuen und verkehren." Was dabei – für den Unzufriedenen – unter dem Leitbegriff des Yathābhūtadassana die Billigung, die Befreiung durch Gefallen, der Rāga, die durch Rāga bewirkte Umwandlung, die gestaltsüchtige Betrachtung als Ansicht, das Erblicken ist – das ist Sīlabbataparāmāso hinsichtlich der Sīla. Was ist dabei Sīlabbataparāmāso hinsichtlich der Reinheit? Hier haftet jemand an Sīla: „Durch Sīla wird man rein, durch Sīla wird man herausgeführt, durch Sīla wird man befreit; man überwindet Freude, überwindet Leid, überwindet Freude und Leid und erreicht das Höhere." Er haftet an beidem, Sīla und Gelübde: „Durch beides, Sīla und Gelübde, werden sie rein, werden sie befreit, werden sie herausgeführt; sie überwinden Freude, überwinden Leid, überwinden Freude und Leid und erreichen das Höhere." Was dabei – für den so Beschaffenen, der von dem, was nicht zur Reinheit führt, dem, was nicht zur Befreiung führt, zurückkommt zur Reinheit und Befreiung – die Billigung, das Gefallen, die Befreiung, die Betrachtung, das gedankliche Umkreisen der Beschaffenheit, die überzeugte Betrachtung der Ansicht, die Sichtweise ist – das ist Sīlabbataparāmāso hinsichtlich der Reinheit. Diese beiden Parāmāsas sind für den Ariya-Sāvaka aufgegeben, bis dahin künftig nicht mehr aufzukommen bestimmt; er ist tugendhaft, ausgestattet mit den von Ariyās geliebten Sīlas, ungebrochen bis zu denen, die zur Upasamā hinführen. Durch das Aufgeben dieser drei Saṃyojanāni ist der gelehrte Ariya-Sāvaka ein Sotāpanna, der nicht dem Verfall anheimfällt – vollständig.

„Mit dem Durchschauen der Wahrheiten zugleich" – was ist hierbei die wörtliche Bedeutung? Es gibt vier Abhisamayas: Pariññābhisamaya, Pahānābhisamaya, Sacchikiriyābhisamaya, Bhāvanābhisamaya.

Dabei durchschaut der Ariya-Sāvaka Dukkha durch Pariññābhisamaya, er durchschaut Samudaya durch Pahānābhisamaya, er durchschaut Nirodha durch Sacchikiriyābhisamaya, er durchschaut den Magga durch Bhāvanābhisamaya. Aus welchem Grund? Der Pariññābhisamaya gilt dem Dukkha, der Pahānābhisamaya dem Samudaya, der Sacchikiriyābhisamaya dem Nirodha, der Bhāvanābhisamaya dem Magga. Wie durchschaut er durch Samatha und Vipassanā? Nachdem er den Geist am Objekt gebunden hat, schaut er die fünf Khandhas als Dukkha. Dabei ist das Binden Samatha, das Eindringen Vipassanā. Beim Anschauen der fünf Khandhas als Dukkha wird das Hängen, die Neigung, das Hinwenden, das Verhaftetsein, die Begierde, die Besessenheit, das Ausrichten, das Verlangen bei den fünf Khandhas aufgegeben. Dabei sind die fünf Khandhas Dukkha. Was dabei das Hängen, die Neigung, das Hinwenden, das Verhaftetsein, die Begierde, die Besessenheit, das Ausrichten, das Verlangen ist – das ist Samudaya. Was dessen Aufgabe ist – das ist Nirodha; Samatha und Vipassanā sind der Magga. So vollzieht sich das Durchschauen dieser vier Ariya-Saccas zugleich, in einem Augenblick, in einem Bewusstsein, ohne Voran- und ohne Nachfolgendes. Daher sagte der Bhagavā: „Mit dem Durchschauen der Wahrheiten werden für den Ariya-Sāvaka drei Saṃyojanāni aufgegeben."

70. Dabei vollbringen Samatha und Vipassanā, zusammengefügt vorwärtsschreitend, in einem Moment, in einem Augenblick, in einem Bewusstsein vier Aufgaben: Sie durchschauen Dukkha durch Pariññābhisamaya, bis hin zu: Sie durchschauen den Magga durch Bhāvanābhisamaya. Aus welchem Grund? Der Pariññābhisamaya gilt dem Dukkha, bis hin zu: der Bhāvanābhisamaya dem Magga. So das Gleichnis: Wie ein Boot, das über das Wasser fährt, vier Aufgaben vollbringt – es erreicht das jenseitige Ufer, es verlässt das diesseitige Ufer, es trägt die Last, es durchschneidet die Strömung – ebenso vollbringen Samatha und Vipassanā, zusammengefügt vorwärtsschreitend, in einem Moment, in einem Augenblick, in einem Bewusstsein vier Aufgaben: Sie durchschauen Dukkha durch Pariññābhisamaya, bis hin zu: Sie durchschauen den Magga durch Bhāvanābhisamaya. Oder wie die aufgehende Sonne in einem Moment, ohne Voran- und ohne Nachfolgendes, vier Aufgaben vollbringt – sie zerstreut Dunkelheit, sie lässt Licht erscheinen, sie lässt Formen sichtbar werden, sie beseitigt Kälte – ebenso vollbringen Samatha und Vipassanā, zusammengefügt vorwärtsschreitend, in einem Moment ... usw. ... Oder wie ein brennendes Licht in einem Moment, ohne Voran- und ohne Nachfolgendes, vier Aufgaben vollbringt – es zerstreut Dunkelheit, es lässt Licht erscheinen, es lässt Formen sichtbar werden, es verzehrt die Anhaftung – ebenso vollbringen Samatha und Vipassanā, zusammengefügt vorwärtsschreitend, in einem Moment ... usw. ...

Wenn der Ariya-Sāvaka ein Sotāpanna wird, der nicht dem Verfall anheimfällt, der mit Gewissheit dem Ende des Dukkha entgegengeht – das ist die Dassana-Bhūmi. Die Sotāpatti-Frucht: Wer, in der Sotāpatti-Frucht verweilend, weiterhin Samatha und Vipassanā entfaltet, zusammengefügt vorwärtsschreitend, und Kāmarāga und Byāpāda zum großen Teil aufgibt – der Ariya-Sāvaka ist ein Sakadāgāmi; da er vollendet ist, kommt er noch einmal in diese Welt und macht dem Dukkha ein Ende – das ist die Tanu-Bhūmi.

Die Sakadāgāmi-Frucht: Wer, in der Sakadāgāmi-Frucht verweilend, Vipassanā entfaltend, Kāmarāga und Byāpāda mitsamt ihren latenten Neigungen vollständig und restlos aufgibt – wenn Kāmarāga und Byāpāda vollständig und restlos aufgegeben sind, sind die fünf Orambhāgiya-Saṃyojanāni aufgegeben: Sakkāyadiṭṭhi, Sīlabbataparāmāso, Vicikicchā, Kāmacchando und Byāpādo. Durch das Aufgeben dieser fünf Orambhāgiya-Saṃyojanāni ist der Ariya-Sāvaka ein Anāgāmi, der dort völlig erlischt, der nicht mehr aus jener Welt zurückkehrt – das ist die Vītarāga-Bhūmi.

Die Anāgāmi-Frucht: Wer, in der Anāgāmi-Frucht verweilend, weiterhin Samatha und Vipassanā entfaltet, gibt die fünf Uddhambhāgiya-Saṃyojanāni auf: Rūparāga, Arūparāga, Māna, Uddhacca und Avijjā. Durch das Aufgeben dieser fünf Uddhambhāgiya-Saṃyojanāni ist der Ariya-Sāvaka ein Arahant, einer dessen Āsavas versiegt sind, der das vollbracht hat, was zu vollbringen war, der durch rechtes Erkennen befreit ist, dessen Daseins-Saṃyojanāni vollständig aufgelöst sind, der das eigene Ziel erreicht hat – das ist die Katā-Bhūmi.

Dieser Arahant – das ist die Nibbānadhātu mit Restbestand der Daseinsgrundlage. Mit dem Versiegen seines Lebens, mit dem Aufhören des Lebensindriya erlischt dieses Dukkha, und weiteres Dukkha entsteht nicht. Was das Aufhören, das Zur-Ruhe-Kommen dieses Dukkha ist, und das Nicht-Erscheinen eines anderen – das ist die Nibbānadhātu ohne Restbestand der Daseinsgrundlage. Das sind die zwei Nibbānadhātus. So wurden die Wahrheiten dargelegt. Der Saccābhisamaya wurde dargelegt, die Bestimmung der Klesās wurde dargelegt, das Aufgeben wurde dargelegt, die Bhūmis wurden dargelegt, die Früchte wurden dargelegt, die Nibbānadhātus wurden dargelegt. Wenn dies so dargelegt ist, ist die gesamte Bodhi dargelegt. Hieran soll man sich üben.


71. Was sind darin die neun aufeinanderfolgenden Samāpattiyo? Die vier Jhānāni, die vier Arūpasamāpattiyo und die Nirodhasamāpatti. Was sind darin die vier Jhānāni? Hier soll, o Bhikkhave, [siehe im Dīghanikāya] der Bhikkhu, abgesondert von Kāmāni usw., ausführlich dargelegt werden. Was sind darin die vier Arūpasamāpattiyo? Was dem Entsinnlichten zu sagen ist, soll bis zur Nirodhasamāpatti ausführlich dargelegt werden. Dies sind die neun aufeinanderfolgenden Samāpattiyo.

Was ist darin das erste Jhāna? Es ist frei von fünf Gliedern und ausgestattet mit fünf Gliedern. Von welchen fünf Gliedern ist es frei? Von den fünf Nīvaraṇāni. Was sind darin die fünf Nīvaraṇāni? Kāmacchanda usw. ist ausführlich darzulegen. Was ist darin der Kāmacchanda? Was an den fünf Kāmaguṇāni Begehren und Leidenschaft, Zuneigung, Verlangen, Verstrickung, Wunsch, Betörung, Streben, Nichtloslassen, Anusaya, Überflutung ist – das ist das Nīvaraṇa des Kāmacchanda. Was ist darin das Nīvaraṇa des Byāpāda? Was gegenüber Wesen und Saṅkhārāni Verdruss ist … usw. … wie bei Dosa bis zu den Auswirkungen¹ – das ist das Nīvaraṇa des Byāpāda. Was ist darin Middha? Was Erstarrung des Geistes, Schwere des Geistes, Untauglichkeit des Geistes, Niedergeschlagenheit des Geistes, Schlafneigung, Taumeln, Schwanken, Geschwanktwerden ist – das ist Middha. Was ist darin Thina? Was körperliche Starre, Erstarrung des Körpers, Schwere des Körpers, mangelnde Ruhe des Körpers ist – das ist Thina. So heißen dieses Thina und das vorherige Middha zusammengenommen das Nīvaraṇa des Thinamiddha. Was ist darin Uddhacca? Was Unberuhigtheit des Geistes ist – das ist Uddhacca. Was ist darin Kukkucca? Was Zerrissenheit des Geistes, Zögern, Schwanken, Herzensaufruhr, Reue ist – das ist Kukkucca. So heißen dieses Kukkucca und das vorherige Uddhacca zusammengenommen das Nīvaraṇa des Uddhaccakukkucca. Was ist darin das Nīvaraṇa der Vicikicchā? Was gegenüber dem Buddha, dem Dhamma, dem Saṅgha usw. … – das ist Vicikicchā. Überdies aber gibt es fünf Vicikicchāyo: die die Samāpatti hindernde, die den Bezirk hindernde, die den Samādhi hindernde, die den Pfad hindernde, die den Himmel hindernde – dies sind die fünf Vicikicchāyo. Hier aber ist die die Samāpatti hindernde Vicikicchā gemeint. Dies sind die fünf Nīvaraṇāni.

Was ist darin die Bedeutung des Wortes Nīvaraṇāni – wovon hindern sie ab? Von allem, was auf der Seite des Heilsamen liegt, hindern sie ab. Wie hindern sie ab? Kāmacchanda hindert ab von der Betrachtung des Unreinen; Byāpāda hindert ab von Mettā; Thina hindert ab von Passaddhi; Middha hindert ab von der Entfaltung von Energie; Uddhacca hindert ab von Samatha; Kukkucca hindert ab von Reuelosigkeit; Vicikicchā hindert ab von Paññā und Paṭiccasamuppāda.

Eine weitere Darlegungsweise. Kāmacchanda hindert ab von Alobha, der heilsamen Wurzel; Byāpāda hindert ab von Adosa; Thinamiddha hindert ab von Samādhi; Uddhaccakukkucca hindert ab von den Satipaṭṭhānāni; Vicikicchā hindert ab von Amoha, der heilsamen Wurzel.

Eine weitere Darlegungsweise. Drei Vihārāni: der göttliche Vihāra, der erhabene Vihāra, der edle Vihāra. Der göttliche Vihāra sind die vier Jhānāni; der erhabene Vihāra sind die vier Appamāṇāni; der edle Vihāra sind die siebenunddreißig Bodhipakkhiyā Dhammā. Darin hindern Kāmacchanda, Uddhacca und Kukkucca den göttlichen Vihāra; Byāpāda hindert den erhabenen Vihāra; Thinamiddha und Vicikicchā hindern den edlen Vihāra.

Eine weitere Darlegungsweise. Kāmacchanda, Byāpāda und Uddhaccakukkucca hindern Samatha; Thinamiddha und Vicikicchā hindern Vipassanā – daher werden sie Nīvaraṇāni genannt. Von diesen fünf Gliedern ist das erste Jhāna frei.

Mit welchen fünf Gliedern ist das erste Jhāna ausgestattet? Mit Vitakka und Vicāra, mit Pīti, mit Sukha und mit Cittekaggatā. Das Entstehen, Erlangen und Zusammenkommen dieser fünf Glieder, das Verwirklichen – das heißt: das erste Jhāna ist erlangt. Indem er diese fünf Glieder entstehen lässt und darin weilt, heißt es: „Er tritt in das erste Jhāna ein und weilt darin" – im göttlichen Vihāra.

Das zweite Jhāna darin ist ausgestattet mit vier Gliedern: mit Pīti-Sukha, Cittekaggatā und innerem Klärwerden. Indem er diese vier Glieder entstehen lässt, entfaltet und darin weilt, heißt es: „Er tritt in das zweite Jhāna ein und weilt darin."

Das dritte Jhāna darin ist ausgestattet mit fünf Gliedern: mit Sati, Sampajañña, Sukha, Cittekaggatā und Upekkhā. Indem er diese fünf Glieder entstehen lässt, entfaltet und darin weilt, heißt es: „Er tritt in das dritte Jhāna ein und weilt darin."

Das vierte Jhāna darin ist ausgestattet mit vier Gliedern: mit Upekkhā, Satiparisuddhī, Adukkhamasukha-Vedanā und Cittekaggatā. Ausgestattet mit diesen vier Gliedern ist das vierte Jhāna. So heißt das Entstehen, Erlangen und Zusammenkommen dieser vier Glieder, das Verwirklichen: das vierte Jhāna ist erlangt. Indem er diese vier Jhānāni entstehen lässt, entfaltet und eintretend darin weilt, heißt es: „Er weilt im göttlichen Vihāra."

Was ist darin die Bedeutung von Anicca? Die Bedeutung des Drückens, die Bedeutung von Anicca, die Bedeutung des Zerfallens, die Bedeutung des Hingeführtwerdens, die Bedeutung der Abgeschiedenheit, die Bedeutung von Anicca – das ist die Bedeutung von Anicca.

Was ist darin die Bedeutung von Dukkha? Die Bedeutung des Drückens, die Bedeutung von Dukkha, die Bedeutung des Zusammendrückens, die Bedeutung des Erschüttertseins, die Bedeutung der Krankheit – das ist die Bedeutung von Dukkha.

Was ist darin die Bedeutung von Suññatā? Die Bedeutung des Unbefleckten als Bedeutung von Suññatā, die Bedeutung des Nichtdazuzählens, die Bedeutung des Hinübergegangenseins²*, die Bedeutung des Abgewendetseins – das ist die Bedeutung von Suññatā.

Was ist darin die Bedeutung von Anattā? Die Bedeutung der Herrschaftslosigkeit als Bedeutung von Anattā, die Bedeutung des Nichtunterworfenseins, die Bedeutung des Nichthandelnkönnens nach eigenem Willen, die Bedeutung der Machtlosigkeit³ – das ist die Bedeutung von Anattā.

Die Suttatthasamuccaya genannte Peṭakabhūmi ist beendet.

7. Hārasampātabhūmi

72. Jhāna ist Virāga. Die vier Jhānāni sind ausführlich darzulegen. Sie sind zweifach: frei von Bojjhaṅgāni und verbunden mit Bojjhaṅgāni. Darin sind die von Bojjhaṅgāni freien die weltlichen, die mit Bojjhaṅgāni verbundenen sind die der edlen Personen. Darin: nachdem man die sechs Grundtypen von Personen beiseitegelassen hat – den Rāgacarita, den Dosacarita, den Mohacarita, den Rāgadosacarita, den Rāgamohacarita, den Dosamohacarita, den Samabhāgacarita –, gilt für diese Personen, die in Jhāna eintreten: die fünf Nīvaraṇāni sind ihr Gegenteil, und zu deren Überwindung bezwingt er die drei akusalen Wurzeln. Mit der akusalen Wurzel Lobha bändigt er Abhijjhā und Uddhacca, die auftauchen, durch die kusale Wurzel Alobha; Kukkucca und Vicikicchā gehören zur Moha-Seite – diese bändigt er durch Amoha. Dosa und Thinamiddha gehören zur Dosa-Seite – diese bändigt er durch Adosa.

Darin denkt er zur Vollendung von Alobha den Nekkhammavitakka. Darin denkt er zur Vollendung von Adosa den Abyāpādavitakka. Darin denkt er zur Vollendung von Amoha den Avihiṃsāvitakka. Darin ist er zur Vollendung von Alobha abgesondert von Kāmāni. Darin ist er zur Vollendung von Adosa und Amoha abgesondert von schlechten, unheilsamen Dhammāni, tritt in das erste Jhāna ein und weilt darin – mit Vitakka und Vicāra, mit aus der Abgeschiedenheit geborener Pīti und Sukha.

Vitakkā: das sind drei Vitakkā – Nekkhammavitakka, Abyāpādavitakka, Avihiṃsāvitakka. Darin ist das erste Aufschlagen Vitakka, das Verweilen bei dem Erlangten Vicāra. Wie ein Mensch von weitem eine Person herankommend sieht und noch nicht weiß: „Das ist eine Frau" oder „Das ist ein Mann" – wenn er aber erlangt hat: „Das ist eine Frau" oder „Das ist ein Mann", mit dieser Gestalt, mit dieser Form – so prüfen die Überlegenden weiter: „Ist diese wohl tugendhaft oder tugendslos, wohlhabend oder arm?" So fügt Vicāra den Vitakka ein, Vicāra bewegt sich und folgt nach. Wie ein Vogel zunächst mit den Flügeln schlägt und danach nicht mehr schlägt – wie das Flügelschlagen, so ist Vitakka; wie das Ausbreiten der Flügel, so pflegt Vicāra den Vitakka und schreitet voran, überlegt. Er denkt nach und überlegt, er durchdenkt weiter und erwägt. Vitakka ist das Gegenteil der Kāmasaññā; Vicāra ist das Gegenteil der Byāpādasaññā und der Vihiṃsāsaññā. Die Funktion der Vitakkā ist das Nichtbeachten des Unheilsamen; die Funktion der Vicārā ist das Zügeln der älteren. Wie ein Lernender still sein Studium betreibt – so ist Vitakka; wie er eben dasselbe betrachtet – so ist Vicāra. Wie Nichtdurchdringen – so ist Vitakka; wie Durchdringen – so ist Vicāra. Für Niruttipaṭisambhidā und Paṭibhānapaṭisambhidā ist es Vitakka; für Dhammapaṭisambhidā und Atthapaṭisambhidā ist es Vicāra. Geschicktheit und Gewandtheit des Geistes ist Vitakka; die Geschicklichkeit der Ausrichtung des Geistes ist Vicāra. „Dies ist heilsam, dies ist unheilsam, dies ist zu entfalten, dies ist aufzugeben, dies ist zu verwirklichen" – das ist Vitakka; wie das Aufgeben, die Entfaltung und die Verwirklichung – so ist Vicāra. Für denjenigen, der in diesen Vitakkavicārā gefestigt ist, entsteht zweifaches Dukkha nicht – weder körperliches noch geistiges; zweifaches Sukha entsteht – sowohl körperliches als auch geistiges. So ist die durch Vitakka erzeugte geistige Freude Pīti, das körperliche Sukha ist eben körperlich. Was darin Einspitzigkeit des Geistes ist – das ist Samādhi. So ist das erste Jhāna frei von fünf Gliedern und ausgestattet mit fünf Gliedern.

Durch ständige Übung eben dieser Vitakkavicārā neigt sein Geist dorthin. Für ihn erscheinen Vitakka und Vicāra als grob. Auch Pīti-Sukha und Nekkhamma werden grob. Doch entsteht aus Samādhi geborene Pīti und Freude. Sein Geist nimmt Vicāra zum Objekt. Durch deren Stillung klärt sich der Geist innerlich. Jene zwei Dhammāni – Vitakka und Vicāra – sollen als solche festgehalten werden; das Gegenwärtige ist auszuhalten⁴. Durch deren Stillung entsteht Einzügigkeit, Cittekaggatā. Durch seine Einzügigkeit gelangt Pīti zur Vollendung. Was Pīti ist – das ist das Somanassindriya; was Sukha ist – das ist das Sukhindriya. Was Cittekaggatā ist – das ist Samādhi. Das ist das zweite Jhāna, ausgestattet mit vier Gliedern. Von der Pīti ablassend geht er hin zu dem, was von Nahrungssaft und Reinheit begleitet ist⁵.

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¹ Pali: yathā dose tathā nioṭṭhānā – der Ausdruck nioṭṭhānā ist textkritisch unsicher und stellt möglicherweise eine Textverderbnis dar; die Übersetzung folgt dem Sinnzusammenhang.

² Pali: gatapaṭṭho – die PTS-Variante liest appaṭṭho („Bedeutung des Nichterreichens"); beide Lesarten sind textkritisch möglich; die Hauptlesart wird im Text wiedergegeben.

³ Pali: parividaṭṭho – die Bedeutung ist textkritisch unsicher; „Machtlosigkeit" folgt dem Sinnzusammenhang.

⁴ Pali: Ye vitakkavicārā dve dhammānussaritabbā. Paccuppannā daraṇitabbaṃ – der Text ist syntaktisch schwierig und möglicherweise korrupt; die Übersetzung gibt den erschlossenen Sinn wieder.

⁵ Pali: ojahi jallasahagataṃ – der Ausdruck ist textkritisch unsicher und möglicherweise korrupt; oja bezeichnet Nahrungssaft oder Essenz, jalla Reinheit oder Klarheit; die Übersetzung folgt dem Sinnzusammenhang.


73. Dabei meditiert er, der am Freudegeist festhält, einzig den Gleichmut im Geist. Er verweilt gleichmütig aufgrund des Schwindens der Freude. Und so wie die durch Freude herbeigeführte Seligkeit – so empfindet er sie mit dem Körper, klar bewusst verweilend. Durch eben dieses Gewahrsein und klare Bewusstsein gelangt er zur Vollendung des Gleichmuts. Dies ist das dritte Jhāna, ausgestattet mit vier Gliedern.

Ebenso erlischt beim Aufgeben des körperlichen Wohlgefühls im ersten Jhāna das Freudeindriya. Im zweiten Jhāna erlischt das Schmerzindriya. Durch Aufgeben von Wohlgefühl und durch Aufgeben von Schmerz, durch das vorherige Verschwinden von Freude und Trübsal, gelangt er zum vierten Jhāna und verweilt darin – dem weder-schmerzhaften-noch-angenehmen, der durch Gleichmut und Gewahrsein gereinigten Sammlung. Darin wird durch vier Indriyā der Gleichmut geläutert: durch das Schmerzindriya, das Trübsalindriya, das Wohlgefühlindriya und das Freudeindriya. Durch deren Erlöschen entsteht klares Bewusstsein im Gleichmut. Darin entsteht durch das Wohlgefühlindriya und das Freudeindriya Ungewahrsein; durch deren Erlöschen entsteht Gewahrsein. Durch das Schmerzindriya und das Trübsalindriya entsteht mangelndes klares Bewusstsein; durch deren Erlöschen entsteht klares Bewusstsein. So gilt: die Wahrnehmung des Gleichmuts, Gewahrsein, klares Bewusstsein und Einpunktigkeit des Geistes – dies wird das vierte Jhāna genannt.

Dabei gehören dem Menschen mit Begierde als Charakterzug das Wohlgefühlindriya und das Freudeindriya; dem Menschen mit Abneigung als Charakterzug das Schmerzindriya und das Trübsalindriya; dem Menschen mit Verblendung als Charakterzug mangelndes Gewahrsein und mangelndes klares Bewusstsein.

Dabei erlischt beim Menschen mit Begierde als Charakterzug im dritten und vierten Jhāna die Hinneigung; beim Menschen mit Abneigung als Charakterzug erlischt im ersten und zweiten Jhāna der Widerwille; beim Menschen mit Verblendung als Charakterzug erlischt im ersten und zweiten Jhāna das mangelnde klare Bewusstsein. Im dritten und vierten Jhāna erlischt das Ungewahrsein. So werden die vier Jhānā für diese drei Arten von Menschen zur Läuterung führen.

Dabei bestehen beim Menschen mit Begierde und Abneigung als Charakterzug mangelndes klares Bewusstsein, Hinneigung und Widerwille; dadurch ist das Jhāna für ihn zum Schwinden geneigt. Beim Menschen mit Begierde und Verblendung als Charakterzug wurden Anhaftungstendenz und Nachteil aufgezeigt; dadurch ist das Jhāna für ihn zum Schwinden geneigt. Beim Menschen mit Abneigung und Verblendung als Charakterzug wurden Widerwille, Ungewahrsein und mangelndes klares Bewusstsein als Nachteil aufgezeigt; dadurch ist das Jhāna für ihn zum Schwinden geneigt.

Beim Menschen mit gleich stark vorhandenem Begierde-, Abneigung- und Verblendung-Charakterzug neigt das Jhāna zur Besonderheit. Diese vier Jhānā sind bei sieben Arten von Menschen darzulegen. Bei den vier Samādhīs: durch Wunsch-Samādhi das erste Jhāna, durch Eifer-Samādhi das zweite Jhāna, durch Geist-Samādhi das dritte Jhāna, durch Untersuchungs-Samādhi das vierte Jhāna. Durch das Wunschlose das erste Jhāna, durch Leere das zweite Jhāna, durch das Merkmalslose das dritte Jhāna, durch Ānāpānassati das vierte Jhāna. Durch Beruhigung jeweils von Sinnenbegehren-Gedanken und Übelwollen wird das erste Jhāna; durch Beruhigung von Vitakka und Vicāra das zweite Jhāna; durch Beruhigung des Wohlgefühlindriya und des Freudeindriya das dritte Jhāna; durch Beruhigung der Kāya-Saṅkhārā das vierte Jhāna. Durch Entsagung als Adhiṭṭhāna das erste Jhāna, durch Wahrheit als Adhiṭṭhāna das zweite Jhāna, durch Paññā als Adhiṭṭhāna das dritte Jhāna, durch Stille als Adhiṭṭhāna das vierte Jhāna. Diese vier Jhānā wurden in zusammengefasster Darlegung dargelegt. Darin gelangt das Samādhi-Indriya zur Vollendung. Die entsprechenden vier: Wer durch Stütze des ersten Jhāna die Vernichtung der Āsavā erlangt, der gelangt dahin durch den glückseligen Weg mit langsamem Durchblick, als Gegenpol des Trübsalindriya. Wer durch Stütze des zweiten Jhāna die Vernichtung der Āsavā erlangt, der gelangt dahin durch den glückseligen Weg mit schnellem Durchblick, als Gegenpol des Schmerzindriya. Wer durch Stütze des dritten Jhāna die Vernichtung der Āsavā erlangt, der gelangt dahin durch den glückseligen Weg mit langsamem Durchblick, als Gegenpol des Freudeindriya. Wer durch Stütze des vierten Jhāna die Vernichtung der Āsavā erlangt, der gelangt dahin durch den glückseligen Weg mit schnellem Durchblick, als Gegenpol des Wohlgefühlindriya.

Vermischte Darlegung.

74. Diese vier Jhānā – ihre Jhāna-Glieder, die Zusammenfassung dieser Glieder sei sein Glied; was ist die Jhānabhūmi – was ist ihre Besonderheit? Dies sind die Bestandteile, durch sie entsteht diese Entstehung; der Unterbau dieser Entstehung, durch diesen Unterbau diese Bhāvanā. Dieser Bhāvanā Nachteil, dadurch dieser Verfall. Wessen Verfall? Des dem nachspürenden Meditierenden. Der dies betrachtet, wie es gesagt wurde, ist diese Besonderheit. Durch diese Besonderheit dieser Wohlgeschmack – wessen Wohlgeschmack? Des ungeeigneten Meditierenden; diesem ungeeigneten Meditierenden – durch Geschicklichkeit gelangt das gefestigte Jhāna zur Unerschütterlichkeit, zur Jhānakraft. Dem in der Jhānakraft Gefestigten, dem die Vollendung Erlangenden – diese Jhāna-Glieder: mit ungetrübtem Denken im ersten Jhāna ist er ein Entfaltender der Jhāna-Glieder. Er – Freude und deren Begleitung eben im ersten Jhāna als Jhāna-Glied und die Dhammas als ihre Vorzüge durch ihre Verbundenheit damit. Die Beschaffenheit des Freude-Jhāna-Gliedes im zweiten Jhāna: dem so Ablaufenden ist das begleitende Jhāna-Glied-Dhamma durch Wohlgefülltheit – innere Heiterkeit im zweiten Jhāna als Jhāna-Glied durch Beruhigung des Geistes und durch Verbundenheit damit. Freude im zweiten Jhāna als Jhāna-Glied – innere Beruhigung, Samādhi-Haftigkeit – Freude im zweiten Jhāna als Jhāna-Glied; Einpunktigkeit des Geistes im zweiten Jhāna als Jhāna-Glied; Gleichmut durch Berührung im dritten Jhāna als Jhāna-Glied; Wohlgefühl als sein Glied. Einpunktigkeit des Geistes im vierten Jhāna als Jhāna-Glied; Gleichmut – weder schmerzhaft noch angenehm – [als eigenständiges Glied] im vierten Jhāna als Jhāna-Glied; Abhinīhāra-Bhūmi [die Bhūmi des entschlossenen Hervorgehens], Gleichmut-Gewahrsein-Reinheit im vierten Jhāna als Jhāna-Glied. Die Reinheit des Gewahrseins, auf mehreren Bhūmī mit Jhāna-Gliedern verbunden – Freude und Einpunktigkeit des Geistes im vierten Jhāna als Jhāna-Glied.

Was ist dort die Jhānabhūmi? Mit Vitakka, mit Vicāra, der Abgeschiedenheit nachfolgend – im ersten Jhāna die Jhānabhūmi. Ohne Vitakka, ohne Vicāra, die aus innerer Beruhigung geborene Freude nachfolgend – im zweiten Jhāna die Jhānabhūmi. Durchdrungen von angenehmer Wonne, mit Freude – im dritten Jhāna die Jhānabhūmi. Die mit Wohlgefühl-Schmerz begleitete, mit Abhinīhāra begleitete – im vierten Jhāna die Jhānabhūmi. Die mit Unbegrenztheit begleitete, auf Lebewesen als Objekt gerichtete – im ersten Jhāna die Jhānabhūmi. Die mit den Abhibhū-Āyatanā begleitete, bei denen, die Rūpa-Wahrnehmung haben – im zweiten Jhāna die Jhānabhūmi. Die mit den Vimokkhā begleitete bei den Vimokkhā-Verbundenen – im dritten Jhāna die Jhānabhūmi. Die mit Anupassanā begleiteten Kāya-Saṅkhārā in rechter Weise – die Bhūmi des vierten Jhāna.

75. Was sind dort die Jhāna-Besonderheiten? Abgeschieden von Sinnenfreuden, abgeschieden von unheilsamen Dhammas – auch das Überwinden der Kāmadhātu zusammen mit Geist und Geistesfaktoren: dies ist die Jhāna-Besonderheit. Ohne Vitakka und ohne Vicāra treten von Freude-Gewahrsein begleitete, von Freude begleitete Wahrnehmungen und Aufmerksamkeiten auf. Dies ist die Jhāna-Besonderheit. Auf der Bhūmi ohne Vitakka, eben noch ohne Vicāra, treten von Gleichmut begleitete Aufmerksamkeiten auf; Gewahrsein sammelt sich ihrem Entsprechenden folgend auf jener Bhūmi. Er tritt in jene Bhūmi ein und verweilt darin: dies ist die Jhāna-Besonderheit. Von Reinheit des Gewahrseins begleitete Wahrnehmungen und Aufmerksamkeiten treten auf; er tritt in jene Bhūmi ein und verweilt darin: dies ist die Jhāna-Besonderheit. Auf der Bhūmi, die mit dem Viññāṇañcāyatana verbunden ist, treten mit dem Ākiñcaññāyatana verbundene Wahrnehmungen und Aufmerksamkeiten auf; er tritt in jene Bhūmi ein und verweilt darin: dies ist die Jhāna-Besonderheit.

Die Jhāna-Bestandteile: Der Entsagungs-Vitakka als Bestandteil mit der Absicht, den Sinnenbegehren-Vitakka zu vertreiben. Der Nicht-Übelwollen-Vitakka als Bestandteil mit der Absicht, den Übelwollen-Vitakka zu vertreiben. Der Nicht-Grausamkeit-Vitakka als Bestandteil mit der Absicht, den Grausamkeit-Vitakka zu vertreiben. Die Bewachung der Sinnestore, Genügsamkeit als Bestandteil; reiner Lebensunterhalt als Bestandteil der vier Samāpattīs; das Verweilen in Nichthandlung. Der Weg-Bestandteil: das Eintreten in die Samāpatti. Der Frucht-Bestandteil: das Jhāna-Entstehen durch das im Jhāna Hervorgebrachte. Aufgrund heilsamer Ursache gelangt das Jhāna zur Entstehung; und keiner aus irgendeiner beliebigen Quelle – aus Entsagung heraus entstehen sie. Als Samādhi des Erlöschens des Objekts [Samādhi, in dem das Objekt zur Ruhe kommt] entstehen sie still. Ohne Überschreitung entstehen sie. Das Wohlgefühlindriya und das Freudeindriya zum Aufgeben – und diese zur Nicht-Bedrängung hin entstehen sie. Auf jenes hin aber entstehen sie. Zur Nicht-Verbrennung entstehen sie. Dies ist das Entstehen des Wissens.


76. Was ist darin die Upanisā? Kalyāṇamittatā ist die Upanisā des Jhāna. Kalyāṇasampavaṅkatā ist die Upanisā des Jhāna. Guttadvāratā bei den Indriya ist die Upanisā des Jhāna. Asantuṭṭhitā in heilsamen Dhammas ist die Upanisā des Jhāna. Das Hören des Saddhamma ist die Upanisā des Jhāna. Das yoniso Padhāna desjenigen, der an erschütternden Stellen erschüttert ist – das ist die Jhānopanisā.

Was ist darin die Bhāvanā? Das Pflegen von Mettā ist die Bhāvanā des Abyāpādavitakka. Das Pflegen von Karuṇā ist die Bhāvanā des Avihiṃsāvitakka. Die Bhāvanā von Muditā wird durch Pītisukhasampajaññā bewirkt. Die Bhāvanā von Upekkhā beim Vorwärtsschreiten, die Bhāvanā von Upekkhā beim Nicht-Vorwärtsschreiten, und Upekkhā sowie Ajjhupekkhā; die Bhāvanā der Asubhasaññā, Dukkhāpaṭipadā, Dandhābhiññā, Bhavasandhābhiññā und Bhavasandhāna – diese sechsfache Bhāvanā, geübt, häufig gemacht, verwirklicht, zur Grundlage gemacht, zum Fahrzeug gemacht, vertraut gemacht, gut begonnen – das ist die Bhāvanā.

Für den, der so übt, ist dies der Ādīnava. Im ersten Jhāna: Dieser Dhamma ist mit Saṅkhārā verbunden, nicht durch Hören erlangt, mit Āsava behaftet. Wenn dieser Dhamma – nämlich dieses Sīla – ein naher Gegner ist, und wenn dieser Dhamma Kāma, Paticāra und Pativicāra sowie das Gröbste aller Samāpattis ist – nämlich Vitakkavicāra –, dann erschüttern sie dort den Geist, und der Kāya wird erschöpft, und wenn der Kāya erschöpft ist, wird der Geist bedrückt. Wie ohne geistige Ausrichtung bei der Abhiññā – das sind die Ādīnavā im ersten Jhāna.

Im zweiten Jhāna sind dies die Ādīnavā: Dieser Dhamma ist von Pītipharaṇa begleitet und richtet den Geist nicht auf Samudācāra aus. Dieser Dhamma ist ein Herantreten ohne Reinigung, und dieses Herantreten birgt Gefahr; dieser Dhamma hat Domanassa als Gegner. Wenn die Pīti in den jeweiligen Yutti andernorts erschöpft wird, ist dieser Dhamma schwer zu erlangen; indem man die Bhūmi des Erschreckens und Zitterns meidet, ist dieser Dhamma in den vier Dukkhatā verflochten – durch Dukkhatā [gemäß Variante: durch die Dukkhatā des Verfolgens], durch Palibodhadukkhatā, durch Abhiññādukkhatā und durch Rogadukkhatā – das sind die Ādīnavā im zweiten Jhāna.

Was sind darin die Ādīnavā im dritten Jhāna? Dieser Dhamma, der von Upekkhāsukha begleitet ist, dreht sich dort um das Upekkhāsukha der fünf Sāta; und was für jene entsteht, die das als beständig wahrnehmen: Sukha, das zu Dukkha führt, dringt mit der Erschütterung des Geistes ein, gelangt zu Sukhadukkha aufgrund von Upādāna. Und aufgrund des Anhaftens an Sukhadukkha wird der Geist ohne geistige Ausrichtungskraft. Bei der Verwirklichung durch Abhiññā sind alle diese Dhammas in den drei Jhānasamāpattis und in den vier Dukkhatā verflochten: durch die Dukkhatā der Furcht, durch Palibodhadukkhatā und durch Abhiññādukkhatā – das sind die Ādīnavā im dritten Jhāna.

Was sind darin die Ādīnavā im vierten Jhāna? Jene Dhammas, die mit der Ākiñcaññāsamāpatti übereinstimmen, und die entsprechenden Dhammas dieser Bhūmi – auf ihr entstehen für die Sāta der törichten Puthujjana vielerlei Diṭṭhigatāni. Diese Jhānāni folgen den groben und feinen Rūpasaññā; sie sind stets in gegenseitiger Zuneigung verbunden und gemeinsam; alle vier großen Sambhārā sind schwer zu erlangen, und diese Jhānāni entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit. Und die hier entstandenen Dhammas sind nicht vollständig. Diese Dhammas verfallen, wenn das Nimitta nicht ergriffen wird. Diese Dhammas verlöschen, und sie werden nicht ergriffen; ihre Verlöschungsbestandteile und die Jhānāni dieser Dhammas – die Nimitta der Jhānāni – werden von der Jhānanimittasaññā nicht verteilt. Und was zuvor nicht erlangt wurde, entsteht durch die Kraft des Jhāyī. Durch diese Ādīnavā kommt es zu diesem Jhānaparihāni.

77. Wenn jemand ohne Reflexion, noch mit verbleibenden Saññā behaftet, Saññā und Manasikārā auftreten, die mit dem Ākiñcaññāyatana verbunden sind – er verfällt aus der Nirodhasamāpatti. Wenn bei jemandem, der Āneñjasaññā hat und das Asaññāyatana erlangt hat, Manasikārā auftreten, die mit dem Ākiñcaññāyatana verbunden sind, und er diese Bhūmi nicht erkennt, verfällt er daraus. Wenn bei jemandem, der das Ākiñcaññāyatana erlangt hat, Saññā und Manasikārā auftreten, die mit dem Viññāṇañcāyatana verbunden sind, und er diese Bhūmi nicht erkennt, verfällt er daraus. Bei jemandem, der das Viññāṇañcāyatana erlangt hat, treten Rūpasaññā-begleitete auf. Im Einzelnen … bis … zum ersten Jhāna hin sind Kāmasaññā-begleitete zu behandeln. Dieser verfällt. Einer, der mit Kalaṅka meditiert, meditiert über den Kalaṅka, meditiert ringsum, meditiert zersplitternd, rezitiert nicht, meditiert strebend, meditiert über irgendetwas ohne gründliche Vertrautheit, meditiert allzu hastig, meditiert mit Überheblichkeit, meditiert ohne rechte Berücksichtigung der Kāyasaṅkhārā, meditiert ohne das Entkommen aus der Überflutung zu kennen, meditiert überwältigt von Nīvaraṇā. Indem er den Assāda des Jhāna im Sinn hat – das Aufgeben der Überflutung durch Kāmarāga ist der Assāda des Jhāna –, entstehen die Dhammas, die Wurzeln des Kāmarāga; ihre Verlöschungsbestandteile und die Jhānāni dieser Dhammas, die höchste Sukha-Upekkhā, das Aufgeben von Kāma-Kamma-Kilesa – das ist der Assāda. So ist der Assāda des Jhāna in der großen Gemeinschaft, im wenig bedrängten Lokasannivāsa, und jener Raum für das Nicht-Erwachen – dies wird durch das Aufgeben des Jhāna beseitigt. Dies ist der Lokasannivāsa von Hemmung und Nicht-Hemmung; suche dieses Jhāna hier auf – der Nutzen liegt im Aufgeben des Saṃsāra für die Wesen im anfanglosen Saṃsāra, die in ihn eingetreten sind. Dieser Assāda des Jhāna wird zum Bereich des Nicht-Jhāna-Tauglichen für den Meditierenden. Ohne am Nicht-Jhāna-Tauglichen und Jhāna-Tauglichen der Meditierenden zu haften, meditiert er das Nicht-Jhāna-Taugliche; die Pfade derjenigen, die mit Kalaṅka meditieren – sie sind im Gegenteil aufgezeigt.

78. Was ist darin Jhānakosalla? Samāpattikosalla ist Jhānakosalla. Jhānavisesakosalla ist Jhānakosalla. Jhānantarikakosalla ist Jhānakosalla. Samāpattivuṭṭhānakosalla ist Jhānakosalla. Sabhāvakosalla im Jhāna ist Jhānakosalla. Ādīnavakosalla im Jhāna ist Jhānakosalla. Nissaraṇakosalla im Jhāna ist Jhānakosalla. Kosalla aufgrund der Frucht des Jhāna: die Eigenschaft des Nicht-Verfallens beim Reflektieren über die Jhānafrucht – und im Nibbattijhāna wird auch durch das Spielen ein Jhāna erlangt, das zum Visesabhāgiya gehört. Und darin liegt folgendes: das Forttragen durch das Werden sowie das Ergreifen des Ārammaṇanimitta, die Kraft ohne geistige Ausrichtung; die Cittekaggatā, mit Nimitta verbunden und von Gati begleitet, das Nicht-Versinken durch die Kraft des Samatha im Jhāna; Maggaphala, Samatha, im Verlauf des Samādhi die Upekkhā der früheren und späteren Nimitta und das Ausgerichtetsein des Erhebenden; das Satibalā und die Kraft der Samaññā der in Gang gesetzten Vipassanā.

Was ist darin Jhānapāramitā? Mettā ist eine vollendete Pāramitā – „die Wesen sind an Kāma gebunden, an Kāmasaṅga gebunden" – in jenem Sutta, in dem durch die Desanā im gebräuchlichen Ausdruck zwei Saccā angegeben sind: Dukkha und Samudaya; durch den Hāra des Vicaya: jene, die unter den saṃyojaniya Dhammas keinen Fehler sehen – dass diese den Ogha überqueren werden, das ist unmöglich. Dass sie nicht überqueren werden – das ist begründet; diese Yutti und dieser Vicaya: was ist hiervon das Padaṭṭhāna? „Die Wesen sind an Kāma gebunden" – das sind die fünf Kāmaguṇā; das ist das Padaṭṭhāna der Kāmataṇhā. „Die, welche unter den Saṃyojana keinen Fehler sehen" – das ist das Padaṭṭhāna der Avijjā; denn niemals würden die an Saṃyojanasaṅga Gebundenen den weiten, großen Ogha überqueren – das ist das Padaṭṭhāna des Upādāna. „Die Wesen sind an Kāma gebunden" – Kāmā sind zweifach: Vatthukāmā und Kilesakāmā; dabei sind die Kilesakāmā die Kāmataṇhā; die mit Kāmataṇhā Verbundenen sind Rūpataṇhā und Bhavataṇhā durch den Hāra des Lakkhaṇa. „Die, welche unter den Saṃyojana keinen Fehler sehen" – bezüglich des Saṃyojana: was ist dort das Padaṭṭhāna des Chandarāga? Die Sukhā-Vedanā und zwei Indriya: das Sukhindriya und das Somanassindriya. So – wenn die Sukhā-Vedanā ergriffen ist, sind auch die drei Vedanā ergriffen. Wenn der Vedanākkhandha ergriffen ist, sind alle fünf Khandhā ergriffen. Rūpa, Sadda, Gandha, Rasa, Phoṭṭhabba sind ergriffen; wenn die Vatthukāmā ergriffen sind, sind alle sechs äußeren Āyatana ergriffen. Wer bei den inneren und äußeren Āyatana achtsam ist – dieser wird der Hāra des Lakkhaṇa genannt; wer dort beim groben Kilesa verweilt, der ist auch bei allen feineren Kilesa nicht leidenschaftsfrei. Dort ist das äußere Saṃyojana „mein" und das innere Saṃyojana „Ich". Was ist dort die Absicht des Bhagavā? Jene, die den Ogha überqueren möchten, werden unter den saṃyojaniya Dhammas als die Ādīnavā Betrachtenden verweilen – das ist hier die Absicht des Bhagavā. „Die Wesen sind an Kāma gebunden" – worin die Wesen gebunden sind, womit sie gebunden sind, und wessen Gebundene sie sind – diese vierfache Weise gehört zum Hāra aller.


79. Was sind dort die drei Vipallāsa und ihre Padaṭṭhāna? Die drei Vipallāsa – Cittavipallāsa, Diṭṭhivipallāsa, Saññāvipallāsa – sind das Padaṭṭhāna der drei akusala Wurzeln. Die drei akusala Wurzeln sind das Padaṭṭhāna des Kamma, das niedere wie erhabene [Früchte] wirkt. Bei den vier Upādāna zeigt sich Dosa als akusala Wurzel. Dies ist das Padaṭṭhāna des Kamma, das niedere wie erhabene [Früchte] wirkt. Wie wenn jemand einer Mutter oder einem Vater oder einem bestimmten erhabenen Bhikkhu Furchtlosigkeit gewährt. Wenn dort ein anderer durch Körper oder Sprache falsch handeln würde, so wacht jener, der Byāpāda aufgreifend jene Erhabenen zur Behütung, zum Schutz und zur Bewahrung hütet – derjenige nämlich, der den Erhabenen Furchtlosigkeit gewährt –, darüber. Wenn diesen Furchtlosigkeit gewährt worden ist und wer dort dennoch falsch handeln würde: jener, der dort Byāpāda aufgreifend handelt, wirkt Kamma aus Dosa. Was dort die Indriya als schlechte Hemmnisse betrifft: die Saññā der Furchtlosigkeit jener ist das erhabene Kennzeichen; dieses erhabene Kennzeichen ist die Ursache; das falsche Handeln dort ist Byāpāda; dieses ist Kamma, das zu Niederem führt. Lobha und Moha sowie diese Hemmnisse – diese Ausdrücke: das sind die vier Upādāna; durch diese vier Upādāna ist, wer auch immer aufgreift, Frau oder Mann – eben jenes Aufgreifen der fünf Khandha ist deren Samudaya; dies ist Dukkha und Samudaya zugleich – eben dies ist der Desanāhāra.

Dort: wer in den Kāma nicht versinkt, der versinkt durch Betrachtung der Ādinava. So entsteht der Wunsch, aus der Kāmadhātu herauszutreten – dieser wird Nekkhammachanda genannt. Was dort irgend etwas an nicht-angehäuften Dingen läutert und dabei Beständigkeit bewirkt – dies ist Abyāpādachanda. Was irgend etwas verletzt – dies ist Vihiṃsāchanda. So drei aus Nekkhamma heraus ausgerichtete Chandā: Nekkhammachanda, Abyāpādachanda, Avihiṃsāchanda. Dort ist Nekkhammachanda Alobha; Abyāpādachanda ist Adosa; Avihiṃsāchanda ist Amoha. Diese drei kusala Wurzeln sind in den acht Sampattiern dem Wohl anderer dienlich; sie führen eben selbst zur Auflösung der vier Upādāna. Falls man aber nochmals Kamma wirkt, dunkles oder helles, führen sie zur Aufhebung von dessen Vipāka. Dieses Kamma, das weder dunkel noch hell ist, führt zur Erschöpfung des Kamma. Dort: was die Auflösung der drei akusala Wurzeln ist, eben das ist Nirodha. Eben dieser ist dort der Magga. Diese Paṭipadā, diese zwei Sacca, diese vier Sacca – dies ist der Āvaṭṭa-Hāra.

„Die in den Kāma Haftenden" – die Sekkhā sind auf eine einzige Weise Haftende. Die Puthujjana sind auf zwei Weisen Haftende; deshalb ist diese Frage als Vibhajjabyākaraṇīya zu beantworten. Obgleich der Sotāpanna auch durch Begehung [in Kāma verwickelt ist], ist er dennoch nicht im Festhalten verhaftet, weil er sich für das Verringern anstrengt, nicht für das Ansammeln. Der Sekkhā nämlich begehrt Kāma unter dem Einfluss der Kilesa. Der Puthujjana hingegen begehrt Kāma zum Entstehen der Kilesa. Dort – „die in Kāma Haftenden werden die vierfache Flut überqueren" – ist Vibhajjabyākaraṇīya; dies ist Vibhatti.

80. Parivattana: Jene, die in den Kāma weder haften noch durch Saṃyojana gebunden sind, werden die große, ausgedehnte Flut überqueren. Dies ist der Gegensatz des Sutta.

Vevacana: Was in den Kāma verhaftet ist und was dort die Vorzüge der Kāma sind – dort ist Gift verhaftet. Auch welche Dhamma die Nahrung der Kāma sind – dort ist Gift verhaftet. Das Vevacana der Kāma dort ist: Reife, Staub, Pfeil, Geschwür, Unglück, Bedrängnis. Oder welche anderen Vevacanāni dort sind – „Gift ist verhaftet" –, das ist Vevacana. Verhaftet, gefesselt, berauscht, gebunden, befangen, in Kāma Versunkene, Befreite, in jenem vorwiegend Weilende – oder welche anderen Vevacanāni dort sind: dies heißt Vevacana. Das Citta, das durch die Paññatti des Kāmappacāra und durch die Paññatti des Kilesagocara benannt ist – das ist Vevacana. „In jenem vorwiegend Weilende" – oder welche anderen [Ausdrücke]. Diese sind durch die Paññatti des Kāmappacāra benannt, durch die Paññatti des Kilesagocara benannt, durch die Bījapaññatti benannt; Saṅkhārā sind durch die Saṃyojanapaññatti benannt; Upādāna ist durch die Hetupaññatti benannt; der Puggala ist durch die Puthupaññatti benannt.

Otaraṇa: Durch dieses [entsteht] Paṭiccasamuppāda, Dukkha und Samudaya. Die Kilesa, die Saṅkhārā und die Saṃyojana – unter den fünf Khandha ist der Saṅkhārakkhandha, unter den Dhammāyatana sind die akusala Dhammāyatana, unter den Indriya sind das Sukhindriya und das Somanassindriya – dies ist Indriyaotaraṇa.

Sodhana: Soweit. Eben dieser Ansatz ist als Suttaattha aufzuzeigen.

Adhiṭṭhāna: Diese Dhamma sind teils unter der Einheit dargelegt, teils unter der Verschiedenheit. Die Saññā äußerlich in Bezug auf Kāma sind unter der Verschiedenheit dargelegt. „Die in den fünf Kāmaguṇa Haftenden" – Pariyuṭṭhāna-Vipallāsa sind unter der Verschiedenheit dargelegt – „werden die Flut überqueren". „Ausgedehnt und groß" – Avijjā ist unter der Einheit dargelegt.

Parikkhāra: Was ist dort die Ursache, was der Paccaya? Als Ārammaṇapaccaya ist er Paccaya. Ayonisomanasikāra ist als Paccaya des Sannissaya Paccaya. Avijjā ist als Samanantarapaccaya Paccaya. Rāgānusaya ist als Hetupaccaya Paccaya. Dies ist Hetu, dies ist Paccaya.

Samāropana-Paccaya: Jene, die in Kāma verhaftet sind – als Wohlgeratene und Schöngestaltige –, dies ist in der Kāmadhātu Chanda und Rāga; jene sind apuññamaya Saṅkhārā. Durch was bedingt sind diese? Durch Avijjā bedingt. Bedingung wofür sind sie? Bedingung für Viññāṇa. So: Avijjāpaccayā Saṅkhārā, Saṅkhārapaccayā Viññāṇaṃ – bis hin zu Jarāmaraṇa; so entsteht diese gesamte große Masse des Dukkha. Ein Sutta ist behandelt. Das Sutta über die fünf Nīvaraṇa ist zu erarbeiten.

81. Was ist dort der Desanāhāra? Was Abhijjhā ist, was Byāpāda ist und was Uddhacca ist – das ist Taṇhā. Was Thinamiddha ist, was Kukkucca ist und was Vicikicchā ist – das ist Diṭṭhi. Was aber die Nichtgeschmeidigkeit des Körpers betrifft – obwohl jenes Middha kein Kileso im Sinne eines Kileso von eigenem Wesen ist –, so ist was Cittasallīyana ist und was Kāyākammaniyatā ist, ein Pakkhopakileso, aber kein Kileso von eigenem Wesen. Dort: was dem Attasaññā-Gedanken zugeordnet ist, ist Kilamatho; was dem Kukkucca-Gedanken zugeordnet ist, ist Thina; was das Erlahmen des Citta ist – so sind diese fünf Nīvaraṇa: vier Nīvaraṇa sind Kilesa von eigenem Wesen; Thinamiddha ist Nīvaraṇa-Pakkhopakileso. Wie die vier Āsava Āsava von eigenem Wesen sind kraft ihrer Eigenwesenheit als Āsava – nicht aber weil das Citta befleckt ist als Āsava –, [so sind sie] Āsava kraft ihrer Eigenwesenheit. Im Bereich [der Āsava] sind sie Āsava durch ihre pakkhā-Eigenschaft. Dann aber sagt er das Suttanta: wodurch sie als Āsava verbunden oder unverbunden sind – eben jene sind als Sāsava oder Anāsava zu bezeichnen.

Was ist dort Vicaya? Abhijjhā ist Kāmataṇhā, Rūpataṇhā, Bhavataṇhā. Oder was auch immer zum Bereich des Festhaltens gehört, das Sāsava ist – [betrachte] den, der Mettānupassanā übt, in Bezug auf den von Abhijjhā Erfassten, der Schaden betreibt. Wer dort Byāpāda entstehen lässt: „er hat so gehandelt, er handelt so, er wird so handeln" – so sind neun Āghātavatthu zu erarbeiten. Bei jenem, der so Byāpādānupassī ist: der Kileso ist Paridāha, Kāyakilamatho, Nichtgeschmeidigkeit, Middha. Bei jenem, der Cittānupassī ist: Verdruss durch Paṭighāta – dies ist Thinamiddha. Dort die Nicht-Beilegung eines Streitfalls – dies ist Uddhacca. „Was tut ihr da?" [v.l.: „Was zerreibt ihr da?"] – dies ist Kukkucca. Was jeweils dieses Prüfen ist – dies ist Vicikicchā. Dort sind Avijjā und Taṇhā vorhanden – dies ist Pariyuṭṭhāna. Es gibt Āvaraṇa, Nīvaraṇa, Bedeckung und Upakileso – dies ist Kāmachanda; er ist das Padaṭṭhāna des Kāmarāgapariyuṭṭhāna. Byāpāda ist das Padaṭṭhāna des Byāpādapariyuṭṭhāna. Thinamiddha ist das Padaṭṭhāna des Thinamiddhapariyuṭṭhāna. Uddhaccakukkucca ist das Padaṭṭhāna des Avijjāpariyuṭṭhāna. Vicikicchā ist das Padaṭṭhāna des Vicikicchāpariyuṭṭhāna. Kāmarāgapariyuṭṭhāna ist das Padaṭṭhāna des Anusayasaṃyojana. Byāpādapariyuṭṭhāna ist das Padaṭṭhāna des Paṭighasaṃyojana. Thinamiddhapariyuṭṭhāna ist das Padaṭṭhāna des Mānasaṃyojana. Avijjāpariyuṭṭhāna und Vicikicchāpariyuṭṭhāna sind das Padaṭṭhāna des Diṭṭhisaṃyojana.

Was ist dort der Lakkhaṇa-Hāra? Wenn Kāmarāgapariyuṭṭhāna genannt ist, sind alle Pariyuṭṭhāna genannt. Wenn Saṃyojana genannt sind, sind alle Saṃyojana genannt. Dies ist der Lakkhaṇa-Hāra.


82. Was ist darunter der Catubyūha-Hāra? Diese fünf Nīvaraṇa sind der Gegensatz zum Jhāna — das ist der Dukkhasamudaya. Was die Frucht ist — das ist Dukkha. Dabei ist dem Kāmacchanda der Nekkhammavitakka als Gegensatz entgegengestellt; dem Byāpāda der Abyāpādavitakka als Gegensatz; den drei Nīvaraṇa der Avihiṃsāvitakka als Gegensatz. So sind es diese drei Vitakka. Der Nekkhammavitakka gehört zum Samādhi-Khandha. Der Abyāpādavitakka gehört zum Sīla-Khandha. Der Avihiṃsāvitakka gehört zum Paññā-Khandha. Das sind die drei Khandhā. Der ariya achtgliedrige Magga führt zur Überwindung der Nīvaraṇa. Was das Überwinden der Nīvaraṇa ist — das ist der Nirodha. Das sind die vier Saccāni. Das ist der Catubyūha-Hāra.

Was ist darunter der Āvaṭṭa-Hāra? Die fünf Nīvaraṇa werden zu zehn. Was auch immer im Inneren leidenschaftlich bewegt — auch das ist ein Nīvaraṇa. Was auch immer nach außen hin leidenschaftlich bewegt — auch das ist ein Nīvaraṇa; so bis zur Vicikicchā — das sind diese zehn Nīvaraṇa. Die inneren und äußeren Kilesa sind diese zwei Saṃyojana: das innere Saṃyojana und das äußere Saṃyojana. Dabei bedeutet „ich" das Innere, „mein" das Äußere. Sakkāyadiṭṭhi ist das Innere, die einundsechzig Diṭṭhigatāni sind das Äußere. Wer innen Chandarāga gegenüber Rūpa hat, ist nicht frei von Begierde, nicht frei von Verlangen. So bis hin zu Viññāṇa — das ist die innere Taṇhā. Was das Verhaftetsein an den sechs äußeren Āyatana und an den drei Bhava ist — das ist die äußere Taṇhā. Das sind die zwei Saccāni: die Saṃyojana und die Saṃyojanīyā Dhammā. Dabei ist bei den saṃyojanīyā Dhammā die Nibbidānupassanā der Magga. Was das Überwinden der Saṃyojana ist — das ist der Nirodha. Das ist der Āvaṭṭa-Hāra.

Was ist darunter der Vibhatti-Hāra? „Saṃyojana" — das ist nicht in einem einzigen Sinne zu nehmen. Das Māna-Saṃyojana gehört zur Diṭṭhi-Seite — aber nicht in einem einzigen Sinne: wer sich auf nicht-gesehenes Māna stützt, gibt es nicht auf. Das Māna, das zu den fünf Uddhambhāgiya gehört — wenn auch das auf der Seite der Diṭṭhi stehen mag — so führt doch das Orambhāgiya-Saṃyojana nicht zu dessen Überwindung. Und der Ahaṃkāra, der nicht abgeworfen ist — bei dem aber ist es so: „Wann wohl werde ich jenes friedvolle Āyatana verwirklichen, es erlangen und darin verweilen, in dem die Ariyas das friedvolle Āyatana erlangt haben und verweilen?" — diese Abhijjhā ist kein Nīvaraṇa. Es gibt aber auch das Thīnamiddha, das beim Arahant als körperliche Erschöpfung eintritt — aber das ist kein Nīvaraṇa für ihn; Thīnamiddha als Nīvaraṇa — nicht in einem einzigen Sinne. Das ist der Vibhatti-Hāra.

Parivattana: Die fünf Nīvaraṇa werden durch das fünfgliedrige Jhāna zur Überwindung gebracht. Ihr Gegensatz — dass durch das Nīvaraṇa des einen das des anderen aufgegeben sei — das ist nicht aus dem anderen zu erschließen; das Letztgültige liegt im Inneren der Lehre. Das ist die Parivattanā.

Was ist darunter das Vevacana? Kāmacchanda, Chandarāga, Pema, Nikantī — das ist das Vevacana. Nīvaraṇa, Chadana, Upakkilesa, Pariyuṭṭhāna — das ist das Vevacana.

Paññatti: Avijjā wird durch Kiccapaññatti¹ als Paññatti aufgestellt; Byāpāda wird durch Vikkhepapaññatti als Paññatti aufgestellt; Thīnamiddha wird durch Asamugghātapaññatti als Paññatti aufgestellt. So sind alle diese fünf Nīvaraṇa in diesem Sutta durch Vikkhepapaññatti als Paññatti aufgestellt.

Was ist darunter der Otaraṇa? Diese fünf Nīvaraṇa, Avijjā und Taṇhā — dabei sind die Nīvaraṇa avijjā-wurzelig. Was Taṇhā ist — das sind diese Saṅkhārā; diese entstehen durch Avijjā als Bedingung. Diese zwei Dhammā gehören in den fünf Khandhā zum Saṅkhāra-Khandha; bei den Āyatana zum Dhammāyatana; bei den Dhātu zur Dhammadhātu; bei den Indriya ist das Padaṭṭhāna dieser Dhammā das Sukhindriya, das Somanassindriya, das Itthindriya und das Purisindriya.

Was ist darunter der Sodhana-Hāra? Dieses Sutta — der Sinn, wie er aufgegriffen und niedergelegt wurde, ist durch diese fünf Begriffe ausgesprochen.

Dabei sind Kāmacchanda, Byāpāda und Vicikicchā nicht mit Blick auf Einheitlichkeit aufgestellt; „Kāmā" ist nicht mit Blick auf Einheitlichkeit aufgestellt, sondern vielmehr mit Blick auf Verschiedenheit. Das ist der Adhiṭṭhāna-Hāra.

Was ist darunter der Parikkhāra? Für den Kāmacchanda ist Ayonisomanasikāra die Bedingung als Subhārammaṇa; das Subhanimitta ist der Grund. Für den Byāpāda ist Ayonisomanasikāra die Bedingung, die Āghāta-Grundlagen sind die Bedingung; der Paṭighānusaya ist der Grund. Für das Thīnamiddha ist Paṭisaṃhāra die Bedingung; Erschöpfung und Zittern im Fortschreiten sind der Grund. Für das Uddhaccakukkucca ist ein verlockendes Ārammaṇa, ein anziehendes Indriya und ein noch unvollständiges Ñāṇa die Bedingung; Kāmasaññā und Diṭṭhianusaya sind der Grund. Für die Vicikicchā sind die neun Arten des Māna² das Ārammaṇa, der Mānānusaya selbst ist die Bedingung; der Vicikicchānusaya ist der Grund. Diese fünf Dhammā entstehen mit Grund und mit Bedingung.

Was ist darunter der Samāropana-Hāra? Diese fünf Nīvaraṇa sind auch diese vier Āsavā, auch diese Gaṇḍā³, auch diese Sallā, auch diese Upādānāni. In ebendiesen äußeren Dhammā — was zum Saṃkilesa-Teil gehört — dahin geht das Sutta als Paññatti. Das ist der Samāropana-Hāra.

Das zum Saṃkilesa-Teil gehörende Sutta ist dargelegt.

83. Die Strophe: „Manopubbaṅgamā dhammā."

Was ist darunter der Desanā-Hāra? Was ist in diesem Sutta der Sinn? Durch Khandha-Bestimmung lehrt er den Viññāṇa-Khandha; durch Dhātu-Bestimmung die Manoviññāṇa-Dhātu; durch Āyatana-Bestimmung das Manāyatana; durch Indriya-Bestimmung das Manindriya. Was ist diesen vorangehend? In Kürze: sechs Dhammā sind vorangehend — die Kusalamūla und die Akusalamūla und das Animitta. In diesem Sutta sind die Kusalamūla gelehrt. Was sind dabei die Manopubbaṅgamā Dhammā? Mano ist diesen vorangehend — so wie der König der Vorangehende einer Heeresmacht ist, ebenso ist Mano der Vorangehende der Dhammā. Dabei sind die drei Arten von Vorangehenden: durch Nekkhammacchanda, durch Abyāpādacchanda, durch Avihiṃsācchanda. Dem Alobha geht der Nekkhammacchanda voran. Dem Adosa geht der Abyāpādacchanda voran. Dem Amoha geht der Avihiṃsācchanda voran. Dabei bedeutet „Manoseṭṭhā": diese Dhammā sind durch Manas erhoben, oder durch Manas geschaffen — Mano selbst ist das Vortrefflichste dieser Dhammā, Mano selbst ist das Älteste und Vornehmste dieser Dhammā, Mano selbst übt die Herrschaft über diese Dhammā aus — so „Manoseṭṭhā". „Manojavā": wohin Mano geht, dahin gehen diese Dhammā — daher „Manojavā". So wie der Wind schnell geht, oder wer auch immer schnell geht, der als schnell Reisender bezeichnet wird — als windgeschwind, als vogelgleich fortschreitend — ebenso entstehen und gehen diese Dhammā mit Manas zusammen, dahin gehen diese Dhammā — daher „Manojavā". Diese sind dreifach, durch Chanda hervorgebracht und ungetrübt, als Saṅkappa⁴. Und siebenfaltig: körperliches Sucarita, sprachliches Sucarita — das sind die zehn Kusalakammapathā. Dabei bedeutet „Manasā ce pasannena" — das Manokamma. „Bhāsati vā" — das Vacīkamma. „Karoti vā" — das Kāyakamma. Durch diese sind in diesem Sutta die zehn Kusalakammapathā aufgezeigt, und das Höchste sind auch die friedvollen, tugendreichen Höchsten. Dieses wird zum Vivattiya, nicht zur Lokaniyyāna⁵; es wird ein Vāsanābhāgiya-Sutta. Das ist die Desanā.

Was ist darunter der Vicaya-Hāra? „Manopubbaṅgamā dhammā" — das sind die Kusalamūla und die acht Sammattā. Das ist dieses Sutta.

Yutti: Was der Vipāka der zehn Kusalakammapathā ist — der ist zu angenehmer Vedanā geführt, dem Abyāpāda zugehörig. „Wie ein Schatten, der nicht weicht" — er folgt nach; diese Yutti besteht.

Padaṭṭhāna: Das Padaṭṭhāna der achtzehn Manopavicārā. „Manopubbaṅgamā dhammā" — diese Dhammā sind das Padaṭṭhāna der gesamten Kusalapakkha-Seite. „Manasā ce pasannena" — was der Pasāda des Cetas ist, das ist das Padaṭṭhāna des Saddhindriya. „Bhāsati vā" — für die Sammāvācā. „Karoti vā" — das Padaṭṭhāna des Sammākammanta und des Sammāvāyāma.

Lakkhaṇa: „So vorangehend die Dhammā" — auch die Vedanā geht diesen voran, auch die Saññā geht diesen voran, auch die Saṅkhārā gehen diesen voran. Alle Dhammā, die gemeinsam entstanden sind, gehen diesen Dhammā voran. „Daraufhin folgt ihm Sukha" — auch Somanassa folgt ihm nach; wie ein wohliger Schatten — auch dann folgt ihm Sukha, auch dann folgt es ihm nach.

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¹ Die Lesart der Kambodschanischen Ausgabe bietet hier paccāpaññattiyā statt kiccapaññattiyā.

² Der Text nennt hier neun Arten des Māna (nava mānavidhā); die kanonische Aufzählung kennt sonst sieben Māna-Arten. Die Übersetzung folgt dem vorliegenden Pali-Text.

³ Die Singhalesische Ausgabe (pī.) bietet hier taṇhāpi statt gaṇḍāpi.

⁴ Der Pali-Text (chandasamudānitā anāvilatā ca saṅkappo) verbindet die Dreiheit der durch Chanda hervorgebrachten, ungetrübten Vitakka mit dem Begriff Saṅkappa; der syntaktische Anschluss ist im Original verdichtet.

⁵ Der Passus vivattiyaṃ na lokaniyyānāya ist textkritisch und interpretatorisch schwierig: vivattiya bezeichnet das Sich-Abwenden (von der Welt), lokaniyyāna die Herausführung aus der Welt. Das Verhältnis beider Begriffe bleibt im Kontext der Handschriftentradition ungeklärt.


84. Was ist dabei der Catubyūha-Hāra? „Manopubbaṅgamā" – dies ist keine Aussage, die nur eine einzige Bedeutung hat. Was ist der Grund dafür? All diese sechs Viññāṇa-Körper – was ist hierbei die Absicht des Bhagavā? Diejenigen, die Glück erstreben, die beruhigen den Mano – dies ist hierbei die Absicht des Bhagavā in diesem Sutta. Die Bedeutung ist schon zuvor dargelegt worden.

Was nämlich die heilsamen Wurzeln sind, die sind Ursache aufgrund der Übereinstimmung mit acht Stellen; dies ist der achtgliedrige Pfad. Zehn Stellen sind Ursachen der Lehrdarlegung, Bedingungen der Lehrdarlegung und die Auslegung. Was dabei – so meine ich – zusammen mit Dukkha als Nāmarūpa, Viññāṇa und Wahrheit gegliedert ist, durch dieses Glied wird die heilsame Wurzel aufgegeben; dies ist der Samudaya auf der Stufe des Nicht-Aufgegebenseins. Was deren Aufgabe ist, das ist der Nirodha. Dies sind die vier Saccāni. Dies ist der Āvaṭṭa-Hāra.

Vibhatti – nämlich:

„Manopubbaṅgamā dhammā, manoseṭṭhā manomayā; Manasā ce pasannena, bhāsati vā karoti vā; Tato naṃ sukhamanveti, chāyāva anapāyinī."

Dies gilt nicht uneingeschränkt – hingegen – für einen Samaṇa oder einen Brāhmaṇa. Für denjenigen von ihnen, der Falschansicht hegt, der das Gemüt bezüglich seiner eigenen Lehre beruhigt, und der mit diesem beruhigten Gemüt spricht und darlegt – dem folgt das Glück nicht nach, folgt nicht wie ein Schatten; ihm folgt allein Dukkha nach. Wie das Rad dem Schritt des Ziehenden folgt – dies ist das durch Unterscheidung zu Beantwortende. „Mit beruhigtem Gemüt" – körperliches Kamma und sprachliches Kamma, das Glücksgefühl erzeugt: bei rechter Ausrichtung erzeugt es Glücksgefühl, bei falscher Ausrichtung erzeugt es Dukkha-Gefühl – dies ist die Vibhatti.

Was ist dabei der Parivattana-Hāra? „Manopubbaṅgamā dhammā" – was immer jemand mit verdorbenem Gemüt spricht oder tut, dem folgt Dukkha nach; eben diese beiden Suttas sind gesprochen als genau deren Gegenteil. Vevacana: was nämlich Mano, Citta, Viññāṇa, Manindriya, Manoviññāṇadhātu ist.

Paññatti: „Manopubbaṅgamā dhammā" – dieser Mano ist durch die Paññatti des Mano bezeichnet. „Dhammā" – bezeichnet durch die Paññatti des heilsamen Kammapatha. „Manoseṭṭhā" – bezeichnet durch die Paññatti des Hervorragenden. „Manojavā" – bezeichnet durch die Simultanbezeichnung. „Cittaṃ" – bezeichnet durch die Entsagungsbezeichnung. „Manasā ce pasannena" – bezeichnet durch die Paññatti des Saddhindriya. „Manasā ce pasannena" – bezeichnet durch die Paññatti des zweiten Jhāna, das von ungetrübtem Gesinnen begleitet ist. „Manasā ce pasannena" – bezeichnet durch die Paññatti des Gegenteils der Ungläubigen. „Bhāsati vā" – bezeichnet durch die Paññatti der Sammāvācā. „Karoti vā" – bezeichnet durch die Paññatti des Sammākammanta. „Tato naṃ sukhamanveti" – dies bezieht sich auf die Jhāna-Samādhis. Unter den Indriya das Manindriya. Im Paṭiccasamuppāda das Viññāṇa. „Manopubbaṅgamā dhammā" – Mettā und Sanftheit, und unter den Jhāna das zweite und das dritte Jhāna. Unter den Khandha gehört er zum Saṅkhārakkhandha. Unter den Dhātu die Dhammadhātu, unter den Āyatana das Dhammāyatana. Was das Heilsame ist – unter den Indriya das Sukhindriya und das Somanassindriya als Padaṭṭhāna. Von diesen durch Paṭiccasamuppāda entstandenen Dhamma: durch Phassa als Bedingung ein Phassa, der Glücksgefühl erzeugt; Glücksgefühl (Sukhavedanā); unter den Manopavicāra der Somanassavicāra; unter den sechsunddreißig in den ersten sechs Stellen die sechs Somanassanekkhammassitā. Dies ist der Otaraṇa-Hāra.

Was ist dabei der Sodhana-Hāra? Im Hinblick auf welche Bedeutung dieses Sutta gesprochen wurde – diese Bedeutung ist eingebunden; das Sutta bezieht sich auf diese Bedeutung. Dies ist der Sodhana-Hāra.

85. Was ist dabei der Adhiṭṭhāna-Hāra? „Manopubbaṅgamā dhammā" – dies ist Vevacana-Paññatti, nicht Einheits-Paññatti. „Dhammā" – einerseits keine Vevacana-Paññatti. „Manasā ce pasannena" – diese Beruhigung (Pasāda) ist zweifach: innerlich durch Überwindung von Übelwollen, und äußerlich durch Vertrauensfassen. Diese innere Beruhigung ist zweifach: Beruhigung durch vollständige Vernichtung und Beruhigung durch Unterdrückung – nämlich des Übelwollens als Überflutung. Destruktion (vighāta) ist keine ursprüngliche Beruhigung, auch wenn eine entstandene Wurzel vorhanden ist. Beruhigung, die durch Übelwollen mit Destruktion behaftet ist. „Tato naṃ sukhamanveti" – Glück: körperliches und geistiges; auch Trennung vom Unangenehmen, auch Verbindung mit dem Angenehmen, auch das Glück des Loslassens, auch das Glück des Gewöhnlichen, auch der Pītisambojjhaṅga, auch geistiges Glück. Was der beruhigte Körper als Glück empfindet, das ist körperliches Glück; und Bojjhaṅga und geistiges Glück. Was der beruhigte Körper als Glück empfand, auch das und dieses Glück als Padaṭṭhāna – durch Paññatti, wie gesagt – das, unberührt, gehört zu den heilsamen Dhamma. „Anveti" – Appanā ist zu erkennen; und nicht als Erreichtes folgt dies nach. Dieses Sutta ist auf zweierlei Weise durch Adhiṭṭhāna zu bestimmen: durch die Ursache, nämlich derjenige, dessen Gemüt beruhigt ist, und durch die Frucht, nämlich derjenige, der Dukkha-Gefühl erfährt.

Parikkhāra: Der Bhagavā betritt mit einem Saṅgha von fünfhundert Bhikkhu die Stadt Rājagaha. Dort bewirtet ein Mensch, eine Person, den Bhagavā; bei ihm ist Beruhigung (Pasāda) entstanden, und er ist auch ein Übender, der heilsame Wurzeln aus früherer Zeit besitzt. Er berichtet auch anderen und spricht dieses Wort: „Glücklich sind jene, in deren Wohnung der Bhagavā eintritt; wenn es auch uns gegeben wäre, würden auch wir den Saṃpasāda des Bhagavā erlangen." Dem Bhagavā zugewandt, die Hände im Añjali ausstreckend, ohne Übelwollen „Namo bhagavato, namo bhagavato" sagend, stand er abseits. Unmittelbar darauf sprach der Bhagavā dieses Sutta: „Manopubbaṅgamā dhammā." Das ganze Sutta so – was er den anderen spricht, das ist Vācākamma. Was er im Añjali ausreckt, das ist Kāyakamma. Die Beruhigung des Gemüts, das ist Manokamma. Was er dabei den anderen kundtut und spricht, ist das Lob. „Diejenigen, in deren Wohnung der Bhagavā geht." – Das alles ist bei ihm Alobha als heilsame Wurzel. Was ihm gegenüber dem Bhagavā als liebevolles Gemüt vorhanden ist, das ist bei ihm Adosa als heilsame Wurzel. Was er durch das Ausstrecken des Añjali und durch Zurückhalten des Hochmuts vollzieht, dabei tritt bei ihm Amoha als heilsame Wurzel hervor. Was er als erhabene Paññā erlangt, das ist bei ihm die Aufgabe des Diṭṭhivipallāsa. Was dabei gleichfalls Zurückhaltung ist, das ist bei ihm die Aufgabe des Saññāvipallāsa. Was die Beruhigung des Gemüts ist, das ist bei ihm die Aufgabe des Cittavipallāsa – Bedingung der Unterdrückung und Aufgabe der unheilsamen Verkehrtheiten. Die drei heilsamen Wurzeln – was ungetrübter Geistesgesinnung ist, das wird bei ihm Manasikāra genannt. Was die Unterdrückung durch Kilesa ist – so sind die Verkehrtheiten und Objekte durch das Haben von Bedingungen eine Bedingung, und heilsame Wurzeln durch ihr Zum-Vorschein-Kommen eine Bedingung, und dieser Manasikāra durch diese Ursache und diese Bedingung – das Gemüt ist entstanden. Was dabei das mit dem Satthar [dem Lehrer, d. i. dem Buddha] als Objekt verlaufende Gemüt ist, das ist Buddhānussati. Was er auch von den Vorzügen des Bhagavā im Gemüt hält, das ist für ihn Dhammānussati. Dabei sind Satisampajaññā die Ursache und dies die Bedingung. Vācā und Paññā sind die Ursache; Vitakka und Vicāra die Bedingung. Kāyasaṅkhārā – was Abhisaṅkhāra des Kamma heißt – sind Ursache oder Nicht-Bedingung (appaccayo); Anhäufung von Kamma, das Glücksgefühl erzeugt, als Ursache; Bedingung des Kamma mit Ursachen.


86. Was ist nun der Samāropana-Hāra? Allein durch einen mit Vertrauen geläuterten Geist – und wer eben hier mit Vertrauen geläutert ist – und da die Wesen durch Geistesläuterung befreit werden, darum sind die Wesen geistvorangehend; durch einen geläuterten Geist wird auch die Cetanā dort geistgeartet. Die Korrelation ist diese: durch die Läuterung der Cetanās entsteht jener Zustand – die Läuterung seines Körpers; und dieser beginnt aus Läuterung heraus; durch Läuterung entsteht seine Saññā als unverkehrt. Jener ist fünffach: durch Unterdrückung; durch Kāyapassambhanā eben die Läuterung, die am Geist haftet; der Geist aber ist zuerst geläutert. Dies ist der Samāropana. So die Läuterung auch der fünf. „Dann folgt ihm Freude nach" – was bezeichnet der Erhabene damit? Nicht fürwahr folgt als Eigenwirklichkeit die Frucht jener Kamma nach. Dessen Mittel begleitet ihn: wenn durch die Bedingung des Kühlen Somanassa entsteht, folgt auch das Nichtbereuen nach. Dies ist der Samāropana-Hāra.

Das Sutta des Mahānāma, des Sakka [vgl. Saṃ.Ni. 5.1017]. Wenn er in jener Zeit unachtsam und ohne klares Verstehen stirbt, entsteht er in Kāma-Sphären. Unachtsam – die Versammlung, die: „Fürchte dich nicht, Mahānāma" – was jener Geist, der lange durch Saddhā durchdrungen wurde, durch Sīla durchdrungen wurde, durch Suta und Cāga durchdrungen wurde – das ist ausführlich darzulegen. Durch Cāga und durch Paññā – was zeigt das an? Was Saddhā ist, das ist die Läuterung des Geistes. Was ungetrübtes Sinnen ist, das ist Saddhā. Aus welchem Grund? Weil Ungetrübtsein ihr Lakkhaṇa ist. Denn das Lakkhaṇa der Saddhā ist Ungetrübtsein. Andere sagten: ihr Lakkhaṇa sei das Gelangen zur vollständigen Tugendreife; und andere: ihr Lakkhaṇa sei das Annehmen eines Wortes als Saddhā. Eine andere Pariyāya: wenn jemand sich selbst so entschlossen verpflichtet: „Ich weiß nichts – eben diese bin ich, dort zugelassen, keiner anderen zugeteilt" – dies ist Saddhā. Eine andere Pariyāya: das Erblicken des Mangels der einundsechzig Diṭṭhigatā – Anicca, Dukkha, Anattā. Und dadurch wird es gegründet, so wie einer in einem tiefen Wasserbehälter das Wasser mit dem Auge sieht, es aber mit dem Körper nicht zu erreichen vermag. So ist seine Diṭṭhi die ariya Nijjhānakkhantī, jedoch nicht unmittelbar verwirklicht. Diese nennt man Saddhā. Und diese ist weltlich. Eine andere Pariyāya: was dem, der im Stand des Puthujjana ist, geduldet wird – zwanzig –, und was? Sakkāyadhīnā ist kein Verweilen. Dies ist keine eindeutige Naya-Saññā; jedoch gemäß der Diṭṭhi durch Yathābhūta werden durch den Dassanamagga durch fünf schwache Indriyā aufgehoben. Die Kilesā, die dieselbe Grundlage wie Diṭṭhi haben – dies ist Saddhā.

Diese Saddhā wird im Bereich dieser Bhūmi, die zum Sotāpatti führt, im Dukkha, als vollkommen beschrieben. In eben dieser Bhūmi wird Sekkhasīla als das, was die Ariyā tragen, bezeichnet. In eben dieser Bhūmi wird schwache Paññā als Paññindriya bezeichnet. In eben dieser Bhūmi ist das Nichtbegehren der Khandhā – dies ist Cāga. Darum ist Saddhā durch das Adhiṭṭhāna des Cāga darzulegen. Wer in noch stärkerem Maße durch verkehrte Diṭṭhi charakterisiert ist, dessen Assaddhā ist dem entgegengesetzt; diese ist in Nähe zu den Stützpunkten des Naya nachlässig verankert. Dort: das Saddhindriya – wer auch immer vollständig verteilt – so: Entsagung von stillem Übel – das Cāgādhiṭṭhāna nicht durch das Paññindriya als Paññādhiṭṭhāna, durch Sīla als Upasamādhiṭṭhāna. Diese vier Dhammā lassen Sīla gedeihen: Saddhā, Sīla, Cāga und Paññā. Dabei überquert man durch Saddhā die Flut. Was Sīla ist, das ist Appamāda. Was Cāga ist, das ist das Werk der Paññā. Was Paññā ist, das ist Paññindriya; dabei was Saddhindriya ist. Jenes in den drei Aveccappasādā. Was Sīla ist, das im Saddhindriya. Was Cāga ist, das in den vier Jhāna. Was Paññā ist, das in den Saccā; Sati, überallhin gehend. Sein, des Sekkha, Gedeihen ist heilsam, heilsam ist sein Abhisamparāya. Wenn er, dem die Sati geschwunden ist, Sīla ausübend – nicht durch das Schwinden von Kāya-Sati – sind jene Indriyā oder jene heilsamen Kammawurzeln Kammafrucht. Die Darlegung des Sinns jener Drei. Dabei: Saddhā, Sīla, Cāga, Paññā – vier Dhammā. Was Saddhā ist und was Paññā ist – dies ist Manosucarita. Was Sīla ist – dies ist körperliches und sprachliches Sucarita. Was Cāga ist – dies ist geistiges Alobha-Sucarita. So: wenn der Geist erfaßt ist, sind die fünf Khandhā erfaßt. Durch diese Dhammā ist Sucarita dies, und Dukkha, das Ariyasacca, ist das Padaṭṭhāna des Magga.

87. Was ist nun der Vicaya-Hāra? Was Saddhā ist und was Sīla ist. Was bewirkt jenes? Durch Saddhā erinnert man sich des Erhabenen – selbst wenn man mit einem Elefanten zusammengetroffen ist –; wer durch Sīla weder mit Körper noch mit Rede handelt, erlangt einen Standpunkt: er wird beherzt ohne Bereuen; Paññā ist jene, der das Erklärte gegenwärtig bleibt. Dessen Sīla, das unversehrt ist – dort entsteht kein unheilsamer Geist des Moha, verbunden mit Micchādiṭṭhi. Dies ist der Vicaya-Hāra. Die Dhammavādino, die Heilsam-Handelnden, werden heilsam sein – so wird es sein, diese Yutti besteht.

Was ist nun der Padaṭṭhāna-Hāra? Jener Geist, der lange durchdrungen wurde durch Saddhā, Sīla, Cāga, Paññā, Samādhi – das ist das Padaṭṭhāna des ersten Jhāna. Was Saddhā ist: sein ungetrübtes Sinnen – das ist das Padaṭṭhāna des zweiten Jhāna. Die drei Aveccappasādā, was Sīla ist – das ist Ariyakanta, das ist das Padaṭṭhāna des Sīlakkhandha. Was Paññā ist, das ist das Padaṭṭhāna des Paññākkhandha. Diese Dhammā und dieser Geist – das ist das Padaṭṭhāna des in Einheit gesammelten Samādhi. Saddhā ist das Padaṭṭhāna des Saddhindriya. Cāga ist das Padaṭṭhāna des Samādhindriya. Paññā ist das Padaṭṭhāna des Paññindriya. Saddhā und Paññā – das Padaṭṭhāna der Vipassanā. Sīla und Cāga – das Padaṭṭhāna des Samatha. Saddhā und Paññā – das Padaṭṭhāna der Paññāvimutti durch Abwendung von Avijjā. Sīla und Cāga – das Padaṭṭhāna der Cetovimutti durch Abwendung von Rāga.

Was ist nun der Lakkhaṇa-Hāra? Wenn Viññāṇa genannt wird, das durch Saddhā und Sati gedeiht, sind alle fünf Khandhā genannt. Wenn Saddhā gesagt wird, sind alle sieben Schätze gesagt: Saddhādhana … und so weiter. Wenn der Sīlakkhandha genannt wird, sind Samādhikkhandha und Paññākkhandha genannt. Jener Geist, der lange durchdrungen wurde – daß er in der letzten Zeit jenem nicht folgen wird – das ist nicht möglich. Dabei folgt auch Saññā jenem. Auch die Dhammā, die von jener Art sind, folgen jenem. Rūpasaññā, Rūpacetanā, Betrachtung und Aufmerksamkeit – so in der Viññāṇakāya der sechs Āyatanā. Dies ist der Lakkhaṇa-Hāra.

Was ist nun der Catubyūha-Hāra? Was ist hier im Sutta die Absicht des Erhabenen? Wer ein heilsames Gedeihen und einen heilsamen Abhisamparāya erstrebt, der wird Saddhā, Sīla, Cāga und Paññā zu Herzen nehmen – das ist die Absicht. Was auch andere Wesen betrifft, die dem Tathāgata gegenüber nicht zum Kampf antreten: „Die, die diesen Dhamma gehört haben, werden ohne Bereuen sterben" – das ist die Absicht.

88. Was ist nun der Āvaṭṭa-Hāra? Auch dies: vier Dhammā – Saddhā und Paññā vernichten Assaddhiya und Avijjā. Sīla und Cāga vernichten Taṇhā und Dosa. Dessen zwei Wurzeln werden aufgegeben. Dukkha wendet sich ab; und in der Bhūmi des Noch-nicht-Aufgegebenen – die zwei Wurzeln und die fünf Khandhā. Zwei Ariyasaccā: Samatha und Vipassanā. Die Aufgabe der zwei Wurzeln. Diese zwei Saccā: Nirodha und Magga. Dies ist der Āvaṭṭa-Hāra.

Was ist nun die Vibhatti? Jener Geist, der durch Saddhā durchdrungen wurde … und so weiter. Wenn es dem Puthujjana gilt – ob auch ihm heilsames Gedeihen sein wird – das ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen, daß jene Kamma noch in diesem Leben zur Frucht reife; in einer anderen Pariyāya wird es sein. Was auch immer als vergangenes zur Frucht Herangereiftes gegenwärtig ist – dessen Bedingungen sind jene – wie jene, die in der Mahākammavibhaṅga: „Darum ist diese Darlegung des Rechtmäßigen durch analytische Auslegung zu beantworten: das heilsame Gedeihen des Dhammacārin" – so.

Was ist nun die Parivattanā? Assaddhiya, Dussīlya, was Macchera ist, Duppaññā – und was durch das Gegenteil aufgegeben wird – dies ist die Parivattanā.

Was ist nun das Vevacana? Jener Geist, der lange durchdrungen wurde – Geist, Mano, Viññāṇa … und so weiter. Was Saddhābala ist – Saddhindriya; was Sīla ist – das ist Sucarita, Saṃyama, Niyama, Dama, Khandhatā – das sind dessen Vevacanā. Was Cāga ist – das ist Paṭinissagga, Alobha, Vosagga, Cāga, Yiṭṭha (das Geopferte, die Gabe). Was Paññā ist – das ist Paññattā, Paññappabhā, Paññindriya, Paññābala.

Was ist nun die Paññatti? Jener Geist – das ist der Samen – ist durch Paññatti als Paññatti bezeichnet. Durchdringung, Vāsanā – das ist die Paññatti der Paññatti. Saddhā ist durch Pasāda-Paññatti als Paññatti bezeichnet. Sīla ist durch Sucarita-Paññatti als Paññatti bezeichnet. Cāga ist durch Puññakiriya-Paññatti als Paññatti bezeichnet. Paññā ist durch Vīmaṃsā-Paññatti als Paññatti bezeichnet. Diese vier Dhammā – Saddhā, Sīla, Cāga, Paññā – gelangen beim Weisen zur Reinheit der Paññā.

Was ist nun der Otaraṇa? Was der Geist ist – das gehört bei den Khandhā zum Viññāṇakkhandha, bei den Dhātū zur Manoviññāṇadhātu, bei den Āyatanā zum Manāyatana. Die vier Dhammā – die gehören bei den Khandhā zum Saṅkhārakkhandha … und so weiter … bei den Dhātū, bei den Āyatanā.

Was ist nun der Sodhana-Hāra? Diese Aussage des Erhabenen, auf die Frage des Mahānāma, des Sakka – das alles ist dazu gehörig.

Was ist nun der Adhiṭṭhāna? Dieser Geist ist durch Verschiedenheit bezeichnet als: von unheilsamen Geistern nicht Durchdrungener unter den Durchdrungenen; und was wiederum Durchdrungene angeht: auch für andere ist dort durch Heranziehung bezeichnet – all diese vier Dhammā sind durch Einheit bezeichnet. „Heilsames Gedeihen": für die Kāmabhogi eben – Rūpadhātu, Arūpadhātu, Manussā – all das ist heilsames Gedeihen – eben das ist durch jene Rede als Paññatti bezeichnet.

Was ist nun der Parikkhāra? Für den Geist sind die Indriyā die Bedingung in der Funktion des Ādhipateyyapaccaya: Manasikāra. Als Hetupaccaya: Bedingung. Für Saddhā ist weltliche Paññā als Hetupaccaya Bedingung; und Yonisomanasikāra ist Bedingung. Für Sīla: Aufenthalt am geeigneten Ort als Bedingung; und rechte Ausrichtung seiner selbst als Hetu. Für Cāga: Alobha als Hetu; und Avippaṭisāra als Hetupaccaya. Für Paññā: die Stimme von einem anderen und innerer Yonisomanasikāra als Hetupaccaya.

Was ist nun der Samāropana? „Jener Geist, der lange durchdrungen wurde" – auch die Cetasikā sind eingeschlossen. Hierbei: alle Dhammā, die durchdrungen wurden – jenes heilsame Gedeihen wird sein, heilsamer Abhisamparāya in Bezug auf die Wiedergeburt. So – welche Menschenwesen auch immer an Gebrauchs- und Verbrauchsgütern – all das ist eben heilsames Gedeihen. Dies ist der Samāropana.


89. „Oben, unten, überall triebbefreit" – so die Strophe [vgl. Udāna 61]. Was bedeutet darin „oben" (uddhaṃ)? Was von hier aus oben sein wird für den Nicht-Wiederkehrer (anāgāmī) – das ist „oben". „Unten" (adho) bezeichnet das Überschrittene, das Vergangene; dies wurde als Aussage über das Vergangene bezeichnet, und „oben" [bezieht sich auf das Zukünftige].¹ Dabei gilt: Durch das Vergangene entsteht die Ewigkeitsansicht (sassatadiṭṭhi) für diejenigen, die über die Vorzeit spekulieren (pubbantākappika); die Zukunftsansicht (aparantadiṭṭhi) gilt für einige; die Vernichtungsansicht (ucchedadiṭṭhi) für diejenigen, die als vuttakappika bezeichnet werden.² Diese Ansichten sind sowohl Vernichtungsansicht als auch Ewigkeitsansicht. Dabei umfasst diese Ewigkeitsansicht fünfzehn Glieder (padāni), die zur Persönlichkeitsansicht (sakkāyadiṭṭhi) und zum Ewigen neigen: „Mein Selbst hat Form", „In meinem Selbst ist Form", „Form ist mein Selbst" – was so bezeichnet wird, das legt man als Weisheit an. Die Vernichtungsansicht umfasst fünfhundert Varianten, die zur Vernichtung neigen. Sie sehen: „Was das Leben ist, das ist der Körper"; „Form ist mein Selbst" – so vierfältig ist die Persönlichkeitsansicht, durch Vernichtung und durch Ewigkeit. So neigen bei den fünf Khandha die fünfzehn Glieder der zwanzig Grundlagen (vīsativatthuka) umfassenden Ansicht zur Vorzeit hin, zur Ewigkeitsansicht; fünf Glieder neigen zur Zukunft hin, zur Vernichtungsansicht. Dabei sieht derjenige, der „Dies bin ich" sieht, die Form als Selbst (attā); er ist Vertreter der Vernichtungslehre (ucchedavādī), der ein Selbst mit Form sieht, Form im Selbst oder Selbst in der Form – so ist die Vernichtungsansicht –, und kehrt zum Selbst zurück: das ist Ewigkeitsansicht, und kehrt zur Vorzeit zurück. „Dies bin ich" sieht er nicht. Bei ihm gelangen die Triebe der Ansicht (diṭṭhāsavā) zur Aufgabe. Wer in den drei Zeiten, in der Vorzeit und in der Zukunft, durch den jeweils dort bezeichneten Weg oben, unten, überall triebbefreit „Ich bin" nicht mehr betrachtet – durch diese Pforte, durch diese Anwendung, durch dieses Mittel: dies ist die Erkenntnisstufe (dassanabhūmi) und die Frucht des Stromeintritts (sotāpattiphala). Jene edle Anwendung (ariyo payogo) führt zum Nichtwiederentstehen, zum Saṃsāra ohne Fortbestehen; welche auch immer edle Anwendung zur Wiedergeburt führt – ob schwache oder mittlere oder starke fünf Indriya –, alles führt zur Aufgabe des Wiederentstehens. „Ich bin" ist die Flut der Ansicht (diṭṭhogha), die Flut der Begierde (kāmogha), die Flut des Werdens (bhavogha) und die Flut der Unwissenheit (avijjogha) – je nach Bereich. Dabei gilt durch den Desanā-Hāra: die vier Saccāni durch die fünf Indriya und die Frucht des Stromeintritts; und durch die zwei Saccāni: Magga und Nirodha. Durch den Ursprung der Persönlichkeit (sakkāyasamudaya): zwei Saccāni – Dukkha und Samudaya. Dies ist der Desanā-Hāra.

Was ist dabei der Vicaya? Wer „Dies bin ich" nicht mehr betrachtet, gibt die drei durch Sehen aufzugebenden Fesseln (dassanappahātabbāni saṃyojanāni) auf. Dies ist der Vicaya.

Was ist dabei die Yutti? Dreierlei Personen: einer ist ein Ugghaṭitaññū, einer ein Vipañcitaññū, einer ein Neyyo. Der Ugghaṭitaññū hat scharfe Indriya; davon ausgehend hat der Vipañcitaññū stumpfe Indriya; davon ausgehend hat der Neyyo noch stumpfere Indriya. Dabei gelangt der Ugghaṭitaññū durch Schärfe der Indriya, indem er die Erkenntnisstufe (dassanabhūmi) erreicht, zur Frucht des Stromeintritts; er wird ein Ekabījaka. Dies ist der erste Sotāpanna. Der Vipañcitaññū gelangt durch stumpfe Indriya, indem er die Erkenntnisstufe erreicht, zur Frucht des Stromeintritts; er wird ein Kolaṃkola. Dies ist der zweite Sotāpanna. Der Neyyo gelangt, indem er die Erkenntnisstufe erreicht, zur Frucht des Stromeintritts; er wird ein Sattakkhattuparamo. Dies ist der dritte Sotāpanna.

Es besteht diese Yutti: Durch schwache, mittlere und starke Indriya möge man die schwache, mittlere und starke Stufe verwirklichen; durch die Aufgabe der Persönlichkeitsansicht gibt man die Ansichtsformen (diṭṭhigatāni) auf. Dies ist die Yutti.

Was ist dabei der Padaṭṭhāna? Die Persönlichkeitsansicht (sakkāyadiṭṭhi) ist der Padaṭṭhāna für alle Falschansichten. Die Persönlichkeit (sakkāya) ist der Padaṭṭhāna für Nāmarūpa. Nāmarūpa ist der Padaṭṭhāna für die Persönlichkeitsansicht. Die fünf körperlichen Indriya sind der Padaṭṭhāna für die Begierde nach Form (rūparāga). Das sechsfache Āyatana ist der Padaṭṭhāna für das Ich-Machen (ahaṃkāra). Was ist dabei der Lakkhaṇa? Wenn die zwei Ansichten aufgegeben sind, gelangen dabei die Ansichtsformen zur Aufgabe durch eine Ansicht. Oben und unten triebbefreit, ist man triebbefreit gegenüber allem, was Leidenschaft erregt. Auf der entsprechenden höheren Stufe (parabhūmi) sieht man dies als Bedingung (paccaya) so, wie es wirklich ist. Er berührt das gesamte Paṭiccasamuppāda. Dies ist der Lakkhaṇa-Hāra.

90. Was ist dabei der Catubyūha-Hāra? Was ist in diesem Sutta die Absicht des Erhabenen? Diejenigen Wesen, die keine Freude finden werden, werden sich um die Aufgabe der Ansichten bemühen. Dies ist hierbei die Absicht des Erhabenen. Dies ist der Catubyūha-Hāra.

Was ist dabei der Āvaṭṭa-Hāra? Welche schwachen fünf Indriya es gibt – das sind die fünf zur unteren Sphäre gehörenden (orambhāgiya) Indriya. Sie beseitigen vollständig und gänzlich Begehrlichkeit und Übelwollen (abhijjhābyāpāda) durch die Art der Bhāvanā; die Kraft des Vertrauens (saddhā) gehört zur Befreiung des Lernenden (sekkhā); die zur oberen Sphäre gehörenden (uddhambhāgiya): die Kraft des Vertrauens durch die Macht der Ansicht; das Indriya der Energie (vīriyindriya) durch Anspannung, das Indriya der Achtsamkeit (satindriya) durch Anstrengung – sie gelangen zum endgültigen Ziel. Dabei sind diese Indriya: dieser Magga führt zur Aufgabe der Befleckungen (saṃkilesa). Dieser Nirodha hat in Zukunft die Eigenschaft des Nichtentstehens; dies ist Dukkha. Dies ist der Āvaṭṭa-Hāra.

Was ist dabei der Vibhatti-Hāra? Wer „Dies bin ich" betrachtet – jedoch im weltlichen Bereich in übersteigertem Maß, nicht durch edle Anwendung – der gibt die Persönlichkeitsansicht auf. Was als die entsprechende Stufe (tajjā bhūmi) in übersteigertem Maß bezeichnet wird: dabei erlangt man auf der entsprechenden Stufe das Übersteigerte auf fünffache Weise – durch Sīla, durch religiöse Übung (vata), durch Vielgelerntsein (bāhussacca), durch Samādhi, durch die Freude der Entsagung (nekkhamma). Dabei ergreift derjenige, der das Unerreichte als erreicht betrachtet (appatte pattasaññī), Dünkel (adhimāna). Eben in Bezug auf diesen Sachverhalt spricht der Erhabene dieses Sutta: „Nur durch Sīla und Übung". Dabei gilt: der Samādhi desjenigen, der das Unerreichte als erreicht betrachtet, ist mit Lohn behaftet (sāmisa), vom schlechten Menschen (kāpurisa) gepflegt; als schlechte Menschen aber bezeichnet man die Gewöhnlichen (puthujjana). Was weltlich und unedel ist – wenn man durch diesen Samādhi ohne den edlen Magga verfährt, ist dieser Samādhi unedel, vom schlechten Menschen gepflegt. Wer aber auf edle Weise nicht weiß und nicht sieht, wie es wirklich ist, der gibt die Verwirklichung auf; wer durch edlen Samādhi, nicht vom schlechten Menschen gepflegt, triebfrei geführt wird – dabei werden als nicht-schlechte Menschen (akāpurisa) die edlen Personen (ariyapuggalā) bezeichnet. Der Samādhi, der von ihnen gepflegt wird, ist nicht vom schlechten Menschen gepflegt. Darum – ein durch Unterscheidung zu beantwortendes (vibhajjabyākaraṇīya) –: wer „Dies bin ich" nicht betrachtet, lässt es so fallen.³

Was ist dabei die Parivattanā? Auf dieser Erkenntnisstufe sind die Befleckungen aufzugeben; durch sie werden sie aufgegeben; auch die vom Erhabenen nicht bezeichneten sind vom Erhabenen zu bezeichnen.

Was ist dabei das Vevacana? Was durch die Persönlichkeitsansicht, durch die Selbstansicht (attadiṭṭhi) – das ist diese Stufe. Welche Befleckungen aufzugeben sind: sie werden nicht aufgegeben – auch die vom Erhabenen nicht bezeichneten: Ewigkeitsansicht und Vernichtungsansicht; das ist die Ansicht mit Begrenzung (pariyantadiṭṭhi). Was die Ansicht ohne Begrenzung (apariyantadiṭṭhi) ist – das ist die Ewigkeitsansicht. Was die Vernichtungsansicht ist – das ist die Nihilismusansicht (natthikā diṭṭhi). Was die Ewigkeitsansicht ist – das ist die Ansicht der Unwirksamkeit (akiriyadiṭṭhi). Dies ist das Vevacana.

Was ist dabei die Paññatti? Taṇhā ist durch die Paññatti der Fessel (saṃyojanapaññatti) bezeichnet. Der Magga ist durch die Paññatti des Erlangens (paṭilābhapaññatti) bezeichnet. Die Indriya sind durch die Paññatti des Erlangens bezeichnet.

Was ist dabei der Otaraṇa? Die Persönlichkeit (sakkāya) ist Dukkha – durch Sehen aufzugeben (dassanappahātabba). Der Samudaya [entspricht dem] Magga. Diese Indriya sind bezeichnet in Khandha, Dhātu und Āyatana.

Was ist dabei der Sodhana-Hāra? In Bezug worauf der Erhabene dieses Sutta gesprochen hat – dieser ist in Bezug darauf bezeichnet.

Was ist dabei der Parikkhāra? Als Ursachenbedingung für Nāmarūpa ist auch Viññāṇa Ursache und Samen. Dadurch sind Avijjā und Saṅkhārā Bedingung. Die Methode des Rückgangs (nivattinaya): es gibt keinen anderen Weg für alles Werden; und was die Ursache für alles Werden ist – die Bedingung der äußeren Einwirkung (parabhaṇḍapaccaya)⁴ –, so gilt: Sammādiṭṭhi, und die Bedingung ist das Hören auf einen anderen (parato ghosa) und das gründliche Zu-Herzen-Nehmen (yoniso manasikāra). Die Weisheit, die entsteht – diese ist die Ursache; aus der Sammādiṭṭhi wird der Sammāsaṅkappa; was Sammāsamādhi [bzw. nach Variante: Sammādiṭṭhi] ist⁵ – das ist der Parikkhāra.

Was ist dabei der Samāropana? „Dies bin ich" – wer es nicht betrachtet: aus Dukkha, aus Krankheit … (…pe…) … fünfzehn Glieder. „Erhabener, wozu dienen die Sīla, welchen Nutzen haben sie?" „Ānanda, die Sīla dienen der Reuelosigkeit (avippaṭisāra) bis hin zur Befreiung (vimutti)." Dabei ist der Inhalt zweifältig: der Inhalt für die Person (purisattha) und der Inhalt der Aussage (vacanattha).

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¹ Die Passage apadānatanti uddhaṃ ist textkritisch schwierig; die Ergänzung „[bezieht sich auf das Zukünftige]" folgt dem Kontext, bleibt aber unsicher.

² Vuttakappika wörtlich „diejenigen, die in der bezeichneten/genannten Weise spekulieren"; die genaue Bedeutung im Kontext der Zukunftsansichten ist nicht vollständig gesichert.

³ Die Textstelle zur Vibhatti-Passage ist im Pali komplex und an mehreren Stellen elliptisch; die Übersetzung folgt dem erschließbaren Sinn.

Parabhaṇḍapaccaya: wörtlich „Bedingung des fremden Gutes/der äußeren Einwirkung"; die genaue Bedeutung dieses technischen Ausdrucks ist in der Kommentarliteratur nicht eindeutig geklärt.

⁵ Der Pali-Text bietet hier sammāsamādhi; die Pī-Variante liest sammādiṭṭhi. Beide Lesarten sind in den Handschriften bezeugt; die Bedeutungskonsequenz betrifft die Frage, ob der Abschluss des Achtfachen Pfades oder dessen Anfangsglied als parikkhāra benannt wird.


91. Was ist darin der Purisattho? Jenes Nicht-Nachreuen – das ist der Avippaṭisāro (das Nicht-Bereuen), das ist der Purisattho. Wie wenn jemand sagt, er pflege und übe diesen Zweck: „Was auch immer hier in meiner Verfügung steht, dafür unternehme ich diese Handlung" – das ist der Purisattho.

Was ist darin der Vacanattho? Sīlāni – sei es körperliches oder sprachliches Wohlverhalten – das ist der Avippaṭisāro. Darin ist es eben die Sprache des Sīla und der Vatta. Das Wohlverhalten der Taten des Sugata – das ist der Avippaṭisāro. So bis zur Vimutti: in jedem einzelnen Wort zwei Bedeutungen – Purisattho und Vacanattho –, wie in diesem Sutta, so in allen Suttas je zwei Bedeutungen. Dies ist nämlich der Paramattho und der Uttamattho. Was durch das Verwirklichen des Nibbāna bedingt ist, was durch sich selbst zu verwirklichen ist – das nennt man: „wo ist das Vollbrachte?" [v. l.: „des Bedachten"]. Dies wiederum wird als Vevacana vollständig erkannt. Dadurch werden die zugehörigen Bedeutungen als Vacanattho erlangt. Was darin der Sāvaka erstrebt – dessen Erlangung ist der Purisattho. Welchen Dhamma auch immer der Bhagavā lehrt, die Bedeutungserkenntnis eben jenes Dhamma – das ist der Attho. Darin ist der Avippaṭisāro des Sīla sowohl Attho als auch Ānisaṃso. Und dieser Ānisaṃso besteht darin, dass man nicht in einen Unglückszustand gelangt. Wie der Bhagavā das gelehrt hat: Dieser Ānisaṃso bei wohlgeübtem Dhamma – der Dhammawandelnde gelangt nicht in einen Unglückszustand – das ist der Attho.

Was eine Person, die auf der Bhāvanābhūmi in Bezug auf die Sīlāni das Sīla ergriffen hat und mit Sīla verbunden ist – so bis zur Vimutti –, das ist der Sīlakkhandho. Was darin der Avippaṭisāro ist, der durch die Macht der Anusayā dargelegt wurde – jenes Sīla, das ist der Sīlakkhandho. Pāmojja, Pīti, Passaddhi – durch das Samādhindriya, das ist der Samādhikkhandho. Was der in Samādhi Versunkene der Wirklichkeit gemäß erkennt, das ist der Paññākkhandho. Diese drei Khandhā – Sīla, Samādhi und Paññā – und so erfüllt er das Sīla: durch das Vīriyindriya, durch welches er aus diesem Grunde das Sīla erfüllt; er bemüht sich um das Nicht-Entstehen des noch nicht entstandenen Akusala, um das Aufgeben des entstandenen Akusala, um das Entstehen des noch nicht entstandenen Kusala und um die Zunahme des entstandenen Kusala – so ist das Vīriyindriya dargelegt. Was darin der Samādhikkhandho ist, das ist das Samādhindriya. Der Paññākkhandho ist das Paññindriya; das ist in den vier Sammappadhānā zu erblicken. So ist das Bemühen um das Nicht-Entstehen des noch nicht entstandenen Akusala das erste Sammappadhāna. Was das Entstandene betrifft, das ist das zweite. Die vier Sammappadhānā sind in den vier Jhānā zu erblicken. So ist durch den Sīlakkhandho die Nekkhammadhātu hervorragend, und die drei Vitakkā: Nekkhamavitakko, Abyāpādavitakko und Avihiṃsāvitakko. Sie sind von gemeinsamem Wesen. Das körperliche Sukha, das durch die Freude des Liebenden herbeigebracht wird – ohne durch Anhaftung gebunden zu sein –, das ist Dukkha. Die Nicht-Zerstreuung dabei ist der Samādhi. Dies ist das fünfgliedrige erste Jhāna. Die cetasikā Passaddhi, verbunden mit Vitakka und Vicāra – das Widerstreben, welcher Kileso und Paridāho auch immer –, ist im ersten Jhāna erloschen. So ist sowohl die Kilesapassaddhi als auch die Passaddhi von Vitakka und Vicāra in beiden dieser Dhammā zur Ruhe gekommen. Darin sind das Sukha des Kāya und des Citta, die Sukhāyanā – das ist die Passaddhi des Pītisukhino. Und der Ekodibhāvo des Citta – durch diesen Ekodibhāvo das innere Sampasādanaṃ des Citta – das ist das vierte Jhānaṅga. So sind das innere Sampasādo, der Ekodibhāvo des Cetaso, Pīti und Sukha das zweite Jhāna mit vier Gliedern. Der, dessen Kāya zur Ruhe gekommen ist, erlebt Sukha; durch jenes außerordentliche Sukha, das cetasikā Sukha durchdringend, losgelöst von der Pīti, erlangt er so durch seine Pītilosigkeit Upekkhā. Er erlangt Upekkhā durch Virāga von der Pīti. Und er erlebt Sukha. Und er erlangt Sati durch rechte Paññā. Falls Sati und Ekaggatā vorliegen – das ist das fünfgliedrige dritte Jhāna. Was das Citta des im Sukha Befindlichen in Samādhi zusammenzieht – das gehört zur Gruppe der höchsten Anordnung der Ekaggatā: Im ersten Jhāna gibt es Cittaekaggatā, doch gelangt die Vedanā des Gesichtssinnes nicht zu vollständiger Erfüllung aller Bereiche. Wie im vierten Jhāna, so sind die Upekkhā, die Beruhigung des Satisampajaññā und die Cittaekaggatā – das ist das vierte Jhāna.

92. Wie der Samādhi gezeigt werden soll, so ist das Paññindriya in den vier Ariyasaccā zu erblicken. Was der in Samādhi Versunkene der Wirklichkeit gemäß erkennt – jenes Erkennen ist vierfach: als Asubha, als Dukkha, als Anatta; und was auch immer als Ārammaṇa das Dukkha ist – das Ariyasacca –, erkennend, dessen überdrüssig wird und sich befreit; so das Aufgeben des Kāmāsava, des Bhavāsava, des Diṭṭhāsava, des Avijjāsava – das ist der Nirodho; auf der nicht-aufgegebenen Bhūmi der Āsavasamudayo. Diese vier Ariyasaccā sind so durch das Paññindriya zu erblicken. Wie dieser in Samādhi Versunkene der Wirklichkeit gemäß erkennt – das ist die Dassanabhūmi. Und indem er das Sotāpattiphala der Wirklichkeit gemäß erkennend überdrüssig wird – das ist das Tanuka. Kāmarāga und Byāpāda – das Sakadāgāmiphala – und was er, dessen überdrüssig werdend, losgelöst wird – das ist die erste Jhānabhāvanābhūmi und die Cetovimutti durch Virāga von Rāga und das Anāgāmiphala. Was die Vimutti befreit – das ist die Paññāvimutti durch Virāga von Avijjā und das Arahatta. Diese Avippaṭisārā und das Vīriyindriya und die vier Sammappadhānā – Avippaṭisārā – und darüber hinaus bis zum Samādhi: so die vier Jhānā und das Samādhindriya und was der in Samādhi Versunkene der Wirklichkeit gemäß erkennt. Diese vier Satipaṭṭhānā, beginnend mit der Vollendung des Sīla, verbunden mit Cāga und die Nicht-Trübung der zur Durchdringung gehörenden Nimittas – das ist das Satindriya, die vier Satipaṭṭhānā. Was wiederum in dieser Dhamma-Desanā an drei Stellen das Indriya des Vordringens über die Diṭṭhi hinaus und durch das Aufgeben der Kilesas das Sekkhā-Sīla – das ist das Saddhindriya. Und die vier Sotāpattiyaṅgāni und die Phalāni. Die Samādhindriyāni, die stufenweise aufsteigenden Hārāni (sopaniyāhārīni), sind in allen Suttas darzulegen. Was die Erlangung des Jhāna ist – durch Vīriya ergriffen –, das Ñāṇa des Zurückerinnernden – das ist die Sutamayī Paññā. Was der Samādhi ist, der frühere und spätere Nimittas in ungehindertem Durchgehen nach Belieben erscheinen lässt – das ist die Cintāmayī Paññā; was der so in Samādhi Versunkene der Wirklichkeit gemäß erkennt – das ist die Bhāvanāmayī Paññā. Das ist der Suttaniddeso.

Dieses Sutta, das zur Nibbedhabhāgiyā gehört, ist mit dem Erweckungsanteil des Erwachens zu verstehen. Durch welche Aṅgā ausgestattet, durch sie werden sie es erwecken, durch dessen Aṅgā werden sie erwecken – daher Bojjhaṅgā. So von Anfang an bis zu Sīla, Vatta, Cetanā, was zu tun ist: Was erfüllt die Sīlāni? Das Bemühen um das Nicht-Entstehen des noch nicht entstandenen Akusala, um das Aufgeben des entstandenen Akusala, um das Entstehen des noch nicht entstandenen Kusala, um die Zunahme des entstandenen Kusala – dieses Vīriya ist das Aṅga des je Erweckten. Das ist der Vīriyasambojjhaṅgo. Durch dieses Vīriya: die zwei Dhammā von Anfang an – Avippaṭisāro und Pāmojja – und was die Pīti ist, bedingt durch Avippaṭisāra, bedingt durch Pāmojja – das ist der Pītisambojjhaṅgo. Was beim Pītigeistigen den Kāya zur Ruhe bringt – das ist der Passaddhisambojjhaṅgo. Das dadurch herbeigebrachte körperliche Sukha – was das Citta des im Sukha Befindlichen in Samādhi zusammenzieht – das ist der Samādhisambojjhaṅgo. Was der in Samādhi Versunkene der Wirklichkeit gemäß erkennt – das ist der Dhammavicayasambojjhaṅgo. Was ausgehend vom Sīla, ausgehend von den fünf Bojjhaṅgā, die Anulomatā der Nimittas, das Nicht-Versinkenlassen der zur Pīti gehörenden und der zur Besonderheit gehörenden, zusammen mit dem unfehlbaren Weg ist – das ist der Satisambojjhaṅgo. Was der Wirklichkeit gemäß Erkennende tut – er übt zu starkes Vīriya. Was er auf der Uddhaccabhūmi tut – er schickt das Angestrebte hin. Was auf der Kosajjabhūmi – er erwacht, getadelt durch die gemiedenen Aṅgā, was den Weg des Augen-Samatha bildet – das ist die Upekkhā. Indem diese so zum Aṅga jenes Bojjhaṅga gemacht wird, heißt es Upekkhāsambojjhaṅgo. Das ist der Suttaniddeso.


93. Was ist dabei die Desanā? In diesem Sutta werden die vier Ariyasaccāni gelehrt. Was ist dabei der Vicayo? „Dem Sīlavant entsteht Avippaṭisāra" – bis – „Vimutti" – in dieser Frage: „Was ist der Sinn des Minimums?" – zwei Padas sind die Frage, zwei Padas sind die Antwort; durch zwei Padas sind zwei Dinge durch Abhiññā erkannt, durch eben zwei Padas ist die Antwort – was fragt er? Das Nibbādhikaṃ, die Kāyabhūmi, und ebenso das Kamma, denn dort entsteht die Grundlage und er erweckt die Asekkhā-Dhammā. Was ist dabei die Yutti? „Dem Sīlavant entsteht Avippaṭisāra" – was entsteht für den, der frei vom Begehren ist? Virāga – das ist die Yutti. Was ist dabei das Padaṭṭhānaṃ? Vīriya ist das Padaṭṭhāna des Vīriyindriya. Samādhi ist das Padaṭṭhāna des Samādhindriya. Paññā ist das Padaṭṭhāna des Paññindriya. Vīriya ist das Padaṭṭhāna des Adosa. Samādhi ist das Padaṭṭhāna des Alobha. Paññā ist das Padaṭṭhāna des Amoha. Das Vīriyindriya ist das Padaṭṭhāna von drei Maggaṅgas: Sammāvācā, Sammākammanta, Sammāājīva. Das Samādhindriya ist das Padaṭṭhāna von drei Maggaṅgas: Sammāsaṅkappa, Sammāvācā, Sammāsamādhi. Das Paññindriya ist das Padaṭṭhāna von zwei Maggaṅgas: Sammāsati und Sammādiṭṭhi.

Was ist dabei das Lakkhaṇa? Wenn der Sīlakkhandha ausgesprochen wird, so sind alle drei Khandhā ausgesprochen, denn Sīla allein gleicht einem Felsen – so wie ein Fels von allen Widersachern nicht erschüttert werden kann, so wird jener Geist von allen Kilesas nicht erschüttert – das ist Amoha. „Virattaṃ gegenüber dem Erregenden" [vgl. Udāna 34] – das ist Alobha. „Gegenüber dem Aufregenden wird er nicht aufgewühlt" – das ist Adosa. Dabei ist Paññā der Amoha als heilsame Wurzel; Alobha ist eben Alobha; Adosa ist eben Adosa. Wer durch diese drei heilsamen Wurzeln in der Sekkhabhūmi verweilt, der erweckt den Asekkhamagga. Die Sekkhabhūmi bewirkt die Dhammā der vollendeten Praxis; und das ist Sammāvimutti, sowie das Vimuttirasañāṇadassana – diese zehn sind die Arahatta-Dhammā der Asekkhā. Dabei wird auch durch den achtgliedrigen Magga eine vierfache Bhāvanā erlangt: Sīlabhāvanā, Kāyabhāvanā, Cittabhāvanā und Paññābhāvanā. Dabei wird der Kāya durch Sammākammanta und Sammāājīva entwickelt. Das Sīla wird durch Sammāvācā und Sammāvāyāma entwickelt. Der Citta wird durch Sammāsaṅkappa und Sammāsamādhi entwickelt. Paññā wird durch Sammādiṭṭhi und Sammāsati entwickelt. Durch diese vierfache Bhāvanā gelangen zwei Dhammā zur Vollendung der Bhāvanā: Citta und Paññā. Bei der Cittabhāvanā ist es Samatha, bei der Paññābhāvanā ist es Vipassanā. Dabei lässt Paññā durch das Aufgeben der Avijjā den Citta frei von Upakkilesas werden. Paññābhāvanā erfüllt eben die Cittabhāvanā vollständig. So: „Wessen Citta so wohlentwickelt ist – woher sollte ihm Dukkha kommen?" Überdies aber ist die Abyāpādadhātu jenes Ehrwürdigen gerichtet; er, der jene bestimmte Samāpatti erlangt hat, empfängt keinen Schlag von Saṅkhārā; im Körper, der von Saṅkhāvitakka durchdrungen ist, empfindet er kein Dukkha – das ist der Sinn dieses Sutta.

94. Was ist dabei die Desanā? In diesem Sutta werden die zehn Arahatta-Dhammā der Asekkhā gelehrt sowie die grenzenlose rechte Entwicklung. Was ist dabei der Vicayo? Die Selopamatā: Alle Dhammā, die durch leidvolle und angenehme Vedanā bedingt sind – für jene, die sie ohne Stützpunkt beobachten, hören auf; wenn der Körper von den Dhammā der Vedanā verlassen ist und der Parikkhāra des Empfindens zum Stillstand kommt, empfindet man kein Dukkha. Was ist dabei die Yutti? „Wessen Citta so entwickelt ist – woher sollte diesem Dukkha kommen?" – In drei Bhāvanās hält Dukkha nicht stand: in der Cittabhāvanā, in der Nirodhabhāvanā und in der Ānantarikā-Samādhibhāvanā. So ist „wessen Citta so entwickelt ist" – Samādhi ist das Padaṭṭhāna des Phala.

Was ist dabei das Lakkhaṇa? „Wessen Citta so entwickelt ist" [vgl. Udāna 34] – die Cittas sind entwickelt worden; so wie zuerst dargelegt: Paññā, Sīla, Kāya, Citta – auch das Sīla, wohlentwickelt, erschüttert sich nicht aufgrund körperlicher und geistiger Gefestigtheit, und ebenso die Vedanā, ebenso die Saññā, ebenso die Saṅkhārā. „Woher sollte diesem Dukkha kommen?" – weder folgt ihm Sukha nach, noch kommt Adukkhamasukha.

Was ist dabei der Catubyūha-Hāra? Was ist dabei die Absicht des Bhagavant? Jene, die im Dukkha versinken werden, werden von solchen Samāpattis entbehren. Das ist dabei die Absicht des Bhagavant. Und jene, die kein Vertrauen haben, werden es erlangen, und bei jenen, die Vertrauen haben, wird Pītipāmojja entstehen – das ist dabei die Absicht des Bhagavant. Āvaṭṭo: Es gibt keinen Boden für das Āvaṭṭana.

Vibhatti: „Wessen Citta so entwickelt ist – woher sollte diesem Dukkha kommen?" – es gibt eine zweigliedrige Darlegung: eine Darlegung der Ursache des Dukkha und eine Darlegung des Gegenteils. Was ist diese Ursache des Dukkha? Woher Dukkha kommt – wenn das Gegenteil ausgesprochen wird, sind Sīla und die übrigen Dhammā als Ursache und Bedingung ausgesprochen, und all diese Dhammā sind dann ausgesprochen. Wenn die Dhammā der einen Bodhipakkhiyā ausgesprochen werden, so sind alle zum Bodhi führenden Dhammā ausgesprochen.

Was ist dabei der Catubyūha-Hāra? Was ist in diesem Sutta die Absicht des Bhagavant? Jene, die durch Avippaṭisāra dem Chanda zugeneigt sind, für die kommt die Sīlapāripūrī zustande – durch Pāmojja und Chanda kommt die Avippaṭisāra-Pāripūrī zustande – das ist dabei die Absicht des Bhagavant … und so weiter … das ist der Catubyūha-Hāra.

Was ist dabei der Āvaṭṭo? Dieses Sutta ist Nibbedhabhāgiya. Was das Nibbedha ist – das ist Nirodha. Wodurch man durchdringt – das ist Magga. Was durchdrungen wird – das ist Dukkha. Was durch den zum Nibbedha führenden Magga aufgegeben wird – das ist Samudaya, der hier ausgesprochen ist.

Was ist dabei die Vibhatti? „Dem Sīlavant entsteht Avippaṭisāra" – das ist durch Unterscheidung zu beantworten; für jenen, der an Parāmāsa festhält, gibt es kein Avippaṭisāra, solange er durch Körper oder Sprache durch Fehler Getanes an Unheilsamem beginnt. Und wenn er auch so denkt: „Das war wohlgetan, das war wohlgelebt" – wenn ihm dabei nicht durch das Avippaṭisāra Pāmojja entsteht bis zur Vimutti – das ist das Avippaṭisāra jenes Sīlavant – das ist durch Unterscheidung zu beantworten. Das ist der Vibhatti-Hāra.

Was ist dabei die Parivattanā? Durch diese sieben Upanisā-Vollendungen werden elf Upanisās in der Vibhatti der Aufgebenden aufgegeben – das ist die Parivattanā.

Was ist dabei die Vevacanā? Dies sind die Vevacanā der edlen Dhammā: Bala, Bojjhaṅga, Vimokkha, Samādhi, Samāpatti.

Was ist dabei die Paññatti? „Dem Sīlavant entsteht Avippaṭisāra" – im Sīlakkhandha ist dies durch die Nekkhammapaññatti als Paññatti aufgestellt, sowie die Nisajjapaññatti; so sind zehn Aṅgas je durch zwei und zwei Aṅgas als Paññatti aufgestellt.

Was ist dabei der Otaraṇo? Dieses Nibbedhabhāgiya-Sutta ist bei fünf eingestiegen, so wie zuerst dargelegt – so sind in Indriya und so weiter, Khandha, Dhātu, Āyatana darzulegen.

Was ist dabei der Sodhana-Hāra? „Dem Sīlavant entsteht Avippaṭisāra" – noch nicht ganz rein ist der Ausgangspunkt des Avippaṭisārī durch Pāmojja; noch nicht ganz rein ist der Ausgangspunkt, solange elf Padas gelehrt sind – erst wenn dann ist der Ausgangspunkt rein. Das ist der Sodhana.

Was ist dabei das Adhiṭṭhāna? Was durch die Besonderheit des Sīla als Paññatti aufgestellt ist – so sind alle zehn Padas der Gewinn des Sīlakkhandha; und dabei ist das Wohnen am rechten Ort eine Bedingung, die rechte Ausrichtung auf sich selbst eine Ursache; für den Samādhi-Khandha ist Sukha eine Ursache, Passaddhi eine Bedingung; wodurch die Jhāna-Gleichzeitigkeit und das Stehen entsteht – das sind die Jhānaṅgas; ein anderer Weg: die Ādīnavānupassanā bei Kāmā ist eine Bedingung für Samādhi, die Sehbarkeit des Gewinns im Nekkamma eine Ursache.

Was ist dabei die Samāropanā? Was das Vīriyindriya ist – das ist der Sīlakkhandha. Was das Sīla ist – das sind die vier Padhānā-Dhammā. Was die Dhammānudhammapaṭipatti ist – das ist der Pātimokkhasaṃvara.


95. „Wessen Geist dem Felsen gleicht" – diese Strophe [vgl. Ud. 34 im Udāna] – „dem Felsen gleich" ist eine Gleichnisrede: So wie ein Felsen vom Wind nicht bewegt wird, von Hitze nicht, von Kälte nicht erschüttert wird. So wie viele Unbeseelte von Hitze verwelken, von Kälte austrocknen, vom Wind zerbrochen werden – nicht so der Felsen. Er ist losgelöst vom Anziehenden; gegenüber dem Abstoßenden entsteht kein Unwillen – das ist der Grund: gegenüber dem Betrübnis Wirkenden keine Betrübnis empfindend; er wird nicht von Groll erschüttert, nicht von Hitze, noch verwelkt er – von Kälte – noch trocknet er aus. Ebenso folgt das Bewusstsein der Begierde nicht nach, wird nicht von Kälte erschüttert. Weshalb? Weil es losgelöst ist vom Anziehenden und dem Abstoßenden gegenüber keinen Unwillen hegt. Weshalb? Gegenüber dem Abstoßenden vergehen sie, kein Unwillen entsteht; jenes ist unbefleckt – sie werden es nicht reizen; daher gerät es beim Reizenden nicht in Erregung. Von wem das Bewusstsein so geübt ist – woher sollte ihm Leid beschieden sein, und woher sollte Leid zu einem solchen kommen – das ist dargelegt.

Parivattanā: „Woher sollte ihm Leid kommen?" – Jenes geistige Glück ohne Restbestand ist hier nicht vorhanden; jenes mit Restbestand ist vorhanden. Wiederum sagten sie so: In jenem Augenblick, in jenem Moment ist beides erfahren worden – sowohl das mit Restbestand als auch das ohne Restbestand; in jenem Augenblick, in jenem Moment ist das ohne Restbestand und das mit Restbestand erfahren worden. Für den, der Glück erlangt hat – die Nicht-Rückkehr –: das ist hier der besondere Unterschied der Parivattanā.

Darin – was ist der Vevacana? „Wessen Geist so geübt ist" – dessen Dhammas: geübt, wohlgeübt, aufrechterhalten, zur Grundlage gemacht, wohlentfaltet. „Geist" – Manas, Viññāṇa, Manindriya, Manoviññāṇadhātu.

Darin – was ist die Paññatti? Bewusstsein, Manas, Saṅkhārā sind durch die Paññatti der Stille bezeichnet. Samādhi ist durch die Paññatti des Asekha bezeichnet. Leid ist durch die Paññatti des Abschneidens bezeichnet.

Darin – was ist der Otaraṇa? Wenn das Bewusstsein dargelegt ist, sind die fünf Khandhā dargelegt – das ist der Otaraṇa in die Khandhā. Wenn die Manoviññāṇadhātu dargelegt ist, sind die achtzehn Dhātus dargelegt – das ist der Otaraṇa in die Dhātus. Wenn das Manāyatana dargelegt ist, sind alle Āyatanā dargelegt. Dabei ist das Manāyatana das Padaṭṭhāna von Nāmarūpa. Aufgrund von Nāmarūpa entsteht Saḷāyatana. Ebenso im Paṭiccasamuppāda. Das ist der Otaraṇa. Darin – was ist der Sodhana? Der Anfang ist eben rein – der Sodhana.

Darin – was ist der Adhiṭṭhāna? Die sechs Indriyā – die Bhāvanā als Einheit bezeichnet; mit dem Sechsten ist der Körper als Einheit bezeichnet.

Darin – was ist der Parikkhāra? Der Manasikāra als vorgängige Ursache für das Entstehen des Bewusstseins und die Zuwendung dazu – was auf der Ebene des Nicht-Gesammelten wegen des Nicht-Geübtseins in den überragenden Dhammas dem Bewusstsein ständig nachläuft –: wenn das Glück des Samādhi Ursache ist, ist Reuelosigkeit die Bedingung; diese Ursache, diese Bedingung – das ist der Parikkhāra.

Darin – was ist die Samāropanā? „Wessen Geist so geübt ist" – dem sind die Dhammas aufzulegen. Körper, Sīla, Paññā, geübtes Bewusstsein – ohne Ungenügen, ohne Neigung, ohne Vielfältiges, ohne Gehetztsein, ohne Verfolgtes, ohne Verstrickung in Wesen – das ist der Bereich des Gemeinsamen; nicht ist bei jenem Sekha der rechte Samādhi; alle zehn Dhammas des Arahant, des Asekha, sind dargelegt. Die Suttas, die zum Asekha gehören.

96. „Wessen Kāyagatāsati, ehrwürdiger Herr, ungeübt ist" – jener würde, nachdem er gegen irgendeinen Mitbruder verstoßen hat, sich vergangen hat, ohne Wiedergutmachung geleistet zu haben, auf Wanderschaft durch die Lande ziehen. Jener Ehrwürdige bekennt sich hier zu zweien: zur Cittabhāvanā und zur Aufgabe der Ansicht, zur Kāyabhāvanā und zur Aufgabe der Ansicht, zur Kāyabhāvanā und zur Aufgabe des Verlangens – was er als erstes als Gleichnis anführt. „Wie die Erde weder durch Unreines noch durch Reines beunruhigt noch abgestoßen wird noch Freude und Wonne erlangt, ebenso verweile ich mit einem der Erde gleichen Bewusstsein, mit wenig Eigenwillen, ohne Feindschaft, ohne Übelwollen." Was bekennt nun jener Ehrwürdige? Zur Kāyabhāvanā bekennt er sich zur Aufgabe des Sukhindriya, zur Cittabhāvanā zur Aufgabe des Somanassindriya. Das körperliche Sukhindriya jener, die den latenten Begierden nachfolgen, weist er zurück – denn nicht die Vedanākkhandha, sondern jene geistige Sukha-Vedanā, die dort aufgrund des Erlangens entsteht als Glück und Freude. Das Ohr weist er zurück, nicht die aus Manokontakt entstandene Vedanā. Dort spricht er bei den vier Mahābhūtā über die Aufgabe des latenten Widerwillens des Rūpakkhandha. In den Sinnesgenüssen Rūpa und jenes auf der Ebene des Asekha. Im Körper – Kāyānupassanā und das Verweilen im Glück im gegenwärtigen Dasein. Durch Kraft und Eifer – die Aufgabe alles im Geist Erwogenen: durch die geschmückte Frau, den Mann und den zur Zierde Neigenden – durch diese das Durchschauen dieses von Mutter und Vater Entstandenen. Er hält an zwei Dhammas fest: mit dem Körper und durch die Kāyānupassanā, mit dem Bewusstsein und durch die Cittānupassanā. Das Objekt der körperlichen Befleckung – mit dem wohlgeübten Bewusstsein als Stütze bekennt er sich dazu, in den sieben Samāpattis zu verweilen.

Durch die Parabel des Hausherrnssohns: So wie beim Sohn eines Hausherrn ein Korb voll verschiedenfarbiger Gewänder wäre – was auch immer für ein Gewandpaar er am Vormittag begehrt, am Vormittag legt er es an; ebenso zur Mittagszeit, ebenso am Abend –: ebenso auch jener Ehrwürdige, aufgrund seines wohlgeübten Bewusstseins, in welcher Art Verweilen er am Vormittag zu verweilen begehrt, in eben jener Art verweilt er am Vormittag, zur Mittagszeit, am Abend. So ist durch jenes Gleichnis des Ehrwürdigen, dem ich gefolgt bin, die Erde – oder vielmehr jene unübertreffliche Indriyabhāvanā – als geübtes Bewusstsein erwiesen. Daher bekennt sich jener Ehrwürdige zu dieser achtfachen Bhāvanā bei den vier Mahābhūtā: zur Kāyabhāvanā durch den Upakacaṇḍāla und den einzelnen Mann in den Teichen der Existenz, zur Cittabhāvanā – mit diesen Bhāvanās und durch jene Bhāvanā zur Vollendung des Samatha; mit diesen vier zur Vollendung der Paññā.

97. Wie verweilt der Upakacaṇḍāla bei widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen? Der Körper ist von Natur aus nicht widerlich; beim Körper – die Wahrnehmung des Aufgedunsenen; kurz: diese neun Wahrnehmungen sind widerliche Dhammas – und jener Ehrwürdige, der bei Widerlichem keinen Abscheu empfindet, verweilt, dem Bhāvanānuyoga der Kāyagatāsati hingegeben; denn sein Bewusstsein, das den Abscheu aufgegeben hat, wendet sich nicht ab.

Wie verweilt er bei nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Widerlichen? Der Körper ist für alle Welt nicht widerlich – jenen betrachtet jener Ehrwürdige mit der Wahrnehmung des Unreinen. So verweilt er bei nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Widerlichen.

Wie verweilt er bei widerlichen und nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen? Auch dies alles – der Weltbewohner, nämlich jener Kahlgeschorene mit der Schale in den Händen, der in den Familien um Almosen umherwandert – auch jener Ehrwürdige verweilt bei schönen und unschönen Dingen mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen, mit dem von Überdruss begleitetem Bewusstsein und mit dem Körper mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen. So verweilt er bei widerlichen und nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen.

Wie verweilt er bei widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen? Bei widerlichen Dhammas – diejenigen, die schöne Wahrnehmung von Frauengestalt haben, und bei den Widerlichen mit Abscheu – dem Bläulichverfärbten, dem Eitererfüllten – dort verweilt jener Ehrwürdige mit der Wahrnehmung des Widerlichen.

Wie verweilt er, beide meidend, bei widerlichen und nicht-widerlichen Dhammas gleichmütig, achtsam und klar wissend? Bei nicht-widerlichen Dhammas – diejenigen, die schöne Wahrnehmung von Frauengestalt haben, und bei den Widerlichen mit Abscheu – dem Bläulichverfärbten, dem Eitererfüllten – beide meidend, verweilt er: „Das ist nicht mein, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst." So verweilt er, beide meidend, gleichmütig, achtsam, klar wissend.

Eine andere Weise. Die dreigeteilte Welt als Ort des Zusammenlebens – die Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen aller törichten Weltlinge. Dabei verweilt der Ehrwürdige Sāriputta mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen. So verweilt er bei nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Widerlichen.

Wie verweilt er bei widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen? Diejenigen mit Wahrnehmung des Widerlichen – alle Sekkhas hier: welche in der dreigeteilten ganzen Welt. Wer dort die Bhūmi erreicht hat, hat die Frucht des Samādhi verwirklicht und verweilt mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen. Weshalb? Denn es gibt jenes nicht, um dessentwillen er die Wahrnehmung des Widerlichen aufbrächte zur Aufgabe der Welt.

Wie verweilt er bei widerlichen und nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Widerlichen? In der dreigeteilten Welt als Ort des Zusammenlebens – soweit die Ebene der Sinnenwelt reicht: die Gleichheit des Widerlichen für die Begehrlichen wie für die Begierdefreien; Rūpa- und Arūpadhātu – die Gleichheit des Nicht-Widerlichen. Dabei verweilt der Ehrwürdige Sāriputta mit der Wahrnehmung des Widerlichen. So verweilt er bei widerlichen und nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Widerlichen.

Wie verweilt er bei widerlichen und nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen? Was auch immer von anderen als üble Rede, als übles Geschwätz, als Redeweise geäußert wird – jene Rede ist nicht widerlich, soweit die Rede unangemessen ist; gleichwohl ist ebenso die Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen beim Menschen vorhanden. Dabei verweilt der Ehrwürdige Sāriputta, es durch Abhiññā verwirklicht habend, mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen. So verweilt er bei widerlichen und nicht-widerlichen Dhammas mit der Wahrnehmung des Nicht-Widerlichen.


98. Wie weilt er gegenüber widerwärtigen und nicht-widerwärtigen Dhammas, nachdem er beide abgewiesen hat, als Gleichmütiger, achtsam und klar begreifend? Was er an ihnen wahrnimmt, nämlich jene Dhammas, die schlechtes Verhalten sind – diese Dhammas sind nicht-widerwärtig. Darüber hinaus erwägt der ehrwürdige Sāriputta folgendermaßen: Jene Dhammas, die schlechtes Verhalten sind, haben unerwünschte Auswirkungen. Jene Dhammas, die gutes Verhalten sind, führen zur Ansammlung. Er macht gutes Verhalten zur Ansammlung führend und schlechtes Verhalten zu dem mit unerwünschter Auswirkung; nachdem er beide abgewiesen hat, weilt er als Gleichmütiger.

Sodann weilt er gegenüber widerwärtigen und nicht-widerwärtigen Dhammas mit Widerwärtigkeitswahrnehmung. Taṇhā – warum ist sie ein widerwärtiger Dhamma? Weil Lebewesen durch Taṇhā an zwei Dhammas verhaftet sind: an materieller Nahrung durch Taṇhā nach dem Nahrungsgeschmack verhaftet, an Berührung durch Lustwahrnehmung verhaftet. Dabei weilt der ehrwürdige Sāriputta gegenüber materieller Nahrung mit Widerwärtigkeitswahrnehmung und gegenüber Berührung mit Leidwahrnehmung. So weilt er gegenüber widerwärtigen und nicht-widerwärtigen Dhammas mit Widerwärtigkeitswahrnehmung.

Wie weilt er gegenüber widerwärtigen und nicht-widerwärtigen Dhammas mit Nicht-Widerwärtigkeitswahrnehmung? Das unübertreffliche Nibbāna, das die Taṇhā auslöscht – so ist bei törichten Puthujjanas die Widerwärtigkeitswahrnehmung, und die Wahrnehmung davon ist abgeworfen. Dabei ist beim ehrwürdigen Sāriputta die Nicht-Widerwärtigkeitswahrnehmung und die Nicht-Übelwollenswahrnehmung vorhanden, indem er es selbst mit Paññā sieht; so weilt er gegenüber widerwärtigen Dhammas mit Nicht-Widerwärtigkeitswahrnehmung.

Wie weilt er gegenüber widerwärtigen und nicht-widerwärtigen Dhammas mit Nicht-Widerwärtigkeitswahrnehmung? Beim dritten Fall: gegenüber Nibbāna mit Widerwärtigkeitswahrnehmung bei jenen, die um Ruhm (yasa) und Ansehen (kitti) willen Nibbāna als widerwärtig wahrnehmen, und mit Nicht-Widerwärtigkeitswahrnehmung. Dabei erkennt der ehrwürdige Sāriputta den Reiz, die Gefahr und die Befreiung so wie sie wirklich sind durch rechte Paññā, und nachdem er den widerwärtigen wie den nicht-widerwärtigen Dhamma, beide zusammen, abgewiesen hat, weilt er mit Nicht-Widerwärtigkeitswahrnehmung.

Wie weilt er, nachdem er den widerwärtigen und den nicht-widerwärtigen Dhamma, beide zusammen, abgewiesen hat, als Gleichmütiger? Achtsam und klar begreifend – was er wahrnimmt: Anunaya ist der nicht-widerwärtige Dhamma, Paṭigha ist der widerwärtige Dhamma; dabei weilt der ehrwürdige Sāriputta, weil Anunaya und Paṭigha aufgegeben sind, als Gleichmütiger, achtsam und klar begreifend. Und was er dabei wahrnimmt: Dies ist die fünffache unübertreffliche Indriya-Entwicklung. Dies ist die Sutta-Erklärung.

99. Was ist dabei der Desanā-Hāra? Was ist in diesem Sutta zu lehren? Darüber wird gesagt: In diesem Sutta ist das Glücksweilen im gegenwärtigen Leben gelehrt, ebenso das Überblicken des befreiten Geistes und der Adhipaññā-Dhamma gelehrt.

Was ist dabei der Vicaya? Diejenigen, die im Körper als Kāyānupassino weilen – deren Geist weilt nicht mit Anunaya-Paṭigha; und von dem, der sich nicht in Anunaya-Paṭigha erfreut, wird der Geist Einigung erlangen – dies ist die Kraft der Entwicklung; dies ist der Vicaya-Hāra.

Was ist dabei der Yutti-Hāra? Durch die Körper-Entwicklung und die Geist-Entwicklung wird kein Mitbrahmacārin verachtet werden – diese Yutti besteht; dies ist der Yutti-Hāra.

Was ist dabei der Padaṭṭhāna-Hāra? Die Körper-Entwicklung ist die Grundlage der ersten Satipaṭṭhāna. Was die Erde-gleiche Geisteshaltung ist, das ist die Grundlage der Aniccā-Anupassanā.

Was ist dabei das Lakkhaṇa? Was als Erde-gleichem Geist weilt – als Selbst-Betrachtender verweilt der Haushalter Erde-gleich. Was bedeutet Erde-gleich? So wie diejenigen, die dem Gleichnis vom Felsen entsprechend nicht für Kamma geeignet sind – ebenso ist dieser Erde-gleich im Sinne des Schamgefühls. Dies ist das Lakkhaṇa.

Was ist dabei der Catubyūha-Hāra? Was ist in dieser Erklärung die Absicht jenes Ehrwürdigen? Alle Arahants, die die Indriya-Entwicklung anstreben, werden Erde-Gleichmut erzeugen – dies ist die Absicht. Dies ist der Catubyūha-Hāra.

Was ist dabei der Āvaṭṭa? Es gibt keinen Bereich für den Āvaṭṭa.

Was ist dabei die Vibhatti? Wer als Kāyānupassī weilt, wird Erde-gleiche Geisteshaltung erlangen – nicht unbedingt. Warum? Diejenigen mit zerstückelten Körpern, abgehackten Gliedern und dergleichen – sie erlangen keine Erde-gleiche Geisteshaltung. Alle Kāyagatāsati führt in der Entwicklung des Sekkhā zum Nibbāna als Frucht; dies ist die Vibhatti.

Was ist dabei der Parivattana-Hāra? Diejenigen, die als Kāyānupassino weilen werden – eben durch den Körper als Bedingung könnten bei ihnen Āsavas, Kummer und Qual entstehen; dies ist der Parivattana-Hāra.

Was ist dabei das Otaraṇa? Die fünf Khandhas, in Lebewesen unerschlossen, und die zweiundzwanzig Indriyas; ferner: was das Mano-Indriya ist, das ist die Mano-Dhātu und das Manāyatana. Was das Samādhi-Indriya ist, das ist die Dhamma-Dhātu und das Dhammāyatana. Dies ist der Otaraṇa-Hāra.

Was ist dabei der Sodhana-Hāra? Die vier, die mit dem Geist zu entwickeln sind – alle sind entwickelt; was durch den Geist aufzugeben und zu erlangen ist – allenthalben ist der Ansatz zu diesem Zweck; dieser Sinn ist geläutert. Dies ist der Sodhana-Hāra.

Was ist dabei das Adhiṭṭhāna? Dieser Samādhi ist mit Einheit bezeichnet, die sechs Körper sind mit Einheit bezeichnet. Die fünf materiellen Indriyas: Rūpakāya. Die sechs Vedanā-Gruppen: Vedanākāya. Die sechs Saññā-Gruppen: Saññākāya. Die sechs Cetanā-Gruppen: Cetanākāya. Die sechs Viññāṇa-Gruppen: Viññāṇakāya. All diese Dhammas kommen unter die Bezeichnung Dhammakāya. Dies ist das Adhiṭṭhāna.

Parikkhāra: Das Geschick in der Erlangung und das Geschick im Fortschreiten – dies ist die Ursache. Das Geschick im Weideplatz und die Tauglichkeit, das ist die Bedingung. Geschick in der Läuterung ist die Ursache, Tauglichkeit die Bedingung. Glück ist die Ursache, Nicht-Übelwollen die Bedingung. Dies ist der Parikkhāra.

Was ist dabei das Samāropana? So wie die Erde, ob man Reines oder Unreines auf sie legt, dieselbe bleibt – ebenso ist der Körper bei angenehmen wie unangenehmen Berührungen derselbe; bei einer Berührung mit Paṭigha wie bei einer angenehmen Vedanā bleibt jener Geist derselbe. Dieses Sutta ist mit Gleichnis erklärt, nach der Unterteilung für den Ugghaṭitaññu-Menschen. Dabei gibt es keinen Raum für das Samāropana.

100. Was ist dabei das Sutta, das dem Verunreinigungsteil angehört? Weil es mit heilsamen Dhammas nicht widerstrebt und nicht wächst – diese Gefahr lehrt der Bhagavā; daher möge man das Bedeckte aufdecken; was aufgedeckt ist, regnet nicht zu sehr; daher möge man es, weil es gefahrvoll ist, aufdecken – so wird es durch drei Dhammas nicht vernichtet: Durch Asubha-Wahrnehmung wird es durch Begierde nicht vernichtet. Durch Mettā wird es durch Übelwollen nicht vernichtet. Durch Vipassanā wird es durch Verblendung nicht vernichtet. Und so wird er, welcher Dhamma auch immer der Gegensatz ist, in jenem jeweiligen Dhamma vollständig erfüllen. Der unheilsame Dhamma, der Gegensatz zu jenem Dhamma ist, durch den wird er nicht überwältigt.

Ein anderer Weg. Diese Dhammas, von denen man selbst nicht aufzusteigen vermag – diese Dhammas sind gelehrt worden. „Was bedeckt ist, darüber regnet es zu sehr" – dadurch, durch jenen Vitakka, durch den der Geist erneut erklärt und geläutert werden kann, der zur Abgeschiedenheit geneigt, zur Abgeschiedenheit gebeugt, zur Abgeschiedenheit hin abfallend ist, erlangt er Wachstum, Gedeihen und Entfaltung in den heilsamen Dhammas – so wie etwa eine blaue Lotosblume, eine weiße Lotosblume oder eine rote Lotosblume im Wasser: in der hellen Monatshälfte, so weit die Nacht und so weit der Tag reicht, wenn er kommt – nur Wachstum ist von ihr zu erwarten, kein Rückgang – ebenso wird jener Geist nicht vernichtet. Auch ein weiteres dabei: Wer ein aufrichtiger, unbetrügerischer, listenloser, gerader Mensch ist und sich selbst so zeigt, wie er wirklich ist. Dabei: Wer verbirgt, dessen unheilsame Dhammas verfolgen den Geist. „Was bedeckt ist, darüber regnet es zu sehr" – wer aber unbetrügerisch, aufrichtig, listenlos, ein gerader Mensch ist und sich selbst so zeigt, wie er wirklich ist – dessen Geist wird durch unheilsame Dhammas nicht zerstört. Dies ist der Sutta-Sinn.


101. Was ist dort die Desanā? Hier sind die zehn akusala-Kammapathā gelehrt als das Überflutenwerden, die zehn kusala-Kammapathā als das Nicht-Überflutenwerden; durch Akusala wird man nicht gereinigt. Wie vom Bhagavā gesagt: „Durch Befleckung des Bewusstseins, ihr Bhikkhus, werden die Wesen befleckt."

Was ist dort der Vicayo? Bei wem das Bewusstsein so verweilt – wenn er erwacht, was auch immer entstehen, was auch immer trügerisch sein würde –, das ist durch das Unmittelbare entweder durch den Lehrer oder durch Mitgefühl für die Tugenden: dies ist der Vicayo.

Was ist dort die Yutti? Das so nicht verweilende Bewusstsein tritt heraus. Das Herausgetretene festigt sich in den kusala-Dhammā: diese Yutti ist vorhanden.

Das Padaṭṭhāna: „Das Bedeckte wird überflutet" – dies ist das Padaṭṭhāna der sechs Ungebundenheiten; „das Unbedeckte wird nicht überflutet" – dies ist das der Gebundenheiten. Daher ist das Padaṭṭhāna der Desanā: „Man sollte das Bedeckte öffnen; das Unbedeckte wird nicht überflutet."

Das Lakkhaṇa: „Das Bedeckte wird überflutet" – welche auch immer Dhammā mit jenem mannigfaltigen Bedeckten von einem Lakkhaṇa sind, alle jene werden zerstört. Daher: „Man sollte das Bedeckte öffnen." „Das Unbedeckte wird nicht überflutet" – welche auch immer Dhammā mit jenem Unbedeckten von einem Lakkhaṇa sind, alle jene werden nicht überflutet: dies ist der Lakkhaṇa-Hāra.

Was ist dort der Catubyūha-Hāra? Was ist in diesem Sutta die Absicht des Bhagavā? Bei wem auch immer Akusala-Dhammā dem Bewusstsein vollständig zugeteilt sind – jene werden gemäß dem Dhamma Umkehr leisten: dies ist dort die Absicht des Bhagavā. Dies ist der Catubyūha-Hāra.

Der Āvaṭṭa: Was bedeckt ist, das ist zweifach schwankend zu erfassen – durch die Unmittelbaren Samādhi. Dabei lässt Passaddhi den Dünkel wachsen¹, der die Āsavā vermehrt; und durch Unvertrauen gerät man in Nachlässigkeit; durch Nachlässigkeit neigt man sich nieder, gerät in Überheblichkeit. Und dies wurde vom Bhagavā gesagt: „Den Überheblichen, den Nachlässigen – bei jenen wachsen die Āsavā" – jene vier Upādāna; welche jene vier Upādāna sind: das sind die fünf Upādānakkhandhā. Diese sind die Wahrheiten: Dukkha und Samudaya. Daher: „Man sollte das Bedeckte öffnen" – aus welchem Grund: jene Āsavā wachsen. Durch deren Aufgabe werden die Āsavā aufgegeben. Dort wird durch Nicht-Nachlässigkeit das Unvertrauen aufgegeben; durch Aufgabe von Uddhacca-Kukkucca wird die Grobheit aufgegeben – jene zwei Dhammā: Samatha und Bhāvanā, gelangen zur Vollendung. Was der Zerfall jener Āsavā ist: dies ist der Nirodha. Diese vier Wahrheiten: dies ist der Āvaṭṭa.

¹ Passaddhiyañca māno āsave vaḍḍheti: Die Aussage, dass Passaddhi (Beruhigung/Stillstand) den Dünkel wachsen lässt, der die Āsavā vermehrt, ist im vorliegenden Kontext textkritisch problematisch; die Stelle gilt als korrupt.

Was ist dort der Vibhatti-Hāra? „Das Bedeckte wird überflutet" – nicht einseitig. Was ist der Grund? Bei wem die Abkehr davon besteht, wie bei den Sekkha. Wie vom Bhagavā gesagt:

„Mag auch ein Sekkha Böses tun mit Körper, Sprache oder Geist – unmöglich ist es, dass er's birgt; Unmöglichkeit ist des, der den Pfad geschaut."

Obwohl ihr Bewusstsein eine Hemmung hat, so sind sie dennoch aus mangelnden Bedingungen und zur Zeit aufzuzeigen: dies ist der Vibhatti-Hāra.

Was ist dort der Parivattana-Hāra? „Das Bedeckte wird überflutet" – bei wem jene Dhammā: alles Nicht-Geöffnete wird überflutet; das Unbedeckte wird nicht überflutet; was sich abwendet, wird nicht überflutet. Dies ist der Parivattana-Hāra.

Was ist dort der Vevacana-Hāra? „Bedeckt" – umhüllt, verdeckt, verschlossen, umgestülpt, gänzlich bedeckt, versperrt; „das Unbedeckte wird nicht überflutet" – bei wem jene Dhammā vertrieben sind, zur Auflösung gebracht sind, nicht überflossen, herausgespien: dies ist der Vevacana-Hāra.

Was ist dort der Paññatti-Hāra? „Das Bedeckte wird überflutet" – durch Paññatti des Kilesa-Anteils bezeichnet; „das Unbedeckte wird nicht überflutet" – die Pflicht des rechten Dhamma, was der Paṭipadā zugehört, durch Paññatti der Paññatti bezeichnet; daher: „Man sollte das Bedeckte öffnen" – durch Paññatti der Unterweisung bezeichnet; „das Unbedeckte wird nicht überflutet" – durch Paññatti der Sicherung bezeichnet: dies ist der Paññatti-Hāra.

Was ist dort der Otaraṇa-Hāra? „Das Bedeckte wird überflutet" – die drei Kilesa: Rāga, Dosa, Moha; diese in den Khandhā: der Saṅkhārakkhandha … usw. … jene, wie zuvor dargelegt, in den Khandha-, Dhātu- und Āyatanā: dies ist der Otaraṇa-Hāra.

Was ist dort der Sodhana-Hāra? Durch welchen Ansatz dieses Sutta gesprochen wird: jener Ansatz ist zutreffend.

Das Adhiṭṭhāna: „Das Bedeckte wird überflutet" – durch Einheitlichkeit bezeichnet. Was ist der Grund? Denn dieses wird überflutet: und von diesem wird überflutet, und so wird es überflutet – diese Verschiedenartigkeit, die durch Lakkhaṇā bezeichnet wird, welche Wesen allgemein gemeinsam sind: das ist die Einheits-Paññatti.

Was ist dort der Parikkhāra? Was auch immer jenes überflutet: dafür gibt es zwei Ursachen, zwei Bedingungen – ausschließliches Ausgerichtetsein auf Akusala und die Freude am Sprechen. Diese zwei: unweises Aufmerksamkeitsrichten und Abwendung von kusala-Dhammā – diese zwei Bedingungen.

Was ist dort der Samāropana? „Das Bedeckte wird überflutet" – wer die Zweiheit sieht: das Bedeckte, was zu erfassen ist, was zu lehren ist – Wenig-Gehörtes, was die Ungewissheit ist, was durch offenkundige akusala-Wurzel, was durch Taṇhā: jene wachsen, Groll – zusammentretend, jene durch geringen Schwund der Saṅkhārā. Durch Saṅkhārā-Bedingung Viññāṇa, bis hin zu Jarā-Maraṇa: dies ist der Samāropana. Was ferner so gelehrt wird: dessen akusala-Dhammā erreichen Wachstum, Zunahme, Fülle; dessen Saṅkhārā durch Erlöschen: dies ist der Samāropana.

102. Die vier Individuen – „Dunkel, mit Dunkel als Ziel" usw. … Was wird dort als „Dunkel" bezeichnet? Was Dunkel ist, Finsternis – wie vom Bhagavā gesagt: „Wie in jener Finsternis, dem Schrecklichen, ein Mensch aus eigenem Bereich nichts sieht – ebenso sieht der, der durch Unwissenheit in Dunkel-Finsternis gehüllt ist, die Frucht seiner bösen Kammas nicht, ist kein Vertrauender." So ist das Lakkhaṇa: Unwissenheit ist Dunkel, Avijjā, Verblendung, durch die die Wesen nicht so erkennen, wie es ist – so wird „Dunkel" genannt. Es ist das Dunkel der drei Augen: des Fleisch-Auges, des Deva-Auges, des Paññā-Auges; das Dunkel dieser Augen wird hier als Unwissenheit dargelegt. Was ist dort das Unwissen, das Nicht-Sehen? Hierüber nun: was die Unwissenheit bezüglich des Früheren ist, Unwissenheit bezüglich des Späteren, Unwissenheit bezüglich Früherem und Späterem, Unwissenheit bezüglich der Ursache, Unwissenheit bezüglich der Bedingung – für den so Unwissenden, der in Samādhi verweilt, ist dies der Ausfluss. Was er nicht weiß: „Dies ist zu pflegen, dies ist nicht zu beachten." Er wird durch jenes Dunkel bezeichnet – auch das Dunkel wird so genannt. „Verblendet" – so die Cetanā. Durch jenes Dunkel wird das Individuum bezeichnet. „Dunkel" – durch jenes Dunkel, das nicht beseitigt, nicht abgeschnitten ist, ist er darauf ausgerichtet, hat Dunkel als Ziel: dieses Individuum wird „dunkel, mit Dunkel als Ziel" genannt. Nur der Dhamma als Ziel ist zu beachten; jenes Dunkel verbrennt, stellt anderes Bewusstsein auf. Jene Dhammā von ihm sind der meditativen Betrachtung würdig. Er betrachtet mit durch Hören erlangter Paññā.

Was ist dort das Individuum „dunkel, mit Licht als Ziel"? Es bewegt sich durch jene Kraft der Paññā; indem es sich so bewegt, wird Licht zu seinem Ziel. Dieses Individuum wird „dunkel, mit Licht als Ziel" genannt.

Was ist dort das Individuum „Licht, mit Licht als Ziel"? Was dort Licht genannt wird: was als Gegenteil jenes Dunkels besteht, was an Dhammā auch als Wissenslicht bezeichnet wird – dieses ist ferner der Dhamma. Was wird genannt? Was von Paññā her als Weise bezeichnet wird – er erkennt so: Diese Dhammā sind kusala, diese Dhammā sind akusala. Diese Dhammā sind tadelnswert, diese Dhammā sind untadelig. Diese Dhammā sind zu pflegen, diese Dhammā sind nicht zu pflegen. Diese Dhammā sind zu entfalten, diese Dhammā sind nicht zu entfalten. Diese Dhammā sind zu bewohnen, indem man sie vollständig annimmt, diese Dhammā sind nicht so zu bewohnen. Diese Dhammā sind zu beachten, diese Dhammā sind nicht zu beachten. Er nimmt durch Wahrnehmung wahr gemäß dem Wahrnehmen, die Sati-Indriyā; er erkennt so: Diese Dhammā sind kusala, diese Dhammā sind akusala. Diese Dhammā sind tadelnswert, diese Dhammā sind untadelig. Diese Dhammā sind zu pflegen, diese Dhammā sind nicht zu pflegen. Diese Dhammā sind zu entfalten, diese Dhammā sind nicht zu entfalten. Diese Dhammā sind zu bewohnen, indem man sie vollständig annimmt, diese Dhammā sind nicht so zu bewohnen. Diese Dhammā sind zu beachten, diese Dhammā sind nicht zu beachten. Er hört jene Dhammā gut, wendet das Ohr zu, stellt das Bewusstsein auf anderes, jene Dhammā von ihm sind der meditativen Betrachtung würdig; er ist mit durch Hören erlangter Paññā ausgestattet – er bewegt sich durch jene Bedingungskraft; indem er sich so bewegt, wird Licht zum Höchsten für ihn, hat Licht als Ziel. Dieses Individuum wird „Licht, mit Licht als Ziel" genannt.

Was ist dort das Individuum „Licht, mit Dunkel als Ziel"? Was Licht genannt wird: was als Gegenteil jenes Dunkels besteht, was an Dhammā auch als Wissenslicht bezeichnet wird – dies ist ferner der Dhamma. Was wird genannt? Was als Weise durch Paññā bezeichnet wird – er erkennt so: Diese Dhammā sind kusala, diese Dhammā sind akusala. Diese Dhammā sind tadelnswert, diese Dhammā sind untadelig. Diese Dhammā sind zu pflegen, diese Dhammā sind nicht zu pflegen. Diese Dhammā sind zu entfalten, diese Dhammā sind nicht zu entfalten. Diese Dhammā sind zu bewohnen, indem man sie vollständig annimmt, diese Dhammā sind nicht so zu bewohnen. Diese Dhammā sind zu beachten, diese Dhammā sind nicht zu beachten. Hier nun pflegt er den Umgang mit schlechten Freunden, folgt dem Willen schlechter Freunde, vermehrt akusala-Dhammā, gibt kusala-Dhammā auf. Durch jene Nachlässigkeit, ohne die Bedingungswahrnehmung zu beachten, pflegt er Unachtsamkeit und mangelndes klares Wissen. Was dem Gegenteil – dem Dunkel – zugehört, das vermehrt er. Vom Dunkel überwältigt, hat er das als Ziel, hat das Dunkel als Höchstes. Dieses Individuum wird „Licht, mit Dunkel als Ziel" genannt.


103. Was ist nun dort die Person, die Licht ist und zum Licht hinstrebt? Dort wird von dieser Person gesagt: Sie ist auf einen guten Freund gestützt, verbindend mit dem Heilsamen, sucht das Heilsame. Sie geht zum guten Freund hin und fragt, erkundigt sich: Was ist heilsam, was ist unheilsam? Was ist tadelnswert, was ist untadelig? Was soll gepflegt werden, was soll nicht gepflegt werden? Was soll entwickelt werden, was soll nicht entwickelt werden? Was soll man, nachdem man es erlangt hat, darin verweilen, was soll man nicht, nachdem man es erlangt hat, darin verweilen? Was soll man im Geist halten, was soll man nicht im Geist halten? Wie entsteht Befleckung, wie entsteht Läuterung? Wie entsteht Fortgang, wie entsteht Umkehr? Wie entsteht Bindung, wie entsteht Befreiung? Wie entsteht die Entstehung des Sakkāya, wie entsteht das Erlöschen des Sakkāya? Sie, die so gemäß dem dort Gelehrten vorgeht, wie es aufgezeigt wurde, erkennt auf diese Weise: Diese Dhammas sind heilsam, diese Dhammas sind unheilsam. So … usw. … bis: Wie entsteht die Entstehung des Sakkāya, wie entsteht das Erlöschen des Sakkāya – das ist ausführlich darzulegen. In Erwartung jener Dhammas mehrt sie das Zeichen, das Wissen, die Erkenntnis, das Licht. Jene Person ist darin das Höchste, strebt dorthin – diese wird die Person genannt, die Licht ist und zum Licht hinstrebt.

Was ist dort die Person, die Dunkel ist und zum Dunkel hinstrebt? Wer unheilsamen Dhamma aufzeigt und dabei durch Entwicklung das Wiedererscheinen in niederen Daseinsbereichen zeigt, ist darin das Höchste und strebt dorthin. Diese wird die Person genannt, die Dunkel ist und zum Dunkel hinstrebt.

Was ist dort die Person, die Dunkel ist und zum Licht hinstrebt? Sie zeigt durch das Dunkel die Frucht unheilsamen Kammas. Das Dunkel ist das Auge des guten Freundes, durch das man unheilsame Dhammas aufgibt und heilsame Dhammas mehrt.

Wer dort das Wiedererscheinen in erhabenen Daseinsbereichen zeigt und darin das Höchste ist und dorthin strebt, von dem wird gesagt: Dunkel, zum Licht hinstrebt.

Was ist dort die Person, die Licht ist und zum Dunkel hinstrebt? Sie zeigt die Kammafrucht des Heilsamen. Das Auge, das durch den Umgang mit schlechten Freunden, durch das Aufsuchen schlechter Freunde, durch das Folgen schlechter Freunde unheilsame Dhammas mehrt – dabei zeigt sie durch Entwicklung das Wiedererscheinen in niederen Daseinsbereichen. Darin das Höchste zu sein und dorthin zu streben – davon wird gesagt: Licht, zum Dunkel hinstrebt.

Die Person dort, die Licht ist und zum Licht hinstrebt, zeigt durch ihr Lichtsein bis hin zum Wiedererscheinen in erhabenen Daseinsbereichen. Darin das Höchste zu sein und dorthin zu streben – daher sagt man: Licht, zum Licht hinstrebt.

Durch das Hinstreben zu Licht und Dunkel zeigt man das Entstehen der zehn unheilsamen Kammas. Durch das Dunkel der Person zeigt man die Frucht unheilsamer Kammas – nicht die Frucht unheilsamer Dhammas. Durch das Dunkel zeigt man die acht Verkehrtheiten. Durch das Licht zeigt man die acht Geradheiten. Durch das Licht, das zum Dunkel hinstrebt, zeigt man die zehn Pfade unheilsamen Kammas. Durch das Licht zeigt man das Erhabensein. Durch das Dunkel, das zum Licht hinstrebt, zeigt man den keinen Kummer bereitenden Dhamma. Durch das Licht, das zum Dunkel hinstrebt, zeigt man den Kummer bereitenden Dhamma. Dies ist der Sinn des Sutta.

104. Was ist dort der Desanā-Hāra? Was ist in diesem Sutta gelehrt? Dort wird gesagt: In diesem Sutta sind heilsame und unheilsame Dhammas gelehrt. Und die Frucht heilsamer und unheilsamer Dhammas ist gelehrt. Und die Daseinsbereiche niedriger und erhabener Wesen sind in verschiedenen Aspekten gelehrt. Dies ist der Desanā-Hāra.

Was ist dort der Vicaya-Hāra? Wer die Frucht unheilsamen Kammas erlebt – auf diesem Boden stehend bringt er unheilsame Dhammas hervor; das fügt sich in den Vicaya. Wer die Frucht heilsamen Kammas erlebt – auf diesem Boden stehend bringt er heilsame Dhammas hervor; das fügt sich in den Vicaya. Dies ist der Vicaya und die Yutti.

Was ist dort der Padaṭṭhāna-Hāra? Die Person, die Licht ist, ist das Padaṭṭhāna für die Betrachtung. Die Person, die Dunkel ist, zeigt das Padaṭṭhāna für die Betrachtung des durch Dunkel Gegebenen. Durch das Dunkel, das zum Licht hinstrebt, zeigt man das Padaṭṭhāna des Nicht-Nachlässigseins; das Dunkel zeigt das Padaṭṭhāna für Unwissenheit und für Ansicht. Durch das Licht, das zum Dunkel hinstrebt, zeigt man das Padaṭṭhāna für Nachlässigkeit und für Ansicht. Dies ist der Padaṭṭhāna.

Was ist dort der Lakkhaṇa-Hāra? Durch das Dunkel, das zum Dunkel hinstrebt: Wenn das Dunkel als Unwissenheit aufgezeigt ist, sind alle Befleckungsdhammas aufgezeigt. Durch das Dunkel, das zum Licht hinstrebt: Wenn das Licht als Wissen aufgezeigt ist, sind alle Bodhipakkhiya-Dhammas aufgezeigt. Durch das Hinstreben zu Licht und Dunkel ist Nachlässigkeit aufgezeigt. Durch das Dunkel, das zum Licht hinstrebt, ist Nicht-Nachlässigkeit aufgezeigt. Dies ist der Lakkhaṇa-Hāra.

Was ist dort der Catubyūha-Hāra? Was ist in diesem Sutta die Absicht des Erhabenen? Wesen aus niederem Geschlecht werden, nachdem sie dieses gehört haben, nicht heilsame Dhammas annehmen und darin wandeln. Wesen aus erhabenem Geschlecht werden, nachdem sie diese Dhamma-Darlegung gehört haben, in noch größerem Maß heilsame Dhammas annehmen und darin wandeln. Dies ist der Catubyūha-Hāra. Die Unterweisung in der Bhūmi.

Was ist dort der Āvaṭṭa-Hāra? Das Begehren, das aus Unwissenheit entspringt – das ist die Entstehung. Was dunkel ist und zum Dunkel hinstrebt – das ist Leiden. Diese zwei Wahrheiten, Leiden und Entstehung – der Dhamma, das Sutta, durch das das Licht ausgedrückt wird, ist das Padaṭṭhāna der Paññā-Indriya. Durch jenes Nicht-Betörtsein erlangen die drei heilsamen Wurzeln die Vollendung als Padaṭṭhāna des Himmels.

Was ist dort die Vibhatti? „Dunkel, zum Dunkel hinstrebt" – nicht einseitig. Aus welchem Grund? Es gibt Dunkel und Dasein zusammen mit einer Person, die durch zukünftig zu erlebende heilsame Kammafrucht Licht ist, beim gemeinsamen Erscheinen. Es gibt Licht und Dasein zusammen mit einer Person, die durch zukünftig zu erlebende unheilsame Kammafrucht Dunkel ist, beim gemeinsamen Erscheinen – die Parivattanā im Dunkeln ist das Entgegengesetzte: Licht, das zum Dunkel hinstrebt.

Was ist dort das Vevacana? Wer dunkel ist, der schreitet fort zum Selbstschaden; er ist glaubenslos, töricht, unheilsam, ungewandt, ohne Erkenntnis des Schadens. Wer Licht ist, der schreitet fort zum eigenen Wohl; er ist weise, heilsam, gewandt, mit Erkenntnis des Schadens. Dies ist das Vevacana.

Was ist dort die Paññatti? Jene Person wird durch die Vipāka-Paññatti ausgedrückt – das Beherrschtsein durch das Unheilsame wird ausgedrückt. Durch die Paññatti des Wiedererscheinens in heilsamen Daseinsbereichen des Lichts wird sie ausgedrückt, und durch die Paññatti der Frucht heilsamer Dhammas.

Das Otaraṇa: Die Saṅkhārās, die durch Unwissenheit bedingt sind, und das Altern-und-Sterben, und die Unwissenheit – das ist das Padaṭṭhāna; durch die Niddesa das Entstehen des Wissens, das Erlöschen der Unwissenheit, bis zum Erlöschen des Alterns-und-Sterbens – diese zwei Dhammas gehören zum Saṅkhāra-Khandha. Die Dhamma-Dhātu und das Dhamma-Āyatana sind das Padaṭṭhāna; durch die Niddesa in den Dhātus.

Was ist dort das Sodhana? Der Anfang des so gelehrten Sutta. Das Adhiṭṭhāna: Der Erhabene sagt „Dunkel" – er lehrt nicht eine einzelne Person. So weit wie die Daseinsbereiche der Wesen reichen, von denen, die durch schlechtes Handeln wiedererschienen sind, weist er mit dem Ausdruck des Vielfältigen das Dunkel auf. Was Licht ist – das Wiedererscheinen aller Wesen in heilsamen Daseinsbereichen – das alles nennt er Licht; dies ist das Einende: die Paññatti der rechten Aufmerksamkeit für die vier Arten von Personen der Mahābhūtas.

Was ist dort das Parikkhāra? Für das Unheilsame ist schlechte Freundschaft die Bedingung, unweise Aufmerksamkeit die Ursache. Für das Heilsame ist gute Freundschaft die Bedingung, weise Aufmerksamkeit die Ursache.

Was ist dort die Samāropanā? Einer hier ist in niederem Geschlecht wiedergeboren – in niederem Geschlecht wiedergeboren bei Formen, Tönen, Gerüchen, Geschmäcken, Berührungen, und erscheint in allem menschlichen Genuss und Verbrauchsgut wieder. Licht: In erhabenen heilsamen Daseinsbereichen wiedergeboren, erscheint er in allem menschlichen Genuss und Verbrauchsgut wieder.

105. Was ist dort das saṃkilesabhāgiya und nibbedhabhāgiya-Sutta? Die Strophe „Nicht jene Fessel nennen die Weisen eine feste." Aus welchem Grund ist jene Fessel fest? Aus vier Gründen kann man sie nicht durch Macht lösen, nicht durch Reichtum, nicht durch etwas anderes, nicht durch Bitten, nicht durch Hinstreben. Was aber das Begehren an Juwelenschmuck, an Söhnen und Frauen betrifft – diese Erwartung: das ist seine geistige Fessel. Jene kann man nicht durch Macht, nicht durch Reichtum, nicht durch etwas anderes, nicht durch Bitten, nicht durch Hinstreben lösen. Und es gibt dort keinen Bürgen dafür, dass irgendwer von dieser Fessel befreit hat – weder ein Gott noch ein Mensch. Diese Fessel bindet durch den Anusaya des Begehrens und durch die sechs äußeren Āyatanas. Bei Formen bindet das Formen-Begehren, bis zu: bei Dhammas das Dhamma-Begehren. Was hier in dieser Welt Fessel ist, daran gefesselt wird man in die andere Welt geführt. Jene Fessel gebiert, jene Fessel stirbt. Die Fessel geht von dieser Welt in die andere Welt. Nicht kann man sich von dieser Fessel befreien außer durch den Ariya-Pfad. Wenn man die Natur des Todes und die Natur des Wiedererscheinens als Schrecken erkannt hat, gibt man Begehren und Leidenschaft auf. Nachdem man dieses Begehren und diese Leidenschaft aufgegeben hat, überschreitet man. Diese Welt ist eine, und eine weitere liegt jenseits davon.

Dort – was das Aufgeben der Saṅkhārās der Fessel betrifft – das wird an beiden Stellen Energie genannt; wie ein Duft durch die Luft streift, haftet der erhabene Muni nicht. Ebenso zeigt „Unberührt von Besitztümern, Söhnen und Frauen" das Aufgeben eben jenes Begehrens. Dieses Aufgeben der Begehrens-Wurzel – Nicht-Nachlässigkeit ist das Edle –: man ist der Sinnenfreude und Nachlässigkeit überdrüssig, der Entsagung zugetan, lebt achtsam. Für das Aufgeben seiner Triebgrundlage sehnt er sich weder nach dieser Welt noch nach der anderen Welt. Er begehrt nicht, was auf diese Welt gestützt ist, was lieblich und angenehm ist. Er begehrt auch nicht, was auf jene Welt gestützt ist, was lieblich und angenehm ist – daher wird gesagt: „Er sehnt sich nicht nach dieser Welt noch nach der anderen Welt." Was sein Aufgeben ist, das ist das Abschneiden; der Muni ist in den Aṭṭhakavaggiya-Texten beschrieben. Dieser Gegensatz in den Aṭṭhakavaggiya-Texten ist das Nicht-Sehnen-Hier, hier das Ohne-Zuflucht-Sein. So wird durch eine einzige Strophe dieses gesamte Begehren nach der Basis der Sinnenfreude jenes Besitzes gezeigt. Daher lehrt der Erhabene: „Nachdem man auch dies abgeschnitten hat, gehen sie in den Paribbāja, ohne Anhaften, nachdem sie alle Sinnenfreuden aufgegeben haben." Dieser Strophe gegenüber gibt es eine zweifache Niddesa: eine Saṃsandana-Niddesa und eine Samaya-Niddesa; wie diese Strophe das Saṃkilesabhāgiya und das Nibbedhabhāgiya ist, so ist durch jene Strophe die Auflösung des Saṃkilesabhāgiya und des Nibbedhabhāgiya. So ist das in allen Strophen, Erklärungen oder aufgezeigten Suttas gelehrte Sutta.


106. Was ist dabei die Desanā? Mit welcher Absicht wurde dieses Sutta gelehrt? Was dort die Absicht des Bhagavā betrifft: „Die Wesen, die dem Begehren zugeneigt sind, werden die Sinnlichkeiten aufgeben" – das ist dort die Absicht des Bhagavā.

Was ist dabei der Vicayo? Desjenigen, bei dem die zehnfachen Kilesas überwunden, aufgegeben und erkannt sind. Was sind die Zehnfachen? Die Kilesa-Sinnlichkeiten, sodann die Saṃyojanā des unteren und oberen Teiles, sodann die zehn Āyatanā als Grundlagen – das ist der Vicayo.

Was ist dabei die Yutti? „Die Verblendeten fesseln mit starker Fessel" – diese Yutti besteht.

Was ist dabei das Padaṭṭhāna? „Verblendetsein mit Juwelenohrringen" ist das Padaṭṭhāna des Mamaṃkāra. „Apekkhā" ist das Padaṭṭhāna des der vergangenen Dinge begehrend Gedenkenden. „Auch dieses durchschneidend" ist das Padaṭṭhāna der Bhāvanā.

Was ist dabei das Lakkhaṇa? Einer, dessen Herz durch Juwelenohringe verblendet ist, der im Ahaṃkāra verhaftet ist, der im Mamaṃkāra verhaftet ist, der an Söhnen und Frau verhaftet ist, der an Feld und Grund verhaftet ist – das ist der Lakkhaṇa-Hāra.

Was ist dabei der Catubyūha-Hāra? Was ist hier im Sutta die Absicht des Bhagavā? Die Absicht des Bhagavā dabei ist: „Die, die nach Nibbāna verlangen werden, werden das Begehren nach Söhnen und Frau aufgeben." Diese vier Saccāni.

Was ist dabei der Āvaṭṭa? Das Begehren nach Söhnen und Frau – das ist der Samudaya. Die ergriffenen Khandhā, und auch der Ergriff äußerer Körperdinge – das ist das Dukkha. Was dort abzuschneiden ist – das ist der Nirodha. Womit es durchbrochen wird – das ist der Maggo. Vibhattī: Es gibt keine Bhūmi für die Vibhattī. Parivattana: Der Gegensatz ist dargelegt.

Was ist dabei das Vevacana? Das Vevacana ist dargelegt. Was ist dabei der Otaraṇo? Es gibt Begehren; ein Wesen ist herabgestiegen; in Abhängigkeit davon besteht Viññāṇa bis hin zu Jarāmaraṇa. Was dort Vedanā ist – das ist Avijjā. Mit dem Entstehen von Wissen, mit dem Erlöschen von Avijjā – bis hin zum Erlöschen von Jarāmaraṇa.

Was ist dabei der Sodhano? Der Beginn der Strophe ist lauter. Was ist dabei der Adhiṭṭhāno? „Das nennen die Weisen nicht eine starke Fessel" – ausgedrückt durch Einheitlichkeit, nicht durch Verschiedenheit. Vier Arten von Begehren: Kāmarāga, Rūparāga, Bhavarāga und Diṭṭhirāga – ausgedrückt durch Einheitlichkeit.

Was ist dabei der Parikkhāro? Deren Begehren nach Juwelenohrringen besteht – für dieses ist die Subhasaññā die Ursache, und das Ergreifen von Zeichen gliedweise ist die Bedingung. Womit jene abgeschnitten wurden – für dieses ist die Asubhasaññā die Ursache, und das Ablegen des Ergreifens von Zeichen und des gliedweisen Ergreifens ist die Bedingung.

Was ist dabei der Samāropano? „Verblendetsein mit Juwelenohrringen, verwirrt und auch befleckt – auch dieses durchschneidend, zieht man als Wanderer umher" – das bedeutet: die vollständig Erkannte ist aufgegeben, die Gemiedene ist verlassen – das ist der Samāropano.

107. Was geistig ist, was geplant ist – das ist im weiteren Sinne eine Bedingung. Oder was geistig ist: körperliches und geistiges Kamma. Warum? Weil die geistige Cetanā als Manokamma bezeichnet wird – das ist das Cetanā-Kamma. Was geistig ist: dieses körperliche und sprachliche – diese drei Kammā sind dargelegt. Körperliches Kamma und sprachliches Kamma: jene sind heilsam, wenn man in Bezug auf das Angenehme durch Körper und Sprache unternimmt und ergreift – das wird Sīlabbataparāmāsa genannt. Die Saṅkappanā – jene dreierlei Saṅkhārā: die aus Verdienst bestehenden, die aus Nichtverdienst bestehenden, die aus Unerschütterlichkeit bestehenden – in Abhängigkeit davon besteht Viññāṇa; das ist das Ārammaṇa für das Bestehenbleiben des Viññāṇa. Was Subhasaññā ist, Sukhasaññā und Attasaññā – das ist geistig. Das Viññāṇa, das zur Körperlichkeit gehend fortbesteht, das Rūpa zum Ārammaṇa nimmt, im Rūpa begründet ist, mit Freude beträufelt, zu Wachstum, Entfaltung und Fülle gelangt – das ist die Saṅkappanā. So ist das, was in den Viññāṇaṭṭhitī verankert ist, durch das Ārammaṇa des ersten Entstehens Upādāna – das wird „geistig" genannt.

Dabei ist das Verlangen und Verschlingen desjenigen Arūpa, das fortbesteht, ebenfalls geistig; das Beachten von angenehmen, lieblichen und wohlgefälligen Körperdingen ist geistig. Was beabsichtigt: in Bezug auf angenehme Wesen der Abhijjhā-Kāyagantha, in Bezug auf Byāpādānusaya der Byāpāda-Kāyagantha – alle vier Ganthā; dieses ist das erste Herabstürzen des Herzens auf die fünf Kāmaguṇā. Was die Cetanā dessen ist, der dort das Angenehme schauend nachsinnt – zahlreiche unheilsame und schädliche Dhammas; die Geister sind ‹in diesem Punkt› unkörperlich [arūpavatiyo: Crux]. Das Individuum, das dem Begehren verhaftet gebunden ist, ist durch jene Kilesa-Kāmas gleichsam ein Knecht des Begehrens – das wird Kāmesu Pakappanā genannt. So alle vier Oghā. Das Viññāṇa dessen, der mit jenen Sinnlichkeiten verbunden verweilt, geübt, verschlungen – das ist die Cetanā. Desjenigen, der so beschaffen, nicht frei vom Begehren, der gefangene Zuneigung erlangt hat, entstehen bei Veränderung und Anderswerden Soka, Parideva, Dukkha, Domanassa und Upāyāsa; das Viññāṇa, das vom Dukkha begleitet wird, ist für den Haftenden das Entstehen vergänglicher Dhammas; das überrumpelt den Geist – das wird „geplant" genannt.

Für jedes Einzelne, was es beabsichtigt und plant, ist das Bestehenbleiben des Viññāṇa zweifacher Art: Ārammaṇaṭṭhiti und Āhāraṭṭhiti. Davon ist die Ārammaṇaṭṭhiti die Bedingung für Nāmarūpa. Die Āhāraṭṭhiti, das auf Wiederwerden ausgerichtete Bestehenbleiben, das auf erneutes Werden gerichtete Bestehenbleiben – das wird Ārammaṇa genannt. Das ist für das Bestehenbleiben des Viññāṇa; in Abhängigkeit von jenem Viññāṇa entsteht Nāmarūpa bis hin zu Jarāmaraṇa, und man beabsichtigt und begehrt ferner; wovon aus es nicht mehr auf erneutes Werden in zukünftigen Dingen gerichtet ist – das ist der dargelegte Gegensatz. „Beabsichtigt nicht und begehrt nicht, und doch verunreinigt er" [na ca dūseti: Crux] – das ist eine zweifache Darlegung. Was für ihn früher besteht – das ist das Geistige, das Geplante, das nicht Ausgeräumte; in Abhängigkeit davon besteht das Bestehenbleiben des Viññāṇa.

108. Oder dessen Anusayā treten zutage – in Abhängigkeit davon entsteht für ihn erneutes Werden. Oder es wird bezweifelt, ob er im Haus verweilt oder nicht; oder ob die feinen Wesen vorhanden sind oder nicht – so wird man in Bezug auf die Sinnlichkeiten selbst in gefestigten Häusern geboren. Das führt ihn dahin, was man nicht planen soll – so werden die beabsichtigten und geplanten Saṅkhārā zum Ārammaṇa; die Cetanā, die Saṅkappanā und das Streben – die gewordenen Wesen beabsichtigen und planen. Was das Suchen ist: weder beabsichtigt noch plant man. Welche Wesen sind geworden? Die zartgeborenen Eiwesengeborenen, auch die Eier, die aufgebrochen sind; die feuchtigkeitsentstammenden, die noch nicht vollständig entstanden sind – diese sind geworden. Welche sind auf der Suche nach Entstehung? Die im Mutterleib Befindlichen, die im Ei Befindlichen, die Weiterwandernden – diese beabsichtigen nicht, begehren nicht und planen nicht. Durch Anusaya entsteht erneutes Werden nicht? Die gewordenen Wesen, die auf der Suche nach Entstehung sind – jene sind feststehend. Oder die, die bewusst beabsichtigen und begehren, die feststehend sind – jene beabsichtigen nicht, begehren nicht und planen nicht, und wandern durch Anusaya weiter.

Eine andere Reihe. Die Ariyapuggalā, die Sekkha – dabei beabsichtigen jene nicht und planen nicht, und entstehen durch Anusaya erneut.

Eine andere Reihe. Feine Lebewesen, die in der Erde leben, die im Wasser leben, die nicht in den Bereich des Auges gelangen – jene beabsichtigen nicht und planen nicht, und wandern durch Anusaya weiter.

Eine andere Reihe. Alle außenstehenden Bhikkhū, die dünkelverhaftet sind – jene beabsichtigen nicht, begehren nicht, wandern durch Anusaya weiter, beabsichtigen nicht, planen nicht und haften nicht an. Auch das ist kein Ārammaṇa für das Bestehenbleiben des Viññāṇa.

„Beabsichtigt nicht" zeigt die Ausrottung des Pariyuṭṭhāna an. „Haftet nicht an" zeigt die Ausrottung des Anusaya an. „Beabsichtigt nicht" zeigt die Aufgabe der groben Kilesas an. „Haftet nicht an" zeigt die Aufgabe der feinen Kilesas an. „Beabsichtigt nicht" – und ebenso „begehrt nicht": Sakadāgāmī und Anāgāmī. „Haftet nicht an": Arahaṃ. „Beabsichtigt nicht" zeigt die Aufgabe durch den Gegensatz des Sīlakkhandha an. „Begehrt nicht" zeigt die Aufgabe durch den Gegensatz des Samādhikkhandha an. „Haftet nicht an" zeigt die Aufgabe durch den Gegensatz des Paññākkhandha an. „Beabsichtigt nicht" zeigt die Aufgabe der aus Nichtverdienst bestehenden Saṅkhārā an. „Begehrt nicht" zeigt die Aufgabe der aus Verdienst bestehenden Saṅkhārā an. „Haftet nicht an" zeigt die Aufgabe der aus Unerschütterlichkeit bestehenden Saṅkhārā an. „Beabsichtigt nicht" – das Anaññātaññassāmītindriya. „Begehrt nicht" – das Aññindriya. „Haftet nicht an" – das Indriya des Aññātāvī. „Beabsichtigt nicht" – die schwache Indriyabhāvanā. „Begehrt nicht" – die mittlere Indriyabhāvanā. „Haftet nicht an" – die starke Indriyabhāvanā. Das ist der Suttattho.


109. Was ist dabei die Desanā? Hier sind im Sutta die vier Saccāni dargelegt. Was auch immer beabsichtigt wird und was auch immer geplant wird – so lange das als Objekt besteht, stützt sich der Geist darauf, untersucht es, verbindet sich damit. „Er beabsichtigt nicht" – das bedeutet: „Er begehrt nicht." So lange ein solches Objekt besteht, wird das Viññāṇa in Bezug auf den Anusaya untersucht und verbindet sich damit; er beabsichtigt jedoch nicht und begehrt nicht. Weil der Anusaya aufgegeben wird, suchen sie keine Viññāṇaṭṭhiti; es verbindet sich mit dem, was untersucht wird. Dies ist der Yuttivicayo.

Was ist dabei der Padaṭṭhāna? Cetanā ist der Padaṭṭhāna des Pariyuṭṭhāna. Saṅkappanā ist der Padaṭṭhāna des Upādāna. Anusaya ist der Padaṭṭhāna des Pariyuṭṭhāna. Zur Vernichtung des Chandarāga bei jenen ist die Bhāvanā die Aufgabe des Bhavarāga.

Was ist dabei das Lakkhaṇa? Was das Cetasika ist – das Vedayita, Pakappita, Uggahīta, Viññāta –, das entsprechende Viññāṇa ist sowohl Objekt als auch Bedingung.

Was ist dabei der Catubyūha? Was ist hier im Sutta die Absicht des Bhagavā? „Die kein erneutes Dasein begehren, werden nicht beabsichtigen und nicht begehren" – dies ist die Absicht.

Āvaṭṭa: Was die Cetanā, die Patthana, der Anusaya und das Aufgeben der Viññāṇaṭṭhiti betrifft – das sind die zwei Saccāni. Vibhatti: Es gibt keine Grundlage für eine Vibhatti. Parivattana hingegen: das gegensätzliche Sutta.

Was ist dabei der Vevacana? Cetanā: Rūpasañcetanā bis hin zur Dhammasañcetanā. Was die Anusayā betrifft – das sind die sieben Anusayā.

Paññatti: Cetanā-Pariyuṭṭhāna ist durch Saṅkhāra-Paññatti bezeichnet. Saṅkappanā ist durch Upādāna-Paññatti bezeichnet. Anusaya ist durch Hetu-Paññatti bezeichnet. Viññāṇaṭṭhiti ist durch Uppatti-Hetu-Paññatti bezeichnet. Cetanā, Saṅkappanā, Anusaya, Samuccheda – die Aufhebung und Beseitigung des Chandarāga – sind durch Paññatti bezeichnet. Am Anfang legen manche das Paṭicca­samuppāda durch zwei Parivattaka als mittlere Paññatti der Idappaccayatā dar.

Otaraṇa: Durch zwei Parivattaka Dukkha und Samudaya, durch die mittleren Magga und Nirodha. Sodhana: Der Beginn des Sutta ist der Beginn des Sutta.

Adhiṭṭhāna: Was auch immer beabsichtigt wurde – all das ist durch Adhiṭṭhāna als Einheit bezeichnet. Was geplant wurde, ist als Einheit des Upādāna bezeichnet. Viññāṇa ist als Einheit bezeichnet.

Parikkhāra: Das angenehme Objekt, das unweise Beachten, die Cetanā – als Hetu-Paccaya ist das eine Bedingung. Der Dhamma, an dem sich Viññāṇa stützt, ist als Ārammaṇa-Paccaya eine Bedingung. Das Beachten desselben ist als Hetu-Paccaya eine Bedingung.

Was ist dabei der Samāropana? Dieses Sutta ist zusammengefasst: „Dort beabsichtigt er" – die Auflösung ist so darzulegen. Bei jenem durch die Diṭṭhi ist Viññāṇa Bedingung für Nāmarūpa bis hin zu Jarāmaraṇa – dies ist der Samāropana. Dieses ist kein Objekt für das Verweilen des Viññāṇa; durch das Aufhören von Viññāṇa hört Nāmarūpa auf, durch das Aufhören von Nāmarūpa hört bis hin zu Jarāmaraṇa alles auf.

110. Was ist dabei das saṃkilesabhāgiya, nibbedhabhāgiya und asekkhabhāgiya Sutta? „Diese Welt ist in Brand geraten" [vgl. Ud. 30] – bis hin zu „welche Samaṇā oder Brāhmaṇā auch immer Befreiung von Bhava durch Bhava verkündet haben." Das Saṃkilesabhāgiya: „Denn in Abhängigkeit von Upadhi entsteht dieses Dukkha." Jene Taṇhā aber, die aufgegeben werden, „freut sich nicht am Bhava" – das des Bhikkhu, der erloschen (nibbutassa)¹ ist und nicht mehr anhaftet, findet keine Wiedergeburt. „Der Tādī hat alle Daseinsweisen überwunden" – das ist das Asekkhabhāgiya.

Was das Santāpajāta und Rogajāta betrifft: der durch Rāga entstandene Santāpa, der durch Dosa entstandene, der durch Moha entstandene. Er zeigt den Zustand jener Wesen. „Die Welt ist Santāpajāta" bedeutet: Phassa ist dreifach – angenehm-empfunden, unangenehm-empfunden, weder-unangenehm-noch-angenehm-empfunden. Dabei ist der angenehm-empfundene Phassa der durch Rāga entstandene Santāpa, der unangenehm-empfundene der durch Dosa entstandene Santāpa, der weder-unangenehm-noch-angenehm-empfundene der durch Moha entstandene Santāpa. Wie auch der Bhagavā beim ersten Wolkengleichnis auf dem Kuhpfad gesagt hat: „Durch welche durch Rāga, Dosa und Moha entstandenen Santāpā ihr, Hausherrensöhne, leidend schlaft – jene Santāpā bestehen bei mir nicht."

„Er nennt die Krankheit das Selbst": Wer durch jene Santāpā in Brand geraten ist, erlangt dreifache Vipallāsa – Saññā-Vipallāsa, Citta-Vipallāsa, Diṭṭhi-Vipallāsa. Dabei ist beim Unangenehmen „angenehm" der Saññā-Vipallāsa; beim Dukkha „Sukha" der Citta-Vipallāsa; beim Unbeständigen „beständig" und beim Nicht-Selbst „Selbst" der Diṭṭhi-Vipallāsa.

Wie der Vipallāsa des Geistes in dreifacher Form bei Saññā und Diṭṭhi: Citta-Vitakka-Vipallāsa, Saññā-Vitakka-Vipallāsa und auch Diṭṭhi-Vitakka-Vipallāsa. Dabei ist Avijjā der Bereich des Vipallāsa, der Bereich des Gangs und die Grundlage des Weges; wie man auch wahrnimmt, wie man auch erkennt, wie man auch wahrnimmt und erkennt zugleich; wie man auch annimmt und beabsichtigt – durch diese vier Vipallāsa nennen Wesen das vierfache Substrat des Selbst-Seins, das krankheitshaft und geschwürhaft ist, „Selbst". „Er nennt die Krankheit das Selbst" – dies ist der Āvaṭṭa. „Bei was auch immer er wähnt, davon wird es anders" – was er als angenehm wähnt, ist nicht so. Ebenso das als Sukha, als Beständig, als Selbst Gewähnte – das, das anders wird, begehrt das künftige Bhava; deshalb heißt es „Bhavarāga". Er freut sich allein am Bhava; was er erfreut, das ist Dukkha – das bezeichnet die fünf Khandha. Und Soka, Parideva, Dukkha in Abhängigkeit davon – das wird bei jenem entstehen. Bis hierher besteht Saṃkilesa. Um der Aufgabe willen aber wird das Brahmacariya geübt. Die Beseitigung des Chandarāga für die drei Santāpā findet statt.

„Denn in Abhängigkeit von Upadhi entsteht dieses Dukkha": Jene, die sich allein am Bhava erfreuen, bei denen wird das entstehen – das ist Dukkha. Die Aufgabe jenes Dukkha legt er dar. „Vollständig das Upādāna, das nicht besteht – kein Entstehen von Dukkha": die vier Vipallāsa, wie das so genannte Upādāna dargelegt wurde, legt er dar. Der erste Vipallāsa jener ist Kāmupādāna, der zweite Diṭṭhupādāna, der dritte Sīlabbatupādāna, der vierte Attavādupādāna; deren Erlöschen, das Nichtbestehen des Entstehens von Dukkha – den Nirodha des Dukkha mit Upadhi als Ursprung legt er dar. Wer dies so wie es wirklich ist mit rechter Paññā sieht, bei dem entsteht keine Vibhavataṇhā. „Er freut sich nicht am Vergehen" – er handelt das Thema der Dassana-Bhūmi ab; den vollständigen Taṇhākkhaya und Nibbāna – er handelt zwei Vimuttiyo ab: Rāgavirāga und Avijjāvirāga. „Des Bhikkhu" – er handelt das Thema der Anupādisesa-Nibbānadhātu ab. Dies ist die Atthaniddesa des Sutta.

111. Was ist dabei der Vicayo? Wessen wo auch immer Pariḷāha besteht – wer in Brand geraten ist, der sieht, dass wirklich nichts besteht, und wird verdrossen; dies ist Vicayo und Yutti. Der Padaṭṭhāna: Durch Rāga entstandener Pariḷāha ist der Padaṭṭhāna sowohl des Sukhindriya als auch des Domanassindriya. Durch Dosa entstandener Pariḷāha ist der Padaṭṭhāna sowohl des Sukhindriya als auch des Domanassindriya. Durch Moha entstandener Pariḷāha ist der Padaṭṭhāna sowohl des Upekkhindriya als auch des Domanassindriya.

Was ist dabei der Lakkhaṇa-Hāra? Wer von Phassa überwältigt, von Vedanā überwältigt, von Saññā überwältigt, von Saṅkhārā überwältigt – was auch immer er wähnt: ob durch Subha-Nimitta, ob durch Sukha-Nimitta, ob durch Nicca-Nimitta, ob durch Atta-Nimitta –, wähnt beim Unangenehmen „angenehm": so sind, wenn all das über den durch Rāga entstandenen Pariḷāha gesagt wird, vier Pariḷāhā gesagt. Durch Rāga entstandener, durch Dosa entstandener, durch Moha entstandener und durch Diṭṭhi entstandener – „Rāga, sage ich" bedeutet: er sagt es als Selbst. Alle fünfzehn Termini sind Anicca und Dukkha.

Was ist dabei der Catubyūha? Was ist hier im Sutta die Absicht des Bhagavā? „Die nicht im Pariḷāha verweilen, freuen sich nicht am Bhava; die sich nicht am Bhava freuen, werden vollständig verlöschen." Dies ist die Absicht.

Was ist dabei der Āvaṭṭa? Durch das Saṃkilesabhāgiya bezeichnet er Dukkha und Samudaya; durch das Nibbedhabhāgiya Magga und Nirodha.

Was ist dabei die Vibhatti? „In Brand geraten, krankheitshaft entstanden, er nennt die Krankheit das Selbst" – das ist nicht einheitlich; durch Nichtbeachten: „in Brand geraten" jedoch ohne „er nennt die Krankheit als Selbst".

Was ist dabei der Parivattana? Zum Zweck des Aufzeigens von Pakkhā und Paṭipakkhā die Grundlage für Parivattanā.

Was ist dabei der Vevacana-Hāra? „Er nennt die Krankheit das Selbst", „er nennt den Pfeil das Selbst" – alle fünfzehn Termini sind zu nennen.

Was ist dabei die Paññatti? „Santāpajāta" ist der Padaṭṭhāna des Domanassa; all das bezeichnet er durch Vacana-Paññatti. „Er nennt die Krankheit das Selbst": den Vipallāsa bezeichnet er durch Saṃkilesa-Paññatti. „Was er nicht erfreut, ist Dukkha": das ist durch Vipallāsa-Nikkhepana-Paññatti bezeichnet. Jene nicht-gemachten Wesen-Welten sind durch mittlere Verschiedenheit als Paññatti bezeichnet.

Was ist dabei der Otaraṇa? „Santāpajāta" – das sind die drei Akusalamūla; diese Saṅkhārā gehören zum Saṅkhārakkhandha; unter den Dhātū ist die Dhammadhātu; unter den Āyatana das Dhammāyatana; unter den Indriya sind Itthindriya und Purisindriya der Padaṭṭhāna.

Was ist dabei der Sodhana? Rein ist der Beginn des Sutta.

Was ist dabei der Adhiṭṭhāna-Hāra? „Pariḷāha": jene Wesen-Welten sind durch Einheits-Paññatti bezeichnet; jene nicht-gemachten Wesen-Welten sind durch mittlere Verschiedenheit als Paññatti bezeichnet.

Was ist dabei der Parikkhāra? „Santāpajāta": unweises Beachten ist die Ursache; Vipallāsa ist die Bedingung. Dabei sind durch zwei Dhammā Selbst-Ansichten verankert – Citta und Cetasika – in den Dhammas sind beide bei jenem durch verkehrtes Ergreifen. Eine andere Weise: durch cetasika Dhammā wird Atta-Saññā durch Anatta-Saññā aufgehoben. Eine andere Weise: Anicca-Saññā in den cetasika Dhammas, jedoch nicht Atta-Saññā. Was man Citta nennt oder Mano oder Viññāṇa – das ist lange Zeit hochgegangen: „Dies ist mein, dies bin ich, dies ist mein Selbst." Dabei ist die Dhammānupassanā bei cetasika Dhammas auch diese Dhammasaññā. Was ist dafür die Ursache, was ist die Bedingung? Ahaṃkāra ist die Ursache, Mamaṃkāra ist die Bedingung.

Was ist dabei der Samāropana? „Diese Welt ist santāpajāta" – er handelt das Akusala ab; Viññāṇa ist Bedingung für Nāmarūpa bis hin zu Jarāmaraṇa – dies ist der Samāropana.

--- ¹ Die Lesart niccutassa (Pī. Ka.) gegenüber nibbutassa ist textkritisch vermerkt.


112. So sieht er dies der Wirklichkeit gemäß durch rechte Paññā: die Aufgabe der Wurzeln des Unheilsamen. Darin: das Erlöschen der Unwissenheit; durch das Erlöschen der Unwissenheit bis zum Erlöschen von Alter und Tod – dies ist der Samāropana.

Vier Personen [vgl. A.N. 4.5]: der mit dem Strom Gehende, der gegen den Strom Gehende, der Standfeste; der Hinübergegangene, der ans jenseitige Ufer Gelangte, steht auf festem Boden – so heißt er Brāhmaṇa.

Darin: derjenige, der mit dem Strom geht, genießt Sinnesfreuden. Er vollbringt schlechte Taten, insofern er Sinnesfreuden nachgeht. Dies ist Lobha als unheilsame Wurzel – eben das ist Taṇhā; er wird von diesen Sinnesfreuden mitgerissen und heißt daher „mit dem Strom Gehender". Diejenige Person, die dadurch hingezogen wird, vollbringt aus eben diesem Grunde unheilsames Kamma durch Körper und Sprache – diese heißt „er vollbringt schlechte Taten". Ihre drei Ströme sind: Sakkāyadiṭṭhi, Vicikicchā, Sīlabbataparāmāsa. Durch diese drei Ströme entsteht sie in der Dreiheit der Dhātu: in der Kāmadhātu, in der Rūpadhātu, in der Arūpadhātu. Durch das Gegenteil davon: derjenige, der Sinnesfreuden nicht nachgeht; derjenige, der an Sīla und Gelübden nicht haftet; derjenige, der zur Aufgabe der Sakkāyadiṭṭhi die Sinnesfreuden der Wirklichkeit gemäß als Gefahr erkennt; derjenige, der eben jene Dhammas nachgeht; und wer darin standhaft verweilt – dieser heißt Brāhmaṇa, fürwahr ein Arahaṃ. Darin: der Arahaṃ ist für ihn der ans jenseitige Ufer Gelangte; für den ans jenseitige Ufer Gelangten, der auf festem Boden steht, ist die Nibbānadhātu mit Überrest das Gegebene. „Mit dem Strom Gehend" – damit bezeichnet er das Nicht-Aufgeben der durch Dassana aufzugebenden Fesseln. „Gegen den Strom Gehend" – damit bezeichnet er das Aufgeben der Kilesas, sobald die Frucht an ein und demselben Ort erschaut ist; durch den Begriff „Standfest" bezeichnet er das Aufgeben der fünf niederbindenden Fesseln. Darin: durch „mit dem Strom Gehend" nennt er es den Weg. Durch „gegen den Strom Gehend" und „Standfest" nennt er es den Weg. Durch „ans jenseitige Ufer Gelangt" sind sowohl die Schüler-Asekkhā als auch die Sammāsambuddhā bezeichnet. Durch „mit dem Strom Gehend" bezeichnet er den Weg, der zur Entstehung des Sakkāya führt. Durch „gegen den Strom Gehend" und „Standfest" bezeichnet er den Weg, der zum Erlöschen des Sakkāya führt. Durch „ans jenseitige Ufer Gelangt" sind die zehn Asekkhā-Dhammas der Arahants bezeichnet. Dies ist der Suttattho.

113. Was ist darin die Desanā? In diesem Sutta sind die vier Ariyasaccā dargelegt worden. Und das Überschreiten der dreifachen Welt.

Was ist darin der Vicaya-Hāra? Die Untersuchung, dass derjenige, der Sinnesfreuden nachgeht, schlechte Taten vollbringen würde, und derjenige, der Sinnesfreuden nicht nachgeht, keine schlechten Taten vollbringen würde, und derjenige, der über diese beiden Bhūmi hinausgegangen ans jenseitige Ufer gelangt ist – dies ist der Vicayo.

Was die Yutti betrifft: die Untersuchung, was in den Suttas passt und was nicht passt – das ist die Yutti. Was das Padaṭṭhāna betrifft: durch „mit dem Strom Gehend" das Padaṭṭhāna der sieben Fesseln; das Vollbringen des Unheilsamen ist das Padaṭṭhāna der Wurzeln des Unheilsamen; durch „gegen den Strom Gehend" das Padaṭṭhāna des Sehens der Wirklichkeit gemäß; durch „Standfest" das Padaṭṭhāna des Unerschütterlichen; durch „ans jenseitige Ufer Gelangt" gelegentlich das Padaṭṭhāna der Bhūmi.

Was ist darin der Lakkhaṇa-Hāra? Derjenige, der mit dem Strom geht, geht durch die Macht der Taṇhā; durch die Macht aller Kilesas geht er. Derjenige, der sich gegen den Strom bemüht – der bemüht sich gegen den Strom durch die Taṇhā und durch alle Kilesas. Derjenige, der durch sich selbst standhaft ist – der ist durch den Körper standhaft, durch Sprache und Geist standhaft. Das ist der Lakkhaṇa-Hāra.

Was ist darin der Catubyūha? Was ist hier in diesem Sutta die Absicht des Erhabenen? Die Absicht ist: diejenigen, die sich am Weg des mit dem Strom Gehens nicht erfreuen werden, werden sich gegen den Strom bemühen, bis zur Bhūmi des gelegentlichen Erreichens. Das ist die Absicht. Der Āvaṭṭo: hier in diesem Sutta sind vier Suttas dargelegt worden.

Was ist darin der Vibhatti-Hāra? Derjenige, der Sinnesfreuden nachgeht und schlechte Taten vollbringt – er ist ein mit dem Strom Gehender. Jedoch nicht so, dass ausnahmslos ein Sotāpanna Sinnesfreuden nachgeht. Dessen entsprechenden Teil von schlechten Taten vollbringt er. Auch wenn ein Sekkha schlechte Taten vollbringen könnte, wie im Sutta angegeben – dennoch ist er kein mit dem Strom Gehender; dies ist vibhajjabyākaraṇīya. Und: er geht Sinnesfreuden nicht nach und vollbringt keine schlechten Taten – der gegen den Strom Gehende. Nicht so, dass ausnahmslos alle Äußeren von Sinnesfreuden befreit sind; und derjenige, der Sinnesfreuden nicht nachgeht, vollbringt durch jene schlechte Taten – mit dem Strom Gehender, gegen den Strom Gehender: das ist die Vibhatti.

Was ist darin der Parivattana-Hāra? Das Gegenteil ist dargelegt worden. Was das Vevacana betrifft: bei Sinnesfreuden sowohl die gegenständlichen Sinnesfreuden als auch die Sinnesfreuden als Kilesa: Formen, Töne, Gerüche, Geschmäcke, Berührungen, sowie Söhne, Gattinnen, Sklavinnen, Handwerker, Knechte und was man besitzt.

Was die Paññatti betrifft: alle Puthujjanas sind zur Einheit zusammengefasst. Als „mit dem Strom Gehend" sind sie durch die Paññatti des Aufsteigens der Kilesas bezeichnet. Diejenigen aber, die Sekkhā-Personen sind, sind durch die Paññatti des Nibbāna bezeichnet. Diejenigen aber, die Anāgāmī sind, sind durch die Paññatti des Unerschütterlichen bezeichnet. Das ist die Paññatti.

Was das Otaraṇa betrifft: derjenige, der mit dem Strom geht – das ist Dukkha. Diejenigen seiner Dhammas – das ist die Entstehung des Dukkha. Welche Form – das ist der Rūpakkhandha; so sind auch alle fünf Khandhas und das Paṭiccasamuppāda. Jene Kilesas sind im Saṅkhārakkhandha enthalten, im Dhammāyatana, in der Dhammadhātu und sind unter die Indriyā eingeordnet.

Was das Sodhana betrifft: mit welchem Anliegen dieses Sutta dargelegt wurde – jenes Anliegen ist ganz rein.

Was das Adhiṭṭhāna betrifft: durch „gegen den Strom Gehend" sind alle Sotāpannas entweder zur Einheit zusammengefasst, oder: die gegen den Strom Gehenden durch den Anusaya des Rāga – das sind eben Sekkhā; und der Weg ist Sekkha und die Person ein Standfester.

Der von Rāga Befreite ist zur Einheit zusammengefasst. Was „ans jenseitige Ufer Gelangt" betrifft: alle Arahants, alle Paccekabuddhās und die Sammāsambuddhā sind zur Einheit zusammengefasst.

Was das Parikkhāra betrifft: für den mit dem Strom Gehenden ist der schlechte Umgang als Bedingung und das Verhaftetsein in Sinnesfreuden der Grund. Für den gegen den Strom Gehenden: zwei Gründe und zwei Bedingungen bis zum Entstehen der Sammādiṭṭhi; der für ihn erlangte Weg ist Grund, das Anliegen ist Bedingung, der körperliche Anteil des Geistigen. Was den Samāropana betrifft: Vibhatti – für dieses Sutta gibt es keine Bhūmi des Samāropana.

114. Das Sutta über die fünf Vorzüge der Dhammas, die durch Hören gegangen sind [vgl. A.N. 4.191], bis zu denjenigen, die durch Sichtweise vollständig durchdrungen sind, ist ausführlich darzulegen. Für denjenigen, der sich anstrengt, der sich bemüht, der sich abmüht: als Kranker, zum Zeitpunkt des Sterbens, als Göttliches Wesen – er erlangt die Paccekabodhī. „Durch Hören gegangen" – damit ist das Vernehmen des wahren Dhamma vollzogen worden. Und sein Geist ist nicht von der Dhamma-Vipassanā der höheren Paññā in Verlangen versetzt, und nicht im Zustand des Nicht-Durchdringens. Dieses Sutta ist für fünf Personen dargelegt: für den Saddhānusārī mit weichem Indriya, mit scharfem Indriya; und für den Dhammānusārī mit scharfem Indriya, mit weichem Indriya. Derjenige aber, der eine Person mit Moha-Charakter ist, vermag sich nicht anzustrengen, zu bemühen, abzumühen; die der Wirklichkeit gemäße, der Samādhi gemäße Befreiung – in jenem Augenblick, in jenem Moment, in jenem Moment zeigt sie die Frucht. Gut: er fällt zurück, ein anderer überholt ihn dabei, aber sie zeitigt keine heilsame Frucht. Für ihn gibt es noch in diesem sichtbaren Dhamma das in der nächsten Existenz und darüber hinaus zu Erfahrende. Darin: welche Person ein Dhammānusārī ist – wenn sie Dhammas hat, die durch Hören gegangen sind, erlangt sie es, indem sie sich anstrengt. Welcher ein Dhammānusārī mit weichem Indriya ist – er erlangt es als Kranker. Welcher ein Saddhānusārī mit scharfem Indriya ist – er erlangt es zum Zeitpunkt des Sterbens. Welcher ein weiches Indriya hat – er erlangt es als Göttliches Wesen. Wenn er als Göttliches Wesen es nicht erlangt, erlangt er eben durch jenen Dhamma-Eifer, durch jene Dhamma-Freude die Paccekabodhī nicht. Wer sich bei den durch Hören gegangenen Dhammas anstrengt, bemüht, abmüht – der erkennt durch das vorher Erlangte das Besondere, und erkennend erlangt er es. Wenn aber bei dem Kranken Aufmerksamkeit vorhanden ist, erlangt er es dort, indem er sich anstrengt. Wenn aber bei ihm zum Todeszeitpunkt Erschütterung vorhanden ist, erlangt er es dort, indem er sich anstrengt. Wenn aber nirgendwo Erschütterung vorhanden ist, verblassen die Dhamma-gewordenen Füße jenes glücklichen, Göttlich-gewordenen Wesens nicht auf diese Weise. Er erkennt so: „Dies ist der Dhamma-Vinaya, worin wir früher, als Menschen geworden, das heilige Leben geführt haben." Daraufhin erlangt das Göttlich-gewordene Wesen es. Oder er ist versessen auf die fünf himmlischen Sinnesfreuden und lebt in Sorglosigkeit; durch jene heilsame Wurzel erlangt er die Paccekabodhī.

Was durch fremde Stimme, durch Sprache gut vertraut gemacht ist – das ist die Paññā aus Gehörtem entstanden. Welche Dhammas aber durch den Geist betrachtet sind – das ist die Paññā aus Nachdenken entstanden. Was durch Sichtweise vollständig durchdrungen ist – das ist die Paññā aus Entfaltung entstanden. Was durch Hören durch Sprache vertraut gemacht ist, und er in eben diesem sichtbaren Dhamma vollständig erlischt – das ist die Arahaṃ-Person. Wer als Göttliches Wesen wiedergeboren wird und es erlangt und dort vollständig erlischt – das ist der Anāgāmī. Wer durch jene heilsame Wurzel die Paccekabodhī erlangt – das ist die Person, die aus früherer Ansammlung des Zubehörs des Yoga entstanden ist.

„Dhammas, die durch Hören gegangen sind" – das ist das erste Vimuttāyatana; „durch Sprache vertraut gemacht" – das ist das zweite und dritte Vimuttāyatana; „durch den Geist betrachtet" – das ist das vierte Vimuttāyatana; „durch Sichtweise vollständig durchdrungen" – das ist das fünfte Vimuttāyatana.

Durch die Befreiung des durch Hören Gegangenen: welche Sprache, nachdem man der sukzessiven Abfolge des Dhamma durch den Strom des Hörens gelauscht hat, durch Sprache vollständig vertraut gemacht ist – sie erfüllt den Sīlakkhandha; „durch den Geist betrachtet" – sie erfüllt den Samādhikkhandha; „durch Sichtweise vollständig durchdrungen" – sie erfüllt den Paññākkhandha.

„Die Dhammas, die durch Hören gegangen sind, sollen vielgehört sein" – das ist ausführlich darzulegen. Dies ist das erste Saddhāpadāna. „Durch den Geist betrachtet" – er weilt viel in der Einsamkeit – das ist ausführlich darzulegen. Dies ist das zweite Saddhāpadāna. „Durch Sichtweise vollständig durchdrungen" – er erkennt: „durch die fleckenlose Cetovimutti ist für mich kein Diesseits mehr" – dies ist das dritte Saddhāpadāna.

„Dhammas, die durch Hören gegangen sind" – damit zeigt der Lehrer den Sekkha. „Durch den Geist betrachtet" – damit zeigt der Lehrer die Arahantschaft. „Durch Sichtweise vollständig durchdrungen" – damit zeigt der Lehrer den Tathāgata, den Arahaṃ, den Sammāsambuddha.

„Dhammas, die durch Hören gegangen sind" – damit zeigt er das Entkommen aus den Sinnesfreuden. „Durch den Geist betrachtet" – damit zeigt er das Entkommen aus der Rūpadhātu. „Durch Sichtweise vollständig durchdrungen" – damit zeigt er das Entkommen aus den drei Dhātu. Dies ist der Suttattho.


115. Was ist darunter der Desanā-Hāra? In diesem Sutta sind drei Esanā gelehrt: durch Dhammas, die dem Gehör gefolgt sind, durch die mit dem Mund vertrauten – für die Kāmesanā der Weg der Stille. Durch die mit der Diṭṭhi wohldurchdrungenen – für die Brahmacariyesanā der Weg der Stille.

Vicayo: Gleichwie einer, der ein Sutta beachtend und untersuchend Sutamayīpaññā erlangt. Und gleichwie er beachtet – so erlangt er, der die so gehörten Dhammas dann beachtet, Cintāmayīpaññā. Gleichwie er an den schon im jetzigen Dasein gesehenen Dhammas beachtet – dann erlangt er Bhāvanāmayīpaññā. Das ist der Vicayo.

Durch Suta erlangt man Sutamayīpaññā. Durch Cintā erlangt man Cintāmayīpaññā, durch Bhāvanā erlangt man Bhāvanāmayīpaññā. Das ist diese Yutti.

Padaṭṭhānaṃ: „Dhammas, die dem Gehör gefolgt sind" – das ist das Padaṭṭhāna des Dhamma-Hörens. „Durch den Mund vertraut geworden" – das ist das Padaṭṭhāna des Anwendens. „Mit dem Geist betrachtet" – das ist das Padaṭṭhāna der Dhammānudhamma-Vipassanā. „Mit der Diṭṭhi betrachtet" – das bedeutet: sowohl mit Paññā betrachtet als auch mit Diṭṭhi betrachtet.

Catubyūho: Was ist in diesem Sutta die Absicht des Bhagavā? Diejenigen, die mit diesen beiden Paññās ausgestattet sind, diese … [Text bricht ab]

„Sa nibbuto" – das behandelt zunächst Maggaphala; dann behandelt es die Nibbānadhātu ohne Rest; durch Dāna behandelt es die Aufgabe der groben Kilesas; durch Sīla die Aufgabe der mittleren; durch Paññā behandelt es die Aufgabe der feinen Kilesas; „durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – und damit ist die Bhūmi dargelegt.

„Dem Gebenden wächst das Verdienst, dem Bezähmten häuft sich keine Feindschaft an; der Tüchtige lässt das Böse fallen" – der Weg ist dargelegt; „durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – das behandelt Maggaphala.

„Dem Gebenden wächst das Verdienst, dem Bezähmten" – mit diesen drei Versen ist das weltliche Kusalamūla dargelegt. „Durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – das weltüberschreitende Kusalamūla ist dargelegt.

„Dem Gebenden wächst das Verdienst, dem Bezähmten häuft sich keine Feindschaft an" – das behandelt die Puthujjanabhūmi. „Der Tüchtige lässt das Böse fallen" – das behandelt die Sekkhabhūmi. „Durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – die Asekkhabhūmi ist dargelegt.

„Dem Gebenden wächst das Verdienst, dem Bezähmten häuft sich keine Feindschaft an" – die zum Weg hinführende Paṭipadā ist dargelegt. „Der Tüchtige lässt das Böse fallen" – die Sekkhavimutti. „Durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – die Asekkhavimutti.

„Dem Gebenden wächst das Verdienst, dem Bezähmten häuft sich keine Feindschaft an" – das behandelt die Dānakathā, die Sīlakathā, die Maggakathā, die Lehrdarlegung der weltlichen Dhammas. „Der Tüchtige lässt das Böse fallen" – das ist die Betrachtung der Gefährlichkeit in der Welt. „Durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – auch durch die erhabene Dhammadesanā ist es durchdrungen.

„Dem Gebenden wächst das Verdienst" – indem man Lebewesen Furchtlosigkeit schenkt, enthält man sich des Tötens von Lebewesen und gibt den Wesen Furchtlosigkeit. So sind alle Sikkhāpadas zu üben. „Dem Bezähmten häuft sich keine Feindschaft an" – gegründet in Sīla bezähmt man den Geist; durch diese Bezähmung gelangt man zur Vollendung. „Durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – die beiden Vimuttis. Das ist die Suttaniddesa.

116. Was ist darunter die Desanā? Was ist in diesem Sutta gelehrt? Zwei Sugatis: Devas und Menschen, und die göttlichen fünf Kāmaguṇas sowie die menschlichen. Durch zwei Verse die Niddesa. „Dem Gebenden wächst das Verdienst, dem Bezähmten häuft sich keine Feindschaft an, der Tüchtige lässt das Böse fallen" – der Weg ist dargelegt. „Durch das Verlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – zwei Nibbānadhātus sind gelehrt: die mit Rest und die ohne Rest. Das ist die Desanā.

Vicayo: „Dem Gebenden wächst das Verdienst" – durch diesen ersten Vers ist das Dānamayikapuññakiriyavatthu dargelegt. Damit für ihn die unmittelbar folgenden heilsamen Dhammas. Durch den zweiten Vers … [Text bricht ab] … sie gehen; die heilsame Lehre, die zur Befreiung führt – das ist die Absicht. Durch Nicht-Hören, Nicht-Beachtung und Nicht-Durchdringung ist die zur Entstehung des Sakkāya führende Paṭipadā dargelegt. Durch Hören, Beachtung und Durchdringung ist die zum Erlöschen des Sakkāya führende Paṭipadā dargelegt. Das ist der Āvaṭṭo.

Vibhattī: Es ist durch eine kategorische Aussage zu erklären. Es gibt dort keine Bhūmi für die Vibhattī. Parivattanaṃ: Die fünf Ānisaṃsas – durch das Gegenteil der fünf usw. erlangt man es eben in diesem gegenwärtigen Dasein; wenn man wiedergeboren wird – das ist eine andere Darbietungsweise.

Vevacananti: „Dhammas, die dem Gehör gefolgt sind" – das ist das Sutta, das auch als Paññindriya gesehen, als Diṭṭhi erklärt, als Diṭṭhi wohldurchdrungen und auch als klar gemacht worden ist.

Paññattī: „Dhammas, die dem Gehör gefolgt sind" – die Desanā ist durch die Paññatti der Avijjā bezeichnet. Die Beachtung ist durch die Paññatti der Pāmojja bezeichnet; auch die im jetzigen Dasein gesehenen Dhammas sind durch die Paññatti des Ānisaṃsa bezeichnet.

Otaraṇaṃ: Drei Paññās – unter den durch den Mund vertrauten die Sutamayīpaññā, unter den mit dem Geist betrachteten die Cintāmayīpaññā, unter den mit der Diṭṭhi wohldurchdrungenen die Bhāvanāmayīpaññā. Diese Ariyasaccas, Indriyas, das Aufgehen der Vijjā, das Erlöschen der Avijjā, der Paṭiccasamuppāda – unter den Indriyas drei Indriyas, unter den Āyatanas dem Dhammāyatana zugehörig, unter den Dhātus der Dhammadhātu zugehörig. Sodhanaṃ: Das ist der Anfang, der Zugang zum Sutta, planmäßig zugewiesen.

Adhiṭṭhānaṃ: „Die fünf Ānisaṃsas" – als verschiedenartig in ihrer Ausprägung ist der Ānisaṃsa bezeichnet; „dem Gehör gefolgt" – als verschiedenartig in seiner Ausprägung ist der Ariyavohāra bezeichnet; „und das Hören des Dhamma" – als einheitlich ist es bezeichnet.

Parikkhāro: Das Aufsuchen des Dhamma-Hörens ist Paccayo, Saddhā ist Hetu. „Mit dem Geist betrachtet" – das Erleben der Bedeutung ist Paccayo, das Erleben des Dhamma ist Hetu; „mit der Diṭṭhi wohldurchdrungen" – das Hören des Saddhamma und die Beachtung sind Paccayo, die Sutamayī- und Cintāmayīpaññā sind Hetu. Samāropanaṃ: Das dargelegte Sutta – eine andere Darbietungsweise entsteht nicht in der Kraft. Dafür gibt es keine Bhūmi der Samāropanā.


117. Was ist darin das Sutta, das zum Vāsanā-Anteil und zum Nibbedha-Anteil gehört? Der Vers: „Dem Gebenden wächst Verdienst." – „Dem Gebenden" – damit ist das Puññakiriyavatthu durch Dāna bezeichnet. „Dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an" – damit ist das Puññakiriyavatthu durch Sīla bezeichnet. „Der Kundige aber lässt das Schlechte fahren" – damit nennt er das Aufgeben von Lobha, Moha und Byāpāda. „Durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – damit nennt er die Beseitigung des Chanda-Rāga.

Der Vers „Dem Gebenden wächst Verdienst" – Alobha ist eine heilsame Wurzel. „Dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an" – Adosa ist eine heilsame Wurzel. „Dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an" – als Averā, ohne Feinde, ohne Gegner, durch Abyāpādatā, stets. „Der Kundige aber lässt das Schlechte fahren" – mit dem Aufgehen von Ñāṇa das Erlöschen von Aññāṇa. Durch den vierten Vers: durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha – durch Rāgavirāga ergibt sich Cetovimuttī, durch Mohakkhaya und Avijjāvirāga ergibt sich Paññāvimutti – dies ist der Vicayo.

Yutti: Wer im Geben verankert ist, erfüllt beides: Er gibt Macchariya auf, und Verdienst wächst. Diese Yutti liegt vor.

Padaṭṭhāna: „Dem Gebenden wächst Verdienst" – dies ist das Padaṭṭhāna des Cāgādhiṭṭhāna. „Dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an" – dies ist das Padaṭṭhāna des Paññādhiṭṭhāna. „Der Kundige aber lässt das Schlechte fahren" – dies ist das Padaṭṭhāna des Saccādhiṭṭhāna. „Durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – dies ist das Padaṭṭhāna des Upasamādhiṭṭhāna. Dies ist das Padaṭṭhāna.

Was ist darin das Lakkhaṇa? „Dem Gebenden wächst Verdienst, dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an." Auch wer gibt, erzeugt keine Feindschaft. „Der Kundige aber lässt das Schlechte fahren" – durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen; auch durch das Erlöschen der Rūpa, auch durch das Erlöschen der Vedanā – durch welches Rūpa etwas gesehen wurde, damit würde der Tathāgata, wenn er es bezeichnete, es so bezeichnen: „durch das Erlöschen, Entschwinden und Aufhören des Rūpa" – so die fünf Khandha.

Catubyūha: Was ist hierin die Absicht des Bhagavā? Jene, die nach großem Besitz trachten werden – sie werden Dāna geben, um Gefahren zu überwinden. Jene, die nach Feindlosigkeit streben, werden die fünf Feindschaften aufgeben. Jene, die nach Heilsamem streben, werden den achtgliedrigen Weg üben, um die acht Verkehrtheiten aufzugeben. Jene, die ins Nibbāna einzugehen wünschen, werden Rāga, Dosa und Moha aufgeben – dies ist die Absicht des Bhagavā.

Āvaṭṭa: Was das Nicht-Geben und das Macchariya betrifft, was das Nicht-Zügeln und die Feindschaft betrifft, was das Nicht-Aufgeben des Unheilvollen und Schlechten betrifft – dies ist eine Darlegung des Dukkha, nicht des Samudaya. Durch Alobha, Adosa und Amoha, durch das Heilsame – dies sind die drei heilsamen Wurzeln. Deren Paccayo sind die acht Sammattā – dies ist der Magga. Durch das Erlöschen jener Rāga, Dosa und Moha – dies ist der Nirodha.

Vibhatti: „Dem Gebenden wächst Verdienst" – nicht uneingeschränkt: Wer aus Furcht vor königlicher Strafe gibt, und wer von Unerlaubtem Gebrauch macht und dabei Sīlavanten gibt – dem wächst kein Verdienst. Denn er gibt jene Gabe durch Unheilvollheit; Zwangsgabe, Waffengabe – das Apuñña wächst, nicht das Puñña. „Dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an" – nicht uneingeschränkt: Aus welchem Grund? Wenn jemand ein Gebot der gegenwärtigen Welt beachtet, weil man ihm androhte, falls er es übertrete, die Hand abzuhacken … usw. – durch eine solche Zügelung erzeugt er dadurch keine Feindschaft nicht. Wer aber so antritt: „Das Schlechte des Pāṇātipāta zeitigt schlechte Frucht" – und so aus diesem Grunde von allem Unheilvollen abstinent ist, sowohl im gegenwärtigen Dasein als auch im künftigen – durch diese Zügelung häuft sich keine Feindschaft an.

Parivattana: „Dem Gebenden wächst Verdienst" – dem Nicht-Gebenden wächst kein Verdienst. Was das durch Dāna Verdiente ist – das betrifft: „Dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an, dem Nicht-Zügelenden häuft sich Feindschaft an." „Der Kundige aber lässt das Schlechte fahren – der Unkundige lässt es nicht fahren." „Durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – als narrativer Beleg dafür folgt: Ich habe keinen Boten geschickt, habe kein feines Geschenk geschickt, um ihn herbeirufen zu lassen; aber er selbst kam, von einer großen Bhikkhusaṅgha-Begleitung umgeben, zu unserem Wohnort, und wir hatten die Versammlungshalle errichten lassen; da dachten wir: „Wir wollen den Dasabala herbringen und den Maṅgala sprechen lassen" – und so gingen sie hin. Sie gingen zur Versammlungshalle hin. An jenem Tag, so heißt es, war in der Versammlungshalle die Ausmalung gerade fertig geworden, und die Gerüste waren gerade abgebaut worden. Da Buddhas von Natur aus den Wald lieben, dem Wald zugetan sind – würden sie im Inneren eines Dorfes wohnen oder nicht? Daher dachten sie: „Wir werden, wenn wir erst den Willen des Bhagavā erfahren haben, für ihn sorgen" – und in diesem Sinne traten sie an den Bhagavā heran. Nun aber, da sie seine Zustimmung erlangt hatten und für ihn sorgen wollten, gingen sie zur Versammlungshalle hin. „Sabbasanthari" – damit ist gemeint: so wie alles ausgebreitet ist, so gingen sie, dorthin wo der Bhagavā war, zu ihm hin. Dabei aber ließen jene Mallakönige die Versammlungshalle herrichten, ließen auch die Straßen der Stadt fegen, ließen Fahnen aufstellen, ließen goldene Bananenbüschel aufstellen, machten die ganze Stadt wie einen mit Sternenhaufen bestreuten Himmel durch Lampenreihen; „Gebt den in Milchreis aufgezogenen Kindern Milch zu trinken; die jungen Knaben esset rasch und lasset schlafen; macht keinen lauten Lärm; heute eine Nacht wird der Meister im Inneren der Stadt verweilen; Buddhas sind nämlich Liebhaber der Stille" – so ließen sie mit der Trommel ausrufen und kamen selbst mit Fackeln in den Händen dorthin, wo der Bhagavā war. Den Bhagavā an die Spitze stellend – ihn voran setzend – saß der Bhagavā dort inmitten der Bhikkhus und der Upāsakas und strahlte überaus herrlich. Wohlgefällig anzuschauen, von goldener Farbe, schön, sehenswert; vom östlichen Teil des Körpers erhob sich ein goldenfarbener Strahl und nahm im Himmelsraum einen Bereich von achtzig Ellen ein; vom westlichen Teil des Körpers, von der rechten Hand, von der linken Hand; von unten, von den Fußsohlen her, erhob sich ein korallfarbener Strahl und nahm im festen Erdreich einen Bereich von achtzig Ellen ein; so erstrahlten und verzweigten sich und breiteten sich die sechsfarbigen Buddhastrahlungen ringsherum in einem Bereich von achtzig Ellen aus; alle Himmelsrichtungen schienen wie bestreut mit goldenen Campaka-Blüten, wie besprengt mit aus einem goldenen Krug fließenden Strömen goldener Essenz, wie umhüllt von ausgebreitetem Goldtuch, wie bedeckt mit Blütenstaub von Kiṃsuka-, Kiṃsukāra- und Kaṇikāra-Blüten, die von Verambha-Winden aufgewirbelt worden waren; der Körper, strahlend in zweiunddreißig Hauptmerkmalen, mit achtzig kleineren Merkmalen, von der Aura einer Klafter umgeben, glich dem Sternenhimmel im Äther, einem aufgeblühten Lotoswald, einem allseits in Blüte stehenden, hundert Yojana großen Pāricchattaka-Baum, zweiunddreißig aneinandergereiht aufgestellten Monden, zweiunddreißig Sonnen, zweiunddreißig Weltenherrschern, zweiunddreißig Götterkönigen, zweiunddreißig Mahābrahmā-Göttern – erloschen ist er; dem Asekha eignet kein Erlöschen.

Vevacana: „Dem Gebenden wächst Verdienst"; auch dem Mitfreuenden wächst Verdienst; auch dem, der den Geist sammelt, und auch dem, der dienende Handlungen vollbringt, wächst Verdienst.

Paññatti: „Dem Gebenden wächst Verdienst" – dies ist bezeichnet durch die Paññatti der Zerstörung der Stütze des Alobha. „Dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an" – dies ist bezeichnet durch die Paññatti der Zerstörung der Stütze des Adosa. „Der Kundige aber lässt das Schlechte fahren" – dies ist bezeichnet durch die Paññatti der Zerstörung der Stütze des Amoha.

Otaraṇa: In den fünf Indriya – „dem Gebenden wächst Verdienst, dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an" – durch Zügelung ist der Sīlakkhandha erfasst. Eingetreten in die sechs Indriya, die Zurückhaltung – dies ist der Samādhikkhandha. Was „der Kundige aber lässt das Schlechte fahren" betrifft – dies ist der Paññākkhandha. „Durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – dies ist der Vimuttikkhandha. In den Dhātu: die Dhammadhātu; in den Āyatana: das Manāyatana.

Sodhana: Der Anlass, aus dem heraus dieses Sutta gelehrt wurde, jener Anlass ist rein.

Adhiṭṭhāna: Dāna – bezeichnet als Einheit. Cāga, Pariccāga, Dhammadāna, Āmisadāna – acht Dāna sind ausführlich darzulegen; dies ist die Verschiedenheit. Und nicht durch die Einheitsbezeichnung des Gebenden bezeichnet. „Khantī anavajja" – bezeichnet durch Paññatti. „Durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – bezeichnet durch die Paññatti des Rodhavīriya.

Parikkhāra: Beim Dāna ist Pāmojja der Paccayo, Alobha der Hetu. Beim Zügeln ist Yoniso Manasikāra der Hetu, Pariccāga der Paccayo. „Der Kundige aber lässt das Schlechte fahren" – Yathābhūtadassana ist der Paccayo, Ñāṇappaṭilābha der Hetu. „Durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – die Stimme von außen und das Yoniso Manasikāra im Inneren sind Magga; Hetu und Paccayo.

Samāropana: „Dem Gebenden wächst Verdienst" – der Vers: auch sein Sīla wächst; auch das Zügeln wächst – „dem sich Zügelenden häuft sich keine Feindschaft an." Auch andere Kilesa häufen sich nicht an; und die Āsavā und Schäden, die aufgrund davon entstehen würden, die entstehen ihm auch nicht. „Durch das Erlöschen von Rāga, Dosa und Moha ist er erloschen" – durch das Erlöschen auch des Rāga und des Dosa, durch das Erlöschen auch des Rāgānusaya, durch das Erlöschen auch des Dosa und Moha – ist er erloschen: die Nibbānadhātu mit Restzustand und auch ohne Restzustand. Dies ist das Samāropana.

Im Peṭakopadesa des Thera Mahākaccāyana

die Hārasampāta-Bhūmi ist vollendet.

8. Suttavebhaṅgiya


118. Der Anfangspunkt der Unwissenheit und der Daseinsgier ist nicht erkennbar. Dabei ist für die Wesen, die durch Unwissenheit verhüllt und durch Daseinsgier gebunden sind, der Anfangspunkt nicht erkennbar. Dabei sind jene Wesen, die durch Daseinsgier gebunden sind, von Anhaften geprägt und von schwacher Vipassanā. Jene Wesen aber, bei denen Anschauung überwiegt, sind reich an Vipassanā und schwach im Anhaften.

Dabei haften die Wesen mit Gier-Charakter an der Vorstellung von Wesen und sehen das Entstehen und Vergehen nicht. Sie betrachten in den fünf Khandha das Selbst: „Entweder hat das Selbst Form, oder Form ist im Selbst, oder das Selbst ist in der Form." Ebenso mit den fünf Khandha. Die Wesen, bei denen Anschauung überwiegt, betrachten beim Üben von Vipassanā die Khandha direkt als Selbst. Sie betrachten Form als Selbst: „Was Form ist, das ist das Selbst. Was ich bin, das ist Form." Er sieht die Vernichtung der Form – dieser ist ein Vernichtungslehrer. So hängen die fünf Sakkāyadiṭṭhi, die beim ersten Ansturm auf jeden der fünf Khandha entstehen, mit Vernichtung zusammen, durch „Seele und Körper sind dasselbe." Bei jedem einzelnen Khandha hängt er mit den drei letzten Gliedern mit Bestand zusammen, durch „Seele und Körper sind verschieden." Außerhalb davon führen jene der Pabbajitā mit Gier-Charakter ein Leben in der Hingabe an die Befriedigung der Sinnesgenüsse. Und durch eben diese Konsequenz führen jene mit Anschauungs-Charakter ein Leben in der Hingabe an Selbstkasteiung. Eben durch dieses Anschauungsglück – soweit reicht das äußere Vorgehen.

Dabei gehen jene Wesen mit Anschauungs-Charakter, die in den Ariyadhammavinaya eintreten, als Dhammānusārī ein. Jene Wesen mit Gier-Charakter, die in den Ariyadhammavinaya eintreten, gehen als Saddhānusārī ein.

Dabei haben jene Wesen mit Anschauungs-Charakter eine feindliche Anschauung gegenüber den Sinnesgenüssen, ohne dass die Anusaya gegenüber den Sinnesgenüssen beseitigt sind; sie führen ein Leben in der Hingabe an Selbstkasteiung. Ihnen lehrt der Meister den Dhamma. Oder ein anderer Schüler erklärt, dass es keinen Nutzen in den Sinnesgenüssen gibt – und da sie zuvor schon kein Verlangen nach Sinnesgenüssen hatten, lassen sie die Sinnesgenüsse mit geringer Mühe los. Sie sind nicht geistig an Schmerz gebunden. Daher wird es „angenehme Übungsweise" genannt. Jene Wesen aber mit Gier-Charakter sind an die Sinnesgenüsse gebunden; ihnen lehrt der Meister den Dhamma. Oder ein bestimmter Bhikkhu erklärt, dass es keinen Nutzen in den Sinnesgenüssen gibt – sie lassen das Angenehme mit Schmerz los. Daher wird es „schmerzhafte Übungsweise" genannt. So gelangen alle diese Wesen zu einer Einmündung in zwei Übungsweisen: die schmerzhafte und die angenehme.

Dabei sind jene Wesen mit Anschauungs-Charakter auf zweierlei Weise: mit schwachen Fähigkeiten und mit scharfen Fähigkeiten. Dabei lassen jene Wesen mit Anschauungs-Charakter und scharfen Fähigkeiten angenehm los und verwirklichen schnell; daher wird es „angenehme Übungsweise mit schneller Erkenntnis" genannt. Dabei verwirklichen jene Wesen mit Anschauungs-Charakter und schwachen Fähigkeiten, verglichen mit denen mit scharfen Fähigkeiten, langsamer; sie lassen angenehm los und verwirklichen langsam. Daher wird es „angenehme Übungsweise mit langsamer Erkenntnis" genannt. Dabei sind jene Wesen mit Gier-Charakter auf zweierlei Weise: mit scharfen Fähigkeiten und mit schwachen Fähigkeiten. Dabei lassen jene Wesen mit Gier-Charakter und scharfen Fähigkeiten schmerzhaft los und verwirklichen schnell. Daher wird es „schmerzhafte Übungsweise mit schneller Erkenntnis" genannt. Dabei verwirklichen jene Wesen mit Gier-Charakter und schwachen Fähigkeiten, verglichen mit denen mit scharfen Fähigkeiten, langsamer; sie lassen schmerzhaft los und verwirklichen langsam. Daher wird es „schmerzhafte Übungsweise mit langsamer Erkenntnis" genannt. Diese vier Übungsweisen sind ohne eine fünfte, ohne eine sechste. Wer auch immer Nibbāna erlangt hat oder erlangen wird – durch diese vier Übungsweisen, durch keine anderen. Diese Darlegung der Leidenschaften durch das Vierer-Schema der Übungsweisen; was in den Ariyadhammā durch das Vierer-Schema des Pfades darzulegen ist – das wird der Naya namens Sīhavikkīḷita genannt.

119. Und hier sind diese vier Āhāra. Die vier Vipallāsa, Upādāna, Yoga, Gantha, Āsava, Ogha, Salla, Viññāṇaṭṭhiti, Agatigamana – so sind diese insgesamt zehn Begriffe. Dies ist die Zuordnung des Sutta.

Die vier Āhāra. Dabei sind der körperliche Āhāra der Nahrung und der Āhāra des Phassa durch den Gier-Charakter aufzugeben. Dabei sind der Āhāra der Geistesabsicht und der Āhāra des Viññāṇa durch den Anschauungs-Charakter aufzugeben.

Der erste Āhāra entspricht dem ersten Vipallāsa, der zweite Āhāra dem zweiten Vipallāsa, der dritte Āhāra dem dritten Vipallāsa, der vierte Āhāra dem vierten Vipallāsa. Diese vier Vipallāsa sind ohne einen fünften, ohne einen sechsten. Und dies als Maß: die vier Āhāra.

Dabei ergreift, wer im ersten Vipallāsa steht, Sinnesgenüsse – dies ist Kāmupādāna. Wer im zweiten Vipallāsa steht, ergreift künftiges Dasein – dies ist Sīlabbatupādāna. Wer im dritten Vipallāsa steht, ergreift verkehrte Anschauung – dies ist Diṭṭhupādāna. Wer im vierten Vipallāsa steht, ergreift die Khandha als Selbst – dies ist Attavādupādāna.

Dabei begehrt, wer im Kāmupādāna steht, die Sinnesgenüsse begierlich und verknotet sich – dies ist der Kāyagantha der Begierde. Wer im Sīlabbatupādāna steht, verknotet sich mit Übelwollen – dies ist der Kāyagantha des Übelwollens. Wer im Diṭṭhupādāna steht, verknotet sich mit dogmatischem Ergreifen – dies ist der Kāyagantha des dogmatischen Ergreifens. Wer im Attavādupādāna steht, verknotet sich mit begrifflicher Ausweitung – dies ist der Kāyagantha des Beharrens auf „dies allein ist wahr."

Bei dem so Verknoteten fließen die Leidenschaften aus. Was aber Reue genannt wird – was auch immer Reue ist, das sind Anusaya. Dabei entsteht durch den Kāyagantha der Begierde der Kāmāsava, durch den Kāyagantha des Übelwollens der Bhavāsava, durch den Kāyagantha des dogmatischen Ergreifens der Diṭṭhāsava, durch den Kāyagantha des Beharrens auf „dies allein ist wahr" der Avijjāsava.

Diese vier Āsava, zur Fülle gelangt, werden zu Ogha – daher werden sie „Ogha" genannt. Dabei ist der Kāmāsava der Kāmogha, der Bhavāsava der Bhavogha, der Avijjāsava der Avijjogha, der Diṭṭhāsava der Diṭṭhogha.

Diese vier Ogha, in den Neigungen eingedrungen und mit den Anusaya verbunden, werden genannt: Salla – weil sie im Herzen eingeschlagen stehen bleiben. Dabei ist der Kāmogha der Pfeil der Gier, der Bhavogha der Pfeil des Hasses, der Avijjogha der Pfeil der Verblendung, der Diṭṭhogha der Pfeil der Anschauung.

Das durch diese vier Salla gänzlich ergriffene Viññāṇa steht in vier Dhammas: in Form, Vedanā, Saññā, Saṅkhārā. Dies sind die vier Viññāṇaṭṭhiti. Dabei steht das Viññāṇa, das durch den Pfeil der Gier mit Freude benetzt ist, stützend auf Form. Durch den Pfeil des Hasses steht es stützend auf Vedanā, durch den Pfeil der Verblendung stützend auf Saññā, durch den Pfeil der Anschauung steht das Viññāṇa, mit Freude benetzt, stützend auf Saṅkhārā.

Durch die vier Viññāṇaṭṭhiti gehen sie auf vierfache Weise den falschen Weg: durch Begehren, Hass, Furcht und Verblendung. Durch Gier geht man den falschen Weg durch Begehren, durch Hass den falschen Weg durch Hass, durch Verblendung den falschen Weg durch Verblendung, durch Anschauung den falschen Weg durch Furcht. So sind dieses Kamma und diese Leidenschaften – das ist die Ursache des Saṃsāra.


120. Darin sind dies die vier Richtungen: Kabaḷīkārāhāra — „im Unreinen das Reine" — Vipallāso, Kāmupādānaṃ, Kāmayogo, Abhijjhākāyagantho, Kāmāsavo, Kāmogho, Rāgasallaṃ, die auf Rūpa gegründete Viññāṇaṭṭhiti, Chandā, Agatigamanaṃ. Dies ist die erste Richtung.

Phasso als Āhāra — „im Leid die Freude" — Vipallāso, Sīlabbatupādānaṃ, Bhavayogo, Byāpādo, Kāyagantho, Bhavāsavo, Bhavogho, Dosasallaṃ, die auf Vedanā gegründete Viññāṇaṭṭhiti, Dosā, Agatigamanaṃ. Dies ist die zweite Richtung.

Manosañcetanā als Āhāra — „im Nicht-Selbst das Selbst" — Vipallāso, Diṭṭhupādānaṃ, Diṭṭhiyogo, Parāmāsakāyagantho, Diṭṭhāsavo, Diṭṭhogho, Diṭṭhisallaṃ, die auf Saññā gegründete Viññāṇaṭṭhiti, Bhayā, Agatigamanaṃ. Dies ist die dritte Richtung.

Viññāṇa als Āhāra — „im Vergänglichen das Bleibende" — Vipallāso, Attavādupādānaṃ, Avijjāyogo, Idaṃsaccābhiniveso, Kāyagantho, Avijjāsavo, Avijjogho, Mohasallaṃ, die auf Saṅkhārā gegründete Viññāṇaṭṭhiti, Mohā, Agatigamanaṃ. Dies ist die vierte Richtung. So ist dies die Betrachtung der ersten Richtung durch das erste Wort dieser zehn Suttas. Dies wird Disālocanā genannt.

Durch die vier Vipallāsā ist im Bereich des Heilswidrigen die Disāvilokanā, nachdem sie die Kilesa verknüpft hat — dies ist die Grundlage der Disāvilokanā im Bereich des Heilswidrigen für fünf und zehn Suttas: Welches ist der Sinn der ersten Worte dieser Dhammā? Ein einziger Sinn — nur der Buchstabe ist verschieden. Ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte. Dies ist die erste Saṃsandanā.

Durch dieses Peyyāla sollen alle Kilesa in die vier Abschnitte eingefügt werden. Dann im Bereich des Heilsamen: vier Paṭipadā, vier Jhāna, vier Satipaṭṭhānā, vier Vihārā — der göttliche, der brahmanische, der edle, der unerschütterliche —; vier Sammappadhānā, vier wunderbare und erstaunliche Dhammā, vier Adhiṭṭhānā, vier Samādhayo: Chandasamādhi, Vīriyasamādhi, Cittasamādhi, Vīmaṃsāsamādhi. Vier Dhammā, die zum Glück gehören — ausschließlich durch Bojjhaṅga, ausschließlich durch Tapas, ausschließlich durch Indriyasaṃvaro, ausschließlich durch vollständiges Loslassen — vier Appamāṇāni.

Darin: Die Paṭipadā, die leidvoll ist und zur langsamen Erkenntnis führt, wenn sie gepflegt und häufig geübt wird, erfüllt das erste Jhāna; das erste Jhāna, wenn erfüllt, erfüllt das erste Satipaṭṭhāna; das erste Satipaṭṭhāna, wenn erfüllt, erfüllt den ersten Vihāra; der erste Vihāra, wenn erfüllt, erfüllt das erste Sammappadhāna; das erste Sammappadhāna, wenn erfüllt, erfüllt den ersten wunderbaren und erstaunlichen Dhamma; der erste wunderbare und erstaunliche Dhamma, wenn erfüllt, erfüllt das erste Adhiṭṭhāna; das erste Adhiṭṭhāna, wenn erfüllt, erfüllt den Chandasamādhi; der Chandasamādhi, wenn erfüllt, erfüllt den Indriyasaṃvaro; der Indriyasaṃvaro, wenn erfüllt, erfüllt das erste unbegrenzte Mettā. So bis hin dazu, daß das vollständige Loslassen das vierte Appamāṇa erfüllt.

Darin: die erste Paṭipadā und das erste Jhāna und das erste Satipaṭṭhāna und der erste Vihāra und das erste Sammappadhāna und der erste wunderbare und erstaunliche Dhamma und Saccādhiṭṭhāna und Chandasamādhi und Indriyasaṃvaro und Mettā als Appamāṇa. Dies ist die erste Richtung.

Die Paṭipadā, die leidvoll ist und zur schnellen Erkenntnis führt, und das zweite Jhāna und das zweite Satipaṭṭhāna und der zweite Vihāra und das zweite Sammappadhāna und der zweite wunderbare und erstaunliche Dhamma und Cāgādhiṭṭhāna und Cittasamādhi und die vier Iddhipādā und Karuṇā als Appamāṇa. Dies ist die zweite Richtung.

Die Paṭipadā, die glücklich ist und zur langsamen Erkenntnis führt, und das dritte Jhāna und das dritte Satipaṭṭhāna und der dritte Vihāra und das dritte Sammappadhāna und der dritte wunderbare und erstaunliche Dhamma und Paññādhiṭṭhāna und Vīriyasamādhi und Bojjhaṅga und Muditā als Appamāṇa. Dies ist die dritte Richtung.

Die Paṭipadā, die glücklich ist und zur schnellen Erkenntnis führt, und das vierte Jhāna und das vierte Satipaṭṭhāna und der vierte Vihāra und das vierte Sammappadhāna und der vierte wunderbare und erstaunliche Dhamma und Upasamādhiṭṭhāna und Vīmaṃsāsamādhi und vollständiges Loslassen und Upekkhā als Appamāṇa. Dies ist die vierte Richtung. Die Betrachtung dieser vier Richtungen — dies wird Disālokano Nāma Nayo genannt.

Darin ist dies die Verknüpfung: die vier Āhārā und die vier Paṭipadā; die vier Vipallāsā und die vier Satipaṭṭhānā; die vier Upādānāni und die vier Jhānāni; die vier Yogā und die Vihārā; die Ganthā und die Sammappadhānā; die Āsavā und die wunderbaren und erstaunlichen Dhammā; die Oghā und die Adhiṭṭhānāni; die Sallā und die Samādhayo; die Viññāṇaṭṭhitiyo und die vier heilsamen Dhammā; die vier Agatigamanāni und die vier Appamāṇāni — so die Verknüpfung im Sinne des Gegensatzes von Heilsamem und Heilswidrigem. Dies wird Disālokano Nayo genannt.

Dessen Abschluß bilden die vier Früchte des Mönchstums; und der erste Dhamma in der Beschreibung des Heilsamen und Heilswidrigen ist die erste Richtungsbeschreibung: deren Abschluß ist das Sotāpattiphala; die zweite das Sakadāgāmiphala; die dritte das Anāgāmiphala; die vierte das Arahattaphala.

Welches darin ist der Tipukkhalo Nayo? Die zwei Personen, die durch die leidvolle Paṭipadā mit langsamer und schneller Erkenntnis zur Befreiung gelangen, und die zwei Personen, die durch die glückliche Paṭipadā mit langsamer und schneller Erkenntnis zur Befreiung gelangen.

Von diesen vier Personen: die Person, die durch die glückliche Paṭipadā mit langsamer Erkenntnis zur Befreiung gelangt, und die Person, die durch die leidvolle Paṭipadā mit schneller Erkenntnis zur Befreiung gelangt — dies sind zwei Personen. Darin: die Person, die durch die glückliche Paṭipadā mit schneller Erkenntnis zur Befreiung gelangt, ist ein Ugghaṭitaññū. Die letzte Person, die gewöhnliche, ist ein Vipañcitaññū. Die Person, die durch die langsame Erkenntnis und die leidvolle Paṭipadā zur Befreiung gelangt, ist ein Neyyo. Diese vier werden zu drei; darin: Für den Ugghaṭitaññū geht der Samatha der Vipassanā voran; für den Neyyo geht die Vipassanā dem Samatha voran; für den Vipañcitaññū sind Samatha und Vipassanā verbunden. Für den Ugghaṭitaññū ist die Desanā sanft; für den Neyyo ist die Desanā scharf; für den Vipañcitaññū ist die Desanā scharf und sanft.

Für den Ugghaṭitaññū gilt die Adhipaññāsikkhā; für den Neyyo die Adhicittasikkhā; für den Vipañcitaññū die Adhisīlasikkhā. So die Befreiung dieser Personen durch die vier Paṭipadā.

Darin ist dies die Befleckung: drei Akusalamūlāni, drei Phassā, drei Vedanā, drei Upavicārā, drei Saṃkilesā, drei Vitakkā, drei Pariḷāhā, drei Saṅkhatalakkhaṇāni, drei Dukkhatā.

Die drei Akusalamūlāni: Lobho ist Akusalamūla, Doso ist Akusalamūla, Moho ist Akusalamūla. Die drei Phassā: der Phassa, der Sukhā-Vedanā bedingt; der Phassa, der Dukkhā-Vedanā bedingt; der Phassa, der Adukkhamasukhā-Vedanā bedingt. Die drei Vedanā: Sukhā-Vedanā, Dukkhā-Vedanā, Adukkhamasukhā-Vedanā. Die drei Upavicārā: Somanassopavicāro, Domanassopavicāro, Upekkhopavicāro. Die drei Saṃkilesā: Rāgo, Doso, Moho. Die drei Vitakkā: Kāmavitakko, Byāpādavitakko, Vihiṃsāvitakko. Die drei Pariḷāhā: der aus Rāga entstandene, der aus Dosa entstandene, der aus Moha entstandene. Die drei Saṅkhatalakkhaṇāni: Uppādo, Ṭhiti, Vayo. Die drei Dukkhatā: Dukkhadukkhatā, Vipariṇāmadukkhatā, Saṅkhatadukkhatā.

Darin: Woher entsteht Lobho als Akusalamūla? Dreierlei ist das Objekt: das angenehme, das unangenehme und das als Gleichmut-Objekt dienende. Darin entsteht Lobho als Akusalamūla durch ein angenehmes Objekt. So: Aus angenehmen Objekten der Phassa, der Sukhā-Vedanā bedingt; in Abhängigkeit vom Phassa, der Sukhā-Vedanā bedingt, entsteht Sukhā-Vedanā; in Abhängigkeit von Sukhā-Vedanā entsteht Somanassūpavicāro; in Abhängigkeit von Somanassūpavicāro entsteht Rāgo; in Abhängigkeit von Rāgo entsteht Kāmavitakko; in Abhängigkeit von Kāmavitakko entsteht der aus Rāga entstandene Pariḷāha; in Abhängigkeit vom aus Rāga entstandenen Pariḷāha entsteht Uppādo als Saṅkhatalakkhaṇa; in Abhängigkeit von Uppādo als Saṅkhatalakkhaṇa entsteht Vipariṇāmadukkhatā.

Woher entsteht Doso als Akusalamūla? Durch ein unangenehmes Objekt entsteht Doso als Akusalamūla. So: Aus unangenehmen Objekten der Phassa, der Dukkhā-Vedanā bedingt; in Abhängigkeit vom Phassa, der Dukkhā-Vedanā bedingt, entsteht Dukkhā-Vedanā; in Abhängigkeit von Dukkhā-Vedanā entsteht Domanassūpavicāro; in Abhängigkeit von Domanassūpavicāro entsteht Doso; in Abhängigkeit von Doso entsteht Byāpādavitakko; in Abhängigkeit von Byāpādavitakko entsteht der aus Dosa entstandene Pariḷāha; in Abhängigkeit vom aus Dosa entstandenen Pariḷāha entsteht das Anderswerden des Bestehenden als Saṅkhatalakkhaṇa; in Abhängigkeit vom Anderswerden des Bestehenden als Saṅkhatalakkhaṇa entsteht Dukkhadukkhatā.

Woher entsteht Moho als Akusalamūla? Durch ein als Gleichmut-Objekt dienendes Objekt entsteht Moho als Akusalamūla. So: Aus dem als Gleichmut-Objekt dienenden Objekt der Phassa, der Adukkhamasukhā-Vedanā bedingt; in Abhängigkeit vom Phassa, der Adukkhamasukhā-Vedanā bedingt, entsteht Adukkhamasukhā-Vedanā; in Abhängigkeit von Adukkhamasukhā-Vedanā entsteht Upekkhūpavicāro; in Abhängigkeit von Upekkhūpavicāro entsteht Moho; in Abhängigkeit von Moho entsteht Vihiṃsāvitakko; in Abhängigkeit von Vihiṃsāvitakko entsteht der aus Moha entstandene Pariḷāha; in Abhängigkeit vom aus Moha entstandenen Pariḷāha entsteht Vayo als Saṅkhatalakkhaṇa; in Abhängigkeit von Vayo als Saṅkhatalakkhaṇa entsteht Saṅkhatadukkhatā. So ist dies die Beschreibung der drei Kilesa. Dies wird Kusalapakkhe Tipukkhalo Nayo genannt.

So sind es drei Akusalamūlāni — nicht vier, nicht fünf —; drei Phassā und drei Vedanā bis hin zu Saṅkhatadukkhatā: welcher auch immer Bereich des Heilswidrigen, all dieser mündet in die drei Akusalamūlāni.

Welches darin ist der Bereich des Heilsamen? Drei Kusalamūlāni; drei Paññā: Sutamayī Paññā, Cintāmayī Paññā, Bhāvanāmayī Paññā; drei Samādhī: Savitakkasavicāro … usw. …; drei Sikkhā: Adhisīlasikkhā … usw. … Sikkhā; drei Nimittāni: Samathanimittaṃ, Paggahanimittaṃ, Upekkhānimittaṃ; drei Vitakkā: Nekkhammavitakko … usw. … Avihiṃsāvitakko; drei Indriyāni: Anaññātaññassāmītindriyaṃ — ausführlich; drei Upavicārā: Nekkhammūpavicāro, Abyāpādūpavicāro, Avihiṃsūpavicāro; drei Esanā: Kāmesanā, Bhavesanā, Brahmacariyesanā; drei Khandhā: Sīlakkhandho, Samādhikkhandho, Paññākkhandho.

Darin: Was Alobho als Kusalamūla ist, das erfüllt Sutamayī Paññā; Sutamayī Paññā, wenn erfüllt, erfüllt den Samādhi mit Vitakka und Vicāra; der Samādhi mit Vitakka und Vicāra, wenn erfüllt, erfüllt Adhicittasikkhā; Adhicittasikkhā, wenn erfüllt, erfüllt Samathanimittaṃ; Samathanimittaṃ, wenn erfüllt, erfüllt Nekkhammavitakko; Nekkhammavitakko, wenn erfüllt, erfüllt Anaññātaññassāmītindriyaṃ; Anaññātaññassāmītindriyaṃ, wenn erfüllt, erfüllt Nekkhammūpavicāro; Nekkhammūpavicāro, wenn erfüllt, gibt Kāmesanā auf; das Aufgeben von Kāmesanā erfüllt Samādhikkhandho.

Adoso als Kusalamūla erfüllt Cintāmayī Paññā; Cintāmayī Paññā, wenn erfüllt, erfüllt den Samādhi ohne Vitakka, aber mit Vicāra allein; der Samādhi ohne Vitakka, aber mit Vicāra allein, wenn erfüllt, erfüllt Adhisīlasikkhā; Adhisīlasikkhā, wenn erfüllt, erfüllt Upekkhānimittaṃ; Upekkhānimittaṃ, wenn erfüllt, erfüllt Abyāpādavitakko; Abyāpādavitakko, wenn erfüllt, erfüllt Aññindriyaṃ; Aññindriyaṃ, wenn erfüllt, erfüllt Abyāpādūpavicāro; Abyāpādūpavicāro, wenn erfüllt, gibt Bhavesanā auf; das Aufgeben von Bhavesanā erfüllt Sīlakkhandho.

Amoho als Kusalamūla erfüllt Bhāvanāmayī Paññā; Bhāvanāmayī Paññā, wenn erfüllt, erfüllt den Samādhi ohne Vitakka und ohne Vicāra; der Samādhi ohne Vitakka und ohne Vicāra, wenn erfüllt, erfüllt Adhipaññāsikkhā; Adhipaññāsikkhā, wenn erfüllt, erfüllt Paggahanimittaṃ; Paggahanimittaṃ, wenn erfüllt, erfüllt Aññātāvino Indriyaṃ; Aññātāvino Indriyaṃ, wenn erfüllt, erfüllt Avihiṃsūpavicāro; Avihiṃsūpavicāro, wenn erfüllt, erfüllt Brahmacariyesanā; Brahmacariyesanā, wenn erfüllt, erfüllt Paññākkhandho.

So werden diese drei Dhammā des Bereichs des Heilsamen — alle heilsamen Dhammā — durch drei Dreier-Beschreibungen beschrieben; die drei Vimokkhamukhāni sind deren Abschluß. Darin: durch das erste Appaṇihitaṃ; durch das zweite Suññataṃ; durch das dritte Animittaṃ. Dies wird Dutiyo Tipukkhalo Nāma Nayo genannt.

Darin: diese drei Personen — Ugghaṭitaññū, Vipañcitaññū, Neyyo. Von diesen drei Personen: die Personen, die durch die glückliche Paṭipadā mit schneller und mit langsamer Erkenntnis zur Befreiung gelangen — das sind zwei Personen; und die zwei Personen, die durch die leidvolle Paṭipadā mit schneller und mit langsamer Erkenntnis zur Befreiung gelangen — diese vier werden durch jenen Unterschied zu zwei: einem Diṭṭhicarito und einem Taṇhācarito. Diese vier werden zu drei, drei werden zu zwei. Für diese zwei Personen ist dies die Befleckung: Avijjā und Taṇhā; Ahirikaṃ und Anottappaṃ; Assati und Asampajaññaṃ; Nīvaraṇāni und Saṃyojanāni; Ajjhosānaṃ und Abhiniveso; Ahaṃkāro und Mamaṃkāro; Assaddhiyaṃ und Dovacassaṃ; Kosajjaṃ und Ayonisomanasikāro; Vicikicchā und Abhijjhā; Asaddhammassavanaṃ und Asamāpatti.

Darin: Avijjā und Ahirikaṃ und Assati und Nīvaraṇāni und Ajjhosānaṃ und Ahaṃkāro und Assaddhiyaṃ und Kosajjaṃ und Vicikicchā und Asaddhammassavanaṃ — dies ist eine Richtung.

Taṇhā und Anottappaṃ und Asampajaññaṃ und Saṃyojanāni und Abhiniveso und Mamaṃkāro und Dovacassatā und Ayonisomanasikāro und Abhijjhā und Asamāpatti — dies ist die zweite Richtung. Die zehn ersten Worte der zehn Zweiheiten sollen gemacht werden. Knapp geben sie den Sinn kund: Im Gegensatz zum Bereich des Heilswidrigen sind alle zehn zweiten Worte der Zweiheiten die zweite Richtung.

So ist dies die Beschreibung des Leidens der heilswidrigen Dhammā — dies ist der Samudayo. Was jenen Dhamma bewohnt — Nāma und Rūpa — das ist Dukkha: so ist dies Dukkha, und so ist dies Samudayo; und dies ist Dukkha. Diese zwei Wahrheiten — Dukkha und Samudayo — sind die erste Beschreibung des Nandiyāvaṭṭa Nayo.

Welches darin ist der Bereich des Heilsamen? Samatha und Vipassanā; Vijjā und Caraṇaṃ; Sati und Sampajaññaṃ; Hirī und Ottappaṃ; das Aufgeben von Ahaṃkāra und das Aufgeben von Mamaṃkāra; Sammāvāyāmo und Yonisomanasikāro; Sammāsati und Sammāsamādhi; Paññā und Nibbidā; Samāpatti und Saddhammassavanaṃ; Somanassaṃ und Dhammānudhammappaṭipatti.

Darin: Samatha und Vijjā und Sati und Hirī und das Aufgeben von Ahaṃkāra und Sammāvāyāmo und Sammāsati und Paññā und Samāpatti und Somanassaṃ — diese Dhammā sind eine Richtung. Vipassanā und Caraṇaṃ und Sampajaññaṃ und Ottappaṃ und das Aufgeben von Mamaṃkāra und Yonisomanasikāro und Sammāsamādhi und Nibbidā und Saddhammassavanaṃ und Dhammānudhammappaṭipatti — dies ist die zweite Richtung. So sind es die vier Richtungen des Nandiyāvaṭṭa Nayo im Bereich des Heilsamen und im Bereich des Heilswidrigen.

Darin: Die ersten Worte des Bereichs des Heilswidrigen, die heilswidrig sind, gelangen durch Heilsames zur Aufgabe; jene gelangen im Bereich des Heilsamen durch die zweiten Worte zur Aufgabe. Durch deren Aufgabe ist Rāgavirāgā Cetovimutti der Abschluß. Die zweiten heilswidrigen Worte des Bereichs des Heilswidrigen, die zur Aufgabe gelangen, jene gelangen durch die ersten Worte des Bereichs des Heilsamen zur Aufgabe. Durch deren Aufgabe ist Avijjāvirāgā Paññāvimutti der Abschluß. Von diesen drei Nayā ist der erste Nayo Sīhavikkīḷito Nāma. Acht Worte — vier heilsame und vier heilswidrige — diese acht Worte sind Mūlapadāni; durch den Achter-Nayo ist der zweite Tipukkhalo. Durch sechs Dhammā führt er: die Kusalamūlāni und die Akusalamūlāni. So sind diese sechs Worte und die früheren acht Mūlapadāni zusammen vierzehn Worte der achtzehn Mūlapadāni. Darin ist der letzte Nayo der Nandiyāvaṭṭo; er führt durch vier Dhammā: Avijjā, Taṇhā, Samatha und Vipassanā. Diese vier Dhammā, diese achtzehn Mūlapadāni, sind in den drei Nayā beschrieben.

Darin: Die neun heilsamen Worte — in ihnen ist alles Heilsame enthalten. Von diesen neun Mūlāni sind vier Worte im Sīhavikkīḷita-Nayo, drei im Tipukkhala, zwei im Nandiyāvaṭṭa — das sind die Bereiche des Heilsamen. Darin: Die neun heilsamen Worte — in ihnen fügt sich alles Heilsame. Darin sind im Sīhavikkīḷita-Nayo vier Worte, im Tipukkhala drei, im Nandiyāvaṭṭa zwei — diese neun heilsamen Worte sind beschrieben.

Darin: In die vier Worte des Nandiyāvaṭṭa Nayo münden die achtzehn Mūlapadāni. Wie? Samatha und Alobho und Adoso und Asubhasaññā und Dukkhasaññā — diese fünf Worte des Bereichs des Heilsamen gehören zum Samatha. Vipassanā und Amoho und Aniccasaññā und Anattasaññā — diese vier Worte gehören zur Vipassanā. Diese neun heilsamen Worte sind in zwei Worten verbunden. Darin: Im Bereich des Heilswidrigen, von den neun heilswidrigen Mūlapadāni, Taṇhā und Lobho und Doso und Subhasaññā und Sukhasaññā — diese fünf Worte gehören zur Taṇhā. Avijjā und Moho und Niccasaññā und Attasaññā — diese vier Worte gehören zur Avijjā. Diese neun heilswidrigen Worte sind bündig zusammengefaßt. So sind die drei Nayā in keinen einzigen Nayo eingedrungen. So sollen die achtzehn Mūlapadāni im Nandiyāvaṭṭa-Nayo beschrieben werden.

Wie fügen sich die achtzehn Mūlapadāni in den Tipukkhala-Nayo? Von den neun heilsamen Worten: Vipassanā und Amoho und Aniccasaññā und Anattasaññā — diese vier Worte; Amoho und Samatho und Alobho und Asubhasaññā — diese vier Worte; Lobho und Doso — so sollen diese neun Worte in die drei Kusalamūlāni gefügt werden. Darin: Von den neun heilswidrigen Worten: Taṇhā und Lobho und Subhasaññā und Sukhasaññā — diese vier Worte gehören zu Lobho als Akusalamūla; Avijjā und Moho und Niccasaññā und Attasaññā — das ist Moho; und das ist Doso. Diese neun Worte, die in die drei Akusalamūlāni gefügt sind — so sollen die achtzehn Mūlapadāni, nachdem sie in die Kusalamūlāni eingefügt wurden, durch den Tipukkhala-Nayo beschrieben werden.

Wie fügen sich die achtzehn Mūlapadāni in den Sīhavikkīḷita-Nayo? Taṇhā und Subhasaññā — das ist der erste Vipallāsa. Lobho und Sukhasaññā — das ist der zweite Vipallāsa. Avijjā und Niccasaññā — das


Zur Entstehung dieser Übersetzung

Diese deutsche Übersetzung des Peṭakopadesapāḷi aus dem Pali wurde von Jean-Michel Munderich in Auftrag gegeben und verantwortet.

Der Text entstand in mehreren Durchgängen des Prüfens und Verfeinerns: Zunächst wurden alle Abschnitte direkt aus dem Pali ins Deutsche übertragen. Sodann wurde jede Übertragung mit dem Original verglichen und bewertet. In weiteren Durchgängen wurden erkannte Unschärfen behutsam geglättet, bis der Text dem Anspruch sehr gut so nahe wie möglich kam.

Dieser Prozess wurde von einem maschinellen Sprachsystem ausgeführt. Die inhaltliche Verantwortung und die letzte Entscheidung über Sinn und Würde des Textes liegt allein beim Menschen.

Möge das Verdienst dieser Arbeit allen Wesen zugutekommen.

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