Dīgha-Nikāya, die Sammlung der langen Reden

21. Die Lehrrede von Sakkas Fragen

1. So habe ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene in der Höhle von Indasāla, im Berge Vediyaka, nördlich eines Brahmanendorfes mit Namen Ambasaņḍa, östlich von Rājagaha, in Magadha. Zu jener Zeit bekam Sakka, das Oberhaupt der Götter, das Bedürfnis den Erhabenen zu sehen. Da kam Sakka, dem Oberhaupt der Götter, folgender Gedanke: Wo weilt wohl jetzt der Erhabene, der Heilige, vollkommen Erwachte? Es sah Sakka, das Oberhaupt der Götter den Erhabenen in der Höhle von Indasāla, im Berge Vediyaka, nördlich eines Brahmanendorfes mit Namen Ambasaņḍa, östlich von Rājagaha, in Magadha weilen. Dies gesehen sprach er die Götter der dreiunddreißig an: "Dieser, ihr Herren, der Erhabene weilt in der Höhle von Indasāla, im Berge Vediyaka, nördlich eines Brahma-nendorfes mit Namen Ambasaņḍa, östlich von Rājagaha, in Magadha. Wie wäre es, wenn wir, ihr Herren, zum Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten gehen würden, um ihn zu sehen?" - "Das wäre gut", stimmten die Götter der dreiunddreißig Sakka, dem Oberhaupt der Götter, zu.

2. Dann sprach Sakka, das Oberhaupt der Götter, den Himmelssohn Pañcasikha an: "Dieser, mein lieber Pañcasikha, der Erhabene weilt in der Höhle von Indasāla, im Berge Vediyaka, nördlich eines Brahmanendorfes mit Namen Ambasaņḍa, östlich von Rājagaha, in Magadha. Wie wäre es, wenn wir, mein lieber Pañcasikha, zum Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten gehen würden, um ihn zu sehen?" - "Das wäre gut", stimmte der Himmelssohn Pañcasikha Sakka, dem Oberhaupt der Götter, zu. Nachdem er seine Laute aus hellem Beluvaholz genommen hatte, folgte er Sakka dem Oberhaupt der Götter nach. Dann ist Sakka, das Oberhaupt der Götter, an der Spitze der Götter der dreiunddreißig und dem Himmelssohn Pañcasikha, genauso schnell wie ein kräftiger Mann den gebeugten Arm streckt oder den gestreckten Arm beugt, [im Bereich] der Götter der dreiunddreißig verschwunden und in der Höhle von Indasāla im Berge Vediyaka, nördlich eines Brahmanendorfes mit Namen Ambasaņḍa, östlich von Rājagaha, in Magadha wieder erschienen.

3. Zu jener Zeit begann der Berg Vediyaka, durch die große göttliche Macht der Götter, in außerordentlich hellem Licht zu erstrahlen, ebenso wie das Brahmanendorf Ambasaņḍa. In den umliegenden Dörfern sagten die Menschen Folgendes: "Heute strahlt der Berg Vediyaka, heute leuchtet der Berg Vediyaka, heute schimmert der Berg Vediyaka. Warum erstrahlt heute der Berg Vediyaka in außerordentlich hellem Licht, ebenso wie das Brahmanendorf Ambasaņḍa?" Davon ergriffen erschauderten [1] sie.

4. Sakka, das Oberhaupt der Götter, sprach den Himmelssohn Pañcasikha an: "Schwer von meinesgleichen zu erreichen, mein lieber Pañcasikha, sind die Vollendeten, die sich Vertiefenden, die Vertiefungen Schätzenden, dabei Zurückgezogenen. Wenn du, mein lieber Pañcasikha, zuerst den Erhabenen erheitern würdest. Wenn er von dir erheitert ist, kann ich danach den Erhabenen, den Heiligen, den vollkommen Erwachten aufsuchen." - "Das wäre gut." Nachdem der Himmelssohn Pañcasikha, Sakka, dem Oberhaupt der Götter, zugestimmt hatte, seine Laute aus hellem Beluvaholz genommen hatte, ging er zur Höhle von Indasāla. Dort angekommen (dachte er): Der Erhabene soll nicht von mir zu weit entfernt sein, nicht zu nah sein, damit er die Töne hören wird. Er stellte sich beiseite hin. Beiseite stehend ließ der Himmelssohn Pañcasikha seine Laute aus hellem Beluvaholz erklingen und diese Verse sprach er sich beziehend auf den Erwachten, auf die Lehre, auf die Heiligen, auf die Sinnesgenüsse:

5. "Ich grüße deinen Vater, schöne Timbaru Suriyavaccasā
Von dem du stammst, du Schöne, mir Entzücken Bereitende.
Bist eine kühle Brise dem Schweißbedeckten, Wasser dem Durstigen.
Du bist mir lieb, Aṅgīrasī, wie die Lehre den Heiligen.

Bist Medizin dem Kranken, Speise dem Hungrigen,
du Schöne, lösche völlig [meine Pein], wie Wasser den Brand.
Was ein Teich mit kühlem Wasser, versetzt mit Lotusblütenstaub,
dem hitzegeplagten Elefanten - diese Flut ist mir dein schlanker Leib.

Wie ein Elefant, den der Treibstock nicht erreicht,
von mir besiegt ist der Stachelstock.
So trifft mich hier keine Drangsal mehr,
wenn ich berauscht bin von deinem wohlgestalteten Busen.

Gefesselt hast du mein Gemüt,
hast es völlig umgestaltet.
Ich kann von dir nicht weichen,
wie ein Fisch, der am Haken hängt.

Umarme mich du Schöne,
du mit den schönen Schenkeln.
Umarme mich du Schönbeäugte,
fest umarme mich du Wohlgestaltete -
dieses ist mein größter Wunsch.

Wahrlich ist meine Liebe nur gering,
doch durch dich du Lockige,
wird sie vervielfacht -
wie eine Spende an die Heiligen.

Was ich an Positivem hab getan,
den Heiligen und denen die ihnen gleich,
mit dir möcht' ich diese Früchte teilen,
du, deren Glieder alle schön.

Was ich an Positivem hab getan,
in diesem ganzen Erdenkreis,
mit dir möcht' ich diese Früchte teilen,
du, deren Glieder alle schön.

Der Sakyasohn konzentriert sich durch Vertiefung,
ist umsichtig und aufmerksam.
Das Unsterbliche wünscht der Weise,
so wie ich die Suriyavaccasā.

Wie der Weise sich freuen würde,
hat er erlangt das höchste völlige Erwachen,
so würde ich mich freuen, du Schöne,
wenn ich mit dir zusammen bin.

Würde Sakka mir einen Wunsch gewähren,
der Herr der Tavatiṃsagötter -
dich du Schöne würd' ich wählen,
denn mein Wunsch, der ist so mächtig.

Wie der Sālabaum in voller Blüte,
so ist dein Vater, du Kluge.
Vor ihm mich verneigend grüße ich den,
der solche Kinder hat.

6. Daraufhin, sagte der Erhabene dem Himmelssohn Pañcasikha Folgendes: "Wahrlich passt zusammen, Pañcasikha, dein Saitenklang mit dem Gesang und dein Gesang mit dem Saitenklang. Nicht übertönt wahrlich, Pañcasikha, dein Saitenklang den Gesang oder dein Gesang den Saitenklang. Wann, Pañcasikha, hast du diese Verse, sich beziehend auf den Erwachten, auf die Lehre, auf die Heiligen, auf die Sinnesgenüsse zusammengestellt?" - "Zu einer Zeit, Verehrungswürdiger, weilte der Erhabene in Uruvela, am Ufer des Nerañjara Flusses, am Fuße des Feigenbaumes 'Ziegenhüter', gerade eben vollkommen erwacht. Zu jener Zeit, Verehrungswürdiger, näherte ich mich der Bhaddā Suriyavaccasā, der Tochter des Königs der Himmelssöhne, Timbaru. Dieses Mädchen, Verehrungswürdiger, ersehnte sich aber einen anderen. Den Sikhaddhi, den Sohn von Mātali dem Wagenlenker, den erwünschte sie sich. Weil ich aber, Verehrungswürdiger, dieses Mädchen auf diese Weise nicht gewinnen konnte, war ich, nachdem ich die Laute aus hellem Beluvaholz genommen hatte, zum Anwesen des Königs der Himmelssöhne, Timbaru, gegangen und ließ die Laute aus hellem Beluvaholz hören, mit diesen Versen, sich beziehend auf den Erwachten, auf die Lehre, auf die Heiligen, auf die Sinnesgenüsse:

7. 'Ich grüße deinen Vater, schöne Timbaru Suriyavaccasā
Von dem du stammst, du Schöne, mir Entzücken Bereitende,
Bist eine kühle Brise dem Schweißbedeckten, Wasser dem Durstigen,
Du bist mir lieb, Aṅgīrasī, wie die Lehre den Heiligen.

.......

Wie der Sālabaum in voller Blüte,
so ist dein Vater, du Kluge.
Vor ihm mich verneigend grüße ich den,
der solche Kinder hat.'

Daraufhin, Verehrungswürdiger, sagte mir Bhaddā Suriyavaccasā Folgendes: 'Nicht ist von mir, mein Freund, der Erhabene von Angesicht zu Angesicht gesehen worden, aber ich habe wohl von ihm, dem Erhabenen, gehört, in der Versammlungshalle 'Sudhamma' der Götter der dreiunddreißig, als ich tanzte. Weil du, Freund, den Erhabenen rühmst, werden wir heute zusammentreffen.' Also traf ich mich doch mit dem Mädchen, aber davon nicht jetzt, sondern später."

8. Da kam Sakka, dem Oberhaupt der Götter, folgender Gedanke: Freundliche Worte wechselte der Himmelssohn Pañcasikha mit dem Erhabenen und der Erhabene mit Pañcasikha. Da sprach Sakka, das Oberhaupt der Götter, den Himmelssohn Pañcasikha an: "Du solltest, mein lieber Pañcasikha, den Erhabenen verehren: 'Sakka, das Oberhaupt der Götter, Verehrungswürdiger, seine Vertrauten, seine Dienerschaft verneigen sich zu den Füßen des Erhabenen.'" - "Das wäre gut." Nachdem der Himmelssohn Pañcasikha dies Sakka, dem Oberhaupt der Götter geantwortet hatte, verehrte er den Erhabenen: "Sakka, das Oberhaupt der Götter, Verehrungswürdiger, seine Vertrauten, seine Diener-schaft verneigen sich zu den Füßen des Erhabenen." - "Möge, Pañcasikha, Sakka, das Oberhaupt der Götter, seine Vertrauten und seine Dienerschaft wohlauf sein. Wohl ersehnen ja die Götter, die Menschen, die Asuras, die Schlangengeister, die Himmlischen und auch die anderen verschiedenen Wesensklassen." In dieser Weise beglücken die Vollendeten derart Mächtige. Dann stand der beglückte Sakka, das Oberhaupt der Götter, nachdem er in die Indasālahöhle des Erhabenen eingetreten war, den Erhabenen verehrt hatte, beiseite. Auch die Götter der dreiunddreißig, nachdem sie den Erhabenen verehrt hatten, standen beiseite. Und auch der Himmelssohn Pañca-sikha, nachdem er in die Indasālahöhle eingetreten war, den Erhabenen verehrt hatte, stand beiseite.

9. Zu jener Zeit wurde die Indasālahöhle, die vorher uneben war, ganz eben. Wo Enge war, wurde Weite, wo in der Höhle Dunkel war, wurde Helle, durch die Macht der Götter. Dann sagte der Erhabene Sakka, dem Oberhaupt der Götter, Folgendes: "Großartig ist es, ehrwürdiger Kosiya, erstaunlich ist es, ehrwürdiger Kosiya, dass du trotz der vielen Pflichten und Aufgaben hierher kommst." - "Seit langem, Verehrungswürdiger, möchte ich den Erhabenen aufsuchen, aber ich bin mit unterschiedlichen Pflichten und Aufgaben der Götter der dreiunddreißig beschäftigt, daher konnte ich den Erhabenen nicht aufsuchen. Zu einer Zeit weilte der Erhabene in Sāvatthi, im Salalā-Haus. Da kam auch ich nach Sāvatthi, um den Erhabenen zu sehen.

10. Zu jener Zeit, Verehrungswürdiger, weilte der Erhabene in einer bestimmten Sammlung. Eine Dienerin des Vessavaņa mit Namen Bhuñjatī war zum Erhabenen herangekommen, ihn mit dem Añjali-Gruß verehrend. Da sagte ich, Verehrungswürdiger, Bhuñjatī Folgendes: 'Verehre du, meine Schwester [2], den Erhabenen so: 'Sakka, das Oberhaupt der Götter, Verehrungswürdiger, seine Vertrauten und seine Dienerschaft verneigen sich zu den Füßen des Erhabenen'.' - Nachdem dies gesagt wurde, sagte Bhuñjatī mir Folgendes: 'Die falsche Zeit ist es, Freund, den Erhabenen zu sehen, zurückgezogen weilt der Erhabene.' - 'Wenn, Schwester, sich der Erhabene aus der Sammlung erhebt, dann verehre den Erhabenen an meiner Stelle so: 'Sakka, das Oberhaupt der Götter, Verehrungswürdiger, seine Vertrauten und seine Dienerschaft verneigen sich zu den Füßen des Erhabenen.' Hat diese Schwester, Verehrungswürdiger, den Erhabenen verehrt? Erinnert sich der Erhabene der Rede dieser Schwester?" - "Es verehrte mich, Oberhaupt der Götter, diese Schwester. Ich erinnere mich an die Rede jener Schwester. Tatsächlich, Ehrwürdiger, durch das Geräusch deiner Wagenräder [3] habe ich mich aus der Sammlung erhoben."

11. "Von den Gottheiten, Verehrungswürdiger, die früher als ich als ein Gott der dreiunddreißig wiedergeboren wurden, von jenen hörte ich von Angesicht zu Angesicht und nahm es an: 'Wenn der Vollendete in der Welt erscheint, der Heilige, vollkommen Erwachte, wird die Schar der Götter mehr, die Schar der Asuras weniger.' Aber dies, Verehrungswürdiger, habe ich mit eigenen Augen gesehen: Weil der Vollendete in der Welt erschienen ist, der Heilige, vollkommen Erwachte, wird die Schar der Götter mehr, die Schar der Asuras weniger. Eben hier in Kapilavatthu, Verehrungswürdiger, lebte eine Tochter aus dem Sakya-Geschlecht mit Namen Gopikā, mit Zutrauen zum Buddha, zur Lehre und zur Gemeinde, strebte nach Vollkommenheit in der Sittlichkeit. Nachdem sie ihr weibliches Gemüt aufgegeben hatte, ein männliches Gemüt kultiviert hatte, beim Zerbrechen des Körpers, nach dem Tode, wurde sie in guter Existenz, in himmlischer Welt wiedergeboren, in der Gemeinschaft der Götter der dreiunddreißig, als mein Sohn. Dort kennt man ihn so: Dies ist der Göttersohn Gopaka, dies ist der Göttersohn Gopaka.

Andererseits, Verehrungswürdiger, drei Mönche, die beim Erhabenen den Reinheitswandel auf sich genommen hatten, wurden als niedrige himmlische (Wesen) wiedergeboren. Sie sind mit den fünf Sinnesgenüssen versehen, gehen darin auf, werden damit versorgt. Sie kommen und warten uns auf und dienen uns. Als sie zur Aufwartung und zum Dienen zu uns kamen, schalt sie der Göttersohn Gopaka: ‚Wohin, Freunde, habt ihr eigentlich geschaut, statt die Lehre des Erhabenen zu hören? Obwohl ich eine Frau war, mit Zutrauen zum Buddha, zur Lehre und zur Gemeinde, strebte ich nach Vollkommenheit in der Sittlichkeit. Nachdem ich mein weibliches Gemüt aufgegeben hatte, ein männliches Gemüt kultiviert hatte, beim Zerbrechen des Körpers, nach dem Tode, wurde ich in guter Existenz, in himmlischer Welt wiedergeboren, in der Gemeinschaft der Götter der dreiunddreißig, als der Sohn von Sakka dem Oberhaupt der Götter. Hier nennt man mich so: Dies ist der Göttersohn Gopaka, dies ist der Göttersohn Gopaka. Ihr aber, Freunde, habt beim Erhabenen den Reinheitswandel auf euch genommen und seid als niedrige himmlische (Wesen) wiedergeboren. Unansehnliches haben wir gesehen, als wir sahen, dass die, die die gleiche Lehre haben, als niedrige himmlische (Wesen) wiedergeboren wurden.' Zwei von jenen Göttern, Verehrungswürdiger, als sie vom Göttersohn Gopaka gescholten wurden, haben sich schon in diesem Leben besonnen und erlangten die Brahmapurohita(sphäre) [4]. Einer der Götter aber blieb dort, in der (Sphäre) des sinn-lichen Begehrens. (Gopaka spricht:)

12. Laienanhängerin des Augen Habenden [5] war ich,
mein Name war Gopikā.
Ich erlangte Zutrauen zum Erwachten und der Lehre.
Mit einem Gemüt voller Zutrauen wartete ich dem Sangha auf.

Aufgrund der vorzüglichen Lehre des Erwachten,
bin ich jetzt der mächtige Sohn des Sakka.
Als großer Strahlender wurde ich im Himmel der Götter der dreiunddreißig wiedergeboren,
man kennt mich jetzt hier als den Gopaka.

Dann sah ich die Mönche, die ich vorher schon kannte.
Zu Himmelswesen geworden, sind sie uns untergeben.
Wahrlich, wir haben, als Nachfolger des Gotama,
als wir alle vorher Menschen waren,
uns zu ihren Füßen im eigenen Heim verbeugt
und ihnen mit Essen und Trinken aufgewartet.

Diese Ehrwürdigen nahmen nicht die Lehre an,
denn sie haben woanders hingehört.
Die Lehre muss jeder für sich selbst verstehen.
Gut dargestellt (ist sie, nachdem) der Augen Habende sie erkannt hat.

Ich und ihr, wir haben uns hinbegeben
und hörten die heilsamen Sprüche der Edlen.
Daher bin ich jetzt der mächtige Sohn von Sakka.
Als großer Strahlender wurde ich im Himmel wiedergeboren.

Ihr habt zum Besten euch hinbegeben,
den unübertroffenen Reinheitswandel auf euch genommen.
Die Ehrwürdigen wurden in einer niedrigen Wesensklasse wiedergeboren
in einer unangemessenen Existenz.

Schlechtes haben wir gesehen, da trotz der gleichen Lehre
ihr in niederer Wesenklasse wiedergeboren wurdet.
Die Ehrwürdigen sind zu Himmelswesen geworden,
gekommen um den Göttern zu dienen.

Darum seht bei mir die Andersartigkeit,
der ich vorher im Hause gewohnt habe.
Ich bin eine Frau gewesen, heute bin ich ein Mann,
eine Gottheit versehen mit himmlischen Sinnesgenüssen.

Als sie verstanden hatten, wurden die von dem Nachfolger des Gotama,
nämlich dem Gopaka, Gescholtenen, ergriffen.
'So wollen wir uns anstrengen und fortschreiten,
mögen wir nicht eines anderen Diener sein.'

Jene zwei setzten ihre Tatkraft ein
und gedachten der Anweisungen des Gotama.
Sie befreiten ihre Gemüter von den Leidenschaften,
sie sahen die Nachteile der Sinnesgenüsse.

Diese, nachdem sie die Fesseln und Bindungen der Sinnesgenüsse,
die unheilsamen Joche, die so schwer zu überwinden sind,
durchbrochen hatten, wie ein Elefant die ihn fesselnden Seile,
überwanden (den Bereich) der Götter der dreiunddreißig,
mitsamt den Göttern Indra, Pajāpati,
und allen in der Versammlungshalle 'Sudhamma' Seienden.
Sie sind über die dort Sitzenden hinausgekommen,
als Sieger, als Leidenschaftslose den Schmutz beseitigend.'

Jene (Mönche) gesehen habend, wurde (der Gott) Vāsava [6],
der Beherrscher der Götter, inmitten der Götter ergriffen:
‚Wahrlich, jene (Mönche), in der niedrigen Klasse geboren,
sind über die Götter der dreiunddreißig hinausgekommen.'

Nachdem er von dem Ergriffenen (Vāsava) die Worte vernommen hatte,
sprach der Gopaka den Vāsava an:
‚Der Erwachte, oh Indra, hält sich in der Menschenwelt auf.
Er hat die Sinnesgenüsse überwunden, bekannt als Weiser der Sakyas.
Des (Erwachten) Söhne, die ohne Achtsamkeit waren,
nach deren Tod haben sie durch mich die Achtsamkeit wiedererlangt.

Von diesen drei ist einer hier geblieben,
wiedergeboren als himmlisches Wesen und Untergebener.
Eben diese beiden, die dem Weg des Erwachens nachgefolgt sind,
bedauern sogar (uns) Götter aufgrund ihrer (höheren) Sammlung.

Wenn so das Licht der Lehre sichtbar wird,
dann wird kein Hörer mehr zweifeln.
Überschritten die Flut, den Zweifel abgeschnitten,
verehren wir den Erwachten, den Sieger, das Oberhaupt der Menschen.

Welche Lehre verstanden habend, haben sie einen besonderen (spirituellen Status) erreicht,
indem diese beiden, die Brahmapurohita Sphäre erreichten?
Genau um diese Lehre zu hören sind wir, mein Freund, gekommen.
Da wir vom Erhabenen jetzt Gelegenheit bekamen, werden wir eine Frage stellen.'

13. Da kam dem Erhabenen folgender Gedanke: Lange Zeit ist dieser Sakka schon ein Reiner. Wenn er mich irgendetwas fragen würde, würde er mich etwas Heilsrelevantes fragen, nicht etwas Nichtheilsrelevantes. Von ihm befragt, wenn ich es erklären würde, würde er schnell verstehen. Da sagte der Erhabene dem Oberhaupt der Götter, Sakka, folgenden Vers:

"Stelle mir, Vāsava, eine Frage, die du fragen möchtest.
Was auch immer du fragst, ich werde es beantworten."

- Ende des ersten Kapitels -

Das zweite Kapitel

1. Nachdem er die Erlaubnis erhalten hatte, hat Sakka, das Oberhaupt der Götter, dem Erhabenen die erste Frage gestellt: "Welche Fessel, Herr, fesselt die Götter, Menschen, Asuras, Schlangengeister, die Himmlischen, und was es sonst noch an anderen Wesensklassen gibt. Die halten für gut: Wir leben ohne Feindschaft, ohne zu verletzen, ohne Rivalität, ohne Übelwollen aber mit Feindschaft, Verletzen, Rivalität, Übelwollen leben sie?" So stellte Sakka, das Oberhaupt der Götter, dem Erhabenen die erste Frage. Dem erklärt der Erhabene die Frage: "Durch die Fessel des Neides und des Geizes, Oberhaupt der Götter, sind die Götter, Menschen, Asuras, Schlangengeister, die Himmlischen, und was es sonst noch an anderen Wesensklassen gibt, gefesselt. Sie halten für gut: Wir leben ohne Feindschaft, ohne zu verletzen, ohne Rivalität, ohne Übelwollen aber mit Feindschaft, Verletzen, Rivalität, Übelwollen leben sie. So erklärte der befragte Erhabene Sakka, dem Oberhaupt der Götter, die erste Frage. Erfreut und beglückt hat Sakka, das Oberhaupt der Götter dem Erhabenen gesagt: "So ist es, Erhabener, so ist es Wohlgegangener. Überwunden ist mein Zweifel, vergangen ist meine Unsicherheit, als ich des Erhabenen Antwort hörte."

2. Dann hat Sakka, das Oberhaupt der Götter, nachdem er durch die Rede des Erhabenen erfreut und beglückt war, eine weitere Frage gestellt: "Herr, Neid und Geiz, welche Ursache, welche Entstehung haben sie, woraus entspringen sie, welche Abstammung haben sie, was muss vorhanden sein damit Neid und Geiz entstehen, was muss nicht vorhanden sein, damit Neid und Geiz nicht entstehen?" – "Neid und Geiz, Oberhaupt der Götter, haben ihre Ursache in der Zuneigung und in der Abneigung, sie entstehen aus Zuneigung und Abneigung, entspringen der Zuneigung und Abneigung, stammen von Zuneigung und Abneigung ab. Wenn Zuneigung und Abneigung vorhanden sind, entstehen Neid und Geiz, wenn Zuneigung und Abneigung nicht vorhanden sind, entstehen Neid und Geiz nicht." – "Herr, Zuneigung und Abneigung, welche Ursache, welche Entstehung haben sie, woraus entspringen sie, welche Abstammung haben sie, was muss vorhanden sein damit Zuneigung und Abneigung ent-stehen, was muss nicht vorhanden sein, damit Zuneigung und Abneigung nicht entstehen?" – "Zuneigung und Abneigung, Oberhaupt der Götter, haben ihre Ursache im Willen, sie entstehen aus dem Willen, entspringen dem Willen, stammen vom Willen ab. Wenn Wille vorhanden ist, entstehen Zuneigung und Abneigung, wenn Wille nicht vorhanden ist, entstehen Zuneigung und Abneigung nicht." – "Herr, der Wille, welche Ursache, welche Entstehung habt er, woraus entspringt er, welche Abstammung hat er, was muss vorhanden sein, damit Wille entsteht, was muss nicht vorhanden sein, damit Wille nicht entsteht?" – "Wille, Oberhaupt der Götter, hat seine Ursache in der Denktätigkeit, er entsteht aus der Denktätigkeit, entspringt aus der Denktätigkeit, stammt von der Denktätigkeit ab. Wenn Denktätigkeit vorhanden ist, entsteht Wille, wenn Denktätigkeit nicht vorhanden ist, entsteht Wille nicht." - "Herr, die Denktätigkeit, welche Ursache, welche Entstehung hat sie, woraus entspringt sie, welche Abstammung hat sie, was muss vorhanden, damit die Denktätigkeit entsteht, was muss nicht vorhanden sein, damit die Denktätigkeit nicht entsteht?" – "Denktätigkeit, Oberhaupt der Götter, hat ihre Ursache im Impuls der Vorstellung der Vielfältigkeit [7], sie entsteht aus dem Impuls der Vorstellung der Vielfältigkeit, entspringt dem Impuls der Vorstellung der Vielfältigkeit, stammt von dem Impuls der Vorstellung der Vielfältigkeit ab. Wenn der Impuls der Vorstellung der Vielfältigkeit vorhanden ist, entsteht die Denktätigkeit, wenn der Impuls der Vorstellung der Vielfältigkeit nicht vorhanden ist, entsteht die Denktätigkeit nicht."


3. "Wie, Herr, erreicht der Mönch eine angemessene Methode, die zur Austilgung des Impulses der Vorstellung der Vielfältigkeit führt?" – "Geistige Freude, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihr widmen oder nicht widmen und auch geistiger Kummer, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen und auch Gleichmut, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen. 'Geistige Freude, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihr widmen oder nicht widmen', dies wurde gesagt. Weshalb wurde dies gesagt? Wenn man weiß von der geistigen Freude: Wenn ich mich dieser geistigen Freude widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einer derartigen geistigen Freude soll man sich nicht widmen. Wenn man weiß von der geistigen Freude: Wenn ich mich dieser geistigen Freude widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einer derartigen geistigen Freude soll man sich widmen. Das gibt es mit Denken und Überlegen und ohne Denken und Überlegen. Das ohne Denken und Überlegen ist das Vorzüglichere. 'Auch geistige Freude, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihr widmen oder nicht widmen', diese Aussage ist eben aus diesem Grunde gemacht worden.

'Und auch geistiger Kummer, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', dies wurde gesagt. Weshalb wurde dies gesagt? Wenn man weiß von dem geistigen Kummer: Wenn ich mich diesem geistigen Kummer widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einem derartigen geistigen Kummer soll man sich nicht widmen. Wenn man weiß von dem geistigen Kummer: Wenn ich mich diesem geistigen Kummer widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einem derartigen geistigen Kummer soll man sich widmen. Das gibt es mit Denken und Überlegen und ohne Denken und Überlegen. Das ohne Denken und Überlegen ist das Vorzüglichere. 'Auch geistiger Kummer, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', diese Aussage ist eben aus diesem Grunde gemacht worden.

'Und auch Gleichmut, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', dies wurde gesagt. Weshalb wurde dies gesagt? Wenn man weiß von dem Gleichmut: Wenn ich mich diesem Gleichmut widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einem derartigen Gleichmut soll man sich nicht widmen. Wenn man weiß von dem Gleichmut: Wenn ich mich diesem Gleichmut widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einem derartigen Gleichmut soll man sich widmen. Dieses gibt es mit Denken und Überlegen und ohne Denken und Überlegen. Das ohne Denken und Überlegen ist das Vorzüglichere. 'Auch Gleichmut, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', diese Aussage ist eben aus diesem Grunde gemacht worden. So, Oberhaupt der Götter, erreicht der Mönch eine angemessene Methode, die zur Austilgung des Impulses der Vorstellung der Vielfältigkeit führt." So erklärte der befragte Erhabene Sakka, dem Oberhaupt der Götter, die Frage. Erfreut und beglückt hat Sakka, das Oberhaupt der Götter dem Erhabenen gesagt: "So ist es, Erhabener, so ist es Wohlgegangener. Überwunden ist mein Zweifel, vergangen ist meine Unsicherheit, als ich des Erhabenen Antwort hörte."


4. Dann hat Sakka, das Oberhaupt der Götter, nachdem er durch die Rede des Erhabenen erfreut und beglückt war, eine weitere Frage gestellt: "Wie erreicht, Herr, der Mönch die Zügelung gemäß dem Pātimokkha?" – "Körperliches Verhalten, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen. Sprachliches Verhalten, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen. Suchen, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen. 'Körperliches Verhalten, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen' dies wurde gesagt. Weshalb wurde dies gesagt? Wenn man weiß von dem körperlichen Verhalten: Wenn ich mich diesem körperlichen Verhalten widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einem derartigen körperlichen Verhalten soll man sich nicht widmen. Wenn man weiß von dem körperlichen Verhalten: Wenn ich mich diesem körperlichen Verhalten widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einem derartigen körperlichen Verhalten soll man sich widmen.' Körperliches Verhalten, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', diese Aussage ist eben aus diesem Grunde gemacht worden.

'Sprachliches Verhalten, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', dies wurde gesagt. Weshalb wurde dies gesagt? Wenn man weiß von dem sprachlichen Verhalten: Wenn ich mich diesem sprachlichen Verhalten widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einem derartigen sprachlichen Verhalten soll man sich nicht widmen. Wenn man weiß von dem sprachlichen Verhalten: Wenn ich mich diesem sprachlichen Verhalten widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einem derartigen sprachlichen Verhalten soll man sich widmen. 'Sprachliches Verhalten, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', diese Aussage ist eben aus diesem Grunde gemacht worden.

‚Herbeisehnen, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen' dies wurde gesagt. Weshalb wurde dies gesagt? Wenn man weiß von dem Herbeisehnen: Wenn ich mich diesem Herbeisehnen widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einem derartigen Herbeisehnen soll man sich nicht widmen. Wenn man weiß von dem Herbeisehnen: Wenn ich mich diesem Herbeisehnen widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einem derartigen Herbeisehnen soll man sich widmen. 'Herbeisehnen, Oberhaupt der Götter, ist von zweifacher Art, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen', diese Aussage ist eben aus diesem Grunde gemacht worden. So hat der Mönch die Zügelung gemäß dem Pātimokkha erreicht." So erklärte der befragte Erhabene Sakka, dem Oberhaupt der Götter, die Frage. Erfreut und beglückt hat Sakka, das Oberhaupt der Götter dem Erhabenen gesagt: "So ist es, Erhabener, so ist es Wohlgegangener. Überwunden ist mein Zweifel, vergangen ist meine Unsicherheit als ich des Erhabenen Antwort hörte."


5. Dann hat Sakka, das Oberhaupt der Götter, nachdem er durch die Rede des Erhabenen erfreut und beglückt war, eine weitere Frage gestellt: "Wie erreicht, Herr, der Mönch die Zügelung der Sinne?" – "Das durch das Augbewusstsein wahrzunehmende Sichtbare, Oberhaupt der Götter, ist zweifach, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen. Das durch das Hörbewusstsein ... Riechbewusstsein ... Schmeckbewusstsein ... Tastbewusstsein ... Denkbewusstsein wahrzunehmenden Denkbare, Oberhaupt der Götter, ist zweifach, man soll sich ihm widmen oder nicht widmen." Daraufhin, sagte Sakka, das Oberhaupt der Götter, dem Erhabenen Folgendes: "Was jetzt der verehrungswürdige Erhabene in Kürze gesagt hat, diesen Sachverhalt weiß ich ausführlich. Oh, Ehrwürdiger, das durch das Augbewusstsein wahrzunehmenden Sichtbare, wenn man von dem weiß: Wenn ich mich diesem Sichtbaren widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einem der-artigen Sichtbaren soll man sich nicht widmen. Wenn man weiß von diesem Sichtbaren: Wenn ich mich diesem Sichtbaren widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einem derartigen Sichtbaren soll man sich widmen. Oh, Ehrwürdiger, das durch das Hörbewusstsein ... Riechbewusstsein ... Schmeckbewusstsein ... Tastbewusstsein ... Denkbewusstsein wahrzunehmende Denkbare, wenn man von dem weiß: Wenn ich mich diesem Denkbaren widme, dann werden die unheilsamen Dinge mehr und die heilsamen Dinge werden weniger, einem derartigen Denkbaren soll man sich nicht widmen. Wenn man von diesem Denkbaren weiß: Wenn ich mich diesem Denkbaren widme, dann werden die unheilsamen Dinge weniger und die heilsamen Dinge werden mehr, einem derartigen Denkbaren soll man sich widmen. Was jetzt der verehrungswürdige Erhabene in Kürze gesagt hat, diesen Sachverhalt verstehe ich ausführlich so. Überwunden ist mein Zweifel, vergangen ist meine Unsicherheit als ich des Erhabenen Antwort hörte."

6. Dann hat Sakka, das Oberhaupt der Götter, nachdem er durch die Rede des Erhabenen erfreut und beglückt war, eine weitere Frage gestellt: "Herr, haben alle Lehren der Asketen und Brahmanen nur ein Ziel, alle Sittlichkeit nur ein Ziel, aller Wille nur ein Ziel, alles Anstreben nur ein Ziel?" – "Nein, Oberhaupt der Götter, nicht alle Lehren der Asketen und Brahmanen haben nur ein Ziel, nicht alle Sittlichkeit nur ein Ziel, nicht aller Wille nur ein Ziel, nicht alles Anstreben nur ein Ziel." – "Warum haben nicht alle Lehren der Asketen und Brahmanen nur ein Ziel, alle Sittlichkeit nur ein Ziel, aller Wille nur ein Ziel, alles Anstreben nur ein Ziel?" - "Die Welt, Oberhaupt der Götter, ist von unterschiedlicher Beschaffenheit, von verschiedener Beschaffenheit. Weil die Wesen die Welt [8] mit ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit, mit ihrer verschiedenen Beschaffenheit ergreifen und diese jeweilige Beschaffenheit mit aller Kraft festhaltend behaupten: 'Nur dieses ist Wahrheit, töricht anderes.' Daher haben nicht alle Lehren der Asketen und Brahmanen nur ein Ziel, alle Sittlichkeit nur ein Ziel, aller Wille nur ein Ziel, alles Anstreben nur ein Ziel."

"Haben alle Asketen und Brahmanen, oh Herr, ganz und gar das Ziel, ganz und gar die vollkommene Geborgenheit, ganz und gar den Reinheitswandel, ganz und gar den Endpunkt erreicht?" – "Nein, Oberhaupt der Götter, nicht alle Asketen und Brahmanen haben ganz und gar das Ziel, ganz und gar die vollkommene Geborgenheit, ganz und gar den Reinheitswandel, ganz und gar den Endpunkt erreicht." – "Warum haben nicht alle Asketen und Brahmanen ganz und gar das Ziel, ganz und gar die vollkommene Geborgenheit, ganz und gar den Reinheitswandel, ganz und gar den Endpunkt erreicht?" - "Diejenigen Asketen und Brahmanen, Oberhaupt der Götter, die befreit sind durch die Ausmerzung des Durstes, die haben ganz und gar das Ziel, ganz und gar die vollkommene Geborgenheit, ganz und gar den Reinheitswandel, ganz und gar den Endpunkt erreicht. Daher haben nicht alle Asketen und Brahmanen ganz und gar das Ziel, ganz und gar die vollkommene Geborgenheit, ganz und gar den Reinheitswandel, ganz und gar den Endpunkt erreicht." So erklärte der befragte Erhabene Sakka, dem Oberhaupt der Götter, die Frage. Erfreut und beglückt sagte Sakka, das Oberhaupt der Götter dem Erhabenen: "So ist es, Erhabener, so ist es Wohlgegangener. Überwunden ist mein Zweifel, vergangen ist meine Unsicherheit, als ich des Erhabenen Antwort hörte."


7. Dann sagte Sakka, das Oberhaupt der Götter, nachdem er durch die Rede des Erhabenen erfreut und beglückt war, dem Erhabenen Folgendes: "Begehren, Verehrungswürdiger, ist eine Krankheit, Begehren ist ein Geschwür, Begehren ist ein Dorn, das Begehren bringt den Menschen dazu, im jeweiligen Dasein wiedergeboren zu werden. So erreicht der Mensch hohes und niedriges (Dasein). Diejenigen Fragen, Verehrungswürdiger, für die ich außerhalb von hier, bei den anderen Asketen und Brahmanen, nicht einmal eine Gelegenheit zum Fragen hatte, die mich lange Zeit schon beschäftigten, die hat mir der Erhabene erklärt. Den Dorn des Zweifels und der Ungewissheit hat der Erhabene mir gezogen." – "Erinnerst du dich, Oberhaupt der Götter, diese Fragen schon anderen Asketen und Brahmanen gestellt zu haben?" – "Ja, ich erinnere mich, Verehrungswürdiger, dass ich diese Fragen schon anderen Asketen und Brahmanen gestellt habe." – "In welcher Weise, Oberhaupt der Götter, jene geantwortet haben, sage, wenn es dir nichts ausmacht." – "Nicht, Verehrungswürdiger, macht es mir etwas aus, bei dem Erhabenen oder dem Erhabenen Gleichenden." – "Dann, Oberhaupt der Götter, mögest du sprechen." - "Wenn ich, Verehrungswürdiger, Asketen und Brahmanen meine, dann solche: Sie sind in der Wildnis und Unwegsamkeit [9] Lebende, die besuchte ich und stellte diese Fragen. Jene, von mir befragt, konnten mir nicht antworten. Obwohl sie nicht antworten konnten, stellten sie eine Gegenfrage: ‚Wie ist der Name des Ehrwürdigen?' So befragt antwortete ich: ‚Ich bin, Herr, Sakka, das Oberhaupt der Götter.' Dann befragten sie mich noch weiter: ‚Was hat das ehrwürdige Oberhaupt der Götter getan, um zu diesem Stand zu gelangen?' Dann habe ich ihnen die Lehre dargelegt, so wie ich sie gehört und (im Gedächtnis) behalten hatte. Schon dadurch waren sie erfreut: Wir haben das Oberhaupt der Götter, Sakka, gesehen und was wir ihn gefragt haben, hat er uns beantwortet. Sie wurden in erster Linie meine Anhänger und nicht ich ihrer. Ich bin, Verehrungswürdiger, Anhänger des Erhabenen, ein in den Strom Eingetretener, kann nicht in der Hölle erscheinen, bin bestimmt für das vollständige Erwachen, habe es als endgültiges Ziel."

"Erinnerst du dich, Oberhaupt der Götter, vorher eine derartige Freude, ein derartiges Erfreut sein erlebt zu haben?" – "Ich habe, Verehrungswürdiger, vorher eine derartige Freude, ein derartiges Erfreut sein erlebt." – "Bei welchem Anlass, Oberhaupt der Götter, hast du eine derartige Freude, ein derartiges Erfreut sein erlebt?" – "Es hat, Verehrungswürdiger, in früherer Zeit ein Kampf zwischen den Göttern und den Asuras stattgefunden. In diesem Kampf, Verehrungswürdiger, siegten die Götter, die Asuras unterlagen. Da kam mir, Verehrungswürdiger, nachdem wir den Kampf gewonnen hatten, als wir siegten, folgender Gedanke: Beides haben jetzt die Götter, sowohl den Götternektar als auch den Asuranektar. Diese Freude, dies Erfreut sein, Verehrungswürdiger, war verbunden mit (Verletzen) durch Stock und Waffen, führte nicht zur Ernüchterung, nicht zur Leidenschaftslosigkeit, nicht zum Aufhören, nicht zur Ruhe, nicht zum Verständnis, nicht zum Erwachen, nicht zum Nibbana. Die Freude, das Erfreut sein, Verehrungswürdiger, das ich beim Hören der Lehre des Erhabenen empfand, war nicht verbunden mit (Verletzen) durch Stock und Waffen, führte zur Ernüchterung, zur Leidenschaftslosigkeit, zum Aufhören, zur Ruhe, zum Verständnis, zum Erwachen, zum Nibbana."

8. "Aus welchem Grund, Oberhaupt der Götter, hast du diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden?" – "Aus sechs Gründen, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden.

Hier stehe ich, ein zum Gott Gewordener,
mehr Lebenskraft erhielt ich, das wisse oh Herr.

Aus diesem ersten Grund, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden.

Den himmlischen Körper abgetan, die göttliche Lebenskraft verbraucht,
bewusst werde ich den Mutterschoß suchen, der meinem Geist gefällt.

Aus diesem zweiten Grund, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden.

Nicht umsonst war mein Fragen, ich habe ständig Freude an der Anleitung.
Erkennend werde ich verweilen, klarbewusst und gänzlich achtsam.


Aus diesem dritten Grund, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden.

Wenn ich mit Erkenntnis wandle, wird mir das Erwachen werden.
Völlig Erkennend verweilend, wird bald das Ziel erreicht sein.

Aus diesem vierten Grund, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden.

Den menschlichen Körper abgetan, die menschliche Lebenskraft verbraucht,
werde ich wieder ein Gott sein, der Beste in der Götterwelt.

Aus diesem fünften Grund, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden.

Die allerhöchsten Götter, die berühmten Akanittha.
In der letzten Existenz wird mir dort der Aufenthalt sein.

Aus diesem sechsten Grund, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden. Aus allen diesen sechs Gründen, Verehrungswürdiger, habe ich diese Freude, dieses Erfreut sein empfunden.

9. Unzufriedene Gedanken, Zweifel, Unsicherheit.
Lange Zeit irrte ich umher, den Vollendeten suchend.
Zu denen, von denen ich meinte sie seien Asketen, die abgeschieden leben,
bin ich gegangen, meinend sie seien vollkommen erwacht.

Wie ist Vollendung, wie kann Vollendung verfehlt werden?
So befragt konnten sie nicht den Weg, nicht die Vorgehensweise erklären.
Als sie wussten, Gott Sakka ist gekommen,
haben sie mich befragt: 'Wie hast du diesen Stand erreicht?'

Denen habe ich, wie ich von anderen vernommen, die Lehre dargelegt.
Allein davon wurden sie erfreut, und vom Sehen des Vāsava.

Als ich dann den Erwachten sah, der den Zweifel zerstört,
bin ich heute ohne Furcht, nachdem ich den vollkommen Erwachten aufsuchte,
der den Stachel des Durstes zog, der Erwachte, der unvergleichliche.
Ich ehre den großen Sieger, verehre den Sonnengleichen.

Was wir für den Brahma tun, oh Herr, mitsamt den Göttern,
das tun wir heute für dich, wir allesamt.
Du bist der vollkommen Erwachte, du bist der unübertroffene Meister.
In dieser Welt mit ihren Göttern gibt es nicht Deinesgleichen."

10. Dann hat Sakka, das Oberhaupt der Götter, den Himmelssohn Pañcasikha angesprochen: "Sehr hilfreich bist du mir gewesen, Pañcasikha, dass du zuerst den Erhabenen frohgestimmt hast. Nachdem du zuerst den Erhabenen günstig gestimmt hast, konnte ich den Erhabenen, den Heiligen, vollkommen Erwachten aufsuchen. Ich werde veranlassen dass du dein väterliches Erbe antreten kannst. Du wirst der König der Himmlischen werden, Bhaddā Suriya-Vaccasā werde ich dir (als Gemahlin) geben, da du sie dir wünscht." Dann hat Sakka, das Oberhaupt der Götter, nachdem er mit der Hand über die Erde gestrichen hatte, dreimal diesen Ausspruch gesprochen:


"Verehrung ihm, dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten
Verehrung ihm, dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten
Verehrung ihm, dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten."

Als diese Darlegung stattfand, ging Sakka, dem Oberhaupt der Götter, das klare, reine Auge der Wahrheit auf: 'Was auch als seine Eigenschaft das Entstehen hat, alles das hat als seine Eigenschaft das Vergehen' und ebenso achtzigtausend anderen Göttern. So wurden die vom Gott Sakka gestellten Fragen vom Erhabenen beantwortet. Daher wird diese Darlegung 'Sakkas Fragen' genannt.

Die Lehrrede von Sakkas Fragen ist beendet


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[1] wörtlich: es standen ihnen die Körperhaare zu Berge.
[2] Der Ausdruck Schwester wird als liebevolle Anrede gebraucht.
[3] Der Gott Sakka / Indra fährt in der indischen Mythologie einen Wagen, von diesem ist hier die Rede.
[4] Eine Sphäre des ersten Jhānas
[5] = der Buddha
[6] Der Gott Indra wird außerdem noch mit folgenden Namen belegt: Sakka, Vāsava, Kosiya und Vessavaņa.
[7] Die Gedankentätigkeiten haben ihren Ursprung in dem ersten Aufflackern des Wollens die Vielfalt der Welt in Begriffe zu fassen.
[8] Sowohl die äußere Welt in der Vorstellung, als auch die inneren Anlagen des jeweiligen Menschen.
[9] wörtlich: in Grenzgebieten lebend