sankhāra

'Formation', Karmaformation, Gestaltung, Bildung, geistiges Gestalten.

Das in karmischer Willenstätigkeit bestehende Gestalten.

Es gibt karmisch heilsame (kusala), und unheilsame (akusala) Karmaformationen in Werken (kāya-sankhāra), Worten (vacī-sankhāra) und in Gedanken (citta-sankhāra).

Karmaformation bezeichnet sowohl:
 

  1. die Tätigkeit des Gestaltens als auch
  2. den passiven Zustand des Gestaltetseins, das Gestaltete, das Gebilde.

 

  1. Als 2. Glied des paticcasamuppāda ist sankhāra das in karmischer Willenstätigkeit (kamma-cetanā) bestehende Gestalten, wofür ich den Ausdruck 'Karmaformation' geprägt habe. Es gibt karmisch heilsame (kusala), und unheilsame (akusala) Karmaformationen in Werken (kāya-sankhāra), Worten (vacī-sankhāra) und in Gedanken (citta-sankhāra). Vgl. indessen puñña.
  2. Die drei Begriffe kāya-sankhāra, vacī-sankhāra und citta-sankhāra werden häufig auch in anderem Sinne gebraucht, nämlich als 'körperliche Funktion' d.i. Ein- und Ausatmung; 'sprachliche Funktion', d.i. Gedankenfassung und Diskursives Denken (vitakka, vicāra); 'geistige Funktion', d.i. Gefühl, Wahrnehmung usw. Vgl. M. 44 u. a.
  3. sankhāra bezeichnet auch die 4. Daseinsgruppe, die 'Gruppe der Geistesformationen' (sankhāra-kkhandha), siehe khandha.
  4. sankhāra, im Sinne von 'Gestaltetem' (sankhata), oder Gebilde, umfaßt alle entstandenen Daseinsgebilde überhaupt. Dieser Begriff ist aber immerhin noch in dem weiteren Begriff 'dhamma' (Ding, Denkobjekt) eingeschlossen, denn dhamma umfaßt selbst das Unentstandene (Nirwahn).

Note von KEN D.16:

Erscheinung, Unterscheidung, sankhāro, von samskar = zusammenstellen, ist wörtlich Synthesis, nämlich der Wahrnehmung, saññā, die an sich nur Sinnesempfindung, aber keine Synthesis der Apperzeption gibt: daher ist sankhāro als das vermittelnde Glied zwischen der Wahrnehmung, saññā, und dem Bewußtsein, viññānam, schlechterdings die Unterscheidung, und zwar das aus der Wahrnehmung erst hervorgehende Zusammenfassen der Merkmale, ihr Eindruck (cf. sankhāro = vāsanā), der alsbald in Bewußtsein übergeht. Im weiteren Sinne, wie oben, ist dann sankhāro, pl. sankhārā, so viel als Erscheinung überhaupt, das ist jede irgend mögliche Vorstellung eines Objekts für ein Subjekt.


Siehe auch Fussnote 55 in Heilslehre des Buddha von Georg Krauskopf.


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