Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten

Übersicht über den Inhalt [der Vorgeschichten] und der einzelnen Jatakas

 Erstes Buch  (Eka-Nipata)

 

1. Die Erzählung von dem Wahren  (Apannaka-Jataka).

[Fünfhundert Männer nehmen zu Buddha ihre Zuflucht, fallen aber während seiner Abwesenheit in die alte Irrlehre zurück. Nach seiner Rückkehr befestigt er sie wieder im Guten und bringt sie zur Bekehrung]

Zwei Kaufleute wollen durch die Wüste reisen. Der Törichte zieht voraus, läßt sich von einem Dämon verleiten das mitgeführte Wasser auszugießen und fällt dadurch dem Dämon zum Opfer. Der Kluge, der etwas später denselben Weg macht, geht nicht auf die Vorspiegelungen des Dämons ein, findet die Überreste der Karawane seines törichten Genossen und gelangt sicher an sein Ziel.

 

2. Die Erzählung von dem Sandweg  (Vannupatha-Jataka).

[Ein junger Mönch, der sich zur Betrachtung in die Einsamkeit zurückgezogen hat, sieht keinen Erfolg in seinem Streben und kehrt unverrichteter Dinge in das Kloster zurück. Buddha hört davon und bringt ihn zur Bekehrung]

Eine Karawane zieht durch eine Wüste. In der letzten Nacht schläft der Führer ein und merkt nicht, daß unterdessen die Tiere wieder in die Wüste hineingezogen sind. Alles glaubt sich verloren, da das Wasser zu Ende gegangen ist. Da findet der Führer infolge eines klugen Gedankens Wasser und die Karawane ist gerettet.

 

3. Die Erzählung von dem Seri-Kaufmann  (Serivanija-Jataka).

[Ein Mönch hat in seinem Streben nachgelassen und wird von Buddha zur Bekehrung gebracht]

Zwei Kaufleute gehen, ihre Waren anpreisend, durch die Straßen einer Stadt. Der eine entdeckt dabei eine goldene Schüssel, deren Wert die Besitzerin nicht kennt. Um sie möglichst billig zu erhalten sagt er, sie sei nichts wert. Der zweite, der später des Weges kommt, gibt ihren Wert bekannt, erhält sie für eine verhältnismäßig geringe Summe und fährt mit ihr über den Fluß. Nun kommt der erste wieder und erfährt, daß der andre im Besitze der Schüssel ist; wutentbrannt setzt er ihm nach und endet, als er die Unmöglichkeit einsieht ihn einzuholen, durch einen Blutsturz.

 

4. Die Erzählung von dem Kaufmann Cullaka  (Cullaka-Setthi-Jataka).

[Großkaufmannstochter läßt sich mit einem Sklaven ein und vorläßt das elterliche Haus. Sie gebiert zwei Knaben, die sie später zu den Großeltern bringt, wo sie erzogen werden. Beide werden bei Buddha Mönch. Der Jüngere stellt sich ungeschickt und soll deshalb an einer Einladung nicht teilnehmen; deshalb will er in die Welt zurückkehren. Buddha hält ihn davon ab und bringt ihn zur Heiligkeit. In dieser Eigenschaft wirkt er Wunder und erregt allgemeines Erstaunen über sein rasches Vorwärtskommen. Buddha setzt den Grund hiervon den Mönchen auseinander]

Ein Armer findet eine tote Maus. Er verkauft sie und gelangt durch geschickte Ausnützung des dafür erhaltenen Geldes in kurzer Zeit zu Wohlstand.

 

5. Die Erzählung vom Reismaß  (Tandulanali-Jataka).

[Ein Mönch ist unzufrieden mit der Speise, die er bei der täglichen Verteilung erhält, und lässt sich selbst das Amt des Verteilers übertragen. Doch zeigt er sich dabei so unfähig, daß ein Aufruhr entsteht und er abgesetzt wird]

Ein König setzt aus Habsucht einen ungerechten Schätzer ein. Als dieser einmal fünfhundert Pferde nur für ein Maß Reis wert erklärt, wird durch eine List seine Ungerechtigkeit in Gegenwart des Königs so deutlich aufgedeckt, daß dieser genötigt ist ihn zu entlassen und den früheren gerechten Schätzer wieder in sein Amt einzusetzen.

 

6. Die Erzählung von der Gottähnlichkeit  (Devadhamma-Jataka).

[Ein reicher Mann wird Mönch; doch behält er auch nach seinem Eintritt ins Kloster sein bequemes Leben bei. Als ihn Buddha darüber zur Rede stellt, zerreißt er vor Zorn sein Gewand. Buddha hält ihm das Unziemliche dieser Handlungsweise vor und bringt ihn zur Bekehrung]

Zwei Prinzen verlassen wegen der Umtriebe ihrer Stiefmutter den Hof und begeben sich in die Einsamkeit; ihr Stiefbruder begleitet sie. Letzterer und der jüngere der beiden Prinzen werden von einem Dämon gefangen. Der älteste Prinz aber bezwingt diesen durch seine Weisheit und Güte, so daß er die beiden Brüder freigibt und sich zu einem tugendhaften Leben bekehrt.

 

7. Die Erzählung von der Holzsammlerin  (Katthahari-Jataka).

[Ein König erfährt, daß seine Gemahlin die Tochter einer Sklavin sei, und nimmt ihr ihren Rang. Buddha hält ihm sein Unrecht vor]

Ein König wohnt einer Holzsammlerin bei und gibt ihr für den Fall, daß ein Sohn ihrer Verbindung entsprießen sollte, seinen Siegelring. Als sie diesen später vorzeigt, leugnet aus Scham der König der Vater ihres Sohnes zu sein. Als dieser aber zur Bekräftigung der Wahrheit frei in der Luft stehen bleibt, erkennt ihn sein Vater an.

 

8. Die Erzählung von Gamani  (Gamani-Jataka).

[Ein Mönch, der in seinem Streben nachgelassen, wird durch die Ermahnung Buddhas zur Heiligkeit geführt]

Eine andre Version des Schlusses vom Samvara-Jataka (Nr. 462).

 

9. Die Erzählung vom König Makhadeva  (Makhadeva-Jataka).

[Buddha erzählt den Mönchen, daß er auch schon in einer früheren Existenz die Welt verlassen habe]

Der König Makhadeva bemerkt zum ersten Male auf seinem Haupte ein graues Haar. Dadurch wird er veranlaßt seine Regierung niederzulegen und sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, um den Rest seines Lebens als Asket zu verbringen.

 

10. Die Erzählung von dem glücklichen Leben  (Sukhavihari-Jataka).

[Ein Mönch, der früher König war, preist sein jetziges Glück. Buddha erzählt, daß es diesem schon früher einmal so ergangen]

Ein berühmter Asket wird vom König von Benares veranlaßt in seiner Nähe zu bleiben. Eines Tages besucht ihn ein Schüler. Dieser erregt den Unwillen des Königs, weil er ihn gar nicht beachtet sondern in seiner Verzückung beharrt. Doch wird der König wieder besänftigt durch die Mitteilung, daß dieser auch früher ein König gewesen sei und sich jetzt im Gegensatz zu früher unaussprechlich glücklich fühle.

 

11. Die Erzählung von der Gazelle „Schön"  (Lakkhana-Jataka).

[Sāriputta und Mogallāna machen Devadatta seine Anhänger abspenstig. Buddha weist auf ein ähnliches Ereignis der Vergangenheit hin]

Ein Gazellenkönig übergibt seinen zwei Söhnen je fünfhundert Gazellen zur Leitung. Der eine Sohn verliert durch seine Unachtsamkeit den größten Teil seiner Herde, während der andre durch vorsichtiges Handeln die Seinen ungefährdet zurückbringt.

 

12. Die Erzählung von der Nigrodhagazelle  (Nigrodhamiga-Jataka).

[Eine junge Frau findet kein Gefallen an der Welt und erwirkt von ihrem Gatten die Erlaubnis Nonne zu werden. Ohne es zu wissen hat sie während der kurzen Zeit ihrer Ehe empfangen und wird nun schwanger befunden. Die Nonnen berichten dies Devadatta, der jene sofort aus dem Orden ausstoßen will; doch appelliert sie an Buddha und läßt sich zu ihm bringen. Im Auftrage Buddhas untersucht Visakha die junge Nonne und findet, daß die Empfängnis vor ihrem Eintritt ins Kloster stattgefunden habe, worauf jene von Buddha für gerechtfertigt erklärt wird. Ihr Sohn, den sie kurz darauf zur Welt bringt, wird vom Könige erzogen und geht darauf auch ins Kloster, wo er zur Heiligkeit gelangt]

Um nicht beständig durch erzwungene Teilnahme an der Jagd belästigt zu werden treiben die Bewohner von Benares eine große Gazellenherde, die von zwei goldfarbigen Gazellen geleitet wird, in den königlichen Park. Damit nun nicht alle Gazellen fortwährend von Todesfurcht gepeinigt werden, beschließen sie jeden Tag durch das Los ein Opfer zu bestimmen. Eines Tages trifft das Los eine schwangere Gazelle; statt ihrer legt der goldfarbige Leiter der einen Hälfte trotz der ihm vom König gewährten Unverletzlichkeit sein Haupt auf den Block. Hierdurch wird der König veranlaßt die Gazellenjagd aufzugeben und diese Schonung auch auf alle anderen Tiere auszudehnen.

 

13. Die Erzählung von dem (Liebes-)Pfeil  (Kandina-Jataka).

[Ein Mönch, der immer noch gern seiner früheren Frau gedenkt, wird von Buddha durch heilsame Ermahnung zur Bekehrung gebracht]

Ein Bergantilopenbock ist von Liebe zu einem Gazellenweibchen so sehr gefesselt, daß er die Nähe des Jägers nicht wittert und von diesem mit einem Pfeil erlegt wird, während das Weibchen entkommt.

 

14. Die Erzählung von der Windgazelle  (Vatamiga-Jataka).

[Ein Jüngling erlangt mit großer Mühe von seinen Eltern die Erlaubnis Mönch zu werden. Eine Dirne verspricht seinen Eltern ihn wieder in ihr Haus zurückzubringen und erreicht auch wirklich durch List, daß er den Mönchsstand verläßt und zu seinen Eltern zurückkehrt]

Eine scheue Windgazelle wird von einem Parkwächter dadurch, daß er sie mit Honig bestrichenes Gras fressen läßt, allmählich so zahm gemacht, daß sie ihm bis in den Hof des Königspalastes folgt.

 

15. Die Erzählung von Kharadiya   (Kharadiya-Jataka).

[Ein unfolgsamer Mönch wird von Buddha auf das Gefährliche seiner Handlungsweise aufmerksam gemacht]

Eine Gazelle versäumt es durch ihre Nachlässigkeit rechtzeitig die Gazellenlisten zu erlernen und fällt dadurch einem Jäger zum Opfer.

 

16. Die Erzählung von der Gazelle in den drei Lagen  (Tipallatthamiga-Jataka).

[Infolge einer unangenehmen Erfahrung verbietet Buddha, daß die Mönche mit den Nichtgeweihten gemeinsam schlafen. Deshalb findet sein Sohn Rahula keine Wohnung und bringt die Nacht in dem Abort zu, der zu Buddhas Wohnung gehört. Daraufhin mildert Buddha seine erste Verfügung]

Eine Gazelle erlernt die Gazellenlisten und ist, als sie sich einmal in einer Schlinge gefangen hat, dadurch imstande sich durch eigene Kraft zu befreien.

 

17. Die Erzählung vom Wind  (Maluta-Jataka).

[Zwei alte Mönche können sich nicht einigen, in welcher Monatshälfte es warm oder kühl sei, und gehen deshalb zu Buddha, der sie auf ein früheres Vorkommnis ähnlicher Art verweist]

Ein Löwe und ein Tiger streiten miteinander, in welcher Zeit des Monats es kühl sei. Ein Weiser entscheidet ihren Streit durch den Hinweis darauf, daß die Kühle vom Wehen des Windes abhänge.

 

18. Die Erzählung von der Totenspeise  (Matakabhatta-Jataka).

[Buddha verwirft den Gebrauch zu Ehren der Toten Tiere zu schlachten]

Ein Brahmane will einen Widder als Totenopfer schlachten lassen. Dieser freut sich am Ende seiner Leiden angelangt zu sein, ist aber zugleich auch betrübt, daß den Brahmanen wegen dieser Tat in Zukunft dasselbe Los treffen soll wie ihn selbst. Der Widder soll nun am Leben bleiben; er wird aber durch einen Stein getötet, der ihm den Kopf zerschmettert.

 

19. Die Erzählung von der Gelübdespeise  (Ayacitabhatta-Jataka).

[Buddha verwirft den Gebrauch zur Lösung von einem Gelübde Tiere zu schlachten]

Eine Baumgottheit, der ein großes Tieropfer dargebracht worden, belehrt den Opfernden über die Verwerflichkeit seines Tuns.

 

20. Die Erzählung von dem Rohrtrinken  (Nalapana-Jataka).

[Die Mönche holen aus einem gewissen Teiche Rohrstängel um sich Nadelbüchsen zu verfertigen und sehen, daß die Stängel alle gespalten sind. Buddha erklärt ihnen den Grund dieser Erscheinung]

Eine Affenschar möchte aus einem Lotosteiche, in dem sich ein Wasserdämon aufhält, Wasser trinken. Um nun nicht in die Gewalt des Dämons zu gelangen, erhalten die Affen durch ihren Anführer die Weisung durch Schilfrohre das Wasser einzusaugen, was durch ein Wunder ermöglicht wird.

 

21. Die Erzählung von der Kurunga-Gazelle  (Kurunga-Jataka).

[Es werden die Anschläge Devadattas auf das Leben Buddhas angeführt; doch weist Buddha darauf hin, daß auch früher schon diese Anschläge erfolglos waren]

Ein Jäger sucht von einem Gerüste aus, das er oben an den Bäumen befestigt, die Gazellen zu erlegen. Eine Gazelle aber bemerkt seine List und entgeht dadurch dem Tode.

 

22. Die Erzählung von dem Hunde  (Kukkura-Jataka).

[Es wird verwiesen auf die Erzählung im Jataka 465, die von dem Wirken für die Verwandten handelt]

In einer Nacht verzehren die Hunde des Königs das Lederzeug seines Wagens. Hierüber erzürnt befiehlt der König die Tötung aller Hunde außer seinen eigenen. Ein weiser Hund dringt aber bis zum Könige vor und beweist ihm, daß seine eigenen Hunde die Schuldigen sind. Hierdurch erlangt er vom Könige Schonung für die Hunde und auch für alle anderen Tiere.

 

23. Die Erzählung von dem edlen Rosse Bhoja  (Bhojajaniya-Jataka).

[Ein Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hat, wird zur Heiligkeit geführt]

Als einmal sieben Könige gegen Benares heranziehen, bezwingt ein Ritter durch die Kraft des königlichen Leibrosses, das er bestiegen, sechs derselben. Da wird das Leibroß verwundet. Der Ritter will ein anderes wappnen um den Kampf zu Ende zu führen; doch das verwundete Roß bewegt ihn dazu, daß er es wieder mit ihm versucht, da ein anderes dies nicht leisten könne. Nachdem auch der siebente König gefangen ist, löst man dem Rosse die Rüstung und es stirbt, vom Könige tief betrauert.

 

24. Die Erzählung von dem edlen Rosse  (Ajanna-Jataka).

[Ebenso wie im vorigen Jataka]

Eine Variante zum vorausgehenden Jataka.

 

25. Die Erzählung von dem Badeplatz  (Tittha-Jataka).

[Ein Mönch erzielt bei der Betrachtung keinen Erfolg, da der Betrachtungsstoff nicht für ihn paßt. Buddha aber läßt ihn durch eine kurze Meditation zur übernatürlichen Einsicht und zur Heiligkeit gelangen]

Ein edles Roß will an einem Orte, wo vorher ein andres Pferd gebadet, nicht ins Wasser hineingehen. Ein Weiser merkt den Grund und läßt das Roß an einer andern Stelle baden unter dem Vorwande, es liebe die Abwechselung.

 

26. Die Erzählung vom Elefanten  Mahilamukha  (Mahilamukha-Jataka).

[Ein Mönch wird von seinen Freunden veranlasst nicht mehr Almosen zu sammeln, sondern an dem Mahle teilzunehmen, das täglich dem Devadatta gespendet wird. Buddha erhält hiervon Kenntnis und rügt dies Verhalten]

Ein Elefant, der von Natur aus brav ist, hört wiederholt, wie in seiner Nähe Räuber ihre Grundsätze entwickeln, und wird dadurch selbst veranlaßt zu morden. Ein Weiser findet den Grund heraus und läßt daher einige Brahmanen sich über die Tugenden unterhalten, so daß der Elefant es hört. Dadurch wird dieser zu seiner früheren Bravheit zurückgebracht.

 

27. Die Erzählung von  dem wiederholten Sehen  (Abhinha-Jataka).

[Ein Laienbruder und ein Mönch sind innig mit einander befreundet. Buddha weist darauf hin, daß diese beiden schon in einer früheren Existenz in einem solchen Verhältnis standen]

Ein Elefant lebt mit einem Hunde in inniger Freundschaft. Als letzterer von ihm entfernt wird, wird der Elefant ganz niedergeschlagen und nimmt keine Nahrung mehr zu sich, bis der Hund wieder herbeigebracht ist.

 

28. Die Erzählung von Nandivisala  (Nandivisala-Jataka).

[Buddha tadelt die Lästerworte und befiehlt seinen Mönchen immer freundlich miteinander zu reden]

Ein Ochse veranlaßt aus Dankbarkeit einen Brahmanen, der ihn aufgezogen, eine Wette einzugehen, daß sein Tier am meisten ziehen könne. Da der Brahmane ihn aber bei der Probe barsch anredet, will der Ochse nicht ziehen und sein Herr verliert die Wette. Als der Brahmane darüber betrübt ist, hält ihm der Ochse sein Unrecht vor. Bei einer abermaligen Probe redet der Brahmane sein Tier gütig an und gewinnt dadurch die Wette.

 

29. Die Erzählung von dem Schwarzen  (Kanha-Jataka).

[Mit Beziehung auf die Erzählung im Jataka 483 weist Buddha darauf hin, daß auch schon in einer früheren Existenz niemand ihm an Stärke gleichkam]

Ein starker Ochse läßt sich, um seiner Pflegemutter, einer armen Frau, ihr Los zu erleichtern, für eine gewisse Summe zum Herausziehen von fünfhundert Wagen aus dem Schmutze dingen. Als er nur die Hälfte des Lohnes erhält, weigert er sich zu ziehen, bis ihm endlich die ganze Summe gegeben wird. Ganz erschöpft kehrt er wieder heim und wird hier von seiner Pflegemutter wieder zu Kräften gebracht.

 

30. Die Erzählung von dem Eber Munika  (Munika-Jataka).

[Einen Mönch, der zuviel an ein Mädchen denkt, weist Buddha darauf hin, daß er schon in einer früheren Existenz wegen dieses Mädchens sein Leben verloren habe, und bringt ihn dadurch zur Bekehrung]

Ein Rind ist neidisch auf einen Eber, weil dieser so gut gefüttert wird. Doch es wird von seinem Bruder belehrt, daß diese Fütterung nur aus dem Grunde geschieht, damit der Eber bald geschlachtet werden kann. Jetzt ist es mit seinem Lose zufrieden.

 

31. Die Erzählung von den kleinen Vögeln  (Kulavaka-Jataka).

[Zwei junge Mönche, die nur einen Seiher besitzen, bekommen Streit; daher trinkt der eine ohne vorher das Wasser durchgeseiht zu haben. Dies wird von Buddha scharf gerügt mit der Bemerkung, daß selbst, wenn es sich um großes handle, man den kleinen Tieren nichts Böses tun dürfe]

Ein tugendhafter Mann bringt durch sein Beispiel seine Dorfgenossen dazu sich jedes Unrechts zu enthalten. Dem Dorfvorsteher ist dies nicht recht, weil er keine Strafgelder mehr erhält, und er verklagt sie ungerechterweise beim König. Dieser will sie durch einen Elefanten zertreten lassen, aber der Elefant tut ihnen nichts. Der König meint, dies sei eine Folge von Zauberei, wird aber über ihre Tugend aufgeklärt und läßt sie frei. Darauf bauen sie ein Haus, woran sich auch gegen die ursprüngliche Absicht drei von vier Frauen beteiligen, um an dem guten Werke Anteil zu haben. — Nach seinem Tode wird der tugendhafte Mann als der Gott Indra wiedergeboren. Er überlistet die Dämonen, welche hierauf die Götterstadt zu erstürmen versuchen. Indra flieht über den Ozean. Da wird er durch die Klagelaute der ihrer Wohnung beraubten jungen Garula-Vögel bestimmt umzukehren; denn er will lieber selbst zugrunde gehen als andere schädigen. Als Indra umkehrt, bekommen die Dämonen Angst und fliehen, worauf Indra ihr Wiederkommen unmöglich macht. — Nachdem nun seine drei früheren Frauen, die sich an dem Hausbau beteiligt hatten, im Himmel wiedergeboren sind, stellt Indra der vierten die Verwerflichkeit ihres Tuns vor Augen; und nachdem sie während mehrerer Existenzen an den Geboten festgehalten, wird auch sie in Indras Himmel aufgenommen.

 

32. Die Erzählung vom Tanze  (Nacca-Jataka).

[Eine Variante zu der Vorerzählung des 6. Jataka. Hier zerreißt der Mönch vor Zorn sein ganzes Gewand, sodaß er nackt vor Buddha steht, und kehrt darauf in die Welt zurück]

Die Tochter des Goldschwans, des Königs der Vögel, wählt sich den Pfau zum Gatten. Um seine Vorzüge besser ans Licht zu stellen, tanzt dieser vor den Vögeln und entblößt dabei seinen Körper. Durch diesen Mangel an Schamgefühl zurückgestoßen gibt der Vogelkönig seine Tochter einem andern zur Frau.

 

33. Die Erzählung von der Eintracht  (Sammodamana-Jataka).

[Mit Beziehung  auf  die Erzählung  im Jataka 556 ermahnt Buddha seine Verwandten zur Einigkeit]

Nachdem ein Wachteljäger schon viele Wachteln erbeutet hat, beschließen diese auf den Rat einer klugen Wachtel in Zukunft einträchtig eine List zu gebrauchen und entgehen so eine Zeitlang den Nachstellungen des Jägers. Dann aber beginnen sie wieder zu streiten und geraten dadurch von neuem in das Netz des Jägers.

 

34. Die Erzählung von dem Fisch  (Maccha-Jataka).

[Ein Mönch denkt mit Sehnsucht an seine frühere Frau. Buddha bringt ihn durch seine Ermahnung davon ab und führt ihn zur Bekehrung]

Ein Fisch bemerkt in seiner Verliebtheit nicht das Netz und wird gefangen; er macht sich jedoch nur Sorgen über das, was sein Weibchen von ihm denkt, weil er nicht kommt. Ein weiser Mann belehrt den Fisch über die Verwerflichkeit der sinnlichen Liebe und läßt ihn dann frei.

 

35. Die Erzählung von der Wachtel  (Vattaka-Jataka).

[Das Leben Buddhas und seiner Begleiter scheint einmal durch einen Waldbrand bedroht; doch geht dieser ohne zu schaden an ihrem Aufenthaltsorte vorüber]

Eine junge Wachtel, die noch nicht fliegen kann, wird bei einem Waldbrande von ihren Eltern im Stiche gelassen. Durch ein Wunder bewirkt sie, daß ihr Aufenthaltsort vom Feuer verschont bleibt.

 

36. Die Erzählung von dem Vogel  (Sakuna-Jataka).

[Einem Mönche, der sich der Meditation wegen in die Einsamkeit zurückgezogen hat, verbrennt seine Hütte und die Leute vom Dorfe erbauen ihm keine neue. Er kehrt deshalb unverrichteter Dinge nach dem Kloster zurück und wird von Buddha wegen seiner Handlungsweise gerügt]

Ein Vogel, der mit anderen in einem Baume wohnt, bemerkt, daß dieser infolge der Reibung der Zweige bald anfangen wird zu brennen. Er rettet sich rechtzeitig, während andere, die ihm nicht glauben, dem Flammentode zum Opfer fallen.

 

37. Die Erzählung von dem Rebhuhn  (Tittira-Jataka).

[Dem Sāriputta wird einmal von jüngeren Mönchen seine Wohnung weggenommen, sodaß er unter freiem Himmel übernachten muß. Buddha ist über ein solches Vorgehen betrübt und trifft die Verfügung, daß von nun an dem Älteren immer der Vorrang gebühre]

Ein Elefant, ein Affe und ein Rebhuhn untersuchen, wer der älteste von ihnen ist, indem sie ihr Alter mit dem eines Bananenbaumes vergleichen. Dabei stellt sich heraus, daß das Rebhuhn am ältesten ist und darum den Vorrang verdient.

 

38. Die Erzählung vom Kranich  (Baka-Jataka).

[Ein Mönch, der sich gut auf das Verfertigen von Kleidern versteht, betrügt die anderen, indem er sich gute Stoffe von ihnen geben läßt und ihnen schlechte, die nur für den Augenblick schön aus sehen, dafür gibt. Einem Mönch vom Lande gelingt es ihn auf dieselbe Art zu täuschen]

Zur Zeit einer Dürre veranlaßt ein Kranich durch eine List die Fische in einem fast ausgetrockneten Teiche, daß sie sich von ihm in einen größern Teich tragen lassen. Hier setzt er sie aber nicht ab, sondern frißt sie. Zum Schluß kommt ein Krebs an die Reihe; dieser wittert Verrat und umklammert mit seinen Scheren den Hals des Kranichs. Als dieser auch den Krebs verzehren will, durchschneidet ihm letzterer mit seinen Scheren den Hals.

 

39. Die Erzählung von Nanda  (Nanda-Jataka).

[Ein Gefährte des Sāriputta ist in seinem Verhalten gegen seinen Lehrer sehr wechselnd. Buddha weist darauf hin, daß er schon in einer früheren Existenz ein ähnliches Verhalten zeigte]

Ein alter Mann vergräbt vor seinem Tode sein Geld und teilt dies nur einem Sklaven mit. Nach dem Tode des Alten will sein Sohn mit dem Sklaven das Geld holen, wird aber jedesmal an einem bestimmten Orte von diesem hart gescholten. Auf den Rat eines weisen Mannes läßt er nun an eben diesem Orte nachgraben und findet den Schatz.

 

40. Die Erzählung von der Akazienkohlengrube  (Khadirangara-Jataka).

[Der fromme Anāthapindika hat fast sein ganzes Vermögen für Buddha und seine Mönche geopfert, die täglich bei ihm ein- und ausgehen. Einer Gottheit, die in seinem Hause wohnt, gefällt dies nicht und sie sucht seinen Gehilfen und seinen Sohn zu veranlassen, daß sie dieser übertriebenen Wohltätigkeit Einhalt tun; doch wird sie zurückgewiesen. — Inzwischen hat Anāthapindika durch seine Spenden die Hälfte seines Vermögens verloren; die andere Hälfte ist ihm auf andere Art abhanden gekommen. Jetzt traut sich die Gottheit mit ihm selbst zu sprechen; aber auf ihre Aufforderung Buddha nicht mehr zu huldigen weist er sie aus seinem Hause. In ihrer Not erhält nun die Gottheit von Indra den Auftrag Anāthapindika seine auf andere Weise verlorenen Millionen wieder zur Stelle zu schaffen. Dies tut sie und erlangt dadurch seine Verzeihung. Darauf demütigt sich die Gottheit noch vor Buddha selbst und wird von ihm bekehrt]

Ein Asket begibt sich nach siebentägigem Fasten zum Großkaufmann von Benares um sich Almosenspeise zu holen. Um dies unmöglich zu machen und ihn so durch Hunger zu töten, erschafft Mara der Böse eine Grube voll glühender Kohlen, so daß die Speise nicht hinübergebracht werden kann. Da nimmt der Großkaufmann selbst die Speiseschüssel und schreitet unverletzt über die Grube hinweg zu dem Asketen.

 

41. Die Erzählung von Losaka  (Losaka-Jataka).

[Ein Knabe bringt seine Familie ins Unglück und wird von ihr verstoßen. Während er in äußerster Not lebt, findet ihn Sariputta und nimmt ihn mit in das Kloster; aber auch hier gelingt es jenem nie sich satt zu essen. Am Tage, da er zum Nirvana eingehen soll, will Sariputta ihn wenigstens einmal satt machen; aber durch einen Zufall mißlingt es zuerst auch diesmal. Doch gibt ihm Sariputta zum Schlüsse noch so viel, daß er gesättigt sterben kann. Buddha erklärt, warum jener zum Hungerleiden bestimmt gewesen sei]

Ein sonst tugendhafter Mönch läßt sich durch Neid und Habsucht verleiten die für einen andern Asketen bestimmte Almosenspeise nicht abzuliefern, sondern wegzuwerfen. Dafür muß er nach seinem Tode lange büßen und wird besonders durch beständigen Hunger gequält. Zuletzt wird er in einer armen Familie wiedergeboren. Von dieser verstoßen wird er in Benares von einem Lehrer als Schüler angenommen. Von hier entflieht er, nimmt ein Weib und lebt in einem Dorfe; weil er aber den Bewohnern nur Böses rät, muß er flüchten und verliert dabei seine Familie. Er verdingt sich hierauf als Arbeiter auf ein Schiff; doch dieses bleibt plötzlich unbeweglich stehen und er wird daher von den Schiffsleuten auf einem Floße ausgesetzt. Er kommt auf seiner Irrfahrt viermal zu Palästen von Göttertöchtern; doch ist auch dort seines Bleibens nicht lange. Auf einer Insel wird er von einer Dämonin, welche die Gestalt einer Ziege hat, fortgeschleudert und gelangt so nach Benares. Hier sieht er wieder eine Ziege; er hofft von ihr in einen der Inselpaläste zurückgeschleudert zu werden und faßt sie am Fuße; doch sogleich wird er als Ziegendieb festgenommen. Aus dieser Verlegenheit wird er dann durch seinen Lehrer befreit.

 

42. Die Erzählung von der Taube  (Kapota-Jataka).

[Ein eßgieriger Mönch wird von Buddha belehrt, daß er schon in einer früheren Existenz infolge dieser Untugend ins Unglück gestürzt sei, und gelangt dadurch zur Bekehrung]

Eine Taube wohnt bei einem Koch. Eine Krähe schließt sich ihr an und verspricht ihr sich nicht an den Vorräten des Koches zu vergreifen. Als nun einmal der Koch viel Fleisch im Hause hat, bleibt die Krähe zurück und versucht in einem unbewachten Augenblick Fleisch zu stehlen. Der Koch aber bemerkt es und tötet sie, worauf auch die Taube sein Haus verläßt.

 

43. Die Erzählung von Veluka  (Veluka-Jataka).

[Ein unfolgsamer Mönch wird von Buddha darauf aufmerksam gemacht, daß er schon früher durch diesen Fehler ins Unglück gestürzt sei]

Ein Einsiedler zieht trotz der Warnung seines Meisters eine junge Schlange auf. Als er ihr durch Zufall einmal ein paar Tage nichts zu fressen gibt, beißt sie ihn, so daß er sterben muß.

 

44. Die Erzählung von der Mücke  (Makasa-Jataka).

[Eine Anzahl Dorfbewohner wollen mit Bogen und Pfeilen die Mücken erlegen, treffen sich aber gegenseitig. Darauf erzählt Buddha eine ähnliche Begebenheit aus der Vergangenheit]

Der Sohn eines Zimmermanns will auf dem Kopfe seines Vaters mit der Axt eine Mücke erschlagen, tötet aber dabei seinen Vater.

 

45. Die Erzählung von Rohini  (Rohini-Jataka).

[Eine alte Frau, die von Mücken geplagt wird, ersucht ihre Tochter dieselben zu vertreiben. Diese nimmt die Keule, mit der sie gerade Reis zerstampft, und tötet damit ihre Mutter, indem sie statt der Fliegen deren Kopf trifft]

Eine Sklavin will ihrer Mutter die Fliegen vom Kopfe verscheuchen, trifft sie aber selbst mit der Keule, so daß die Mutter sterben muß.

 

46. Die Erzählung von dem Gartenzerstörer  (Aramadusaka-Jataka).

[Als einst die Mönche einen Garten besichtigen, sehen sie eine Stelle, wo keine Pflanzen wachsen, und hören, daß hier seinerzeit ein Knabe die Bäumchen mit der Wurzel herausgerissen habe, um sie zu begießen. Buddha weist auf einen ähnlichen Vorgang hin]

Ein Parkwächter beauftragt eine Anzahl Affen in seiner Abwesenheit die jungen Bäumchen zu begießen. Diese entledigen sich ihrer Aufgabe, indem sie die Bäumchen herausreißen und auf ihre Wurzeln das Wasser schütten.

 

47. Die Erzählung vom Branntwein  (Varuni-Jataka).

[Der Lehrling eines Branntweinhändlers tut, um den Branntwein zu verbessern, Salz hinein und macht ihn dadurch untrinkbar]

Der Lehrling eines Branntweinhändlers mischt in Abwesenheit seines Herrn Salz in den Branntwein um ihn dadurch schärfer zu machen und verdirbt damit den ganzen Branntwein.

 

48. Die Erzählung von dem Vedabbha-Zauberspruch  (Vedabbha-Jataka).

[Ein unfolgsamer Mönch wird von Buddha darauf aufmerksam gemacht, welch üble Folgen früher einmal dieser Ungehorsam für ihn gehabt habe]

Ein Brahmane, der einen Zauberspruch kennt, mittels dessen man bei einer bestimmten Konstellation Geld vom Himmel regnen lassen kann, wird von Räubern gefangen. Sein Schüler ermahnt ihn den Zauberspruch nicht anzuwenden und geht fort um Lösegeld zu holen. Der Brahmane aber läßt Geld herabregnen und macht sich dadurch frei. Die Räuber werden hierauf von einer andern Räuberschar gefangen und verweisen diese auf den Brahmanen, der Geld regnen lassen kann. Er wird aufgefordert seine Kunst auszuüben, kann es aber nicht, weil die Konstellation vorbei ist. Darauf wird er getötet und auch die Räuber töten einander, bis nur noch zwei übrig sind. Während der eine den Schatz bewacht, holt der andere Speise und vergiftet den für seinen Gefährten bestimmten Teil. Als er zurückkehrt, ersticht ihn der Zurückgebliebene, muß aber selbst an dem genossenen Gifte sterben.

 

49. Die Erzählung von der Konstellation  (Nakkhatta-Jataka).

[Ein Asket sagt aus Ärger seinen Verwandten, der von ihnen bestimmte Hochzeitstag sei unheilbringend, und veranlaßt sie so zur Verschiebung der Hochzeit. Dadurch geht jener Familie die Braut verloren]

Ein Asket veranlaßt durch den Vorwand, die Konstellation sei nicht günstig, seine Verwandten den festgesetzten Termin zur Verheiratung ihres Sohnes nicht einzuhalten. Inzwischen wird aber das diesem bestimmte Mädchen einem andern vermählt.

 

50. Die Erzählung von den Toren  (Dummedha-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 469]

Ein Prinz nimmt sich vor, wenn er zur Regierung gelangt ist, das Töten von Tieren zu verbieten. Nachdem er den Thron bestiegen, beruft er sich auf ein von ihm abgelegtes Gelübde dieses Inhalts und bringt durch Androhung harter Strafen seine Untertanen dazu von nun an die Tiere zu schonen.

 

51. Die Erzählung vom großen König Tugendhaft  (Mahasilava-Jataka).

[Buddha erzählt einem Mönche, der in seinem Streben nachgelassen, von der Art, wie früher das Streben nach Tugend betätigt worden sei, und bringt ihn dadurch zur Heiligkeit]

Ein König von Benares, der durch Tugend ausgezeichnet ist, verjagt einen ungetreuen Minister. Dieser stachelt den König von Kosala auf jenem das Reich abzunehmen, indem er auf dessen allzugroße Güte hinweist. Nachdem drei Proben gelungen, zieht der König von Kosala gegen Benares. Der König Tugendhaft wehrt sich nicht, sondern läßt sich mit seinem Gefolge gefangen nehmen. Er wird zum Tode verurteilt und zu diesem Zwecke mit seinen Leuten auf dem Leichenfelde bis zum Halse eingegraben um von den Schakalen gefressen zu werden. Mit großer Geschicklichkeit befreit er aber sich und seine Leute. Hierauf läßt er sich von zwei Dämonen, die ihn um Teilung ihrer Beute bitten, mit allem Notwendigen versehen und gerüstet in das Schlafgemach des Königs bringen. Beschämt sieht dieser seine Schuld ein und gibt ihm sein Reich zurück.

 

52. Die kleine Erzählung von Janaka  (Culajanaka-Jataka).

[Eine Verweisung auf  die Vorgeschichte zum Jataka 539]

Eine Variante zu der großen Erzählung von Janaka (Mahajanaka-Jataka) Nr. 539.

 

53. Die Erzählung von der vollen Schüssel  (Punnapati-Jataka).

[Einige Spitzbuben verabreden sich Anāthapindika durch vergifteten Branntwein zu betäuben und auszurauben. Doch dieser merkt ihre List und beschämt sie]

Einige Spitzbuben wollen den Großkaufmann von Benares mit vergiftetem Branntwein betäuben und dann ausplündern; dieser aber bemerkt ihr Vorhaben und macht ihre Absicht zunichte.

 

54. Die Erzählung von der Frucht  (Phala-Jataka).

[Ein Parkwächter versteht sich gut auf die Beurteilung der Bäume. Buddha, der davon erfährt, weist nach, daß der Mann schon früher diese Kenntnis besessen habe]

Eine kluger Karawanenführer warnt seine Leute vor dem Genusse unbekannter Früchte und bewahrt dadurch die meisten vor Vergiftung durch die Früchte eines dem Mango sehr ähnlichen Baumes.

 

55. Die Erzählung von den fünf Waffen  (Pancavudha-Jataka).

[Die Vorgeschichte entspricht ganz der von Jataka 51]

Ein Prinz wird unterwegs von einem Dämon überfallen. Vergebens bekämpft er ihn mit fünf Arten von Waffen; er gelangt doch in die Gewalt des Dämons. Durch ein kluges Wort aber hält er diesen ab ihn zu verzehren und bekehrt ihn hierauf zu einem tugendhaften Leben.

 

56. Die Erzählung von dem Goldhaufen  (Kancanakkhanda-Jataka).

[Ein junger Mönch erschrickt vor der Menge der Gebote, die ihm seine Lehrer auferlegen, und will in die Welt zurückkehren. Buddha sagt ihm die drei wichtigsten Vorschriften und bringt ihn dadurch in kurzer Zeit zur Heiligkeit]

Ein Mann findet einen großen Goldhaufen. Da er ihn nicht auf einmal aufheben kann, macht er vier Teile daraus, die er zu verschiedenen Zwecken bestimmt, und ist nun imstande die Last nach Hause zu tragen.

 

57. Die Erzählung von dem Affenfürsten  (Vanarinda-Jataka).

[Buddha erzählt, daß Devadatta ihm auch schon in einer früheren Existenz nach dem Leben getrachtet habe]

Ein Affe pflegt den Tag über auf einer Insel des Flusses zu verweilen und am Abend an das Ufer zurückzukehren. Ein Krokodil sucht ihn einmal zu fangen um seiner Frau das Fleisch des Affen zu geben; doch dieser überlistet jenes durch seine Klugheit.

 

58. Die Erzählung von drei Tugenden  (Tayodhamma-Jataka).

[Auch hier ist Devadattas Mordversuch gegen Buddha der Ausgangspunkt der Erzählung]

Ein Affe sucht seinen Sohn durch eine Umarmung zu erdrücken; doch merkt er, daß dieser stärker ist als er selbst. Er schickt ihn daher um Blumen zu holen nach einem Lotosteiche, damit er von dem dort hausenden Dämon aufgefressen werde. Der junge Affe aber merkt die List und holt die Blumen ohne sich in die Macht des Dämons zu begeben. Aus Zorn darüber stirbt der alte Affe.

 

59. Die Erzählung von dem Trommelschläger  (Bherivada-Jataka).

[Buddha sagt einem ungehorsamen Mönch, daß er schon in einer früheren Existenz sich durch Unfolgsamkeit verfehlt habe]

Ein Trommelschläger schlägt trotz der Warnung seines Vaters beständig die Trommel, während sie durch einen Wald gehen. Dadurch lockt er die Räuber heran, welche den beiden ihr verdientes Geld abnehmen.

 

60. Die Erzählung von dem Muschelbläser  (Samkhadhamana-Jataka).

[Die Vorgeschichte entspricht genau der im vorausgehenden Jataka]

Eine Variante zur vorigen Erzählung mit der Änderung, daß hier der Vater beständig auf der Muschel bläst und von seinem Sohn vergeblich gewarnt wird.

 

61. Die Erzählung von dem Verlustspruch  (Asatamanta-Jataka).

[Ein wegen eines Weibes unzufriedener Mönch, dessen Geschichte im Jataka 527 genauer berichtet ist, wird durch eine Erzählung von der Lasterhaftigkeit der Frauen zur Bekehrung gebracht]

Ein Jüngling wird zu einem Lehrer geschickt um die Lasterhaftigkeit der Frauen kennen zu lernen. Dieser gibt ihm seine alte Mutter, die er mit eigener Hand erhält, zum Versuchsobjekt und es gelingt jenem die alte Frau so weit zu bringen, daß sie ihren Sohn umbringen will um ihrem Gelüste nachgehen zu können. Da merkt sie, daß sie betrogen ist, und gibt ihren Geist auf. Der Jüngling aber ist jetzt von der Schlechtigkeit der Weiber überzeugt und wird Asket.

 

62. Die Erzählung von dem Embryozustand  (Andabhuta-Jataka).

[Die Vorgeschichte entspricht der im voraus gehenden Jataka]

Ein Brahmane, der im Würfelspiel mit dem König immer verliert, sobald dieser einen Spruch von der Untreue der Weiber dabei hersagt, will die Wirkung des Spruches zunichte machen und nimmt daher eine Frau, die mit einem Mädchen schwanger geht, in sein Haus auf bis zur Entbindung. Das Mädchen läßt er in seinem Hause aufziehen, ohne daß es dabei einen andern Mann zu sehen bekommt als ihn selbst. Als es herangewachsen ist, beginnt er wieder mit dem Könige Würfel zu spielen und gewinnt immer, weil der Spruch des Königs infolge der Treue des Mädchens seine Wirkung verloren hat. Der König merkt den Grund und dingt einen Spitzbuben, der das Mädchen verführen soll. Diesem gelingt es durch eine Dienerin, deren Sohn er zu sein vorgibt, sich Eingang in des Brahmanen Haus zu verschaffen und das Mädchen für sich zu gewinnen. Bevor er das Haus verläßt, versetzt er noch dem Brahmanen einen derben Stoß, ohne daß dieser merkt, von wem er ihn erhalten. — Bei dem nächsten Spiel verliert der Brahmane und der König erzählt ihm, was bei ihm vorgegangen sei. Als jener nach Hause eilt, leugnet das Mädchen jede Schuld und erklärt sich zur Feuerprobe bereit, Zu dieser aber erscheint auch der Liebhaber und faßt das Mädchen bei der Hand. Jetzt erklärt dieses, es könne die Feuerprobe nicht mehr bestehen, da es soeben ein andrer Mann berührt habe. Der Brahmane aber ist nun von der Schuld des Mädchens überzeugt und jagt es fort.

 

63. Die Erzählung von der Dattel  (Takka-Jataka).

[Auch die Vorgeschichte dieses Jataka handelt von einem unzufriedenen Mönch, der auf die angegebene Art von Buddha zur Bekehrung geführt wird]

Ein böses Mädchen wird von seinen Dienern in das Wasser geworfen und treibt auf dem Strome dahin. Ein Asket rettet es und nimmt es in seine Wohnung auf. Zum Danke dafür verführt ihn das Mädchen und veranlaßt ihn sein Asketenleben aufzugeben und unter den Menschen zu wohnen. Während nun der Asket einmal abwesend ist, wird seine Frau von Räubern entführt und gewinnt die Liebe des Räuberhauptmanns. Um nicht zu ihrem frühern Lose zurückkehren zu müssen, beschließt sie den Asketen zu verderben und läßt ihn daher in ihre Wohnung kommen. Dann aber teilt sie dies dem Räuberhauptmann mit, der sogleich jenen aufsucht und mißhandelt. Der Asket klagt nicht, sondern sagt immer einen Vers her von der Schlechtigkeit der Weiber. Dadurch aufmerksam geworden, läßt sich der Räuber von ihm seine ganze Geschichte erzählen. Darauf tötet er das Weib wegen seiner Falschheit und führt von da an mit dem Asketen zusammen ein heiliges Leben.

 

64. Die Erzählung von den schwer zu Erkennenden  (Durajana-Jataka).

[Eine Krau ist in ihrem Benehmen gegen ihren Mann sehr verschieden, je nachdem sie ein schlechtes Gewissen hat oder nicht. Buddha klärt ihn über die Ursache dieses Wechsels auf
und bringt ihn zur Bekehrung]

Ein junger Brahmane ist erregt wegen des lasterhaften Wesens seiner Frau. Sein Meister belehrt ihn, daß dies damit zusammenhänge, ob sie Unzucht treibe oder nicht, und tröstet ihn. Die Frau aber merkt, daß sie durchschaut ist, und bessert sich.

 

65. Die Erzählung von dem Freudeberaubten  (Anabhirati-Jataka).

[Die Vorgeschichte entspricht genau der im vorhergehenden Jataka]

Eine Variante zum vorausgehenden Jataka, in der der Gedanke durchgeführt ist, daß die Weiber Gemeingut sind.

 

66. Die Erzählung von Mudulakkhana  (Mudulakkhana-Jataka).

[Ein frommer Mönch wird durch den Anblick eines schonen Weibes von Begierden erfüllt. Buddha erführt davon und sagt ihm, das sei nichts Wunderbares, da Ähnliches schon früher
einem Weisen begegnet sei Durch diese Unterweisung gelangt jener Mönch zur Heiligkeit]

Ein Asket verläßt seine Wohnung im Himalaya und nimmt beim König von Benares seinen Aufenthalt. Dieser überträgt, als er einmal fort muß, die Pflege des Asketen seiner ersten Gemahlin. Da nun der Asket einmal zu ungewohnter Stunde zum Mahle kommt, sieht er die Königin, wie ihr Gewand herabgefallen ist, und wird von Begierde erfüllt, so daß er krank wird. Dem zurückgekehrten König teilt er den Grund seiner Krankheit mit und dieser tritt ihm seine Gemahlin ab. Da aber der Asket mit ihr beisammen ist, besinnt er sich wieder auf sich selbst und kehrt nach dem Himalaya zurück.

 

67. Die Erzählung von dem Schoß  (Ucchanga-Jataka).

[Drei Männer, die verwandt sind, werden als Räuber gefangen. Die Frau des einen bittet ihr ihren Bruder herauszugeben, da sie einen Mann und einen Sohn auch sonst wieder  bekommen könne]

Eine Frau, deren Familie wegen falschen Verdachtes gefangen wurde, erhält die Erlaubnis sich einen ihrer Angehörigen mitzunehmen. Sie wählt nun weder ihren Gatten noch ihren Sohn, sondern ihren Bruder und rechtfertigt ihre auffallende Wahl so geschickt, daß die ganze Familie freigelassen wird.

 

68. Die Erzählung von Saketa  (Saketa-Jataka).

[Buddha wird auf einer Reise von einem alten Brahmanen-Ehepaar als Sohn begrüßt. Er erklärt den erstaunten Mönchen die Berechtigung dieser Bezeichnung]

Buddha setzt auseinander, warum ein Brahmane, der ihn als seinen Sohn begrüßt, das Recht habe sich seinen Vater zu nennen. (Dies Jataka weicht in der Form von den anderen sehr ab.)

 

69. Die Erzählung vom Giftspeien  (Visavanta-Jataka).

[Sāriputta verzehrt einmal die für seinen Gefährten bestimmten Kuchen, da derselbe so lange nicht kommt. Als der Gefährte bei seiner Rückkehr ihn dafür höhnt, gelobt er nie mehr Mehlkuchen zu essen]

Eine Schlange, die einen Menschen gebissen hat, soll das Gift aus der Wunde wieder heraussaugen. Sie erklärt aber sich lieber verbrennen zu lassen, als das einmal Ausgespieene wieder einzusaugen. Darauf wird der Kranke auf andre Art geheilt.

 

70. Die Erzählung vom Spaten  (Kuddala-Jataka).

[Ein junger Mann wird Mönch um an der guten Mönchsspeise teilzunehmen, kehrt aber immer wieder in die Welt zurück. Als er zum siebenten Male in den Orden eintritt, gelangt er zur Heiligkeit. Die darüber erstaunten Mönche werden von Buddha über die Gründe hiervon aufgeklärt]

Ein Gärtner will Asket werden; doch zieht es ihn nach einer Weile immer wieder zu seinem Spaten hin. Als er so zum siebenten Male sein Asketenleben aufgegeben, wirft er den Spaten in den Fluß um nicht abermals in diese Versuchung zu geraten. Da kommt gerade der König stolz des Weges daher, nachdem er seine Feinde besiegt; der Asket aber beweist ihm, daß der Sieg, den er gerade über sich errungen, viel mehr wert sei als der des Königs. Darauf schließt sich der König mit seinem ganzen Heere dem Asketen an und sie ziehen mit ihm in die Einsamkeit, wo ihnen durch göttliche Hand Wohnstätten bereitet werden.

 

71. Die Erzählung von dem Varana-Baume  (Varana-Jataka).

[Mehrere junge Leute aus guter Familie werden Mönche. Nach einiger Zeit ziehen sie sich in die Einsamkeit zurück um der Meditation zu obliegen und gelangen dadurch zur Heiligkeit. Einer von ihnen war aus Trägheit zurückgeblieben. Als er aber vom Fortschritt seiner Freunde hört, möchte er das Gleiche erreichen und strengt sich törichterweise so an, daß er sich an seiner Gesundheit schädigt]

Ein junger Brahmane wird mit anderen in den Wald geschickt um Holz zu sammeln. Statt dessen schläft er und rafft beim Weggehen rasch noch feuchtes Holz zusammen. Am nächsten Tage brennt dies nicht; dadurch entsteht eine solche Verzögerung, daß die jungen Brahmanen an diesem Tage auf ihr Vorhaben verzichten müssen.

 

72. Die Erzählung von dem tugendhaften Elefanten  (Silavanaga-Jataka).

[Da die Mönche von der Ungenügsamkeit Devadattas sprechen, erzählt Buddha, wie sich auch schon in einer früheren Existenz an jenem dieser Fehler gezeigt habe]

Ein tugendhafter Elefant bringt einen verirrten Wanderer wieder auf den rechten Weg. Zum Dank dafür kommt dieser mehrmals wieder und bittet den Elefanten ihm einen Zahn zu schenken, weil er sehr arm sei. Der Elefant erfüllt seine Bitte. Als der Mann ihm aber sogar die Zahnwurzeln heraussägen will und ihn dabei mißhandelt, öffnet sich die Erde und verschlingt den Übeltäter.

 

73. Die Erzählung von dem Wahrsprechen  (Saccamkira-Jataka).

[Buddha setzt auseinander, daß Devadatta auch früher schon Mordpläne gegen ihn schmiedete]

Ein böser Prinz wird von seinem Gefolge in das Wasser geworfen. In seiner Not findet er einen auf dem Wasser treibenden Baumstamm, auf den er sich setzt. Eine Ratte, eine Schlange und ein Papagei benützen denselben Baumstamm als Zufluchtsort. Ein Einsiedler zieht den Baum aus dem Wasser und rettet die darauf Befindlichen , erregt aber den Haß des Prinzen, weil sich dieser nicht genug geehrt glaubt. Nach einigen Tagen ziehen die Gäste des Einsiedlers wieder fort, nachdem jeder ihm seine Bereitwilligkeit zur Vergeltung kundgetan. — Einige Zeit danach stellt er ihre Dankbarkeit auf die Probe. Die der Tiere bewährt sich; der Prinz aber, der inzwischen König geworden, läßt ihn festnehmen und schlagen, um ihn dann hinrichten zu lassen. Dabei erhält der Einsiedler Gelegenheit den Sachverhalt klarzulegen, worauf der König vom wütenden Volke getötet und jener zu seinem Nachfolger gewählt wird.

 

74. Die Erzählung von der Baumtugend  (Rukkhadhamma-Jataka).

[Buddha belehrt seine Verwandten, die untereinander streiten, über den Wert der Eintracht]

Auf den Rat des Bodhisattva nehmen einige Baumgottheiten ihre Wohnung in Wäldern, die aus dicht zusammenstehenden Bäumen bestehen, andere aber in einzeln stehenden Bäumen. Durch einen Sturm werden letztere eines Tages zerstört, während die Wohnstätten der klugen Gottheiten unversehrt bleiben.

 

75. Die Erzählung von dem Fische  (Maccha-Jataka).

[Während einer großen Trockenheit äußert Buddha, um den leidenden Tieren zu helfen, den Wunsch zu baden. Darauf beauftragt Indra den Regengott Regen herabströmen zu lassen und die Dürre hat ein Ende]

Während einer großen Dürre vertrocknen die Seen und Teiche, so daß die Fische in Todesgefahr kommen. Ein Fisch faßt Mut und fordert den Regengott auf Regen herabzusenden, indem er sich auf sein tugendhaftes Leben beruft. Es geschieht nach seinem Wunsche; durch den Regen werden die Teiche und Seen wieder gefüllt und die Fische aus ihrer Not befreit.

 

76. Die Erzählung von der Furchtlosigkeit  (Asamkiya-Jataka).

[Ein Laienbruder, der mit einer Karawane reist, verbringt eine Nacht damit, daß er auf- und abgeht und meditiert. Dadurch hindert er eine Räuberbande an der Ausplünderung der Karawane. Als am nächsten Tage die Gefahr bemerkt wird, in der man geschwebt, erntet jener allgemeines Lob]

Ein Asket trifft einmal mit einer Karawane zusammen und verbringt in ihrer Nähe die Nacht, indem er beständig auf und ab geht. Dadurch hält er eine Räuberschar, welche die Karawane überfallen wollte, ab ihr Vorhaben auszuführen. Am nächsten Tage wird er dann von allen wegen seiner Furchtlosigkeit gepriesen.

 

77. Die Erzählung von den großen Träumen  (Mahasupina-Jataka).

[Ein König hat in einer Nacht sechzehn Träume. Er fragt die Brahmanen nach deren Bedeutung und diese sagen ihm, daß sie großes Unheil verkünden; doch könne er dies durch reichliche Tieropfer abwenden. Sofort werden die Anstalten dazu getroffen. Die Königin empfindet Mitleid mit den vielen Tieren, die getötet werden sollen, und veranlagt ihren Gemahl zu Buddha zu gehen und diesen nach der Deutung zu fragen. Buddha weist nun im einzelnen nach, daß alle die sechzehn Träume sich auf die Zukunft beziehen und der König somit nichts für sich zu befürchten hat]

Ein König hat sechzehn Traumgesichte und fragt die Brahmanen, was sie bedeuten. Diese veranlassen ihn zur Abwendung des Unheils Tieropfer darzubringen. Ein Brahmanenschüler möchte diese Tiertötung verhüten und bewegt den König sich von einem weisen Asketen die Deutung der Träume sagen zu lassen, wodurch die Tieropfer überflüssig werden.

 

78. Die Erzählung von Illisa  (Illisa-Jataka).

[Ein reicher Geizhals bekommt Lust Pfannkuchen zu essen. Damit aber niemand davon etwas merke und daran teilnehme, geht er in den obersten Stock seines Hauses und läßt seine Frau mit den Vorbereitungen beginnen. Dies bemerkt der weit davon entfernte Buddha und sendet Mogallana aus um den Geizhals zu bekehren. Als Mogallana erscheint, versucht der Geizhals alles um ihn zu vertreiben ; da er sieht, daß nichts hilft, will er ihm einen kleinen Kuchen geben, bringt ihn aber von der Platte nicht los. Endlich verzichtet er auf alle Kuchen und gibt sie dem Thera. Dieser versetzt sich und das Ehepaar in einem Augenblick zu Buddha, der den Geizhals vollends bekehrt]

Ein sehr geiziger Großkaufmann namens Illisa bekommt einmal Lust Branntwein zu trinken; damit er aber niemand etwas davon abgeben muß, nimmt er ihn mit vor die Stadt und trinkt ihn in einem Gebüsche, um von niemand gesehen zu werden. — Dies bemerkt sein Vater, der wegen seiner guten Werke als Gott wiedergeboren wurde. Um seinen Sohn zu kurieren nimmt er dessen Gestalt an und verschenkt einen großen Teil von dessen Vermögen. Ein Landmann, der auf diese Weise einen Wagen voll Kleinodien erhalten, fährt nun an dem Gebüsche vorbei, in dem der Geizhals sitzt, und preist dessen Güte. Dieser wird stutzig, erkennt seinen Wagen und sucht ihn dem Landmann abzunehmen; doch erntet er dafür nur Prügel. In der Stadt hält man ihn für einen Betrüger und so nimmt er seine Zuflucht zum Könige. Dieser läßt den Doppelgänger rufen; aber selbst der Barbier des Geizigen kann keinen Unterschied finden. Jetzt gibt sich Illisas Vater als Gott zu erkennen und hält seinem Sohne seinen Geiz vor, worauf Illisa erklärt sich bessern zu wollen.

 

79. Die Erzählung von dem lauten Schall  (Kharassara-Jataka).

[Ein Dorf Vorsteher verabredet sich mit Räubern und zieht morgens fort, so daß jene das Dorf ausplündern können. Als die Sache bekannt wird, erhält er vom Könige die gebührende Strafe]

Ein Dorfvorsteher verabredet sich mit Räubern und zieht fort, während diese sein Dorf plündern. Dafür erhält er die Hälfte der Beute. Ein weiser Mann aber entdeckt den Betrug und der Vorsteher wird bestraft.

 

80. Die Erzählung von Bhimasena  (Bhimasena-Jataka).

[Ein Mönch prahlt mit seiner Abstammung und dem angenehmen Leben, das er vordem geführt. Es wird aber bekannt, daß dies nur Aufschneiderei ist, und der Mönch wird beschämt]

Ein tüchtiger Bogenschütze vermag wegen seiner kleinen Gestalt keine entsprechende Stellung zu finden. Deshalb tut er sich mit Bhimasena, einem stattlichen Manne, zusammen, der seine Rolle übernehmen soll, während er dessen Diener spielt. Sie werden vom König von Benares in Dienst genommen. Kurz darauf gelingt es Bhimasena, indem er den Rat des Bogenschützen befolgt, einen gefährlichen Tiger und einen Büffel zu erlegen. Dadurch wird er übermütig. Darauf wird er gegen einen König ausgesandt, der Benares angreifen will. Als der Kampf beginnen soll, befällt ihn solche Angst, daß er seine Exkremente von sich gibt. Der Bogenschütze aber führt den Kampf ruhmvoll zu Ende und gelangt dadurch zu hohen Ehren, während Bhimasena entlassen wird.

 

81. Die Erzählung vom Branntweintrinken  (Surapana-Jataka).

[Einem wundertätigen Mönche gelingt es eine Schlange von übernatürlicher Kraft zu bezwingen. Dafür erhält er Branntwein und berauscht sich so daran, daß er die Besinnung verliert und Buddha nicht in der gebührenden Weise ehrt. Buddha hält daher den Mönchen vor, wie lasterhaft es sei Branntwein zu trinken, und erläßt in dieser Beziehung ein bestimmtes Verbot]

Die Schüler eines Asketen verlassen einmal ihren Meister um sich in der Stadt Almosen zu holen. Hier erhalten sie gelegentlich eines Festes Branntwein und berauschen sich daran. Reuevoll kehren sie dann zu ihrem Meister in die Einsamkeit zurück.

 

82. Die Erzählung von Mittavinda  (Mittavinda-Jataka).

[Es wird auf die Vorgeschichte von Jataka 439 verwiesen, das einen ähnlichen Stoff wie Jataka 41 behandelt]

Eine Variante zum Schlusse des Jataka 41.

 

83. Die Erzählung von dem Unglücksvogel  (Kalakanni-Jataka).

[Ein Freund von Anāthapindika hat einen Unheil verkündenden Namen. Trotz dem Abraten seiner Freunde hält ihn jener wert und vertraut ihm, als er abreist, die Bewachung seines Hauses an. Dies Amt übt der Freund so gewissenhaft aus, dass Anāthapindika trotz einer Bedrohung durch Räuber kein Schaden erwächst]

Ein Großkaufmann hat einen Freund namens „Unglücksvogel", den er trotz aller Warnungen wegen des Namens behält. Als er einmal verreist, bewacht ihm sein Freund so gut sein Haus, daß die Räuber, die es plündern wollen, unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen. Darauf preist der Kaufmann die Vorzüge des „Unglücksvogels".

 

84. Die Erzählung von den Toren des Heiles  (Atthassadvara-Jataka).

[Ein Knabe richtet an seinen Vater eine Frage, die dieser nicht beantworten kann. Daher verweist er ihn an Buddha und dieser erinnert den Knaben daran, daß er schon in einer früheren Existenz eine Antwort auf seine Frage erhalten habe]

Ein Vater setzt seinem Sohne auseinander, was das Wertvollste auf der Welt sei.

 

85. Die Erzählung von dem Kimpakka-Baume  (Kimpakka-Jataka).

[Ein Mönch sieht ein Weib und wird dadurch unzufrieden mit seinem Berufe. Buddha macht ihn auf die daraus entstehenden Gefahren aufmerksam und vergleicht das sinnliche Vergnügen mit dem Genuß von giftigen Früchten, die wie wohl schmeckende aussehen]

Eine Variante zu Jataka 54; doch fehlt hier der Schluß von den Leuten, die am andern Tage kommen um die Habe der Karawane an sich zu nehmen.

 

86. Die Erzählung von der Tugenduntersuchung  (Silavimamsana-Jataka).

[Ein Brahmane, der in großer Ehre steht, will untersuchen, ob diese Ehrung durch seine Abstammung oder seine Tugend veranlaßt sei. Deshalb entwendet er mehrmals Geld aus dem Schatze des Königs. Er wird ergriffen und soll bestraft werden. Jetzt sieht er ein, daß die Tugend den höchsten Wert habe, und erbittet vom Könige die Erlaubnis Mönch zu werden. In   seinem neuen Stande gelangt er bald zur Heiligkeit]

Der Hauspriester eines Königs will untersuchen, ob sein Herr ihn höher schätzt wegen seiner Stellung oder wegen seiner Tugend. Daher nimmt er einige Münzen aus dem königlichen Schatze. Als er gebunden zum Könige geführt wird, merkt er unterwegs bei einer Szene mit Schlangenbeschwörern, daß die Tugend am meisten gilt, und spricht sich auch in diesem Sinne dem Könige gegenüber aus. Nachdem er sich gerechtfertigt, wird er Asket im Himalaya.

 

87. Die Erzählung von den Vorzeichen  (Mamgala-Jataka).

[Ein Brahmane läßt ein Gewänderpaar wegwerfen, da er es für unglückbringend hält. Buddha nimmt es auf und behält es trotz der Warnung des Brahmanen. Diesem beweist er das Unsinnige des Aberglaubens und bringt ihn zur Bekehrung]

Ein Brahmane läßt ein Gewänderpaar nach dem Leichenfelde bringen, weil er es für unglückbringend hält. Ein Asket nimmt es an sich und wirft es nicht weg trotz der Warnungen des Brahmanen; vielmehr belehrt er ihn über die Nichtigkeit der Vorzeichen.

 

88. Die Erzählung von Sarambha  (Sarambha-Jataka).

[Eine Variante zur Vorgeschichte von Jataka 28]

Eine kurze Variante zu Jataka 28.

 

89. Die Erzählung von dem Betrüger  (Kuhaka-Jataka).

[Es wird auf die Vorgeschichte von Jataka 487 verwiesen]

Ein Gutsbesitzer vertraut einem falschen Asketen einen Schatz an. Dieser vergräbt ihn um ihn für sich zu verwenden und verläßt das Dorf; doch kehrt er noch einmal zurück um dem Gutsbesitzer einen Grashalm zurückzubringen, der in seinen Haaren hängen geblieben ist. Daraus schöpft ein weiser Mann Verdacht und beweist dem Gutsbesitzer, daß jener ihn betrogen habe.

 

90. Die Erzählung von dem Undankbaren  (Akatannu-Jataka).

[Ein Kaufmann, dem Anāthapindika früher einen großen Dienst erwiesen, zeigt sich bei gegebener Gelegenheit undankbar. Später erhält er dafür seinen gerechten Lohn]

Ein Kaufmann erweist einem andern, der seine Karawane zu ihm schickt, Wohltaten; doch als dieser Gelegenheit erhält das Gute zu vergelten, zeigt er sich undankbar. Für diese Undankbarkeit wird er beim nächsten Male durch die Leute des ersten Kaufmanns bestraft.

 

91. Die Erzählung von dem bestrichenen Würfel  (Litta-Jataka).

[Buddha warnt die Mönche vor dem unüberlegten Gebrauch der Dinge, indem er eine darauf bezügliche Geschichte aus einer früheren Existenz erzählt]

Ein Spieler hat die Gewohnheit, wenn er verliert, den einen Würfel in den Mund zu stecken um das Spiel dadurch ungültig zu machen. Der andre bestreicht nun einmal die Würfel mit Gift, so daß jener, als er es wieder tut, ohnmächtig wird. Darauf wird er von dem zweiten Spieler gerettet und vor weiterem Betrug gewarnt.

 

92. Die Erzählung von dem kostbaren Schmuck  (Mahasara-Jataka).

[Die Frauen eines Königs möchten gerne Buddhas Lehre kennen lernen und bitten ihren Gebieter ihnen einen dazu passenden Mönch herbeizuschaffen. Der König lernt einen Laienbruder kennen, der nach anfänglichem Mißfallen seine Sympathie gewinnt, und möchte ihm jenes Amt übertragen. Da dieser sich aber für untauglich dazu hält, wählt er auf Wunsch der Frauen Ananda um im Palaste zu predigen. — Nun kommt eines Tages ein kostbares Juwel abhanden. Damit die Bewohner des Palastes nicht geplagt werden, erbietet sich Ananda es herbeizuschaffen. Nachdem ein erstes Mittel fehlgeschlagen, hat das zweite den gewünschten Erfolg und Anandas Weisheit wird überall gepriesen]

Als einmal der König mit seinen Frauen badet, wird ein Schmuckstück, das eine Sklavin bewacht, von einer Äffin gestohlen. Darauf wird ein Landmann, der in der Nähe ist, wegen dieses Diebstahls festgenommen. Er gesteht und sagt, er habe den Schmuck dem Großkaufmann gegeben. So kommen nacheinander der Großkaufmann, der Hauspriester, der erste Musiker und eine Hure in Haft. Ein weiser Minister läßt ihre Gespräche belauschen und merkt, daß sie alle unschuldig sind. Durch eine List wird darauf die Äffin veranlaßt den Schmuck herauszugeben und alles zollt dem Weisen Beifall wegen seiner Klugheit.

 

93. Die Erzählung von dem vertrauenden Genuß  (Vissasabhojana-Jataka).

[Buddha rügt einige Mönche, die sich auf die Gaben ihrer Verwandten verlassen, und warnt vor unüberlegtem Gebrauch der Dinge, den er mit dem Genuß von Gift vergleicht]

Ein Löwe, der die Kühe beunruhigt, wird durch eine List unschädlich gemacht. Einer Gazelle nämlich, die er liebt, wird das Fell mit Gift bestrichen; als sie der Löwe ableckt, findet er seinen Tod.

 

94. Die Erzählung vom Haarsträuben  (Lomahamsa-Jataka).

[Ein Mönch wendet sich zur falschen Askese zurück und schmäht Buddha. Dieser erklärt die Schädlichkeit der Askese, die er früher auch betrieben]

Ein Weiser betätigt die Askese in unerhörter Weise. Sterbend aber erkennt er, daß dies nicht zum Heile führe.

 

95. Die Erzählung von dem großen Sudassana   (Mahasudassana-Jataka).

[Als Buddha bei Kusinara sterben will, bittet ihn Ananda sich doch lieber eine große Stadt zum Sterben herauszusuchen. Buddha aber weist auf die frühere Größe von Kusinara hin]

Der König Sudassana fühlt sein Ende herannahen und ermahnt seine Gattin nicht zu weinen, denn alles sei ja dem Vergehen unterworfen.

 

96. Die Erzählung von der Ölschüssel  (Telapatta-Jataka).

[Buddha vergleicht die notwendige Konzentration der Gedanken mit der Achtsamkeit eines Mannes, der unter Androhung des Todes eine gefüllte Ölschüssel tragen muß, und erzählt ein Beispiel für diese Tugend]

Ein jüngerer Königssohn erfährt, er werde in kurzer Zeit in einer andern Stadt die Herrschaft erlangen, wenn er den Nachstellungen der unterwegs hausenden weiblichen Dämonen entgeht. Als er sich aufmacht, begleiten ihn fünf Leute. Diese fallen den Dämoninnen zum Opfer, da sie sich nicht bezähmen können; der Königssohn aber geht unbeirrt weiter. Eine Dämonin verfolgt ihn bis in die Stadt. Hier sieht sie der König und macht sie zu seiner Frau; doch in der ersten Nacht bringt sie ihn ums Leben samt allem, was im Palaste lebt. Als die Stadtbewohner dies merken und den Sachverhalt erfahren, machen sie den Prinzen wegen seiner Standhaftigkeit zum Könige.

 

97. Die Erzählung von dem Glück durch Namen  (Namasiddhi-Jataka).

[Buddha belehrt einen Mönch, der mit seinem Namen unzufrieden ist, daß das Glück nicht mit dem Namen zusammenhänge]

Ein Jüngling ist mit seinem Namen nicht zufrieden und wird deshalb von seinem Lehrer weggeschickt um sich einen besseren zu suchen. Unterwegs merkt er an drei Beispielen, daß der Name von der Beschaffenheit des Betreffenden ganz unabhängig ist, und ist wieder mit seinem Namen zufrieden.

 

98. Die Erzählung von dem betrügerischen Kaufmann  (Kutavanija-Jataka).

[Ein Kaufmann will seinen Gefährten um den ihm zukommenden Teil des Gewinnes bringen und verschiebt daher die Teilung. Der andere aber nötigt ihn dazu und erzählt dann die Geschichte Buddha, der auf ein ähnliches Ereignis in der Vergangenheit hinweist]

Ein Kaufmann will seinen Reisegenossen betrügen und läßt daher seinen Vater sich in einem hohlen Baum verstecken, damit er als vermeintliche Baumgottheit die Sache entscheide. Der andre aber merkt dies und zündet den Baum an; so wird der Betrug entdeckt.

 

99. Die Erzählung von den mehr als Tausend  (Parosahassa-Jataka).

[Es wird auf eine im Jataka 522 näher geschilderte glückliche Tat des Sariputta Bezug genommen und Sariputta darüber von Buddha belobt]

Ein weiser Asket sagt vor seinem Tode seinen Schülern etwas, das nur der älteste Schüler versteht. Da die anderen diesem nicht glauben, verläßt der Verstorbene die Brahmawelt und bezeugt die Richtigkeit der Erklärung.

 

100. Die Erzählung von der Schadengestalt  (Asatarupa-Jataka).

[Eine junge Frau, deren Entbindung außerordentlich lange Zeit in Anspruch nimmt, schickt ihren Gatten zu Buddha, worauf alles gut vonstatten geht. Sie dankt Buddha; ihr Sohn wird später Mönch und gelangt zur Heiligkeit. Darauf erzählt Buddha, warum Mutter und Sohn soviel während der Schwangerschaft und der Entbindung ausstehen mußten]

Der König von Benares wird vom König von Kosala getötet und seine Stadt eingenommen. Der Sohn des Königs entkommt, sammelt ein Heer und will mit dem König von Kosala kämpfen. Doch auf die Botschaft seiner Mutter hin schließt er die Stadt ein und zwingt sie so zur Übergabe.

 

101. Die Erzählung von den mehr als Hundert  (Parosata-Jataka).

[Eine Vorgeschichte fehlt]

Eine Variante zum Schlüsse des Jataka 99.

 

102. Die Erzählung von dem Gärtner  (Pannika-Jataka).

[Ein Gärtner will seine Tochter, die sich vermählen soll, auf die Probe stellen, ob sie keusch ist. Die Probe gelingt. Der Vater erzählt dann die Sache Buddha und gelangt hierauf zur Bekehrung]

Ein Gärtner will seine Tochter, die sich verheiraten soll, auf die Probe stellen, ob sie keusch sei, und stellt sich verliebt in sie. Aus ihrer Bestürzung erkennt er ihre Unschuld.

 

103. Die Erzählung von dem Feinde  (Veri-Jataka).

[Anāthapindika sieht auf einer Reise Räuber und beeilt sich darum nach hause zu kommen. Buddha verweist ihn auf ein ähnliches Ereignis aus einer früheren Existenz]

Ein Großkaufmann bemerkt auf einer Reise Räuber und beeilt sich deshalb, bis er in Sicherheit zuhause ist.

 

104. Die Erzählung von Mittavinda  (Mittavinda-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 41]

Eine Variante zum Schlusse von Jataka 41 und zu Jataka 82.

 

105. Die Erzählung von dem dürren Holz  (Dubbalakattha-Jataka).

[Ein Mönch ist immer von Todesfurcht erfüllt. Buddha erzählt, daß dies auf ein Erlebnis in einer früheren Existenz zurückgehe]

Ein Elefant soll dressiert werden; doch reißt er sich los und läuft in den Wald, wo er in Angst lebt, bis ihn eine Baumgottheit von seiner Furcht befreit.

 

106. Die Erzählung von dem Wassertopf  (Udancani-Jataka).

[Eine Verweisung auf das Jataka 477]

Ein Jüngling verläßt seinen Meister um mit einem Weibe zusammenzuleben. Doch plagt ihn dieses mit so vielen Geschäften, daß er nach kurzer Zeit gern in die Einsamkeit zurückkehrt.

 

107. Die Erzählung vom Kieselwerfen  (Salittaka-Jataka).

[Ein Mönch ist so gewandt im Werfen von Kieseln, daß es ihm gelingt einen fliegenden Schwan zu Fall zu bringen. Buddha tadelt dies]

Ein König hat sehr unter der Geschwätzigkeit seines Hauspriesters zu leiden. Um ihn zu bessern, läßt er ihm durch einen im Werfen geschickten Krüppel, ohne daß jener es merkt, Ziegenmist in den Mund werfen. Der Hauspriester schämt sich und schweigt von nun an.

 

108. Die Erzählung von der Fremden  (Bahiya-Jataka).

[Ein König hat eine häßliche Frau. Die Mönche wundern sich darüber; aber Buddha klärt sie über den Grund auf]

Ein König nimmt eine Frau trotz ihrer Häßlichkeit zur Gattin, weil er beobachtet, wie sittsam sie auch bei niedriger Beschäftigung ist. Ein weiser Minister preist sie dafür.

 

109. Die Erzählung von dem Reisstaubkuchen  (Kundakapuva-Jataka).

[Ein armer Mann möchte Buddha auch einmal ein Almosen darbringen und gibt ihm einen Kuchen aus Reisstaub. Buddha nimmt ihn an und weist alle übrigen Gaben zurück. Für dies Verdienst erhält der Arme ein großes Vermögen]

Eine Baumgottheit verhilft einem armen Manne zu großem Vermögen zum Danke dafür, daß er sie durch ein geringes Opfer geehrt hat.

 

110. Die Frage nach dem alles Umfassenden  (Sabbasamharaka-Panha).

[Zitat aus dem Jataka 546]

Ein Zitat aus dem Jataka 546.

 

111. Die Frage wegen des Esels  (Gadrabha-Panha)

Wie Nr. 110.

 

112. Die Frage der Fürstin Amara  (Amaradevi-Panha).

Wie Nr. 110.

 

113. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jataka).

[Devadatta hat eine Spaltung in der Gemeinde Buddhas hervorgerufen. Buddha erklärt, daß jener schon früher gelogen habe]

Ein Schakal, der sich auf andere Weise nicht retten kann, bewegt einen Brahmanen ihn aus der Stadt hinauszutragen, indem er ihm eine Geldsumme dafür verspricht. Draußen angekommen, hält er sein Versprechen nicht, sondern besudelt noch obendrein das Gewand des Brahmanen.

 

114. Die Erzählung von Mitacinti   (Mitacinti-Jataka).

[Zwei alte Mönche, die verreist waren, versäumen infolge ihrer Lässigkeit die richtige Zeit des Wiedereintreffens im Kloster. Buddha rügt dies mit Bezugnahme auf ein ähnliches Ereignis in einer früheren Existenz. Darauf gelangen die Mönche zur Bekehrung]

Ein Fisch rettet seine beiden Genossen, die trotz seiner Warnung in das Netz geraten sind, durch eine List.

 

115. Die Erzählung von der Warnerin  (Anusasika-Jataka).

[Eine Nonne, die in einem bestimmten Stadtteil Almosen sammelt, hält die anderen ab auch dort hin zu gehen, um allein die besten Bissen zu erhalten. Einmal wird sie dort schwer verletzt und dafür von den anderen verspottet]

Ein Vogelweibchen warnt seine Genossen auf die Heerstraße zu gehen, damit es selbst ungestört dort Futter suchen kann. Dabei wird es von einem Wagen überfahren und getötet.

 

116. Die Erzählung von dem Ungehorsamen  (Dubbaca-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 427]

Ein Springkünstler, der über vier Speere springen kann, versucht im Rausche trotz der Warnung seines Schülers über fünf zu springen und büßt dabei sein Leben ein.

 

117. Die Erzählung von dem Rebhuhn  (Tittira-Jataka).

[Eine Verweisung auf die über Kokālika handelnde Vorgeschichte zum Jataka 481]

Ein Asket wird zornig auf einen Genossen, der ihn immer tadelt, und schlägt ihn mit der Axt nieder. Der Meister der Asketenschar vergleicht diesen Fall mit dem Tode eines Rebhuhns, das sich  durch   sein beständiges Geschrei dem Jäger verriet.

 

118. Die Erzählung von der Wachtel  (Vattaka-Jataka).

[Einem schönen Jüngling, der sich nichts aus dem weiblichen Geschlechte macht, wird von seinen Freunden bei einem Feste eine Dirne zugeführt; doch entläßt er sie sofort wieder. Da die Dirne zu einem andern geht, meint ihre Mutter, sie sei ermordet worden, und beschuldigt jenen der Tat. Der Jüngling soll dafür bestraft werden. Den dadurch entstehenden Lärm hört die Dirne und zeigt sich der Menge. Der Jüngling aber hat nun allen Gefallen an der Welt verloren, wird bei Buddha Mönch und gelangt bald darauf zur Heiligkeit]

Eine Wachtel, die von einem Jäger gefangen wurde, befreit sich, indem sie Speise und Trank zurückweist und dadurch bewirkt, daß sie der Jäger aus ihrem Käfig herausnimmt.

 

119. Die Erzählung von dem zur Unzeit Krähenden  (Akalaravi-Jataka).

[Ein Mönch weiß nicht, wann er zu reden oder zu schweigen hat, und schreit zur Unzeit. Buddha rügt dies unter Hinweisung auf ein ähnliches Ereignis in einer früheren Existenz]

Ein Hahn kräht einmal zu früh, einmal zu spät und hindert dadurch die Brahmanenschüler, die sich in der Zeit nach ihm richten, in ihrem Studium. Daher drehen sie ihm den Hals um.

 

120. Die Erzählung von der Erlösung aus Banden  (Bandhanamokkha-Jataka).

[Eine Verweisung auf die durch Cinca erhobenen Beschuldigungen gegen Buddha, die in der Vorgeschichte zum Jataka 472 genauer auseinander gesetzt sind]

Ein König, der seine Frau sehr liebt, muß in den Kampf ziehen und verspricht ihr nach jeder Meile einen Boten zu senden. Alle diese Boten verführt sie. Als die Königin auch den Hauspriester verführen will, weist dieser ihre Anträge zurück. Um sich zu rächen sagt sie dem Könige bei seiner Rückkehr, der Hauspriester habe ihr Gewalt angetan. Voll Zorn befiehlt der König dessen Hinrichtung. Doch jener läßt sich vor den König führen und beweist ihm seine Unschuld. Nun will der König die anderen strafen; aber auch sie erhalten durch die Fürsprache des Hauspriesters Begnadigung.

 

121. Die Erzählung von dem Grasstengel  (Kusanali-Jataka).

[Anāthapindika hat einen Freund von geringer Abkunft, mit dem es ihm ebenso ergeht wie in der Vorgeschichte zum Jataka 83]

Ein großer Baum soll gefällt werden um den königlichen Palast zu stützen. Die im Baume wohnende Gottheit ist trostlos darüber; aber eine Grasstengelgottheit bewirkt durch eine List, daß die Zimmerleute den Baum verschonen, und erhält so der Gottheit ihren Wohnsitz.

 

122. Die Erzählung von dem Toren   (Dummedha-Jataka).

[Als die Mönche einmal von dem Neide Devadattas gegen Buddha reden, verweist Buddha darauf, daß dieser auch früher schon diese Untugend gezeigt habe]

Ein König ist neidig auf das Lob seines Leibelefanten und versucht ihn, indem er unmögliche Kunststücke von ihm verlangt, in einen Abgrund zu stürzen. Der Elefant aber, der Wunderkraft besitzt, fliegt durch die Luft nach Benares und tritt in die Dienste des dortigen Königs.

 

123. Die Erzählung von der Pflugdeichsel  (Nangalisa-Jataka).

[Ein Mönch kann sich nicht merken, was bei den einzelnen Gelegenheiten zu sagen ist. Buddha sagt darauf den Mönchen, daß jener auch früher schon so gewesen]

Ein Brahmanenschüler ist dumm, zeigt sich aber seinem Lehrer sehr ergeben. Um seinen Verstand zu wecken fragt ihn der Lehrer von nun an nach dem Aussehen der Dinge, die er wahrgenommen. Beim ersten Male stimmt der Vergleich mit einer Pflugdeichsel; da der Tor aber auch alles andere mit einer Pflugdeichsel vergleicht, gibt sein Lehrer endlich die Hoffnung auf ihn belehren zu können.

 

124. Die Erzählung von dem Mango  (Amba-Jataka).

[Ein Mönch ist äußerst gewissenhaft in der Beobachtung seiner Pflichten und bringt dem Kloster dadurch reichen Gewinn]

Während einer Dürre gibt ein Asket den Tieren zu trinken, kann sich aber deshalb selbst keine Nahrung suchen. Darum bringen ihm die Tiere, wenn sie zur Tränke gehen, Früchte mit, damit er nicht verhungert.

 

125. Die Erzählung von Katahaka  (Katahaka-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 80, die von einem prahlerischen Mönch handelt]

Ein geschickter Sklave, der mit dem Sohne eines Großkaufmanns zusammen erzogen wurde, reist zu einem diesem befreundeten Großkaufmann, gibt sich, indem er einen Brief fälscht, als der Sohn von dessen Freund aus und erhält seine Tochter zur Frau. Er liebt es alles Mögliche zu tadeln. — Sein früherer Herr erfährt seinen Aufenthalt und reist dorthin. Jener geht ihm auf die Kunde hiervon entgegen und benimmt sich so demütig, daß sein Herr ihm Schonung verspricht. Doch teilt er der jungen Frau einen Spruch mit, den sie hersagen soll, wenn ihr Gatte prahlt. Dadurch denkt jener, seine Frau kenne seine ganze Geschichte, und ist von nun an bescheiden.

 

126. Die Erzählung von den Schwertkennzeichen  (Asilakkhana-Jataka).

[Ein Mann, der die dem Könige zum Verkaufe angebotenen Schwerter zu untersuchen hat, beriecht immer die Klingen; dabei läßt er sich gern bestechen. Ein Schmied streut nun einmal Pfeffer in die Scheide. Beim Beriechen muß jener niesen und spaltet sich dabei die Nase]

Ein bestechlicher Brahmane pflegt an den dem Könige zum Verkaufe angebotenen Schwertern zu riechen um ihre Tauglichkeit festzustellen. Ein Schmied streut einmal Pfeffer auf das Schwert, so daß der Brahmane niesen muß und sich die Nase spaltet. Zum Ersatz erhält er eine Nase aus Lack. — Derselbe König hat eine Tochter und einen Neffen, die sich trotz ihrer Liebe nicht heiraten sollen. Um das Mädchen zu erhalten legt sich dieser auf den Rat einer Wahrsagerin auf dem Leichenfelde wie ein Toter hin. Als die Prinzessin dorthin gebracht wird, damit ihr Dämon ausgetrieben werde, niest der vermeintliche Tote. Die Begleiter fliehen und er nimmt die Geliebte in sein Haus. Der König gibt seinen Segen zu der Verbindung. — Als nun jenem Brahmanen einmal seine Lacknase infolge der Hitze schmilzt, sagt der Prinz, dem einen gereiche das Niesen zum Schaden, dem andern zum Nutzen.

 

127. Die Erzählung von Kalanduka  (Kalanduka-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 125 bzw. 80]

Der erste Teil entspricht genau dem betr. Abschnitt von Jataka 125. — Als einmal der frühere Sklave sich mit seiner Frau im Wasser ergeht, speit er ihr auf den Kopf. Dies sieht ein junger Papagei, der seinem früheren Herrn gehört und ihn kennt; er tadelt ihn darob und meldet es seinem Herrn. Dieser läßt seinen Sklaven zurückführen und straft ihn für seine Verwegenheit.

 

128. Die Erzählung von der Katze  (Bilara-Jataka).

[Buddha rügt einen heuchlerischen Mönch, indem er eine frühere Probe von dessen Heuchelei erzählt]

Ein Schakal stellt sich, als wäre er ein Heiliger, um ungestört Ratten verzehren zu können. Der Rattenkönig aber merkt seine List und beißt ihm den Hals durch.

 

129. Die Erzählung von dem Feueranbeter  (Aggika-Jataka).

[Auch hier rügt Buddha einen Heuchler]

Eine Variante zu dem vorhergehenden Jataka. Hier hat der Schakal durch Zufall nur noch einen Büschel Haare: auf dem Kopf wie ein Mönch und zählt immer die Ratten, wenn sie fortgehen und wiederkommen. Dabei verzehrt er immer die hinterste. Schluß wie oben.

 

130. Die Erzählung von Kosiya  (Kosiya-Jataka).

[Die Frau eines Laienbruders ist lasterhaft und stellt sich krank um gute Speisen zu erhalten. Buddha merkt ihre Schlechtigkeit und sagt ihrem Manne, er habe ihm schon in einer früheren Existenz ein passendes Heilmittel für seine Frau gegeben. Die Frau aber bessert sich]

Eine junge Brahmanin betrügt ihren Mann, ohne daß dieser es merkt. Sein Lehrer sagt ihm ein drastisches Mittel, wodurch es ihm gelingt seine Frau für immer zu bessern.

 

131. Die Erzählung von dem Nichtentsprechenden  (Asampadana-Jataka).

[Buddha erzählt einen Beweis für die Undankbarkeit Devadattas]

Ein Großkaufmann gibt seinem Freunde, der sein Vermögen verloren hat, die Hälfte seines ganzen Besitzes. Als er selbst in Not kommt, sucht er seinen Freund auf, erhält von ihm aber nur etwas ganz Wertloses. Dies erfahren die Sklaven, die er früher jenem geschenkt, und bringen die Sache vor den König. Dieser will dem Undankbaren zur Strafe seine ganze Habe nehmen und dem Großkaufmann geben; doch bittet dieser ihm nur so viel zurückzuerstatten, als er selbst dem andern gegeben, da dieser in Not war.

 

132. Die Erzählung von den fünf wichtigen Dingen  (Pancagaru-Jataka).

[Buddha hat den Mönchen von seinem Siege über Maras Töchter berichtet. Als die Mönche ihn darob preisen, erzählt er ihnen ein ähnliches Ereignis aus einer früheren Existenz]

Eine Variante des Schlusses vom Jataka 96 mit Schilderung des Glanzes, der nun den Prinzen umgibt.

 

133. Die Erzählung vom Feuer  (Ghatasana-Jataka).

[Einem Mönche, der sich um zu meditieren in die Einsamkeit zurückgezogen, brennt seine Hütte ab. Da ihm die Leute keine neue bauen, erreicht er mit seinen Betrachtungen keinen Erfolg. Als Buddha davon erfährt, rügt er, daß jener trotzdem dort geblieben sei]

Ein Schlangenkönig, der in einem See wohnt, ist zornig über die Vögel, die in einem Baume am Ufer ihre Nester haben, und läßt Feuer aus dem See aufsteigen. Die klugen Vögel fliehen, die unklugen aber bleiben und müssen ihre Torheit mit dem Tode büßen.

 

134. Die Erzählung von der Rechtfertigung der Ekstase  (Ihanasodhana-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 522 bzw. 99]

Eine Variante zum Jataka 99.

 

135. Die Erzählung von der Mondbetrachtung  (Candabha-Jataka).

[Ebenfalls eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 522]

Ebenfalls eine Variante zum Jataka 99.

 

136. Die Erzählung von dem Goldschwan  (Suvannahamsa-Jataka).

[Den Nonnen ist erlaubt worden auf einem Felde Knoblauch zu holen. Da die Nonnen aber diese Erlaubnis mißbrauchen, tadelt Buddha diese Ungenügsamkeit und verbietet den Nonnen den Genuß von Knoblauch gänzlich]

Ein Brahmane hinterläßt bei seinem Tode eine Frau und drei Töchter in beschränkten Verhältnissen und wird als Goldschwan wiedergeboren. Um das Los seiner Familie zu heben besucht er sie und läßt jedesmal eine seiner goldenen Federn dort. Eines Tages aber hält ihn seine ehemalige Frau fest und reißt ihm alle Federn aus; diese werden jedoch zu Kranichfedern. Als seine Federn, die diesmal weiß sind, wieder gewachsen sind, fliegt er auf Nimmerwiedersehen davon.

 

137. Die Erzählung von der Katze  (Babbu-Jataka).

[Eine verdiente Anhängerin Buddhas wird von ihrer verheirateten Tochter besucht. Als diese nach Hause zurückkehren soll, backt die Mutter Kuchen für die Reise; doch werden diese alle von vier Mönchen in Beschlag genommen. Da dies sich wiederholt und die Tochter so niemals heimkehren kann, nimmt ihr Mann sich eine andere Frau. Dadurch wird sie und ihre Mutter in große Trauer versetzt. Als Buddha davon erfährt, rügt er scharf das Verhalten der Mönche]

Eine Maus, die einen großen Schatz hütet, gibt einem Steinmetzen immer Geld, damit er von einem Teil davon Fleisch für sie kaufe. Eines Tages wird sie von einer Katze gefangen und kann sich nur befreien durch das Versprechen sie von nun an mit Fleisch zu versorgen. Ebenso geht es ihr mit drei anderen Katzen, so daß sie selbst Hunger leiden muß. Als sie dem Steinmetz ihre Not  klagt, macht ihr dieser einen Behälter aus durchsichtigem Kristall, von dem aus sie die Katzen verhöhnt. Diese wollen sie fangen und zerschmettern sich am Kristall den Kopf.

 

138. Die Erzählung von der Rieseneidechse  (Godha-Jataka).

[Eine Verweisung  auf  die Vorgeschichte zum Jataka 128]

Eine Rieseneidechse pflegt einen frommen Asketen aufzusuchen um seine Unterweisung zu hören. Dies setzt sie auch fort, nachdem ein anderer Asket die Wohnung des ersteren bezogen hat. Dieser bekommt nun einmal Lust nach Eidechsenfleisch und lauert seiner Besucherin auf um sie zu töten. Die Eidechse aber merkt seine Absicht und entkommt.

 

139. Die Erzählung von dem doppelten Schaden  (Ubhatobhattha-Jataka).

[Buddha erklärt, wie Devadatta durch seinen Verrat sich in doppelter Weise geschädigt habe, und erzählt eine ähnliche Geschichte aus einer früheren Existenz desselben]

Ein Fischer glaubt einen großen Fisch gefangen zu haben. Um ihn mit seinen Genossen nicht teilen zu müssen befiehlt er seiner Frau einen Streit mit ihnen anzufangen. Da er den vermeintlichen Fisch nicht herausziehen kann, steigt er ins Wasser und stößt sich dabei an einem Baumstumpf beide Augen aus. — Inzwischen hat seine Frau Streit angefangen und geht zum Richter; doch dieser verurteilt sie zur Zahlung einer Geldbuße. So haben sie einen doppelten Schaden von ihrer Habsucht.

 

140. Die Erzählung von der Krähe  (Kaka-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 465]

Eine Krähe läßt ihren Kot auf den Hauspriester des Königs fallen, der infolge davon einen Haß gegen die Krähen faßt. Zu derselben Zeit entsteht ein Brand im Elefantenstall. Zur Heilung der Elefanten von ihren Brandwunden schlägt der Hauspriester Krähenfett vor und es ergeht der Befehl, daß alle Krähen getötet werden sollen. Doch eine Krähe faßt sich Mut, fliegt zum Könige hin und macht ihm klar, daß die Krähen gar kein Fett haben. Darauf gewährt der König den Krähen wie auch allen anderen Tieren Schonung ihres Lebens.

 

141. Die Erzählung von der Rieseneidechse  (Godha-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 26]

Eine junge Rieseneidechse unterhält trotz der Warnung ihres Vaters Freundschaft mit einem Chamäleon. Da diesem ihre Umarmungen lästig werden, verrät es einem Eidechsenjäger den Aufenthaltsort der Eidechsen. Der Jäger räuchert ihre Höhle aus und erlegt dadurch viele; nur wenige retten sich durch einen geheimen Ausgang.

 

142. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jataka).

[Buddha erklärt, daß Devadatta auch schon in einer früheren Existenz Mordpläne gegen ihn geschmiedet habe, aber auch damals ohne Erfolg]

Ein paar Spitzbuben essen und trinken bei einem Feste nach Herzenslust. Als ihnen die Speise ausgeht, erbietet sich einer einen Schakal vom Leichenfelde zu holen. Er geht dorthin, mit einer Keule bewaffnet, und stellt sich tot. Ein kluger Schakal aber merkt, daß er nicht tot ist, und vereitelt so sein Vorhaben.

 

143. Die Erzählung von dem Aufleuchten  (Virocana-Jataka).

[Devadatta hat eine Spaltung in der Gemeinde Buddhas hervorgerufen und ist mit seinen Anhängern abgezogen. Sariputta und Mogallana begeben sich zu ihm hin und bringen, während er schläft, seine Jünger zu Buddha zurück. Kokālika weckt darauf Devadatta unsanft auf. — Danach setzt Buddha auseinander, wie Devadatta durch sein Bestreben ihm nachzuahmen schon früher ins Unglück gestürzt sei]

Ein Löwe nimmt einen Schakal zum Gehilfen bei der Jagd. Allmählich wird der Schakal unzufrieden und möchte selbst jagen um das beste Fleisch zu erhalten. Er versucht trotz der Warnung des Löwen einen Angriff auf einen Elefanten; doch wird er dabei von diesem getötet.

 

144. Die Erzählung von dem Schwanz  (Nariguttha-Jataka)

[Die Mönche fragen Buddha, ob die Asketen mit ihrer Abtötung des Körpers etwas erreichen können. Buddha verneint dies unter Verweisung auf eine seiner früheren Existenzen]

Ein junger Einsiedler will dem Feuergott einen Ochsen opfern, den er zum Geschenk erhalten. Während er fortgeht um Salz zu holen, kommen Jäger, verzehren den Ochsen und lassen nur den Schwanz übrig. Als der Einsiedler zurückkehrt, sieht er die Machtlosigkeit des Gottes ein, der nicht einmal ein für ihn bestimmtes Opfer zu schützen vermochte, und gibt seine Feuerverehrung auf.

 

145. Die Erzählung von Radha  (Radha-Jataka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jataka 423, die die Schlechtigkeit der Frauen behandelt]

Ein Brahmane läßt bei seiner Abreise zwei Papageien zurück um die Treue seiner Frau zu beobachten. Als der eine ihre Untreue bemerkt, will er sie zur Rede stellen, wird aber vom andern zurückgehalten, da es unmöglich sei ein Weib daran zu hindern. Nach seiner Rückkehr erfährt dies der Brahmane.

 

146. Die Erzählung von der Krähe  (Kaka-Jataka).

[Eine Anzahl wohlhabender Leute sind noch in ihrem Alter Mönche geworden. Sie leben aber nicht recht ordensgemäß, sondern lassen sich immer von der Frau des einen unter ihnen speisen. Da stirbt die alte Frau. Laut klagen sie darüber, so daß es den Mönchen auffällt. Als Buddha davon erfährt, rügt er scharf das Verhalten der alten Mönche]

Eine Krähe, die sich zu weit ins Meer gewagt hat, wird von einer Woge fortgerissen. Um ihren Körper dem Wasser zu entreißen, bemühen sich ihre Genossen das Meer auszutrinken; doch haben sie nur den Erfolg, daß sie von dem Salzwasser krank werden.

 

147. Die Erzählung von der Blumenfarbe  (Puppharatta-Jataka).

[Ein Mönch kann seine frühere Frau nicht vergessen und ist daher unzufrieden mit seinem jetzigen Stande. Buddha warnt ihn vor den bedenklichen Folgen dieser Unzufriedenheit

Ein armer Mann wird von seiner Frau veranlaßt einen kostbaren Farbstoff zu stehlen, damit sie ihr Kleid zum Feste färben kann. Er wird dabei ergriffen und unter Martern hingerichtet. Seine letzten Gedanken gelten seiner Frau, obwohl sie ihn ins Unglück gestürzt hat.

 

148. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jataka).

[Fünfhundert Freunde, die Mönche geworden sind, werden einmal bei Nacht von einer Begierde befallen. Buddha merkt dies und läßt durch Ananda sofort alle Mönche zusammenrufen, denen er darlegt, wie man jede Begierde sofort unterdrücken müsse. Dadurch führt er jene Mönche zur Heiligkeit]

Ein Schakal dringt in den Körper eines toten Elefanten ein um dessen Fleisch zu fressen. Infolge der Hitze aber trocknet die Haut ein und der After, durch den er hineingekommen, schließt sich. Während er verzweifelt im Innern des Tieres herumrennt, fängt es an zu regnen; die Haut dehnt sich wieder aus und der Ausgang wird frei. Sofort stürzt der Schakal hinaus und verliert dabei seine Behaarung. Er nimmt sich vor nie mehr derartiges zu tun.

 

149. Die Erzählung von dem einen Blatt  (Ekapanna-Jataka).

[Ein Prinz zu Vesali ist außerordentlich bösartig. Da kein anderes Mittel hilft, übergeben ihn seine Eltern Buddha zur Besserung. Diesem gelingt es durch eine einzige Unterweisung seinen Sinn völlig zu ändern]

Ein frommer Einsiedler nimmt auf die Einladung des Königs Wohnung in dessen Parke. Der König hat einen sehr bösen Sohn, um dessen Bekehrung er den Einsiedler bittet. Dieser läßt den Prinzen ein Blatt von einer kleinen Pflanze versuchen. Da dies sehr bitter schmeckt, reißt er die Pflanze heraus und zertritt sie. Darauf vergleicht ihn der Einsiedler selbst mit dem bitteren Blatt und bewirkt dadurch seine Besserung.

 

150. Die Erzählung von Sanjiva  (Sanjiva-Jataka).

[Ajatasattu hat nach seinen vielen Freveltaten durch den schrecklichen Tod Devadattas Angst bekommen, es möchte ihn dasselbe Schicksal treffen. Da er sich allein nicht getraut Buddha um Verzeihung zu bitten, veranlaßt er einen eifrigen Jünger Buddhas die Vorzüge seines Meisters vor der Versammlung zu rühmen und läßt sich von ihm zu Buddha führen. Er erhält von diesem Verzeihung, ist aber infolge seiner Taten der Bekehrung nicht mehr fähig]

Ein junger Brahmane lernt einen Zauberspruch, mit dem er Tote lebendig machen kann, und benützt seine Kenntnis um einen toten Tiger ins Leben zurückzurufen. Da er aber den Gegenzauber noch nicht kennt, wird er von dem Tiger getötet.

 

Zweites Buch  (Duka-Nipata)

 

151. Die Erzählung von der Königsermahnung  (Räjoväda-Jataka).

[Der König von Kosala kommt zu Buddha, nach dem er eine schwierige Rechtssache glücklich entschieden. Buddha sagt ihm, daß dergleichen auch früher schon sich ereignet habe]

Ein König reist um zu erfahren, ob er Fehler habe, im Lande umher. Unterwegs trifft er einen benachbarten König, der dasselbe Ziel verfolgt. Die beiden Wagenlenker unterhalten sich um festzustellen, wer von ihnen dem andern ausweichen müsse, von den Vorzügen ihrer Herren, wobei sich herausstellt, daß der erstere König den andern an Tugend übertrifft.

 

152. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jataka).

[Der Sohn des Hofbarbiers verliebt sich in eine Prinzessin, die er zufällig einmal sieht, und stirbt, als er sie nicht erhält. Sein Vater erzählt Buddha die Sache und dieser sagt ihm, daß es seinem Sohn schon früher so ergangen sei]

Eine junge Löwin wird von einem Schakal zur Frau begehrt. Ihre Brüder wollen ihn für diese Frechheit bestrafen, zerschmettern sich aber die Brust an der Kristallhöhle, in der der Schakal haust. Der letzte Bruder tötet den Schakal auf andre Art; er stößt einen Schrei aus, worauf der Schakal aus Angst stirbt.

 

153. Die Erzählung von dem Eber   (Sukara-Jataka).    

[Sāriputta und Mogallāna unterhalten sich in Gegenwart  des Volkes  über  die Lehre.    Da stellt ein unwissender Mönch eine törichte Frage an sie, worauf sie weggehen.  Jener Mönch wird von den erbosten Hörern verfolgt und fällt dabei in Unrat]

Ein Eber sieht einen Löwen, da dieser gerade gesättigt ist, und fordert ihn zum Kampfe heraus. Der Löwe verschiebt den Kampf, um später den Eber verspeisen zu können. Der Eber brüstet sich damit; aber seine Genossen veranlassen ihn, sich den Körper mit Unrat zu besudeln, damit der Löwe ihn aus Ekel verschone. So kommt es auch; die Eber aber ziehen aus Angst fort.

 

154. Die Erzählung von der Schlange  (Uraga-Jataka).

[Zwei hohe Beamte zu Savatthi leben in bitterer Feindschaft. Nachdem alle andern Versuche fehlgeschlagen, gelingt es Buddha durch ein Wort die beiden wieder miteinander zu versöhnen]

Eine Schlangengottheit, die eine höhere Gottheit beleidigt hat, wird von dieser verfolgt. In ihrer Not flüchtet sie sich zu einem Asketen, der den Verfolger zur Schonung veranlaßt.

 

155. Die Erzählung von Gagga  (Gagga-Jataka).

[Nachdem Buddha zuerst verboten hat beim Niesen dem andern Heil zu wünschen, gesteht er es später doch wieder zu, da die andern Leute dies als eine da die andern Leute dies als eine Unhöflichkeit von Seiten der Jünger Buddhas auffassen]

Ein junger Brahmane rettet sich und seinen Vater vor einem Dämon, indem er beim Niesen jedesmal dem andern langes Leben wünscht.

 

156. Die Erzählung von dem Herzensfeßler  (Alinacitta-Jataka).

[Ein Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hat, wird von Buddha auf die bedenklichen Folgen aufmerksam gemacht]

Ein alter Elefant wird von Zimmerleuten geheilt. Zum Dank stellt er ihnen seinen Sohn für die Arbeit zur Verfügung. Der König wird auf den jungen Elefanten aufmerksam, nimmt ihn in seinen Dienst und behandelt ihn als seinen besten Freund. — Kurz vor der Geburt des Thronerben stirbt der König. Als ein andrer König diese Gelegenheit benutzt und die Stadt erobern will, besiegt ihn jener Elefant und erhält so dem neugebornen König die Herrschaft.

 

157. Die Erzählung von dem Vorzug  (Guna-Jataka).

[Die Frauen des Königs von Kosala schenken Ananda einmal fünfhundert Gewänder, die Ihnen der König geschenkt. Dieser stellt Ananda darüber zur Rede; doch Ananda verteidigt sich so geschickt, daß ihm der König noch fünfhundert dazu schenkt. Diese letzteren gibt Ananda einem einzigen Mönche. Als die Mönche Buddha dies mitteilen, billigt er die  Handlungsweise seines Jüngers]

Ein Löwe ist auf der Gazellenjagd im Schlamm eingesunken und kann sich nicht daraus befreien. Ein Schakal hilft ihm heraus und rettet so sein Leben. Zum Dank nimmt der Löwe den Schakal und seine Familie zu sich. Die Löwin aber sieht dies nicht gern und möchte sie vertreiben; doch der Löwe erzählt ihr, wie ihm der Schakal das Leben gerettet.

 

158. Die Erzählung von Suhanu  (Suhanu-Jataka).

[Zwei Mönche haben immer Streit mit den andern, vertragen sich aber gegenseitig sehr gut. Buddha erklärt den Grund davon]

Ein König läßt die Pferde, die man ihm zum Kauf anbietet, durch ein bissiges Pferd verletzen, um sie billiger zu erhalten. Auf den Rat eines weisen Mannes bringen die Händler nun auch ein bissiges Pferd mit; doch sehen sie mit Erstaunen, wie gut sich die beiden vertragen. Der Weise aber klärt sie über den Grund dieser Erscheinung auf.

 

159. Die Erzählung von dem Pfau  (Mora-Jataka).

[Ein Mönch gesteht seinem Meister, daß ihn der Anblick eines Weibes unzufrieden gemacht habe mit dem Leben im Orden. Buddha klärt ihn auf, daß es kein Wunder sei, wenn jemand durch ein Weib verführt werde

Ein goldfarbener Pfau kann trotz aller Bemühungen nicht gefangen werden, da er immer am Morgen den Schutz der Gottheit anruft. Endlich gelingt es den Jägern durch ein dressiertes Pfauenweibchen seiner habhaft zu werden. Er wird zu dem König gebracht, der durch seinen Genuß der Unsterblichkeit teilhaftig zu werden hofft. Der Pfau aber überzeugt ihn von der Torheit dieser Ansicht und wird wieder freigelassen.

 

160. Die Erzählung von Vinilaka   (Vinilaka-Jataka).

[Devadatta ahmt Buddha nach und wird darum von seinen Jüngern verlassen]

Ein Schwan hat von einem Krähenweibchen einen Sohn erhalten und läßt ihn durch seine beiden echten Söhne holen. Der Bastard zeigt sich aber unterwegs so übermütig, daß ihn sein Vater wieder fortschickt.

 

161. Die Erzählung von Indasamanagotta  (Indasamanagotta-Jataka).

[Ein ungehorsamer Mönch wird von Buddha zur Rede gestellt]

Ein Asket zieht trotz der Warnung seines Meisters einen jungen Elefanten auf. Als er sich einmal auf einige Tage entfernt hat, wird er bei seiner Rückkehr von dem wütenden Tiere getötet.

 

162. Die Erzählung von der Vertrautheit  (Santhava-Jataka).

[Buddha erklärt das Feueropfer, wie es andre Asketen darbringen, für Torheit]

Ein junger Asket gießt, um den Feuergott zu ehren, eine Schüssel voll Reisbrei in die Opferflamme. Dadurch wächst das Feuer so sehr, daß es ihm die Hütte einäschert. Darauf gibt der Asket den Dienst des Feuergottes auf.

 

163. Die Erzählung von Susima  (Susima-Jataka).

[Die Bewohner einer Stadt sind nicht einig, wem sie ihre Almosen spenden sollen. Durch die Mehrheitsprobe wird festgestellt, daß die Jünger Buddhas den Vorrang haben sollen]

Ein junger Brahmane erlernt, um das Amt seines verstorbenen Vaters seiner Familie zu erhalten, in einer Nacht dessen ganze Kunst. Bei der Probe stellt er alle andern in Schatten und darf deshalb trotz seiner Jugend das Amt behalten.

 

164. Die Erzählung von dem Geier   (Gijjha-Jataka).    

[Buddha lobt einen Mönch, der von seinen Almosen seine Eltern ernährt]

Der Großkaufmann von Benares erweist einer Schar von Geiern eine Wohltat. Um sich ihm dankbar zu erzeigen, stehlen nun die Geier den andern Leuten ihr Eigentum und lassen es in den Hof von jenem fallen. Ein Geier wird hierbei gefangen. Er bekennt den Grund ihres Tuns und der Großkaufmann gibt den Besitzern ihre Habe zurück.

 

165. Die Erzählung von dem Ichneumon  (Nakula-Jataka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 154. Jataka Bezug genommen]

Ein weiser Mann söhnt eine Schlange und ein Ichneumon, die bisher untereinander in Feindschaft gelebt, miteinander aus. Da er merkt, daß trotzdem das Ichneumon noch nicht ruhig zu schlafen wagt, belehrt er es, daß es wirklich keine Furcht mehr zu haben brauche.

 

166. Die Erzählung von Upasalha  (Upasalha-Jataka).

[Ein Brahmane zeigt seinem Sohn einen Ort, an dem er verbrannt werden will, weil er ihn für ganz rein hält. Buddha weist ihm nach, daß er sich im Irrtum befindet]

Ein Brahmane zeigt seinem Sohne einen, wie er meint, ganz reinen Ort, an dem er nach seinem Tode verbrannt werden will. Ein Weiser aber zeigt ihm, daß auch dieser Ort schon oft durch Leichen befleckt wurde, und beweist ihm das Unsinnige seines Verlangens.

 

167. Die  Erzählung von  Samiddhi  (Samiddhi-Jataka).

[Ein junger, hübscher Mönch wird von einer Göttertochter aufgefordert sich seines Lebens zu freuen, so lange er noch jung sei. Doch er weist sie zurück mit dem Hinweis darauf, daß ihm die Zeit seines Todes unbekannt sei]

Eine Göttertochter will einen jungen Asketen verlocken den Lüsten zu leben, solange er noch jung ist. Er aber weist sie zurück mit dem Hinweis darauf, daß ihm die Zeit des Todes unbekannt sei.

 

168. Die Erzählung von dem Habicht  (Sakunagghi-Jataka).      

[Buddha ermahnt die Mönche, nur in ihrem bestimmten Bezirke Almosen zu sammeln]

Ein Habicht fängt eine Wachtel. Durch List bringt sie ihn dazu, daß er sich nochmals auf sie stürzt. Dabei weicht sie ihm aus, so daß der Habicht sich die Brust zerschmettert.

 

169. Die Erzählung von Araka  (Araka-Jataka).

[Buddha schildert die Vorzüge der Betätigung der Liebe gegen andere]

Ein Lehrer verkündet seinen Schülern die Pflicht, die andern Wesen zu lieben.

 

170. Die Erzählung von dem Chamäleon  (Kakantaka-Jataka).

[Beziehung auf das 546. Jataka]

Es wird lediglich eine im Mahaummagga-Jataka stehende Erzählung zitiert.

 

171. Die Erzählung von dem heiligen Wort  (Kalyanadhamma-Jataka).

[Eine schwerhörige Frau versteht ihre Tochter falsch und meint, deren Gatte sei Mönch geworden. Die Klage darüber hört jener Mann und faßt dies als einen Wink des Schicksals auf, wirklich Mönch zu werden]

Infolge eines Mißverständnisses meinen die Leute eines Großkaufmanns, dieser wolle Mönch werden, und klagen laut. Als dieser davon hört, faßt er die Sache als einen Wink des Schicksals auf und wird wirklich Mönch.

 

172. Die Erzählung von Daddara  (Daddara-Jataka).

[Kokālika, der Freund Devadattas, ist eifersüchtig auf die andern Mönche, die die Lehre hersagen können, und möchte dies auch tun. Als er aber vor den Mönchen seine Kenntnisse zeigen will, weiß er kein Wort]

Als eines Tages die Löwen sich mit Schreien vergnügen, schreit ein Schakal dazwischen. Da die Löwen aus Scham darüber schweigen, meint ein junger Löwe, dies geschehe aus Furcht. Doch sein Vater klärt ihn über den wahren Grund auf.

 

173. Die Erzählung von dem Affen  (Makkata-Jataka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum Jataka 387, die von einem betrügerischen Mönche handelt, Bezug genommen]

Ein Affe möchte sich an dem Feuer wärmen, das in der Hütte eines Asketen brennt, und zieht deshalb ein Asketengewand an. Der Sohn des Asketen läßt sich täuschen; der Vater aber klärt ihn über seinen Irrtum auf.

 

174. Die Erzählung von  dem verräterischen Affen  (Dubhiya-Makkata-Jataka).

[Devadattas Undankbarkeit und Verrat]

Ein weiser Mann verschafft einem von Durst gequälten Affen Wasser; doch dieser verhöhnt ihn dafür und beschmutzt ihn sogar, als er dafür zurechtgewiesen wird.

 

175. Die Erzählung von dem Sonnenanbeter  (Adiccupatthana-Jataka).

[Ein betrügerischer Mönch wird getadelt]

Ein Affe zerbricht und besudelt die Gerätschaften von Asketen. Später stellt er sich fromm, so daß ihn die Leute bewundern. Doch der Meister der Asketen entlarvt den Heuchler.

 

176. Die Erzählung von der Handvoll Erbsen  (Kalayamutthi-Jataka).

[Der König von Kosala weiß nicht, ob er während der Regenzeit einen Heereszug unternehmen soll, und fragt daher Buddha, der ihm entschieden davon abrät]

Ein Affe hat sich mit einer Handvoll Erbsen auf einen Baum geflüchtet. Als ihm eine herunterfällt, wirft er alle übrigen weg um die eine zu suchen. Den König, der dies mit angesehen, macht ein weiser Mann auf das Törichte dieses Gebarens aufmerksam, worauf der König für sich eine Lehre daraus zieht.

 

177. Die Erzählung von dem Tinduka-Baume  (Tinduka-Jataka).

[Als Buddhas Weisheit gepriesen wird, erzählt dieser ein weiteres Beispiel dafür]

Eine Affenschar begibt sich bei Nacht auf einen Baum um, wie gewohnt, dessen Früchte zu verzehren. Die Dorfbewohner aber merken dies und umstellen den Baum um die Affen zu fangen. Da zündet ein zurückgebliebener Affe im Dorfe Feuer an; die Dorfbewohner eilen nach Hause um das Feuer zu löschen und die Affen sind gerettet.

 

178. Die Erzählung von der Schildkröte  (Kacchapa-Jataka).

[Ein Mann entgeht auf den Rat seiner Familie einer Seuche durch die Flucht; Buddha billigt dies Verhalten]

Während einmal während einer Dürre die Tiere des Wassers ihren gewohnten Ort verlassen, bleibt eine Schildkröte in ihrer Wohnung und wird von einem Manne, der Lehm gräbt, mit seinem Spaten getötet.

 

179. Die Erzählung von Satadhamma   (Satadhamma-Jataka).

[Buddha tadelt die Praxis einiger Mönche, die sich durch allerlei Dienstleistungen ihre Almosen verschaffen]

Ein junger Brahmane reist, ohne Vorräte bei sich zu haben, mit einem Angehörigen der niedrigsten Kaste. Dieser bietet ihm Speise an, die aber der Brahmane zurückweist. Als aber der Hunger wächst, nimmt er von den Resten der Mahlzeit des andern. Darüber schämt er sich so, daß er sich nicht mehr vor den anderen zeigt und stirbt.

 

180. Die Erzählung von dem schweren Geschenk  (Duddada-Jataka).

[Buddha dankt für eine Almosenspende, zu der viele Leute je nach ihren Kräften beigesteuert haben]

Ein Asket lobt  die Freigebigkeit und betont, daß es auf die Größe der Gabe nicht ankomme.

 

181. Die Erzählung vom Prinzen Unvergleichlich  (Asadisa-Jataka).

[Buddha verweist darauf, dass er schon in einer frühern Existenz ein Königreich aufgegeben und der Welt entsagt habe]

Ein Prinz, der ein sehr gewandter Bogenschütze ist, muß das Reich verlassen, da sein Bruder, der König, sich vor ihm fürchtet. Er tritt in den Dienst eines anderen Königs, vor dem er unglaubliche Proben seiner Tüchtigkeit ablegt. — Als später sein Bruder von anderen Königen bekriegt wird, droht er diese mit seinen nie fehlenden Pfeilen zu töten, worauf sie beschämt abziehen.

 

182. Die Erzählung von dem Kampfgewohnten  (Samgamavacara-Jataka).

[Nanda, der Bruder Buddhas, erinnert sich an seine frühere Geliebte und verliert dadurch die Freude am Mönchsleben. Darauf nimmt ihn Buddha mit in den Himmel und lässt ihn dort die Schönheit der Göttermädchen sehen. Als Nanda zugesteht, dass damit irdische Schönheit keinen Vergleich aushalten könne, bürgt ihm Buddha dafür, dass er zum Lohn für sein Asketenleben diese Mädchen erhalten werde. – Nanda aber erhält von den andern Vorwürfe, dass er Buddha zum Bürgen genommen; daher geht er in sich und gelangt zur Heiligkeit]

In einer Schlacht verliert der Leibelefant des Königs plötzlich den Mut und er will fliehen.. Doch wird er von seinem Abrichter ermuntert und  stürzt sich  wieder mit Wut in  den Kampf, so daß ihm der Sieg bleibt.

 

183. Die Erzählung von dem trüben Wasser  (Valodaka-Jataka).

[Die Diener einer Anzahl von Laienbrüdern machen viel Lärm, während diese selbst sich ganz ruhig verhalten. Buddha erklärt diesen Unterschied]

Die edlen Rosse des Königs erhalten einmal, um sie zu beleben, einen berauschenden Trank. Sie werden nicht berauscht davon, wohl aber die Esel, die von dem mit Wasser vermischten Reste getrunken.

 

184. Die Erzählung von Giridanta  (Giridanta-Jataka)

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 26. Jataka Bezug genommen]

Das Leibroß des Königs hat einen lahmen Wärter und gewöhnt sich dadurch selbst an einen lahmen  Gang. Durch einen fehlerlosen Wärter wird es wieder in Ordnung gebracht.

 

185. Die Erzählung von der Unzufriedenheit  (Anabhirati-Jataka)

[Ein Lehrer der Veden, der sich verheiratet, ist jetzt von irdischen Gedanken beherrscht und kann seine Lehrtätigkeit nicht mehr ausüben. Buddha sagt ihm den Grund der Änderung]

Ein junger Brahmane, der früher ausgezeichnet lernte, kann, nachdem er sich verheiratet, nichts mehr behalten. Sein Lehrer sagt ihm den Grund davon.

 

186. Die Erzählung von Dadhivahana  (Dadhivahana-Jataka)

[Buddha schildert das Zusammensein der Guten mit Bösen als höchst gefährlich]

Drei Asketen erhalten je eine Wundergabe, nämlich ein Beil, eine Trommel und einen Molkentopf. — Ein Eber hat einen Edelstein gefunden, der den Besitzer durch die Luft trägt. Ein Mann raubt ihm diesen im Schlaf und tötet ihn. Darauf nimmt dieser Mann jenen drei Asketen, indem er ihnen zuerst seinen Edelstein gibt, ihre Wundergaben ab, durch deren Macht er sich einen Königsthron erwirbt. — Später pflanzt er einen göttlichen Mangokern ein, der zu einem wunderbaren Baume heranwächst; ein anderer König aber schickt ihm aus Neid einen Gärtner, der die Früchte des Baumes bitter macht. Doch gelingt es später, den süßen Geschmack der Frucht wieder herzustellen.

 

187. Die Erzählung von dem vierfach Feinen  (Catumatta-Jataka).

[Ein alter Mönch stellt an Sāriputta und Mogallāna eine ungeschickte Frage, worauf diese sich unwillig entfernen. Buddha rügt den alten Mönch]

Ein Schakal will mit zwei edlen Schwänen reden, wird aber von ihnen zurückgewiesen.

 

188. Die Erzählung von dem Löwenschakal  (Sihakotthuka-Jataka).

[Eine Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jataka 172]

Ein Löwe hat von einem Schakalweibchen einen Sohn bekommen. Da dieser eine Stimme hat wie ein Schakal, warnt ihn sein Vater, mit den Löwen zu schreien, da sonst seine Unebenbürtigkeit bekannt werde.

 

189. Die Erzählung von der Löwenhaut  (Sihacamma-Jataka).

[Ebenfalls eine Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jataka 172]

Ein Esel bekommt von seinem Herrn eine Löwenhaut übergeworfen und wird von ihm in die Reisfelder getrieben. Da er sich aber durch seine Stimme verrät, schlagen ihn die Bauern tot.

 

190. Die Erzählung von dem Tugendvorzug  (Silanisamsa-Jataka).

[Ein Laienbruder geht, in Gedanken an Buddha versunken, über das Wasser hin. Als er weniger stark an Buddha denkt, sinkt er ein; doch er erneuert seine Zuversicht und kommt glücklich hinüber]

Ein Barbier und ein Laienbruder werden auf eine Insel verschlagen. Ein Schlangenkönig stellt durch Zauberei ein Schiff her und will nur den tugendhaften Laienbruder dieses besteigen lassen; durch seine Bitten bewirkt aber dieser, daß auch der Barbier sich auf dem Schiffe retten darf.

 

191. Die Erzählung von Ruhaka  (Ruhaka-Jataka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 423. Jataka Bezug genommen]

Ein König schenkt einem Brahmanen ein schön geschmücktes Pferd. Die Brahmanin redet ihrem Manne nun zu, selbst das Zaumzeug anzulegen, um auch von den Leuten bewundert zu werden. Jener tut es, wird aber deshalb von allen verlacht. Darauf verstößt er seine Frau wegen ihrer Falschheit.

 

192. Die Erzählung von dem glücklichen Unglücksraben  (Sirikalakanni-Jataka).

[Eine weitere Beziehung auf das Jataka 546]

Ein Hinweis auf das Mahaummagga-Jataka.

 

193. Die kleine Erzählung von Paduma  (Cullapaduma-Jataka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über die Undankbarkeit der Weiber aufgeklärt]

Ein Königssohn muß mit seinen sechs Brüdern flüchten. In einer Wüste retten sie sich vor dem Hungertod, indem sie nacheinander ihre Frauen schlachten. Als aber die Reihe an die Frau des ersteren kommen soll, flüchtet er sich mit ihr. Ihren Durst stillt er mit seinem eigenen Blute. Darauf erbauen sie sich eine Hütte im Walde. Hier nimmt der Prinz einen Krüppel auf, den seine Frau liebgewinnt. Daher sucht sie ihren Mann zu töten; doch dieser entrinnt dem Tode, ohne daß jene es weiß, und wird später König. Da er wegen seiner Milde gerühmt wird, kommt auch sein früheres Weib mit dem Krüppel auf dem Rücken zu ihm. Er gibt sich ihnen zu erkennen und bestraft sie, jedoch auf milde Weise.

 

194. Die Erzählung von dem Juwelendieb  (Manicora-Jataka).

[Devadattas mißglückter Mordversuch gegen Buddha wird erwähnt]

Ein König begegnet einem Manne, der mit seiner jungen, schönen Frau in die Stadt geht. Um die Frau zu gewinnen, legt er ihm ein Juwel in seinen Wagen und beschuldigt ihn des Diebstahls. Als der Mann getötet werden soll, jammert sein treues Weib so, daß Gott Sakka eingreift und den König an des Mannes Stelle enthaupten läßt. Der Mann aber erhält die Königswürde.

 

195. Die Erzählung von der Bergesplatte  (Pabbatupatthara-Jataka).

[Ein König, in dessen Harem sich ein Minister verfehlt hat, wird von Buddha aufgefordert Milde zu üben]

Ein König will einen Minister bestrafen, der sich in des Königs Harem verfehlt hat; doch ein Weiser rät zur Milde.

 

196. Die Erzählung von dem Flügelroß  (Valahassa-Jataka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über die Verlockung durch das weibliche Geschlecht aufgeklärt. Wer Buddha nicht gehorcht, wird im Jenseits bestraft; die andern aber kommen in den Himmel]

Eine Anzahl von Kaufleuten werden nach einer Stadt verschlagen, die von weiblichen Dämonen bewohnt ist. Die Hälfte erliegt ihrer Verführung und wird getötet, die andern entfliehen und kommen  mit  Hilfe eines geflügelten Rosses in ihre Heimat zurück.

 

197. Die  Erzählung von dem Freund und dem Feind  (Mittamitta-Jataka)

[Ein junger Mönch hat im Vertrauen auf seinen Lehrer eine diesem gehörige Kleinigkeit für sich verwendet, wird aber dafür von jenem geschlagen. Buddha tadelt dies Vorgehen des Lehrers]

Ein Asket zieht einen jungen Elefanten auf und wird von ihm getötet. Im Anschluß daran bestimmt der Bodhisattva die äußeren Anzeichen, ob einer ein Feind ist.

 

198. Die Erzählung von Radha  (Radha-Jataka).

[Buddha erzählt einem unzufriedenen Mönche von der Untreue und  Unbehütbarkeit der  Weiber]

Ein Brahmane überträgt bei seiner Abreise zwei Papageien die Beobachtung seiner Frau. Als diese Unzucht treibt, will sie der jüngere belehren, wird aber von dem zornigen Weibe getötet. Bei der Rückkehr des Brahmanen deutet der Überlebende diesem an, was geschehen ist, und fliegt davon.

 

199. Die Erzählung von dem Hausvater (Gahapati-Jataka).

[Wie im vorigen Jataka]

Eine Frau verfehlt sich mit dem Dorfvorsteher. Als ihr Mann dazu kommt, stellt sich der Vorsteher, als sei er nur da um eine Schuld einzutreiben. Doch der Mann überführt ihn der Unwahrheit und züchtigt beide für ihre Schuld.

 

200. Die Erzählung von der großen Tugend  (Sadhusila-Jataka).

[Ein Mann, der vier Töchter besitzt, weiß nicht, wem er sie geben soll, und fragt darum Buddha um Rat]

Ein Brahmane hat vier Töchter, die von vier Leuten begehrt werden. Der Tugendhafte erhält den Vorzug.

 

201. Die Erzählung von dem Gefängnis (Bandhanagara-Jataka).

[Die Mönche fragen ihren Meister, ob es noch festere Ketten gebe als das Gefängnis. Buddha erklärt ihnen darauf, die Fessel der Lust sei die stärkste Fessel]

Ein Mann möchte die Welt verlassen; doch hält ihn seine Frau mit immer neuen Vorwänden zurück. Endlich gelingt es ihm doch zu flüchten und er kann nun die Wonnen des Asketenlebens kosten.

 

202. Die Erzählung von dem Spaßvogel  (Kelisila-Jataka).

[Ein weiser Mönch, der von Gestalt sehr klein ist, wird von andern Mönchen, die ihn nicht kennen, zum Besten gehalten. Buddha erzählt diesen dann, wodurch jener weise Mönch die Kleinheit seiner Gestalt verschuldet habe]

Ein König treibt immer mit alten Leuten und alten Sachen seinen Spott, so daß sich die armen Leute nicht mehr helfen können. Da erscheint ihm Gott Sakka in der Gestalt eines alten Mannes und befiehlt ihm unter schrecklichen Drohungen seinen Mutwillen aufzugeben.

 

203. Die Erzählung von der Sphäre der Daseinsarten  (Khandhavatta-Jataka).

[Ein Mönch wird von einer Schlange gebissen und stirbt. Buddha erklärt darauf den Mönchen, wie man durch Betätigung liebevoller Gesinnung gegen die Schlangen sich vor diesen schützen könne]

Ein weiser Mann belehrt seine Jünger, wie sie sich durch die Betätigung der Liebe zu allen Wesen Sicherheit vor den Schlangen und anderen Tieren verschaffen können.

 

204. Die Erzählung von Viraka  (Viraka-Jataka).

[Beziehung auf Devadatta, der Buddha nachahmte und dadurch zu Schaden kam]

Eine Wasserkrähe ernährt eine andere Krähe mit den von ihr gefangenen Fischen. Da letztere sich aber selbst Fische fangen will, ertrinkt sie. Dem Weibchen teilt die Wasserkrähe den Grund ihres Todes mit.

 

205. Die Erzählung von dem Gangesfisch  (Gangeyya-Jataka).

[Zwei junge Mönche fragen einen alten, wer von ihnen am schönsten sei. Der Thera aber gibt ihnen eine ausweichende Antwort, worauf ihn die Jungen zurechtweisen. Buddha tadelt sie darüber]

Zwei Fische von verschiedener Herkunft rufen eine Schildkröte zum Schiedsrichter an, wer von ihnen der schönste sei. Doch die Schildkröte erklärt sich selbst für das schönste Tier.

 

206. Die Erzählung von der Kurunga-Gazelle  (Kurungamiga-Jataka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta gegen Buddha]

Eine Gazelle, die mit einem Specht und einer Schildkröte zusammenlebt, fängt sich in einer Schlinge. Auf ihr Geschrei kommt die Schildkröte und beginnt den Riemen durchzubeißen; der Specht fliegt inzwischen nach dem Hause des Jägers und versucht ihn am Fortgehen zu hindern. Als endlich der Jäger kommt, ist die Schlinge zerbissen; die Schildkröte aber bleibt ermattet liegen. Jetzt veranlaßt die Gazelle den Jäger ihr zu folgen, bis die Schildkröte gerettet ist; der Jäger aber geht mit leeren Händen nach Hause.

 

207. Die Erzählung von Assaka  (Assaka-Jataka).

[Ein unzufriedener Mönch wird vom Meister über die Schlechtigkeit seiner früheren Frau aufgeklärt]

Ein König ist über den Verlust seiner Gemahlin untröstlich. Ein Weiser veranlaßt sie, die als Mistwurm wiedergeboren ist, vor dem Könige zu erscheinen. Sie erklärt ihm, sie liebe jetzt ihren Mistwurm viel mehr als ihn. Hierdurch wird der König von seiner übermäßigen Trauer geheilt.

 

208. Die Erzählung vom Krokodil  (Sumsumara-Jataka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta gegen Buddha]

Ein Krokodil veranlaßt einen Affen, nach dessen Fleisch seiner Frau gelüstet, auf seinen Rücken zu steigen. Im Wasser sagt er ihm seine Absicht; doch der Affe täuscht ihn durch eine List und entkommt ihm.

 

209. Die Erzählung von  dem Vogel  (Kakkara-Jataka).

[Ein junger Mönch gibt sehr auf die Gesundheit seines Körpers acht und wird darum von Buddha gelobt]

Ein Jäger sucht einen Vogel zu überlisten, doch dieser durchschaut seinen Plan und beschämt ihn.

 

210. Die Erzählung von Kandagalaka  (Kandagalaka-Jataka).

[Beziehung auf  die Nachahmung Buddhas durch Devadatta]

Ein Specht, der nur in weiches Holz zu picken gewohnt ist, möchte seinem Freunde, der harte Bäume mit seinem Schnabel durchdringt, nachahmen, zerschmettert sich aber den Kopf dabei.

 

211. Die Erzählung von Somadatta  (Somadatta-Jataka).

[Ein unverständiger Mönch kann in Gegenwart andrer nichts Vernünftiges  herausbringen. Buddha erzählt, wie dies komme]

Ein Brahmane lernt an einer Strophe, die er dem Könige sagen soll um von ihm etwas geschenkt zu erhalten, ein ganzes Jahr; im entscheidenden Moment aber sagt er sie falsch her, so daß sie das Gegenteil bedeutet. Der aber lacht darüber und beschenkt ihn doch.

 

212. Die Erzählung von der übriggebliebenen Speise  (Ucchitthabhatta-Jataka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über die Falschheit seiner frühern Frau aufgeklärt]

Eine Frau setzt ihrem Liebhaber ein Mahl vor. Da sieht sie ihren Mann kommen. Sie versteckt jenen und gibt ihrem Mann die Speise. Dieser aber merkt, daß nicht alles in Ordnung ist. Ein Mann, der alles beobachtet hat, erzählt jenem den Sachverhalt, worauf die Schuldigen ihre gebührende Strafe erhalten.

 

213. Die Erzählung vom Könige Bharu  (Bharu-Jataka).

[Die Anhänger der andern Sekten wollen, um Buddha und seine Gemeinde zu schädigen, dicht neben dem Jetavana ein Kloster für sich bauen und bestechen den König, daß er ihnen die Erlaubnis hierzu gibt. Als kein andres Mittel hilft, geht Buddha selbst zum König hin und bewegt diesen das Gebäude zerstören zu lassen]

Zwei Asketenscharen kommen in Streit wegen ihres Wohnplatzes. Beide Parteien bestechen den König, er solle ihnen