Khuddaka-Nikāya XIV

 

Buddhavaṃsa

Die Geschichte der Erwachten

 

 

 

Erste vollständige Übersetzung aus dem Pāli

 

von

 

Santuṭṭho Bhikkhu


   

Buch XIV aus dem Khuddaka-Nikāya des Sutta-Piṭaka

Deutsche Erstveröffentlichung

1. Auflage 2017

Gesamtgestaltung: Santuṭṭho Bhikkhu

© 2017 Santuṭṭho Bhikkhu

Eigenverlag, Berlin

ISBN: 978-3-00-057588-4

 

Jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtsge­setzes ist ohne schriftliche Zustimmung des Autors unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung jeglicher Art, Mikroverfilmung und Einspeicherung in elektronische Systeme, gleich welcher Art und Umfang.

 

Die hier gezeigten Texte sind vom Übersetzer und Autor Santuttho Bhikkhu ausschließlich der Webseite  palikanon.com kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Alle Leser verpflichten sich das Urheberrecht zu achten.

 

Gesamtherstellung: SDL – Digitaler Buchdruck, Berlin

Printed in Germany

 

Für M.F.

 

Möge ihm das Verdienst aus diesem Buch zugute kommen!

 

Die gesamten Kosten für die Herstellung dieses Buches wurden von M.F. getragen.

Diese Übersetzung wurde ermöglicht durch die Unterstützung von:

Wat Buddhavihara

Malchower Straße 23, 13089 Berlin

Facebook: Wat Buddhavihara Berlin

E-Mail: buddhavihara@hotmail.com

Tel.: +49-30-416 98 44 / oder 416 98 46


Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort III

I. Vorreden. 1

1. Der Abschnitt vom Juwelen-Wandelgang. 1

2. Die Erzählung von Sumedhas Wunsch. 14

II. Die Lebenswege. 43

1. Der Lebensweg des Buddha Dīpaṅkara. 43

2. Der Lebensweg des Buddha Koṇḍañña. 48

3. Der Lebensweg des Buddha Maṅgala. 54

4. Der Lebensweg des Buddha Sumana. 60

5. Der Lebensweg des Buddha Revata. 66

6. Der Lebensweg des Buddha Sobhita. 71

7. Der Lebensweg des Buddha Anomadassī 76

8. Der Lebensweg des Buddha Paduma. 82

9. Der Lebensweg des Buddha Nārada. 87

10. Der Lebensweg des Buddha Padumuttara. 93

11. Der Lebensweg des Buddha Sumedha. 98

12. Der Lebensweg des Buddha Sujāta. 104

13. Der Lebensweg des Buddha Piyadassī 110

14. Der Lebensweg des Buddha Atthadassī 115

15. Der Lebensweg des Buddha Dhammadassī 120

16. Der Lebensweg des Buddha Siddhattha. 125

17. Der Lebensweg des Buddha Tissa. 129

18. Der Lebensweg des Buddha Phussa. 135

19. Der Lebensweg des Buddha Vipassī 139

20. Der Lebensweg des Buddha Sikhī 145

21. Der Lebensweg des Buddha Vessabhū. 151

22. Der Lebensweg des Buddha Kakusandha. 157

23. Der Lebensweg des Buddha Koṇāgamana. 162

24. Der Lebensweg des Buddha Kassapa. 168

25. Der Lebensweg des Buddha Gotama. 176

III. Verschiedenes. 181

1. Der Abschnitt über verschiedene Buddhas. 181

2. Die Erzählung von der Reliquienverteilung. 184

Anmerkungen. 189

Anhang. 201

Die Weltzeiten (kappa) 201

Die Lebenszeiten der Buddhas. 201

Der Lebenslauf der Buddhas. 202

Chronologischer Überblick. 203

Bibliografie. 207


 

 

Abkürzungen

 

AN

=

Aṅguttara Nikāya

BHSD

=

Buddhist Hybrid Sanskrit Dictionary

Bv

=

Buddhavaṃsa

BvAB

=

burmesischer Bv-Kommentar

BvAC

=

singhalesischer Bv-Kommentar

BWtb

=

Buddhistisches Wörterbuch

Cp /A

=

Cariyā-Piṭaka /-Kommentar

Dhp/A

=

Dhammapada /-Kommentar

DN

=

Dīgha Nikāya

DoP

=

Dictionary of Pāli

DPPN

=

Dictionary of Pali Proper Names

GCB

=

Great Chronicle of Buddhas

IBH

=

I.B. Horner (engl. Übersetzung)

MN

=

Majjhima Nikāya

Pāc

=

Pācittiya (Vergehenskategorie)

PTS

=

Pali Text Society

Vism

=

Visuddhimagga

 

Weitere Abkürzungen ergeben sich aus dem Textzusammenhang.


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Vorwort

 

Dieses Buch ist zweifellos eines der jüngeren Werke im Pāli-Kanon. Es ist vollständig in Versen abgefasst. Diese sind jedoch nicht durchgehend im sonst üblichen Achtsilbenmaß (sloka) gehalten. Auch gibt es gelegentlich Verse mit drei statt zwei Zeilen zu je acht oder mehr Silben.

 

Es werden hier fünfundzwanzig Erwachte behandelt, wobei aus der ersten Vorrede deutlich wird, dass es in diesem Werk nicht um nüchtern sachliche Fakten geht, sondern darum, im Hörer der ihm vorgetragenen Verse, die man am besten als „Erbauungsverse“ bezeichnen kann, spirituelle Freude zu erwecken. Die zweite Vor­rede hat dann inhaltlichen Bezug auf den ersten Buddha.

 

Bemerkenswert ist, dass zu Lebzeiten des historischen Buddha (Siddhattha Gotama) außer ihm nur sieben Erwachte benannt waren, nämlich: sechs Vorzeitbuddhas und ein zukünftiger. Unter anderem in DN 14,1.4 sind zu finden:

 

Vipassī (91 Äonen vor Gotama)

Sikhī (31 Äonen vor Gotama)

Vessabhū (auch im 31. Äon vor Gotama)

Kakusandha (im jetzigen Äon)

Koṇāgamana (im jetzigen Äon)

Kassapa (auch im jetzigen Äon)

Metteyya (der zukünftige, ebenfalls im jetzigen Äon)

 

Demnach ist das jetzige Weltzeitalter eines der glücklichen, denn es sind 5 Erwachte erschienen. Niemals jedoch gab es oder wird es mehr als einen Vollerwachten (sammāsambuddha) zur selben Zeit geben (AN I,25). An gleicher Stelle wird ebenso als unmög­lich definiert, dass es jemals einen weiblichen Buddha gab oder geben wird.

 

Sicherlich wäre es interessant zu erfahren, woher die 18 Buddhas in den jüngeren Texten kommen, aber das muss an anderem Ort behandelt werden. Nur so viel sei erwähnt: die Reihe der Erwach­ten ist anfangslos, aber bis zum Buddha Vipassī reichte die Erinne­rungsfähigkeit des historischen Buddha Gotama, wie er selber in MN 71 von sich sagt. Demnach sind alle Buddhas vor Vipassī eher als Legenden zu betrachten. Der Buddha Gotama erklärt die Kenntnis über die oben genannten 6 Buddhas wie folgt: „Dem Vollendeten ist dieses Tatsachenmaterial unmittelbar anschaulich geworden. ... und auch Gottheiten haben dem Vollendeten diesen Sachverhalt mitgeteilt.“

 

Es gibt auch eine Auflistung mit achtundzwanzig Buddhas. Zu den bisher bekannten fünfundzwanzig kommen hinzu: Taṇkaṅkara, Medhaṅkara und Saranaṅkara, die noch vor Dīpaṅkara erschienen (Bv III.1). Aber auch diese Liste ist noch nicht ganz vollständig, denn es fehlt der vom historischen Buddha erwähnte Metteyya, der zukünftige fünfte Buddha in diesem Weltzeitalter. Dieser findet ebenfalls erst Erwähnung in Abschnitt III. Ganz deutlich erkenn­bar ist, dass mit der Zeit immer mehr Buddhas in der Literatur erschienen. Je weiter nach Norden die Lehre des Meisters kam, umso mehr wurde die Figur des Erwachten zu einem überwelt­lichen Wesen verklärt. Und – je mystischer solch ein Wesen ver­klärt wurde, umso mehr haben weitere, ebenso mystische Wesen ihren Eingang in die zur Legende gewordenen Erzählungen gefun­den. So nimmt man im tibetischen Buddhismus an, dass es in jeder Himmelsrichtung eine zentrale Buddhafigur geben müsse, denen man sogar fragliche Unterschiede als Attribute zuordnete, was man auf diversen Thangkas (Rollbildern) gut sehen kann. Aber damit nicht genug. Es musste noch ein weiterer Buddha geschaffen werden, der Ādi-Buddha. Eine Figur, die als oberste Instanz über alle anderen Buddhas steht. Weitaus wichtiger ist aber zu wissen, dass man mit der Zeit immer mehr daran glaubte, dass die er­loschenen Buddhas noch immer irgendwie existieren würden. Und so kam dann auch die Idee samt Glauben auf, dass Nibbāna, das ursprüngliche Erlöschen (wtl.: „Ausgewehtsein“), ein Ort sei, an dem eben jene Buddhas samt aller anderen Erloschenen dort ver­weilen. Das wiederum gab die Steilvorlage für allerlei weitere fan­tasievoll ausgeschmückte Texte. Diese bedenkliche Entwicklung machte (leider) auch vor dem, was man Theravāda („Weg der Älteren“) nennt, nicht halt. Es kam trotz deutlicher Aussagen darüber, was Nibbāna ist, zum Entstehen abstrusester Ideen. Das mag der geschickt ausgenutzten Bildungssituation geschuldet sein, d.h. am Grad der Ausprägung des Aberglaubens. Je niedriger der Bildungsgrad, je einflussreicher der Klerus, der vorgibt, was „wahr“ und demnach zu glauben ist, umso abwegiger die Vorstel­lungen. Statt sich mit den überlieferten Texten zu begnügen, werden weitere „entdeckt“ (erfunden wäre treffender) und die Urschriften werden nur noch dazu benutzt, um mittels (Fehl-)Inter­pretation die eigenen Vorstellungen zu belegen. Diese unheilsame Entwicklung hat z.B. in Thailand ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen, wo sich seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Sekte entwickelte, die sich selber sogar noch als dem Theravāda zugehörig empfindet. Und das, obwohl man ganz leicht nachweisen kann, dass klar definierte Lehrinhalte des ur­sprünglichen Buddhismus verdreht als auch missinterpretiert wer­den. Auch diese Sekte postuliert, dass Nibbāna nur eine Art „Zwi­schenstation“ sei, und dass an diesem Ort alle Arahats (Heilige) als auch Buddhas tatsächlich existieren würden. Aber damit nicht genug: Man behauptet sogar, dass man mit den dort „Lebenden“ in Kontakt kommen könne. Natürlich bleibt diese außerordentliche Fähigkeit nur den Eingeweihten vorbehalten. Je mystischer die Lehrinhalte, desto attraktiver sind sie. Der Fantasie sind wahrlich keine Grenzen gesetzt.

 

Interessanterweise werden im hier vorliegenden Text keine weite­ren zukünftigen Buddhas namentlich genannt. Mit der Darstellung des Lebensweges des Buddha Gotama ist die Genealogie im Prin­zip abgeschlossen. Im nächsten Buch des Khuddaka-Nikāya, der Sammlung der kürzeren Texte, das den Namen Cariyā-Piṭaka („Lebenswandel“) trägt, wird ausführlich auf den Buddha Gotama und dessen Vervollkommnung eingegangen. Die Übersetzung ins Deutsche wurde mittlerweile bereits veröffentlicht.

 

Eine Darstellung auf einer Votiv-Tafel aus Burma zeigt insgesamt 30 Buddhas, alle mit der Erdberührungsgeste (bhūmisparṣa-mūdra), dem Zeichen der Anrufung der Erde als Zeuge des Erwachtseins. Oben links könnte aufgrund der abweichenden Größe der zukünftige Buddha Metteyya sein, der mit 28 weiteren Buddhas die zentrale Figur umgibt, welche der historische Buddha Gotama sein dürfte.

Eine bedeutend besser erhaltene Votiv-Tafel ist in dem Buch enthalten: „Burmese Buddhist Sculpture: The Johan Möger Collection“ von O. Karow (→ Bibliografie).

 

Erwähnenswert ist durchaus die Klassifizierung der Weltzeitalter anhand der Anzahl der in ihnen erscheinenden Buddhas:

 

       I.          ohne Buddha (suñña-kappa)

      II.          mit einem Buddha (sāra-kappa)

    III.          mit zwei Buddhas (maṇḍa-kappa)

   IV.          mit drei Buddhas (vara-kappa)

     V.          mit vier Buddhas (sāramaṇḍa-kappa)

   VI.          mit fünf Buddhas (bhaddha-kappa)

 

 

Für die meisten Buddhisten sind nur drei Buddhas von Interesse:

Der vorgeschichtliche Buddha Dīpaṅkara, der historische Buddha Gotama und der zukünftige Buddha Metteyya. Man findet z.B. in der tibetischen Kunst die drei gemeinsam dargestellt:

 

Drei englische Übersetzungen wurden zu Vergleichszwecken mit herangezogen: 1. die Ausgabe der PTS, in der I.B. Horner die Verse als normalen Fließtext überträgt und sehr viele Anmerkun­gen aus dem Kommentar gibt, was deren Buch lesenswert als auch verständlicher macht; 2. die Bücher der „Great Chronicle“, die in Myanmar zusammengestellt und übersetzt, dann in Malaysia gedruckt wurden; und 3. eine neuere Arbeit aus Indien.

 

Es erscheint überflüssig zu erwähnen, dass sämtliche Zahlenanga­ben (nur) ikonografische Bedeutung haben. Am deutlichsten wird das durch den Begriff koṭi  (Milliarde). Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass viele Namen ihrer Bedeutung nach übersetzt wurden. Ein flüssig lesbarer Text ist durch diese Übersetzung nicht entstanden, aber das war auch gar nicht beabsichtigt. Wer des Englischen mächtig ist, wird die Ausgabe der PTS bevorzugen. Zumal darin eine enorme Menge an zusätzlichen Informationen aus dem Kommentar als Fußnoten beigegeben ist.

 

Mit diesem Buch ist eine weitere Lücke in der buddhistischen kanonischen Literatur geschlossen. Das war nur möglich durch die fortwährende Unterstützung im Wat Buddhavihara Berlin.

 

Santuṭṭho Bhikkhu

                                                                                   Sāvana 2017

 



 


Ehre dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten!

 

 

 

Buddhavaṃsa

 


Die Geschichte

der Erwachten

 

 

 

I. Vorreden

 

1. Der Abschnitt vom Juwelen-Wandelgang

 

1.

Der Brahma(-gott) und Herrscher der Welt, Sahampati,

bat mit ehrerbietig gefalteten Händen den unübertroff’nen [Buddha]:

„Hier sind Wesen mit wenig Staub in den Augen.

Leg’ uns die Lehre dar, aus Erbarmen für [diese] Geschöpfe!“

 

2.

Im solcherart[1] vollkommen in Wissen und Wandel Seienden,

Licht Bewahrenden, den letzten Körper Tragenden;

Vollendeten, unvergleichlicher Person,

in ihm kam Mitgefühl auf für alle Wesen.

 

3.

„Nicht wissen Gottheiten und Menschen, dass dem so ist,

dass der Erwachte Vorzüglichster der Menschen ist;

mit welch einer übernatürlichen Kraft und starker Weisheit,

mit welcher Kraft eines Erwachten er der Wohltäter der Welt ist.

4.

Nicht wissen Gottheiten und Menschen, dass dem so ist,

dass der Erwachte Vorzüglichster der Menschen ist;

dass er mit übernatürlicher Kraft und starker Weisheit,

mit der Kraft eines Erwachten der Wohltäter der Welt ist.

 

5.

Los, lass mich dir zeigen,

des Buddhas unübertroff’ne Kraft;

einen Wandelgang will ich erschaffen,

im Himmel[2], mit Juwelen verziert.“

 

6.

Der Erde, Großkönige, der Dreiunddreißig,

und Yāmas Götter, des Tusita(-Himmels) und Schaffensfreudige;

die sich an and’rer Schaffung freu’n als auch Brahmas Gefolge,

zahlreich erhoben sie voll Wonne ihre Stimmen.

 

7.

Und es erstrahlte die Erde samt Götterwelt,

auch zahlreiche Weltzwischenräume uneingeschränkt;

Finsternis und Trübheit ward beseitigt dann an dem Tag,

als sie gesehen hatten, das vollbrachte Wunder.

 

8.

Bei den Gottheiten, Jenseitigen[3], Menschen und Dämonen,

ein großartiger Glanz weitreichend kam auf;

in dieser Welt und der jenseitigen erstrahlend,

nach unten, oben und dazwischen sich ausbreitend.

 

9.

Das höchste Wesen, Unübertroffener, Wegleitender,

Meister, ward verehrt von Göttern und Menschen;

der Großmächtige, mit hundert Zeichen des Verdienstes,

er zeigte das vollbrachte Wunder.

 

10.

Er, gebeten von den besten der Götter, die Einsicht besitzen,

die Sache erwogen habend, jener vorzüglichste der Menschen;

Den Wandelgang erschuf er, der Weltenführer,

gut mit Bildern aller Juwelen ausgeführt[4].

11.

Übernatürliche Kräfte, Gedankenlesen und Lehrdarlegen,

[dieser] drei Wunder Meister war der Erhabene;

Den Wandelgang erschuf er, der Weltenführer,

gut mit Bildern aller Juwelen ausgeführt.

 

12.

Im zehntausendfachen Weltsystem,

wie höchster Berg Sineru;

der Säulen Reihenfolge gleich, er lehrte,

Wandelgänge, wie mit Juwelen.

 

13.

Zehntausend überspannend,

der Wandelgang, den der Sieger hat errichtet;

ganz aus Gold gemacht die Seiten,

der Wandelgänge, wie mit Juwelen.

 

14.

Die Balkenverbindungen symmetrisch,

golden die Bodenplanken;

die Geländer alle golden,

beiderseits die Flanken hergestellt.

 

15.

Edelsteine, Perlen wie Sand verstreut,

erschaffen [wie] aus Juwelen gemacht;

erglänzt in alle Richtungen,

das Aufgestiegene hundertstrahlig.

 

16.

Deshalb geht [nun] auf und ab der Weise,

der mit zweiunddreißig edlen Merkmalen,

Erleuchteter, vollkommen Erwachter,

wandelt im Wandelgang der Sieger.

 

17.

Himmlische Blüten vom Korallenbaum[5],

vom Lotos [und] Korallenbaum[6];

auf den Wandelgang sie warfen,

all jene Götter, die versammelt waren.

18.

Geseh’n hat ihn die Göttergemeinde,

die zehntausend erfreut waren;

zollten Verehrung die Versammelten,

zufrieden, freudig erregt, hocherfreut.

 

19.

Die Dreiunddreißig und die des Yāma auch,

sowie die Tusita-Gottheiten;

die schaffensfreud’gen Gottheiten,

auch sich an anderem Erfreuenden;

erhob’nen Geistes, heiter,

sie sah’n den Weltenlenker.

 

20.

Bei den Gottheiten, Jenseitigen, Menschen und Dämonen,

Nāgas, mystische Vogelwesen[7] als auch Chimären[8];

sie sahen ihn, der [voller] Mitgefühl für’s Wohlergeh’n der Welt,

wie am Himmel die aufgestieg’ne Mondscheibe.

 

21.

Die Strahlenden, die mit beständ’ger Aura,

die Belohnten und die höchsten Götter,

reich gekleidet in glänzend weißen Sachen,

sie standen da, die Hände ehrfürchtig erhoben.

 

22.

Sie ließen dabei Blüten fallen, fünffarbige,

Korallen(-Blüten) gemischt mit Sandelholzpuder;

Sie riefen Tuch und Kleidungsstücke umherschwenkend:

„Oh Sieger, der Du [voll] Mitgefühl für’s Wohlergeh’n der Welt bist!

 

23.

Du unser Meister, Anführer auch,

Banner und Opferpfosten der Lebenden;

Zuflucht[9] und Grundlage[10],

Leuchte und bester Mensch.

 

 

 

24.

Des zehntausendfachen Weltsystems

großmächt’ge Gottheiten;

verehren ihn, nachdem sie ihn bedienten,

zufrieden, freudig erregt, hocherfreut.

 

25.

Gottheiten und Götternymphen auch,

war’n heiter, frohen Sinnes;

mit fünffarbigem Blütenwerk,

huldigten sie dem Menschenführer[11].

 

26.

Geseh’n hat ihn die Göttergemeinde,

war’n heiter, frohen Sinnes;

mit fünffarbigem Blütenwerk,

huldigten sie dem Menschenführer.

 

27.

Oh, wie erstaunlich in der Welt,

wie wunderbar, wie freudig aufregend!

Nicht gab’s sowas seit langer Zeit,

so erstaunlich, freudig aufregend.“

 

28.

In eig’nen Stätten weilende,

niedergesetzt sich habende Gottheiten;

ihr großes Lachen lachten sie,

als sie geseh’n am Himmel das Erstaunliche.

 

29.

Die Wesen des Himmelsraumes und der Erde,

Gras und Wege Bewohnende;

die Hände ehrfürchtig erhoben, sie zoll’n Respekt,

zufrieden, freudig erregt, hocherfreut.

 

30.

Auch jene langlebigen Nāgas,

Verdienstbesitzer, Großmächtige;

freudvoll sie verehren,

[und] huldigen dem höchsten Menschen.

31.

Chorgesang sie stimmten an,

himmelwärts auf luft’gen Weg;

Trommeln sprechen ließen sie,

als sie geseh’n am Himmel das Erstaunliche.

 

32.

Und mit Muscheln sowie kleinen Trommeln,

und auch vielen [and’ren] Trommeln;

im Himmelsraum sie musizierten,

als sie geseh’n am Himmel das Erstaunliche.

 

33.

Erstaunlich, dass gerade heute,

aufkam dies freudvoll Erregende;

Was wir für immer zum Nutzen erlangen können,

gekommen ist dafür der (günst’ge) Augenblick.

 

34.

„Ein Buddha!“, so hörten sie,

Freude kam auf einmal auf;

„Ein Buddha, ein Buddha!“, sprachen sie,

[und] standen da, die Hände ehrfürchtig erhoben.

 

35.

„Hiṃ“ und „Sādhu“ [-Beifallslaute][12]

ausrufend, sie freuten sich;

und des Himmels verschiedene Geschöpfe,

die Hände ehrfürchtig erhoben hatten.

 

36.

Sie sangen, riefen laut und musizierten,

und schön mit Fingern schnippend tanzten sie;

sie ließen dabei Blüten fallen, fünffarbige,

Korallen(-Blüten) gemischt mit Sandelholzpuder;

 

37.

„Gleichwie bei dir, [du] großer Held[13],

das Rad-Zeichen die Füße haben;

Flagge, Donnerkeil[14], Fahnen,

den Treibstock, was verehrungswert ist[15].

38.

In Aussehen, Tugend, Geistesruhe,

und Weisheit unähnlich;

[doch] in Befreiung ungleich/gleich,

setzt [Du] ingang das Rad der Lehre.

 

39.

Wie zehn Elefanten starker Körper,

Deine Kraft ist allgemein bekannt;

die übernatürliche Kraft ist unvergleichlich,

setzt [Du] ingang das Rad der Lehre.

 

40.

So ausgestattet mit all den guten Eigenschaften,

mit all deren Faktoren wohl verseh’n;

den großen Weisen, den mitfühlenden,

den Weltenlenker, den verehrt.

 

41.

Des Hochverehrens und des Rühmens,

des Ehrens und Lobpreisens auch;

der Verbeugung und Verehrung,

all dessen bist Du [wahrlich] wert.

 

42.

Wer in der Welt verehrt sein sollte,

von denen, die der Ehre würdig;

bist Du der Beste, großer Held,

Dir ähnlich gibt es nichts.

 

43.

Mit großer Weisheit Sāriputta,

kundig der Geistesruhe [und] Versenkung;

als er da stand auf dem Geiergipfel,

sah er den Weltenlenker.

 

44.

Wie ein königlicher Salbaum in voller Blüte,

wie am Himmel der aufgegang’ne Vollmond;

wie am Mittag die Sonne,

betrachtet er den Menschenführer.

45.

Leuchtend wie ein Baum [voller] Lampen,

wie die eben aufgegang’ne Sonne;

mit klafter[-großem] Heil’genschein,

sah er den weisen Weltenlenker.

 

46.

Fünfhundert Mönche,

solche, die ihr Werk getan;

die Einflüsse zerstört habend, Unbefleckte,

hat er sofort versammelt.

 

47.

Das sogenannte Welt-Gunsterweisen,

dies Wunder zeigt’ er auf.

„Nachdem auch wir dorthin gegangen,

woll’n wir den Sieger [auch] verehr’n.

 

48.

Lasst uns [nun] alle gehen,

und fragen unser’n Sieghaften;

Die Zweifel lasst uns zerstreuen,

wenn wir geseh’n den Weltenlenker.“

 

49.

„Sehr gut!“ wurde da geantwortet,

von Klugen, die sie Sinne zügeln.

Die Schale, Roben aufgenommen,

eiligst brachen sie nun auf.

 

50.

Die Unbefleckten, mit zerstörten Einflüssen,

in höchster Zucht Gezügelten,

bei Sāriputta mit der großen Weisheit,

kamen sie an, mit magischer Kraft.

 

51.

Von diesen Mönchen umgeben,

Sāriputta [samt] der großen Gruppe,

spielend [leicht] im Götterhimmel,

kamen sie an, mit magischer Kraft.

52.

Sie räusperten und schneuzten[16] sich,

sorgfältig [als auch] pflichtgetreu;

ehrfurchtsvoll und ehrerbietig,

gelangten sie zum Vollerwachten.

 

53.

Da angekommen sahen sie,

den Weltenlenker, Selbstverwirklichten;

hoch im Luftraum stehend,

gleichwie der Mond am Himmel.

 

54.

Leuchtend wie ein Baum [voller] Lampen,

gleichsam am Himmel blitzend;

so wie die Sonne am Mittag,

sie sah’n den Weltenlenker.

 

55.

Die fünfhundert Mönche alle,

sie sah’n den Weltenlenker.

wie einen Teich, der rein ist,

gleichwie ein aufgeblühter Lotos.

 

56.

Die Hände ehrfürchtig erhoben,

zufrieden, freudig erregt, hocherfreut;

ehrerweisend fiel’n sie nieder,

vor des Meisters Rad-Merkmal.

 

57.

Mit großer Weisheit Sāriputta,

wie dem gelben Amaranth ähnlich;

geschickt in Geistesruhe [und] Versenkung;

sie ehrten den Weltenlenker.

 

58.

Donnernd wie Gewitterwolke,

dem blauen Lotos ähnlich;

unvergleichlich in übernatürlicher Kraft,

der großmächtiger Moggallāna,

59.

Und Mahākassapa der Ordensält’re,

geschmolz’nem Golde ähnlich;

in Asketenpraxis Hochgeschätzter,

Gepriesener, gerühmt vom Meister.

 

60.

Höchster der mit himmlisch’ Auge,

Anuruddha mit großer Gruppe;

des Erhab’nen bester Anverwandter,

auch er stand nahebei.

 

61.

Was ein Vergehen ist, was keins,

was wiedergutzumachen ist, darin kundig;

im Ordensrecht weithin berühmt,

Upāli, ward gerühmt vom Meister.

 

62.

Was allerfeinst ist und subtil verstanden habend,

vorzüglichster beim Predigen vor Gruppen;

der Seher, Sohn der Mantānī,

genannt Puṇṇa, der Berühmte.

 

63.

Von denen den Geist lesend,

in Gleichnissen geschickt der Weise;

Zweifelzerschneider, großer Held,

erklärte seine eig’ne Tugend:

 

64.

„Vier gibt es, Unermessliche,

deren Ausdehnung unbekannt:

der körperlichen und des Himmels Wesen,

sowie des Universums Unendlichkeit;

die unberechenbare Buddhaweisheit,

nicht einmal Sakka kann erkennen sie.

 

 

 

65.

Welch ein Wunder dieser Welt,

das meine Macht, verschieden aufzutreten[17];

[und] vieles andere, Erstaunliches,

Wunder [und] Haarsträubendes.

 

66.

Als ich bei den Tusita war,

Santusita, man nannte mich;

zehntausend haben sich versammelt,

baten mich, mit gefalteten Händen:

 

67.

‘Zeit ist’s für Dich, o großer Held,

zu erschein’ im Mutterbauch;

mitsamt den Göttern eingehen,

sollst Du zur Todlosigkeit.’

 

68.

Als ich vom Tusita abschied,

in jenen Bauch hinabgestiegen;

im zehntausendfachen Weltsystem,

erbebte da die Erde.

 

69.

Als ich sodann den Mutterbauch,

klar bewusst wieder verließ;

Zustimmung erhob sich da,

als es zehntausendfach erbebte.

 

70.

Gleich meiner Abkunft gibt es keine,

in Geburt [sowie] Hinausziehen;

im Vollerwachen bin ich der Beste,

beim Ingangsetzen des Rad’s der Lehre.

 

 

 

 

 

71.

Ach was für ein Wunder dieser Welt,

die schiere Größe an Buddhatugend;

das zehntausendfache Weltsystem,

in sechsfach’ Art[18] erbebte da;

[19]Und groß war das Wunder,

erstaunlich, haaresträubend.“

 

72.

Der Erhab’ne war zu dieser Zeit,

der Welt vornehmster[20] Menschenführer[21];

mit Göttern ließ er sich sehen,

durch magisch’ Kraft wandelte der Sieger.

 

73.

Wandelnd auf dem Wandelgang,

der Weltenführer lehrte;

am Ende da verschwand er nicht,

sofern vier Handbreit noch zu wandeln waren.

 

74.

Mit großer Weisheit Sāriputta,

kundig der Geistesruhe [und] Versenkung;

in Erkenntnis Vollkommenheit erlangt,

den Weltenlenker fragte er:

 

75.

„Von welcher Art, o großer Held,

war Dein Entschluss, unübertroffener?

Zu welcher Zeit, von Dir, o Weiser,

erbeten ward höchstes Erwachen?

 

76.

Geben, Tugend [und] Entsagung,

Weisheit und Tatkraft war’n welcherart?

Geduld, Ehrlichkeit, Entschlossenheit,

Wohlwollen und Gleichmut war’n welcherart?

 

 

 

77.

Deine zehn Vollkommenheiten, o Weiser,

war’n welcherart, Du Weltenlenker?

Wie wurden höhere Vollkommenheiten erfüllt,

und wie der Vollkommenheiten allerhöchste?“

 

78.

Dies der Fragende erwünschte,

mit wohlklingend[22] süßer Stimme;

um’s Herz zu kühlen,

um sich zu freu’n mitsamt den Göttern.

 

79.

Was über früh’re Buddhas, Sieger dargelegt,

was als Überlieferung der Buddhas vertieft wurde;

frühere Aufenthalte der aufeinanderfolgenden Buddhas,

gab er bekannt, zum Wohl der Welt mit ihren Göttern.

 

80.

„Freude, freudige Erregung,

der Sorgen (Pfeil-)Spitze Beseitigung;

Erlangung aller Erfolge,

zu respektieren habend, hört mir zu.

 

81.

Hochmut unterdrückend, Sorgen vertreibend,

aus dem Geburtenrad befreiend;

ein Weg, der alles Leid vernichtet,

mit Würde der Methode folgt.“

 

Der Abschnitt vom Juwelen-Wandelgang ist beendet.

 

 


 

2. Die Erzählung von Sumedhas Wunsch

 

1.

Hunderttausend Weltzeitalter,

und [noch] vier Unermessliche;

[gab’s] eine Stadt genannt Amara[23],

hübsch anzuseh’n, erfreulich.

 

2.

Die zehn Klänge[24] sie nicht einsam machten[25],

Getreide, Trinkwasser kamen zusammen[26];

Elefantenlärm Pferdelärm,

und von Pauken und Wagen gemachter;

als auch „So iss und trinke doch!“,

ward bei Speis und Trank gerufen.

 

3.

Die Stadt war mit allem wohl versehen,

alle [Art von] Arbeit wurde unternommen;

mit den sieben Juwelen ausgestattet,

verschied’ne Völker mitsamt Familien;

erfolgreich wie ’ne Götterstadt,

war sie ein Ort, Verdienst zu wirken.

 

4. [27]

In der Stadt Amaravati,

ein Brahmane genannt Sumedha;

hatt’ mehr als ’ne Milliarde angesammelt,

zahlreich waren Geld und Korn.

 

5.

Ein Rezitator vieler Sprüche,

vollkommen in den drei Veden,

in den Zeichen und Legenden,

in der rechten Lehre[28] zu Außergewöhnlichkeit gelangt.

 

6.

Sich in Abgeschiedenheit niedergelassen,

er überlegte bei sich dies:

‘Leiden nennt man Wiederwerden,

auch den Zerfall des Körpers.

7.

Der Natur der Geburt, der Natur des Sterbens,

die Natur des Krankwerdens, die habe ich in diesem Fall;

Nichtgeburt, Nichtsterben, Frieden,

lass mich nun suchen, Glückseligkeit[29].

 

8.

Was wäre, nachdem ich diesen faul’gen Körper,

der angefüllt mit allerlei Unrat ist,

abgeworfen habend, losgeh’n würde,

unabhängig[30] [und] nichts wünschend[31]?

 

9.

Da existiert, da wird es geben einen Weg,

nicht es es möglich, dass es keinen geben sollte;

so lass mich suchen jenen Weg,

um mich vom Werden zu befrei’n.

 

10.

Gleichwie vorhanden ist, was unzulänglich,

was Glück man nennt, auch existiert;

so auch, wenn Werden existiert,

Nichtwerden sollt’ erlaubt sein[32].

 

11.

Gleichwie vorhanden ist, die Hitze,

zukünftig Kälte da sein muss;

so auch wenn’s dreifach Feuer existiert,

das Erlöschen sollt’ erstrebet werden.

 

12.

Gleichwie vorhanden ist, das Üble,

dann auch das Edle da sein muss;

so auch wenn’s Wiedergeburt gibt,

Nicht-Existenz erstrebt sein sollte.

 

13.

Gleich wenn ein Mensch in Kot getreten,

dann den vollen Teich gesehen hat,

nicht zu jenem Teich gegangen,

das kein Makel dieses Teiches ist.

14.

Wenn zur Wäsch’ unreiner Flecken,

man überlegt, dass da ein Teich vorhanden ist;

[und] dann geht man nicht zu jenem Teich,

ist’s nicht des Teiches Fehler.

 

15.

Wie wenn einer, der rundum von Feinden ist behindert,

es da ’nen Ausweg gibt;

und dieser Mensch, der läuft nicht weg,

dann ist’s kein Makel des direkten Weges.

 

16.

So [auch] wenn man von Unreinheit umgeben ist,

und obwohl’s da ’nen günst’gen Pfad gibt;

nicht auf jenem Weg gegangen ist,

ist’s nicht des günst’gen Weges Fehler.

 

17.

Gleichwie ein Mann, der krank ist,

obwohl’s eine Behandlung gibt;

sich nicht behandeln lässt die Krankheit,

ist’s nicht der Fehler der Behandlung.

 

18.

So [auch] wenn Krankheit durch Befleckung,

man wird vom Schmerz tyrannisiert;

nicht zu bestimmten Lehrer hingegangen,

ist’s kein Fehler des (Weg-)Führenden.

 

19.

Gleichwie ein Leichnam einen Menschen,

diesen ekelt, wenn am Hals befestigt;

nachdem er sich davon befreite, weggeh’n würde,

glücklich, befreit, wohin er will;

 

20.

Auf gleiche Weis’ den faul’gen Körper,

den aus verschied’nen Leichenteilen,

abgeworfen habend, mag losgeh’n ich,

unabhängig [und] nichts wünschend.

21.

Gleichwie am Ort für Exkremente,

den Kot der Mann, die Frau,

beseitigt habend, weggehen,

unabhängig [und] nichts wünschend;

 

22.

Ebenso werd’ meinen Körper ich,

der angefüllt mit allerlei Unrat ist,

beseitigt habend, weggehen,

wie nachdem ich Stuhlgang hatte auf dem Klo.

 

23.

Gleichwie ein altersschwaches Boot,

das morsch geworden, Wasser zieht,

nachdem sie es beseitigt, die Eigner [einfach] weitergeh’n,

unabhängig [und] nichts wünschend;

 

24.

Ebenso werd’ meinen Körper ich,

der aus neun Löchern ständig tröpfelt;

ihn beseitigt habend, [einfach] weitergehen,

wie vom altersschwachen [Boot] die Eigner.

 

25.

Gleichwie ein Mann mit Dieben

gegangen, Dinge mit sich nehmend,

beim Genomm’nen die Gefahr geseh’n,

[jene dann] beseitigt habend, fortgeht,

 

26.

Ebenso werd’ diesen Körper ich,

darin den Meisterdieb erkennend,

ihn aufgeben und (weiter-)gehen,

[sonst würd’ ich] fürchten, Gutes zu vernichten.’[33]

 

27.

Nachdem ich das mir überlegt,

den Schatz von mehr als einhundert Milliarden;

an Arm und Reich verteilt habend,

brach ich zum Schneegebirge[34] auf.

28.

Am Schneegebirge nahebei,

am Dhammika genannten Berg,

richt’ ich mich gut ein in Einsiedelei,

die Laubhütte war gut verfertigt.[35]

 

29.

Den Wandelgang erbaute ich am Platz,

der von fünf Hindernissen frei[36];

Mit acht Eigenschaften[37] stieg auf,

übernatürlich Kraft in mir.

 

30.

Den Mantel gab ich dann dort auf,

der mit den neun Fehlern[38] ausgestattet;

hab mich in Bast-Gewand gekleidet,

das zwölf Eigenschaften[39] hatte.

 

31.

Die mit acht Fehlern[40] angefüllte

Blätterhütte gab ich auf;

begab mit an des Baumes Wurzel,

die zehn Eigenschaften[41] hat.

 

32.

Säen, Ernten des Getreides,

gab ich vollkommen auf;

die mit reichlich Tugenden verseh’nen,

die rohen Früchte nahm ich mir.

 

33.

An diesem Ort, übt’ eifrig ich,

im Sitzen, Stehen, Wandeln [auch];

und innerhalb von sieben Tagen,

hab ich übernatürlich’ Kraft erlangt.

 

34.

So wurde mir Erfolg beschieden,

die Meisterung der Lehre;

Dīpaṅkara, genannt der Sieger,

der Weltenführer, der entstand.

35.

Entstehen und Geborenwerden,

Erwachen, Lehrdarlegung –

nicht zu seh’n war’n die vier Zeichen,

die aus Versenkungsfreud’ entsteh’n[42].

 

36.

Die Einwohner des Grenzlandes,

sie luden ein Vollendeten;

den Weg für seine Ankunft,

sie reinigten mit freud’gem Geist.

 

37.

Als ich zu jener Zeit,

herausgekomm’ aus meiner Zeit[43];

das Bast-Gewand abgeschüttelt,

ging ich im Luftraum damals.

 

38.

Das ehrfurchtsvolle Volk gesehen,

das befriedigt, freudig aufgeregt, froh;

vom Himmel ich herabgestiegen,

sogleich die Menschen fragte:

 

39.

„Befriedigt, freudig aufgeregt [und] froh,

ist [hier] viel ehrfürchtiges Volk.

Wessen Weg habt ihr gereinigt,

[welch] g’rade Straß’, direkten Pfad?“

 

40.

Von mir gefragt, erklärten sie,

„In der Welt ein unübertrefflich’ Buddha,

Dīpaṅkara genannter Sieger,

ein Weltenlenker ist erschienen.

Für ihn wir reinigten den Weg,

die g’rade Straß’, direkten Pfad.“

 

 

 

41.

Als ich hörte, wie sie „Buddha.“ sagten,

stieg Freude auf sogleich;

Indem ich „Buddha, Buddha.“ sagte,

mein freudiges Gemüt bekannte ich.

 

42.

Dort stand ich, überlegend,

freudig im Geiste aufgeregt;

‘Hier will ich den Samen legen,

nicht (günst’gen) Augenblick verpassen.

 

43.

Wenn ihr für Buddha saubermacht,

gebt mir ein Stückchen ab davon.

Auch ich will saubermachen,

die g’rade Straß’, direkten Pfad.“

 

44.

Sie haben mir ein Stück gegeben,

zum Säubern jener g’raden Straß’.

‘Buddha, Buddha’ [ständig] denkend,

hab jenen Weg ich rein gemacht.

 

45.

Unfertig war das meine Stück,

als Dīpaṅkara, der große Weise,

mit vierhunderttausend

sechfach geistesmächt’gen Solchen,

die Einflüsse zerstört [und] fleckenlos,

betrat gerade Straße [wie ein] Sieger.

 

46.

Ihm entgegen gingen

viele, Pauken schlagend;

froh waren Menschen, Götter,

ihr’n Beifall sie bekundeten.

 

 

 

47.

Die Götter sahen die Menschen,

die Menschen auch die Gottheiten;

und beide ehrfürchtig die Händ’ gefaltet,

sie folgten dem Vollendeten.

 

48.

Die Gottheiten mit himmlischen Musikinstrumenten,

die Menschen [halt] mit menschlichen;

beide darauf spielend,

sie folgten dem Vollendeten.

 

49.

Himmlische Blüten vom Korallenbaum,

vom Lotos [und] Korallenbaum;

hierhin, dahin streuten sie,

in der Luft erhob’ne Windgötter[44].

 

50.[45]

Auch himmlisch’ Sandelholzpuder,

vorzüglich duftend, unvermischt;

hierhin, dahin streuten sie,

in der Luft erhob’ne Gottheiten.

 

51.

Magnolien-, Salbaum-[46], Kadampa-[Blüten],

vom Eisenholz, Punnāga[47], Pandanus;

hierhin, dorthin warfen sie,

auf den Erdboden die Menschen.

 

52.

Hier hab’ ich die Haare mir gelöst,

das Bastgewand und Sitzleder,

nachdem im Schlamm hab’ ausgebreitet,

mich hingelegt, Gesicht nach unten.[48]

 

53.

„Betreten mag mich doch der Buddha,

mitsamt den Übrigen über mich geh’n;

So mag er nicht den Schlamm betreten,

das wird für mich zum Segen sein!“

54.

Als ich so auf der Erde lag,

dies mir im Geiste war:

‘Was ich mir heute wünsche,

wird Unreinheiten mir verbrennen.

 

55.

Warum verweil’ ich unwissend,

wie die Lehre hier selbst zu erfahren ist?

Nachdem Allwissenheit erlangt ist,

will ich erwachen samt den Göttern.[49]

 

56.

Wozu mein einzeln Übergehen,

als Mann, der seine Stärke sieht?

Nachdem Allwissenheit erlangt,

will ich hinübergelang’ samt Göttern.

 

57.

Mit dieser meiner Unterstützung[50],

gewirkt für höchste Menschen;

nachdem Allwissenheit erlangt,

viel Volks will ich hinüberführ’n[51].

 

58.

Den Strom des Daseins abgeschnitten,

zerschmettert habend dreifach Werden;

ins Boot der Lehre eingetreten,

will ich hinübergelang’ samt Göttern.“

 

59.

Menschendasein, Männlichkeit erlangen,

die Ursache [und] das Sehen eines Meisters;

Hinauszieh’n, Erreichungen erlangen,

sowie als Unterstützer Willenskraft[52];

Mit den acht Dingen in Verbindung,

das Streben wird erfolgreich sein.

 

 

 

60.

Dīpaṅkara der Weltenkenner,

Empfänger von Geopfertem;

auf meinem Kopf als Kissen[53] so stehend,

diese Worte sprach er dann:

 

61.

„Hast du geseh’n den sich quälenden

Flechtenasketen, der heftig Übung praktiziert?

In unermesslichen Äonen,

wird er [einst] ein Buddha sein.

 

62.

Wenn [einst] er von Kapila[vatthu], von Freuden,

aufgebrochen der Vollendete;

bei Anstrengung’ sich angestrengt hat,

getan habend, was schwer zu tun war,

 

63.

am Fuß des Ajapāla-Baumes,

sich hingesetzt hat der Vollendete;

an jenem Platz den Milchreis akzeptiert,

wird er zur Nerañjarā hingeh’n.

 

64.

Am Ufer der Nerañjarā,

den Milchreis nahm der Sieger;

den höchsten Weg so vorbereitet,

wird er zum Fuß des Bodhibaumes geh’n.[54]

 

65.

Dort die Rechtsumschreitung ausgeführt,

im Kreis des Bodhibaums, wird der Unübertreffliche;

am Fuße des Assattha-Baumes,

erwachen der Hochwürdige[55].

 

66.

Seine ihn gebärend’ Mutter,

Māyā wird sie genannt;

Suddhodana des Vaters Name,

ein Gotama wird dieser sein.

67.

Einflussfrei, entsüchtigt,

friedvollen, konzentrierten Geistes,

Kolita und Upatissa,

werden seine besten Schüler;

[56]Ānanda heißt der Aufwärter,

der dem Sieger dienen wird.

 

68.

Khemā und Uppalavaṇṇā,

werden beste Schülerinnen,

Einflussfrei, entsüchtigt,

friedvollen, konzentrierten Geistes;

Erwachen wird jener Erhabene,

unter’m Assattha(-Baum), heißt es.

 

69.

Citta und Hatthāḷavaka,

werden beste Unterstützer[57];

und Uttarā, Nanda’s Mutter,

wird beste Unterstützerin.“

 

70.

Wenn jene hörten dann die Worte,

des unvergleichlich großen Sehers,

da freu’n sich Menschen, Götter,

dass dieser Sproß des Erwachens ist.

 

71.

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

72.

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten[58],

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen [hier][59] gewärtig sein.

 

73.

Wie Leute, die den Fluss queren,

[und] die Furt dabei verfehlen,

weiter unten gehen durch die Furt,

so über’n großen Fluss gelangen.

 

74.

Ebenso wir allesamt,

wenn wir fahren lassen diesen Sieger,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen [hier] gewärtig sein.“

 

75.

Dīpaṅkara, der Weltenkenner,

Empfänger von Geopfertem;

mein Wirken verkündet habend,

den rechten Fuß wird anheben.

 

76.

Dort werden jene Siegersöhne,

mich rechtsherum umschreitend;

die Götter, Menschen und Dämonen,

nachdem sie mich verehrten weggeh’n.

 

77.

In meiner Sicht vorüberziehend,

der Weltenlenker samt Gemeinschaft;

aus meiner Lage mich erhoben habend,

setz dann zurück mich mit gekreuzten Beinen.

 

78.

Durch Glück ich glücklich wurde,

von Freude wurde ich erfreut;

und von erhebend Freude angefüllt,

setzt ich mich dann zurück mit gekreuzten Beinen.

 

79.

Hingesetzt mit gekreuzten Beinen,

da überlegte ich mir dies:

‘In Vertiefung hab’ ich Meisterschaft erlangt,

in überweltlich Wissen Vollkommenheit erlangt.

80.

Im zehntausendfachen Weltsystem,

gibt’s keinen Seher, der mir gleicht;

nichts gleicht an magisch’ Dingen,

was ich erlangt’ einem solchen Glück.’

 

81.

Während mit gekreuzten Beinen ich verweilte,

die Zehntausend zustimmend,

großes Getös’ ingangsetzten:

„Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

82.

Den früheren Erleuchtungssuchern[60],

war’n Vorteile des kreuzbein’gen Sitzens;

als jene Zeichen erschienen,

die auch heute noch erscheinen.

 

83.

Die Kälte ward vernichtet,

und Hitze abgeklungen;

Das ist heute [auch] erschienen,

gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

84.

Das zehntausendfache Weltsystem,

ist lautlos, unverstört;

Das ist heute [auch] erschienen,

gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

85.

Starke Winde wehen nicht,

nicht fließen [auch] die Ströme;

Das ist heute [auch] erschienen,

gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

86.

An (trock’nem) Ufer Wasserblumen,

auf einmal alle blühen;

Auch heute blühen alle.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

87.

Wie Schlingpflanzen und Bäume,

Früchte tragen auf einmal;

Auch heute haben alle Obst.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

88.

Wie des Himmels und der Erde

Edelsteine erstrahlen auf einmal;

Auch heute Edelstein’ erstrahlen.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

89.

Wie menschliche und himmlische,

Instrumente auf einmal spielen;

Auch heute beide laut erklingen.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

90.

Vom Himmel Blüten vielerlei,

heftig regnen auf einmal;

Auch heute sie herabregnen.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

91.

Der große Ozean ebbt ab,

erbeben tut ’s Zehntausendfache;

Auch heute beide laut ertönen.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

92.

Auch in der Höll’ zehntausende

der Feuer auf einmal erlöschen;

Auch heute gehen Feuer aus.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

93.

Fleckenlos ist [heut] die Sonne,

[und] alle Sterne sind zu seh’n;

Auch heute sie erscheinen so.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

94.

Obwohl’s kein Wasser regnete,

in Mengen auf einmal hervorquillt;

Auch heute quellen Mengen vor.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

95.

Gruppenweise Sterne prangen,

in Sternbildern am Himmelsrund;

der Mond steht im Visākhā[61].

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

96.

In Höhlen hausende Höhlenbewohner,

kommen aus ihren Höhlen heraus;

Auch heut’ verlassen sie die Höhlen.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

97.

Unlust gab’s nicht unter Wesen,

Zufriedenheit gab’s auf einmal;

Auch heut’ alle zufrieden sind.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

98.

Da war Krankheit abgeklungen,

auch Hunger überwunden war;

Auch heute ist das so erschienen.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

99.

Abgenommen hat die Gier,

Hass, Unwissenheit sind aufgegeben;

Auch heut’ ist all das entfernt.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

100.

Furcht nicht [länger] existiert,

auch das ist heut’ erschienen;

Durch dieses Zeichen wissen wir,

gewiss wirst du ein Buddha werden.

101.

Staub nicht aufgewirbelt ist,

auch das ist heut’ erschienen;

Durch dieses Zeichen wissen wir,

gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

102.

Unangenehm zu Riechendes ist weggegangen,

es weht ein himmlisch’ Duft;

So heute auch ein Duft her weht.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

103.

Alle Götter sind erschienen,

außer den unkörperlichen;

Auch heut’ alle zu sehen sind.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

104.

Sofern man etwas Hölle nennt,

war’n alle auf einmal zu seh’n;

Auch heute alle sichtbar sind.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

105.

Mauern, Türen, Felsen auch,

kein Hindernis sie waren da;

Ein off’ner Raum sind sie auch heute.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

106.

Vergehen und Entstehen auch,

in jenem Moment nicht existierten;

Heute ist das auch erschienen.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.

 

107.

Tatkraft, heftig anhaltend,

mag nicht stagnieren, [nur] fortschreiten;

Auch das erkennen wir also.

Gewiss wirst du ein Buddha werden.“

108.

Als ich gehört des Buddhas Rede,

und der Zehntausend, beide;

befriedigt, zufrieden, freudig erregt, froh,

da überlegte ich mir dies:

 

109.

‘Unzweideutig ist der Buddhas Rede,

glückverheißend[62] ist der Sieger Rede;

Unwahres gibt’s bei Buddhas nicht.

Gewiss werd’ ich ein Buddha sein.

 

110.

Wie hochgeworf’ner Erdklumpen,

gewiss fällt [wieder] auf die Erde;

ebenso sind höchste die des Buddha,

der Reden, ewig anhaltend.

Unwahres gibt’s bei Buddhas nicht.

Gewiss werd’ ich ein Buddha sein.

 

111.

Gleichwie bei Wesen allesamt,

das Sterben ewig anhaltend;

ebenso sind höchste die des Buddha,

der Reden, ewig anhaltend.

Unwahres gibt’s bei Buddhas nicht.

Gewiss werd’ ich ein Buddha sein.

 

112.

Wie wenn die Nacht am schwinden ist,

der Sonnenaufgang sicher ist;

ebenso sind höchste die des Buddha,

der Reden, ewig anhaltend.

Unwahres gibt’s bei Buddhas nicht.

Gewiss werd’ ich ein Buddha sein.

 

 

 

 

 

 

113.

Wie wenn beim Lagerstattverlassen,

Gebrüll beim Löwen sicher ist;

ebenso sind höchste die des Buddha,

der Reden, ewig anhaltend.

Unwahres gibt’s bei Buddhas nicht.

Gewiss werd’ ich ein Buddha sein.

 

114.

Wie wenn bei schwang’ren Wesen,

eine Entbindung sicher ist;

ebenso sind höchste die des Buddha,

der Reden, ewig anhaltend.

Unwahres gibt’s bei Buddhas nicht.

Gewiss werd’ ich ein Buddha sein.

 

115.

Na los, die Buddha [aus-]machend Dinge,

lass mich prüfen hier und da,

oben, unten, in zehn Regionen,

soweit die Erfahrungswelt[63] reicht.’

 

116.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

zuerst des Gebens Vollkommenheit;

[d.h.] der von früh’ren großen Sehern,

erfüllt wordene große Pfad.

 

117.

‘Diesen hast du zuerst zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

[und] bis zur Gebeperfektion zu gehen,

wenn du Erwachen zu erlangen wünschst.

 

118.

Gleich wenn man umdreht vollen Krug,

und mit irgendwas bis oben [füllen will];

[doch] rausläuft alles Wasser,

er es nicht hüten kann,

 

119.

ebenso Bittsteller gesehen habend,

die niedrig, höher, mittelmäßig;

ihnen völlig[64] Gaben gebend,

wie der Krug, der umgedreht.

 

120.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

 

121.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als zweites Tugendperfektion;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

122.

‘Dies hast als zweites du zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

[dann] bis zur Tugendperfektion zu gehen,

wenn du Erwachen zu erlangen wünschst.

 

123.

‘Gleich wenn am Schwanz die Yak-Kuh,

irgendwie wird festgehalten;

[lieber] annimmt, dort zu sterben,

nicht aber ihren Schwanz verletzt,

 

124.

ebenso in den vier Daseinseb’nen,

ist Sittlichkeit so zu vollenden;

alle Tugend so zu schützen,

wie jene Yak-Kuh ihren Schwanz.

 

125.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

126.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

Entsagungsperfektion als drittes;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

127.

‘Dies hast als drittes du zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

[dann] bis zur Entsagungsperfektion zu gehen,

wenn du Erwachen zu erlangen wünschst.

 

128.

Wie ein Mann ans Haus gekettet[65],

seit langem schmerzerfüllt verweilt;

und daran kein Gefallen findet,

doch nach Befreiung Ausschau hält,

 

129.

ebenso [wenn] du alles Werden,

wie ein Gefängnis sehen wirst;

[dich] zur Entsagung hinwendest,

[ist das] vom Werden Freilassung.

 

130.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

 

131.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als viertes Weisheitsperfektion;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

132.

‘Dies hast als viertes du zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

[dann] bis zur Weisheitsperfektion zu gehen,

wenn du Erwachen zu erlangen wünschst.

133.

Gleichwie ein Mönch beim Almosengang,

die niedrig, höher, mittleren;

Familien nicht meidet,

und Daseinsfristung so erhält,

 

134.

[solltest] du ebenso die ganze Zeit,

den weisen Menschen Fragen stellen.

Zur Weisheitsperfektion gegangen,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

135.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

 

136.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als fünftes Tatkraftperfektion;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

137.

‘Dies hast als fünftes du zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

[dann] bis zur Tatkraftperfektion zu gehen,

wenn du Erwachen zu erlangen wünschst.

 

138.

Gleichwie ein Löwe, der Tiere König,

beim Liegen, Stehen, Gehen [auch];

sorgsam [in Sachen] Tatkraft ist,

[und] stets angespannt im Geist,

 

139.

[solltest] du ebenso in jedem Dasein,

die Tatkraft heftig anstrengen.

Bis zur Tatkraftperfektion gegangen,

will ich erreichen völliges Erwachen.

140.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

 

141.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als sechstes Geduldsvollkommenheit;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

142.

‘Dies hast als sechstes du zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

darin mit geeintem Geist,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

143.

Gleichwie nämlich die Erde,

[wenn] Sauberes und Unsaub’res;

alles auf sie Geworf’ne duldet,

nicht Abscheu macht damit,[66]

 

144.

ebenso auch [solltest] du immer,

Ehrung, Missrespekt erdulden.

Bis zur Geduldsvollkommenheit gegangen,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

145.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

 

146.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als siebtes Wahrheitsperfektion;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

147.

‘Dies hast als siebtes zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

Darin mit unzweideut’ger Rede,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

148.

Wie nämlich Mondkonstellation[67],

Balance ist für Pflanzen samt Gottheiten[68];

auch Herbst, heiße, Regenzeit[69],

nicht abweichen von ihrem Weg,

 

149.

du ebenso bei der Wahrheit,

solltest nicht abweichen von deren Weg;

Bis zur Wahrheitsperfektion gegangen,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

150.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

 

151.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als achtes Entschlossenheitsvollkommenheit;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

152.

‘Dies hast als achtes zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

darin bin standfest dann geworden,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

153.

Gleichwie der Berg, der Felsen,

standsicher, fest gegründet;

unerschütterlich bei starkem Wind,

an eig’nem Platze stehen,

154.

auf gleiche Weis’ deine Entschlossenheit,

[sollt’] immer standfest werden.

Zur Entschlossenheitsvollkommenheit gegangen,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

155.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

 

156.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als neuntes Freundlichkeitsvollkommenheit;

[d.h.] die von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

157.

‘Dies hast als neuntes zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht;

in Freundlichkeit ohnegleichen seiend,

wenn ich wünsche, zu erwachen.

 

158.

Gleichwie nämlich das Wasser,

gute [als auch] schlechte Menschen,

gleicherweis’ die Kühlung spüren lässt,

[und] fortträgt Staub und Schmutz,

 

159.

du ebenso bei Freund und Nichtfreund,

gleicherweis’ in Freundlichkeit verweilst.

Zur Freundlichkeitsvollkommenheit gegangen,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

160.

Nicht kann’s gerade mal so viel,

gewesen sein an Buddhadingen;

Auch anderes will prüfen ich,

an Dingen, wo Erwachen reift.’

161.

Jene prüfend ward’ mir gewahr,

als zehntes Gleichmutsperfektion;

[d.h.] was von früh’ren großen Sehern,

entwickelt und gepflegt wurde.

 

162.

‘Dies hast als zehntes zu sichern,

dir stark zueigen dann gemacht.

Ausgewogen, stark geworden,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

163.

Gleichwie nämlich die Erde,

wenn hingelegt Saub’res, Unsaub’res;

gleichmütig bei beidem ist,

Zorn [und] Freundlichkeit vermeidet,

 

164.

du ebenso bei Glück und Leid,

stets ausbalanciert sein [solltest].

Bis zur Gleichmutsperfektion gegangen,

will ich erreichen völliges Erwachen.

 

165.

Gerade mal soviel sind in der Welt,

an Dingen, wo Erwachen reift.

Es gibt nichts anderes nach diesen,

[darum] sei fest in darin gegründet.’

 

166.

Jene Dinge überlegend,

samt Wesenszug, Akzent, samt Anzeichen;

durch der Wahrheit Glanz, die Erde,

[und die der] Zehntausend erbebte.

 

167.

Erzittern, aufbrüll’n tat die Erde,

wie Zuckerrohrpresse unter Druck.

Wie’s [Mühl-]Rad einer Ölmühle,

so erbebt’ der Erdboden.

168.

Soviel wie die Meng’ umfasst hat,

die dem Buddha Speisen aufgetragen;

sie zitternd an dem Platz,

ohnmächtig auf dem Boden lagen.

 

169.

Tausende von Wassertöpfen,

und viele hundert Wasserkrüge;

wurden dort zu Staub zermahlen und verstreut,

als sie aneinander stießen.

 

170.

Bestürzt, erschrocken [und] sich fürchtend,

erschütterten Geist’s umherstreifend;

versammelt’ sich die große Menge,

bei Dīpaṅkara angelangt:

 

171.

Was wird in der Welt [wohl] werden,

Übles oder Heilsames?

Die ganze Welt ist heimgesucht,

dies beseitige, o Sehender!“

 

172.

Jene dort beschwichtigte,

Dīpaṅkara der große Weise:

„Vertrauet mir, habt keine Furcht,

wegen diesem Erdbeben!

 

173.

Der, den ich heut ankündig’,

wird als Buddha in der Welt erscheinen;

der wird jene Dinge meistern,

die früh’re Sieger ausübten.

 

174.

Jene von ihm erwog’nen Dinge,

sind vollständig Niveau der Buddhas.

Und aus diesem Grund erbebt die Erde,

’s Zehntausendfache samt Göttern.“

175.

Des Buddha’s Wort gehört habend,

der Geist wurd’ ihnen kühl auf einmal.

Alle die da zu mir kamen,

nochmals verehrten sie mich nun.

 

176.

Sich zugeeignet Buddha-Qualitäten,

fest im Geiste etabliert;

Dīpaṅkara verehrt habend,

hab’ ich vom Sitz mich dann erhoben.

 

177.

Himmlisch, menschlich Blumen,

Götter, Menschen, [alle] beide,

gemeinsam streuten Blumen,

als er sich vom Sitz erhob.

 

178.

Und inbrünstig sie Segen gaben,

Götter, Menschen, [alle] beide:

„Großartig ist, was du dir wünschst.

Du sollst erlangen, was du wünscht.

 

179.

Jedweder Leidensdruck aufhören mag,

Sorge, Krankheit mag vergeh’n;

magst du Gefahr nicht ausgesetzt sein,

und rasch erlangen höchstes Erwachen.

 

180.

Gleichwie wenn rechte Zeit gekommen,

erblüh’n der Bäume Blüten,

du ebenso, o großer Held,

erblühe durch Buddhaerkenntnis.

 

181.

Wenn wo auch immer Vollerwachte,

erfüll’ die zehn Vollkommenheiten,

du ebenso, o großer Held,

erfüll’ die zehn Vollkommenheiten.

182.

Wenn wo auch immer Vollerwachte,

im Kreis des Bodhi[-baums] erwachen,

du ebenso, o großer Held,

erwache im Erwachen eines Siegers.

 

183.

Wenn wo auch immer Vollerwachte,

ingangsetzen das Rad der Lehre,

du ebenso, o großer Held,

setz du ingang das Rad der Lehre.

 

184.

Wie der Mond in Vollmondnacht,

völlig rein erstrahlt,

du ebenso voll scheinst,

erstrahl in den Zehntausend.

 

185.

Wie die von Rāhu[70] freie Sonne,

mit ihrer Hitze [alles] überstrahlt,

du ebenso von Weltlichem befreit,

erstrahle du in Herrlichkeit.

 

186.

Wie welcher Fluss auch immer,

fließt hin zum großen Ozean,

so mag die Welt mitsamt den Göttern,

in deine Gegenwart strömen.“

 

187.

Von jenen so gelobt, gepriesen,

ausgestattet mit dieser Dinge zehn[71],

diese Dinge vervollkommnend,

betrat ich dann das Walddickicht.

 

Die Erzählung von Sumedhas Wunsch ist beendet.

 

 

 

 

 


 

 

 

 


II. Die Lebenswege

 

 

1. Der Lebensweg des Buddha Dīpaṅkara

 

1.[72]

Damals, nachdem sie ihn gespeist hatten,

den Weltenlenker samt Gemeinschaft,

nahmen jene ihre Zuflucht[73],

bei Dīpaṅkara, dem Meister.

 

2.

Welche zur Zufluchtnahme,

ließ eintreten Vollkommener,

welchen gab er fünf Tugendregeln,

anderen zehnfältig Sittlichkeit.

 

3.

Weiteren gab er Anhängerschaft,

zu den vier höchsten Erreichungen;

weiteren die unvergleichlich Dinge,

in der Analytik[74] gab er.

 

4.

Weiteren der Erreichung vorzüglichste,

acht[75] gab er, der Menschenführer.

Welchen die drei (höh’ren) Wissen[76],

sechs magisch’ Fähigkeiten[77] er erklärte.

 

5.

In den Übungen des Volkes Menge,

unterwies der große Weise.

Weit verbreitet haben jene,

des Weltenschützers[78] Lehre.

 

 

 

6.

Großes Kinn, starke Schultern[79],

Dīpaṅkara Genannter.

Viel Volks führte er hinüber,

befreite sie von übler Fährte[80].

 

7.

Die Leute, die erwachen könnten sehend,

auch in hunderttausend Meilen,

in günst’gem Augenblick zu ihnen gelangt,

erweckt er sie, der große Weise.

 

8.

Zum ersten Durchbruch[81] der Erwachte,

hundert Milliarden brachte;

zum zweiten Durchbruch der Helfer,

neun Milliarden hat gebracht.

 

9.

Und als dann im Götterhimmel,

der Buddha die Lehre dargelegt[82],

neunzigtausend Milliarden

den dritten Durchbruch hatten.

 

10.

Dreierlei Gefolge hatt’ er,

Dīpaṅkara, der Meister,

hunderttausend Milliarden,

kamen beim ersten Mal zusammen.

 

11.

[Und] weiter, am Berg Nārada,

als der Sieger ging in Einsamkeit,

die Einflüsse zerstört, ohne Befleckungen,

zusammenkamen hundert Milliarden[83].

 

12.

Während dieser Zeit der große Held,

am Felsenberg Sudassana,

mit neuntausend Milliarden[84],

ward eingeladen der große Weise.

[85]

13.

Zehn [mal] zwanzig Tausende,

die Lehre völlig begriffen haben,

einzeln, paarweise Begreifende,

war’n unmöglich aufzuzähl’n.

 

14.

Weit verbreitet bei vielen Menschen,

erfolgreich, blühend, war sie da,

des Erhab’nen Dīpaṅkaras

Lehre, die wohlgeläuterte.

 

15.

Vierhunderttausend [war’n]

der sechs magisch’ Kräfte mächtig,

Dīpaṅkara den Weltenkenner,

sie allesamt umgaben ihn.

 

16.

Zu jener Zeit einige davon,

das menschlich Dasein sie verließen,

Lernende, die nicht erlangten ihren Wunsch,

getadelt wurden sie.

 

17.

Das wohlerblühte (Buddha-)Wort,

durch solcherart von Heiligen,

an Einflussversiegten, Fleckenlosen,

allesamt erstrahlen.

 

18.

Die Stadt wurd’ Rammavatī genannt,

Sudeva nannte man den Krieger(-Adligen),

Sumedhā hieß die ihn Gebärende,

den Lehrer Dīpaṅkara.

 

 

 

 

19.

Zehntausend Jahre lang,

im Haushalt er verbrachte.

„Schwan“, „Kranich“ und „Pfau“

die besten drei Paläste [hießen].

 

20.

[Da gab es] dreihunderttausend

Frauen, die geschmückt war’n.

Lotos hieß [da] seine Gattin,

die Usabhakkhandha[86] selbst gebar.

 

21.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er mit seinem Elefanten auf,

und volle zehn Monate,

in Anstrengungen der Sieger strebte.

 

22.

Nachdem im Strebewandel er gewandelt,

erwachte er nach Wunsch, der Weise.

Von Brahma darum gebeten,

Dīpaṅkara, der große Weise,

 

23.

drehte das Rad der große Held,

beim Prachthaus im Park der Freude[87].

Am Fuße der Akazie sitzend,

hat er zermalmt die Andersgläub’gen.

 

24.

Sumaṅgala und Tissa auch,

die waren seine besten Schüler.

Sāgata, so hieß der Aufwärter,

von Dīpaṅkara, dem Meister.

 

25.

Nandā als auch Sunandā,

die besten Schülerinnen war’n.

Als des Erhab’nen (Baum des) Erwachens,

die Pappelfeige ward genannt.

26.

Tapussa und Bhallika nämlich,

das war’n die größten Unterstützer.

Sirimā und Koṇā die Unterstützerinnen,

des Meisters Dīpaṅkara.

 

27.

Achtzig Spannen war die Höhe,

vom großen Weisen Dīpaṅkara.

Er strahlte wie ein Lichterbaum,

wie voll erblühter Salbaumkönig.

 

28.

An hunderttausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit des großen Sehers war.

Und weil sie so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

29.

Dargelegt die gute Lehre,

viel Volks hinübergeleitet habend,

entflammt wie eine Feuersbrunst,

erlosch er samt der Jüngerschaft.

 

30.

Diese Macht und dieser Ruhm,

und die Rad-Juwelen an den Füßen,

sie alle waren nun verschwunden.

War’n nicht aufgegeben[88] alle Gestaltungen?

 

31.

Dīpaṅkara, der Sieger, Meister,

im Park der Freude war erloschen.

An diesem Platz ein Mahnmal ward dem Sieger,

sechsunddreißig Meilen hoch errichtet.

 

[Das war] der erste Lebensweg,

der des Erhabenen Dīpaṅkara.

 

 

2. Der Lebensweg des Buddha Koṇḍañña

 

1.

Später, nach Dīpaṅkara,

[kam] Koṇḍañña genannter Anführer,

unendlich energetisch[89], nicht zu knapp im Ruhm[90],

unermesslich, schwer angreifbar.

 

2.

Der Erde gleich in Duldsamkeit,

die Tugend gleich dem Ozean,

Geistessammlung gleich Meru(-Berg),

Erkenntnis gleich dem Himmel.

 

3.

Der Fähigkeiten, Kräfte, Erwachensfaktoren,

Pfad, Wahrheit, Erklärung,

Erwachter stets verkündete,

zum Segen aller Wesen.

 

4.

Das Rad der Lehr’ inganggesetzt,

vom Weltenlenker Koṇḍañña,

hunderttausend Milliarden

den ersten Durchbruch hatten[91].

 

5.

Als er danach lehrte,

in Zusammenkunft von Männern und Frauen,

neunzigtausend Milliarden

den zweiten Durchbruch hatten.

 

6.

Als er die Andersgläub’gen zerschmettert’,

indem er die Lehre darlegte,

achtzig[mal]hundertausend Milliarden,

den dritten Durchbruch hatten.

 

 

 

7.

Drei Versammlungen er hatte,

der große Weise Koṇḍañña,

an Einflussversiegten, Fleckenlosen,

die solch friedvollen Geistes war’n.

 

8.

Hunderttausend Milliarden,

war die erste der Gemeinschaften;

die zweite tausend Milliarden,

die dritte neunzig Milliarden.

 

9.

Zu jener Zeit bin ich gewesen,

ein Krieger namens Vijitāvī;

über’n Ozean von End zu End,

die Oberhoheit übt’ ich aus.

 

10.

Hunderttausend Milliarden,

dieser fleckenlosen großen Seher,

mitsamt dem höchsten Weltenschützer,

auf’s vorzüglichste versorgte ich.

 

11.

Und dann verkündet’ mir der Buddha,

der Weltenlenker Koṇḍañña:

„In unermesslichen Äonen,

wird in der Welt ein Buddha sein.

 

12.

Die Anstrengungen ausgeübt habend,

was schwer zu tun ist, ausgeführt;

am Fuß eines Assattha(-Baums) zum Vollerwachten,

wird er mit großem Ruhm erwachen.

 

13.

Seine ihn gebärend Mutter,

wird Māyā genannt werden;

sein Vater Suddhodana heißen,

er wird ein Gotama werden.

14.

Kolita und Upatissa,

werden seine besten Schüler;

Ānanda heißt sein Aufwärter,

der dem Sieger dienen wird.

 

15.

Khemā und Uppalavaṇṇā,

die besten Schülerinnen werden;

Des Erhab’nen [Baum des] Erwachens,

wird Assattha heißen.

 

16.

Citta und Hatthāḷavaka,

werden beste Unterstützer sein;

Nandamātā und Uttarā,

die besten Unterstützerinnen werden;

Hundert Jahre Lebensspanne wird haben,

Gotama, der Ruhmreiche.“

 

17.

Als jene diese Worte hörten,

des unvergleichlichen großen Sehers;

wurden Menschen und Götter froh.

Das ist gewiss Keim des Erwachens.

 

18.

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

19.

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen [hier] gewärtig sein.

 

 

 

20.

Wie Leute, die den Fluss queren,

[und] die Furt dabei verfehlen,

weiter unten gehen durch die Furt,

so über’n großen Fluss gelangen.

 

21.

Ebenso wir allesamt,

wenn wir fahren lassen diesen Sieger,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen [hier] gewärtig sein.“

 

22.

Als diese Worte ich vernahm,

im Geist ward ich ganz zuversichtig.

Um diesem Zweck gerecht zu werden,

gab ich das große Reich dem Sieger.

Das große Reich gegeben habend,

zog ich hinaus[92] in seiner Gegenwart.

 

23.

Die Lehrreden, auch Ordensregeln,

des Meisters neunfache Lehre,

all das gründlich gelernt habend,

erstrahlt’ ich in des Siegers Lehre.

 

24.

Unablässig darin weilend,

im Liegen, Stehen und beim Gehen,

zu magisch Kräften [dann] gelangt,

ging ich zur Brahmawelt sodann.

 

25.

Die Stadt ward Rammavatī genannt,

Sunanda nannte man den Krieger[-Adligen],

Sujātā hieß, die ihn gebar,

den großen Seher Koṇḍañña.

 

 

 

26.

Zehntausend Jahre lang,

im Hausstand er verbrachte.

„Reinheit“, „Strahlender“ und „Attraktiv“,

die besten drei Paläste [hießen].

 

27.

[Da gab es] dreihunderttausend

Frauen, die geschmückt war’n.

Rucidevī die Gattin hieß,

die selbst gebar den Vijitasena.

 

28.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er mit seiner Kutsche auf,

und keinen Monat weniger als zehn,

in Anstrengungen der Sieger strebte.

 

29.

[93]Von Brahma darum gebeten,

Kondañña, höchster unter Menschen,

das Rad der große Held ingangsetzte,

in der höchsten Götterstadt.

 

30.

Bhadda als auch Subhadda,

das waren seine besten Schüler;

Anuruddha hieß der Aufwärter,

von Koṇḍañña, dem großen Seher.

 

31.

Tissā und auch Upatissā,

die besten Schülerinnen war’n;

ein lieblich Sal war Bodhi(-Baum),

vom großen Seher Koṇḍañña.

 

32.

Soṇa und auch Upasoṇa,

waren die besten Unterstützer;

Nandā als auch Sirīmā,

war’n beste Unterstützerinnen.

33.

Mit achtundachzig Spannen,

war er sehr groß, der große Weise.

Er strahlte wie der Sternenkönig,

wie am Mittag die Sonne.

 

34.

So hunderttausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit gewiss anhielt.

Und weil sie so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

35.

Einflussversiegte, Fleckenlose,

vielfältig die Erde [ausgestattet] ist;

wie der Himmel mit den Sternen,

so erstrahlt er.

 

36.

Und auch die ungezählten Nāgas,

nicht erregbar, schwer anzugreifen,

blitzartig sich blicken lassend,

erloschen sie, die Ruhmreichen.

 

37.

So auch des Siegers unvergleichlich’ Fähigkeiten,

mit Erkenntnis gemischt und Geistessammlung;

sie alle waren nun verschwunden.

War’n nicht aufgegeben alle Gestaltungen?

 

38.

Koṇḍañña, der Erwachten Bester,

erlosch im Mond-Lustgarten.

An diesem Platz ein herrlich Mahnmal [gibt’s],

sieben Meilen ist es hoch.

 

[Das war] der zweite Lebensweg,

der des Erhabenen Koṇḍañña.

 

 

3. Der Lebensweg des Buddha Maṅgala

 

1.

Daraufhin [kam] nach Koṇḍañña,

Maṅgala genannter Anführer,

die Dunkelheit der Welt zerstört habend,

hoch die Fackel der Redlichkeit haltend.

 

2.

Ohnegleichen war sein Glanz[94],

den der andern Sieger übertreffend;

den Glanz von Mond und Sonne schlagend,

erstrahlt’ er über die Zehntausend.

 

3.

Auch er verkündete als Buddha,

die vier höchsten Wahrheiten;

die, die jenen Wahrheitstrunk getrunken,

vertrieben große Dunkelheit.

 

4.

Nachdem das unvergleichliche Erwachen er erlangte,

bei der ersten Lehrdarlegung;

hunderttausend Milliarden,

den Durchbruch in der Lehre hatten.

 

5.

Als im Bereich des Götterfürsten,

der Buddha die Lehre darlegte,

da waren’s tausend Milliarden,

die den zweiten Durchbruch hatten.

 

6.

Als Sunanda, der Weltenherrscher,

den Vollerwachten aufsuchte,

da schlug der Vollerwachte,

der Lehre Trommel allerbeste.

 

 

 

7.

Die Sunanda folgend’ Menge,

neunzig Milliarden waren das;

auch sie allesamt und ausnahmslos,

war’n mit „Komm, Mönch!“ (Ordinierte).

 

8.

Drei Gemeinden hatte er,

Maṅgala, der große Seher;

hunderttausend Milliarden,

war die erste der Gemeinschaften.

 

9.

Die zweite hunderttausend Milliarden,

die dritte neunzig Milliarden;

Einflussversiegt, fleckenlos,

so waren die Gemeinschaften.

 

10.

Ich war zu jener Zeit,

ein Brahmane, der Surucī hieß;

Gelehrter, Versbewahrer[95],

ein Meister der Drei Veden.

 

11.

Zu ihm gelangte ich dann hin,

hab beim Meister die Zuflucht genommen;

die Gemeinschaft mit dem Vollerwachten an der Spitze,

verehrte ich mit duftenden Girlanden;

mit Duftgirlanden ihn geehrt habend,

hab ich mit Milchtrunk ihn gestärkt.

 

12.

Und dann verkündet’ mir der Buddha,

Maṅgala, der höchste unter Menschen:

„In unzählbaren Weltzeitaltern,

wird dieser [hier] ein Buddha werden.

 

 

 

13.

Die Anstrengungen ausgeübt habend,

[96][was schwer zu tun ist, ausgeführt;

am Fuß eines Assattha(-Baums) zum Vollerwachten,

wird er mit großem Ruhm erwachen.

 

Seine ihn gebärend Mutter,

wird Māyā genannt werden;

sein Vater Suddhodana heißen,

er wird ein Gotama werden.

 

Kolita und Upatissa,

werden seine besten Schüler;

Ānanda heißt sein Aufwärter,

der dem Sieger dienen wird.

 

Khemā und Uppalavaṇṇā,

die besten Schülerinnen werden;

Des Erhab’nen [Baum des] Erwachens,

wird Assattha heißen.

 

Citta und Hatthāḷavaka,

werden beste Unterstützer sein;

Nandamātā und Uttarā,

die besten Unterstützerinnen werden;

Hundert Jahre Lebensspanne wird haben,

Gotama, der Ruhmreiche.“

 

Als jene diese Worte hörten,

des unvergleichlichen großen Sehers;

wurden Menschen und Götter froh.

Das ist gewiss Keim des Erwachens.

 

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

 

 

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen {hier} gewärtig sein.“]

 

14.

Als auch ich gehört hab’ jene Worte,

im Geist ward ich ganz zuversichtig.

Sicherlich es besser ist, mich zu entschließen,

die zehn Vollkommenheiten zu erfüll’n.

 

15.

Dann den frohen Geist verstärkend,

um Vollerwachen am besten zu erlangen;

mein Haus dem Buddha gegeben habend,

zog ich hinaus in seiner Gegenwart.

 

16.

Die Lehrreden, auch Ordensregeln,

des Meisters neunfache Lehre,

all das gründlich gelernt habend,

erstrahlte ich in des Siegers Lehre.

 

17.

Unablässig darin weilend,

gottgleiches Weilen entfaltet habend,

zu magisch Kräften [dann] gelangt,

ging ich zur Brahmawelt sodann.

 

18.

Uttara war der Stadt Name,

Uttara hieß der Krieger(-Adlige),

die ihn gebar hieß Uttarā,

den großen Seher Maṅgala.

 

19.

Neuntausend Jahre [lang],

im Hausstand er verbrachte,

„Berühmter“, „Reiner“, „Prächtiger“,

die besten drei Paläste [hießen].

20.

Von dreißigtausend Ranggleichen,

Frauen, die geschmückt war’n,

hieß seine Gattin Yasavatī,

die gebar den Sīvala mit Namen.

 

21.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er mit seinem Pferde auf,

und keinen Monat weniger als acht,

in Anstrengungen der Sieger strebte.

 

22.

Von Brahma darum gebeten,

der (An-)Führer namens Maṅgala,

das Rad der große Held ingangsetzte,

im besten der Akazienhaine.

 

23.

Sudeva, Dhammasena auch,

das waren seine besten Schüler;

Pālita, so hieß der Aufwärter,

von Maṅgala, dem großen Seher.

 

24.

Sīvalā und dann Asokā,

die besten Schülerinnen waren;

der Bodhi(-Baum) dieses Erwachten,

sagt man, ein Eisenholzbaum war.

 

25.

Nanda als auch Visākha,

die besten Unterstützer waren;

Anulā als auch die Sutanā,

war’n beste Unterstützerinnen.

 

26.

Mit achtundachzig Ellen[97],

war er sehr groß, der große Weise;

Von ihm ging’n glänzend Strahlen aus,

mehr als hunderttausend.

27.

So neunzigtausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit gewiss anhielt.

Und weil es so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

28.

Gleichwie des Ozeanes Wellen,

nicht möglich sind zu zählen,

die seinen Schüler ebenso,

unmöglich abzuzählen sind.

 

29.

Solange wie der Vollerwachte lebte,

Maṅgala, der Weltenlenker,

nicht gab es da in seiner Lehre jemand,

der mit Befleckungen verstarb.

 

30.

Der Redlichkeit Fackel hochgehalten habend,

viel Volks hinübergebracht habend,

nachdem er wie ein Komet aufstrahlte[98],

erlosch er dann, der Ruhmreiche.

 

31.

Der Gestaltungen wahre Natur,

samt Göttern aufgezeigt habend[99];

wie Großfeuer aufgelodert,

wie die untergehende Sonne,

 

32.

im Lustpark namens Vassara,

der Buddha Maṅgala erlosch.

An diesem Platz ein Mahnmal ward dem Sieger,

dreißig Meilen hoch, errichtet.

 

[Das war] der dritte Lebensweg,

der des Erhabenen Maṅgala.

 

 

4. Der Lebensweg des Buddha Sumana

 

1.

Daraufhin [kam] nach Koṇḍañña,

Maṅgala genannter Anführer,

In allen Dingen unvergleichlich,

alle Wesen übertreffend.

 

2.

Damals war er’s, der die Trommel der Todlosigkeit

in der Stadt Mekhala schlug.

in Verbindung mit der Lehre Muschel[100],

die neunteilige Lehr’ der Sieger.

 

3.

Als er besiegt Befleckungen,

er das höchste Vollerwachen erlangte,

errichtete der Meister eine Stadt,

die allerhöchste Stadt der guten Lehre.

 

4.

Ununterbrochen, gerade,

aufrecht, ausgedehnt, weitläufig,

so erbaute er die große Straße

der allerhöchsten Vergegenwärtigung der Achtsamkeit[101].

 

5.

Die vier Früchte der Askese,

die der vier analytischen Erkenntnisse,

der sechs magischen Kräfte, der acht Erreichungen,

hat er dort auf der Straße ausgebreitet.

 

6.

Jene ohne Lässigkeit, ohne Starrheit,

mit Schamgefühl, Tatkraft ausgestattet,

von diesen feinen Tugenden,

sie erlangten, was immer sie beglückt.

 

 

 

7.

Durch eben jene Unternehmung[102],

half vielem Volk heraus,

der Meister, [und] zuerst erwachten

hunderttausend Milliarden.

 

8.

Nach ein’ger Zeit der große Held,

ermahnte andersgläub’ge Gruppe;

tausend Milliarden brachen durch,

bei der zweiten Lehrdarlegung.

 

9.

Als dann Gottheiten und Menschen,

vereint, im Geiste einig,

stellten Fragen zum Erlöschen,

als auch aus mentaler Ungewissheit.

 

10.

Dann, bei Darlegung der Lehre,

beim Erklären des Erlöschens,

neunzigtausend Milliarden,

den dritten Durchbruch hatten.

 

11.

Er hatte drei Gemeinschaften,

der große Seher Sumana,

an Einflussversiegten, Fleckenlosen,

die solch friedvollen Geistes war’n.

 

12.

Als Regenzeit hielt, der Erhab’ne,

dann das Einladen bekannt gab,

hunderttausend Milliarden,

hat da Vollendeter geladen.

 

13.

Dann folgte das Versammeln,

der Reinen am goldenen Berg;

neunzigtausend Milliarden,

war die zweite der Gemeinschaften.

14.

Als dann Sakka, der Götterfürst,

herkam, um Erwachten anzuseh’n,

achtzigtausend Milliarden,

war die dritte der Gemeinschaften.

 

15.

Ich war zu jener Zeit,

ein Schlangenfürst mit großer Macht;

Atula genannt beim Namen,

hervorragend im Anhäufen von Heilsamem.

 

16.

Dann bin ich von der Nāgastätte,

aufgebrochen mit meinen Anverwandten;

mit himmlischer Musik der Nāgas,

zu dienen, dem Sieger samt Gemeinschaft.

 

17.

Die hunderttausend Milliarden,

mit Speis und Trank versorgt habend;

[jedem] Einzelnen ein Gewänderpaar gegeben,

nahm ich bei ihm die Zuflucht [dann].

 

18.

Und dann verkündet’ mir der Buddha,

Sumana, der Weltenlenker:

„In unzählbaren Weltzeitaltern,

wird dieser [hier] ein Buddha werden.

 

19.

Die Anstrengungen ausgeübt habend,

[103][was schwer zu tun ist, ausgeführt;

am Fuß eines Assattha(-Baums) zum Vollerwachten,

wird er mit großem Ruhm erwachen.

 

Seine ihn gebärend Mutter,

wird Māyā genannt werden;

sein Vater Suddhodana heißen,

er wird ein Gotama werden.

Kolita und Upatissa, werden seine besten Schüler;

Ānanda heißt sein Aufwärter, der dem Sieger dienen wird.

Khemā und Uppalavaṇṇā, die besten Schülerinnen werden;

Des Erhab’nen [Baum des] Erwachens, wird Assattha heißen.

 

Citta und Hatthāḷavaka,

werden beste Unterstützer sein;

Nandamātā und Uttarā,

die besten Unterstützerinnen werden;

Hundert Jahre Lebensspanne wird haben,

Gotama, der Ruhmreiche.“

 

Als jene diese Worte hörten,

des unvergleichlichen großen Sehers;

wurden Menschen und Götter froh.

Das ist gewiss Keim des Erwachens.

 

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen {hier} gewärtig sein.“]

 

20.

Als auch ich gehört hab’ jene Worte,

im Geist ward ich ganz zuversichtig.

Sicherlich wär’s besser, mich zu entschließen,

die zehn Vollkommenheiten zu erfüll’n.

 

21.

Der Stadt Name war Mekhala,

Sudatta hieß der Krieger(-Adlige),

die ihn gebar hieß Sirimā,

den großen Seher Sumana.

 

 

22.

Neuntausend [lange] Jahre,

im Hausstand er verbrachte,

„Mond“, „Vollmond“ und „Stirnschmuck“,

die besten drei Paläste [hießen].

 

23.

[Da gab es] dreiundachtzigtausend,

Frauen, die geschmückt war’n;

seine Gattin hieß Vaṭaṃsikā[104],

Anūpamo hieß der von ihr Geborene.

 

24.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er mit seinem Elefanten auf,

nicht einen Monat weniger als zehn,

in Anstrengungen der Sieger strebte.

 

25.

Von Brahma darum gebeten,

der Führer namens Sumana,

das Rad der große Held ingangsetzte,

in der Hauptstadt Mekhala.

 

26.

Saraṇa und Bhāvitatta,

waren seine besten Schüler;

Udena hieß der Aufwärter,

des großen Weisen Sumana.

 

27.

Soṇā und Upasoṇā [dann],

die besten Schülerinnen war’n.

Auch dieser unermesslich berühmte Buddha,

am Fuß des Eisenholz erwachte.

 

28.

Varuṇa als auch Saraṇa,

seine Unterstützer war’n;

Cālā und Upacālā auch,

die Unterstützerinnen war’n.

29.

Im Stehen war der Buddha,

so neunzig Spannen hoch.

Seine goldn’e kostbare Erscheinung[105],

erstrahlte über die Zehntausend.

 

30.

So neunzigtausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit gewiss anhielt.

Und weil sie so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

31.

Hinübergeleitet, die hinüber zu Geleitenden,

die zu Erwachenden erweckt habend,

erlosch völlig der Vollerwachte,

von hier wie ein Sternenkönig.

 

32.

Solche Mönche mit zerstörten Einflüssen,

und der unvergleichbare Buddha,

unermesslich Glanz gezeigt habend,

[so] erloschen Vielgerühmte.

 

33.

Dann die unermessliche Erkenntnis,

auch jene unermesslich Schätze,

sie alle waren nun verschwunden.

War’n nicht aufgegeben alle Gestaltungen?

 

34.

Sumana, der würdevolle[106] Buddha,

erlosch im Aṅga-Park.

An diesem Platz ein Mahnmal ward dem Sieger,

vier Meilen hoch, errichtet.

 

[Das war] der vierte Lebensweg,

der des Erhabenen Sumana.

 

 

5. Der Lebensweg des Buddha Revata

 

1.

Daraufhin [kam] nach Sumana,

Revata genannter Anführer,

unvergleichbar, keinem ähnlich,

ein Sieger, unermesslich, unübertroffen.

 

2.

Auch er die Lehre darlegte,

nach Brahmas drängend’ Bitten;

der Aggregate, Elemente Bestimmung,

[und] des Wiederdaseins Innehalten.

 

3.

Da gab es drei der Durchbrüche,

als die Lehre dargelegt;

nicht zu zählen waren [jene],

die den ersten Durchbruch hatten.

 

4.

Wenn den Fürsten Arindama,

der Weise Revata belehrte,

da hundert Milliarden,

den zweiten Durchbruch hatten.

 

5.

Als nach sieben Tagen, aus der Einsamkeit,

sich erhoben hat der Menschenführer,

hundert Milliarden Menschen und Götter,

unterwies er da in den höchsten Erreichungen.

 

6.

Er hatte drei Gemeinschaften,

der große Seher Revata,

an Einflussversiegten, Fleckenlosen,

die solcherart war’n wohl befreit.

 

 

 

7.

Überschritten war die Zählkunst,

bei der ersten Gemeinschaft.

Hunderttausend Milliarden,

war die zweite Gemeinschaft.

 

8.

Einer, der in Weisheit unvergleichbar,

jener, der dem Rad [der Lehre] nachfolgte,

der war erkrankt damals,

sein Leben in Gefahr.[107]

 

9.

Jenen Kranken sie befragten,

die Weisen, welchen ihn besuchten;

tausend Milliarden Heil’ge,

hatt’ die dritte der Gemeinschaften.

 

10.

Ich war zu jener Zeit,

ein Brahmane namens Atideva.

Als ich bei Buddha Revata anlangte,

nahm ich bei ihm die Zuflucht.

 

11.

Seine Ethik, seine Sammlung auch,

Weisheit, höchste Tugend,

nach bestem Vermögen gepriesen habend,

gab ich ihm meinen Mantel dann.

 

12.

Und dann verkündet’ mir der Buddha,

Revata, der Weltenlenker:

„In unzählbaren Weltzeitaltern,

wird dieser [hier] ein Buddha werden.

 

13.

Die Anstrengungen ausgeübt habend,

[was schwer zu tun ist, ausgeführt;

am Fuß eines Assattha(-Baums) zum Vollerwachten,

wird er mit großem Ruhm erwachen.

Seine ihn gebärend Mutter,

wird Māyā genannt werden;

sein Vater Suddhodana heißen,

er wird ein Gotama werden.

 

Kolita und Upatissa,

werden seine besten Schüler;

Ānanda heißt sein Aufwärter,

der dem Sieger dienen wird.

 

Khemā und Uppalavaṇṇā,

die besten Schülerinnen werden;

Des Erhab’nen [Baum des] Erwachens,

wird Assattha heißen.

 

Citta und Hatthāḷavaka, werden beste Unterstützer sein;

Nandamātā und Uttarā, die besten Unterstützerinnen werden;

Hundert Jahre Lebensspanne wird haben,

Gotama, der Ruhmreiche.“

 

Als jene diese Worte hörten,

des unvergleichlichen großen Sehers;

wurden Menschen und Götter froh.

Das ist gewiss Keim des Erwachens.

 

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen {hier} gewärtig sein.“]

 

14.

Als auch ich gehört hab’ jene Worte,

im Geist ward ich ganz zuversichtig.

Sicherlich es besser ist, mich zu entschließen,

die zehn Vollkommenheiten zu erfüll’n.

15.

Als ich dann jene Buddha-Dinge,

erinnert hab, vermehrt’ ich sie:

‘Ich will mir holen jene Dinge,

nach denen ich schon lang getrachtet.’

 

16.

Sudhaññavatī hieß die Stadt,

Vipula der Krieger(-Adlige) hieß;

die ihn gebar hieß Vipulā,

den großen Seher Revata.

 

17.

Und sechstausend [lange] Jahre,

im Hausstand er verbrachte,

„Sudassana“, „Ratanagghi“

und „Āveḷa der Verzierte“,

durch gute Taten mir gewirkt,

die besten drei Paläste [hießen].

 

18.

[Da gab es] dreiunddreißigtausend,

Frauen, die geschmückt war’n.

Sudassanā die Gattin hieß,

die selbst gebar, den Varuṇa.

 

19.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er mit seiner Kutsche auf,

nicht einen Monat weniger als sieben,

in Anstrengungen der Sieger strebte.

 

20.

Von Brahma darum gebeten,

der Führer namens Revata,

das Rad der große Held ingangsetzte,

im Prachthaus[108] in Varuṇa’s Hain.

 

 

 

21.

Varuṇa und Brahmadeva,

war’n seine besten Schüler.

Sambhava hieß der Aufwärter,

des großen Sehers Revata.

 

22.

Bhaddā als auch Subhaddā,

war’n seine besten Schülerinnen.

Auch dieser unvergleich’ Buddha,

am Fuß des Eisenholz erwachte.

 

23.

Paduma und Kuñjara,

war’n seine Unterstützer.

Sirīmā sowie Yasavatī,

war’n seine Unterstützerinnen.

 

24.

Im Stehen war der Buddha,

so achtzig Spannen hoch.

Er überstrahlte alle Richtungen,

hoch wie eines Herrschers Flagge.

 

25.

Von seinem Körper ausgehend,

unübertroff’ner Lichterkranz,

sowohl bei Tag als auch bei Nacht,

überall sich meilenweit ausbreitete.

 

26.

So sechzigtausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit gewiss anhielt.

Und weil es so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

27.

Die Buddhakraft gezeigt habend,

der Welt die Todlosigkeit erklärt,

erlosch er ohne Anhaften,

wie ein Feuer, das sich selbst verzehrt.

28.

Und war dieser juwelengleiche Körper,

und auch die unvergleichlich Lehre,

sie alle waren nun verschwunden.

War’n nicht aufgegeben alle Gestaltungen?

 

29.

Revata, der würdevolle Buddha,

der Heilsbringer[109], erlosch.

Verteilt wurden Reliquien,

in den Landen hier und da.

 

[Das war] der fünfte Lebensweg,

der des Erhabenen Revata.

 

 

6. Der Lebensweg des Buddha Sobhita

 

1.

Daraufhin [kam] nach Revata,

Sobhita genannter Anführer,

gesammeltem, friedvollen Geistes,

ein unvergleichlich, einzigartiger Mensch.

 

2.

Als der Sieger sich vom eig’nen Haus,

im Geiste sich hat abgewendet,

erlangt hatte völliges Erwachen,

setzt’ er ingang das Rad der Lehre.

 

3.

Von tiefster Avīci(-Hölle),

bis zu den höchsten Daseinsformen;

dazwischen gab’s eine Versammlung,

der wurd’ die Lehre dargelegt.

 

4.

In jener Menge der Erwachte,

das Rad der Lehr’ ingangsetzte;

nicht zu zählen waren [jene],

den ersten Durchbruch hatten.

5.

Als er dann weiter lehrte,

bei der Zusammenkunft von Menschen, Göttern,

neunzigtausend Milliarden,

den zweiten Durchbruch hatten.

 

6.

Im Weiteren ein Fürstensohn,

ein Krieger namens Jayasena,

nachdem der einen Park anlegte,

dann dem Buddha diesen widmete.

 

7.

Verkündend diese Opfergabe,

legt der Sehende[110] die Lehre dar;

da waren’s tausend Milliarden,

die den dritten Durchbruch hatten.

 

8.

Drei Gemeinschaften er hatte,

der große Seher Sobhita,

an Einflussversiegten, Fleckenlosen,

die solch friedvollen Geistes war’n.

 

9.

Ein Fürst mit Namen Uggata,

gab eine Spende dem höchsten Menschen;

bei dieser Gabe kamen zusammen,

hundert Milliarden Heilige.

 

10.

Und weiter, eine Gruppe Städter,

gab dem höchsten Menschen Spenden;

dann neuzig Milliarden,

hatte die zweite Versammlung.

 

11.

In Götterwelt geweilt habend,

stieg dann herab der Sieger;

dann achtzig Milliarden[111],

hatte die dritte Versammlung.

12.

Ich war zu jener Zeit,

ein Brahmane namens Sujāta;

den Erwachten samt der Schüler,

mit Speis und Trank versorgte ich.

 

13.

Und dann verkündet’ mir der Buddha,

Sobhita, der Weltenlenker:

„In unzählbaren Weltzeitaltern,

wird dieser [hier] ein Buddha werden.

 

14.

Die Anstrengungen ausgeübt habend,

[was schwer zu tun ist, ausgeführt;

am Fuß eines Assattha(-Baums) zum Vollerwachten,

wird er mit großem Ruhm erwachen.

 

Seine ihn gebärend Mutter,

wird Māyā genannt werden;

sein Vater Suddhodana heißen,

er wird ein Gotama werden.

 

Kolita und Upatissa,

werden seine besten Schüler;

Ānanda heißt sein Aufwärter,

der dem Sieger dienen wird.

 

Khemā und Uppalavaṇṇā,

die besten Schülerinnen werden;

Des Erhab’nen [Baum des] Erwachens,

wird Assattha heißen.

 

Citta und Hatthāḷavaka,

werden beste Unterstützer sein;

Nandamātā und Uttarā,

die besten Unterstützerinnen werden;

Hundert Jahre Lebensspanne wird haben,

Gotama, der Ruhmreiche.“

 

Als jene diese Worte hörten,

des unvergleichlichen großen Sehers;

wurden Menschen und Götter froh.

Das ist gewiss Keim des Erwachens.

 

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen [hier] gewärtig sein.“]

 

15.

Als auch ich gehört hab’ jene Worte,

im Geiste heftig aufgewühlt;

zu jener Zielerfüllung,

streng entschloss ich mich.

 

16.

Sudhamma ward’ die Stadt genannt,

Sudhamma hieß der Krieger(-Adlige);

die ihn gebar hieß Sudhammā,

den großen Seher Sobhita.

 

17.

Neuntausend [lange] Jahre,

im Hausstand er verbrachte,

„Kumudo“, „Nāḷino“ und „Padumo“,[112]

die besten drei Paläste [hießen].

 

18.

[Da gab es] siebenunddreißigtausend,

Frauen, die geschmückt war’n;

Maṇilā, so hieß die Gattin,

die den Sīha selbst gebar.

 

 

19.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er vom Palast auf.

Sieben Tage im Strebewandel,

ist höchster Mensch gewandelt.

 

20.

Von Brahma darum gebeten,

der Führer namens Sobhita,

das Rad der große Held ingangsetzte,

im besten Lustpark der Guten Lehre.

 

21.

Asama und Sunetta,

die besten Schüler waren.

Anoma hieß der Aufwärter,

von Sobhita dem großen Seher.

 

22.

Nakulā und Sujātā auch,

die besten Schülerinnen waren.

Und als erwachte, dieser Buddha,

erwachte er am Fuß des Eisenholzes.

 

23.

Ramma und Sudatto auch,

seine Unterstützer war’n.

Nakulā als auch die Cittā,

ihm Unterstützerinnen war’n.

 

24.

Achtundfünfzig Ellen,

war der große Seher hoch.

Er überstrahlte alle Richtungen,

hundertstrahlig aufgegangen.

 

25.

Wie ein voll erblühtes Walddickicht,

mit mannigfaltig Düften parfümiert,

ebenso sind seine Reden,

mit Tugenddüften parfümiert.

26.

Gleichwie nämlich der Ozean,

den Schauenden nicht stillen kann,

ebenso könn’n seine Reden,

die Zuhörer nicht sättigen.

 

27.

So neunzigtausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit gewiss anhielt.

Und weil es so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

28.

Ermahnung und Belehrung,

den Übrigen gegeben habend,

wie ein Opferfeuer aufgelodert,

samt Schülern er erlosch.

 

29.

Der Buddha gleich dem Unvergleichlichen,

als auch Schüler mit erlangten Kräften,

sie alle waren nun verschwunden.

War’n nicht aufgegeben alle Gestaltungen?

 

30.

Sobhita, bester Vollerwachter,

im Löwenpark erloschen ist.

Verteilt wurden Reliquien,

in den Landen hier und da.

 

[Das war] der sechste Lebensweg,

der des Erhabenen Sobhita.

 

 

7. Der Lebensweg des Buddha Anomadassī

 

1.

Daraufhin [war] nach Sobhita,

der höchste unter Menschen, der Erwachte,

Anomadassī, der mit unermesslich Ruhm,

an Tatkraft[113] schwer zu übertreffen.

2.

Nachdem er alle Bande hat zerschnitten,

dreifach Werden hat zerschmettert,

den zum Unumkehrbaren führenden Weg

den Göttern, Menschen lehrte er.

 

3.

Der Ozean ist unerschütterlich,

der Berg schwer anzugreifen ist,

der Himmel ist unendlich, und er,

wie Salbaumfürst, [steht] voller Blüten.

 

4.

Auch im Angesicht des Buddha,

werden erfreut die Lebewesen;

des Redners Stimme gehört habend,

das Todlose erlangen sie.

 

5.

Der Durchbruch in dieser Lehre,

reichlich war er, [und] erfolgreich;

hundert Milliarden den Durchbruch hatten,

bei der ersten Lehrdarlegung.

 

6.

Bei darauffolgenden Durchbruch,

[als Er] wie einen Guss die Lehre regnen ließ,

Achtzig Milliarden den Durchbruch hatten,

bei der zweiten Lehrdarlegung.

 

7.

Darauf folgten, [während] er es regnen ließ,

und [so] zufriedenstellt’ die Lebewesen;

siebenundachtzig Milliarden,

die den dritten Durchbruch hatten.

 

8.

Da waren drei Gemeinschaften,

die auch dieser große Seher hatte;

[von solchen, die] magisch Kräfte erlangt,

die in Befreiung war’n erblüht.

9.

Achthunderttausend,

kamen da zusammen;

die Hochmut [und] Verblendung aufgegeben,

die solch friedvollen Geistes war’n.

 

10.

Siebenhunderttausend,

war die zweite Gemeinschaft;

fleckenlos, leidenschaftslos,

solcherart friedvoll.

 

11.

Sechsmal hundertausend,

war die dritte Gemeinschaft;

die magisch Kräfte erlangt,

die selbstbeherrscht erloschen sind.

 

12.

Ich war zu jener Zeit,

ein Yakkha mit gar großer Macht.

Mehr als eine Milliarde Yakkhas,

hab ich beherrscht, war deren Herr.

 

13.

Dann diesen besten Buddha,

den großen Seher aufgesucht,

versorgte ich mit Speis und Trank,

den Weltenlenker samt Gemeinschaft.

 

14.

Daraufhin sprach er dies zu mir,

der Weise mit der reinen Sicht:

„In unzählbaren Weltzeitaltern,

wird dieser [hier] ein Buddha werden.

 

15.

Die Anstrengungen ausgeübt habend,

[was schwer zu tun ist, ausgeführt;

am Fuß eines Assattha(-Baums) zum Vollerwachten,

wird er mit großem Ruhm erwachen.

Seine ihn gebärend Mutter,

wird Māyā genannt werden;

sein Vater Suddhodana heißen,

er wird ein Gotama werden.

 

Kolita und Upatissa,

werden seine besten Schüler;

Ānanda heißt sein Aufwärter,

der dem Sieger dienen wird.

 

Khemā und Uppalavaṇṇā,

die besten Schülerinnen werden.

Des Erhab’nen [Baum des] Erwachens,

wird Assattha heißen.

 

Citta und Hatthāḷavaka, werden beste Unterstützer sein.

Nandamātā und Uttarā, die besten Unterstützerinnen werden.

Hundert Jahre Lebensspanne wird haben,

Gotama, der Ruhmreiche.“

 

Als jene diese Worte hörten,

des unvergleichlichen großen Sehers,

wurden Menschen und Götter froh.

Das ist gewiss Keim des Erwachens.

 

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen {hier} gewärtig sein.“]

 

16.

Als auch ich die Worte hörte,

freudig erregt, aufgeregten Geistes,

sicherlich es besser ist, mich zu entschließen,

die zehn Vollkommenheiten zu erfüll’n.

17.

Candavatī so hieß die Stadt,

Yasavā der Krieger(-Adlige) hieß,

die Mutter hieß Yasodharā,

von Anomadassī, dem Lehrer.

 

18.

Zehntausend [lange] Jahre,

im Hausstand er verbrachte,

„Sirī“, „Upasirī“, „Vaḍḍha“,

die besten drei Paläste [hießen].

 

19.

[Da gab es] dreiundzwanzigtausend,

Frauen, die geschmückt war’n.

Sirimā hieß seine Gattin,

die Upavāṇa selbst gebar.

 

20.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er in einer Sänfte auf,

und keinen Monat weniger als zehn,

in Anstrengungen der Sieger strebte.

 

21.

Von Brahma darum gebeten,

Anomadassī, der große Weise,

das Rad der große Held ingangsetzte,

im Lustpark „Gute Aussicht“.

 

22.

Nisabha und Anoma,

war’n seine besten Schüler.

Der Aufwärter hieß Varuṇa,

vom Lehrer Anomadassī.

 

23.

Sundarī und Sumanā,

die besten Schülerinnen war’n.

Der Bodhi(-Baum) dieses Erwachten,

man sagt, war ein Arjuna(-Baum).

24.

Nandivaḍḍha, Sirivaḍḍha,

waren seine Unterstützer.

Uppalā und auch Padumā,

die Unterstützerinnen war’n.

 

25.

Mit achtundfünfzig Ellen,

war er sehr groß, der große Weise.

Der Glanz, den er austrahlte,

war hundertstrahlig in der Höhe.

 

26.

So hunderttausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit gewiss anhielt.

Und weil sie so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

27.

Wohl erblüh’n die (Buddha-)Worte,

durch jene Würdigen, die

leidenschaftslos, makellos,

in des Siegers Lehre strahlen.

 

28.

Und auch der Meister mit unermesslich Ruhm,

dessen unvergleichlich Paar,

sie alle waren nun verschwunden.

War’n nicht aufgegeben alle Gestaltungen?

 

29.

Anomadassī, Sieger, Meister,

im Park der Lehre er erlosch.

An diesem Platz ein Sieger-Mahnmal gibt’s,

fünfundzwanzig [Meilen] hoch.

 

[Das war] der siebente Lebensweg,

der des Erhabenen Anomadassī.

 

 

8. Der Lebensweg des Buddha Paduma

 

1.

Auf Anomadassī [ward’] dann,

Erwachter, höchster unter Menschen,

Paduma namentlich genannt,

Unvergleichlicher, Konkurrenzloser.

 

2.

Auch er besaß unvergleichlich Tugend,

auch Geistesruhe war unendlich,

unermesslich der Ruhm seiner Erkenntns,

seine Befreiung unübertroffen.

 

3.

Als auch er mit ungeheurer Tatkraft,

ingangsetzte das Rad der Lehre,

da gab es drei Durchbrechungen,

die beseitigten die große Dunkelheit.

 

4.

Bei erstem Durchbruch der Erwachte,

erweckte hundert Milliarden;

beim zweiten Durchbruch der Weise,

erweckte neunzig Milliarden.

 

5.

Und als der Buddha Paduma,

ermahnte seinen eig’nen Sohn[114],

da waren’s achtzig Milliarden,

die den dritten Durchbruch hatten.

 

6.

Drei Gemeinschaften hatte er,

der große Seher Paduma.

Hunderttausend Milliarden,

war die erste der Gemeinschaften.

 

 

 

7.

Zur Gelegenheit Kathina[115],

als Kathina-Roben(-Material) kam,

für den Heerführer der Lehre,

die Mönche eine Robe nähten.

 

8.

Dann haben diese reinen Mönche,

sechsfach geistesmächtig, magisch Kräfte habend,

[es waren] dreihunderttausend

Unübertroffene, versammelt.

 

9.

Und weiter, als der Menschenführer,

im Dickicht nahm den Aufenthalt,

war die Gemeinschaft solcherart,

die zweite, mit hunderttausend.

 

10.

Ich war zu jener Zeit,

ein Löwe, des Wildes Oberherrscher.

Den in Einsamkeit sich Anstrengenden,

den Sieger sah ich da im Wald.

 

11.

Den Kopf zu seinen Füßen ehrt’ ich ihn,

danch macht’ ich die Rechtsumschreitung.

Drei Mal ließ ich erschallen [mein Gebrüll].

Für sieben Tage versorgte ich den Sieger.

 

12.

Nach sieben Tagen in Erreichung höchster,

erhob sich der Vollendete,

im Geist sich überlegt habend,

versammelt’ er eine Milliarde Mönche.

 

13.

Daraufhin auch mir der große Held,

in jener Mitte hat verkündet:

„In unzählbaren Weltzeitaltern,

wird dieser [hier] ein Buddha werden.

14.

Die Anstrengungen ausgeübt habend,

[was schwer zu tun ist, ausgeführt;

am Fuß eines Assattha(-Baums) zum Vollerwachten,

wird er mit großem Ruhm erwachen.

 

Seine ihn gebärend Mutter,

wird Māyā genannt werden,

sein Vater Suddhodana heißen,

er wird ein Gotama werden.

 

Kolita und Upatissa,

werden seine besten Schüler.

Ānanda heißt sein Aufwärter,

der dem Sieger dienen wird.

 

Khemā und Uppalavaṇṇā,

die besten Schülerinnen werden.

Des Erhab’nen [Baum des] Erwachens,

wird Assattha heißen.

 

Citta und Hatthāḷavaka,

werden beste Unterstützer sein.

Nandamātā und Uttarā,

die besten Unterstützerinnen werden.

Hundert Jahre Lebensspanne wird haben,

Gotama, der Ruhmreiche.“

 

Als jene diese Worte hörten,

des unvergleichlichen großen Sehers,

wurden Menschen und Götter froh.

Das ist gewiss Keim des Erwachens.

 

Die Ausrufungs-Klänge halten an,

sie applaudieren, lachen auch,

mit ehrfürchtig erhob’nen Händen sie verehr’n,

im Zehntausendfachen samt Göttern [wird gesagt]:

 

 

 

„Falls wir in des Weltenlenkers,

Lehre erkalten sollten,

wahrscheinlich zukünftig,

wir werden diesen {hier} gewärtig sein.“]

 

15.

Als auch ich gehört hab’ jene Worte,

im Geist ward ich ganz zuversichtig.

Sicherlich es besser ist, mich zu entschließen,

die zehn Vollkommenheiten zu erfüll’n.

 

16.

Campaka, so hieß die Stadt,

Asama hieß der Krieger(-Adlige),

die ihn gebar hieß Asamā,

den großen Seher Paduma.

 

17.

Zehntausend [lange] Jahre,

im Hausstand er verbrachte.

„Nandā“, „Vasu“, „Yasuttarā“,

die besten drei Paläste [hießen].

 

18.

[Da gab es] dreiunddreißigtausend,

Frauen, die geschmückt war’n.

Uttarā hieß seine Gattin,

die den Ramma selbst gebar.

 

19.

Die vier Zeichen gesehen habend,

brach er mit seiner Kutsche auf,

und keinen Monat weniger als acht,

in Anstrengungen der Sieger strebte.

 

20.

Von Brahma darum gebeten,

der Führer namens Paduma,

das Rad der große Held ingangsetzte,

im Dhanañca, dem besten Park.

21.

Sāla und auch Upasāla,

war’n seine besten Schüler.

Varuṇa hieß der Aufwärter,

des großen Sehers Paduma.

 

22.

Rādhā als auch Surādhā,

die besten Schülerinnen war’n.

Zum Bodhi(-Baum) dieses Erwachten,

„Großer Soṇa“ sagte man.

 

23.

Bhiyya als auch Asama,

waren seine Unterstützer.

Rucī und Nandarāmā auch,

die Unterstützerinnen war’n.

 

24.

Mit achtundfünfzig Ellen,

war er recht hoch, der große Weise.

Der Glanz, der von ihm ausging,

unvergleichbar, strahlt’ in alle Richtungen.

 

25.

Des Mondes und der Sonne Glanz,

Juwelen-, schönster Schätze Glanz,

sie werden alle geschlagen,

vom Glanz des höchsten Siegers.

 

26.

So sechzigtausend Jahre [wohl],

die Lebenszeit gewiss anhielt.

Und weil sie so lang andauerte,

viel Volks konnt’ er hinüberführ’n.

 

27.

Die geistig reifen Wesen,

ausnahmslos erweckt habend,

die Übrigen ermahnt habend,

erlosch mitsamt den Schülern er.

28.

Wie eine Schlange ihre alte Haut,

auch wie ein Baum die alten Blätter,

alles Gestaltete verbrannt habend,

erlosch er wie ein Feuer.

 

29.

Paduma, höchster Sieger, Meister,

erlosch im Park der Lehre.

Verteilt wurden Reliquien,

in den Landen hier und da.

 

[Das war] der achte Lebensweg,

der des Erhabenen Paduma.

 

 

9. Der Lebensweg des Buddha Nārada

 

1.

Daraufhin [war] nach Paduma,

der höchste unter Menschen, der Erwachte,

Nārada namentlich genannt,

Unvergleichlicher, Konkurrenzloser.

 

2.

Der Buddha, des Fürstregenten[116],

leiblicher, älterer, wertgeschätzter [Sohn],

Schmuck und Girlanden tragend,

in einem Park anlangte.

 

3.

Dort war ein Baum, weithin berühmt,

sehr schön, hoch und rein.

Dort angekommen, setzt er sich hin,

unterm großen Soṇa(-Baum).

 

4.

Dort stieg ihm höchstes Wissen auf,

unendlich, diamantengleich.

Er untersuchte damit die Gestaltungen,

nach oben und nach unten hin[117].

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